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Weinbar Kreis in Stuttgart am Schillerplatz

Vor ein paar Wochen hatte ich einmal wieder die Gelegenheit in Stuttgart, wo ich ja geboren bin und gut 20 Jahre gelebt habe, einen Termin wahrzunehmen, den ich mit einem Besuch bei Muttern und an einem Nachmittag auch in einer Weinbar, die ich schon lange besuchen wollte. Die nämliche ist die Weinbar Kreis, welche schon seit fast 7 Jahre ganz in der Nähe des Schillerplatzes im Zentrum von Stuttgart gleich auch neben der Markthalle liegt. Eine sehr kleine Räumlichkeit für die Weinbar, welche im Prinzip nur aus einem etwas vergrößertem Schaufenster besteht und im Nebenraum, sowie im Kellerraum darunter, wird der Wein der Weinhandlung Kreis verkauft. Selbst mitten am Nachmittag waren die Plätze schon gut besetzt, aber auch reichlich frequentiert da in so einer Weinbar die Gäste wohl recht oft wechseln. Hier ein Blich in das Interieur der kleinen Bar aus 2 Perspektiven:

Die aktuelle Weinliste wechselt immer wieder, was durchaus wohl auch dem Konzept der Weinhandlung entspricht. Auf der Tafelstehen 2 prickelnde Flaschen, 5 weiße Tropfen und 5 rote Sorten. Ich probiere hier also zuerst einen weißen Dão Branco von der Casa Mouraz aus 2015 der sich recht elegant am Gaumen zeigt. Als zweiten dann einen roten aus der spanischen Region Ribera del Duero vom Weingut Anadia de Gomariz aus 2013, der sich für sein Alter sehr schön gereift zeigt, aber keineswegs oxidativ oder sonst irgendwie gealtert. Hier werden also wirklich sehr ausgesuchte Weine auf der Tageskarte serviert, die sich dann entweder gleich im Laden nebenan erstehen lassen, oder man trinkt sich noch weiter durch die Karte bis es nicht mehr weitergeht. Der Service war auch recht gut, obwohl gerade als ich am Bestellen war alle mögliche weitere Aktivitäten in der Weinbar zugange waren. Läßt das Wetter es zu, kann man auch im Freien vor dem Laden sitzen und einen guten Schluck zu sich nehmen. Hier die Karte vor ein paar Wochen die ich vorfand:

Diese Empfehlung ist also sicher ein guter Tipp für einen kleinen Abstecher mitten in der Innenstadt von Stuttgart. Im Netz: www.wein-kreis.de In Stuttgart zu finden: Dorotheenstr. 2, gleich beim Schillerplatz.

Filoteigtaschen mit Fenchel und Tofu

Claudia Zaltenbach hat ein neues Buch zum Thema Tofu herausgebracht. Ich habe es mir gleich bei meiner Kunstbuchhandlung (Werner) bestellt und hier ist eines der ersten Rezepte, welches ich daraus ausprobiert habe. Der genaue Titel des Rezeptes lautet: “Filoteigtaschen mit Curry-Fenchel und Räuchertofu”. Zu finden in dem Buch auf Seite 122-123. Da die Zubereitung nicht schwierig ist, kann dieses Gericht auch sehr schön als ein Zwischengang in einem Menü herhalten, wozu ein kräftiger Weißwein für meine Begriffe sehr gut passen würde. Die Zutaten für die Füllung sind schnell zubereitet, und den Filoteig kann man dann entsprechend schnell füllen, wenn man noch die ca. 10 Minuten Backzeit dazurechnet kommt das Ganze schön warm auf den Tisch. Auf dem Blech sehen die Filoteigtaschen schon mal gut aus, und können recht dicht gelegt werden, da der Teig ja nicht mehr aufgeht.

Nach Rezept wird recht sparsam gewürzt und somit stellte ich fest, das diese Teigtaschen mit dem Fenchel und dem Tofu sich durchaus noch etwas kräftiger würzen lassen. Bei mir sehen diese servierten Taschen auf der Keramikplatte von Holger so aus:

Bon apetit!


Oktopus/Miso+Ruccola-Birnensalat mit Miso Brownies

Mitte Oktober hatte ich einmal wieder Besuch von einem meiner Brüder, wozu ich mir für den ersten Abend immer ein kleines Menü überlege, wenn er dann zum Abend bei mir auftaucht. Diesmal gab es eimal wieder 2 Rezepte aus dem miso Buch von Claudia Zaltenbach wo ich in leichter Abwandlung den Oktopus mit schwarzem Pfeffer und Ruccola-Birnen-Salat von Seite 156 ausgewählt hatte und als kleinen Dessert die Miso Brownies vorbereitet hatte, welche im Buch auf Seite 178 beschrieben sind. Als kleiner abschließender Trunk zum Dessert hatte ich einer meiner Süßweine aus dem Keller geholt, welches ein Silvaner Eiswein aus 1999 vom Weingut Galena aus der Lage Eschendorfer Lump sein sollte. Wie gesagt, die Brownies hatte ich schon am Tag zuvor vorbereitet, und an dem Nachmittag, wo dann der Besuch kam, sollte der Rest des Menüs in die Vorbereitung gehen. Hier zunächst das Hauptgericht, wo ich den Oktopus nicht wie im Rezept im Backofen, sonder im Topf mit etwas Gemüse für eine Stunde ganz leicht vor sich hinsimmern lasse.

