Archiv der Kategorie: Wein

Meine Languedoc/Roussillon Verkostung in 2020

Endlich war es also soweit, das ich im Oktober 2020 meine bereits zweimal verschobene Languedoc/Roussillon Verkostung an einem der Sonntage im Oktober durchführen konnte. Da noch ein paar Gäste abgesagt hatten waren wir also nur zu 8 Personen am runden Tisch und nicht nur die Gläser, welche für die Zweier-Flights bereits standen, sondern auch die kleinen Speise zwischendrin hatten genügend Platz, um sich nicht in die Quere zu kommen.

Vorneweg gab es einen Winzersekt vom Weingut Lorenz, welches als Chardonnay fein ausgebaut war und für die nächsten 8 Flights einstimmen sollte. Bei den 8 Flights hatte ich diesmal die roten Sorten vorangestellt welches die ersten 5 Zweier-Flights waren und dazwischen noch ein Pirat mit den Traubensorten Grenzach und Syrah, sowie 2 Flights in blanc sowie einen mit zwei Süßweinen aus der Region, welche recht unterschiedlich ausgebaut waren. Zum Abschluss gab es dann noch eine Magnum, welche ebenso aus der Region stammte und vom Weingut Ch. des Estanilles aus 2007 stammte. Als fast alle Gäste eingetroffen waren hatten wir die erste Flasche Winzersekt zur Einstimmung geleert und es sollte der erste rote Flight mit den Weingütern Domaine des Schistes und A. Gros+J.P.Tollot beginnen.

Flight 1:

Hier treffen schon einmal zwei recht unterschiedliche Weine aufeinander. Von den Jahrgängen zwar recht ähnlich aus 2012 und 2015, aber der Schistes ist ein Cuvée aus Lledoner Pelut, Carignan und Syrah. Dafür ist der Wein von A. Gros ein reiner Grenache aus dem Minervois, welches doch wesentlich weiter weg vom Meer liegt als die Lagen des Côte Catalanes.

Der Schistes aus 2012 besticht mit einer sehr feinen Frucht und wenig Säure bei dichter schöner Frucht und leichter Strenge nach den Tannieren. Dagegen ist der 2015er von A. Gros eine krasses Gegenstück mit seiner Frische und einer sehr hellen Frucht. Eine sehr feine Nase und man merkt dem Wein richtig an, das die Winzerin aus dem Burgund stammt. Ein toller Einstieg in den Abend.

Nach diesem ersten Flight folgt ein kleiner Imbiss von Uly Schroth der einen kleinen Oktopussalat auf Dupuy-Linsen vorbereitet hatte.

Flight 2:

Hier treffen nun 2 Weine aufeinander die einmal aus den zentralen Cevennen stammen, welches der Das des Chimères ist und der andere weit aus dem Norden des Languedoc, so etwas Nordwestlich von Nimes vom Weingut Le Mazelet. Hier ein kleiner Eindruck, wie es vor dem Keller des Weingutes Mas des Chimères in Octon aussieht:

Die beiden Weine in der Verkostung stammen aus 2017 und 2015 und sind deshalb nicht so besonders alt, weil einerseits ich nur noch jüngere Jahrgänge von Chimères erhalten hatte, und das Weingut Le Mazelet erst vor ca. 2 Jahren entdeckt habe.

Der 2017er von Chimères hat noch eine kräftige Tanninnote, wobei die Kirsche sich leicht in den Vordergrund drängt und sich mit mehr Luft im Glas sich die Noten immer weiter verfeinern. Dafür ist der Le Mazelet eine Wucht was die feine Struktur am Gaumen so anbietet. Süße feine Noten am Gaumen mit fast schon eleganten Noten die sich wie ein Früchtebouquette auftun.

Flight 3:

Bei diesem dritten Flight geht es nicht nur von den Jahrgängen bis auf 2009 und 2006 zurück, auch habe ich diese Weingüter beide mehrfach besucht und bei einer meiner ersten Reisen mit meinem Bruder Holger auch Hildegard Horat auf Grange de Quader Sous entdeckt.

Ebenso waren wir ein paar Jahre später auf dem Weingut Foulaquier in der Region Pic St. Loup, wo noch weitere Güter später zu verkosten sind.

Der Lo Molin von H. Horat ist aus den Trauben Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon und zeigt sich trotz der Lage des Weingutes, wohl auch aufgrund des Alters des Weines in einer ausgezeichneten Qualität am Gaumen. Es können noch leichte Tannen etdeckt werden, was aber durchaus der Stilistik des Weingutes entspricht. Dafür ist der Les Calades vom Weingut Foulaquier fast schon ein richtiger Gaumenschmeichler. Sehr ausgewogen, rund mit leichter Eleganz tanzt der Tropfen über die Lippen und Papillen. Der Les Calades ist ein Cuvée aus Grenache und Syrah.

Nach diesem Flight folgt wieder ein kleiner Imbiss, den diesmal Bobby Bräuer beigesteuert hatte. Eine feine kleine Suppe mit Minibohnen, Chorizo und Holzmakrele:

Flight 4:

Der nächste rote Flight bringt einen Domaine de l’Hortes aus 2011 mit der Traube Syrah und einen Cuvée von der Dom. Gauby aus Calce, dem Süden des Roussillon, welcher aus den Sorten Carignan, Syrah und Mourvèdre zusammengesetzt ist.

