Archiv der Kategorie: Wein

Mavrud vom Weingut Zagreus aus Bulgarien

Im letzten Jahr war ich mit einer kleinen Gruppe von Wein-Enthusiasten in Bulgarien auf einer Weinreise, wo wir auch das Weingut Zagreus besucht haben. Nähere Informationen dazu in meinem Beitrag hier: https://olafs-gourmet-notizen.de/bulgarien-weintour-der-zweite-tag

Von dor habe ich dann auch eine Flasche eines Mavrud mitgenommen, die in der letzten Woche bei mir zu Hause zu einem Essen daran glauben mußte. Janis Robinson schreibt zu dieser Traubensorten aus Bulgarien in ihrem Buch “Reben, Trauben, Weine” aus dem Hallwag Verlag: Mavrud ist eine recht ertragstarke Lokalsorte deren Weine Faß- und Flaschenreife lohnen. Allerdings oxidiert er ziemlich stark und nimmt dann eine bräunliche Färbung an. Seine Pflaumenaroma ist zwar schön, aber etwas kurz, und der Säure- und Tanningehalt ist ich knapper als beim Melnik.” Für mich war dieser Bewertung ein wenig überraschen, denn diese Flasche aus 2013 in der Klassifikation von Reserve zeigt noch keinerlei Schwäche bezüglich seiner Fruchtkonstanz. Richtig ist allerdings, das die Säure insgesamt ein wenig fehlt, insbesondere im Abgang. Die Fruchtstruktur am Gaumen geht tatsächlich in Richtung Pflaumenmarmelade, kann sich aber auch im Abgang noch fein behaupten. Ein recht ordentlicher Wein aus einem Land, welches wir bisher noch nicht so oft im Glas hatten.

Das war die Auswahl vor Ort im Sommer 2018

Couscoussalat mit Aprikosen-Lammspieß und Mini-Dill-Joghurt

Dies ist ein Rezept aus dem Buch Mediterran von Ali Güngörmüs, auf Seite 173. Eine schnelle Zubereitung und hat man sich ein gutes Lammfleisch besorgt sind auch die Spieße mit den Aprikosen schnell und einfach in der Pfanne und anschließen im Backofen zuzubereiten. Die Aprikosen für die Spieße würde ich allerdings bei meiner nächsten Zubereitung halbieren, da mir die Süße der getrockneten Aprikosen zu den Fleischstücken etwas zu süß war. Dazu habe ich mir eine Flasche Rotwein aus dem Keller geholt, die ich bislang nicht verkostet hatte. Weingut Birgit Braunstein, Wild Wux, ein Cuvée aus verschiedenen Rotweinreben der Region welche ganz besonders zu so einer Kombination aus Couscous und Lammfleisch mundeten. Hier zunächst das Gericht im Bild:

Und so paßt dieser rote Tropfen aus 2016 dazu. Hat eine sehr schöne fruchtige Nase, welche sich dann am Gaumen intensiv fortsetzt.Die leichte Säure spielt elegant mit den Fruchtnoten und die ausgewogene Struktur zeigt sich ausgezeichnet im Abgang.



Rossol oder Rossolje

Rossol, Diese baltische Rezept aus dem baltischen Kochbuch kenne ich schon aus meiner frühen Jugendzeit, wo es diesen kalten Salat mit Roter Beete, Gurke, Kartoffeln und Hering immer wieder als Beilage zu manchen Gerichten gab. Hier ein paar Eckdaten für die Zubereitung einer mittelgroßen Portion für ca. 4-6 Personen.

Zutaten:

250 gr. gekochte Kartoffeln

250 gr. mit der Schale gekochte rote Beeten

1-2 Äpfel

2 saure Gurken

1-2 Heringe von ca. 150 bis 250 gr.

1/4 bis 1/2 liter saurer Schmant, Salz, Essig, Senf und Petersilie.

Dazu kann auch gegeben werden: 1 Zwiebel, Fleischreste, Schinken, hartgekochte Eier.

Zubereitung:

Kartoffeln und rote Beeten kochen und entsprechend vorbereiten. Ebenso die Eier abkochen. Alle Zutaten werden in kleine Würfel geschnitten, bis auf die Eier. Den Schmant mit Salz, Essig und Senf gut abschmecken und zu den gewürfelten Zutaten geben. Der Salat kann ohne Probleme für einige Zeit durchziehen, was ihn sicher auch schmackhafter macht. So kann das dann dekoriert in der Schüssel auf dem Tisch aussehen, oder auf dem einzelnen Teller der Beteiligten.

Ich habe mir dazu noch eine dunkle Brotscheibe mit Rigarer Sprotten belegt, und diese für 5 Minuten unter dem Grill ein wenig überbacken und heiß gemacht.