Das kann irgendwann am Nachmittag passieren, da der Oktopus nach dem Garen sowieso erkalten muß und dann später mit der Misopaste in der Pfanne fertiggestellt wird. Dann kann so kurz vor Beginn des Menüs der Ruccola-Birnen-Salat vorbereitet werden, wobei ch hier noch 2 Birnen aus dem Garten nehmen konnte, die als fast letzte Früchte noch am Baum hingen. Ruccola-Birnen-Salat anmachen, den Oktopus zerteilen und in der Pfanne mit der Misopaste fertigstellen und servieren.

Ich hatte noch ein Glas eigelegter Kirschtomaten im Kühlschrank, die sich gut als kleine geschmacklich feine Dekoration ausmachten.

Zum Dessert dann die Miso Brownies, welche mit ein wenig Puderzucker und ein paar Granatapfelkernen als Deko ganz gut auf dem Teller machten, aber insbesondere auch recht gut zu dem Eiswein paßten, der sich recht dunkel schon im Glas zeigte, aber weder klebrig noch zu süß auf der Zunge lag.

Ein sehr schön gereifter Tropfen mit Potential für weitere Jahre auf der Flasche.


Das Wabi Sabi Shibui in der Ludwigstrasse 11

Früher war hier mal eine kleine Bäckerei mit Kaffee-Ausschank, was der Räumlichkeit aber überhaupt nicht mehr anzusehen ist. Die luftig leichte Einrichtung mit einer kleinen Küche hinter der Nische zeigt sich im Gastraum recht großzügig mit einem einzigen sehr großen Tisch in der Mitte, wo alle möglichen Utensilien wie Bonsai Bäumchen, Werkzeuge für die Teebereitung und diverse andere Utensilien stehen die in das Konzept passen. Hier ist sowieso einiges anders als in sonstigen Lokalen. Man wird sehr freundlichen begrüßt, und bekommt eine recht flatterhafte, da wohl schon durch mehrere Hände gegangene, Speisekarte in die Hand gedrückt. Von außen recht unscheinbar, aber die Tische im Freien weisen schon auf ein Lokal hin, oder auch das Schild an der Hauswand.

So locker flockig wie das Logo. mit dem Schriftzug geht es dann auch im Lokal weiter. Eigentlich ist das Intrieur recht typisch für so ein Lokal mir starkem japanischem Einschlag. Helle Möbel, Jake Flaschen im Regal, ein bedrucktes Stofftuch als Abtrennung zu den Toiletten-Räumen, was sich aber dann auf dem Tisch im Service fortsetzt. Zum Beispiel werden die Gläser Wein nicht einfach eingeschenkt und man bekommt das volle Glas vorgesetzt, NEIN, ein kleines Laborglas mit der entsprechenden Mengenangabe wird hinter dem Tresen gefüllt, und es wird ein Weinglas aus der Riedel-Serie ohne Stil serviert, welches für kleine Hände vielleicht ein wenig dick ist, aber es läßt sich wirklich leicht umfassen und rutscht auch nicht. Zumal die konische Form das auch noch unterstützt.

Hier auch noch gleich ein Eindruck vom Interieur mit der Regalwand.

Auch am großen Tisch in der Mitte, der auf der anderen Seite zum Teil wie eine Theke mit einer Spüle gestaltet ist, kann man sehr gut sitzen, was an so einem großzügigen Tisch auch Spaß macht. In den drei Besuchen zu Mittags, die ich bisher dort war, gab es für mich ganz unterschiedliche Speisen, die noch lange nicht erschöpft sind aufgrund der doch recht umfangreichen Karte. Als Vorspeise einmal einen Schweinebauch mit einer feinen Dekoration vonApfel und Rettich der ausgezeichnet schmeckte.

Dann gab es einmal ein Kimchi, welches selbstgemacht ist und zusammen mit einer Misosuppe, welche mit Pilzen, Wan Tan Täschchen aufgepeppt war. Insbesondere das Kimchi, welches ja ursprünglich ein koreanisches Nationalgericht ist, war sehr fein in der Schärfe abgestimmt und mit ein paar Stückchen Mohrrüben verfeinert. Die kleine Suppe mit einigen Wan Tan und Füllung war ebenso sehr ausgewogen fein im Geschmack und mundete ausgezeichnet.

Das Röllchen auf dem Löffel ist ein zusammengerolltes Stück Nori Alge, welches ausgezeichnet als kleine Beigabe zu so einer Suppe paßte. Eingetaucht wie ein Stückchen Teig wird es sofort weich und gibt noch einen typischen Geschmack der asiatischen Küche dazu ab. An einem anderen Mittag gab es dann eine Ramen Suppe, welches dünne Nudeln sind, die in einer typisch asiatischen Misosuppe schwimmen. Hier hatte ich mir die Variante Tokyo-Style ausgesucht, welche mit Stücken des Poltinger Schweinebauchs, Mais und Ei serviert wurde.

Das ist schon eine volle Mahlzeit, denn die Grundsuppe mit Miso und den Nudeln dazu macht auch entsprechend satt. Links auch wieder das Nori Blatt und der Holzlöffel, wobei hier auch immer die Stäbchen dazu serviert werden. Klassischerweise werden nämlich auch die Suppen in Japan mit Stäbchen gegessen, und wenn alle Nudeln dann vertilgt sind wird der Rest der flüssigen Suppe aus der ganzen Schale getrunken. So gesehen in Japan auf meinen letzten Reisen. Jetzt aber noch eine kleine aber feine Besonderheit aus diesem Lokal, denn auch hier bleibt das Geschirr nicht immer ganz heil, und bekommt Macken an den Rändern. Die Lösung hierfür haben die Leute im Wabi Sabi sehr elegant gelöst, indem sie einfach die ausgeschlagene Ecke mit einer spülmaschinenfesten goldenen Farbe angemalt haben und somit die Wertigkeit wieder auf eine Ebene heben, die dem Gast fast ein Schmunzeln hervorbringt.

