Besuch in Weimar und die Weinbar Weimar

An einem der August Wochenenden hatte ich mir einen größeren Ausflug nach Weimar vorgenommen um einerseits das neue Bauhaus-Museum mir anzusehen, aber auch hier die kulinarischen Highlights der Stadt zu genießen und auszuprobieren. Das Bauhaus-Museum war mir natürlich von der fachlichen Seite zum großen Teil geschichtlich bekannt, doch waren hier auch in der Ausstellung Sachverhalte dargestellt, die durchaus lohnenswert waren sich nochmals genauer anzusehen. So sieht das neue Bauhaus-Museum von außen aus, welches mitten in der Stadt von Weimar gebaut wurde.

Da ich bereits einmal vor ca. 32 Jahren, also vor der Wende, in Weimar mit dem VDID Präsidium war, hatte ich mir das Restaurant des Hotels Elephant vorgenommen, aber auch die seit ca. 2,5 Jahren eröffnete Weinbar Weimar, die zufälligerweise fast um die Ecke meines Hotels liegen sollte. Im Prinzip zwischen der Altstadt und der Hochschule für Gestaltung, welche im Süden der Stadt gleich neben dem großen Park an der Ilm gelegen ist. Dieser Park, angelegt im englischen Stil, ist eine traditionelle Parklandschaft, wo bereits Goethe wirkte und später auch das Bauhaus sich am Rande mit dem Haus am Horn auf einem Gelände betätigte. Hier jetzt aber meine Eindrücke von der Weinbar Weimar. Die Weinbar wurde von Philipp Heine und Anna Koller gegründet, wobei später dann der Koch Marcello Fabbri zum Team dazukam, der sich bereits vorher im Restaurant des Hotel Elephant einen Stern verkocht hatte. Von außen sieht die Weinbar bei Nacht vielleicht etwas unspäktakulär aus, jedoch wenn man dort einmal war, also die Lokalität sich von innen einmal reingezogen hat, will man fast nicht mehr weg.

Hinter dem linken Fenster ist schon eine große Tafel zu erkennen, wo alle die offenen, aber auch Flaschenweine aufgelistet werden. Insgesamt wohl so etwas mehr als 100 Positionen, welche auch preislich, insbesondere als Flaschen, ein Hammer sind.

Am ersten Abend hatte ich einen kleinen Tisch in einem der Hinterzimmer, was aber trotzdem ausreichend Platz bot um einige der vielen Kleinigkeiten die so auf der Karte standen zu verköstigen. Ich startete als erst einmal mit 2 Vorspeisen die da waren. Frittierte Sardinen mit einer Salsa, welche in einem kleinen Holzkästchen mit Zitronen präsentiert wurden. Frisch, sehr gut frittiert und einer schmackhaften tomatisierten Salsa dazu.

Zu dieser Vorspeise gab es erst einmal ein Glas Weißburgunder vom Weingut U. Lützkendorfer, Hohe Gräte, aus der Region Saale-Unstrut. Super passend und ein recht kräftiger WB von einem Weingut, welches ich im Winter bereits einmal in München ankosten durfte. Sehr fein und passend.

Dann ein zweiter kleiner Vorspeisengang mit Oktopus und ein Glas Silvaner auch von einem Weingut aus der Region Saale-Unstrut, und zwar vom WeingutBöhme + Töchter.

Auch hier wieder eine sehr schöne und gelungene Kombination, denn der Oktopus kam in Kombination mit Linsen auf dem Teller daher, ws sich mit dem Silvaner ausgezeichnet kombinierte. Und zum Hauptgang gab es dann ein Kalbstatar vom Brandenburger Bio-Kalb kombiniert mit roten Zwiebeln, Anchovis und Wachtelei.

Die Inszenierung auf dem Teller spricht für sich, was aber dem Geschmack keinerlei Abbruch tat. Das Tatar war selber recht puristisch angemacht und konnte so seine ursprüngliche Qualität seines Geschmackes voll entfalten. Für mich einer der Höhepunkte der Speisen. Dazu sollte es einen Überraschungswein aus dem Burgund geben, welcher mich ebenso überraschte wie überzeugte. Ein Glas eines Bourgogne mit Namen Renommée aus dem Hause Remoissenet Père et Fils. Wenig Holz, kaum die typischen PN Nebentöne der Burgunder und so kräftig, das dieser rote Tropfen dem Tatar das entsprechende Gegengewicht geben konnte.

Zum Abschluss hier noch ein kleines Foto der ersten Seite der Weinkarte so wie sie sich einem Gast präsentiert, wenn man sich hier einen Platz ergattert hat.

