An einem Samstag Abend sollte es einmal wieder ein Stück Fleisch vom Wildschwein geben, welches ich am Markt bei „Wilde Zeiten“ erstanden hatte. Der Laden in der Metzgerzeile neben dem Viktualienmarkt hat aus eigener Jagd sehr unterschiedliche aber immer vorzügliches Wildfleisch im Angebot. Die Bohnen waren von meinem Gemüsestand und der gerauchte Speck von einer Metzgerei, die gleich nebenan liegt.
Die Zubereitung geht recht einfach und schnell, wenn man sich alle Zutaten bereitgelegt hat. Die Bohnen an den Spitzen kürzen und in kochendem Wasser für ca. 10 Minuten vordünsten. Dann das Fleisch parallel würzen und in einer schweren Pfanne, welche in den Backofen paßt von beiden Seiten für ca. 3-4 Minuten scharf anbraten. Den Speck in dünne Scheiben aufschneiden und in einer weiteren Pfanne scharf anbraten und mit dem geschälten Knoblauch zu Ende der Garzeit hinzugeben. Dann die Fleischpfanne in den Backofen, wo bei ca. 160 °C in der Pfanne fertiggaren. Vor dem Ofen schieben die Fleischstücke noch mit einem Schluck Portwein abgießen. Das ergibt dann nach der Garzeit im Ofen die Sauce, welche mit etwas Sahne oder Crème Fraîche verfeinert werden kann. Dann die Bohnen in die fertiggegarte Pfanne mit dem Speck kurz durchschwenken. Auf einem großen Teller servieren und mit einem kräftigen Rotwein genießen.
Für diesen im Prinzip kalt servierten Salat braucht man nicht viel Vorbereitungszeit und auch keinen großen Hunger. Die wesentlichen Bestandteile dieses Salats sind die Garnelen, sowie die Avocado und als Basis entweder eine Portion Ricotta, oder auch ein Quark, den ich diesmal für das Anmixen der gesamten Salatschale hergenommen habe.
Für 2 Personen benötigt man so ca. folgende Zutaten:
12-16 Garnelen
1-2 Avocado
1 Stück Ingwer, ca. 20 gr.
Salz, Pfeffer und Zitronensaft
150 – 200 gr. Ricotta oder Quark
Ich beginne mit dem Dünsten der Garnelen, welche entweder vorher geschält wurden, oder bereits fertig beim Fischhändler eingekauft wurden. Während die Garnelen dünsten zerkleinere ich die Avocado und schneide diese in mittelgroße Stücke und beträufle diese sofort mit dem Zitronensaft, so das die Avocado nicht braun wird, als nicht oxidiert. Dann den Ingwer schälen und auf einer entsprechenden Reibe fein reiben und beiseite stellen. Wenn soweit dann ale Zutaten vorbereitet sind können die Avocado und die kleingeschnittenen Garnelen, bis auf 2 Teile on top in die Basismasse eingerührt werden. Der Ingwer wird dann ebenso in die Basismasse eingerührt. Leicht umrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zu guter Letzt die 2 zurückbehaltenen Garnelen oben auf legen und servieren. In einer schönen Schale serviert sieht das dann so aus:
Ein leichter Zwischengang, wo ich noch restliche Cocktailtomaten dazugeschnitten hatte.
An den Feiertagen um Weihnachten in diesem Jahr war ich einmal wieder zu einem meiner Brüder nach Rottweil in Baden-Württemberg gefahren. Da wir beide Koch Enthusiasten sind gibt es im Vorfeld eine kleine Essensplanung, welche aber insgesamt so auf die diversen Feiertage abgestimmt sind. Zum 24. 12. sollte es Coq au Vin geben, dann am 1. Feiertag eine Entenbrust mit Rotkohl und an einem der anderen Tage hatten die Gastgeber einen Salat von Rosenkohl, natürlich aus dem eigenen Garten vorbereitet der sich mit folgenden Zutaten ergänzte. Granatapfelkerne, Champignons, Feldsalat und Mandeln die dann nach dem Garen des Rosenkohls zu einem feinen Salatteller ergänzt wurden. Insgesamt auch noch mit etwas Vinaigrette abgestimmt, sowie natürlich mit etwas Salz und Pfeffer verfeinert kam dieser Salat dann auf die selber gedreht und gebrannten Teller auf den Tisch.
So das war dann wirklich das letzte Gericht für dieses Jahr, welches mit unterschiedlichen Höhen und Tiefen seinen Abschluss nimmt.
Zu einem Firmenjubiläum, welches in diesem Jahr in meinem Design-Büro anstand hatte ich die Jubilarin und Ihren Partner ins Sparkling Bistro in Schwabing, genauer gesagt in der Max-Vorstadt, zu einem Abendessen eingeladen. Das Restaurant Sparkling Bistro liegt in der Amalienpassage und residiert dort bereits seit 2015, wobei es dann im Jahr 2020 mit einem Michelin Stern ausgezeichnet wurde. Jürgen Wolfsgruber hat vor der Eröffnung seines ersten Restaurants bereits diverse Stationen hinter sich gebracht, wovon hier nur einige wenige zu erwähnen sind. So war er im El Bulli von Feran Adria und danach im Fat Duck von Heston Blumenthal. J. Wolfsgruber ist Österreicher und hat in der Zwischenzeit bereits 3 Lokale in München eröffnet. Diese sind neben dem Sparkling Bistro das Tschecherl in der ehemalingen Kochschule von Franz Haas entstanden, und seit ca. August 2025 hat Wolfsgruber in Gern das kleine Lokal „das Obers“ eröffnet, wo ich zu Beginn des Oktobers mit meinem Bruder einen Abend verbracht habe, wozu ich noch später ein Gericht zeigen möchte. Im Sparkling Bistro hatten wir für 19 Uhr reserviert und waren dann auch pünktlich anwesend und verbrachten mit einem köstlichen M<enü den Abend bei einer feinen Weinbegleitung, welche wir allerdings selber ausgesucht hatten. Los geht es mit einem Amuse bouche, welches aus 3 kleinen Happen bestand, die sich sehr fein zu Beginn eines Menüs an den Anfang setzten.
Hier auf dem Foto zu sehen, links oben eine cremige Variante, dann rechts daneben ein Mini Törtchen mit Trüffel on top, und mittig unten eine Teigschale mit diversen recht frischen grünen Einlagen, welche von Limetten Zesten begleitet wurden.