Hier einzukehren ist eine regelrechte Wohltat, es spielt auch noch Musik direkt vom Plattenteller, der vom Küchen- oder Servicepersonal bedient wird. Gute Weine glasweise und eine recht originäre Küche aus der asiatischen Ecke, wie ich sie kaum sonst in München in so einem Lokal finden kann – Gratulation –


Kalbsleber mit Ruccola/Birnen Salat

In Abwandlung eines Rezeptes aus dem Miso Buch von Claudia Zaltenbach habe ich mir den Ruccola-Birnen Salat jetzt mit einer Kalbsleber kombiniert. Die Birnen habe ich in diesem Herbst tatsächlich nochmals von unserem Baum an der Grundstücksgrenze ernten können, den Ruccola auf dem Markt besorgt, und die Kalbsleber am Besten bei einem Metzger des Vertrauens oder einem Delikatessen-Geschäft, wo man sicher sein kann, das das Produkt auch wirklichfrisch ist. Für den Salat werden zunächst die Birnen geviertelt, und das Kerngehäuse herausgeschnitten, geschält und dann in mundgerechte Stücke geschnitten. Den Ruccola waschen und gut trocknen. Dann kann der Salat so angemacht werden, das er nicht zu lange durchzieht, und das mit etwas Olivenöl, Saft einer 1/2 Zitrone , 1 EL Sojasauce und einer Prise Salz angemacht werden kann. Die Kalbsleber sehr gut waschen und gründlich abtrocknen. Alle hellen Sehnen herausschneiden. Die Misopaste anrühren aus 1 TL Hatcho Miso, 1 TL Tomatenmark, 1 Prise Paprikapulver wie z. Bsp. Pimentón de la Vera, 1 TL schwarzer Pfeffer frisch gemahlen und 1 EL Olivenöl. Die Leber in etwas Butter kräftig anbraten und vor der Fertigstellung mit der Misopaste einreiben und fertigbraten. Vielleicht noch ein paar Tropfen bestes Olivenöl drüber und anrichten. So kann das dann auf dem Teller genossen werden.

Auch wenn die Portion hier sehr groß aussieht, kann man pro Person bei Kalbsleber locker mit 150 – 200 Gramm rechnen. Leber schön dünn geschnitten ist nicht wirklich schwer wie ein Stück Rindfleisch und je nach Beilage auch ganz ut bekömmlich, meinem Geschmack nach.

Steinpilze mit Maronen und Madeirasauce

In den Herbstmonaten gibt es immer wieder einmal bei mir in der Küche solche Produkte auf dem Teller, die auch für den Herbst typisch sind. Heute also eine Portion Steinpilze in Kombination mit den Esskastanien, auch Maronen genannt. Dazu eine kleine Portion Madeirasauce auf Basis einer Butterschmelze und einen frischen Riesling von der Saar und dem Weingut Van Volxem aus 2015, der Altenberg Alte Reben. Die Zubereitung ist nicht wirklich schwierig, wobei ich mit den Kastanien beginnen muß, denn die brauchen am längsten im Kochtopf und auch für das Schälen nach dem Garen. Für eine Portion benötige ich ungefährt:

  • 6 – 8 Kastanien
  • 2 – 3 Steinpilze mittlerer Größe
  • Butter, Madeira, 1-2 Radieschen zur Deko, 2 Stengel Petersilie

Die Kastanien werden an der spitzen Seite leicht abgeschnitten, so das diese im Wasser gut durchgaren können. Einen Topf mit Wasser aufsetzen und die Kastanien hinein, und dann ca. 20 Minuten leicht köcheln lassen. Die Kastanien abschrecken und etwas erkalten lassen. Dann mit einem nicht zu scharfen Messer die dicken und aber auch die feine Haut darunter abschälen und die Kastanien beiseite Stellen. Die Steinpilze sehr gut trocken putzen und in mittlere dicke Scheiben schneiden. In einer Pfanne die Butter erwärmen und darin die Steinpilze anbraten und garen. Parallel dazu ein großes Stück Butter, je nachdem wieviel Sauce man sich zur Speise gönnen will, salzen und Pfeffern und nach dem Aufschäumen der Butter einen Schuss Madeira darunterschwenken. So lange einkochen bis einem die Konsistenz genügend dick erscheint. Radieschen gut waschen und in feine Scheiben schneiden. Dann kann das Ganze angerichtet werden. Will man die Kastanien nochmals ein wenig anwärmen, kann dies im Backofen bei ca. 80 °C passieren, oder direkt in die Madeirasauße geben. So sieht das dann auf dem Teller aus:

Dazu hatte ich mir diesmal einen Riesling aus dem Keller geholt, der aus 2015 stammt und vom Weingut Van Volxem von der Saar stammt. Und es war für meine Begriffe die absolut geniale Kombination aus der leichten Süße der Madeirasauce und der ebenso leicht süßlichen Kastanien mit dem knackigen Säureton des Riesling. Bei Van Volxem ist man sowieso immer sicher das die Rieslinge recht säurebetont ausfallen, was aber mit einer feinen Frucht im Zusammenhang des Empfindens am Gaumen der Fall ist. Da dieser Altenberg auch noch recht opulent ausfällt, kann sich der Wein ganz besondre gut mit den Kastanien auf dem Teller und auch den Steinpilzen vertragen. Da macht die Kocherei und das Genießen einer solchen Flasche doppelten Spaß, wenn die Nuancen zueinanderpassen.


