Archiv der Kategorie: Wein

Besuch beim VDP-Weingut J. Ellwanger im Remstal

Auch wenn die Corona Pandemie wohl noch lange nicht vorüber ist, war es im Juli wieder möglich eines der VDP Weingüter im Anbaugebiet Württemberg zu besuchen. Da ich für drei Tage meine Mutter in Stuttgart besuchen konnte, machte ich mich an einem der Nachmittage uf den Weg ins Remstal, mit der S-Bahn, um einen Besuch beim Weingut Ellwanger einzulegen. Dieses sehr traditionelle, Weingut, welches bereits seit ca. 500 Jahre Wein anbaut ist eines der Betriebe, welche sich heute auf moderne Art und Weise präsentieren können. Das liegt auch daran, das sich einige Weingüter aus dem Bereich Württemberg zu dem Verbund HADES zusammengetan haben, wo bereits vor einigen Jahrzehnten mit dem Barrique experimentiert wurde. Das Remstal, wo in Winterbach das Weingut beheimatet ist, ist sicher lange nicht so bekannt wie z. Bsp. der Begriff Mosel oder auch die Nahe, aber das macht die Sache weiterhin umso interessanter hier auch Weine zu entdecken, die an einem kleinen Seitenfluss des Neckars nicht vermutet werden.Nur nochmals kurz zur Erinnerung die 6 Weingüter der Vereinigung HADES:

  • Fürst Hohenlohe Öhringen
  • Graf Edelmann Kleinbottwar
  • Drautz-Able Heilbronn
  • Jürgen Ellwanger Winterbach
  • Sonnenhof Gündelbach
  • Statsweingut Weinsberg

Das Weingut Ellwanger baut heute auf ca. 27 ha Ihre Weine an, welche alle in der Region um Winterbach und im Remstal liegen. Dort also am frühen Nachmittag eingetroffen konnte ich in der Folge ein paar der sehr sortenreichen Reihe an Weinen, welche angebaut und angeboten werden, verkosten. Ich fange an mit einem Sauvignon Blanc Gutswein 2019 der recht schmalzig am Gaumen rüberkommt und einen geschmeidigen festen Geschmack hat.

Dann folgt ein Riesling und ein Weißburgunder und danach noch ein Riesling GG aus 2018 der als eine feine Nuance mit recht viel Kraft und auch schmalzig am Gaumen erfrischt. Feine Säure mit leicht bereiter Note der Fruchtaromen. (16,5/20)

Dann kommt für mich eine erste große Überraschung, denn in diesem Betrieb wird bereits seit den 80er Jahren ( 1976) des letzten Jahrhunderts im Versuchsanbau, welches heute längst seinen Eingang in reguläre Anbausorten gefunden hat, ein Zweigelt eingeschenkt, der sich wunderbar präsentiert. Der Tropfen ist aus 2018 und zeigt bei einer super feinen Nase eine sehr feste Struktur und runde Noten. (16,5/20)

Dann folgen die weiteren Rotweine, wo es mit einem Merlot aus 2018 beginnt, aus der Lage Schnait der sich mit dichten Fruchtnoten und einem sehr langen Abgang und vollen Fruchtaromen zeigt. (17/20)

Ebenso fein eine weitere Traubensorte aus der Region ist der Lemberg, der sich als GG mit einer sehr schönen Struktur und dicht wie fest am Gaumen darstellt (17/20)

Jetzt folgt einer der HADES Weine, welches ein Cabernet Sauvignon ist und einen recht kleinen Ertrag aus der entsprechenden Lage erzielt. Sehr feine Struktur und am Gaumen mit einem langen Abgang und auch hier könnte man sagen, das es sich zwar um einen CS handelt, der aber aufgrund der Regionalität doch recht eigen und selbstbewußt darstellt. (17,5/20)

Zum guten Abschluss noch zwei ein wenig ältere Jahrgänge mit einem HADES Merlot aus 2017 und ein Zweigelt HADES aus 2016. Der Merlot recht typisch kräftig, aber nicht ganz so fruchtig vordergründig, sondern eher fein. Der Zeiget kann mich dann wieder richtig fast vom Hocker reißen, denn hier steckt wirklich alles drin, was so eine Rebe auf dem richtigen Boden mit dem inzwischen passenden Klima so anstellen kann. Das “Gesöff” springt einem regelrecht ins Gesicht ud sagt einfach – Ich will mehr! (17,5/20)

Hier noch ein paar visuelle Eindrücke vom Weingut Ellwanger.

Verkostungsraum und wohl ehemalige Scheune das Haupthauses.

Der Zweigelt aus 2018 aus einer Ersten Lage.

Das neue Kulturhaus, welches direkt an der Straße liegt.