Dann folgte die Speisenfolge nach der Menükarte, welche bereits als schmaler Ausdruck auf dem Tisch bei jedem Gedeck danebenlag und somit auch schon einmal studiert werden konnte. Die Speisenfolge lautete wie folgt:
Puntarelle aus Venezien
Bretonischer Hummer
Raviolo con Sorpresa
Atlantik Steinbutt
Almtaler Aubrac
Bozner Apfel
Auf die Extras der Menükarte wollten wir verzichten, denn das Menüs versprach bereits eine sehr schöne Reihenfolge der Speisen. Es startet also die Speisenfolge mit der Puntarelle.
Dieser Salat ist also nicht alles von der Puntarelle, sondern nur der dunkelgrüne Teil, welcher in der wärmeren Mittelmeerregionen wächst. Dazu gab es Radicchio und weitere kleine Zutaten zum Salat und ein Schaum als Abrundung. Fein!
Dann folgte der Teller mit dem Bretonischen Hummer, der ausgezeichnet gedünstet war und in einer Hummer Bisque schwamm, die recht würzig das Gegenstück zum Hummer selber bildete.
Die Bisque war schon recht dunkel aber rundete den Teller durchaus ab. Dann folgte ein Raviolo con Sorpresa.
Obenauf in der Mitte ein kleines Wachtelei, pochiert und sonst auch mit einer feinen Füllung in einer grünen Sauce die von einer hellen Sauce begleitet wurde. Dicht aber durchaus fein zusammengestellt. Dann folgt im nächsten Gang der Atlantik Steinbutt.
Geschmacklich wirklich wunderbar, wobei mir der Teller, bzw. die Platte worauf dieses Gericht serviert wurde nicht wirklich gefallen hatte. Der Steinbutt wurde einmal wieder von einer aufgeschäumten Sauce begleitet die durchaus zum Gericht paßte. Dann der Hauptgang mit dem Titel: Almtaler Aubrac. Hier wäre zu erwähnen, das der Name Aubrac aus Frankreich stammt und eine bestimmte Region in Süd-West Frankreich bezeichnet, wo eine ganz bestimmte Rindersorte gezüchtet wird.
Begleitet wird das Stück Rind von einer aufgewickelten Sardinenrolle, welche auf einer sehr intensiven grünen Sauce liegt, aber insgesamt recht harmonisch zueinander abgestimmt ist. Es folgt ein Dessert mit dem Titel Bozner Apfel, wo bereits die Hauptkomponente betitelt ist.
Rechts in der Nocke der fein geschnittene Apfel der cremig abgeschmeckt war und wieder bon einer Crème begleitet wurde. Obenauf ein Chip mit viel Kakao. Wieder einmal so ein leicht abartiger Teller der eher an einen Hut der Damen in Escot (Pferderennbahn in England) erinnerte.
Final möchte ich noch ein Dessert aus dem Das Obers zeigen, welches mein Bruder und ich zu Anfang Oktober im Lokal in Gern geniessen durften. Österreichischer Palatschinken. Wenn der Teig schon zubereitet ist, dann ist dieser „Pfannkuchen“ in einer heißen Pfanne auch ganz schnell gegart und auf dem Teller dann mit einer entsprechend passenden Marmelade gefüllt.
Das war’s dann für das Jahr 2025, wo ich versäumt hatte mein 10-jähriges Jubiläum meines food-blogs bisher erwähnt zu haben. Aber jeder kann ja selber einmal nachlesen, wann ich damit begonnen habe.
Chateau Bernateau ist ein mittelgroßes Weingut in der Anbauregion St. Emilion und bewirtschaftet eine Weinbaufläche von ca. 15 ha. Die Familie betreibt bereits seit ca. 1650 dieses Weingut und ist somit seit 11 Generationen hier ansässig. Wir erreichen das Weingut am Vormittag und werden wieder einmal herzlich von den Eigentümern begrüßt. Obligatorisch wie fast überall geht es zunächst auf eine kleine Erkundungsrunde durch das Weingut und landen dann natürlich zum guten Schluss in den Räumlichkeiten, wo es zur Verkostung geht.
Hier der Eingang zum Verkostungsraum, wo auch die Weine gekauft werden können.
Die Lagerung und Weinbereitung wird uns gezeit, wie sonst auch auf diversen weiteren Weingütern die Edelstahl- aber auch Holzfässer für die Weinbereitung stehen.
Hier habe ich bei bzw. nach der Verkostung tatsächlich kein Foto der verkosteten Flaschen gemacht, was aber trotzdem schade war, denn auch hier schmeckten die 4 verkosteten Weine außerordentlich gut.
Wir starten mit einem Merlot aus 2019 der ohne Schwefelzusatz gekeltert ist. (16,5/20)
Dann folgt ein Cabernet Franc aus 2020 der ebenfalls ohne Schwefel, als sulfidfrei gekeltert wurde. Ausgesprochen klare und dichte Note mit feiner Frucht und gutem Säurespiel. Noten von Pilzen und Waldboden, und feiner Abgang. (17/20)
Dann folgt ein Ch. Bernateau aus 2019 mit einer Cuvée aus CF und PV, sowie ein wenig Merlot. Es steigt mir eine feine Schoko-Note in die Nase. (17+/20)
Final dürfen wir einen 2015er verkosten der mit einer tollen Frucht und einer feinen Säurenote sich präsentiert. Leichte Tannine am Gaumen sind noch präsent. (18/20)
Wieder einmal eine sehr gute Auswahl eines Weingutes, welches nicht zu den ganz großen Namen gehört, aber mit feinen Weinen sicher einen sehr guten Platz einnimmt.
Dann geht es mit der kleinen Gruppe von 9 Personen zum nächsten Weingut, wo wir auch zum Mittagessen bleiben sollten und uns eine großartige Verkostung zum Lunch erwartet.
Das Chateau Franc-Mayne ist ein zertifiziertes Grand Cru Classé Weingut im Saint Emilion und wartet wohl auch bereits mit einer langen Tradition auf. Hier zunächst einmal ein Blick auf eine Karte wo die diversen Bodenverhältnisse dargestellt sind und die Lagen mit Ihren Größen abgebildet sind.