4 Tage Bulgarien mit 6 Weingütern im Süden

Der vierte Tag, Orbelia Winery und Orbelus Winery mit dem Farewell Dinner bei Zornitza Estate

An diesem vierten und dem Abschlußtag der Bulgarien Weinreise sollte unser Weg uns zu 2 Weingütern und zu einem Abendbesuch in ein Relais&Chateux Domizil für ein Farewell Dinner führen. Nach der Abfahrt aus dem Hotel, sollte es wieder gen Süden gehen und wir erreichten das Weingut Orbelia, welches so viel wie “schöne weiße Berge” heißt, nach einer Dreiviertel Stunde Fahrt bei wieder einmal schönem September Wetter.

Gegründet wurde dieses Weingut auch erst im Jahr 2013, wo heute auf 15 ha im wesentlichen internationale Trauben wie CS, Merlot und CF aber auch die nationalen wie Misket und Melnyk angebaut werden. Aber auch Chardonnay und Viognier sind bei den Reben zu finden. Wir werden wieder einmal durch das Gebäude und die diversen Räume und Keller geführt und sehen eine auf “Alt” gemachte Architektur, welche insbesondere im Verkostungsraum ins Auge fällt. Dort angekommen können wir 6 verschiedene Weine verkosten, die zum Teil recht ansprechenden Charakter haben.

Hier die von uns verkosteten Weine.

Der letzte der Reihe, der CF hat es nicht aufs Foto geschafft, ließ sich aber am Gaumen mit runden Fruchtnoten und einer reifen Struktur von Johannisbeeren überzeugend an. So standen wir im Verkostungsraum um den Tisch, oder saßen auch.

Das Mittagslunch war nicht weiter groß erwähnenswert, welches bei schönem Wetter zwar im Freien vor einem Spa-Hotel stattfand, aber insgesamt so im Standard der Lunches blieb.

Dann sollte es aber zum Weingut Orbelus gehen, welches schon bei meiner Recherche im internet recht vielversprechend sich anließ. Eine imposante Architektur des Weingutgebäudes und sonst gab es wohl auch ein paar Highlights, was die Weine anbetraf.

Bereits bei der Anfahrt zum Weingut war es deutlich zu erkennen, das wir wohl auf eine interessante Architektur treffen sollten. Ein halbes Weinfass in überdimensionaler Größe tat sich vor unseren Augen auf. Somit weithinsichtbar für alle die in der Gegend zu tun haben, immer optisch sehr präsent das Gebäude des Weingutes Orbelus. Vor dem Haus eingeparkt, was ein wenig abgesenkt vor dem Haus liegt, stiegen wir aus und umrandeten zu Fuß diese überdimensionale Tonne.

Der obligatorische Gang durch die Räumlichkeiten zeigte diesmal aber auch mal wieder gewisse Neuigkeiten, welche hier z. Bsp. darin bestand, das der Winzer in etwas größeren Holzfässern bereits seine Maischvergärung vollzieht, wie hier auch im Foto zu sehen:

Hier auch einmal im Foto nochmals festgehalten, was in vielen der Eingüter in Bulgarien zu sehen war ist die Tatsache, das fast alle Weingüter ihre Barriques mit ihrem Logo labeln.

Hier deutlich zu lesen, das der Faßmacher aus Frankreich kommt, was nicht immer der Fall war, denn bei einigen der Weingüter im Lande waren auch bulgarische Faßmacher am Werkmit bulgarischem Eichenholz. Jetzt kurz noch zu ein paar Fakten zum Weingut. Auf 25 ha wird im Prinzip organischer Weinbau betrieben, welcher im wesentlichen mit Traubensorten aus dem Süden Frankreichs bestückt ist. 80% davon werden zu Rotwein, 15 % weiß und 5 % Rosé verarbeitet. Aber natürlich wachsen auch hier ein paar einheimische Traubensorten. Das Weingut arbeitet und vermarktet seine Weine hier weit 2009. Auch hier können wir einmal wieder mehr als die angenommenen 5 Standardweine mit 7 Sorten verkosten, was die Vielfalt der unterschiedlichen Cuvées und Traubensorten auch hier deutlich macht.

Von links nach rechts sollte es folgende Weine geben:

  • Cuvée aus Assyrtiko und Misket; gut ausbalanciert und breite Note. 2018
  • Ein Sadanski Misket als organic wine aus 2018; fein und ebenso kräftig.
  • Ein Natural Wine als Cuvée aus Melnik, Rubin mit Namen Mitra; frische Frucht.
  • Mourvèdre aus einem Single vineyard von 2016 mit 10 Monaten Barriquereife. Sehr warme und typische Note von leicht überreifen Früchten am Gaumen. Weniger Tannen und kaum der Alkohol rauszuschmecken. Es werden hiervon nur ca. 300 Flaschen im Jahr produziert. (16,5/20)
  • Links daneben ein Cuvée aus Merlot, CS, Melnyk, PV mit dem Namen Prima aus dem Jahr 2015 der sich mit einer dichten Frucht präsentierte. Leichtes Holz mit tiefer Note, dunkel und langem Abgang.(16/20)
  • Der Petit Verdot als Single vineyard folgte aus dem Jahr 2016 mit frischen Pflaumen in der Nase und leicht sparen Noten am Gaumen (–/20)
  • Zum Abschluss ein Melnik, Single vineyard aus 2015 mit eingekochten Früchten in der Nase und sonst auch einer sehr dichten Frucht mit vollem Kirschgeschmack und vollem Abgang (17/20)

Eine insgesamt recht aufschlußreiche und umfassende Verkostung der hier angebauten und ausgebauten Weine. Noch ein Blick gen Himmel durch die Halbtonne:

und so ging es dann auch schon wieder am Spätnachmittag gen Hotel ins Quartier für einen abschließenden Besuch bei einem Relais&Chateau Etablissement, wo wir mit der Gruppe unser abschließendes Essen für diese Weinreise haben sollten.

