Archiv der Kategorie: Wein

Süßwein Verkostung mit 12 Weinen aus 4 Ländern

Vielleicht insgesamt ein wenig exotisch, aber so mitten im April einmal eine Süßwein Verkostung zu veranstalten war aufgrund der anstehenden Weine doch eine recht unterhaltsame und auch geglücktes Unterfangen an einem sonnigen Samstag Nachmittag.

Die Verkostung sollte 4 flights beinhalten, welche aus 4 verschiedenen Ländern stammten, und jeweils mit 3 Weinen aus dem Land bestückt war. Die Länder in der Reihenfolge der Verkostung:

  • Deutschland
  • Österreich
  • Italien
  • Frankreich

Und zwischen den einzelnen flights gab es dann etwas zur Stärkung und auch zur Neutralisierung der Geschmacksnerven aus der Küche. Ich werde hier in der Beschreibung der einzelnen flights nicht zu detailliert auf die einzelnen Weine eingehen, aber doch insbesondere bei herausragenden Geschmäckern ein wenig mehr dazu erzählen.

Flight 1: Deutschland mit

  • Peter Winter aus Rheinhessen mit einem Spätburgunder Rosé Beerenauslese
  • Heymann-Löwenstein von der Mosel mit dem Riesling von den Schieferterrassen aus 2003
  • Glaser-Himmelstoss aus Franken mit einem Müller Thurgau als Beerenauslese aus 2009

Dieser erste flight brachte insgesamt bereits einen ganz tollen Einstieg in den späten Nachmittag, denn diese 3 Weine waren auch von Ihrer Gesamtstruktur recht unterschiedlich.

Der PN Rosé konnte breite Zustimmung erzeugen und schmeckte fein. Dann der fein gealterte und bereits dunkel daherkommende Risling von der Mosel weckte sicher auch Erstaunen aus, was aber ebenso einem Müller Thurgau aus Franken gelang, der sich mit einer tollen Frische und Leichtigkeit zeigte die von einem solch gealterten Süßwein kaum zu erwarten war. Die beiden Weine von der Mosel und aus Franken erhielten von mir beide 17/20 Punkten.

Hier noch 2 kleine Eindrücke aus dem Weingut von Heymann Löwenstein

Nach diesem ersten Flight ein Brioche mit Foie Gras

Flight 2 aus Österreich mit

  • Heidi Schröck aus dem Burgenland mit einem Welschriesling Weißburgunder Cuvée aus 2022
  • Ein Gelber Muskateller von Feiler Artinger als Ruster Ausbruch von 2020
  • Vom Weingut Temer ein Welschriesling Weißburgunder Cuvée als Trockenbeerenauslese aus 1999

Diese drei Österreicher aus dem Burgenland präsentierten einen schönen breiten Durchschnitt für die Präsenz der Nachbarn aus dem Süden.

Insbesondere der Cuvée vom Weingut Temer zeigte sich mit einer ganz besonderen Note von rauchigen Geschmäckern, Salzigkeit am Gaumen sowie Kaffeenoten und feinen Cognac-Noten die sich lange am Gaumen und im Abgang hielten. Hier eine 18,5/20 als meine Bewertung.

Hier ein kleines Beispiel der diversen Weine von Heidi Schröck, die ja nicht nur Süßweine produziert, sondern auch diverse weitere gute Tropfen.

Nach diesem zweiten Flight sollte es aus der Küche erst einmal eine kräftige Note eines Garnelen Currys geben, der insgesamt und allen Beteiligten sehr fein mundete.

Flight 3 aus Italien mit

  • Genossenschaft Kaltern mit einem Passito Serenade aus 2011
  • Weingut La Vialla mit einem Passito aus Moscato 2009 und meist in Sizilien angebaut
  • Genossenschaft St. Michael Eppan mit einem Passito aus 2007

Das wir für diese Verkostung ausgerechnet drei Passito aus Italien hatten war eher ein kleiner Zufall, aber in der Verkostung dann ausgezeichnet zu vergleichen, denn die Trauben stammten auch aus unterschiedlichen Regionen in Italien. Meine Bewertung dieser drei Passito fiel relativ gleich aus, auch wenn sie aus drei unterschiedlichen Jahrgängen stammten. So im Foto zu sehen:

Final ging es dann in die Weinregion Frankreich wo wir ebenso drei Süßweine zu Verkostung angestellt hatten.

Flight 4 aus Frankreich mit

  • Leon Baur aus dem Elsaß und einem Pinot Gris aus 2018
  • Ch. Giraud aus dem Sauternes mit einem Cuvée aus 2007
  • Domaine Fontanel aus 1999 mit einem Grenache Gris als Rivesaltes Ambré ausgebaut

Auf diesen Flight war ich besonders gespannt, ob der relativ junge Elsässer von L. Baur mit den 2 kräftigen und wesentlich älteren aus dem Sauternes und dem Süden Frankreichs mithalten konnte. Er konnte, denn aufgrund seiner Frische und Leichtigkeit stand er in keinster Weise irgendwie hintenan. Das aber so ein Rivesaltes Ambré nach fast 27 Jahren und einer stark gedunkelten Couleur noch so animierend daherkam war schon sehr erstaunlich. Ein sehr gelungener und runder Abschluss dieser Verkostung mit drei Franzosen im Glas.

Auch hier noch ein kleines Foto als Randbemerkung zu einer dieser Weine mit Ch. Giraud, welches ich in den letzten Jahren mehrfach besucht hatte.

Leider sind ja die Süßweine auf den Speisekarten und den Menüs unserer Lokale so gut wie verschwunden, bzw. sie werden lange nicht mehr so oft bestellt wie einmal vor vielleicht 20 – 30 Jahren. Woran das öiegt kann sich jeder selber einen Reim darauf machen.


Bergwein Summit 2026 in Dt. Museum

Die Weinregion Südtirol im Norden von Italien hat sich nicht nur in den letzten Jahrzehnten enorm stark entwickelt und kann heute zu den Highlights der Italienischen Weinregionen gezählt werden. Aber auch nördlich der Alpen wurde das erkannt und so hat sich die Vielfalt dieser Region mit der Weinhandlung Bergwein in München, welche in der Corneliusstr. residiert, inzwischen einen ausgezeichneten Platz in der Weinszene von München erarbeitet.

Mit insgesamt 21 Winzern, ausschließlich aus der Region Südtirol, organisierte also die Firma Bergwein einen weiteren Summit im März 2026, der diesmal im Deutschen Museum stattfand. Es wurden mit den 2 Räumen großzügig vom Platz her umgegangen und für das Fachpublikum ab 11 Uhr geöffnet, konnte man bei viel Platz um die Tische der einzelnen Winzer ganz in Ruhe sich seine Favoriten und Lieblinge aus der Vielfalt des Angebotes heraussuchen.

