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AOI Ramen, ein kleines und feines Restaurant in Neuhausen

In den letzten Wochen war ich zweimal in einem kleinen japanischen Lokal in München Neuhausen, welches seit dem 14. 2. 2017 geöffnet hat. Ramen sind japanische Nudeln, welche auf ganz unterschiedliche Art und Weise zubereitet und angerichtet werden können. Im Untertitel hat das Lokal auch noch auf seiner Visitenkarte den folgenden Begriff stehen: Ramen Izakaya. Das bedarf dann wohl mal einer weiteren Klärung. Izakaya ist im Prinzip der japanische Begriff für Kneipe. Der Name setzt sich zusammen aus i (sitzen) und sakaya (Sake-Geschäft) und bedeutet damit so viel wie „Sake-Laden zum Sitzen“. (zitiert aus Wikipedia) Und sehr schön zu beobachten war in dem kleinen Lokal bei meinem ersten Besuch, das die Gäste, weil sie noch keinen Platz fanden, sich im Eingangsbereich auf einen Fenstersims setzten und auf einen Platz warteten. Also gibt es hier nicht wie bei uns in den Kneipen einen Stehplatz an der Theke z. Bsp. auch weil es garkein Theke gibt.

Auch auf dieser Visitenkarte deutet deutlich darauf hin, was es hier im Lokal zu speisen gibt. Nudeln – mit Stäbchen zu essen – und diese dann aus dem Bowl, wie es inzwischen bei uns auch aus anderen Küchen recht bekannt und Usus ist. Bei ersten Besuch bestellte ich an einem Samstag Mittag ein Menü mit Gyoza, kleiner Suppe, Reis und das kam dann so auf den Tisch:

Der servierte kalte Sake zum ersten Menü

So zeigte sich der Teller dieses Mittagsmenüs, welches für gerade einmal 9,50 € für meine Begriffe in München recht günstig ist. Eine sehr feine Füllung der Gyoza, welche mit einem sehr dünnen Teig umhüllt waren und für das Gericht nochmals leicht angebraten wurden.

Das zweite Mittagsmenü war kaum teurer und kam ebenso mit einigen Gyoza, sowie einem vollen Bowl mit Ramen auf den Tisch, welche man sich aus der Karte auswählen konnte, welche Geschmacksrichtung man essen wollte. Ich wählte eine Variante mit Hühnerfleisch, welche in der Suppe gut gewärmt auf den Tisch kam.

Das waren die Gyoza zum Menü.

Und das war der Bowl mit den Nudeln, dem Hühnerfleisch und einer recht feinen sowie gut gewürzten Suppenbasis, welche sicher aus Dashi und Kombu gefertigt war. Oben auf den Nudeln waren dann noch ganz fein gehobelte Streifen von Daikon, welches schlicht ein weißer Rettich ist, der in vielen Speisezubereitung der japanischen Küche darstellt. In dieses Lokal werde ich sicher in den nächsten Monaten immer wieder zurückkehren um andere Kombinationen von Ramen auszuprobieren.

Zaru Soba von Stevan Paul

Auch dieses Rezept stammt aus dem Japan-Kochbuch von Stevan Paul wo eine ganze Reihe sehr schmackhafter, aber einfach und schnell verstellbarer Rezepte zu finden sind. Soba ist eine Nudelvariante, die es bei uns so wohl erst seit dem Einzug der japanischen Küche Einzug gehalten hat. Soba Nudeln werden mit Buchweizen hergestellt und sind eine schöne Variante für eine schnelle und frische Küche, da diese Nudelgerichte mit Soba fast immer kalt gegessen werden. Die Nudeln werden auch nach dem Rezept je nach Kochanweisung auf der Packung zubereitet, denn die Soba Nudeln welche in den Japan-Geschäften zu erhalten sind haben auch unterschiedliche Zusammensetzungen. Alle weiteren Zutaten können dann nach dem Rezept von Stevan Paul zubereitet werden. So kann das dann angerichtet aussehen.

Links in der Schale die passende Sauße zum tunken, oben in der kleinen Schale die aufgeschnittenen Frühlingszwiebeln und rechts die erkalteten Soba-Nudeln mit ein paar kleingeschnittenen Nori Algen.

Alle drei unterschiedlichen Schalen, bzw Platte aus Keramik sind von Holger Hoffmann hergestellt.