Es ging dann also zur Zornitza Estate, wo auch Wein produziert wird, sich aber der Investor insbesondere wohl mit diesem Hotel mitten in der Südbulgarischen Weinlandschaft einen vielleicht kleinen Traum erfüllt hat, der dann aber nicht so ganz unseren Vorstellungen von den bisher recht ausgezeichneten und gastlichen Empfängen entsprach. Vom Hoteldirektor überschwänglich empfangen konnten wir in der Abendsonne einen Heißluftballon entdecken, der auf dem Hotelgelände an einer Leine befestigt immer mal wieder rauf und runtergelassen wird.

Wir bewegten uns dann langsam ins Lokal, wo uns ein Dreigängemenü mit Weinbegleitung erwartete. Hier zunächst einmal die drei Gänge:

Vorspeise mit einem kräftigen Tomatencarpaccio begleitet von einem Gazpacho Sorbet, Petersilie Sorbet und einigen Streuseln, welche nicht weiter definiert waren. Dazu gab es einen Cinsault vom eigenen Weingut der flach und sehr unpassend zum kräftigen Tomatencarpaccio überhaupt nicht paßte. Dann der Hauptgang:

Ein Stück vom Lamm auf Reis, wo das Fleisch wohl in Niedrigtemperatur hergestellt war, oder vielleicht auch Sous-Vide mit obenauf einem Schaum mit Anflügen von Trüffel. Das Fleisch hatte eine recht merkwürdig fasrige Konsistenz welche fast schon fasrig wirkte. Dazu servierte man uns einen Cuvée aus Melnik und Blauer Portugieser der auch hier in feinster Weise zum Fleisch noch zu den sonstigen Aromen auf dem Teller paßte. Das war zum zweiten Mal dann wohl nix! Der Dessert: ohne Worte, denn hier blieb die Weinbegleitung auf der Strecke!? Was mich also bei einem Relais&Chateaux Haus schon sehr wunderte, das es nicht möglich war für ein Dreigänge Menü auch eine entsprechend adäquate Weinbegleitung auf die Beine zu stellen. Insbesondere auch deswegen, weil wir uns im Laufe des Dinners die Weinkarte reichen ließen, und dort eine Menge an internationalen Flaschen und sonstigen Gewächsen verzeichnet waren die hier wohl im Keller schlummerten. Au weia, denn zum “guten” Schluß, besser gesagt zum schlechten Schluß wurden wir für den Kaffee auch noch aus dem Lokal hinauskomplimentiert und durften die Tassen in der Hotellobby auf irgendwelchen unbequemen Sitzgarnituren zu uns nehmen. Zur Rettung unserer Reiseleitung muß aber gesagt werden, das war wirklich der einzige Hänger auf der gesamten Tour. Damit also Schluß für dieses Jahr wohl mit den Weinreisen, welche dann in 2020 wohl mit weiteren Zielen weitergehen.



4 Tage Bulgarien mit 6 Weingütern im Süden

Der dritte Tag, Rupel Winery und Villa Melnik

Nach einem späten Start aus dem Hotel von Villa Sintica erreichen wir nach einer halbstündigen Fahrt das Weingut Rupel Winery welches seit 2004 erst den Weinbau betreibt und seit 2015 ist das Weingut so aufgestellt, wie sich heute die Gebäude und die Weine präsentieren. Die Hälfte der Trauben werden aus lokalen Traubensorte, und die andere Hälfte aus internationalen Trauben bestritten. Die Kapazität beträgt ca. 500 Tsd. Flaschen, welche aber derzeit lange nicht ausgeschöpft wird. Derzeit werden auf 30 ha die Reben angebaut. Hier werden aus dem internationale Portfolio auch solche Trauben wie Nebbiolo und Sangiovese sowie Viognier angebaut. Nach einem Rundgang durch das Gebäude an der Straße, wo hauptsächlich die Verarbeitung der Trauben vor sich geht, geht es zu Fuß zum ca. 500 Meter witergekegenen Haupthaus, welches auf einem Hügel in den Weinbergen liegt. Der Blick von oben nach Süden.

Hier im Weingut haben wir die Möglichkeit 8 verschiedene Weine zu verkosten, welches von weiß über Rosé bis zu einem Süßwein die gesamte Range abdeckt. Alle Flaschen natürlich noch recht jung, bzw. maximales Alter ist eine Flasche aus 2015, da erst seit dem Jahr die Weine vermarktet werden. Nach den recht ausführlichen Erklärungen des Winzers geht es bei dem kleinen Rundgang auch durch das Labor, wo gerade die frisch gepressten Varianten in den Gläsern auf dem Tisch stehen.

Hier natürlich noch sortenrein und nicht cuvetiert. Der Winzer in seinem Element.

Dann machen wir uns auf zur Verkostung, wo wir 8 verschiedene Flaschen präsentiert bekommen.