Das Schärfste aber an dieser Weinbar in Weimar ist die Tafel der Weine im ersten Gastraum, wo auch die Bar steht, und alle Aktivitäten zu den Weinen und Getränken ausgehen. Alle Weine auf dieser Karte werden also per Glas 0,1 l angeboten und in der Spalte rechts steht der Preis für die Flasche. Nur einmal auf der Seite der roten Tropfen gesehen, liegt der teuerste im Glas bei 9 € und der teuerste hier bei den roten als ganze Flasche 54 €. WOW! Hier als Beweis das Foto dazu.

Mein Fazit: Eine Super Adresse in Weimar, welche man durchaus auf einen Besuch aufsuchen sollte. Ich wünschte mir nur so eine Weinbar auch mal in München, was aber wohl ein Wunschtraum bleiben wird. – PROST –

Sorry die große Weintafel hatte es mir einfach angetan, deswegen auch zweimal hier abgebildet.

Resihuber – ein Lokalbesuch

In den letzten Wochen war ich mehrmals zur Mittagszeit im Resihuber und einmal Abends mit Freunden zum Essen. Das Resihuber ist ein Lokal, welches von einem Ehepaar betrieben wird, welches seit vielen Jahren in München die Bioläden Vollcorner betreibt. Das heißt allerdings nicht, das hier in dem ersten Speiselokal der Betreiber es nur Gemüse oder vegane Speisen zu bestellen sind. Bio kann ja auch ein sehr schöner frischer Fisch oder auch ein gut abgehangenes Fleisch sein. Die Räumlichkeiten sind angenehm hell eingerichtet, mit manchen Farbtupfern in den Ecken und Seitenwänden. Und das es hier eben auch einen Mittagstisch gibt, der auch preislich recht günstig angeboten wird ist umso erstaunlicher, da das Lokal zwar sehr gut mit der U-Bahn zu erreichen ist, aber hier so am Rande von Giesing nicht wirklich die große Laufkundschaft aus der Mitte von München hat. Seit drum – die Atmosphäre im Lokal war auf jeden Fall recht angenehm, und der freundliche Service tat seinen Teil ebenso dazu.

Hier also ein paar Beispiele des Aufgetischten aus den Besuchen zur Mittags- und Abendzeit. Da gab es einmal einen Glasnudelsalat mit Ochsenfetzen. Eine volle Mahlzeit wie auf dem Teller zu sehen, aber nicht nur die Glasnudeln, welche ein wenig versteckt unter dem Gemüse zu sehen sind, sondern insbesondere die Ochsenfetzen welche perfekt Medium roh gebraten waren schmeckten ausgezeichnet.

Oder an einem anderen Mittag gab es eine Fisch-Suppe, welche allerdings eher wie eine Bouillabaisse wirkte und auch entsprechend gute Fischteile beinhaltete. Fein und kräftig im Geschmack. Insbesondere viel mir bei fast allen Gerichten auf, das hier gut gewürzt wird.

Dann waren wir eines Abend zu dritt im Lokal wo wir uns mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert verköstigten. Dazu gab es dann eine gute Flasche Rotwein aus Österreich, einen Pannobile vom Weingut Heinrich, und diese zu passablen 48.-€. Interessanterweise ist die Weinkarte zwar relativ klein, doch alle Tropfen stammen von Bio-Winzern, die in einem Weinladen der Vollcornerkette in Haidhausen auch zu erstehen sind. Bei mir war es dann zu Vorspeise zunächst ein Ceviche mit dreierlei Fischen aus dem Chiemsee. Sehr schön angemacht mit Limone, Kräutern und nicht nur kleinen sondern passabel schönen Fischstücken, die gut mariniert waren.

Zum Hauptgang sollte es dann ein Stück vom Schweinenacken sein der auf zweierlei Bohnen angerichtet richtig fein daherkam. Wir hatten das Fleisch Medium bestellt, und es glänzte auch entsprechend rosa noch auf dem Teller.

Den Abschluss bildete ein Sorbet mit dreierlei Geschmäckern, welches auch fein und erfrischend sich präsentierte. Ein Besuch hier ist also immer lohnenswert und die Atmosphäre selbst bei gut gefülltem Lokal war fast immer recht angenehm, was auch mit einem sehr freundlichen und angenehmen Service zusammenhängt.