Japanisches Steak mit Daikon oroshi

Aus dem Kochbuch von Stevan Paul “Meine japanische Küche” hatte ich mir mal wieder ein neues Rezept rausgesucht, welches an einem Abend des letzten Wochenendes auf den Tisch kam. Das Rezept findet Ihr auf Seite 92-93 und ist relativ schnell zubereitet. Beim Fleisch habe ich mir ein Stück Rumpsteak von bayerischen Rindern besorgt. Und den Rettich bekomme ich sowieso fast das ganz Jahr an meinem Gemüsestand auf dem Viktualienmarkt. Das Fleisch sollte nicht zu groß geschnitten werden, gerade einmal so wie für einen kleinen Happen, der dann auch mit Stäbchen gut zu essen ist. Die Sauce kann dann je nach Geschmack mit einem milden, oder aber auch einem kräftigen Miso abgeschmeckt werden. Ich addierte noch ein kleines Schälchen Reis dazu, welches die ganze Sache zu einem kleinen Hauptgericht abrundete.

Bon Apetit!

Schwarze Sesam-Butter-Cookies

In einer neuen Zeitschrift namens Gourmet Traveller hatte ich vor ein paar Wochen ein Rezept entdeckt, welches mir so interessant schien, das ich es Nachbacken wollte. Der komplette Namen des Rezeptes lautete: “Schwarze Sesamöl-Butter-Cookies mit Akaziensamen”. Da ich aber nirgends diese Akaziensamen erhalten konnte, habe ich diese Zutat mit Szechuan-Pfeffer ersetzt. Den Pfeffer leicht angeröstet und dann im schnelllaufenden Mixer stark zerkleinert. Das Rezept findet Ihr auf Seite 76 mit einer Abbildung auf Seite 73. Ich hatte aber weiterhin keine schwarze Sesampaste erhalten und deswegen sind die Cookies auf meinen Fotos etwas heller geraten. Aufpassen muß man allerdings bei der Herstellung der Kekse, wenn man das Blech aus dem Ofen holt. Unbedingt die Kekse erst erkalten lassen, und dann die etwas fester gewordenen Kekse vom Blech nehmen. So sahen meine Ergebnisse aus:

Geschmacklich insbesondere mit der vielen Butter und die kräftigen Gewürze kommen die Sesampaste und die schwarzen Samen recht fein heraus.

Das Noma-Handbuch Fermentation

Es gibt mal wieder einmal eine sehr interessante Publikation von René Redzepi und David Zilber zum Thema Fermentation. Nicht das dieses Thema so unbedingt in der Luft lag, jedoch hat sich in der skandinavischen Küche, aber auch in anderen Regionen dieser Trend in den Küchen mancher Köche ein wenig abgezeichnet. Redzepi schreibt dazu in seiner Einführung zum Buch: “Eines Tages hielt mir Torsten einen Löffel vor die Nase, auf dem ein Stück einer Stachelbeere lag, die eingesalzen, vakuumiert, fermentiert und dann ein Jahr lang vergessen worden war. Ich probierte sie und war wie vom Donner gerührt.” (S. 10) Das beschreibt in wenigen Worten, was für ein Potential in der Fermentation von Produkten liegt. Bekannt ist die Technik in anderen Regionen der Welt eigentlich schon Jahrtausende, jedoch auf vielerlei Art vergessen worden, oder auch in der modernen Küche nicht mehr so präsent. Da ist zu benennen das Sauerkraut, die Kimchi aus Korea, das Miso aus Japan.

Ich habe mir in dieser Zeit, da es Spargel auf dem Markt zu Hauf gibt den Lakto-Spargel vorgenommen. Die Zutaten sind sehr einfach mit dem Salz und einigen Scheiben Zitrone. Ein Einweckglas in der entsprechenden Größe und nach Beschreibung an einem passenden Platz fermentieren lassen. Nach den ersten 7 Tagen habe ich dann eine der Stangen entnommen und mit ein wenig Zitronen-Püree und Olivenöl versucht. Es schmeckt nicht wirklich salzig, doch kommt eine gewisse Säure hervor die den schön bissfesten Spargel fast schon wie gekocht wirken läßt. Wohlgemerkt wurde der Spargel nicht geschält, sonder nur an seinem dicken Ende entsprechend auf Länge zugeschnitten. In der Folge will ich hier dann das weitere Fermentieren in den nächsten Wochen kommentieren. So sah das Glas am ersten Tag bei mir aus:

Das Glas Spargel fermentiert – am ersten Tag.

Gurkenvariation mit Caruselli und weiteren

Bei meinem Marktstand auf dem Viktualienmarkt gab es neulich doch mal wieder ein Gemüse, welches ich bisher mit Namen so noch nicht kannte. Das war diese Caruselli Gurke. Hier eine Aufnahme wie das am Stand präsentiert wurde.