Hier verkosten wir aber von rechts nach links. Weiß und Rosé in einer mittleren Qualität. Interessanter wird es dann bei den nächsten 2 rote Sorten, wo der erste aus der Traube Melnyk 55 gekeltert ist (Flaschenetikett mit einem violetten Streifen) und ein Cuvée aus Nebbiolo und Sangiovese (Flaschenetikett mit zwei violetten Streifen). Diese beiden Flaschen zeigen schöne reife Noten am Gaumen mit frischen Fruchtnoten und reifen Komponenten. Dann folgen die beiden Flaschen mit Namen “Gramatik”, welche beide aus dem Jahr 2015 stammen. Die eine Sorte ist aus der Traube Melnik 55 gekeltert, wobei die zweite aus der Traube Marselan gekeltert wurde. Beide Sorten wurden für 6 bzw. 10 Monate im Barrique gereift und stellen sich, wenn auch noch immer recht jung mit den 4 Jahren, recht fein in ihrer Struktur und Konsistenz dar. Würzig, reife Noten mit kräftigen Fruchtaromen. Leicht pfeffrig der Melnik 55 und der Marcelan mit sehr reifen Früchten am Gaumen. (16 bzw. 16,5/20) Dann folgt noch ein Reserve namens Philosoph der zu 70% aus CS und 30% Merlot gekeltert ist. Gereift für 18 Monate im Barrique und 18 Monte auf der Flasche. Jahrgang 2015 mit 14,5 vol.% Alc. Verhalten in der Nase mit sehr reifen Fruchtnoten und lang anhaltendem Nachgang am Gaumen. Feine marmeladige Frucht. (17,5/20)

Und zur großen Überraschung der Verkostergruppe gibt es noch einen finalen Überraschungswein, der noch nicht in der Vermarktung ist, aber wohl im nächsten Jahr dann in den Verkauf kommt. Ein Süßwein aus den Trauben Melnik und Merlot. Die Anteile darin sind uns gesagt worden 55% Melnik und 45% Merlot. Das Etikett wird sich wohl noch ändern, wobei der Bienenfresser auf diesem Etikett für die Region hier im Süden von Bulgarien recht typisch ist und sich in den Abhängen der weichen Gesteine der Region gut seine Nesthöhlen bauen kann.

Am Gaumen eine sehr feine und leichte Struktur. In der Nase Datteln mit leichter Rauchiger Note, welche der Frische des Cuvées aber keinen Abbruch tut. Leichte Himbeernote und sonst auch wohl mit Reifepotenzial. (16/20)

Das war es dann zunächst einmal in diesem Weingut, wo wir einen schönen Überblick über deren Weine erhalten konnten.

Der Blick von der Straße auf das Gebäude des Weingutes, wo die Trauben verarbeitet werden. Dann ging es mit dem kleinen Bus in die Stadt Melnik – ja genau der gleiche Name wie die Traube Melnik, der auch nach diesem kleinen Städtchen benannt ist. Ws ja in Europa auch z. Bsp. bei der Traube Traminer bekannt ist durch den Ort Dramen in Südtirol. Dort eingetroffen hatte uns der Reiseführer bereits in einem Lokal einen Tisch reserviert, wo wir bei schönem Wetter im Freien Platz nehmen konnten. Und da diese Stadt Melnik ein kultureller Treffpunkt ist, wo diverse Händler mit Kunsthandwerklichen Gegenständen handeln und diese feilbieten, waren wir inmitten einer kulturellen Szenerie an dicken Holztischen mit einem traditionellen Essen aus der Gegend. So sah das dann auf unseren Tellern aus.

Eine Art Pitabrot mit Streifen von Käse gebacken. Eine Art Joghurtcrème und eine Tomaten Kräutergemisch, welches kräftig und fein abgeschmeckt war. Soweit die Vorspeise, an der man sich hätte bereits sattessen können. Dann kamen mehrere heiße Pfannen auf den Tisch mit einem Auflauf von Auberginen, Puccini, Zwiebeln und Knoblauch, der sehr schmackhaft und ebenso lecker war. Mit Käse überbacken.

Nach diesem kräftig deftigem Mittagessen ging es zur zweiten Station des Tages, welches das Weingut Villa Melnik war, und auch erst im Jahr 2000 gegeründet wird. Auch hier wurden wir vom Eigentümer und Winzer empfangen, der dieses Weingut aus dem Stand mit Geldern finanziert hatte, die er wohl in der Immobilien und Finanzbranche vorher verdient hatte. Er hatte viel zu erzählen und es werden 10 rote Traubensorten und 6 weiße angebaut. Also auch hier eine recht große Vielfalt an diversen Möglichkeiten die späteren Cuvées zu gestalten.

In diesem Haus wird die gesamte Weinbereitung vollzogen, was auf 3 Etagen oberirdisch passiert, und die Lagerung und Reifung in unterirdischen Kellern und Gewölben vor sich geht.

Unterirdisch sieht das dann aber ganz anderes aus als in den Etagen darüber.

Nicht nur im ersten Weingut des Tages hatten wir schon eine weite Range der Flaschen zur Verkostung, denn auch hier in der Villa Melnik war der Eigentümer sehr großzügig mit dem Aufreißen der Flaschen und schenkte uns 13 verschiedenen Sorten seiner Weine aus.

Gestartet wird mit einem weißen Viognier Sur Lie, welcher mit 5-6 Monate auf der Hefe liegt. Karamell am Gaumen mit sehr feiner Säurenote und ausgewogener Frucht. (16,5/20)

Dann folgt ein Rosé mit Namen Aplauz der eine leicht flüchtige Säure aufweist. Ein Rouge mit Namen Young+Wild. Sehr jung und wirklich wild am Gaumen.

Weiterhin erwähnenswert ist dann ein roter aus Melnyk aus dem Jahr 2013 mit sehr feinen Alterungsnoten und schöner Frucht. An Gaumen schon fast wie ein junger Barolo mit runden Aromen. (17+/20)

Weiterhin noch wirklich erwähnenswert ist der nächste rote mit Namen Villa Melnyk aus 2016 Jubilée 1300. Die Traube ist die Melnyk Broadleave, welches wohl ein weiterer anderen Klon der Traube Melnik ist. Sehr frische Note mit leicht dunklen Aspekten. Nase mit Kakao, Schoko, schwarze Johannisbeeren, Recht frisch und leicht. (16,5/20)

Das war dann eine kleine Mammutverkostung die aber viel Spaß gemacht hatte, denn die Vielfalt der Trauben und die Cuvées auch auf diesem Weingut zeugten einmal mehr was in dem Land an Potenzial steckt, und wo die Reise noch hingehen kann. Auch hier noch ein Blick vom Weingut Richtung Süden auf die G<ebirgskette der Griechen.