50 worlds best vineyards; Jetzt auch so eine Liste

Nachdem es ja schon einige Jahre die Liste der 50 besten Restaurants der Welt gibt, kann man sich jetzt auch an einer Liste der 50 besten Weingüter ergötzen. Über Sinn oder auch Unsinnigkeit solcher Listen kann man trefflich streiten. Hier die aktuelle Auflistung:

1. Zuccardi Valle de Uco, Argentina

2. Bodega Garzón, Uruguay

3. R. López de Heredia Viña Tondonia, S.A., Spain

4. Quinta do Crasto, Portugal

5. Catena Zapata, Argentina

6. Montes, Chile

7. Clos Apalta Winery, Chile

8. Rippon, New Zealand

9. Marqués de Riscal, Spain

10. Weingut Dr. Loosen, Germany

11. Craggy Range, New Zealand

12. Robert Mondavi Winery, USA

13. Penfolds Magill Estate, Australia

14. Viña VIK, Chile

15. Weingut Tement, Austria

16. Château Smith Haut Lafitte, France

17. Viña Errázuriz, Chile

18. Antinori nel Chianti Classico, Italy

19. Opus One Winery, USA

20. Domäne Wachau eGen, Austria

21. Schloss Johannisberg, Germany

22. Château Margaux, France

23. Viu Manent SA, Chile

24. Vivanco. Bodega, Fundación, Experiencias, Spain

25. Bodega Colomé, Argentina

26. Viña Santa Rita, Chile

26. Bodegas Salentein, Argentina

28. Familia Torres — Pacs del Penedès, Spain

29. d’Arenberg, Australia

30. Viña Casas del Bosque, Chile

31. Schloss Gobelsburg, Austria

32. Bodegas RE, Chile

33. Schloss Vollrads, Germany

34. Vergelegen Estate, South Africa

35. Domaine Sigalas, Greece

36. Ridgeview, UK

37. Quinta do Bomfim, Portugal

38. Veuve Clicquot, France

39. Delaire Graff Estate, South Africa

40. Château Mouton Rothschild, France

41. El Enemigo Wines, Argentina

42. E. Guigal, France

43. Domaine Henri Bourgeois, France

44. Bodega Bouza, Uruguay

45. Creation Wines, South Africa

46. Ruinart, France

47. Seppeltsfield Barossa, Australia

48. Kir-Yianni, Greece

49. Château Heritage, Lebanon

50. Mission Hill Family Estate, Canada

Die in der Liste rot markierten Weingüter (14 an der Anzahl) habe ich selber in den letzten ca. 20 Jahren besucht. Aus Deutschland sind es drei Weingüter in der Liste, würde aber persönlich noch ein Weingut, und zwar Van Volxem aus dem Saarland, hier ergänzen wollen. Vielleicht taucht es dann im nächsten Jahr auf dieser Liste auf. Die Liste wird von 16 Juroren aus Wein-Journalisten, Sommeliers, Händlern und Fachleuten aus der Weinindustrie zusammengestellt. Mehr zu den Abläufen könnt Ihr auf der web-site nachlesen: worldsbestvineyards

Zu entdecken gibt es also noch eine ganze Reihe von sicher lohnenswerten Zielen in der Weinwelt. Meine bisher besuchten Weingütern aus dieser Liste waren es auf jeden Fall Wert besucht zu werden. Wer sich ebenso aufmacht die Städten zu besuchen – guten Tripp und auf einen guten Schluck!

Heute im Glas: l’Odalisque von Sylvain Morey

Dieser weiße Cuvée aus hauptsächlich den Trauben Vermentino und Viognier ist für mich einmal wieder eine kleine Entdeckung im Bereich der französischen Weißweine. Die Weine wachsen in der Region Luberon, welches nördlich der Provence liegt und von einem kleinen Gebirgszug durchzogen wird, der einige fast schon pittoreske Dörfer an seinen Hängen beherbergt. Jetzt also zum Wein. Der Winzer Sylvain Morey baut hier im Luberon diesen Wein an, der aus den Traubensorten Vermentino und Viognier gekeltert wird. Vermentino ist für diese Region durchaus ungewöhnlich, denn hier im Süden Frankreichs wird diese Traube gerade noch auf ca. 300 ha noch angebaut. Ursprünglich wächst diese Traube wesentlich in Italien, also über die Seealpen hinweg. Zur Verkostung:

Hellgelbe Farbe mit fast schon silbernen Reflexe. In der Nase eine sehr feine Struktur von grünem Gemüse, Lauch, Sellerie und frische Noten von hellen Beeren. Am Gaumen setzt sich die feine Struktur mit einer präsenten Säure fort, welche sich sehr fein mit der leichten Frucht verbindet. Der Alkohol ist mit seinen 13,5 % vol. sehr gut eingebunden und auch die Holztäöne treten nicht wirklich hervor. Eine elegante Note tritt hervor die sich besonders mit Speisen in Richtung säurehaltig gut vertragen würde. Der Preis ab Hof beträgt 13,50 € und für mich ist hier das Gesamturteil so: 17/20 Punkten.