Am nächsten Tag ging ich also nochmals dorthin um mir 2 der Früchte zu holen, und daraus einen Gurkensalat – nee besser gesagt eine Gurkenvariation auf den Teller zu bringen. Dazu gab es dann noch eine Salatgurke, eine kleine Mini-Gurke und ein paar Radieschen. So sieht diese Gurke dann aufgeschnitten aus:

Bei dieser Gurke sollte man allerdings immer die Schale komplett abschälen, und natürlich auch die hellgelben inneren Kerne mit deren weißen Fleisch entfernen. Dann habe ich mehrere Formen der Weiterverarbeitung. Ich schneide die Gurke der Länge nach in Streifen, oder würfele diese in kleinere Stückchen, kann aber auch die Gurke mit einer Reibe weiterverarbeiten. Das habe ich dann aber mit der Salatgurke gemacht, die mit Kräutern im Mixer etwas grob zerhexelt wurde um die Geschmäcker nicht als Mus auf den Teller zu bringen, sondern noch ein wenig mit Biß. Dazu pa´t immer ein kleiner Keks aus Joghurt oder Crème der dann die Geschmäcker der Gurke abrunden kann.

Rehrückenfilet mit Rübchen und Rotweinzwiebeln

In der Übergangszeit von Winter, Frühling zum Sommer, der in unseren Breitengraden in den letzten Jahren manchmal kaum zu verspüren war, sollte es nochmals ein deftiges Stück Fleisch eines Wildtieres sein. Auf dem Viktualienmarkt gibt es da ein paar Geschäfte, welche diese immer frisch, je nach Jagdsaison in der Auslage zum Verkauf liegen haben. Bei mir sollte es diesmal ein Rehrückenfilet sein. Dazu besorgte ich mir an meinem Gemüsestand ein paar kleine Rübchen und 2 rote Zwiebeln. Aus den rote Zwiebeln sollten diese Rotweinzwiebeln entstehen und die Rübchen würden gerade einmal etwas geviertelt, je nach Größe der Frucht, so das diese nicht ganz so schnell gar werden beim Braten.

Hier möchte ich heute ein wenig mehr auf das Fleisch eingehen. Nach dem Einkauf legt man dieses in der Regel in den Kühlschrank, wo es dann bis zum Tag der Zubereitung auf seine Verarbeitung wartet. Rehrücken geht zwar von der direkten Zubereitung recht schnell, muß aber entsprechend vorbereitet werden. Zunächst sollte man das Fleisch, je nach Größe so ca. 2 – 3 Stunden vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen und an einem Ort lagern wo es Raumtemperatur annimmt. Dann auf dem Küchenbrett mit dem Küchenkrepp gut trockenreiben un die entsprechenden Stücke für die Pfanne oder den Backofen zurechtschneiden. Dann folgt das würzen des Fleisches, welches durchaus vor dem Anbraten passieren kann. Manche Köche setzen allerdings diesen Vorgang erst nach dem Anbraten an, was die Würze allerdings nicht so stark ins Fleisch einziehe läßt. Dann kommt etwas Öl mit einem kleinen Stück Butter in die Pfanne welche auf mittlere Hitze erwärmt wird. Parallel dazu sollte der Backofen auf eine Temperatur von 120 °C vorgeheizt werden, damit das Fleisch in der Pfanne dort fertig gegart werden kann. Ist das Fett in der Pfanne heiß kann das Filet von allen Seite für ca. 2-3 Minuten angebraten werden. Jetzt folgt der Gang in den Backofen, welcher unterschiedlich bewerkstelligt werden kann. Sollt bereits durch das Fett un das Anbraten des Fleisches in der Pfanne immer noch einige Flüssigkeit vorhanden sein, sollte man daraus vielleicht eine schöne Sauce herstellen und setzt dann das Fleisch in einer weiteren feuerfesten Form für ca. 10 Minuten in den Backofen. Nach dem Fertiggaren im Ofen – Fingertest – sollte das Fleisch noch für ca. 3 – 4 Minuten in einer Schutzhülle (Alufolie, oder auch 2 angewärmte Teller) entspannen. Dann wird das Fleisch in Portionsstücke aufgeschnitten und auf dem Teller serviert und entsprechend nachgewürzt. So sieht das dann aus:

Bon Apetit!

Wilder Brokkoli mit Spinat Polenta

Auf dem Markt sollte ich einmal wieder ein sehr frisches Gemüse erhalten, welches aber nicht so gezüchtet aus der Gärtnerei kommt, sondern eher auf den Feldern in südlicheren Gefilden zu dieser Jahreszeit wächst. Der wilde Brokkoli ist recht lang gewachsen und die Rosetten der Blüten fallen wesentlich kleiner und schmäler aus, als man diesen so aus dem Gemüseregal sonst kennt. Darum eigneten sich diese Gemüsestangen auch ganz gut dazu eingewickelt zu werden.