Mein Fazit: ein sehr lohnenswerter Besuch bei einem der von mir wieder einmal besuchten VDP Weingüter, diesmal in der Region Württemberg.

Top 50 – World’s Best Vineyards

Auf diese List war ich bereits im letzten Jahr gestoßen, und hatte über einen Newsletter die Ankündigung für die neue Liste für 2020 erhalten. Bei näherem Ansehen kamen mir einige der Weingüter sehr bekannt vor, und final mußte ich feststellen, das ich selber auf bereits 16 Weingüter aus dieser Liste zu Verkostungen war. Hoer die von ir zusammengestellte Liste:

Und wer von Euch etwas mehr über die einzelnen Weingüter erfahren will, kann mit kontaktieren, für diese, die ich selber besucht habe, und für alle weiteren auf der Web-site der Jurieren: https://www.worldsbestvineyards.com/top-50/


Geburtstags-Essen bei Uly

Wie das so geht ist das jedes Jahr immer wiederkehrende Fest eines Geburtstags eine Freude, manchmal vielleicht auch Belastung aber auch immer wieder ein neues Ereignis, welches auf ganz unterschiedliche Art gefeiert werden kann. In diesem Jahr wollte ich eigentlich mit den Freunden einmal wieder in ein 1* Restaurant, welches aber wegen der Corona Pandemie noch nicht geöffnet hatte, und somit meine Pläne über den Haufen schmiß. Also machte ich dann recht kurzfristig mit Uly aus. das wir bei mir zu Hause feiern, und dann am gleichen Abend uns doch umentschieden, das wir bei Uly zu Gast sein wollten. Ich werde deswegen nicht groß auf die einzelnen Gänge eingehen, sondern anhand der Fotos die Reihenfolge kurz aufzeigen und vielleicht den Geschmack der einzelnen Gänge anreißen.

Beginnen sollte es also bei Uly – wie Solls anders sein – mit einem Champagner von Gratiot Delugny. Trocken, recht feine Verlage und frisch m Gaumen.

Dann kam der erste kleine Happen auf den Tisch, welcher aus einem gerösteten Baguette mit Rigaer Sprotten belegt war. Diese Sprotten habe ich in München vor einigen Jahren in einem Supermarkt entdeckt und auch schon bei anderen Anlässen serviert. Immer gut!

Dann wurde ein erster Weißwein geöffnet, den ich aus meinem Keller dazu beisteuerte. Vom Weinhut Knipser einen Chardonnay aus dem Jahr 2012. Schon bereits zu den Sprotten sehr fein, aber auch zum nächsten Gang der Artischockensuppe sehr fein.

Für mich einer der besten Chardonnay aus deutschen Anbaugebieten.

Dann folgte die Artischockensuppe mit schwarzem Trüffel und eröffnete mit seiner feinen Struktur auf wunderbare Weise die Geschmacksknospen.

Dann folgte eine erste Vorspeise, welche auf dem Teller einen gebratenen Red Snapper mit einer Tomate und Spinat vereinte. Sehr fein und würzig mit unterschiedlichen Säurekomponenten auf dem Teller.

Dann folgte das Hauptgericht mit einer gefüllten Taube, wo ich allerdings leider kein Foto gemacht hatte. Schmeckte aber umso besser in der gesamten Menüfolge. Dazu gab es einen roten Tropfen aus dem Burgund, welcher ebenso fein dazu paßte.

Zum Dessert folgte dann einen süße Tomate mit einem Eis und der karamellisierten Sauce. Aber der Gag dabei war der Bocksbeutel aus der kleinen Flasche aus dem Jahr 2000 mit dem eigenartigen Namen: Tauberrettersheimer Königin Bacchus, welcher absolut super zu diesem feinen Dessert passen sollte. Dieser süße Tropfen fällt nach 20 Jahren zwar ein wenig zu süß aus, wobei ich vermute, das der Säureabbau wohl stark vorangeschritten ist, was aber dem Genuss kaum einen Abbruch tat.

Das sollte dann das Geburtstags-Menü bei Uly sein, welches wir zu viert sehr genossen haben. Auf ein Neues im nächsten Jahr.

Das Kleine Kameel mit neuen Betreibern

Seit ein paar Tage, also genauer gesagt mit dem 3. Juli 2020 hat das Kleine Kameel im Hofgraben neue Betreiber, die sich gastronomisch hier ins Zeug legen. Die neuen Betreiber Stefan Aumaier und Georg Weber, welche vorher im Le Stolberg aktiv waren stellen sich einer neuen Herausforderung und haben sich mit dem Kleinen Kameel selbständig gemacht.