gefüllte Tomate mit Spinat und Käse, Pfifferlinge

Im Sommer gibt es auch bei uns auf den Märkten die besten Tomaten, wobei ich in diesen Monaten dazu folgende weitere Zutaten als Füllung und Ergänzung mir ausgedacht hatte. Die Tomate wird mit dem Spinat, Ziegenkäse und ein wenig Blauschimmelkäse gefüllt, wobei neben dieser Füllung die frischen Pfifferlinge und der Wildkräutersalat seine ergänzende Wirkung erzielen. Pro Person brauche ich also:

1 mittelgroße feste Fleischtomate

  • ca. 100 – 150 gr. Spinat
  • 1 Stück Ziegenkäse von ca. 50 gr.
  • 1-2 kleine Knoblauchzehen
  • 1 Stückchen Butter, Salz und Pfeffer
  • 1 handvoll Wildkräutersalat
  • ca. 100 gr. Pfifferlinge
  • 1-2 kleine Schalotten
  • ein wenig Butter und Sahne zum Fertigstellen

Die Zubereitung kann dann folgendermaßen vor sich gehen:

Den Spinat gut waschen, die dickeren Stängel abzwicken und entsorgen und nach dem Trocknen in einer Pfanne mit dem Knoblauch, Butter und Salz so anbraten, das sich das Gemenge noch fest anfühlt. Nach dem Erkalten mit dem Gemüsemesser die Masse nochmals leicht kleinschneiden und mit dem zerbröselten Ziegenkäse vermengen. Dann die Tomate so aufschneiden, das man mit einem mittleren Löffel und einem Messer das Innere der Tomate herausschneiden kann und diese komplett aushöhlen. Dann wird das Spinatgemisch leicht gesalzen, vielleicht noch mit ein wenig Olivenöl verfeinert und dann in die Tomate eingefüllt und obenauf eine kleine Scheibe Blauschimmelkäse platziert. Den Backofen auf 200°C aufheizen und parallel die Pfifferlinge sehr gründlich putzen und den Wildkräutersalat je nach Bedarf ebenso auch noch waschen und gut trockentupfen. Der Ofen ist auf Temperatur gebracht, die Pfifferlinge für die Pfanne vorbereitet, die Schalotten kleingeschnitten, und somit kann die Tomate in einer feuerfesten Form in den Ofen wandern. Für 10 Minuten bei der Temperatur garen, und dann die Temperatur auf 180°C reduzieren und für weitere ca. 5-10 Minuten darin garen, was auch von der Größe der Tomate abhängt. Parallel dazu die Pfifferlinge mit den Schalotten in der Pfanne anbraten, mit einer Butterflocke und etwas Sahne ablöschen und nach dem Abschmecken mit Salz und Pfeffer kann angerichtet werden.

Bon apetit!


Kugelzuccini mit Krabben gefüllt

Auf dem Markt entdeckte ich an meinem Gemüsestand in diesem Sommer einmal wieder eine sehr schöne feste und helle Kugelzuccini, die dann auch gleich in meine Einkaufstasche wanderte. Anschließend ein kleiner Abstecher zum Fischgeschäft um die Ecke, wo es ein kleines Schälchen Nordseekrabben und ein wenig Krebsfleisch dazu gab, welches die Füllung dann bestritten. Pro Person brauche ich also:

  • 1 mittelgroße Kugelzuccini
  • je ca. 2 El Krabben und Krebsfleisch
  • 1 El Crème Fraîche
  • 2-3 Petersilienstengel
  • Salz und Pfeffer und je nach Geschmack etwas Olivenöl
  • Olivenöl für die ausgehöhlte Zuccini

Mein Mis en place: Die ausgehöhlte Zuccini und die angemachte Krabbenfüllung.

Die Zubereitung kann dann folgendermaßen vonstattengehen:

Die Zucchini so köpfen, das man den großen Teil leicht mit Messer und Löffel aushöhlen kann. Die Krabben mit Krebsfleisch und Crème Fraîche mischen und die kleingeschnittene Petersilie daruntermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Füllung leicht durchziehen lassen. Die ausgehöhlte Zuccini mit Olivenöl von innen komplett benetzen so das die Frucht später im Backofen auch garen kann und nicht zu trocken wird. Die Füllung in die Zuccini einfüllen und den Deckel daraufsetzen. Den Backofen auf 210°C aufheizen und das Gemüse in einer feuerfesten Form so platzieren, das es nicht umfällt. Nach 10 Minuten die Temperatur auf 180°C heruntersteigen und weitere ca. 20 Minuten garen. Auf dem Teller kann man sich dann noch ein wenig Dekoration ausdenken, so wie ich dann ein paar Krabben, etwas Petersilie auf der Fahne platziert habe und diese dann mit ein wenig Zitronenvinaigrette beträufelte.