Diese Sache mit den unterschiedliche Böden spielt heute im Weinbau zumindest im Marketing auch eine gewisse Rolle. Im französischen wird da von „Terroir“ gesprochen. Auf der Karte wird von „Types des Sols“ gesprochen. Da wir inzwischen mit Saint Emilion auf der rechten Seite der Gironde gelandet sind gibt es hier auch bereits mehr an felsigem Boden und so manche kleine hügelige Erhebung. So spazieren wir auch auf einen Keller zu der im Wesentlichen in den Hang und seiner felsigen Struktur gebaut ist. Meist wurden aus solchen Felsen die zum Steinbruch dienten die Häuser der Region in der Vergangenheit gebaut.
Sehr imposant ein bereits älterer Baum der direkt auf diesen Keller vor wohl einigen Jahrzehnten gepflanzt wurde und heute inzwischen zum Wahrzeichen des Weingutes geworden ist. Darunter der Eingang zu den Kellern und einem Verkaufsraum.
Nach diesem obligatorischen Durchgang, der auch hier einmal wieder recht unterschiedlich ausfiel, denn solche Keller kannte ich bisher nur von der Loire. Jetzt geht es dann ins Haupthaus des Anwesens und wir dürfen uns zum Lunch an einen gedeckten Tisch setzen.
Ich nehme es gleich vorneweg, es erwartet uns ein Super Mittagessen mit einer imposanten Weinauswahl. Wo bekommt man schon ein Lunch mit einer Weinauswahl der Jahrgänge 2021 bis runter ins Jahr 1995 als Weinbegleitung zu verkosten. Wie auf den Gläsern auch nochmals zuu sehen der Baum über dem Keller als Symbol für das Weingut. Wir starten mit einer Vorspeise wo sich auf einer Brioche eine Foie Gras befindet die noch ein wenig dekoriert ist mit einem sehr feinen Schinken und einer halben Feige und ausgezeichnet mundet.
Der Hauptgang ist ein Sirloine Steak vom Grill welches von einem Kartoffel Gratin begleitet wird .Dann folgt, wie in Frankreich bei fast allen kompletten Mittagessen ein Käseteller.
Eine Auswahl von 4 Käsesorten die sicher aus der Region, bzw. auch aus ganz Frankreich stammen, denn Käse ist so eine Art Nationalstolz, über den kein Franzose etwas kommen läßt.
Das Dessert zum Finale ist eine Crème mit einem Schokoküchlein on top und der zu sehenden Himbeere, welche durchaus harmonieren.
J<etzt aber noch zu den Weinen welche zu den einzelnen Gängen und anschließend uns serviert wurden.
Wir starten mit einem Zweitwein aus 2021 der aus 100% Merlot besteht und sich rund und ausgewogen am Gaumen zeigt. (16/20)
Gefolgt von einem Chateau Franc-Mayne aus 2012, aus der Magnum, der mit 90% Merlot und 10% Cabernet Franc cuvetiert ist. Ich habe notiert: Recht typisch und fein am Gaumen, super ausgewogen und fein vom Abgang. (17/20)
Dann folgt ebenso ein Ch. Wein aus 2011 der sich ebenso mit runden Noten und einer feinen Tanninstruktur zeigt. (16/20)
Nummer 4 in der Reihe ein Ch. aus 2002 der sich mit sehr feinen Noten zeigt und einer leicht rauchigen Note sich präsentiert. (19,5/20)
Zum Abschluß wird noch eine besonders Glanzstück aus dem Weinkühler, bzw. dem Nebenraum geholt, denn nicht überall bekommt man auf diesen Bordeaux Weingütern einen Jahrgang 1995 zum Verkosten. In der Nase eine feine Tabaknote begleitet von Schokoladenoten und feinen Frucht- sowie Säurenoten. Mit dieser Verkostung zeigte sich einmal wieder was solche Weinreisen für einen außerordentlichen Wert haben. Wir können nicht nur die interessantesten Weingüter, sonder auch einige der wirklich edlen und umwerfenden Weine der Bordelaiser Weingüter verkosten.
————————————–E N D E———————————-
Das war der letzte Tag in Bordeaux für dieses Jahr.
Es hat uns sehr gefreut – und auf ein Neues.
Und wer einmal solche Weinerlebnisse live erleben möchte, der kann sich entweder auf der web site von BKWine informieren, oder gleich eine der nächsten Weintouren entsprechend buchen.
Für mich war dieser Tag in Bordeaux mit den 2 großen Verkostungen, dem Lunch auf Beychevelle und einem abendlichen Besuch im Restaurant des Musée du Vin ein ganz Besonderer, denn beide Weingüter hatte ich bisher nicht besucht, und in Gesellschaft von einem der amerikanischen Paare aus der Gruppe einen schönen Restaurantbesuch im Muée du Vin zu erleben. Es geht also wieder in die Region Médoc, wo die Unterregion Margaux einer der wichtigsten und zum Teil auch noch heute am spannendsten Weinbauregionen des Bordeaux ist. Wir erreichen das Weingut Brane-Cantenac pünktlich und werden auch hier erst einmal mit einer fachkundigen Führung durch die Anlage, den Keller und diverse Räumlichkeiten geführt wo es eine Menge an interessanten Tätigkeiten zu beobachten gibt. Es ist die Maischevergärung der Trauben zum Teil noch im vollen Gang und die Arbeiten im Keller ebenso.
Hier der Blick auf eines der traditionellen Häuser auf dem Weingut, welches offensichtlich top hergerichtet ist. Ein weiterer Blick in den Keller im neuen Haus:
Hier zu sehen also auch wieder einmal die großen Holzfuder, wo die Trauben bis zum Abzug des Weines vergären. Da wir aber gerade ganz kurz nach der Ernte hier reingeschneit sind gibt es noch viel mehr im Keller zu beobachten:
Diese großen Holzfuder sind so aufgebaut, das man durch eine ca. 10cm breites Fenster in die Maische hineinsehen kann, und es war wirklich auch eine Vergärungsaktivität innerhalb des Fasses zu sehen.
Aber auch Edelstahlfässer kommen zum Einsatz, wo gerade der Traubenmost abgepumpt wird und im Sieb vorne zu sehen die Schwebstoffe und Teile der Maische aufgefangen werden. Ebenso werden die Holzfuder bearbeitet, wo eben dann im nächsten Schritt nach dem Abpumpen die Maische aus den Holzfudern herausgeholt werden muß um die Fässer zu reinigen und für eine nächste Verwendung vorzubereiten.