Neben den Verkostungen an den einzelnen Tischen gab es dann auch noch einige Masterclasses, welche in einem quasi Nebenraum stattfand und über so ca. 1 Std. dauerte. Ich wurde kurzfristig zu einer Masterclass über Piwi Weine des Weingutes Niedermayr eingeladen bzw. hingelotst und kam so zu einer sicher sehr interessanten Einführung und umfangreichen Erklärungen zu Piwi Weinen dieses Weingutes. Nur kurz zur Erklärung: Piwi Weine sich solche Rebsorten die im Prinzip pilzresistent sind, meist Neuzüchtungen aus den letzten 2-3 Jahrzehnten und inzwischen immer mehr in Europa, aber auch in Übersee angebaut werden. Darunter fallen solche Rebsorten wie: Solaris, Brommer, Sauvignier Gris, Muscaris und diverse weitere die sich erst einmal einen Namen in der Weinwelt verschaffen müssen. Wir verkosteten 4 unterschiedliche Flaschen vom Weingut Niedermayr der weißen Sprten wie folgt:

Von links nach recht:

SUMM, ein Cuvée aus Solaris, Brommer und Sauvignier Gris aus 2023 der sich gefällig am Gaumen zeigte und eine recht ausgewogen Note an Frucht und Säure am Gaumen bildete.

BRONNER aus 2019, hier also ein reinsortiger PIWI der sich kräftig von der Note zeigte und angesichts seines Alters bereits ein wenig gereifter am Gaumen rüberkam.

SOLARIS aus 2020 stellte sich dagegen mit etwas feinerer Frucht aber trotzdem einem entsprechend passenden Säurespiel im Glas dar. Bei Solaris sollte man wissen, das diese Sorte auch in kühleren Regionen wie Skandinavien heute vermehrt angebaut wird. Auch kann man die Traube z. Bsp. in dem nördlichen Land Estland finden, wo heute mit solchen Trauben Wein produziert wird. Allerdings fallen die Geschmacksnuancen der Solaris aus den wärmeren Regionen wie Südtirol und dem kühleren Norden wie Schweden oder Estland sehr unterschiedlich aus.

S.ALT aus dem Jahr 2019 besteht primär aus der Traube Solaris, welche von „Alten Reben“ geerntet werden.

Nicht zu vergessen sind aber auch die roten Trauben der PIWI Sorten. In Deutschland auch schon länger bekannt die Rebsorte Regent, welche in manchen Regionen auch sortenrein ausgebaut wird.

In Deutschland werden z. Bsp. folgende Flächen an PIWI Sorten heute (2022) angebaut:

  • • weiße Trauben – 2049 ha
  • • rote Trauben 1878 ha

Dieser Event vom Bergwein veranstaltet war also ein sehr gelungenes Summit in einer ausgezeichneten Location wie dem Deutschen Museum, wobei natürlich der Wein noch lange nicht museumsreif ist, Ich hoffe auf so einen Summit auch in den nächsten Jahren.



Dubai der letzte Tag mit einer Vinophilen Randbemerkung

An diesem letzten Tag in Dubai hatte ich mir kein Programm vorgenommen und sonst auch keine größeren Aktivitäten geplant. Zum Mittagslunch kehrte ich nicht so besonders weit weg von meinem Hotel in ein Bistro ein, welches an diesem Sonntag Mittag noch recht leer war und ich mich auf der Terrasse einen Platz ausgesucht hatte. Zum Essen ein Gläschen Wein bestellt, welches in den meisten Lokalen in Dubai bei 0,15 l von der Menge her liegt. Und da erlebte ich eine kleine Überraschung. Denn so ein Weinglas hatte ich bisher noch nirgends gesehen. Die Füllmengenmarkierung war durch eine Tönung des Glases markiert wie auf dem Bild deutlich zu sehen ist.

So erlebt man auch in Ländern die keinen Wein anbauen, damit aber entsprechend umgehen immer wieder kleine neue Aspekte, die es sicher auch dem Service leichter machen.

Bergwein Summit am 21. März im Dt. Museum

Das Bergwein Summit mit 21 Weingütern aus Südtirol findet am 21. März 2026 im Experience Center Forum der Zukunft im Deutschen Museum statt. Museumsinsel 1, 80538 München.

Weiterhin wird es 3 Masterclasses geben für die man sich über die Seite von Bergwein anmelden kann. https://bergwein.com

Die Verkostungen sind in 2 Slots aufgeteilt:

12 – 15 Uhr und 16 – 19 Uhr

Der Eintritt beträgt 35.- € und ist auch über Bergwein zu buchen.

Die typischen Traubenfarben der Gewürztraminer in den Weinbergen von Südtirol.

Aber auch sehr typisch für Südtirol sind die Eßkastanien im Herbst in den Wäldern.


Chardonnay aus Deutschland, Verkostung mit Florian Hopf

Die Verkostung wurde organisiert von der Vereinigung Culinarium Bavaricum und der Unterorganisation MOD (Modernist Winzer) welche eine Gruppe von meist jungen Winzern ist die sich insbesondere auch wie hier fachlich auseinandersetzen.

Zum Thema Chardonnay gab es vom Referenten Florian Hopf eine recht ausführliche Einführung die aufzeigte, das gerade die Traube Chardonnay einen interessanten Aufschwung in den letzten Jahren genommen hat. Das betrifft nicht nur die weltweit erweiterte Anbaufläche, heute so ca. 212 Tsd. ha. in 41 Ländern, sonder auch die Preisentwicklung insbesondere in Deutschland aber auch auf dem internationalen Markt.

Die Traube Chardonnay wurde erst im Jahr 1991 in Deutschland als offizielle Rebe im Anbau und der Vermarktung zugelassen und hat inzwischen eine Fläche von 3000 ha (2024) erreicht.

Nach einem kleinen Imbiss der für die ca. 20 Teilnehmer vorbereitet war ging es zur Blindverkostung mit jeweils 2 Flaschen pro flight. Und dazu hatte Herr Hopf jeweils eine Frage zu jedem flight vorbereitet. So zeigte Herr Hopf auch in der Einführung folgendes Bild, welches natürlich ein Rebenblatt einer Chardonnay Pflanze repräsentierte.

Dann ging es zu der Verkostung, welche insgesamt mit 10 flights à 2 Flaschen bestritten wurde. Nochmals festzuhalten, alle Weine aus Deutschland und den unterschiedlichen Anbaugebieten.