Hier heute nochmals ein paar Worte zum Geschirr, welches ich sehr gerne verwende. Dieses Porzellan von Stefanie Hering aus Berlin mit dem Namen Ocean und seiner meerblauen Dekoration paßt wunderbar zu solchen Gerichten, die mit wenig Teilen auf dem Teller auskommen, und so dann auch das Dekor zur Geltung kommen lassen. Da diese Porzellanteile von Hering eine Besonderheit haben, und zwar nur teilweise glasiert sind, kommen manche Teile auf den Tellern auch besonders zur Geltung. Bei diesen Tellern mit Quallen sind beispielsweise die Fahne nicht glasiert. Somit auch ein kleiner Vorteil, denn die Dekoration auf der Fahne kann damit nicht so schnell abrutschen, auch wenn hier die Fahne recht flach ausgefallen ist, was ich insgesamt sehr passend finde.

Bon appetit!


Kalbfleisch-Bocconcini mit Salbei im Pancetta-Mantel

Aus dem Abracadabra Buch hab ich mir einmal wieder ein bisher nicht ausprobiertes Rezept herausgesucht, welches von den Zutaten recht einfach wirkte, aber auch in der Zubereitung recht schnell ging, wenn man sich die Zutaten entsprechend an einer Stelle besorgt hatte. Der Salbei dazu kam aus dem Garten, und die weiteren Dinge besorgte ich mir auf dem Markt, bzw. bei einem Metzger meines Vertrauens.

Zutaten: 200 gr. hauchdünne Kalbsschnitzel, 10 Scheiben Pancetta, 30 gr. Butter, Weißwein und Olivenöl.

Zubereitung: Die Kalbsschnitzel in 5 x 3 cm große Stücke schneiden, zusammenrollen, ein Salbeiblatt oben auflegen, und mit einer oder 2 Pancetta Scheiben so einwickeln, das sich das Röllchen in der Pfanne braten läßt. Das Braten dauert so ca. 4-5 Minuten, wobei ich parallel den Backofen auf ca. 150°C aufgeheizt habe, um die Röllchen nach dem Braten warmzuhalten und dort dann komplett durchziehen können. Nach dem Anbraten mit Weißwein ablöschen und soweit leicht weiterbraten bis die Röllchen ansich fertig sind. Diese dann in den Backofen, und mit der Butter die Sauce anmontieren. Dazu habe ich mir eine Art Risibisi gekocht, also 2 Schalotten angebraten, den Reis und die frischen Erbsen dazu und alles soweit kochen, bis der Reis gerade noch ein wenig Biss hat, bzw. das Reiswasser verkocht ist. So kommt das dann auf den Teller:


Sommermenü mit drei Gästen und passenden Weinen

In den sehr heißen Tagen im Juli hatte ich drei Gäste eingeladen und dafür ein Sommermenü zusammengestellt, welches mit passenden Weinen aus meinem Keller begleitet werden sollten. Hier also zunächst einmal die Speisenfolge.

  • Pastinaken Birnen Suppe
  • Frühlingsrollen
  • Radicchio Salat mit Mozarella
  • Ossobuco
  • Chocolate Cookies mit Nußeis
  • Dazu gab es die entsprechenden Weine, welche die folgenden waren:
  • Als Aperitif:
  • Vin d’orange aus Eigenherstellung aus 2006
  • Zur Suppe:
  • Dom. de l’Hortus, Pic St. Loup aus 2013, blanc
  • Ch. Smith Haut Lafitte, Bordeaux aus 1999
  • Zu den Frühlingsrollen:
  • Sake: Tengumai, Yamaha, Jikomi, Junmai, “Shata Shuzo”
  • Zum Radicchio Salat:
  • Brunnenhof, Rosé de Noir, Südtirol aus 2016
  • Zum Ossobuco:
  • Tignanello, Antinori Toskana aus 2003
  • Vina Tondonia, Rioja aus 2005
  • Zum Dessert:
  • Müller Thurgau, Glaser-Himmelstoss, Beerenauslese Franken aus 2009

Beginnen möchte ich hier aber mit dem Brot, welches ich dazu am selben Tag noch gebacken habe. Es gab eine Focaccia, die ich mehrfach für Einladungen hergestellt hatte, und so aus dem Ofen, noch im Blech, herauskam:

Focaccioa läßt sich sehr gut am gleichen Tag der Einladung herstellen, da der Teig nicht irgendwie ruhen oder länger im Kühlschrank aufbewahrt werden muß. Der Thymian und Rosmarin obenauf stammt aus meinem Garten.