Auf der Visitenkarte wie hier zu sehen ist bereits zu lesen: Cafe & Weinbar. Einerseits ein wenig tiefgestapelt, denn die Speisekarte verspricht doch ein paar feine Gerichte und Schmankerl, welche ich ja schon seit einigen Jahren aus dem Le Stolberg kannte, jedoch mit dem zweiten Begriff, der Weinbar, bin ich aufgrund der Weinauswahl, welche bisher auf der Karte zu lesen ist, noch nicht so ganz einverstanden. Bei den offenen Weinen gibt es 6 weiße Sorten und gerade einmal 2 rote. Die Flaschenasuwahl nach Karte weist dann ebenso 6 weiße Flaschen und 4 rote Tropfen aus. Nur bei der Champagneruswahl liegen sie bereits in einem recht guten Feld an feinen Tropfen, welche meiner Einschätzung nach sicher aus der Empfehlung und der Herkunft von Nicola Neumann und den Champagner Characters herrühren. Da tauchen dann nämlich die Namen Gimmonet, Rodez und Pierre Moncuit auf. Wenn man sich schon auf der Visitenkarte als Weinbar ausweist, sollte man sich vielleicht auch dem Anspruch stellen, und hier eine entsprechende Weinkarte ausweisen, welche dem Titel annähernd gerecht werden kann. Es gibt ja heute so wunderbare Instrumente wie den Coravin, der es fast für alle Weine möglich macht diese auch glasweise auszuschenken, oder man kann die Auswahl so ergänzen, das es sich zumindest den Namen und Auswahl der Länder wo die Weine herkommen, nach einem Konzept aussieht. Bei den offenen Weinen bleiben die Gastgeber zwar in der Region Deutschland und Österreich fast verhaften, bis auf eine Italienische Ausnahme, jedoch bei der Flaschenasuwahl sind dann ein Argentinier dabei, aber nur drei Franzosen, welche primär aus der Loire stammen. Da sehe ich deutlich Nachbesserung angesagt.

An diesem ersten regulären Öffnungstag nach der offiziellen Ersteröffnung des Lokals konnte ich ein Rindertatar genießen, welches durchaus recht fein abgeschmeckt war und mit einer gerösteten Scheibe dunklen Brotes garniert war und einige Sprossen als Dekoration obenauf auf den Tisch kam.

Hier nur noch ein kleiner Eindruck vom Interior, welches sich so gut wie kaum geändert hat und auch die Tische und sonstige Inneneinrichtung hat sich kaum verändert und wird aber trotzdem dem kleinen Raum relativ gut gerecht.

Ich wünsche dem Team einen guten Start und hoffe auf eine bald anwachsende Weinkarte zum Verkosten und genießen. Cheers!


Eilmeldung – Neue Weinbar in Haidhausen

Wine Slingers

Mit dem Namen Wine Slingers öffnet am 15. Juni 2020 eine neue Weinbar in Haidhausen in der Milchstrasse 10. Da sich in Haidhausen ja schon in den vergangenen Jahren diverse Weinbars versucht haben, wird man gespannt sein, wie diese location bei den Weintrinkern ankommt. Ich konnte bereits einen kurzen kleinen Blick in die Räume werfen und es gibt wohl einigen Platz für Verkostungen und dazu alles was so zugehört. Angekündigt auf der Tafel an der Hauswand sind die Öffnungszeiten und eine Begrüßung wo sich Richie und Max auf die Gäste freuen. Über alle weiteren Inhalte werde ich dann hier berichten, wenn die ersten Gläser verkostet sind. Auf einen guten Start!


In der Eröffnungswoche, so in der Mitte Juni 2020 waren dann Uly und ich am Nachmittag auf einen ersten Besuch in dr Weinbar. Wir wurden von einer der Gründer freundliche begrüßt und nach einem kleinen Tratsch zur aktuellen Situation und dem Programm der neuen Weinbar sollten wir uns im größeren Raum setzen und der Gastgeber kredenzte uns einen ersten Crèment.

Ein sehr feiner Crèment aus der Region Baden und der Ortschaft Auggen, welche relativ lange auf der Hefe vergoren wird und auch noch in der Nase eine relativ kräftige Hefenote hatte, die aber keineswegs unangenehm wirkte. Am Gaumen wirkte dieser blanc dann recht frisch und konnte wirklich überzeugen mit runder fruchtiger Note.

Diese Weinbar hat sich zunächst auf junge, kleine Winzer verschrieben, welche in der Regel auch noch meist unbekannt sind, aber durchaus recht feine Tropfen produzieren können.

Als nächsten Wein sollten wir einen Riesling verkosten, der von der Winzerin Juliane Eller aus R<heinhessen produziert wird, die selber erst seit 2013 mit Ihren Rebflächen Am Start ist.