Flight 1:

Weingut Krebs-Grode – leichter Feuerstein bei mittlerer Nase und breiter Geschmacksnote (16)

Weingut Au Terroir – mit dem Ch. 58° der sich mit einer dichten tiefen Nase zeigte und recht fruchtig wirkte. (16)

Flight 2:

Weingut Trautwein – eine leicht frische Note in der Nase, leicht buttrig und dicht mit burgundischer Note. (17)

Weingut Chat Sauvage – mit leicht exotischen Noten in der Nase und etwas spitzen Fruchtnoten. Kräftig breite Note (16,5)

Flight 3:

Weingut Dambach, Kirchenstück – Nase Naturwein, was täuschte, denn der Wein wurde in 100% Neuholz ausgebaut. Für mich ein wunderbarer Essensbegleiter. (16,5)

Weingut Österreicher – Volle Frucht, vom Geschmack aber mehr Holz als der vorherige. Dichte Säure. (16)

Flight 4:

Weingut J. Neuss, Schloßberg 2022 – Sehr rund und geschmacklich burgundische Note. Würzig und frisch (17,5)

Weingut J. Neuss, Schlossberg 2023 – Fast schon eine Fehlnote in der Nase, leicht agressive ausgeprägte Säure mit wenig Frucht. Hier konnte in diesem Flight nun verkostet werden, wie sich der Wein aus 2023 eventuell innerhalb eines Jahres entwickeln würde. Ich hätte da meine Zweifel. (14,5)

Flight 5:

Weingut Jürgen Hofmann, Steinberg – Sehr feine Frucht bei ausgereifter Stilistik. Geht in Richtung SB. Mehr Frische und Dichte bei schönem Trinkfluss. (16)

Weingut Leon Gold, Steingrüble – Feine Frucht in der Nase, mit typischer Note einer kalten Region. Etwas hervorstechender Alkohol mit fetter Frische. (17)

Flight 6:

Weingut Seckinger, Kapellenberg – Sehr heller Gaumen mit feiner Frucht und langem Abgang. Recht breite Note von Aprikosen. (16)

Weingut Seckinger, Linse, Landwein – Etwas verhalten am Gaumen, Frucht im Abgang. (16,5)

Flight 7

Weingut Lorenz Ritter – Super Nase mit feiner Eleganz. Volle komplexer Note und einer feinen Ziselierung. (17,5)

Weingut B. Huber, alte Reben – Gute Säure und dicht am Gaumen, Leichte Spitzen in der Säure und einer hellen Frische, herausfordernd. (16)

Flight 8:

Weingut Frank John – Mittlere Note bei sehr opulenter dichter Note, Bergpfirsich mit Aprikosen und fruchtiger Nase. (17,5)

Weingut Karsten Peter – Dichte Säure, wohl reduktiv ausgebaut. Vordergründiger Druck am Gaumen mit sehr verhaltenem Abgang. (15,5)

Flight 9:

Weingut Cornelia Saalwächter – Sehr feine Stilistik! Mittlere Frucht bei feiner Säure, Lichies, Landwein! (17+)

Weingut Ziereisen, Jaspis – Verhaltene Nase mit feiner Frucht am Gaumen. (Amarone Presse) (16)

Flight 10:

Weingut Fürst – Sehr geschmeidig und rund ausgebaut. Super feine Ziselierung und äußerst komplex mit langem Abgang. (17,5) (Kostet aber heute auch schon ca. 80€)

Weingut Jülg – (leider nicht auf dem Foto) Tolle Nase mit frischer Frucht, leicht grün, weniger Dichte, vermutete junge Reben was aber nicht stimmte. (16,5)

Das waren dann so gesamt 20 Chardonnay die wir verkosten durften und insgesamt in einer hochkarätigen Winzergruppe auch sehr genossen habe. Der Seminarleiter Herr Hopf trug ebenso zur Abrundung des Infopaketes bei wie die fachlichen Kommentare der weiteren Teilnehmer.


Fünfter Tag in Bordeaux mit Ch. Bernateau und Ch. de Franc-Mayne

Chateau Bernateau ist ein mittelgroßes Weingut in der Anbauregion St. Emilion und bewirtschaftet eine Weinbaufläche von ca. 15 ha. Die Familie betreibt bereits seit ca. 1650 dieses Weingut und ist somit seit 11 Generationen hier ansässig. Wir erreichen das Weingut am Vormittag und werden wieder einmal herzlich von den Eigentümern begrüßt. Obligatorisch wie fast überall geht es zunächst auf eine kleine Erkundungsrunde durch das Weingut und landen dann natürlich zum guten Schluss in den Räumlichkeiten, wo es zur Verkostung geht.

Hier der Eingang zum Verkostungsraum, wo auch die Weine gekauft werden können.

Die Lagerung und Weinbereitung wird uns gezeit, wie sonst auch auf diversen weiteren Weingütern die Edelstahl- aber auch Holzfässer für die Weinbereitung stehen.

Hier habe ich bei bzw. nach der Verkostung tatsächlich kein Foto der verkosteten Flaschen gemacht, was aber trotzdem schade war, denn auch hier schmeckten die 4 verkosteten Weine außerordentlich gut.

Wir starten mit einem Merlot aus 2019 der ohne Schwefelzusatz gekeltert ist. (16,5/20)

Dann folgt ein Cabernet Franc aus 2020 der ebenfalls ohne Schwefel, als sulfidfrei gekeltert wurde. Ausgesprochen klare und dichte Note mit feiner Frucht und gutem Säurespiel. Noten von Pilzen und Waldboden, und feiner Abgang. (17/20)

Dann folgt ein Ch. Bernateau aus 2019 mit einer Cuvée aus CF und PV, sowie ein wenig Merlot. Es steigt mir eine feine Schoko-Note in die Nase. (17+/20)

Final dürfen wir einen 2015er verkosten der mit einer tollen Frucht und einer feinen Säurenote sich präsentiert. Leichte Tannine am Gaumen sind noch präsent. (18/20)

Wieder einmal eine sehr gute Auswahl eines Weingutes, welches nicht zu den ganz großen Namen gehört, aber mit feinen Weinen sicher einen sehr guten Platz einnimmt.

Dann geht es mit der kleinen Gruppe von 9 Personen zum nächsten Weingut, wo wir auch zum Mittagessen bleiben sollten und uns eine großartige Verkostung zum Lunch erwartet.


Das Chateau Franc-Mayne ist ein zertifiziertes Grand Cru Classé Weingut im Saint Emilion und wartet wohl auch bereits mit einer langen Tradition auf. Hier zunächst einmal ein Blick auf eine Karte wo die diversen Bodenverhältnisse dargestellt sind und die Lagen mit Ihren Größen abgebildet sind.

Diese Sache mit den unterschiedliche Böden spielt heute im Weinbau zumindest im Marketing auch eine gewisse Rolle. Im französischen wird da von „Terroir“ gesprochen. Auf der Karte wird von „Types des Sols“ gesprochen. Da wir inzwischen mit Saint Emilion auf der rechten Seite der Gironde gelandet sind gibt es hier auch bereits mehr an felsigem Boden und so manche kleine hügelige Erhebung. So spazieren wir auch auf einen Keller zu der im Wesentlichen in den Hang und seiner felsigen Struktur gebaut ist. Meist wurden aus solchen Felsen die zum Steinbruch dienten die Häuser der Region in der Vergangenheit gebaut.

Sehr imposant ein bereits älterer Baum der direkt auf diesen Keller vor wohl einigen Jahrzehnten gepflanzt wurde und heute inzwischen zum Wahrzeichen des Weingutes geworden ist. Darunter der Eingang zu den Kellern und einem Verkaufsraum.