Die Suppe hatte ich natürlich am Vormittag bereits fertiggestellt, wobei das Mandelöl, welches als zusätzliche Beigabe auf der Suppe schwimmt, bereits am Vortag herzustellen ist. Das Rezept stammt aus dem Buch von D. Humm, I love NY.

Dazu gab es zwei bereits leicht gealterte, bzw. recht alten Weißwein die sich als feine Begleitung zu der Pastinaken, Birnensuppe herausstellten. Beides sind Weißweine.

Nach diesem Auftakt hatte ich die Frühlingsrollen auf einem Backblech vorbereitet, welches nur noch für ca. 10-12 Minuten bei ca. 210°C in den Backofen geschoben werden mußte. Die Frühlingsrollen noch kurz mit etwas Eigelb bestrichen und ab in den Ofen.

In den kleinen Schälchen ist der Dipp, welcher sch hauptsächlich aus Sojasauce, Sesamöl und diversen anderen flüssigen Noten aus dem asiatischen Bereich zusammensetzt. Diese hatte ich vorher kurz auf den Herd gesetzt, so das der Geschmack dadurch etwas intensiver wird. Dazu gab es dann einen Sake, welcher bei dem warmen Klima im Juli kalt serviert wurde.

Nach diesem Zwischengang gab es einen Salat, wo das Rezept auch aus einer der Kochbücher von D. Humm stammt, in diesem Fall aber aus dem Eleven Madison Park, wo das Rezept auf Seite 254 schlicht Radicchio heißt.

Bei diesem Salat waren zum Radicchio noch folgende weitere Zutaten kombiniert: Mozzarella Mango, Basilikumblätter und ein Basilikumöl, welches ich am Tag zuvor schon vorbereitet hatte, da dieses über Nacht ziehen sollte. Das Öl ist mir aber wohl etwas zu flüssig geraten. Passend dazu gab es dann einen kräftigen Rosé aus Südtirol, und zwar vom Brunnenhof:

Dann ging es endlich zum Hauptgang des Abends, wobei die bisherigen Kombinationen von Speisen und Wein für die Gäste wohl recht angenehm ausfielen und ich selber mit den Kombinationen und den erreichten Geschmacksnuancen auch ganz zufrieden war. Also dann zum Ossobuco, welches ich mit frischen Nudeln kombinierte. Die Sauce für die Nudeln konnte natürlich ohne Probleme aus dem angesetzten Ossobuco bestritten werden, welches ja bereits ca. 2 Stunden auf dem Herd stand.

Auch wenn jetzt vielleicht zu einem Sommermenü bei den heißen Temperaturen ein Ossobuco vielleicht nicht so ganz passend war, konnte die dazu ausgesuchten Weine um so mehr überzeugen. Ich hatte noch eine einzelne Flasche Tignanello aus 2003 im Keller und dann noch als weitere Begleitung einen Vina Tondonia aus 2005, wo ich auch schon auf dem Weingut war und es immer wieder erstaunlich finde, wie ein solches Weingut mit traditionellen Methoden einen solchen Wein erzeugen kann. Aber Tradition heißt in dem Fall ja nicht stehengeblieben, sondern es werden mit guten Trauben einfach lange haltbare und lagerfähige Tropfen erzeugt, die erst mit den Jahren der Lagerung ihre Qualitäten entwickeln können.

Einer der Gäste war dann so von der Kombination des Ossobuco mit dem Vina Tondonia begeistert, das er sich gleich die Bezugsquelle des Weines geben ließ. Diesen hatte er bislang noch nicht gekannt oder probiert.

Zum Abschluss geht es dann zum Dessert, der als Rezept wieder aus dem Buch I love NY von D. Humm stammt. “Mast Brothers Chocolate Cookies. Auch wenn ich jetzt nicht die Originalzutaten der Must Brothers verwenden konnte, gibt es ja bei uns ebenso feine Zutaten im Bereich Kuvertüre mit 70% Kakaoanteil zu kaufen. Dazu kombinierte ich nich ein Nußeis, welches ich noch von einem anderen Essen vorbereitet hatte und ein paar Blaubeeren als fruchtig süße Ergänzung landeten auf dem Teller. So stellte sich das dann dar:

Auf dem Backblech sahen die Schoko Cookies dann so aus:

Hier kombinierte ich zu den süßen Komponenten eine Beerenauslese vom Weingut Glaser-Himmelstoss aus Franken aus dem Jahr 2009 aus der halben Flasche.