Domaine de l’Hortus ist ebenso wie zum Beispiel Grange de Quatre Sous eines der Weingüter, welches wir seit den späten 80er Jahren bereits kennen. Die Familie begann bereits in den späten 70er Jahren mit nur wenigen Reihen Reben in der Region Pic St. Loup, was in den heutigen Tage zu einer Größe von über 60 ha gewachsen ist. Der Wein präsentiert sich recht dicht und immer noch heftig, wobei nicht Tannin-überbetont. Der Stoff geht richtig runter am Gaumen und animiert richtig fein mit diversen Gerichten kombiniert zu werden. Dagegen ist der Vielleicht Eigne von Gaube fast schon ein krasses Gegenstück, denn hier wirkt einmal wieder eine recht frische Note in der Nase und wirkt fast noch jung und sehr lebendig.

Flight 5:

Nach einer kleinen Fotostrecke, die ich zusammengestellt hatte, denn auf den allermeisten Weingütern war ich ja in den letzten 20-30 Jahren meist mit meinem Bruder Holger selber zu Besuch, sollten 2 Weine des Weingutes Les Aurelles folgen. Da ich in den letzten Jahren selber keine Aurelles mehr im Keller hatte, konnte ich vor ca. 2 Jahren bei einem Händler noch ein paar ältere Flaschen aus dem Jahrgang 2004 ergattern. Somit sollten wir diese zwei roten aus dem Jahrgang 2004 von Les Aurelles verkosten, welche einmal auf den Namen Aurel und die andere Flasche mit dem Namen Solen betitelt wurden. Der Aurel ist ein Cuvée aus Mourvèdre, je nach Jahrgang ein wenig Syrah, und Grenache. Dagegen ist der Solen ein Cuvée aus Crignan und Grenache.

Das Weingut liegt in der Region Coteaux du Languedoc und in der Ortschaft Nizas, welche etwas nördlich von Pézenas liegt. Das Weingut ein wenig außerhalb der Ortschaft ist sehr interessant von seiner Architektur her, denn der gesamte Bau ist aus einzelnen Felsen aus einem Steinbruch nahe Nimes gebrochen, die jede ca. 3 to. wiegen und aufgrund ihrer Mächtigkeit eine ideale Klimatik im Innern des Weingebäudes bilden.

Nun ein paar Worte zu den Weinen selber: Der Aurel duftet gleich zu Beginn in der Nase nach Kaffee, Mokka und erscheint sehr elegant am Gaumen. Eine sehr feine Struktur und das Alter der Flasche ist hier kaum zu erahnen. (17/20) Dagegen ist der Solen mit seiner tiefen und deftigen Nase ein kleines Gegenstück, was auch aufgrund der Rebsorten klar zu Tage tritt. Sehr elegant und feine Dichte mit einer Fülle wie sie sonst in der Eleganz kaum anzutreffen ist (17,5/20)

Damit wären die Flights in rot angeschlossen und ich hatte eine kleine Brandade die Morde im Backofen vorbereitet, die dann auf den Tisch kam:

Es folgte dann der erste Flight in weiß

Flight 6 (7):

Ein weiteres Weingut aus dem Roussillon mit Dom. Fontanel und einem Viognier aus 2008, sowie ein weiterer Wein von Grange de Quader Sous mit einem Marsanne und Viognier Cuvée aus 2012.

Da Uly und ich bei der Vor-Verkostung feststellen mußten, das der Viognier von Fontanel bereits sehr reif geworden war, stellten wir die beiden Flight 6 + 7 um und setzten die Probe mit den 2 weißen von Flight 7 fort. Hier aber schon mal ein paar Worte zu diesen beiden Weinen. Der Fontanel hatte bereits eine tief gelbe Honigfarbe angenommen und behielt aber trotzdem noch seine Frische leicht Säurehaltige Note am Gaumen. Dagegen zeigte sich der Le Jeu du Mail als wunderbare frische mit Feigennoten und einer wunderbaren leichten Säure die sich lange am Gaumen und im Abgang fortsetzte.

Dann hatte ich noch ein kleines Gericht vorbereitet, welches aus einem Tofu überbacken mit Comte und ein wenig in Butter geschwenktem Salicorne bestand:

Dann folgte also der eigentliche Flight 7, welcher aber vor dem Flight 6 verkostet wurde.

Flight 7 (6):

Hier sollten wir wieder 2 etwas jüngere weiße Sorten aus der Region Pic St. Loup und ganz aus dem Süden der Côte Catalanes haben. Einmal einen Viognier, Chardonnay Cuvée von Dom. de l’Hortus und zum zweiten einen Grenache blanc, Grenache gris und Macabeu Cuvée von Dom. de Schistes.

Der Hortus ist immer eine kleine Bank, wenn man sich in etwas ältere Jahrgänge bewegt, was in diesem Fall ein 2013er war. Recht süffig, mit noch leichter Säure am Gaumen aber doch dann auch wieder sehr typisch für die Region. Dafür ist der Schistes in seiner Kraft und Finesse, der ja mehr aus dem Süden kommt ebenso ausgesprochen typisch und zeigt auch noch trotz seiner 5 Jahr Alter schon recht feine Säurespiele am Gaumen und eine leichte Eleganz und Kraft, welche ich insbesondere auf die Auswahl der Trauben zurückfahre.