Dieser sogenannte Juwel aus dem Jahr 2018 wirkt schon fast wie aus einem alt eingesessenen Haus, welches sich auf den Riesling spezialisiert hat. In der Nase reif und leicht fruchtig. Dann am Gaumen zunächst ein wenig zurückhaltend ws aber dann am hinteren Gaumen ganz gewaltig kommt mit einer sehr feinen fast prickelnden Säure und einem Abgang der an große Rieslinge der GG Gewächse fast schon heranreicht. Sehr fein und zu einem fast unschlagbaren Preis.

Dann folgt eine ganze außergewöhnliche Flasche die uns eingeschenkt wird. Ein Silvaner Reserve, der auf eine fast grandiose Art und Weise vergoren ist, das es kaum zu erkennen ist, was da so einem in der Nase und am Gaumen entgegenbringt. So einen außergewöhnlichen Silvaner habe ich fast noch nie verkosten können, einmal abgesehen von den Orange Silvaner der Wein-Insel Weinmacher.

Der Weinladen wo wir waren hat sich das eine Faß reservieren lassen und mit einem eigenen Etikett nun im Regal stehen, was in der ersten Woche der Verkostungen gleich fast schon zu einem regelrechten Run auf die Flaschen ausartete. Also auch hier von weiteren Weinverkostern offensichtlich gerne getrunken kann ich dem nur zustimmen.

Zum Abschluss gab es dann noch einen roten aus dem Angebot, welcher ebenso ein wenig ausgefallen, bzw. dem Stil des Laden angepaßt etwas fein, besonderes darstellen sollte. Hier ging es um einen Spätburgunder der Partner Fritz und Ulla, welche sich bei den “Junge Pfalz Weine” mit organisiert haben und selber in Hambach bei Neustadt an der Weinstraße Ihre Weine anbauen. Dieser Spätburgunder mit dem Namen Road to Goat wirkt nicht wirklich wie ein typischer Burgunder Pinot Noir, sonder eher wie ein feinfruchtiger “deutscher” Rotwein, der sich um die Frucht kümmert und geschmacklich auch gefallen will. So sieht das dann auf dem Etikett der Flasche aus:

Fazit: So eine neue Weinbar ist durchaus unterstützenswert und wird hoffentlich seinen Weg machen mit seiner etwas außergewöhnlichen Auswahl an Weinen. Prosit und auf ein Neues!

Neues Buch zum Wein: “Einfach Wein” von Aldo Sohm

Es werden ja immer noch eine ganze Reihe neuer Bücher über Weingeschrieben, obwohl ja wohl die meisten Eckdaten zu Reben, Weinbau, Kellerwirtschaft etc. so im Großen und Ganzen schon veröffentlicht sind. Aber auch dieser Themenbereich unterliegt gewissen zeitgenössischen Einflüssen und so hat der Sommelier Aldo Sohm Ein Buch mit dem Titel “Einfach Wein” veröffentlicht, welches recht erfrischend daherkommt und wie folgt aufgebaut ist.

Die Titelwahl dieses mit 275 Seiten doch recht umfangreichen Buches ist durchaus zweideutig. Einerseits halten ja viele Menschen das Thema Wein nicht wirklich als einfach, andererseits zeigt nicht nur der Titel auf visuelle Art und Weise, sondern auch der Untertitel dieses Weinbuches recht eingängig, das es hier sich nicht um einen normalen Weinführer durch die Regionen handelt. Der Untertitel, wie auf dem Bild zu sehen lautet: Der illustrierte Guide. Unterteilt ist dieses Buch in 4 große Kapitel, welche sich mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Was ist Wein überhaupt?
  • Wie man trinkt
  • Wie Sie Ihren Gaumen entwickeln
  • Wein & Essen

Hier werden also von einem sehr erfahrenen Sommelier erstmals in einer solch ausführlichen Form und auch etwas anderen Herangehensweise Dinge rund um Wein und dessen Genuss erklärt, welche mit einprägsamen und simplen, aber schlüssigen Grafiken unterstützt werden.

Aldo Sohm beschreibt ganz zu Beginn des Buches auf einer Seite seine eigenen Weinregeln. Und dann ist man schon mitten drin in der Lektüre der Beschreibungen was eigentlich Wein ist. Von den Weinstilen über die Rebsorten die Anbaugebiete und auch so neuere und aktuelle Themen wie Natural Wine. Und ganz besonders breit wird natürlich hier die Herangehensweise an den Genuss von Wein beschrieben. Kein Wunder für einen Sommelier. Geschmacksbildung und Verkostungen sowie die Kombination mit dem wozu ja meist der Wein auch ein exzellenter Begleiter ist – das Essen. Eine sehr erfrischende Publikation im heutigen Blätterwald. Gratulation!