Final geht es dann nicht nur mit dem vergorenen Wein, sondern auch wir als Gruppe in den Barriquekeller der nicht weniger imposant gestaltet ist.
Inzwischen sehr oft zu beobachten, das in diesen Kellern elegant mit Licht so gespielt wird, das es sehr optimal im Hinblick auf die Ausleuchtung der Halle passiert. Der nächste sehr spannende Teil auf diesem Weingut sollte die Verkostung werden. Wir kommen in einen recht großen Verkostungsraum, der sicher auch für andere Veranstaltungen herhalten kann. Zum Beispiel für die Primeur-Verkostungen meist im April des Jahres.
Das Weingut baut seine Weine auf ca. 70 ha an und ist in der Bordeaux Klassifizierung als 2 ème cru classé gelistet. Es werden SB, Semillon, CS, Merlot, PV, Carménère und Malbec angebaut. Sehr interessant beginnt hier die Verkostung, denn wir starten mit dem älteren Jahrgang von 2005 und testen uns weiter durch bis zum Jahrgang 2022. Diese sonst sehr unübliche Reihenfolge der Verkostung bringt aber einen sehr interessanten Aspekt zum Vorschein. Die länger gealterten Weine haben wesentlich tiefere und zum Teil komplexere Noten bei aber noch immer vorhandener Frische, wobei die jüngeren Jahrgänge meist immer etwas frischer wirken und von der Komplexität etwas weniger zeigen. Aber trotzdem sehr erstaunlich die weiterhin frischen Noten eines 2005 er Weines den wir zuerst verkosten.
Jetzt aber auch noch ein paar Worte zu den einzelnen Jahrgängen.
2005, aus Merlot und CS zeigt sich mit einer sehr schönen expressiven Nase. Super Schmelz am Gaumen und wunderbarem Säure Frucht Spiel. (17,5/20)
2011, mit 1% Carménère. Sehr schöne frische Note und feiner Frucht. Noch etwas feine Tannine am Gaumen. (18/20)
2016, CS 70%. Sehr reife und schöne Frucht bei feiner frischer Note nach frischen roten Beeren. (18/20)
2022, 100% neues Holz, mit sehr expressiver Note. Ganz tolle Frucht (18,5/20)
Fazit: Auch wenn das hier „nur“ 4 Weine zum verkosten waren zeigte sich in der Auswahl der Jahrgänge und der interessanten Reihenfolge ein wunderbares Gesamtbild was dieses Weingut zu bieten hat. Die Preise liegen für diese Jahrgänge so zwischen 110 – 185 €.
Dann geht es zu einem nächsten interessanten Weingut mit Namen Beychevelle. Bisher von mir noch nicht besucht und aber auch noch nicht verkostet. Der Name war mir allerdings gut bekannt. So werden wir zunächst im Schloß empfangen und sofort wieder einmal auf einen interessanten Rundgang mit Führung geschickt.
Im relativ neuen und modernen Nebenbau liegt der Maische, aber auch Barrique Keller, den wir über Treppen und Aufzug erklimmen.
Zunächst geht es erst einmal in die oberste Etage und aufs Dach von wo man einen schönen Ausblick auf die Umgebung hat. Dann aber wieder in die unterste Etage, wo wir Amphoren und diverse Barriques bestaunen dürfen.
Vielleicht ein wenig schlichter von der Innenausstattung, aber durchaus charmant, wo diese Barriquefässer so lagern. Dann geht es auf dem Weingut Beychevelle hier zum Lunch mit den begleitenden Weinen.
Großartig angerichtet mit Speisekarte, einer bestickten Serviette und den entsprechenden Weingläsern für die Verkostung. Da ich persönlich es bevorzuge Weinverkostung und Mittagessen zu trennen, habe ich auch hier leider keine Weinnotizen gemacht aber die verkosteten Flaschen wenigstens einmal fotografiert. (Foto weiter unten) Wir verksoten zu den Essensgängen folgende Weine:
Bruliéres de Beychevelle, 2016
Amiral de Beychevelle, 2016
Château Beychevelle, 2009
Die Menüfolge kann ich aber hier etwas genauer widergeben, da wir ja eine Speisekarte auf dem Platz zugegen hatten und ich dann auch entsprechend die Fotos machen konnte.
Vorspeise: Nois de Saint-Jaques et émulsion de Porto (Jakobsmuscheln mit einer 2 Komponenten Sauce und Portwein)
Sehr schön angerichtet auf einem goldverzierten Teller der die Muscheln mit dem Portwein gut zur Geltung brachte.
Hauptgang: Veaux Bazadais grillé et légumes du potager ( Bazadais Kalb gegrillt und Gemüse aus dem Garten) Bazadais sind eine Rinderrasse wo die Mutterkühe aus der Schweiz stammen.
Super fein und zart, wo das Fleisch wohl mit Niedrigtemperatur gegart ist.?
Seléction de fromage, (Auswahl von Käse) ein etwas lieblos und langweiliger Teller
Dessert, Nuage de cacao aux carcahuètes et caramel (eine Wolke von Erdnuss-Kakao Gemisch).
Sehr süß, aber durchaus fein und passend für einen solchen Dessert.
Hier noch ein kurzer Blick auf die drei verkosteten Weine. Von rechts nach links. Siehe Liste weiter oben im Artikel.
Am Abend ging es dann noch in das Musée du Vin in Bordeaux, welches wir mit der Trambahn in Bordeaux erreichten und bei Ankunft etwas zu früh waren, so schlenderten wir durch die große Wein Boutique die dort im Musée du Vin eingerichtet ist.
Zum reservierten Termin ging es dann in die fast oberste Etage des Musée du Vin, wo sich das Restaurant befindet und wir einen Tisch für 3 Personen bestellt hatten. Da an diesem Abend das Wetter einigermaßen schön war gelang es uns dann auch einen wunderbaren Ausblick Richtung der Stadt Bordeaux zu erleben der wie folgt aussieht.
Für den Aussenbereich war es an diesem frühen Oktober Abend bereits zu kühl und so konnten wir mit Ausblick und kleinem Menü, sowie einer Flasche Wein den Abend ausklingen lassen. Das Menü war nicht wirklich besonders, so das es sich erübrigt hier darüber zu berichten.