Für diesen überbackenen Brokkoli gesorgte ich mir also ein paar Scheiben gekochten Schinken, recht dünn beim Metzger aufgeschnitten. Parmesan hatte ich noch zu Hause, sowie fürs Überbacken brauchte ich noch etwas Olivenöl und Butter. Dazu sollte es ein Spinatpolenta geben und eine helle Sauce mit Miso. Zur Zubereitung: Die Brokkoli schneide ich möglichst auf eine gleiche Länge und blanchiere diese für 2 Minuten im kochenden Wasser. Dann im Eiswasser schnell abschrecken so das das Gemüse schön grün bleibt. Die abgekühlten Brokkoli mit den Schinkenscheiben umwickeln und in eine feuerfest Form legen. Parmesan darüberstreuen und jeweils eine dicke Butterflocke draufstehen. Die Butterflocke garantiert dann das Anbräunen im Backofen, und zeigt mir auch an, wann die Gemüse in der Form einigermaßen fertig gegart sind. Den Ofen auf 190°C vorheizen und für ca. 10 – 12 Minuten auf einer oberen Schiene im Backofen garen. Für die letzten 2-3 Minuten den Grill einschalten, so das die Bräunung einsetzt.

So sieht das Gericht dann auf dem Teller angerichtet aus. Die Sauce ist etwas zu dick geraten, aber zum Glück noch nicht geronnen. Die Brokkoli waren recht schmackhaft und nach den ca. 12 Minuten im Backofen auch gut zart aber noch bissfest gegart.


Sake Verkostung mit den Weinakademikern

An einem der letzten Montag Abende gab es mal wieder eine Verkostung mit dem Club der Weinakademiker. Thema: Sake! Auch wenn Sake nicht wirklich ein Wein ist, denn Sake wird fast ausschließlich aus Reis unterschiedlicher Sorten hergestellt. Und an diesem Abend sollte uns Julia Pleintinger mit großem Fachwissen als Weinakademikerin durch den Abend und die vielen fremdlich wirkenden Benennungen der japanischen Begriffe führen. Zunächst auch hier ein paar einführende Sätze zu der grundsätzlichen Machart von Sake. Sake wird aus speziell für diesen Zweck angebauten Reissorten hergestellt. Ein wesentlicher Punkt bei der Herstellung ist der Grad der Polsterung des trockenen Reiskorns. Aus dieser unterschiedlichen Behandlung erwachsen zum Teil die diversen Geschmacksnoten. Wobei natürlich auch die Qualität des Wassers und sicher natürlich auch die unterschiedliche handwerkliche Bearbeitung der Reiskuchen, welche gedämpft werden, gelagert, mit den Koji Pilzen wären des Brauvorgangs versetzt werden und dann auch noch mit Alkohol versetzt werden und noch einigen weiteren Komponenten, die hier nicht alle aufgeführt werden können. Hier nur schon mal die Aufzählung der Qualitätsstufen von Same, wie wir sie auch hier in Europe zu kaufen bekommen.

Es werden im Prinzip 7 Qualitätsstufen unterschieden die wie folgt benannt werden:

Die im Prinzip höchste Stufe heißt: Junmai Daiginjo. Diese Qualität wird ausschließlich aus Reis, Wasser und dem Koji Pilz hergestellt. Die weiteren Stufen heißen wie folgt:

Daiginjo

Junmai Ginjo

Ginjo

Junmai

Honjozo und die niedrigste 7. Stufe bezeichnet man als Tafelsake.

Die Verkostung der diversen Same an diesem Abend beginnt allerdings mit einer Überraschung, die fast keiner der Runde bisher auf den Gaumenpapillen hatte. Es gab als Einstieg zu Beginn einen Sparkling Sake mit Namen Shichiken Sparkling Dry der Qualitätsstufe Junmai. Der Alkoholgehalt lag bei gerade einmal 11 vol. %, hatte eine mittlere Frische, würzigen Abgang und recht typisch bereits in der Nase nach diesen etwas heftigen Noten die wohl sicher auch von der vergorenen Stärke kommt.

Dann geht es auch zügig weiter mit den noch anstehenden 13 zum Teil sehr unterschiedlichen Sake, welche jeweils in 2er Flight ausgeschenkt werden. Ganz besonders interessant eine Variante mit einem roten Reis, der dann auch im Resultat des Sake im Glas als recht himbeerrotes klares Getränk auf den Tisch kam.