Nach diesem obligatorischen Durchgang, der auch hier einmal wieder recht unterschiedlich ausfiel, denn solche Keller kannte ich bisher nur von der Loire. Jetzt geht es dann ins Haupthaus des Anwesens und wir dürfen uns zum Lunch an einen gedeckten Tisch setzen.

Ich nehme es gleich vorneweg, es erwartet uns ein Super Mittagessen mit einer imposanten Weinauswahl. Wo bekommt man schon ein Lunch mit einer Weinauswahl der Jahrgänge 2021 bis runter ins Jahr 1995 als Weinbegleitung zu verkosten. Wie auf den Gläsern auch nochmals zuu sehen der Baum über dem Keller als Symbol für das Weingut. Wir starten mit einer Vorspeise wo sich auf einer Brioche eine Foie Gras befindet die noch ein wenig dekoriert ist mit einem sehr feinen Schinken und einer halben Feige und ausgezeichnet mundet.

Der Hauptgang ist ein Sirloine Steak vom Grill welches von einem Kartoffel Gratin begleitet wird .Dann folgt, wie in Frankreich bei fast allen kompletten Mittagessen ein Käseteller.

Eine Auswahl von 4 Käsesorten die sicher aus der Region, bzw. auch aus ganz Frankreich stammen, denn Käse ist so eine Art Nationalstolz, über den kein Franzose etwas kommen läßt.

Das Dessert zum Finale ist eine Crème mit einem Schokoküchlein on top und der zu sehenden Himbeere, welche durchaus harmonieren.

J<etzt aber noch zu den Weinen welche zu den einzelnen Gängen und anschließend uns serviert wurden.

Wir starten mit einem Zweitwein aus 2021 der aus 100% Merlot besteht und sich rund und ausgewogen am Gaumen zeigt. (16/20)

Gefolgt von einem Chateau Franc-Mayne aus 2012, aus der Magnum, der mit 90% Merlot und 10% Cabernet Franc cuvetiert ist. Ich habe notiert: Recht typisch und fein am Gaumen, super ausgewogen und fein vom Abgang. (17/20)

Dann folgt ebenso ein Ch. Wein aus 2011 der sich ebenso mit runden Noten und einer feinen Tanninstruktur zeigt. (16/20)

Nummer 4 in der Reihe ein Ch. aus 2002 der sich mit sehr feinen Noten zeigt und einer leicht rauchigen Note sich präsentiert. (19,5/20)

Zum Abschluß wird noch eine besonders Glanzstück aus dem Weinkühler, bzw. dem Nebenraum geholt, denn nicht überall bekommt man auf diesen Bordeaux Weingütern einen Jahrgang 1995 zum Verkosten. In der Nase eine feine Tabaknote begleitet von Schokoladenoten und feinen Frucht- sowie Säurenoten. Mit dieser Verkostung zeigte sich einmal wieder was solche Weinreisen für einen außerordentlichen Wert haben. Wir können nicht nur die interessantesten Weingüter, sonder auch einige der wirklich edlen und umwerfenden Weine der Bordelaiser Weingüter verkosten.

————————————–E N D E———————————-

Das war der letzte Tag in Bordeaux für dieses Jahr.

Es hat uns sehr gefreut – und auf ein Neues.

Und wer einmal solche Weinerlebnisse live erleben möchte, der kann sich entweder auf der web site von BKWine informieren, oder gleich eine der nächsten Weintouren entsprechend buchen.

www.bkwine.com

Vierter Tag in Bordeaux mit Brane-Cantenac, Beychevelle und Resto im Musée du Vin

Für mich war dieser Tag in Bordeaux mit den 2 großen Verkostungen, dem Lunch auf Beychevelle und einem abendlichen Besuch im Restaurant des Musée du Vin ein ganz Besonderer, denn beide Weingüter hatte ich bisher nicht besucht, und in Gesellschaft von einem der amerikanischen Paare aus der Gruppe einen schönen Restaurantbesuch im Muée du Vin zu erleben. Es geht also wieder in die Region Médoc, wo die Unterregion Margaux einer der wichtigsten und zum Teil auch noch heute am spannendsten Weinbauregionen des Bordeaux ist. Wir erreichen das Weingut Brane-Cantenac pünktlich und werden auch hier erst einmal mit einer fachkundigen Führung durch die Anlage, den Keller und diverse Räumlichkeiten geführt wo es eine Menge an interessanten Tätigkeiten zu beobachten gibt. Es ist die Maischevergärung der Trauben zum Teil noch im vollen Gang und die Arbeiten im Keller ebenso.

Hier der Blick auf eines der traditionellen Häuser auf dem Weingut, welches offensichtlich top hergerichtet ist. Ein weiterer Blick in den Keller im neuen Haus:

Hier zu sehen also auch wieder einmal die großen Holzfuder, wo die Trauben bis zum Abzug des Weines vergären. Da wir aber gerade ganz kurz nach der Ernte hier reingeschneit sind gibt es noch viel mehr im Keller zu beobachten:

Diese großen Holzfuder sind so aufgebaut, das man durch eine ca. 10cm breites Fenster in die Maische hineinsehen kann, und es war wirklich auch eine Vergärungsaktivität innerhalb des Fasses zu sehen.

Aber auch Edelstahlfässer kommen zum Einsatz, wo gerade der Traubenmost abgepumpt wird und im Sieb vorne zu sehen die Schwebstoffe und Teile der Maische aufgefangen werden. Ebenso werden die Holzfuder bearbeitet, wo eben dann im nächsten Schritt nach dem Abpumpen die Maische aus den Holzfudern herausgeholt werden muß um die Fässer zu reinigen und für eine nächste Verwendung vorzubereiten.

Final geht es dann nicht nur mit dem vergorenen Wein, sondern auch wir als Gruppe in den Barriquekeller der nicht weniger imposant gestaltet ist.

Inzwischen sehr oft zu beobachten, das in diesen Kellern elegant mit Licht so gespielt wird, das es sehr optimal im Hinblick auf die Ausleuchtung der Halle passiert. Der nächste sehr spannende Teil auf diesem Weingut sollte die Verkostung werden. Wir kommen in einen recht großen Verkostungsraum, der sicher auch für andere Veranstaltungen herhalten kann. Zum Beispiel für die Primeur-Verkostungen meist im April des Jahres.

Das Weingut baut seine Weine auf ca. 70 ha an und ist in der Bordeaux Klassifizierung als 2 ème cru classé gelistet. Es werden SB, Semillon, CS, Merlot, PV, Carménère und Malbec angebaut. Sehr interessant beginnt hier die Verkostung, denn wir starten mit dem älteren Jahrgang von 2005 und testen uns weiter durch bis zum Jahrgang 2022. Diese sonst sehr unübliche Reihenfolge der Verkostung bringt aber einen sehr interessanten Aspekt zum Vorschein. Die länger gealterten Weine haben wesentlich tiefere und zum Teil komplexere Noten bei aber noch immer vorhandener Frische, wobei die jüngeren Jahrgänge meist immer etwas frischer wirken und von der Komplexität etwas weniger zeigen. Aber trotzdem sehr erstaunlich die weiterhin frischen Noten eines 2005 er Weines den wir zuerst verkosten.