Flight 8:

Zum Abschluss der gesamten Verkostung sollte es natürlich auch noch einen Flight mit 2 süßen Vertretern der Region geben. Dafür hatte ich in meinem Keller noch 2 Flaschen gefunden, die schon länger dort lagerten und jetzt bei dieser Gelegenheit mal wieder unter die Leute kam. Es handelte sich einmal um einen Rivesaltes Ambra von der Dom. Fontanel, welcher aus der Traube Grenache blanc erzeugt wurde. Und zum Zweiten ein roter von Das Amiel als Vintage Reserve, welches ein AOC Maury war und aus der Traube Grenache erzeigt wurde. Der Rivesaltes stammte aus 1999 und der Maury aus 2005.

Auch auf dem Weingut Fonatel waren ich und mein Bruder immer wieder gewesen, und es stellte sich wie auch in dieser Verkostung heraus, das wenn man mal ein Kistchen mehr besorgt, und dieses in den Keller legt, dann nach vielen Jahren immer noch einen wunderbaren Süßwein genießen kann, der weder alt noch irgendwie oxidiert wirkte, sonder eher noch ein wenig trocken aber leicht süffig sich mit den süßlichen Noten eines Spitzenhonigs vergleichen ließ. Mas Amiel ist mit seinem Grenache dagegen etwas ganz anderes am Gaumen. Hier wird dem Wein durch diverse Prozedere bei der Weinbereitung, wie auch ein wenig auf dem Foto unten zu sehen, eine Reife beigegeben und auch ein entsprechender Alkoholgehalt so das hier viel mehr von einem dichten Aperitif gesprochen werden kann.

Ganz zum Schluß gab es dann noch eine Magnum, welche außerhalb der Flight zum Brot und Ausklang genossen werden durfte, welches ein Ch. des Estanilles aus 2007 war.

Hier hatte ich diesmal zu der Verkostung ein Backfeuerbrot mit viel Gewürz und dunkel gebacken ausgesucht, sowie 2 Winzerringe, welche mit Speck, Sauerkraut und hauptsächlich Roggenmehl zubereitet wird. Die Rezepte stammen aus dem Buch der Wildbakers, welche ich schon mehrfach ausprobiert und immer gut gelungen waren.

Soviel also zu meiner Verkostung der Region Languedoc/Roussillon, welche nach Meinung aller Anwesenden doch mal wieder recht gelungen war.

Auf ein Neues wohl dann im nächsten Jahr – dann aber mal wieder mit eine Reihe deutscher Weine.

Wiederbesucht: VDP Weingut Wöhrwag in Untertürkheim

Anfang September gäbe es einmal wieder einen Infobrief vom Weingut Wöhrwag, das im September die neu auf den Markt gekommenen Großen Gewächse aus dem Weingut verkostet werden können. Da ich sowieso Mitte September auf einen dreitägigen Besuch in Stuttgart weilte, machte ich mich am zweiten Tag auf den Weg nach Untertürkheim, wo das Weingut Wöhrwag mitten in der Ortschaft ihr Weingut hat und dort dann auch entsprechend die neuen Weine in einem feinen Verkostungsraum versuchen kann. Bei Wöhrwag war ich bereits einmal schon vor ca. 4 Jahren, und was mich bereits damals überzeugte waren die vollmundigen, feinen und zum Teil fast grazilen Weine aus dem Weingut. An diesem Tag standen also nicht nur die Großen Gewächse zur Verkostung an, sondern ich sollte 7 Weine aus dem Weingut verkosten dürfen. Bei den weißen Sorten, womit begonnen wurde, sollten zunächst ein Weißburgunder aus 2019 sein der sich in der Nase bereits sehr duftig präsentierte, mit einer feinen Frucht und einer passenden Säure. Einer der Weine aus der Ersten Lage.

Dann folgte ein Riesling aus 2019 GG der sich noch recht verhalten präsentierte.Ein wenig verhaltene Frucht aber mit recht feiner Säure. (17,5/20)

Dann folgte ein Wein, den das Weingut erst ein zweites Mal so auf den Markt gebracht hat. Ein Weißwein Namens Fumé blanc, welcher natürlich nicht in die VDP Klassifikation paßt, aber trotzdem sehr interessant im Glas sich präsentiert. Fumé blanc wird klassischer Weise im Burgund hergestellt und stammt aus der Traube Sauvignon Blanc. Dem ist natürlich auch hier so, wobei natürlich jeder Winzer so seine Eigenheiten hat, wie er die Trauben im Keller verarbeitet. Das heißt also wie lange werden die Trauben maischevergoren, wieviel Schwefel wird beigegeben etc. Im Glas präsentierte sich der Wein ein wenig holzig mit feinen kräftigen Noten aus der Frucht und der Säure. Durch den jungen Jahrgang denke ich kann sich da noch eine Menge an Reife in der Flasche entwickeln. (17,5/20)