Links im Glas also der Sake mit Namen Kameman Red Rice in der Qualitätsstufe Junmai aus den Reissorten Shikokumai und Reihou.

Weiter hier auf die diversen Geschmacksnuancen hier einzugehen halte ich ein wenig wie Eulen nach Athen tragen, denn diese speziellen Noten muß man einfach selber einmal auf der Zunge gehabt haben. Da es sich hier fast ausschließlich um Premium Sake handelt, werden diese meist kalt serviert, und nicht angewärmt, wie sonst auch oft in japanischen Restaurants zu erhalten, was für Sake Sorten geht, die generell etwas mehr Säure beinhalten. So sah die Reihe der Flaschen unserer weiteren 13 Flaschen aus:

Einen großen Dank galt von allen Seiten an Julia Pleintinger, die durch die gesamte Verkostung führte, und auch noch 4 kleine Imbiss-Happen zu unterschiedlichen Sake für die weitere Verkostung ausgesucht hatte.

Das war mal wieder eine super neue Erfahrung in Bezug auf fremdländische Getränke, die sich aber auch durch die Öffnung Japans seit dem Mitte des letzten Jahrhundert recht stark gewandelt hat. Super Erfahrung, und auf ein Neues und DANKE.

Gourmet und Genuß einmal anders

Heute einmal nicht ein klassischer Beitrag in meinem Gourmet blog, sondern ich möchte über einen Besuch in einer Ausstellung berichten, den ich am Wochenende im Haus der Kunst in München gemacht habe. Dort läuft noch bis zum 28. Juli die Ausstellung des afrikanischen Künstlers

El Anatsui

Hier schon mal das Ankündigungsplakat, welches erst einmal visuell betrachtet einem nicht so viel sagt, außer man kennt die Arbeiten von El Anatsui bereits.

Aber beginnen wir von vorne, denn die Ausstellung beginnt bereits an der Außenfassade des Hauses der Kunst, welche zur Straßenseite mit alten Druckplatten vom Künstler verkleidet wurde. Hier zeigt sich bereits ein Mittel, welches der Künstler seit vielen Jahren einsetzt, und zwar das Wiederverwenden, bzw. Recycling von Materialien die nicht wirklich wiederverwendet werden können. So sind diese Druckplatten als überdimensionale Verkleidung der Säulenfassade als interessante Verfremdung und ebenso weitere Anspielung auf seine Arbeiten im Haus zu sehen.

Der Künstler El Anatsui stammt aus Ghana wo er auch lange an Universitäten gelehrt hat. Das weiterhin interessante an seinem Werk, welches in den Haupträumen das Hauses der Kunst im Erdgeschoss ausgestellt ist, beziehen sich auf seine frühen Werke aus Holz und seine Zeichnungen, welche dann in die zum Teil monumentalen Werke aus recyceltem Metall in den späteren Jahren seines Schaffens übergehen. Da schließt sich dann der Kreis zur Thematik Gourmet, denn die Metallteile, welche aus Ringen und flachgedrückten Plättchen bestehen, die alle mit einem kleinen Kupferdraht zusammengehalten werden, stammen von Verschlußkapseln, die der Künstler in seiner Heimat und Umgebung gefunden hat, welche von Whisky, Gin und anderen Flaschen stammen. Wie auch auf dem Plakat zu sehen erfasst man zunächst einmal nicht wirklich, was da an Struktur gezeigt wird. Doch bei näherer Betrachtung wird einem dann klar, das durch die tausendfache Zusammensetzung von einzelnen Metallplättchen oder auch den Ringen eine nicht nur farbliche, sondern auch sonstige wellenförmige Struktur entsteht, die sehr unterschiedlich betrachtet werden kann. Hier noch einige Beispiele aus der Ausstellung in den nächsten Bildern. Die Objekte erschließen sich einem erst dann richtig, wenn man näher an die Objekte herangeht und die Filigranität der einzelnen Strukturen erfassen kann.

Diese zwei Bilder zeigen einmal das Objekt im Gesamten, mit dem Größenvergleich zu der davorstehenden Person, und dann das Detail dazu.

Eine wirklich sehr lohnende Ausstellung welche ich mit großem Genuss besucht habe. Das mündete dann allerdings in einem Besuch in der Goldenen Bar, welche immer wieder einen Besuch wert ist, wo es dann ein Stück Lachs auf Kartoffel-Gurkensalat gab, der ausgezeichnet zum warmen Wetter an diesem späten März paßte.

Genuss auf vielerlei Art und Weise im Haus der Kunst.