Jetzt aber auch noch ein paar Worte zu den einzelnen Jahrgängen.

2005, aus Merlot und CS zeigt sich mit einer sehr schönen expressiven Nase. Super Schmelz am Gaumen und wunderbarem Säure Frucht Spiel. (17,5/20)

2011, mit 1% Carménère. Sehr schöne frische Note und feiner Frucht. Noch etwas feine Tannine am Gaumen. (18/20)

2016, CS 70%. Sehr reife und schöne Frucht bei feiner frischer Note nach frischen roten Beeren. (18/20)

2022, 100% neues Holz, mit sehr expressiver Note. Ganz tolle Frucht (18,5/20)

Fazit: Auch wenn das hier „nur“ 4 Weine zum verkosten waren zeigte sich in der Auswahl der Jahrgänge und der interessanten Reihenfolge ein wunderbares Gesamtbild was dieses Weingut zu bieten hat. Die Preise liegen für diese Jahrgänge so zwischen 110 – 185 €.

Dann geht es zu einem nächsten interessanten Weingut mit Namen Beychevelle. Bisher von mir noch nicht besucht und aber auch noch nicht verkostet. Der Name war mir allerdings gut bekannt. So werden wir zunächst im Schloß empfangen und sofort wieder einmal auf einen interessanten Rundgang mit Führung geschickt.

Im relativ neuen und modernen Nebenbau liegt der Maische, aber auch Barrique Keller, den wir über Treppen und Aufzug erklimmen.

Zunächst geht es erst einmal in die oberste Etage und aufs Dach von wo man einen schönen Ausblick auf die Umgebung hat. Dann aber wieder in die unterste Etage, wo wir Amphoren und diverse Barriques bestaunen dürfen.

Vielleicht ein wenig schlichter von der Innenausstattung, aber durchaus charmant, wo diese Barriquefässer so lagern. Dann geht es auf dem Weingut Beychevelle hier zum Lunch mit den begleitenden Weinen.

Großartig angerichtet mit Speisekarte, einer bestickten Serviette und den entsprechenden Weingläsern für die Verkostung. Da ich persönlich es bevorzuge Weinverkostung und Mittagessen zu trennen, habe ich auch hier leider keine Weinnotizen gemacht aber die verkosteten Flaschen wenigstens einmal fotografiert. (Foto weiter unten) Wir verksoten zu den Essensgängen folgende Weine:

  • Bruliéres de Beychevelle, 2016
  • Amiral de Beychevelle, 2016
  • Château Beychevelle, 2009

Die Menüfolge kann ich aber hier etwas genauer widergeben, da wir ja eine Speisekarte auf dem Platz zugegen hatten und ich dann auch entsprechend die Fotos machen konnte.

Vorspeise: Nois de Saint-Jaques et émulsion de Porto (Jakobsmuscheln mit einer 2 Komponenten Sauce und Portwein)

Sehr schön angerichtet auf einem goldverzierten Teller der die Muscheln mit dem Portwein gut zur Geltung brachte.

Hauptgang: Veaux Bazadais grillé et légumes du potager ( Bazadais Kalb gegrillt und Gemüse aus dem Garten) Bazadais sind eine Rinderrasse wo die Mutterkühe aus der Schweiz stammen.

Super fein und zart, wo das Fleisch wohl mit Niedrigtemperatur gegart ist.?

Seléction de fromage, (Auswahl von Käse) ein etwas lieblos und langweiliger Teller

Dessert, Nuage de cacao aux carcahuètes et caramel (eine Wolke von Erdnuss-Kakao Gemisch).

Sehr süß, aber durchaus fein und passend für einen solchen Dessert.

Hier noch ein kurzer Blick auf die drei verkosteten Weine. Von rechts nach links. Siehe Liste weiter oben im Artikel.

Am Abend ging es dann noch in das Musée du Vin in Bordeaux, welches wir mit der Trambahn in Bordeaux erreichten und bei Ankunft etwas zu früh waren, so schlenderten wir durch die große Wein Boutique die dort im Musée du Vin eingerichtet ist.

Zum reservierten Termin ging es dann in die fast oberste Etage des Musée du Vin, wo sich das Restaurant befindet und wir einen Tisch für 3 Personen bestellt hatten. Da an diesem Abend das Wetter einigermaßen schön war gelang es uns dann auch einen wunderbaren Ausblick Richtung der Stadt Bordeaux zu erleben der wie folgt aussieht.

Für den Aussenbereich war es an diesem frühen Oktober Abend bereits zu kühl und so konnten wir mit Ausblick und kleinem Menü, sowie einer Flasche Wein den Abend ausklingen lassen. Das Menü war nicht wirklich besonders, so das es sich erübrigt hier darüber zu berichten.


Dritter Tag in Bordeaux bei Paradise Rescued, Ch. Carsin und lunch im Le Cercle de Guiraud

Es erwartet uns an diesem Tag ein nicht geahntes interessantes Programm, welches mit einem für Bordeaux Verhältnisse winzigen Weingut beginnt, das sich „Paradise Rescued“ nennt. David Stannard, ein gebürtiger Australier,hat sich in dieser Bordeaux Ecke niedergelassen und so ca. 1,5 ha Weinreben gekauft und zum Teil selber neu angebaut. Es werden so ca. 2 – 3 Tsd. Flaschen im Jahr produziert die nach streng biodynamischen Regeln und Methoden angebaut werden. Wir werden bei der Ankunft von einer Tafel begrüßt, die schon ahnen läßt, das es hier anders zugeht.

Nach einer herzlichen Begrüßung geht es zunächst einmal in die um das Haus gelegenen Weinreben Zeilen welche mit Cabernet Franc, Merlot und Petit Verdot bestockt sind. Dieses kleine Weingut kann man getrost als Garagen Winzer bezeichnen, denn die Weinbottiche und auch sonstige Barriques stehen tatsächlich in der Garage neben dem Wohnhaus.

Hier noch ein Blick auf den Winzer, der unwahrscheinlich enthusiastisch erzählen kann. Ganz gleich welche schwierigen Fragen ihm gestellt wurden.

Noch eiin weiterer Blick auf die Weinbereitung, denn bei einem solchen Besuch ist man wirklich ganz nah am Geschehen dran.

Da die Ernte im Bordeaux ja gerade erst vorbei war lagerten die Weine in den größeren Tanks zur finalen Vergärung und so auch das Schild mit diesem Cuvée von Cabernet Franc und Petit Verdot aus 2025 mit 2,5 hl.

Dann geht es in den Garten vor dem Haus zur Verkostung, da wir schönes, wenn auch kühles, Wetter hatten, was die Freiluftverkostung doch ermöglichte.