Nach diesen drei weißen Tropfen ging es über zu den roten Varianten des Weinguts. Da wir hier ja in der Weinbauregion Württemberg sind gibt es hier auch eine ganze Reihe Lemberg. Ich verkoste 2 davon, wobei der Lemberg GG aus 2018 eine sehr feine dicht und kräftige Note aufweist, die sich sehr präsent präsentiert. Dann folgen zwei Pinot Noir (auch Spätburgunder genannt) welche beide aus dem Herzogenberg stammen und auch als GG klassifiziert sind. Der 2018er Jahrgang zeigt sich bereits mit einer sehr feinen Struktur am Gaumen und viel Frucht. Sehr fein und elegant. (17,5/20) Aus der gleichen Lage der Jahrgang 2016, der sich sehr fein entwickelt hat und eine feine Struktur aufweist. Der Jahrgang kann aber nicht ganz so gut bewertet werden wie der 2018er. (17/20)

Große Gewächse Verkostung bei Weinfurore in München

Nach so einer langen Durststrecke, wohl auch im wahrsten Sinne des Wortes, konnte ich einmal wieder einer der Verkostungen in München besuchen, welche bei der Weinhandlung furore rotweißrot stattfand. Die Weinhandlung kenne ich schon länger, auch noch als sie in der vorhergehenden Lokalität beheimatet waren, und seinerzeit nur österreichische Weine im Angebot hatten. Als dann der Sohn der Familie ins Geschäft einstieg, und die Weinhandlung in eine nicht weit weg entfernte ehemalige Schreinerei umzog, kamen eine ganze Reihe der besten deutschen Weingüter ins Programm dazu. Und auch wenn diese Weinhandlung zwar kein wirklicher Newcomer ist, wurde hier doch in den letzten Jahren eine sehr breite Basis an wirklich relevanten und den besten Weingütern aus Österreich, und später dann eben auch aus Deutschland ins Programm genommen. Und weiterhin sei damit festgehalten, das hier ein so qualitativ hochwertiges Programm in den letzten Jahren zusammengestellt wurde, welche in München und Umgebung seinesgleichen sucht. Damit soweit erst einmal genug der Lobhudelei, was sich aber locker fortsetzen ließe, so wie sich die Verkostung der Großen Gewächse darstellte. Der Begriff Große Gewächse stammt ja aus der Quelle des VDP und hat sein Synonym in der französischen Bezeichnung Grand Cru. Der VDP schreibt vor, das die Großen Gewächse (GG) in weiß erst im folgenden Jahr im September, und die roten im übernächsten Jahr im September vermarktet werden dürfen. Dann ein paar Worte zur Verkostung selber. Es wurden angeboten primär Rieslinge ud Spätburgunder mit einigen Weiß- und Grauburgundern. Folgende Regionen aus Deutschland waren vertreten:

  • Rheinhessen mit 8 Weingütern
  • Die Nahe mit 7 Weingütern
  • Die Mosel mit 5 Weingütern
  • Die Pfalz mit 5 Weingütern
  • Weitere Regionen mit 3 Weingütern
  • 4 Weißburgunder und
  • 8 Spätburgunder aus 2018

An diesem Freitag um 13 Uhr waren dann für dieses Zeitfenster der Verkostung ca. 12-15 Personen auf 2 Tische verteilt, wo wir stehender Weise die einzelnen Tropfen in recht schneller aber durchaus auch fachreicher weiterer Erklärungen genießen konnten. Insgesamt waren es ja am Schluß 40 Weine, wozu dann noch ein paar weitere Tropfen hinzukamen.

Was für mich am heutigen Verkostungstag besonders interessant war zeigte sich in der hohen Qualität der Rieslinge insbesondere, aber auch im hohen Standard der GG im roten Bereich. Bei den Rieslingen war für mich relativ eindeutig die Nahe gut an der Spitze meiner Bewertungen. Und die roten standen in dem kaum hinten an, wobei diese Spätburgunder ganz besonders hoch einzuschätzen sind.

Noch eine kleine Anmerkung zum gewählten Tag und der Abfolge. Der Veranstalter Weinfurore hatte solche Verkostungen früher einfach mit vielen Winzern als Hausmesse veranstaltet, was zu Corona-Zeiten so nicht möglich war. Also wurden eben Zeitfenster von 1,5 Std. für jeweils ca. 12-15 Personen vereinbart wo man diese 40 Weine für 20.-€ verkosten konnte. Ein absolut fairer Preisgabe auch wirklich sehr professionell veranstaltet.

Auf ein Neues – hoffentlich.