Thema Wein auf Briefmarken

Zunächst einmal muß ich wohl erklären, warum ich ausgerechnet das Thema Wein auf Briefmarken hier einmal abhandeln will. Zunächst bin ich ja erklärtermaßen ein “Wein-Verrückter”, der sich mit allen Facetten des Wein beschäftigt, und weiterhin bin ich seit meiner Jugendzeit auch Briefmarkensammler, was sich in so einer speziellen Zeit wie dem Corona lockdown als ein wenig hilfreich erwiesen hat. So habe ich in den letzten Wochen in meiner Briefmarkensammlung eine ganze Reihe an Briefmarken entdeckt, die sich mit dem Thema Wein beschäftigen. Außer den dann hier gezeigten gibt es zwar noch eine ganze Reihe mehr solcher bildlicher Darstellungen, jedoch befinden sich diese bisher nicht in meiner Sammlung. Also folgen hier jetzt diejenigen die ich aus meiner Sammlung herausgesucht habe und ein paar Stichworte dazu aus den Katalogen herausgesucht habe. Beginnen will ich mit dem Weinbauland Deutschland, welches ich chronologisch von alt zu neueren Datums darstellen will. Es beginnt mit der

DDR

Diese 15 Pfennig Marke aus 1974 stellt eine Weinprobe im Hofkeller dar, welche im Schloßmuseum Arnstadt ausgestellt ist und das Puppenhaus Monplaisir darstellt.

Entwurf: Gottschall


Deutschland

Diese erste Marke aus dem Bereich der Deutschen Bundespost kam 1958 als eine von vier Wohlfahrtsmarken an den Schalter zum Oberthema Landwirtschaft. Hier also genauer gesagt der Weinbau mit der Darstellung einer Winzerin mit einer Weinrebe. Der Wert von 20 Pf. plus 10 entsprach 1958 dem Standardbrief, wobei die 10 Pf. als zusätzliche Abgabe an die Wohlfahrtsverbände ging. Diese Art von speziellen Briefmarkenserien gibt es heute noch, welche 1-2 mal im Jahr auf den Markt kommen.

Entwurf: Meerwald


Auf dieser 50 Pf. Marke der Deutschen Bundespost aus 1980 wird das Thema Zwei Jahrtausende Weinbau in Mitteleurope in drei Szenen behandelt. Ganz links die Situation im Weinberg, wo der Weinbauer wohl zwischen den Rebenreihen sein Unkraut jätet. In der Mitte die Verarbeitung der Trauben im Keller, was ich selber auch noch heute so in Spanien live erlebt habe. Ganz rechts dann die weitere Verarbeitung des Rebensaftes in den Holzfässern und der Winzer versucht ein erstes Glas aus den Fässern. Die Darstellung ist ein Holzschnitt aus dem “Rucelia commoda” (1309) von Petrus de Crescentus um 1230 bis ca. 1310 aus Italien, Schriftsteller.

Entwurf: Poell

Dann folgt in Deutschland eine Marke aus dem Jahr 1990 zum Rieslinganbau. 500 Jahre Rieslinganbau als Thema, wo in der gestalterischen Umsetzung eine Rieslingrebe so dargestellt wird, das sich diese in Form des “R” um die Rebstangen windet. Was mich persönlich hier an der Darstellung allerdings stört ist die Darstellung der Trauben, die weder einer Rieslingtraube entsprechen, noch werden die Farben in so gleichmäßiger Form dem gerecht, wie die Rieslingtrauben am Stock hängen. Die Marke kam 1990 in den Handel und hatte den Wert von 100 Pfennig.

Entwurf: Kößlinger

Als neueste Ausgabe zum Thema Wein kam dann in 2017 eine Marke mit dem Titel Weinbau in Deutschland auf den Markt. Der Wert sind hier 70 cent, welcher in 2017 die Frankierung für den Standardbrief war. Wie hier zu sehen habe ich also diese Marke mit einem Stück Rand in der Sammlung, wo diverse Rebsorten aus Deutschland zu lesen sind wie Trollinger, Müller-Thurgau, Spätburgunder, Blauer Portugieser etc. Die Darstellung der Marke zeigt also eine rote Traube, welche nicht näher bezeichnet ist, jedoch bei näherem Hinsehen, kann man die Silhouette der Deutschen Landkarte aus dem Jahr entdecken.

Entwurf: Erdmann


Lettland

Bei Lettland wird sich so mancher Leser fragen, wie kommt denn dieser Staat in Verbindung mit Weinbau? Selbst in solchen nördlichen Gebieten werden heutzutage wieder vermehrt auch einigermaßen erfolgreich gute Trauben für Wein angebaut, jedoch heute weniger rote, sondern eher weiße Sorten. Die Ortschaft Sabile in Lettland trägt also eine Weintraube im Stadtwappen, wo die Briefmarke aus dem Jahr 2007 stammt.