Wir klnnen hier insgesamt 5 verschiedene Weine verkosten die aus den Jahren 2016, 2017, 2018 und 2024 stammen. Richtig sehr schön ausgebaute Weine die Ihren Vergleich mit diversen anderen viel größeren Weingütern nicht scheuen müssen. Die Tafeln auf dem Tisch zeigen auch das der Winzer in den letzten Monaten und Jahren bereits diverse Preise für seine Weine erzielen konnte. Für mich waren 2 Weine aus der Reihe am besten bewertet. 2018 ein Cuvée aus 75% Merlot und 25% Petit Verdot der sich wunderbar mit ausgewogener Säure und noch leichten Tanninen am Gaumen zeigte. (17,5/20) Daneben ebenso der 2024 er mit einer Cuvée aus je zur Hälfte Cabernet Franc und Petit Verdot der sich mit relativ komplexen Noten in der Nase und ebenso komplexer Note am Gaumen und einer sehr feinen Säure präsentierte. (17,5/20).

Dieses kleine Weingut in einer Region wie Bordeaux zeigt einmal wieder, das nicht nur große Namen mit hohen Preise bestehen können, sondern auch solche Newcomer sich auf dem sehr breiten Feld der Weinmacher – hoffentlich – entsprechend behaupten können. Dann ging es zunächst einmal zu einem Lunch in ein Lokal welches direkt in der Ortschaft Sauternes liegt, wonach auch die Region im Süden von Bordeaux benannt ist. Wir steuern auf das Lokal mit dem Namen Le Cercle de Guiraud zu, welches zum Weingut Ch. Guiraud gehört und wohl erst in den letzten Jahren eröffnet hat.

Uns empfängt eine rustikale Inneneinrichtung die aber durchaus seinen Charme zeigen kann.

Wir dürfen wie fast auch immer zu den Lunches ein drei Gänge Menü genießen, welches aber auch hier mit ein paar kleinen Amuse bouche startet.

Feine Creationen die in fast allen Lokalitäten immer gemundet haben. Dann folgt die Vorspeise.

In der Mitte ein gedämpfter Kürbis der mit einer sehr feinen und elegant glasierten Crème überzogen ist, die von feinen Haselnüssen dekoriert wird. Der Schaum von Schafskäse begleitet die kräftige Note des Kürbis aufs feinste.

Der Hauptgang mit einem feinen Stück Wildlachs auf grünem Gemüse und einer Sauce die mit einem leichten Forellenkaviar verfeinert wurde.

Zum Dessert dann ein ganz umwerfendes Schoko Souflée, welches innen noch sehr fein flüssig geraten war und absolut top serviert wurde. Dazu eine kleine Nocke Vanilleeis als Gegenspiel zum süßen Schokosouflée. Jetzt aber noch zu den Weinen, denn bei einem Ch. Guiraud darf dieser natürlich nicht fehlen.

Wir starten mit einem Petit Guiraud aus 2023 der zum Amuse Bouche und der V<orspeise serviert wird. Dann folgen drei Chateau Weine aus den Jahren 2023, 2022 und 2009. Für eine Verkostung von Süßweinen zwar ein wenig jung, aber zum Lunch passen die Weine ausgezeichnet gut. Insbesondere natürlich zum Dessert mit dem Schoko Souflée harmoniert der Ch. Guiraud aus 2009 ausgezeichnet.

Dann führt uns der Weg am Nachmittag noch zum Weingut Ch. Carsin, welches von einer finnischen Familie geführt wird und heute in der zweiten Generation uns empfängt. Das Weingut wurde 1990 von der Familie gekauft und startete mit 14 ha Weinreben worauf natürlich die klassischen Rebsorten angebaut werden, wobei auch Carménère eine Rolle spielt.

Heute baut das Weingut Ihre Weine auf 16 ha an und die Tochter, namens Nea Berglund, managet hier mit Ihrer Familie das Weingut.

Hier zu sehen das Haupthaus des Weingutes, welches auch Gästezimmer beinhaltet, und wir können dann nach einer kurzen Begehung der Weinberge mit der Winzerin zur Verkostung schreiten.

Das hier ist ein wirklicher Kontrast, inclusive des Weingutes, welches wir am Vormittag besucht hatten – paradise rescued – denn diese nicht nur kleineren, sondern auch mehr ruralen Weingüter produzieren zum Teil sicher nicht schlechtere Weine als viele der großen Namen.

Bei der Verkostung können wir 7 verschiedene Weine verkosten, die sich sicher sehr unterschiedlich präsentieren, was aber so natürlich auch den Charme dieses Weingutes ausmacht. Wir starten mit 2 weißen Sorten von einem Cuvée und einem Sauvignon gris. Dann folgt ein Rosé der von den Trauben Merlot 80% und Malbec 20% stammt. Dann folgt hier ein Orange Wine der sich erstaunlich fruchtig zeigt und relativ lange auf dem Most fermentierte, sowi 10 Monate reifen durfte. Interessante Variante für einen Orange aus Bordeaux. Dann folgen eben noch drei rote Sorten, meist Cuvées wo mir der reinsortige Carménère aus 2022 einmal wieder am besten mundete und wirklich überzeugen konnte. (17,5-18/20)


Zweiter Tag in Bordeaux und Besuch auf Lascombes und Ch. Pichon Baron

Um 9 Uhr starten wir im Hotel aus der Mitte von Bordeaux in Richtung Norden wo wir die Region Margaux ansteuern wo das Weingut Lascombes liegt. Wir werden von geflaggten Fahnenstangen mit den Bannern der USA und Deutschland begrüßt. Nichts für Ungut, aber das war schon leicht dick aufgetragen für die Gruppe die entsprechenden Nationalflaggen aufzuziehen, aber trotzdem haben sich die Teilnehmer darüber auch gefreut. Wir sollten dann auch später unseren Lunch auf dem Weingut einnehmen dürfen.

Wir können auch hier auf dem Weingut erst einmal einen ausführlichen Rundgang durch das Gelände und die Keller absolvieren. Das ursprüngliche alte Schlossgebäude liegt auch auf unserem Weg und sieht sehr klassisch aus mit seinen Erkern und Türmchen am Gebäude.

Nach diesem outdoor Rundgang geht es auch hier einmal wieder in einen recht neu errichteten Weinkeller der aber nicht nur sehr funktional, sondern auch mit einer Reihe sehr interessanten Leuchten usgestattet ist.

Ein Blick in eine der Reihen mit Edelstahlfässern auf beiden Seiten, die nach der Ernte die Maische beherbergt.

Hier sehr gut einzusehen befinden wir uns auf der oberen Ebene des Weinkeller wo durch die Anlieferung der Weintrauben die Maischebottiche in der darunterliegenden Etage gefüllt werden können. Auf dieser Ebene stehen dann aber während der Ernte die Sortierbänder oder auch die Entrappungsmaschinen, wenn das erforderlich ist. Nochmals ein kleiner Blick zurück auf den Keller, wo wir an diesem sehr schönen Spätsommerabend einen super Wolkenhimmel beobachten können.

Das große und neue Kellergebäude von außen gesehen. Dann geht es in aller Ruhe zu einem der Verkostungsgebäude, wo wir zunächst die Weine genießen können.