Zanderfilet auf buntem Gemüse; Two Rivers SB aus Neuseeland

Ein schnelles Gericht in der Zubereitung, aber auch im Einkauf ist so ein Teller immer eine feine Sache, wenn ich mich spontan entscheide etwas mit so einem Fischfilet, oder auch gewissen Gemüseresten oder frischen diversen Zutaten zuzubereiten. Das Grundprinzip des bunten Gemüse-Allerleis ist eigentlich ein asiatisches, denn dort wird sehr oft auch das Gemüse so klein geschnitten, das es im Wok sehr schnell und frisch zubereitet werden kann. Ich verwende allerdings eine ganz normale Pfanne, welche mit dem Olivenöl recht gut erhitzt werden muß, damit die zugeschnittenen Gemüse und Zwiebeln schnell garen. Bei den Gemüsen hatte ich diesmal 2 oder 3 verschiedene Karottensorten, eine rote Haushaltszwiebel, etwas Knoblauch, vielleicht ein wenig Staudensellerie und man kann dann natürlich diverse andere Sorten auch noch dazugeben, je nach Geschmack. Für das Zanderfilet muß ich mir beim Fischhändler auf jeden Fall das Stück so geben lassen, das es möglichst frisch und noch mit der Haut in die Pfanne kommen kann. Auch die Zubereitung ist hier recht einfach. Das Filetstück gut abtrocknen und leicht salzen sowie pfeffern. Dann in einer Eisenpfanne, oder auch beschichteten den Fisch mit etwas Butter und ein wenig Olivenöl zuerst auf der Fleischseite für knapp 1 Minute anbraten, den Fisch auf die Hautseite drehen und dort dann je nach Dicke des Filets den Fisch für ca. 2-3 Minuten scharf anbraten. Den Backofen habe ich vorher auf ca. 150 °C vorgeheizt und schiebe dann die Pfanne in den Ofen um den Fisch fertig zu garen. Zum Anrichten kann dann natürlich noch ein wenig Grünzeug zum warmen Gemüse gestreut werden, was aber mit Bedacht passieren sollte, denn sonst übertönt der Geschmack des Grünen die gedämpften und gebratenen Teile auf dem Teller. So wird dann angerichtet:

Zu diesem Gericht habe ich dann mal wieder einen Exoten aus dem Keller geholt, der aber wunderbar fein zu dem Zander, aber auch zum deftigen Gemüse paßte. Der Sauvignon Blanc vom Weingut Two Rivers aus Neuseeland stammt aus der Anbauregion Marlborough, welches am Nordende der Südhalbinsel Neuseelands liegt. Dort herrscht ein fast mediterranes, aber auch leicht kühles Koma, welches den Sauvignon Blanc sehr gut entwickeln läßt. Diese Flasche paßt auch deswegen recht gut zum Gericht, da hier eine recht ausgewogene Balance zwischen Frucht und Säure festzustellen war.

Besuch beim VDP-Weingut J. Ellwanger im Remstal

Auch wenn die Corona Pandemie wohl noch lange nicht vorüber ist, war es im Juli wieder möglich eines der VDP Weingüter im Anbaugebiet Württemberg zu besuchen. Da ich für drei Tage meine Mutter in Stuttgart besuchen konnte, machte ich mich an einem der Nachmittage uf den Weg ins Remstal, mit der S-Bahn, um einen Besuch beim Weingut Ellwanger einzulegen. Dieses sehr traditionelle, Weingut, welches bereits seit ca. 500 Jahre Wein anbaut ist eines der Betriebe, welche sich heute auf moderne Art und Weise präsentieren können. Das liegt auch daran, das sich einige Weingüter aus dem Bereich Württemberg zu dem Verbund HADES zusammengetan haben, wo bereits vor einigen Jahrzehnten mit dem Barrique experimentiert wurde. Das Remstal, wo in Winterbach das Weingut beheimatet ist, ist sicher lange nicht so bekannt wie z. Bsp. der Begriff Mosel oder auch die Nahe, aber das macht die Sache weiterhin umso interessanter hier auch Weine zu entdecken, die an einem kleinen Seitenfluss des Neckars nicht vermutet werden.Nur nochmals kurz zur Erinnerung die 6 Weingüter der Vereinigung HADES:

  • Fürst Hohenlohe Öhringen
  • Graf Edelmann Kleinbottwar
  • Drautz-Able Heilbronn
  • Jürgen Ellwanger Winterbach
  • Sonnenhof Gündelbach
  • Statsweingut Weinsberg

Das Weingut Ellwanger baut heute auf ca. 27 ha Ihre Weine an, welche alle in der Region um Winterbach und im Remstal liegen. Dort also am frühen Nachmittag eingetroffen konnte ich in der Folge ein paar der sehr sortenreichen Reihe an Weinen, welche angebaut und angeboten werden, verkosten. Ich fange an mit einem Sauvignon Blanc Gutswein 2019 der recht schmalzig am Gaumen rüberkommt und einen geschmeidigen festen Geschmack hat.

Dann folgt ein Riesling und ein Weißburgunder und danach noch ein Riesling GG aus 2018 der als eine feine Nuance mit recht viel Kraft und auch schmalzig am Gaumen erfrischt. Feine Säure mit leicht bereiter Note der Fruchtaromen. (16,5/20)

Dann kommt für mich eine erste große Überraschung, denn in diesem Betrieb wird bereits seit den 80er Jahren ( 1976) des letzten Jahrhunderts im Versuchsanbau, welches heute längst seinen Eingang in reguläre Anbausorten gefunden hat, ein Zweigelt eingeschenkt, der sich wunderbar präsentiert. Der Tropfen ist aus 2018 und zeigt bei einer super feinen Nase eine sehr feste Struktur und runde Noten. (16,5/20)

Dann folgen die weiteren Rotweine, wo es mit einem Merlot aus 2018 beginnt, aus der Lage Schnait der sich mit dichten Fruchtnoten und einem sehr langen Abgang und vollen Fruchtaromen zeigt. (17/20)