4 Tage Bulgarien mit 6 Weingütern im Süden

Der zweite Tag, Medi Valley Winery, Rila Monastery und Villa Sintica

An diesem zweiten Tag der Bulgarien Reise ging es vom Hotel in Sofia in Richtung Süden des Landes, wo wir in diesem Jahr einige Weingüter in der Region um Melnik und bis an die mazedonische Grenze besuchen sollten. So gegen den späten Vormittag erreichten wir unser erstes Ziel mit dem Weingut Medi Valley Winery, welches auf einer Höhe von ca. 650 Metern liegt und erst im Jahr 2007 dort gegründet wurde. In der Region Medi Valley werden auf ca. 37 ha Wein angebaut, und im Norden von Bulgarien besitzt das Weingut nochmals 30 ha, welche vom Weingut bearbeitet werden. Nach einem kleinen Durchgang durch Teile der Weinkeller ging es direkt zu Verkostung in einen großzügigen Raum im Erdgeschoss des Gebäudes. Da gerade Erntezeit war, konnten wir leider nicht in die Räumlichkeiten für die Verarbeitung reinschauen. Grundsätzlich ist dagegen ja nichts zu sagen, doch manchmal vermute ich auch gewisse Heimlichkeiten, die man der fachlich und interessierten Öffentlichkeit nicht zeigen will. Nach meinen inzwischen gut 25 Weinreisen bekommt man da auch manchmal ein Gefühl, wo es etwas zu verbergen gibt. Selbst in der Champagne in der Woche zuvor, wo auch gerade die Ernte zum Teil im vollen Gang war, konnten wir eigentlich bei allen Weingütern in die Verarbeitung reinschauen. Seis drum, wir stiegen also vom Keller wieder zum Verkostungsraum.

Sehr saubere Keller und Lagerungen der Fässer, wie auch auf den Fotos zu sehen ist. Bei der Verkostung hatten wir die Gelegenheit 5 verschiedene Weine zu kosten, welche 2 weiße, ein Rosé und 2 rote Sorte waren.

Die generelle Qualität dieser Auswahl lag für mich so ganz generell im ordentlichen Mittelfeld bei ca. 15 Punkten. Nur der letzte rote mit Namen Incanto, ein 100% er Syrah konnte mich aus dieser Range wirklich überzeugen. Für 12 Monate im Barrique gelagert. Die Trauben von einem Single Vineyard. Dunkle Farbe mit rauchigen Kaffeenoten in der Nase und feinen Gewürzen. Ein wenig untypisch für die Traube Syrah. (16/20) Dann ging es zum Besuch eines alten Klosters auf der Fahrt in den Süden, welches mit einem Stop zur Lunchzeit vorher eingelegt wurde, der aber von seiner kulinarischen Seite nicht erwähnenswert ist. Das Kloster wird noch heute von einige Mönchen betrieben und macht einen guten Eindruck.

Nach diesem Abstecher in die Kulturgeschichte des Landes geht es zu unserem Ziel weiter im Süden, wo am Rande der Stadt die Hotelanlage der Villa Sintica liegt, welches auf dem Gelände auch ein Weingut betreibt, wozu wir allerdings leider keine weiteren Informationen erhielten. Aber wir hatten wenigstens 2 der Weine der Villa Sintica zum Dinner als Weinbegleitung. Zu diesem Dinner am Abend gab es dann mal wieder ein Menü mit einem Salat vorneweg aus Spinat, getrockneten Tomaten und ein wenig Crème.

Zu Beginn starteten wir mit einem Rosé des Weingutes Sintica aus CS, Syrah der am Gaumen sich mit feinen Erdbeernoten zeigte.

Dann folgte der Zwischengang mit einem kleinen Gratin aus diversen Gemüsen und einer Kartofffelhaube mit einer kräftigen roten Sauce. Ganz schmackhaft und sättigend mit cremiger Füllung.

Als Hauptgang gibt es dann ein gefülltes Hühnerteil, welches aber nicht näher definiert war, knackiges gedünstetes Gemüse und einer Sauce obenauf, welche so etwas die Konsistenz des Hühnerfleisches kaschieren konnte.

Der Wein dazu kam dann wieder von der Villa Sintica, welcher aus der Traube Melnik gekeltert war, mit dem Namen Explosion, welches eine Traube ist, die fast ausschließlich hier in Bulgarien angebaut wird, und ganz ordentliche Ergebnisse erzielen kann.

Das war der Abschluss des ersten Tages der sich mit sehr unterschiedlichen Besuchen bei einem Weingut, einem Kloster, und dann dem Hotel mit einem Dinner, wo wir in den nächsten 3 Tagen bleiben sollten und unsere Besuche von dort aus zu den Weingütern starten sollten.