Wie hier zu sehen ist können wir vor dem Lunch vier Weine des Chateau verkosten. Die Jahrgänge reichen von 2020 über 2016, 2010 bis hin zu einem Chateau Wein aus 2000. Auf diesem Weingut war es für mich der erste Besuch und ich hatte bisher auch noch keinen Wein von Lascombes verkostet. Dafür war ich relativ positiv von den Weinen beeindruckt und hatte für diese Reihe der Weine Noten von 17,5 bis 18 von 20 vergeben. Also insgesamt ein wunderbar positives Ergebnis. hier die Reihe der Weine nochmals als Etikett auf den Flaschen.

Dann geht es mit aller Gemütlichkeit zum Lunch der ebenso auch im Hause von Lascombes genossen werden darf. Wir bekommen einmal wieder ein Menü mit 3 Gängen serviert mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Dabei dürfen auch hier die diversen Amuse bouche nicht fehlen.

Die Vorspeise aus einem super dünn geschnittenen Rindercarpaccio ist dekoriert mit diversen kleinen Pilzen, Kräutern und sonstigen fein geschnittenen Gemüsen.

Dann geht es weiter mit dem Hauptgang der sich aus einem geschichteten Gemüse/Fleisch Burger sowie einem weiteren fein gedünsteten Stück Fleich sowie einer gefüllten Zuccini Blüte besteht. Dann folgt aber auch hier vor dem Dessert ein Käseteller der sich nicht verstecken muß.

Eine sehr schöne Käseauswahl, welche auch wieder einmal fein zum Wein paßt.

Das Dessert macht dann mit seiner feinen Früchtenoten und seiner Frische einen sehr schönen Abschluss mit Vanillesauce. Ein toller Besuch.

Dann folgt am Nachmittag der Besuch auf dem Weingut Pichon Baron, welches ich in den letzten 20 Jahren bereits mehrfach besucht hatte, wo aber auch hier sich diverse Veränderungen gezeigt haben. Ein neuer Verkostungsraum und auch die Boutique im Erdgeschoss zeigt sich inzwischen sehr modern. Auch hier geht es nach einer kurzen Begrüßung einmal quer durch die Keller und sonstigen Räume die von den Besuchergruppen so durchlaufen werden. Es beginnt natürlich in den Außenanlagen, wo das imposante Schloß sich vor uns aufbaut.

Unter dem Vorgarten, der hier mit einem sehr flachen Gewässer zu sehen ist liegt der Faßkeller und wird sicher auch durch dieses kleine angelegte Gewässer auf natürliche Art und Weise gekühlt. Rechts daneben auch noch weitere Räumlichkeiten, wo wir in den letzten Jahren meist die Verkostungen hatten.

Wie auf dem Foto zu sehen spielte das Wetter außerordentlich gut mit und wir stiegen dann in die Keller hinab, wo unter Anderem ein Teil der Schatzkammer hinter den Gittern zu bestaunen war.

Nicht das der Betrachter vermutet das hier nur Großflaschen liegen, nein denn in anderen Ecken waren auch normale Flaschen gelagert, die aber erfahrungsgemäß sicher ein wenig schneller altern als die Großflaschen mit ihren Inhalten. Wie vorhin bereits angesprochen unter dem kleinen See liegt der Faßkeller, der aber beim diesjährigen Besuch auch noch weitere Gärgefäße und neue Tonamphoren beinhaltete, die ich in den vergangenen Jahren hier noch nicht gesehen hatte.

Nach diesem kurzweiligen und sicher auch imposantem Rundgang geht es in den ersten Stock des neue angebauten Verkostungsraumes, wo wir drei der Chateau Weine aus den Jahren 2020, 2015 und 2010 verkosten können. Da ich an dem Tage vielleicht ein wenig verspult war hatte ich irgendwie keine Fotos der Verkostung gemacht, was mich hinterher allerdings leicht geärgert hatte, denn diese Weine sind so großartig, das ein weiterer kleiner Ärger war diese nicht in den letzten Jahren bereits auf Vorrat gekauft zu haben. Aber manchesmal geht eben nicht alles! Hier also der Teil eines Raumes wo wir verkosten durften.

Zu den Weinen habe ich mir allerdings doch so diverse Notizen gemacht. Alle drei Weine haben so ziemlich genau die gleichen Mischverhältnisse von Cabernet Sauvignon und Merlot. Diese liegen dann bei so ca. 77% CS und 23% Merlot. Meine Bewertungen reichen absteigend mit den Jahren von 17 bis 18 Punkte von 20. Insbesondere der Jahrgang 2010 weist noch eine feine frische Note auf die sich imposant am Gaumen widerspiegelt. Sehr langer Nachhall mit feiner Ziselierung der Fruchtnoten. Kräftig aber nicht voluminös. Tolle Weine. Hier ein Beispiel der Flaschen, die seit vielen Jahren die gleichen Etiketten tragen.

Dann geht es mit der Gruppe wieder zurück ins Hotel nach Bordeaux und ich besuche mit 2 weiteren Teilnehmern der Gruppe eine Weinbar die fast um die Ecke des Hotels liegt und wir dort so am frühen Abend einkehren. Die Weinbar heißt L’ampélo und wir bekommen sogleich einen Tisch auf einer der Seiten des Lokals zugewiesen, wo sich die Regale mit Weinflaschen aneinanderreihen.

Ein Blick von unserem Tisch in den Raum hinein, wo sich eine größere Bar ausbreitet und auch schon am frühen Abend ein gewisser Betrieb herrscht. Es wird eine Flasche Wein bestellt und diverse kleinere Gerichte die dann auch entsprechend geteilt werden können. Das zeigt sich bereitsa seit einiger Zeit, das in solchen Locations wie einer Weinbar die Gerichte aus der Küche nicht wirklich viel Arbeit machen sollen, sonder man will sich wohl auch mehr auf die Weine die angeboten werden konzentrieren. Hier die Beispiele wie Oktopussalat und einige Dosen mit Rilette sowie einer Gänseleber, also foie gras die uns serviert werden.

Damit beschlossen wir den Abend ausklingen zu lassen, denn auch wenn es erst der zweite Tag war in Bordeaux hatten wir doch so ganz leichte Ermüdungserscheinungen was die Kondition anging. Auf ein Neues am dritten Tag in Bordeaux.


Erster Tag in Bordeaux mit Ch. de France, Ch. Haut-Bailly und Ch. Olivier

Drei Weingüter standen auf dem Programm an diesem ersten vollen Tag in der Weinregion Bordeaux. Wir beginnen am Vormittag mit dem Chateau de France welches uns wie üblich freundlich empfängt und eine erste Kellertour sofort beginnt.

Das Weingut ist vom Vater des heutigen Besitzer im Jahr 1971 gekauft worden und baut seine Weine auf ca. 40 ha an, davon wurden ca. 4 ha mit weißen Trauben bestückt. Beim Kellerdurchgang entdecke ich ein interessantes Detail, was man so recht selten in den Kellern der Weingüter zu sehen bekommt. Jeweils eine Daube (das sind die Einzelteile der Holzfässer) welche einmal aus einem älteren Weißweinfass stammt und eine die von einem neueren bisher unbenutzten Faß ausgebaut wurde. Hier ist der deutliche Unterschied zwischen neu und gebraucht – mit angesetztem Weinstein -zu sehen.