Ebenso fein eine weitere Traubensorte aus der Region ist der Lemberg, der sich als GG mit einer sehr schönen Struktur und dicht wie fest am Gaumen darstellt (17/20)

Jetzt folgt einer der HADES Weine, welches ein Cabernet Sauvignon ist und einen recht kleinen Ertrag aus der entsprechenden Lage erzielt. Sehr feine Struktur und am Gaumen mit einem langen Abgang und auch hier könnte man sagen, das es sich zwar um einen CS handelt, der aber aufgrund der Regionalität doch recht eigen und selbstbewußt darstellt. (17,5/20)

Zum guten Abschluss noch zwei ein wenig ältere Jahrgänge mit einem HADES Merlot aus 2017 und ein Zweigelt HADES aus 2016. Der Merlot recht typisch kräftig, aber nicht ganz so fruchtig vordergründig, sondern eher fein. Der Zeiget kann mich dann wieder richtig fast vom Hocker reißen, denn hier steckt wirklich alles drin, was so eine Rebe auf dem richtigen Boden mit dem inzwischen passenden Klima so anstellen kann. Das “Gesöff” springt einem regelrecht ins Gesicht ud sagt einfach – Ich will mehr! (17,5/20)

Hier noch ein paar visuelle Eindrücke vom Weingut Ellwanger.

Verkostungsraum und wohl ehemalige Scheune das Haupthauses.

Der Zweigelt aus 2018 aus einer Ersten Lage.

Das neue Kulturhaus, welches direkt an der Straße liegt.

Mein Fazit: ein sehr lohnenswerter Besuch bei einem der von mir wieder einmal besuchten VDP Weingüter, diesmal in der Region Württemberg.

Top 50 – World’s Best Vineyards

Auf diese List war ich bereits im letzten Jahr gestoßen, und hatte über einen Newsletter die Ankündigung für die neue Liste für 2020 erhalten. Bei näherem Ansehen kamen mir einige der Weingüter sehr bekannt vor, und final mußte ich feststellen, das ich selber auf bereits 16 Weingüter aus dieser Liste zu Verkostungen war. Hoer die von ir zusammengestellte Liste:

Und wer von Euch etwas mehr über die einzelnen Weingüter erfahren will, kann mit kontaktieren, für diese, die ich selber besucht habe, und für alle weiteren auf der Web-site der Jurieren: https://www.worldsbestvineyards.com/top-50/


Geburtstags-Essen bei Uly

Wie das so geht ist das jedes Jahr immer wiederkehrende Fest eines Geburtstags eine Freude, manchmal vielleicht auch Belastung aber auch immer wieder ein neues Ereignis, welches auf ganz unterschiedliche Art gefeiert werden kann. In diesem Jahr wollte ich eigentlich mit den Freunden einmal wieder in ein 1* Restaurant, welches aber wegen der Corona Pandemie noch nicht geöffnet hatte, und somit meine Pläne über den Haufen schmiß. Also machte ich dann recht kurzfristig mit Uly aus. das wir bei mir zu Hause feiern, und dann am gleichen Abend uns doch umentschieden, das wir bei Uly zu Gast sein wollten. Ich werde deswegen nicht groß auf die einzelnen Gänge eingehen, sondern anhand der Fotos die Reihenfolge kurz aufzeigen und vielleicht den Geschmack der einzelnen Gänge anreißen.

Beginnen sollte es also bei Uly – wie Solls anders sein – mit einem Champagner von Gratiot Delugny. Trocken, recht feine Verlage und frisch m Gaumen.

Dann kam der erste kleine Happen auf den Tisch, welcher aus einem gerösteten Baguette mit Rigaer Sprotten belegt war. Diese Sprotten habe ich in München vor einigen Jahren in einem Supermarkt entdeckt und auch schon bei anderen Anlässen serviert. Immer gut!

Dann wurde ein erster Weißwein geöffnet, den ich aus meinem Keller dazu beisteuerte. Vom Weinhut Knipser einen Chardonnay aus dem Jahr 2012. Schon bereits zu den Sprotten sehr fein, aber auch zum nächsten Gang der Artischockensuppe sehr fein.

Für mich einer der besten Chardonnay aus deutschen Anbaugebieten.

Dann folgte die Artischockensuppe mit schwarzem Trüffel und eröffnete mit seiner feinen Struktur auf wunderbare Weise die Geschmacksknospen.

Dann folgte eine erste Vorspeise, welche auf dem Teller einen gebratenen Red Snapper mit einer Tomate und Spinat vereinte. Sehr fein und würzig mit unterschiedlichen Säurekomponenten auf dem Teller.

Dann folgte das Hauptgericht mit einer gefüllten Taube, wo ich allerdings leider kein Foto gemacht hatte. Schmeckte aber umso besser in der gesamten Menüfolge. Dazu gab es einen roten Tropfen aus dem Burgund, welcher ebenso fein dazu paßte.