4 Tage Bulgarien mit 6 Weingütern im Süden

Der Anreisetag mit 3 Weinbars in Sofia

Nach der Woche in der Champagne ging es nach 3 Tagen gleich weiter auf eine weitere Tour zum zweiten mal für mich auf eine Weintour nach Bulgarien. Diesmal allerdings in eine andere Region des Landes, und zwar in den Süden des Landes an die Grenze zu Griechenland um die Stadt Melnyk und Sandanski, wo wir am zweiten Tag das Hotel für die weiteren Tage beziehen sollten. Organisiert wurde die Reise wieder von der Agentur Good Wine Tours Ltd. aus London und vor Ort von Bulgaria Wine Tours, welche von 2 jungen Leuten vor ein paar Jahren gegründet wurde, und uns auch schon im letzten Jahr gut begleitet hatten. Am Frühen Nachmittag am Flughafen in Sofia angekommen hatte ich mich bei Hotel bereits für einen Transfer angemeldet, der auch problemlos klappte. So war ich bereits recht früh im Hotel und konnte die Stadt Sofia ein wenig auf eigene Faust erkunden, da unser Hotel mitten in der Innenstadt lag. Nach kurzer Erfrischung ging es dann auf Erkundungstour in die Fußgängerzone und in andere Straßen rund um das Hotel herum. Einer der ersten Adresse war nicht weit weg vom Hotel und ich konnte dort einen kleinen Weinladen entdecken, der ausschließlich bulgarischen Wein im Angebot hatte, und dazu auch noch Käse und ein kleines Angebot an Wurstwaren welche primär geräuchert waren. Schön zu sehen im Laden an der hinteren Wand die Karte von Bulgarien mit einigen Ortschaften und wohl auch die diversen Weingüter, welche angeboten werden.

In die linke untere Ecke des Landes sollte dann unsere Reise in den nächsten 3 Tagen hgehen, wo wir dort 6 Weingüter besuchen sollten. Auch schön zu sehen die eine Wand in dieser Weinboutique, wo diverse Flaschen aus dem Angebot “aufgehängt” waren.

Nach der Verkostung von zwei kleinen Gläschen kam ich mehr mit dem Inhaber ins Gespräch und bekam einen Tipp für eine weitere Weinbar in der Stadt, wohin ich mich dann als nächstes auf den Weg machte. Dort eingetroffen empfing mich ein wieder kleiner und länglicher Raum, der sehr hell und grafisch lustig dekoriert eingerichtet war.

In dieser Weinbar wurden hauptsächlich die Weine eines Weingutes ausgeschenkt, welche die gesamte Range der bulgarischen Weine abgedeckte. Aber ganz besonders innovativ war zu sehen, wie manche der Weine direkt aus einem Faß, (unter dm Tresen zu sehen) bzw. direkt aus dem Zapfhahn ausgeschenkt wurden. Das System stammt wohl us sterblich, so wie mit die Frau in der Weinbar erzählte. Ich bestellte mir also einen Riesling von dem Weingut und wurde mit einem Glas direkt aus dieser Zapfenlager bedient.

Da schmeckt dann wohl auch der Wein nochmals um eine Nummer besser, wenn man diesen direkt aus dem Faß – vermeintlich – gezapft bekommt. Eine schöne Möglichkeit, die ich in unseren Landen bisher noch nicht gesehen habe.

Am Abend ging es dann mit der gesamten Gruppe, welche in den nächsten Tagen auf die 3 Tage Weinreise gehen sollte in eine weitere Weinbar, wo wir dann auch ein paar kulinarische Begleitungen dazu bekommen sollten. Wir trafen uns um 19 Uhr in der Hotellobby und machten uns auf den Weg in die Weinbar Grapes Central. Es waren gerade einmal ca. 10 Minuten Gehweg und wir erreichten die Bar zu dieser frühen Stunde noch ohne jegliche weitere Besucher in der Lokalität.

Ein recht dunkles Interieur empfing uns, was sich dann auch an dem Tisch wo wir uns in der einen Ecke des Lokals hinplatziert wurden. Das machte allerdings keinen Abbruch in punkto Stimmung, denn es gab auch hier einmal wieder viele neue Details an Wein, kulinarischen Aspekten der Speisen und sonstigen visuellen Eindrücken zu verarbeiten. Es wurden drei Gänge angekündigt mit drei dazu passenden Weinen.

Beginnen sollte es also mit einer Vorspeise auf einem dunklen Brot, geröstet mit einigen Quarkklecksen und einem wohl gegrillten vorgetrocknetem Tomatenstück.

Dazu gab es einen Weißwein aus dem Norden Bulgariens, wo 2 Rebsorten sich vereinigten.

Vom Weingut Levent gab es diesen fruchtigen Wein aus Trainer und die bulgarische Sorte Vrachanski Misket. Diese Cuvée paßte im Prinzip ganz gut zu dem gerösteten Brot und den Tomaten, was deren Struktur auch durch seine kräftig fruchtige Struktur unterstützte.

Nach dieser Vorspeise sollte es einen schönen Hauptgang mit einem Rotwein geben, der auch aus den bulgarischen Regionen stammte, welche wir in den nächsten Tagen besuchen sollten.

Dieses großzügig servierte Kartoffelpüree wurde umrandet von einem Pesto, wobei obenauf die Ochsenfetzen sich fein mit dem dazu servierten Rotwein vertrugen.

Dieser Rotwein mit Namen Borovitza stammt also aus dem Nord-Westen des Landes, wo wir auch im letzten jähr nicht waren, aber wohl auch dort ein paar gute Tropfen wachsen. Diese Flasche stammt aus dem Jahr 2015. Dieser rote Tropfen ist aus eine bulgarischen Traube namens Gamza gekeltert der sich recht frisch und fruchtig am Gaumen präsentierte.

Dann gab es noch einen Dessert aus einem Crème mit einer wohl in Rotwein eingelegten Birne, die sich zu dem Süßwein den es zum Abschluss gab recht angenehm zeigte.

vom Wein hatte ich irgendwie kein Foto gemacht, war aber trotzdem ganz schmackhaft so als Abrundung an diesem schon recht weinreichen Abend für mich.