Ein insgesamt ordentlich ausgebautes Anwesen, wo sicher auch noch mehr als die 40 ha Weinanbaufläche verarbeitet werden können. Bei der Verkostung stehen 5 Weine an welche sogleich für die kleine Gruppe in der Reihenfolge weiß aus 2024 bis hin zu einem Chateau Wein aus 2004 ausgeschenkt werden.

Der erste Wein als Cuvée von 80% SB und 20% Semillon macht einen guten Anfang, wo sich dann die roten Sorten mit den Jahrgängen 2022, 2019, 2016 und 2004 anschließen. Hier im Bordeaux natürlich alles Cuvées aus den Traubensorten Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und manchesmal auch Carménère oder auch ganz kleine Mengen von Exoten. Der Top Wein aus dieser Reihe war für mich eindeutig der rote aus dem Jahr 2004, welcher mit einer Cuvée von 60% Merlot und 40% Cabernet Sauvignon sich mit sehr feinen Fruchtaromen präsentierte. Geschmack nach Schoko und Karamel und wirkte immer noch recht jung am Gaumen die von einer feinen Säure begleitet wurde. Hier die Bilder der Flaschen.


Nach diesem Besuch bei Chateau de France ging es zu einem der großen Namen, wo wir auch unser Mittagessen einnehmen durften. Ich war in freudiger Erwartung, denn hier hatte ich bereits in den Jahren zuvor ein oder zweimal schon gespeist und es war immer super.

Chateau Haut-Bailly hat insgesamt auch nur 30 ha Anbaufläche wo zu 60 % CS, ca. 34% Malbec sowie Cabernet Franc und ein paar weitere Sorten angebaut werden. Die Weine werden wir zum Lunch verköstigen was im Prinzip immer ganz toll ist, denn zu einem passenden Essen ist der Wein doch auch noch etwas anders zu genießen, aber andererseits sich die Person, wie ich, sich nicht wirklich auf den Wein konzentrieren kann. Haut-Bailly hat in den Jahren nach meinem letzten Besuch einen neuen Keller gebaut, der mindestens zu imposant auf dem Gelände steht wie der neue Keller von Cheval Blanc. Soweit ich gehört hatte vom gleich Architekten erbaut.

Das ist nur ein kleines Detail auf der Fassade des neuen Kellers, wo sich das Weingut mit seinem Namen in großen Lettern verewigt hat – mit dem Zusatz „Cru Exceptionnel“ was vielleicht wie ein quasi Eigenlob herauskommt, aber nach Weinklassifizierung durchaus seine Berechtigung hat. Wir machen auch hier einen kleinen Rundgang durch diverse Räumlichkeiten, kommen aber dann natürlich auch zum neu erbauten Keller der gigantisch und imposant zugleich dasteht. Auffallend insbesondere das fast alle Fußböden und Wandflächen mit Eichenholz verkleidet sind und so eine ganz spezielle Atmosphäre ausstrahlen. Hier ein paar fotografische Eindrücke.

Von oben gesehen wie man aus dem Garten in das Gebäude kommt.

Nochmals von oben, aber von der anderen Seite her mit den wieder einmal sehr speziellen Betoncuves, welche ja streng genommen nur für ein paar Wochen im Jahr Verwendung finden.

Von unten gesehen eine der einzelnen Betoncuves.

Und noch eine Etage weiter unten, wo die Barriques lagern und je nach Jahrgang auf Ihre Abfüllung der Inhalte warten. Dazu haben die Eigner von Haut-Bailly auch noch einen imposanten neuen Verkaufsraum gestaltet, der sich so präsentiert, als wolle man hier etwas zelebrieren, denn sind z. Bsp. die Wände fast alle mit Filz ausgelegt, wo dann zum Teil die einzelnen Flaschen präsentiert werden. Viel Show zwar, aber die verkosteten Weine zum Essen halten hier das Niveau – ohne Frage.

Dann geht es in das Schloss/Chateau, wo für die kleine Gruppe von 7 Personen ein wunderbarer Mittagstisch aufgebaut ist. Hier nur mal ein Beispiel eines Couvert von meinem Platz.

Interessanterweise genau das Monogramm meiner Großmutter „HB“ was natürlich hier für Haut-Bailly steht. Uns erwartet ein 3 Gänge Menü welches vom hauseigenen Koch in einer Küche im Schloss zubereitet wird. Zu den drei Gängen gibt es dann entsprechend auch die verschiedenen Jahrgänge von Haut-Bailly, welche ja nur rote Weine erzeugen, die aber entsprechend überzeugen können. Wir verkosten zunächst den Zweitwein aus 2017 mit dem Namen La Parde de Haut Bailly, dann folgt zum Hautgang der Chateau Wein aus 2014 und schließlich der Grand Vin von 2015. Terrine von verschiedenen Fleischsorten mit Karotten und gepickeltem Gemüse.

Zum Hauptgang dann ein Stück Wachtel mit Roter Beete und Trauben.

Super fein zubereitet und sehr passend zu den Weinen die serviert werden.

Käse als Zwischengang der sehr kräftig und super fein auf den Teller kam.

Der Dessert aus Rhabarber, Pfirsich, weißer Schokolade und Garnache. Fein und deftig.

Die Weine in der Reihenfolge wie sie ausgeschenkt wurden.

Nach diesem wunderbaren Mittags-lunch geht es fast schon beschwingt zum dritten Weingut des Tages – zum Chateau Olivier.


Auch wenn hier auf der Kiste nach dem Grand Cru Classé – de Graves – steht, handelt es sich hier um die Bezeichnung für das große Gebiet des Weinanbaugebietes süd-westlich von Bordeaux, wo die Region Pessac-Leognan eines der Untergebiete sich befindet.

Wir verkosten auch hier einmal wieder eine ganz Reihe von 7 Weinen, welche ordentlich gereift, nicht in der hochpreisigen Liga spielen, denn hier werden die Weine auf einer großen Fläche von ca. 220 ha angebaut. Weine stehen auf einer Fläche von 60 ha. Es werden rot und weiße Sorten angebaut, welche wir auch verkosten können. Zunächst 3 Faßproben, die aber zunächst etwas schwierig zu bewerten sind, da hier sicher auch so diverse Erklärungen fehlen. Weiter geht es dann mit den weißen Sorten und bei rot dürfen wir final einen Ch. Olivier aus 2019 verkosten. Ein Blick in den Keller wo diverse Glasbehälter gefüllt und leer herumstehen.

Hier einmal wieder deutlich zu sehen, das hier auch experimentiert wird und die Glasbehälter zum Teil gefüllt (dunkel) und zum Teil entleert (Glas durchsichtig) im Keller auf Ihre weitere Verwendung warten.