An diesem feinen Tropfen aus der Weißweinrebe Müller-Thurgau kann man sehen und schmecken, wie sich so ein Tropfen in 10 Jahren in einer solch kleinen Flasche entwickeln kann. Oben das Front-Etikett und unten das Rücken-Etikett der Flasche. Recht tiefdunkler Honigton, welcher sich mit den Honignoten in der Nase fortsetzt. Am Gaumen eingetrocknete Aprikosen und ein sehr schönes Säurespiel, welches die süßlichen Noten nicht verdrängt, sondern ausgezeichnet ergänzt. (18/20)


Champagner Verkostung mit den Weinakademikern bei Champagne-characters

Gleich vorweggenommen, es war wieder einmal eine sehr gelungene Verwüstungen im Kreise der Weinakademiker, welche diesmal bei Nicola Neumann in Ihrem Laden und Ihrem Geschäft und den Verkostungsräumen der Champagner-characters stattgefunden hat.

Nicola Neumann hatte die Auswahl getroffen und die Flaschen so zusammengestellt, das es am Schluß 15 verschiedene Flaschen waren die sch noch durch 1-2 Zugaben ergänzten. Beginnen sollte es mit einem dreier-Flight, der zunächst einmal die drei typischen Rebsorten gegeneinanderstellte. Ein 100% Chardonnay von Pascal Docquet, ein 100% Pinot Noir von Roland Poillot und ein 100% Pinot Meunier von André Heucq. Auch sehr hervorheben möchte ich, das Nicola Neumann eine recht ausführliche Beschreibung der einzelnen Weingüter schriftlich mitlieferte, wobei Sie betonte, das eben nicht alle Güter durchaus sehr informationsfreudig sind. Aber generell waren Ihre Erklärungen und die schriftlichen Unterlagen durchaus sehr aufschlußreich. Der erste Betrieb von Pascal Docket arbeitet so zum Beispiel seit 2004 komplett organisch. Diese drei ersten Betriebe glichen sich auch in der Größe recht gut, denn sie lagen alle so zwischen 6 und 9 ha Anbaufläche. Auch der zweite Betrieb ist seit 2009 biologisch zertifiziert und dieser Pinot Noir hatte in der Flasche keine Dossage erfahren.

Beim dritten Betrieb von André Heucq, welches im Marnetal liegt, ist es ebenso, das dieser Betrieb organischen Weinbaubetreibt und zertifiziert ist. Diese Auswahl der ersten drei Flaschen war schön zu schmecken, das sich die reine Traube, so wie sie hier verarbeitet waren recht deutlich die Unterschiede zeigten. Ganz besonders konnte mich der Pinot Meunier von André Heucq mit seiner Frucht und einem langen Abgang überzeugen.

Dann folgt ein Vergleich zweier Flaschen, wo sich ein Chardonnay einmal im Holz und einmal im Stahltank ausgebaut gegeneinander verkosten lassen. Ein Cuvée Extra Brut von Pierre Peters im Stahltank ausgebaut, welcher mit einer sehr feinen Nase aufwarten konnte. Am Gaumen Marzipannoten mit einer feinen Frucht. Recht spitze und feine Säure aus Gaumen und einem langen Abgang. (18/20) Der im Holz ausgebaute Cuvée Vendémiaire von Doyard ist dann im Holz ausgebaut und man hat dieses bereits leicht in der Nase. Weiche und warme Natoen am Gaumen von recht reifen Früchten. (16/20)

Dann folgen 2 Rosé Champagner wo der erste von René Geoffroy stammt, als Rosé der Saignée Brut, der als Weingut so ca. 14 ha bewirtschaftet und ca. 120 000 Flaschen im Jahr produziert. Und der zweite Rosé stammt vom Weingut Pierre Moncuit als Rosé Brut. Hier werden auf 20 ha so ca. 180 000 Flaschen im Jahr produziert. Beide Rosés durchaus etwas vergleichbar, da beide auch Pinot Noir enthalten, wobei bei Moncuit noch Chardonnay dabei ist. Für mich liegen beide Flaschen so im Mittelfeld der Bewertung und würden zu einem Essen durchaus gut harmonieren.

Dann folgen die so titulierten 3 Top Champagner, welches sich zum Teil nicht nur im Preis niederschlägt, sonder zum Teil auch in meiner Bewertung. Wir starten mit Pierre Gimmonet Cramant Spécial Club 2012 – also hier einmal ein erster Jahrgangschampagner. Hat eine sehr feine frische Nase, aber etwas verhalten am Gaumen. Mit runden Noten und feiner prickelnder Note und einer feinen Struktur. (16,5/20)

Dann folgt ein Cuvée Alliae von Davy Dosnon, der seine Weine komplett im Holz ausbaut. So wie Nicola Neumann beschreibt, werden die Champagner für die erste Gärung im kleinen gebrauchten Barriquefass ausgebaut, und anschließen dann für 20-45 Monate ebenfalls im gebrauchten Barrique ausgereift. Die Holznote war recht kräftig noch zu schmecken was der Flasche eine recht breite Note verlieh.

