• Pol Roger
• Louis Roederer
• Restaurant Le Crypto
Am dritten Tag ist man auch mit so einer fachkundigen Truppe von geradeinmal 9 Personen sicher schon ein wenig eingetrunken und die diversen feinen prickelnden Tropfen können mit Nase, Gaumen und im Abgang fein unterschieden werden.
An diesem dritten Tag sollte uns aber sicher einer der Höhepunkte der Reise erwarten, wo wir am Vormittag einen Besuch im Hause Pol Roger absolvierten. Zu der Gruppe stieß noch der Hauptimporteur für Österreich dazu, der sich im Haus Pol Roger bereits lange auskennt, aber auh so eine Gruppe wie wir es waren zu Ehre gereichte. Im Weingut selber angekommen wurden wir von Arthur Camu begrüßt und sehr herzlich empfangen.

Ein sehr gepflegter angelegter Garten empfängt uns vor dem Haupthaus des Weingutes welches heute auf 130 ha Wein anbaut und wir mußten allerdings erfahren, das auch hier die Ernte 2026 mit ca. 25% weniger Menge recht reduziert ausgefallen ist. Ins Haus eingetreten wird uns eine große längliche Kiste präsentiert, die Flaschen aus den befreundeten Gütern beinhaltet, die alle von Familien geführt werden. Heute in der sog. Globalisierung ist es nicht selbstverständlich sich als Familienunternehmen auf dem Markt entsprechend durchzusetzen.

Pol Roger, die zweite Flasche von links und 11 weitere Flaschen aus Familienbetrieben wie z. Bsp. Solaia, Sassicaia, Grahams oder auch Hugel. Dann geht es auch hier einmal wieder in den Keller.

Dieser Keller befindet sich allerdings mal nicht unter dem Hauptgebäude, sondern wir gingen auf der Straße um die Ecke zu einem weiteren Gebäude, welches zu Pol Roger gehört um dort den Einblick in die Hallen der Vergärungstanks etc. zu erhalten. Von da aus sollte uns aber dann doch noch der Weg in die unterirdischen Gewolbe führen, wo wir sehr fachmännisch von Arthur Camu geführt wurden.

Da Pol Roger mit seinen Anbauflächen für die Champagne doch ein recht großes Haus ist konnten wir dann nach dem Keller auch die Abfüllanlage, das Verkorken und die Maschinen zur Verpackung besichtigen. Alles zusammen in einer sehr ausgeklügelten Reihenfolge angeordnet und für sicher einige Millionen Flaschen zur Verarbeitung im Jahr installiert. Hier ein Bsp. von der Maschine wo die Korken aufgesetzt werden und anschließend mit der Kapsel und dem Draht verschlossen werden. Das passiert alles maschinell, was früher per Hand erfolgte.

Aus der Nähe betrachtet sieht dann ein frisch verkorkte Flasche dann so aus:

Beim Gang zurück zum Haupthaus, wo wir zum lunch eingeladen waren, passierten wir im Garten eine Statue die für die Familie Pol Roger seit Jahrzehnten einen großen Stellenwert hier hat.

Sir Winston Churchill, der seinerzeit in England eine größere Bestellung aus dem Hause Pol Roger getätigt hatte, sollte mit seiner Familie dem Hause Pol Roger bis heute sehr verbunden bleiben. Die Statue wurde zum Jubiläum im Hof des Weingutes installiert. Der Anlass:
Pol Roger hat die Statue anlässlich des 150. Geburtstags von Sir Winston Churchill und des 175. Jubiläums des Champagnerhauses im Jahr 2024 enthüllt.
Dann spazierte die Gruppe wieder in das Haus in einen schlicht aber fein dekorierten Verkostungsraum wo es aus dem Hause Pol Roger 5 verschiedene Flaschen zur Verkostung gab. Hier schon mal eine bildliche Umsetzung der Flaschen die anstanden.

Von links nach rechts waren es folgende Flaschen. Brut Reserve, Brut Nature, Blanc de Blanc, Rosé und ein W. Churchill. Der Bl. de Bl. hat mir persönlich am besten gefallen der von den Trauben her aus der Côte de Blanc stammt. Jahrgang 2016, mit einer sehr hellen schönen Farbe, elegante Note am Gaumen mit hellen grünen Früchten, Zitrone, spät am Gaumen dann mit einer fein ziselierten Note, langer Abgang. Da die Gruppe mit großer fachlicher Unterstützung unterwegs war, waren wir auch noch bei Pol Roger zum Mittagessen eingeladen. Es gab ein 3-Gänge Menü welches in der hauseigenen Küche vorbereitet wurde und sehr fein mundete mit weiteren Gläsern aus dem Hause Pol Roger. Hier die drei Gänge.