Entwurf: unbekannt


Ungarn

Aus Ungarn habe ich zwei ganz unterschiedliche Marken bei mir in der Sammlung entdeckt. Die erste aus dem Jahr 1959 zeigt eine Szene eines Winzern vor dem Plattensee und einem Weinberg der den Wert 40 forint darstellt. Die Situation wird im Katalog nicht weiter erklärt.

Entwurf: Tibor Göncz

Diese zweite Marke aus Ungarn stell einer der wirklich interessanten Traubensorte dar, die heute im Weinbau in verschiedensten Regionen der Welt angebaut wird. Cabernet Franc wird hier mit dem Zusatz E.11 beschrieben, was ich nur vermuten kann, wohl einer der Klone, welche in Ungarn angebaut werden bezeichnet wird. Die ungarische Bezeichnung steht darüber. Diese Marke stammt aus 1990.

Entwurf: unbekannt


Frankreich

Diese Marke aus Frankreich stammt aus einem Block der 2004 in Frankreich ausgegeben wurde und mit dem Titel “Les Vignobles du Beaujolais” eine Gammas Traube wohl darstellt, woraus der Beaujolais hergestellt wird. Die 50 cent Marke ist nur ein Beispiel aus diversen anderen die zum Thema “La France à vivre” auf diesem Block dargestellt werden. Zu deutsch und im Katalog wird der Block als Aspekte der Regionen bezeichnet.

Entwurf: unbekannt


San Marino

Das Thema dieser Markenserie ist recht profan mit Früchte benannt. Zu sehen ist wohl eine Silhouette von San Marino mit den überschwelgenden Trauben in zwei Farben im Vordergrund. Der Titel der Marke im Katalog, Weintrauben, welche lateinisch vitis vinifera lautet.

Entwurf: unbekannt


Schweiz

Diese Marke aus der Schweiz ist 1979 in einer der Serien von Pro Juventute herausgekommen. Dargestellt ist wohl auch hier ein Stadtwappen aus der Stadt Perroy aus der Schweiz, so ähnlich wie auf der lettischen Marke von Sabile. Und sicher ist auch hier diese Stadt in der Schweiz eine Weinbauortschaft, die sich in der Schweiz sicher nicht als einzigste so darstellen kann.

Entwurf: Gastone Cambin


Süd-Afrika

Diese 2,5 cent Briefmarke aus Südafrika zeigt eines der Hauptgebäude des Weingutes Groos Constantia welches ganz in der Nähe von Kapstadt liegt und wo ich selber auch schon im Jahre 2015 besucht habe. Die Marke stammt aus dem Jahr 1961 und ist interessanterweise noch in zweisprachiger Ausführung bedruckt, also ebenso noch zur Zeit der Apartheid herausgekommen. Da diese Marke in 2 farbiger Gestaltung ausgeführt wurde, ist der schön zu sehen, wie so eine zweite Druckfarbe auch mal kräftig neben den eigentlich vorgesehenen Stellen auf den Briefmarkenbogen gedruckt wurde. Die Farbe grün, welche für die Fensteröffnungen und das Weinblatt vorgesehen waren sind deutlich nach rechts versetzt. Hier noch zwei weitere Fotos von Groot Constantia aus 2015 von meinem Besuch dort.

Entwurf: unbekannt

Schließlich bin ich 2018 ein weiteres Mal in Südafrika auf einer Weinreise gewesen, welche mindestens genauso interessant war wie die erste Reise, denn ich habe 2018 einige weitere Weingüter besucht und hatte auch die Möglichkeit mich in der Region Kapstadt noch weiter umzusehen. Im Jahr 2017 brachte dann die Südafrikanisch Post einen Briefmarkenblock zum Weismachen in Südafrika heraus der mit 5 Marken bestückt ist. die ich weiter unten kurz beschreiben werde.

Von oben Mitte im Uhrzeigersinn zeigen die Marken folgende Situationen:

  • Groot Constantia Wines. Duke of Northumberland 1791 and Grand Constantin 1821.
  • South African Pinotage. First bottled vintage Lanzerac Wines 1959.
  • Weinlandschaft in Südafrika
  • Weinernte
  • Barrique-Fässer im Keller

Dieser Briefmarkenblock ist eines der sogenannten modernen Beispiele aus der Briefmarkenproduktion, denn die einzelnen Marken sind nicht mehr im Papier mit einer Zähnung ausgestanzt, so das man diese entsprechen heraustrennen könnte, sondern das Papier der Marken sind auf einer Trägerfolie aufgebracht, wo ie Marken selber nur durch Ihr Papier ausgestanzt sind, und so die Marken entsprechend abgezogen werden können und durch die Klebebeschichtung auf der Rückseite auf einen Brief geklebt werden können.