Als dritten Kandidaten hatten wir eine Flasche von David Léclapart, l’Apôtre 2010 im Glas. Einen 100% Chardonnay der mit einer sehr frischen leichten Nase aufwarten konnte. Recht vielschichtig am Gaumen mit unterschiedlichen Nuancen von Säure, Frucht und Komplexität welcher wirklich überzeugen konnte. (17/20)

Dann folgt ein sogenannter Terroirvergleich, der sich allerdings in solch unterschiedlichen Flaschen zum Teil recht schwer nachvollziehen läßt. Wir beginnen mit einem 100% Chardonnay von Marie Courtin – Eloquente aus 2014. Diese Reben stehen alle in Les Mesnil-sur-Oger, Aube. Die Böden sind hier primär Lehmhaltig und halten somit auch in trockenen Jahren eher die Feuchtigkeit als in steinig felsigen Böden. Der andere Ch. von Pierre Paillard aus der Region Bouzy steht dann eher als kalkhaltigen Böden wo sich im Glas bereits eine recht feine Struktur in der Nase zeigt. Dicht und mit spitzen Nuancen welche sehr typisch für die Traube Chardonnay hier stehen kann. Ein dritter Kandidat mit Chardonnay aus der Region Côte des Blancs ist die Flasche von Robert Moncuit aus dem Jahr 2012. Sehr feine Frucht am Gaumen mit einer frischen Säure. Brioche Noten und feiner leichter Marzipan-Note im Abgang.(17,5/20)

Zum Abschluss gab es dann noch 2 Flaschen von Eric Rodez. Einmal einen Berufs et les Secs aus 2008 und dann einen Cuvée des Grands Vintages als Single Vineyard ebenso aus 2008. Für mich waren beide Flaschen ausgezeichnet und ein krönender Abscluß dieser Abendverkostung.

Das war dann wohl wirklich nicht der letzte Besuch in den Verkostungsräumen von Nicola Neumann, die sich zum Teil im Keller befinden, was aber der Verkostung und den guten Gesprächen dazu absolut keinen Abbruch antaten. So sieht’s dort etwa aus:

Die leergetrunkenen Flaschen stehen auf dem Tisch. Bis zum Nächsten – Prost!


ROSE – Biogasthof in Ehestetten auf der Schwäbischen Alb

Mit einem Freund war ich vor einigen Tagen auf dem Weg in den Schwarzwald auf einer Zwischenstation auf der Schwäbischen Alb in Ehestetten beim Biogasthof ROSE abgestiegen. Obwohl es bereits schon 14 Uhr durch war, es noch 5 weitere Gäste im Lokal zugegen waren, gab es noch ein komplettes Mittagessen für uns Beide. Die Familie Tress hat dieses Unternehmen bereits in den 50er Jahren des letzten Jahrhundert als Bio-Betrieb gegründet und ist heute nicht nur mit dem Restaurant, sonder auch mit einem Hotel, der Kochschule, dem Catering und dann auch mit einer Manufaktur am Markt, wo heute eine Art Fertigprodukte für Bio-Läden produziert werden, wie Erbseneintopf, Kartoffel-Ingwer Suppe und andere Gerichte, die in attraktiven und bunten Verpackungen in ganz Deutschland in Bio-Läden zu finden sind. Da wir mitten in der Woche im Lokal einfielen, hatten wir zu Ende unseres Mahls auch noch kurz das Vergnügen mit dem Küchenchef Herrn Simon Tress zu sprechen und lobten seinen Mittagstisch. Dort gab es dann wie folgt. Vorneweg ein Gruß aus der Küche mit 2 verschiedenen Cremes und einer frischen Haube Joghurt und einem Thai-Basilikum. Anschließend hatte ich mir eines der Gerichte aus der Richtung vegetarisch ausgesucht, welches als Basis das Getreide Emmer hatte. Daneben gab es in einer weiteren Schüssel eine kleine Frühlingsrolle auf asiatisch angemachtem Blumenkohl, und eine weitere Schüssel mit einem Krautsalat der mit Nüssen und Zwiebeln sehr fein angemacht war. So stellte sich das dann visuell dar:

Links die Schale mit dem Emmer, rechts daneben der Krautsalat und oben der asiatische Blumenkohl, der ausgezeichnet zum Getreide Emmer paßte.

Wir hatten uns einen Ecktisch ausgesucht, von wo aus ich einen guten Blick ins Lokal hatte:

Mein Fazit: Hier lohnt es sich immer einen Stopp einzulegen, welcher im Lokal, oder auch im Shop einen Besuch sehr lohnenswert macht.