Es erwartet uns an diesem Tag ein nicht geahntes interessantes Programm, welches mit einem für Bordeaux Verhältnisse winzigen Weingut beginnt, das sich „Paradise Rescued“ nennt. David Stannard, ein gebürtiger Australier,hat sich in dieser Bordeaux Ecke niedergelassen und so ca. 1,5 ha Weinreben gekauft und zum Teil selber neu angebaut. Es werden so ca. 2 – 3 Tsd. Flaschen im Jahr produziert die nach streng biodynamischen Regeln und Methoden angebaut werden. Wir werden bei der Ankunft von einer Tafel begrüßt, die schon ahnen läßt, das es hier anders zugeht.
Nach einer herzlichen Begrüßung geht es zunächst einmal in die um das Haus gelegenen Weinreben Zeilen welche mit Cabernet Franc, Merlot und Petit Verdot bestockt sind. Dieses kleine Weingut kann man getrost als Garagen Winzer bezeichnen, denn die Weinbottiche und auch sonstige Barriques stehen tatsächlich in der Garage neben dem Wohnhaus.
Hier noch ein Blick auf den Winzer, der unwahrscheinlich enthusiastisch erzählen kann. Ganz gleich welche schwierigen Fragen ihm gestellt wurden.
Noch eiin weiterer Blick auf die Weinbereitung, denn bei einem solchen Besuch ist man wirklich ganz nah am Geschehen dran.
Da die Ernte im Bordeaux ja gerade erst vorbei war lagerten die Weine in den größeren Tanks zur finalen Vergärung und so auch das Schild mit diesem Cuvée von Cabernet Franc und Petit Verdot aus 2025 mit 2,5 hl.
Dann geht es in den Garten vor dem Haus zur Verkostung, da wir schönes, wenn auch kühles, Wetter hatten, was die Freiluftverkostung doch ermöglichte.
Wir klnnen hier insgesamt 5 verschiedene Weine verkosten die aus den Jahren 2016, 2017, 2018 und 2024 stammen. Richtig sehr schön ausgebaute Weine die Ihren Vergleich mit diversen anderen viel größeren Weingütern nicht scheuen müssen. Die Tafeln auf dem Tisch zeigen auch das der Winzer in den letzten Monaten und Jahren bereits diverse Preise für seine Weine erzielen konnte. Für mich waren 2 Weine aus der Reihe am besten bewertet. 2018 ein Cuvée aus 75% Merlot und 25% Petit Verdot der sich wunderbar mit ausgewogener Säure und noch leichten Tanninen am Gaumen zeigte. (17,5/20) Daneben ebenso der 2024 er mit einer Cuvée aus je zur Hälfte Cabernet Franc und Petit Verdot der sich mit relativ komplexen Noten in der Nase und ebenso komplexer Note am Gaumen und einer sehr feinen Säure präsentierte. (17,5/20).
Dieses kleine Weingut in einer Region wie Bordeaux zeigt einmal wieder, das nicht nur große Namen mit hohen Preise bestehen können, sondern auch solche Newcomer sich auf dem sehr breiten Feld der Weinmacher – hoffentlich – entsprechend behaupten können. Dann ging es zunächst einmal zu einem Lunch in ein Lokal welches direkt in der Ortschaft Sauternes liegt, wonach auch die Region im Süden von Bordeaux benannt ist. Wir steuern auf das Lokal mit dem Namen Le Cercle de Guiraud zu, welches zum Weingut Ch. Guiraud gehört und wohl erst in den letzten Jahren eröffnet hat.
Uns empfängt eine rustikale Inneneinrichtung die aber durchaus seinen Charme zeigen kann.
Wir dürfen wie fast auch immer zu den Lunches ein drei Gänge Menü genießen, welches aber auch hier mit ein paar kleinen Amuse bouche startet.
Feine Creationen die in fast allen Lokalitäten immer gemundet haben. Dann folgt die Vorspeise.
In der Mitte ein gedämpfter Kürbis der mit einer sehr feinen und elegant glasierten Crème überzogen ist, die von feinen Haselnüssen dekoriert wird. Der Schaum von Schafskäse begleitet die kräftige Note des Kürbis aufs feinste.
Der Hauptgang mit einem feinen Stück Wildlachs auf grünem Gemüse und einer Sauce die mit einem leichten Forellenkaviar verfeinert wurde.
Zum Dessert dann ein ganz umwerfendes Schoko Souflée, welches innen noch sehr fein flüssig geraten war und absolut top serviert wurde. Dazu eine kleine Nocke Vanilleeis als Gegenspiel zum süßen Schokosouflée. Jetzt aber noch zu den Weinen, denn bei einem Ch. Guiraud darf dieser natürlich nicht fehlen.
Wir starten mit einem Petit Guiraud aus 2023 der zum Amuse Bouche und der V<orspeise serviert wird. Dann folgen drei Chateau Weine aus den Jahren 2023, 2022 und 2009. Für eine Verkostung von Süßweinen zwar ein wenig jung, aber zum Lunch passen die Weine ausgezeichnet gut. Insbesondere natürlich zum Dessert mit dem Schoko Souflée harmoniert der Ch. Guiraud aus 2009 ausgezeichnet.
Dann führt uns der Weg am Nachmittag noch zum Weingut Ch. Carsin, welches von einer finnischen Familie geführt wird und heute in der zweiten Generation uns empfängt. Das Weingut wurde 1990 von der Familie gekauft und startete mit 14 ha Weinreben worauf natürlich die klassischen Rebsorten angebaut werden, wobei auch Carménère eine Rolle spielt.
Heute baut das Weingut Ihre Weine auf 16 ha an und die Tochter, namens Nea Berglund, managet hier mit Ihrer Familie das Weingut.
Hier zu sehen das Haupthaus des Weingutes, welches auch Gästezimmer beinhaltet, und wir können dann nach einer kurzen Begehung der Weinberge mit der Winzerin zur Verkostung schreiten.
Das hier ist ein wirklicher Kontrast, inclusive des Weingutes, welches wir am Vormittag besucht hatten – paradise rescued – denn diese nicht nur kleineren, sondern auch mehr ruralen Weingüter produzieren zum Teil sicher nicht schlechtere Weine als viele der großen Namen.