Tartar vom Lachs und Thunfisch mit Avocado. Für eine Vorspeise fast zu groß geraten aber sehr passend als Einstieg mit weiteren 3 Champagnern. Dann folgte ein Rind nach Rossini Art mit einem kleinen Kartoffelgratin, welches sich ausgezeichnet zum Rind als Begleitung gab. Seitlich lnks neben dem Fleisch noch eine dunkel geröstte Mohrrübe der dunklen Art und obenauf ein gebratenes Stück Foie Gras.

Zum Dessert ein Potpourie von Mirabellen mit Bisquit von Mandeln und einer Vanille Crème.

Dazu wurden die drei folgenden Flaschen gereicht:
- Pol Roger Brut Vintage 2019
- Cuvée Sir Winston Churchill Edition Vinothèque 2009
- Pol Roger Rich

Damit war es dann bereits der mittlere Nachmittag und wir hatten einen sehr imposanten Besuch bei einem der großen Champagnerhäuser mit einer großen Gastfreundschaft.
Dann ging es nicht weit weg zum Hause Louis Roederer.

Auch hier sollte es zunächst auf einen kleinen Gang durch gewisse Keller gehen, die uns ja aus den bereits getätigten Besuchen so ähnlich bekannt waren.

Hier mal nur ein wirklich typisches Bild aus dem Roederer Keller der primär mit großen Holzfäassern arbeitet und darin cuvetiert und wohl auch vergären läßt. In diesem Hause sollten es dann 5 Champagner sein die wir verkosten durften, welche sich wie folgt aufreihen:
Multi Vintage, Rosé Vintage 2017, Vintage 2018, Blanc de Blanc aus 2019 und ein Roederer Ctistal aus 2016.

So reihen sich die Flaschen von links nach rechts auf. Der Multi Vintage konnte mich nicht überzeugen. Alle weiteren Tropfen waren fein und insgesamt eine schöne Reihe mit dem Abschluss des Cristal zu Ende der Verkostung. Hier noch ein Eindruck aus dem Verkostungsraum mit den 5 Gewächsen im Glas, welches in der Champagne zu fast 100% immer Cuvées sind. Bei den Blanc de Blanc gibt es eher dann schon mal einen 100% Chardonnay, oder seltener bei den roten Trauben auch mal einen 100% PN oder PM.

Am Abend ging es dann per pedes zu einem Lokal wo wir den Tag bei einem kleinen 3 Gänge Menü und ein paar weiteren guten Tropfen ausklingen lassen wollten. Das Crypto war eng bestuhlt aber wir hatten al 9er Gruppe doch ordentlich Platz und zeitweise auch einen kleinen Blick in die Küche sowie auf den Tresen, wo sich im laufe des Abends dann die Flaschen aufreihten.

Auch hier gab es ein amuse bouche vorneweg vor dem Menü.

Die genauen Zutaten habe ich mir irgendwie nicht notiert, was aber hier nicht so entscheidend war, denn wir saßen auch nicht in einem * Lokal. Dann folgte die Vorspeise welche aus dünn gehobeltem Gemüse bestand und ein mittelgroßer Bu<rata sich darauf befand.

Die Weine und Champagner will ich zusammengefasst am Schluss beschreiben. Dann folgte der Hauptgang mit 2 groß geschnittenen Entenstücken und einer Polenta. Die Ente fiel bei derart großen Stücken relatv zäh aus und konnte nicht wirklich überzeugen.

Final kam dann noch der Dessert auf den Tisch, der wieder einmal recht süß ausfiel und dadurch dann natürlich auch seine Leichtigkeit verliert.

Jetzt aber noch zu den flüssigen Zutaten dieses Abends im Le Crypto. Wir starten mit einem Dom Perignon aus 2012 in der Magnum was sich ordentlich zur Vorspeise gesellte.

Dann folgt ein Rosé aus dem Hause Pichon Comtesse Réserve aus dem Jahr 2019 der ebenso fein zur Ente und der Polenta ausgesucht war.

Und zum Dessert gab es dann auch nochmals einen etwas ausgefalleneren Tropfen aus dem Hause La Closerie der zu 100% aus Pinot Meunier gekeltert ist. Ein sehr schöner Kontrast zu einem solch süßen Dessert. Dieser Tropfen war auch sehr fein und passend.

Das war dann an diesem 3. Tag in der Champagne ein sehr ausgefüllter und spannender Tag mit 2 großen Champagner Häusern einem fantastischem Lunch und große Tropfen zum Ende des Tages. Wir sollten gespannt sein, was die nächsten Tage noch so bringen sollten.