Zur zweiten Marke wäre noch eine kleine Erklärung nachzuliefern, dem South African Pinotage. Diese Rebsorte ist eine Kreuzung bzw. Neuzüchtung aus Stellenbosch wo in den 20er Jahren des 20 Jhrd. ein Abraham Isak Perold die Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder) und Cinsault (in SA auch Hermitage genannt) so kreuzte, das daraus der Pinotage entstand. Die zwei Reben gaben also hier den zusammengesetzten Namen vor: “Pinot” – und “age” von Hermitage. Pinotage wird heute noch recht erfolgreich in Südafrika angebaut, wurde aber in den letzten 20-30 Jahren auch hier rechts stark von anderen internationalen Sorten verdrängt.

Soweit also eine kleine Revue aus der Welt des Weines in Verbindung mit den kleinen Papierschnitzeln, welche millionenhaft durch die Welt kursieren und leider zu oft wenig Beachtung finden, obwohl sie eine Menge interessanter Geschichten erzählen können.


Zucchinipürée mit Minze nach D. Humm

Dieses Rezept ist mal wieder eine feine Sache, wenn man aus so einem vielseitigen Gemüse wie einer Zucchini ein entsprechendes Begleitgemüse erstellen will, oder auch dieses als eine wesentliche Beilage zu Kartoffeln oder auch einem kräftigen Fleisch beigeben will. Das genaue Rezept steht im Buch I love NY von D. Humm und W. Guidara. Nachzuschlagen auf Seite 399 unter dem Titel wie oben beschrieben “Zucchinipürée mit Minze”. Für mich ist diese Zubereitung auch eine ideale Art für die weitere Zugabe von anderen Gemüsesorten, welche sich geschmacklich gut dazugesellen können. Also meine ich ich die diversen Rübchen, welche im Herbst bei uns auf den Märkten zu bekommen sind, oder auch so manche Kürbisse oder Gurkensorten können hier kombiniert werden. Auch noch einfallen würde mir der wilde Brokkoli, der jetzt immer öfter an meinem Marktstand zu erhalten ist.

Und zu diesem feinen Gemüse habe ich mir eine Flasche Riesling aus dem Keller geholt, welches vom Weingut Van Volxem stammt. Dieser Riesling stammt also aus der Region Saar und von der Lage Altenberg mit dem Zusatz alte Reben aus dem Jahr 2015. Da dieser Jahrgang 2015 in Deutschland bei den Rieslingen ganz besonders gut ausgefallen ist, sollte hier eine Kombination mit einem kräftig gemüsigem Gericht wohl auch gut passen. Und es sollte sich wirklich als ausgezeichnete Wahl erweisen. Die Kombination mit dem fruchtig säuerlichen Gemüse paßte wunderbar zu dem trockenen Riesling, der sich fast schon geschmeidig zu dem Gemüse gesellte. Hier die Belege in Fotos, wie das auf den Teller kommt.

Abgesagte bzw. verschobene Weinverkostung Languedoc/Roussillon

Eigentlich würden hier jetzt die diversen Weine der Verkostung vom 22. März 2020 bei mir zu Hause auftauchen, jedoch mußte ich auch diese Verkostung aufgrund der aktuellen Situation mit dem COVID-19 Virus absagen. Aber abgesagt ist in dem Fall nur aufgeschoben, denn bereits im letzten Jahr hatte ich diese Verkostung ja bereits absagen müssen, da ich mir den großen Zeh am linken Fuß gebrochen hatte. Also liegen die Weine noch mal ein paar Wochen oder Monate länger im Weinkühler im Keller, was allerdings den guten Tropfen sicher nichts schaden wird.

Das Bild zeigt den Pic Saint Loup, welches seit einigen Jahren auch ein AOC Gebiet ist, und im Süden Frankreichs, nördlich von Montpellier liegt. Ausgesucht hatte ich 16 verschiedene Weine aus der Region Languedoc/Roussillon mit einem Pirat der gleichen Rebsorten aus einer ganz anderen Weinregion der Welt, und zum Schluss wird es dann noch eine Magnum aus der Region geben. Die Weine kommen aus den Jahren 1999 bis 2017 und werden in 8 Flight verkostet zu jeweils 2 Weinen die ich nach Ihren Regionen bzw. auch deren Traubensorten zusammengestellt habe. Da keiner von uns weis, wann es mit der Virus-Geschichte zur Neige geht, kann ich auch hier nicht sagen, wann wir die neue Verkostung ansetzen können. Wir sind gespannt darauf. Also nicht verzagen, Bacchus fragen, denn der weis vielleicht wenigstens wie es mit den Trauben weitergeht. Prost und auf Bald.