Bei der Verkostung können wir 7 verschiedene Weine verkosten, die sich sicher sehr unterschiedlich präsentieren, was aber so natürlich auch den Charme dieses Weingutes ausmacht. Wir starten mit 2 weißen Sorten von einem Cuvée und einem Sauvignon gris. Dann folgt ein Rosé der von den Trauben Merlot 80% und Malbec 20% stammt. Dann folgt hier ein Orange Wine der sich erstaunlich fruchtig zeigt und relativ lange auf dem Most fermentierte, sowi 10 Monate reifen durfte. Interessante Variante für einen Orange aus Bordeaux. Dann folgen eben noch drei rote Sorten, meist Cuvées wo mir der reinsortige Carménère aus 2022 einmal wieder am besten mundete und wirklich überzeugen konnte. (17,5-18/20)
Um 9 Uhr starten wir im Hotel aus der Mitte von Bordeaux in Richtung Norden wo wir die Region Margaux ansteuern wo das Weingut Lascombes liegt. Wir werden von geflaggten Fahnenstangen mit den Bannern der USA und Deutschland begrüßt. Nichts für Ungut, aber das war schon leicht dick aufgetragen für die Gruppe die entsprechenden Nationalflaggen aufzuziehen, aber trotzdem haben sich die Teilnehmer darüber auch gefreut. Wir sollten dann auch später unseren Lunch auf dem Weingut einnehmen dürfen.
Wir können auch hier auf dem Weingut erst einmal einen ausführlichen Rundgang durch das Gelände und die Keller absolvieren. Das ursprüngliche alte Schlossgebäude liegt auch auf unserem Weg und sieht sehr klassisch aus mit seinen Erkern und Türmchen am Gebäude.
Nach diesem outdoor Rundgang geht es auch hier einmal wieder in einen recht neu errichteten Weinkeller der aber nicht nur sehr funktional, sondern auch mit einer Reihe sehr interessanten Leuchten usgestattet ist.
Ein Blick in eine der Reihen mit Edelstahlfässern auf beiden Seiten, die nach der Ernte die Maische beherbergt.
Hier sehr gut einzusehen befinden wir uns auf der oberen Ebene des Weinkeller wo durch die Anlieferung der Weintrauben die Maischebottiche in der darunterliegenden Etage gefüllt werden können. Auf dieser Ebene stehen dann aber während der Ernte die Sortierbänder oder auch die Entrappungsmaschinen, wenn das erforderlich ist. Nochmals ein kleiner Blick zurück auf den Keller, wo wir an diesem sehr schönen Spätsommerabend einen super Wolkenhimmel beobachten können.
Das große und neue Kellergebäude von außen gesehen. Dann geht es in aller Ruhe zu einem der Verkostungsgebäude, wo wir zunächst die Weine genießen können.
Wie hier zu sehen ist können wir vor dem Lunch vier Weine des Chateau verkosten. Die Jahrgänge reichen von 2020 über 2016, 2010 bis hin zu einem Chateau Wein aus 2000. Auf diesem Weingut war es für mich der erste Besuch und ich hatte bisher auch noch keinen Wein von Lascombes verkostet. Dafür war ich relativ positiv von den Weinen beeindruckt und hatte für diese Reihe der Weine Noten von 17,5 bis 18 von 20 vergeben. Also insgesamt ein wunderbar positives Ergebnis. hier die Reihe der Weine nochmals als Etikett auf den Flaschen.
Dann geht es mit aller Gemütlichkeit zum Lunch der ebenso auch im Hause von Lascombes genossen werden darf. Wir bekommen einmal wieder ein Menü mit 3 Gängen serviert mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Dabei dürfen auch hier die diversen Amuse bouche nicht fehlen.
Die Vorspeise aus einem super dünn geschnittenen Rindercarpaccio ist dekoriert mit diversen kleinen Pilzen, Kräutern und sonstigen fein geschnittenen Gemüsen.
Dann geht es weiter mit dem Hauptgang der sich aus einem geschichteten Gemüse/Fleisch Burger sowie einem weiteren fein gedünsteten Stück Fleich sowie einer gefüllten Zuccini Blüte besteht. Dann folgt aber auch hier vor dem Dessert ein Käseteller der sich nicht verstecken muß.
Eine sehr schöne Käseauswahl, welche auch wieder einmal fein zum Wein paßt.
Das Dessert macht dann mit seiner feinen Früchtenoten und seiner Frische einen sehr schönen Abschluss mit Vanillesauce. Ein toller Besuch.
Dann folgt am Nachmittag der Besuch auf dem Weingut Pichon Baron, welches ich in den letzten 20 Jahren bereits mehrfach besucht hatte, wo aber auch hier sich diverse Veränderungen gezeigt haben. Ein neuer Verkostungsraum und auch die Boutique im Erdgeschoss zeigt sich inzwischen sehr modern. Auch hier geht es nach einer kurzen Begrüßung einmal quer durch die Keller und sonstigen Räume die von den Besuchergruppen so durchlaufen werden. Es beginnt natürlich in den Außenanlagen, wo das imposante Schloß sich vor uns aufbaut.
Unter dem Vorgarten, der hier mit einem sehr flachen Gewässer zu sehen ist liegt der Faßkeller und wird sicher auch durch dieses kleine angelegte Gewässer auf natürliche Art und Weise gekühlt. Rechts daneben auch noch weitere Räumlichkeiten, wo wir in den letzten Jahren meist die Verkostungen hatten.
Wie auf dem Foto zu sehen spielte das Wetter außerordentlich gut mit und wir stiegen dann in die Keller hinab, wo unter Anderem ein Teil der Schatzkammer hinter den Gittern zu bestaunen war.
Nicht das der Betrachter vermutet das hier nur Großflaschen liegen, nein denn in anderen Ecken waren auch normale Flaschen gelagert, die aber erfahrungsgemäß sicher ein wenig schneller altern als die Großflaschen mit ihren Inhalten. Wie vorhin bereits angesprochen unter dem kleinen See liegt der Faßkeller, der aber beim diesjährigen Besuch auch noch weitere Gärgefäße und neue Tonamphoren beinhaltete, die ich in den vergangenen Jahren hier noch nicht gesehen hatte.
Nach diesem kurzweiligen und sicher auch imposantem Rundgang geht es in den ersten Stock des neue angebauten Verkostungsraumes, wo wir drei der Chateau Weine aus den Jahren 2020, 2015 und 2010 verkosten können. Da ich an dem Tage vielleicht ein wenig verspult war hatte ich irgendwie keine Fotos der Verkostung gemacht, was mich hinterher allerdings leicht geärgert hatte, denn diese Weine sind so großartig, das ein weiterer kleiner Ärger war diese nicht in den letzten Jahren bereits auf Vorrat gekauft zu haben. Aber manchesmal geht eben nicht alles! Hier also der Teil eines Raumes wo wir verkosten durften.