Zum Dessert folgte dann einen süße Tomate mit einem Eis und der karamellisierten Sauce. Aber der Gag dabei war der Bocksbeutel aus der kleinen Flasche aus dem Jahr 2000 mit dem eigenartigen Namen: Tauberrettersheimer Königin Bacchus, welcher absolut super zu diesem feinen Dessert passen sollte. Dieser süße Tropfen fällt nach 20 Jahren zwar ein wenig zu süß aus, wobei ich vermute, das der Säureabbau wohl stark vorangeschritten ist, was aber dem Genuss kaum einen Abbruch tat.

Das sollte dann das Geburtstags-Menü bei Uly sein, welches wir zu viert sehr genossen haben. Auf ein Neues im nächsten Jahr.

Das Kleine Kameel mit neuen Betreibern

Seit ein paar Tage, also genauer gesagt mit dem 3. Juli 2020 hat das Kleine Kameel im Hofgraben neue Betreiber, die sich gastronomisch hier ins Zeug legen. Die neuen Betreiber Stefan Aumaier und Georg Weber, welche vorher im Le Stolberg aktiv waren stellen sich einer neuen Herausforderung und haben sich mit dem Kleinen Kameel selbständig gemacht.

Auf der Visitenkarte wie hier zu sehen ist bereits zu lesen: Cafe & Weinbar. Einerseits ein wenig tiefgestapelt, denn die Speisekarte verspricht doch ein paar feine Gerichte und Schmankerl, welche ich ja schon seit einigen Jahren aus dem Le Stolberg kannte, jedoch mit dem zweiten Begriff, der Weinbar, bin ich aufgrund der Weinauswahl, welche bisher auf der Karte zu lesen ist, noch nicht so ganz einverstanden. Bei den offenen Weinen gibt es 6 weiße Sorten und gerade einmal 2 rote. Die Flaschenasuwahl nach Karte weist dann ebenso 6 weiße Flaschen und 4 rote Tropfen aus. Nur bei der Champagneruswahl liegen sie bereits in einem recht guten Feld an feinen Tropfen, welche meiner Einschätzung nach sicher aus der Empfehlung und der Herkunft von Nicola Neumann und den Champagner Characters herrühren. Da tauchen dann nämlich die Namen Gimmonet, Rodez und Pierre Moncuit auf. Wenn man sich schon auf der Visitenkarte als Weinbar ausweist, sollte man sich vielleicht auch dem Anspruch stellen, und hier eine entsprechende Weinkarte ausweisen, welche dem Titel annähernd gerecht werden kann. Es gibt ja heute so wunderbare Instrumente wie den Coravin, der es fast für alle Weine möglich macht diese auch glasweise auszuschenken, oder man kann die Auswahl so ergänzen, das es sich zumindest den Namen und Auswahl der Länder wo die Weine herkommen, nach einem Konzept aussieht. Bei den offenen Weinen bleiben die Gastgeber zwar in der Region Deutschland und Österreich fast verhaften, bis auf eine Italienische Ausnahme, jedoch bei der Flaschenasuwahl sind dann ein Argentinier dabei, aber nur drei Franzosen, welche primär aus der Loire stammen. Da sehe ich deutlich Nachbesserung angesagt.

An diesem ersten regulären Öffnungstag nach der offiziellen Ersteröffnung des Lokals konnte ich ein Rindertatar genießen, welches durchaus recht fein abgeschmeckt war und mit einer gerösteten Scheibe dunklen Brotes garniert war und einige Sprossen als Dekoration obenauf auf den Tisch kam.

Hier nur noch ein kleiner Eindruck vom Interior, welches sich so gut wie kaum geändert hat und auch die Tische und sonstige Inneneinrichtung hat sich kaum verändert und wird aber trotzdem dem kleinen Raum relativ gut gerecht.

Ich wünsche dem Team einen guten Start und hoffe auf eine bald anwachsende Weinkarte zum Verkosten und genießen. Cheers!


Eilmeldung – Neue Weinbar in Haidhausen

Wine Slingers

Mit dem Namen Wine Slingers öffnet am 15. Juni 2020 eine neue Weinbar in Haidhausen in der Milchstrasse 10. Da sich in Haidhausen ja schon in den vergangenen Jahren diverse Weinbars versucht haben, wird man gespannt sein, wie diese location bei den Weintrinkern ankommt. Ich konnte bereits einen kurzen kleinen Blick in die Räume werfen und es gibt wohl einigen Platz für Verkostungen und dazu alles was so zugehört. Angekündigt auf der Tafel an der Hauswand sind die Öffnungszeiten und eine Begrüßung wo sich Richie und Max auf die Gäste freuen. Über alle weiteren Inhalte werde ich dann hier berichten, wenn die ersten Gläser verkostet sind. Auf einen guten Start!


In der Eröffnungswoche, so in der Mitte Juni 2020 waren dann Uly und ich am Nachmittag auf einen ersten Besuch in dr Weinbar. Wir wurden von einer der Gründer freundliche begrüßt und nach einem kleinen Tratsch zur aktuellen Situation und dem Programm der neuen Weinbar sollten wir uns im größeren Raum setzen und der Gastgeber kredenzte uns einen ersten Crèment.

Ein sehr feiner Crèment aus der Region Baden und der Ortschaft Auggen, welche relativ lange auf der Hefe vergoren wird und auch noch in der Nase eine relativ kräftige Hefenote hatte, die aber keineswegs unangenehm wirkte. Am Gaumen wirkte dieser blanc dann recht frisch und konnte wirklich überzeugen mit runder fruchtiger Note.