Euer Weinverrückter Olaf

Istrien Weinverkostung mit Paula Bosch und den Weinakademikern

So Ende Januar in diesem Jahr 2020 gab es einmal wieder eine etwas ausgefallene aber durchaus sehr interessante Weinverkostung mit einigen Flaschen weiß und rot aus der Region Istrien, der Halbinsel in der Adria die heute zum Staat Slovenien gehört. Ich selber hatte schon lange keinen Tropfen mehr aus dieser Region verkosten können, und war deswegen umso gespannter was Paula Bosch an diesem Abend so alles kredenzen sollte. Insgesamt hatten wir die Möglichkeit 7 weiße Sorten und 10 rote Sorten aus dieser Region zu verkosten. Auf dieser Halbinsel werden gerade einmal auf 3000 ha Wein angebaut, welche in 6 Bereiche auf der Halbinsel unterteilt werden können. Die Weingärten stehen hier auf Höhen zwischen 0 und 500 Meter über N.N. und gerade einmal 100 Winzer vermarkten Ihre Weine selber im Land oder auch auf dem internationalen Markt.

Wir beginnen meist wie bei den Weinakademikern mit einem sprudelndem Getränke aus der Region, welches dort zwar nur recht wenig produziert wird, aber durchaus gefallen kann. Der Winzersekt stammt von dem Betrieb Kabola Wienre, welcher auf 23 ha gesamt seine Reben anpflanzt und als Bio Betrieb zertifiziert ist. Die Trauben für diesen Sekt sind die Malvasia, welche für 2 Jahre auf der Hefe ausgebaut werden. Da Paula Bosch schon seit einigen Jahren durch die Gegend fährt und einige Besuche bei den Winzern hinter sich hat, konnte Sie viel über manche Eigenheiten und Spezialitäten im Laufe des Abend zu Weinen und Winzern zum Besten geben. Hier eine grobe Übersicht der Flaschen, welche an diesem Abend zur Verkostung anstanden.

Wie bereits gesagt gab es 7 weiße Rebsorten der Weinbaubetriebe, welche alle im Einzelnen zu beschreiben vielleicht etwas zu langwierig wäre. Primär gab es Malvasia und Grauburgunder bei den weißen Trauben, wobei der letzte in der Reihe ein Orange Wine war. Namens Ottocento Bijeli aus 2015 von dem Betrieb Clan in Buje.

Und auf der roten Seite sollten es dann 10 verschiedene Flaschen sein, welche recht unterschiedlich cuvetiert waren, aber auch internationale Trauben beinhalteten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc oder auch Merlot. Für mich auffallend war auch, das die Aufmachung der einzelnen Flaschen doch recht modern und “marketinggerecht” anmuteten, was ch so auch nicht auf Anhieb vermutet hatte. Hier noch ein Beispiel der roten Sorten im Detail.

Auf alle einzelnen Flaschen einzugehen würde hier ein wenig zu weit gehen, aber ich will doch 2-3 Proben hervorheben, welche mir an diesem Abend besonders gut mundeten. Da waren auf der weißen Seite 2 Exemplare, welche ich mit 17,5/20 Punkten bewertet hatte. Das war zunächst der Grauburgunder von Arman Franc aus Vizinada und dem Jahr 2016. Eine sehr feste würzige Nase mit Anklängen von Terroir. Volle komplexe Note am Gaumen mit voller Note und recht vielschichtigem Geschmack.

Weiterhin bewertete ich mit der gleichen Note den Orange Wine von Clai aus Buje, welcher aus dem Jahr 2015 stammte und für mich mit einer sehr feinen Nase daherkam. Am Gaumen reife Früchte und recht edel am Gaumen und für mich ein Musterbeispiel eines sehr gelungenen Orange Wiens mit Zitrusnoten und Karamell Anklängen.

Bei den roten Sorten war es für mich dann der Wein von Roxanich mit Namen Ines und Crvenum, welcher als Cuvée aus 2009 aus der Flasche kam. Dieses Cuvée hat zwar eine kräftige Holznase, kann aber recht expressiv am Gaumen seine Qualität entwickeln. Langer Abgang mir feiner Frucht und gutem Nachgang.

Es ist immer wieder ein großes Erlebnis mit den Weinakademikern als Gast eine solche Weinverkostung mitzumachen. Klar – ganz umsonst geht das auch nicht, denn die Weine und auch der Präsentator wollen Ihren Obolus. Aber wenn man so weinverrückt ist wie ich, kann der Beitrag für so eine abendfüllende Verkostung durchaus in einem guten Verhältnis stehen zum Genuss dieser Art von Veranstaltung. Insbesondere stark erinnere ich mich an so ausgefallene Verkostungen wie die Sake Verkostung, oder auch manche mit Weinen aus Spanien.