Zu den Weinen habe ich mir allerdings doch so diverse Notizen gemacht. Alle drei Weine haben so ziemlich genau die gleichen Mischverhältnisse von Cabernet Sauvignon und Merlot. Diese liegen dann bei so ca. 77% CS und 23% Merlot. Meine Bewertungen reichen absteigend mit den Jahren von 17 bis 18 Punkte von 20. Insbesondere der Jahrgang 2010 weist noch eine feine frische Note auf die sich imposant am Gaumen widerspiegelt. Sehr langer Nachhall mit feiner Ziselierung der Fruchtnoten. Kräftig aber nicht voluminös. Tolle Weine. Hier ein Beispiel der Flaschen, die seit vielen Jahren die gleichen Etiketten tragen.
Dann geht es mit der Gruppe wieder zurück ins Hotel nach Bordeaux und ich besuche mit 2 weiteren Teilnehmern der Gruppe eine Weinbar die fast um die Ecke des Hotels liegt und wir dort so am frühen Abend einkehren. Die Weinbar heißt L’ampélo und wir bekommen sogleich einen Tisch auf einer der Seiten des Lokals zugewiesen, wo sich die Regale mit Weinflaschen aneinanderreihen.
Ein Blick von unserem Tisch in den Raum hinein, wo sich eine größere Bar ausbreitet und auch schon am frühen Abend ein gewisser Betrieb herrscht. Es wird eine Flasche Wein bestellt und diverse kleinere Gerichte die dann auch entsprechend geteilt werden können. Das zeigt sich bereitsa seit einiger Zeit, das in solchen Locations wie einer Weinbar die Gerichte aus der Küche nicht wirklich viel Arbeit machen sollen, sonder man will sich wohl auch mehr auf die Weine die angeboten werden konzentrieren. Hier die Beispiele wie Oktopussalat und einige Dosen mit Rilette sowie einer Gänseleber, also foie gras die uns serviert werden.
Damit beschlossen wir den Abend ausklingen zu lassen, denn auch wenn es erst der zweite Tag war in Bordeaux hatten wir doch so ganz leichte Ermüdungserscheinungen was die Kondition anging. Auf ein Neues am dritten Tag in Bordeaux.
Drei Weingüter standen auf dem Programm an diesem ersten vollen Tag in der Weinregion Bordeaux. Wir beginnen am Vormittag mit dem Chateau de France welches uns wie üblich freundlich empfängt und eine erste Kellertour sofort beginnt.
Das Weingut ist vom Vater des heutigen Besitzer im Jahr 1971 gekauft worden und baut seine Weine auf ca. 40 ha an, davon wurden ca. 4 ha mit weißen Trauben bestückt. Beim Kellerdurchgang entdecke ich ein interessantes Detail, was man so recht selten in den Kellern der Weingüter zu sehen bekommt. Jeweils eine Daube (das sind die Einzelteile der Holzfässer) welche einmal aus einem älteren Weißweinfass stammt und eine die von einem neueren bisher unbenutzten Faß ausgebaut wurde. Hier ist der deutliche Unterschied zwischen neu und gebraucht – mit angesetztem Weinstein -zu sehen.
Ein insgesamt ordentlich ausgebautes Anwesen, wo sicher auch noch mehr als die 40 ha Weinanbaufläche verarbeitet werden können. Bei der Verkostung stehen 5 Weine an welche sogleich für die kleine Gruppe in der Reihenfolge weiß aus 2024 bis hin zu einem Chateau Wein aus 2004 ausgeschenkt werden.
Der erste Wein als Cuvée von 80% SB und 20% Semillon macht einen guten Anfang, wo sich dann die roten Sorten mit den Jahrgängen 2022, 2019, 2016 und 2004 anschließen. Hier im Bordeaux natürlich alles Cuvées aus den Traubensorten Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und manchesmal auch Carménère oder auch ganz kleine Mengen von Exoten. Der Top Wein aus dieser Reihe war für mich eindeutig der rote aus dem Jahr 2004, welcher mit einer Cuvée von 60% Merlot und 40% Cabernet Sauvignon sich mit sehr feinen Fruchtaromen präsentierte. Geschmack nach Schoko und Karamel und wirkte immer noch recht jung am Gaumen die von einer feinen Säure begleitet wurde. Hier die Bilder der Flaschen.
Nach diesem Besuch bei Chateau de France ging es zu einem der großen Namen, wo wir auch unser Mittagessen einnehmen durften. Ich war in freudiger Erwartung, denn hier hatte ich bereits in den Jahren zuvor ein oder zweimal schon gespeist und es war immer super.
Chateau Haut-Bailly hat insgesamt auch nur 30 ha Anbaufläche wo zu 60 % CS, ca. 34% Malbec sowie Cabernet Franc und ein paar weitere Sorten angebaut werden. Die Weine werden wir zum Lunch verköstigen was im Prinzip immer ganz toll ist, denn zu einem passenden Essen ist der Wein doch auch noch etwas anders zu genießen, aber andererseits sich die Person, wie ich, sich nicht wirklich auf den Wein konzentrieren kann. Haut-Bailly hat in den Jahren nach meinem letzten Besuch einen neuen Keller gebaut, der mindestens zu imposant auf dem Gelände steht wie der neue Keller von Cheval Blanc. Soweit ich gehört hatte vom gleich Architekten erbaut.
Das ist nur ein kleines Detail auf der Fassade des neuen Kellers, wo sich das Weingut mit seinem Namen in großen Lettern verewigt hat – mit dem Zusatz „Cru Exceptionnel“ was vielleicht wie ein quasi Eigenlob herauskommt, aber nach Weinklassifizierung durchaus seine Berechtigung hat. Wir machen auch hier einen kleinen Rundgang durch diverse Räumlichkeiten, kommen aber dann natürlich auch zum neu erbauten Keller der gigantisch und imposant zugleich dasteht. Auffallend insbesondere das fast alle Fußböden und Wandflächen mit Eichenholz verkleidet sind und so eine ganz spezielle Atmosphäre ausstrahlen. Hier ein paar fotografische Eindrücke.
Von oben gesehen wie man aus dem Garten in das Gebäude kommt.
Nochmals von oben, aber von der anderen Seite her mit den wieder einmal sehr speziellen Betoncuves, welche ja streng genommen nur für ein paar Wochen im Jahr Verwendung finden.