Diese Weinbar hat sich zunächst auf junge, kleine Winzer verschrieben, welche in der Regel auch noch meist unbekannt sind, aber durchaus recht feine Tropfen produzieren können.

Als nächsten Wein sollten wir einen Riesling verkosten, der von der Winzerin Juliane Eller aus R<heinhessen produziert wird, die selber erst seit 2013 mit Ihren Rebflächen Am Start ist.

Dieser sogenannte Juwel aus dem Jahr 2018 wirkt schon fast wie aus einem alt eingesessenen Haus, welches sich auf den Riesling spezialisiert hat. In der Nase reif und leicht fruchtig. Dann am Gaumen zunächst ein wenig zurückhaltend ws aber dann am hinteren Gaumen ganz gewaltig kommt mit einer sehr feinen fast prickelnden Säure und einem Abgang der an große Rieslinge der GG Gewächse fast schon heranreicht. Sehr fein und zu einem fast unschlagbaren Preis.

Dann folgt eine ganze außergewöhnliche Flasche die uns eingeschenkt wird. Ein Silvaner Reserve, der auf eine fast grandiose Art und Weise vergoren ist, das es kaum zu erkennen ist, was da so einem in der Nase und am Gaumen entgegenbringt. So einen außergewöhnlichen Silvaner habe ich fast noch nie verkosten können, einmal abgesehen von den Orange Silvaner der Wein-Insel Weinmacher.

Der Weinladen wo wir waren hat sich das eine Faß reservieren lassen und mit einem eigenen Etikett nun im Regal stehen, was in der ersten Woche der Verkostungen gleich fast schon zu einem regelrechten Run auf die Flaschen ausartete. Also auch hier von weiteren Weinverkostern offensichtlich gerne getrunken kann ich dem nur zustimmen.

Zum Abschluss gab es dann noch einen roten aus dem Angebot, welcher ebenso ein wenig ausgefallen, bzw. dem Stil des Laden angepaßt etwas fein, besonderes darstellen sollte. Hier ging es um einen Spätburgunder der Partner Fritz und Ulla, welche sich bei den “Junge Pfalz Weine” mit organisiert haben und selber in Hambach bei Neustadt an der Weinstraße Ihre Weine anbauen. Dieser Spätburgunder mit dem Namen Road to Goat wirkt nicht wirklich wie ein typischer Burgunder Pinot Noir, sonder eher wie ein feinfruchtiger “deutscher” Rotwein, der sich um die Frucht kümmert und geschmacklich auch gefallen will. So sieht das dann auf dem Etikett der Flasche aus:

Fazit: So eine neue Weinbar ist durchaus unterstützenswert und wird hoffentlich seinen Weg machen mit seiner etwas außergewöhnlichen Auswahl an Weinen. Prosit und auf ein Neues!

Neues Buch zum Wein: “Einfach Wein” von Aldo Sohm

Es werden ja immer noch eine ganze Reihe neuer Bücher über Weingeschrieben, obwohl ja wohl die meisten Eckdaten zu Reben, Weinbau, Kellerwirtschaft etc. so im Großen und Ganzen schon veröffentlicht sind. Aber auch dieser Themenbereich unterliegt gewissen zeitgenössischen Einflüssen und so hat der Sommelier Aldo Sohm Ein Buch mit dem Titel “Einfach Wein” veröffentlicht, welches recht erfrischend daherkommt und wie folgt aufgebaut ist.

Die Titelwahl dieses mit 275 Seiten doch recht umfangreichen Buches ist durchaus zweideutig. Einerseits halten ja viele Menschen das Thema Wein nicht wirklich als einfach, andererseits zeigt nicht nur der Titel auf visuelle Art und Weise, sondern auch der Untertitel dieses Weinbuches recht eingängig, das es hier sich nicht um einen normalen Weinführer durch die Regionen handelt. Der Untertitel, wie auf dem Bild zu sehen lautet: Der illustrierte Guide. Unterteilt ist dieses Buch in 4 große Kapitel, welche sich mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Was ist Wein überhaupt?
  • Wie man trinkt
  • Wie Sie Ihren Gaumen entwickeln
  • Wein & Essen

Hier werden also von einem sehr erfahrenen Sommelier erstmals in einer solch ausführlichen Form und auch etwas anderen Herangehensweise Dinge rund um Wein und dessen Genuss erklärt, welche mit einprägsamen und simplen, aber schlüssigen Grafiken unterstützt werden.

Aldo Sohm beschreibt ganz zu Beginn des Buches auf einer Seite seine eigenen Weinregeln. Und dann ist man schon mitten drin in der Lektüre der Beschreibungen was eigentlich Wein ist. Von den Weinstilen über die Rebsorten die Anbaugebiete und auch so neuere und aktuelle Themen wie Natural Wine. Und ganz besonders breit wird natürlich hier die Herangehensweise an den Genuss von Wein beschrieben. Kein Wunder für einen Sommelier. Geschmacksbildung und Verkostungen sowie die Kombination mit dem wozu ja meist der Wein auch ein exzellenter Begleiter ist – das Essen. Eine sehr erfrischende Publikation im heutigen Blätterwald. Gratulation!