Von unten gesehen eine der einzelnen Betoncuves.
Und noch eine Etage weiter unten, wo die Barriques lagern und je nach Jahrgang auf Ihre Abfüllung der Inhalte warten. Dazu haben die Eigner von Haut-Bailly auch noch einen imposanten neuen Verkaufsraum gestaltet, der sich so präsentiert, als wolle man hier etwas zelebrieren, denn sind z. Bsp. die Wände fast alle mit Filz ausgelegt, wo dann zum Teil die einzelnen Flaschen präsentiert werden. Viel Show zwar, aber die verkosteten Weine zum Essen halten hier das Niveau – ohne Frage.
Dann geht es in das Schloss/Chateau, wo für die kleine Gruppe von 7 Personen ein wunderbarer Mittagstisch aufgebaut ist. Hier nur mal ein Beispiel eines Couvert von meinem Platz.
Interessanterweise genau das Monogramm meiner Großmutter „HB“ was natürlich hier für Haut-Bailly steht. Uns erwartet ein 3 Gänge Menü welches vom hauseigenen Koch in einer Küche im Schloss zubereitet wird. Zu den drei Gängen gibt es dann entsprechend auch die verschiedenen Jahrgänge von Haut-Bailly, welche ja nur rote Weine erzeugen, die aber entsprechend überzeugen können. Wir verkosten zunächst den Zweitwein aus 2017 mit dem Namen La Parde de Haut Bailly, dann folgt zum Hautgang der Chateau Wein aus 2014 und schließlich der Grand Vin von 2015. Terrine von verschiedenen Fleischsorten mit Karotten und gepickeltem Gemüse.
Zum Hauptgang dann ein Stück Wachtel mit Roter Beete und Trauben.
Super fein zubereitet und sehr passend zu den Weinen die serviert werden.
Käse als Zwischengang der sehr kräftig und super fein auf den Teller kam.
Der Dessert aus Rhabarber, Pfirsich, weißer Schokolade und Garnache. Fein und deftig.
Die Weine in der Reihenfolge wie sie ausgeschenkt wurden.
Nach diesem wunderbaren Mittags-lunch geht es fast schon beschwingt zum dritten Weingut des Tages – zum Chateau Olivier.
Auch wenn hier auf der Kiste nach dem Grand Cru Classé – de Graves – steht, handelt es sich hier um die Bezeichnung für das große Gebiet des Weinanbaugebietes süd-westlich von Bordeaux, wo die Region Pessac-Leognan eines der Untergebiete sich befindet.
Wir verkosten auch hier einmal wieder eine ganz Reihe von 7 Weinen, welche ordentlich gereift, nicht in der hochpreisigen Liga spielen, denn hier werden die Weine auf einer großen Fläche von ca. 220 ha angebaut. Weine stehen auf einer Fläche von 60 ha. Es werden rot und weiße Sorten angebaut, welche wir auch verkosten können. Zunächst 3 Faßproben, die aber zunächst etwas schwierig zu bewerten sind, da hier sicher auch so diverse Erklärungen fehlen. Weiter geht es dann mit den weißen Sorten und bei rot dürfen wir final einen Ch. Olivier aus 2019 verkosten. Ein Blick in den Keller wo diverse Glasbehälter gefüllt und leer herumstehen.
Hier einmal wieder deutlich zu sehen, das hier auch experimentiert wird und die Glasbehälter zum Teil gefüllt (dunkel) und zum Teil entleert (Glas durchsichtig) im Keller auf Ihre weitere Verwendung warten.
Nach einer etwas längeren Autofahrt von Avignon nach Bordeaux erreichen wir unser Hotel für die nächsten Weinverkostungstage in Bordeaux. Das Hotel Majestic, ganz in der Nähe der Oper und einem der Hauptplätze in Bordeaux, treffen wir uns als Gruppe in der Lobby und trippeln in freudiger Erwartung Richtung Interconti Hotel, wo wir ein feines welcome dinner verspeisen sollten. Aber auch der Wein sollte natürlich nicht zu kurz kommen, denn das war ja der wirkliche Grund warum wir hier in der „Hauptstadt des Weines“ unsere Reise durch die diversen Weinregionen des bordelaise mit BKWine starten. Der Weg vom Hotel zu dem vor einigen Jahren komplett neu renovierten Hotel, welches direkt gegenüber der Oper liegt, gerade einmal knappe 5-6 Minuten zu Fuß. Hier ein Blick ins Interior.
Unsere Gruppe besteht gerade einmal aus 9 Personen, wo sich erst 3 Tage später 2 der Teilnehmer zur Gruppe dazugesellen. Das Bistro Le Bordeaux hat einen Tisch vorbereitet, wo wir gemeinsam Platz nehmen. Auch hier starten wir einmal wieder mit einem Crèmant de Bordeaux, was recht ausgefallen ist, denn so einen Crèmant de Bordeaux findet man nicht so oft auf den Karten der Restaurants.
Mit dem Menü starten wir mit einer Gazpacho, welche kräftig und rund abgeschmeckt ist.
Dann folgt als Hauptgang ein Lachs der von vielen Sprossen auf einer Crème begleitet wird.
Und zum Dessert folgt dann ein französischer Klassiker – Crème brulée – die mit einer schön karamelisierten Zuckerschicht oben auf versehen war. Ist aber heute auch keine große Kunst, denn die wird auch in den großen Restaurants heute mit dem Bunsenbrenner hergestellt.
Jetzt ein paar Worte zu den Weinen die im Laufe des Menüs zur Verkostung stehen. Zur Vorspeise und dem Hauptgang gibt es 2 Weine der weißen Sorte welche einmal aus dem Weingut Marjosse stammt und Pierre Lurton gehört. Die Cuvée besteht aus:
44% Sauvignon blanc
20 % Sauvignon gris
32% Semillon
4% Muscadelle
Der zweite weiße zum Lachs ein weißer Cuvée von Domaine de la Solitude aus der Region Pessac Leognan. Beide Weine recht passend zu den Gerichten und für sich auch recht gut.
Dann folgt als vierter Wein des Abends noch ein roter Tropfen von Frank Phélan, welches der Zweitwein von Ch. Phélan Segur ist. War eher als Abrundung zu den Weinen an diesem Abend gedacht, als als Begleitung zum Crème brulée.
Der Veranstalter dieser Weinreise durchs Bordeaux ist BKWine