Dazu gibt es heute einen ganz speziellen Wein aus Slovenien. Die Traube ist eine Ribolla, welche in größerem Umfang auch in Oberitalien Angebot wird, somit auch in Slovenien Verbreitung gefunden hat. Paßt insbesondere recht gut zum Heringssalat, aber auch zu den Sprotten mit ihrem Öl, worin diese eingelegt sind, denn da kann dieser ausdrucksstarke Ribolla durchaus Stand halten.

Verkostung bei Alpina Weine mit den Weinakademikern

In der letzten Woche hatte ich mal wieder die Gelegenheit mit dem Club der Weinakademiker eine sehr interessante Verkostung mitzuerleben welche in Buchloe bei Alpina Weine stattfinden sollte. Mit 15 Teilnehmern hatte wir zunächst die Gelegenheit im Showroom-Keller von Alpina, wo die gealterten Flaschen der großen Weingüter aus Bordeaux, der Toskana und anderen Top Weinbaugebiete lagerten.



Bei dieser Gelegenheit gab es erst einmal einen Begrüßungsschluck, wobei der Champagner aus dem Ch. Docket in Oder ins Glas kam. Alpina Weine ist im Jahr 1979 gegründet worden und hat sich von Beginn an einem Konzept verschrieben. Die Weine welche aus den besten Anbaugebieten aus Europa, und auch ein wenig aus anderen Anbaugebieten der Welt eingekauft werden, für einige Jahre oder auch fast schon Jahrzehnte auf Lager gelegt, und dann erst verkauft, wenn die Weine ihren optimalen Reifezeitpunkt erreicht haben. Das ist insbesondere für solche Käufer interessant, die aus der Gastronomie im gehobenen Bereich stammen, und ihren Gästen zu den Gerichten einen sehr guten Wein in ausgezeichneter Reife präsentieren und verkaufen wollen. Nochmals kurz zu dem ersten Getränk was wir im Glas hatten. Der Champagner von Docket war sehr fein, ein Extra Brut der nicht ausgesprochen ein Jahrgangs-Champagner war, aber aus den Jahren 2009/2010 stammte. Nach der Besichtigung der Lagerhallen und einer lebhaften Diskussion um das vorgestellte Konzept ging es zu der Verkostung des Abends, welche in 4 Flights jeweils 3 Weine präsentierte. Zum Abschluss gab es noch eine Magnum aus Kalifornien vom Weingut Ch. Montelena aus Nappa und dem Jahr 1997.

Wir verkosten alle Weine blind.

Der 1. Flight:

3 weiße Weine aus Italien, Frankreich und Österreich. Alle aus dem Jahr 2012.










Der Monteverro als Chardonnany hatte eine feine Note und stammt aus der Maremma wo diese internationale Traube wohl auch ganz gut gedeihen kann.

Der zweite weiße mit Namen Blanche von der Rhône stammt vom Weingut J.J. Chave und zeigt sich sehr Präsent und fein am Gaumen.

Der dritte in der Reihe aus der Südsteiermark vom Sattlerhof stammt vom Grassnitzberg und dieser wird für den ehemaligen Automanager Dr. Pischetsrieder vindiziert. Das war in dieser Reihe mein absoluter Favorit mit seiner typischen Note des Sauvignon Blanc.

2. Flight:


Bei diesem Flight der drei Pinot Noirs aus 2012 kommen bereits viele der so typischen Noten der auch international angebauten Rebsorte Pinot Noir zur Geltung. So einen internationalen Vergleich hat man selten parallel zugleich im Glas, und wir konnten die unterschiedlichen Noten aus Argentinien, Deutschland und Frankreich ganz direkt verspüren. Insbesondere der Pinot aus Deutschland vom Winzer August Kesseler war für mich eine Wucht und konnte ohne Probleme dem fast gleichpreisigen Franzosen aus dem Burgund standhalten. Preislich liegen alle drei im Bereich von 75.-€ die Flasche, was aber durchaus berechtigt ist. Und nach dem Konzept von Alpina, mit den gereifteren Weinen aufzuwarten kommt man hier zu einem Ergebnis, welches sehr überzeugen kann.

3. Flight:

Zu diesem Flight wurde uns von einem Weingut etwas präsentiert, was nicht weniger interessant war im Hinblick auf Reife, Haltbarkeit und große Weingüter. Das Weingut Maculan aus dem Veneto war mir bisher nicht bekannt, und präsentierte sich aber in allen Jahrgangsvarianten ausgezeichnet gut. Für mich war der absolute Höhepunkt der 2006er dieses Weingutes. Habe ich mit 18/20 Punkten während der Blindverkostung bewertet.

4. Flight:

Für diesen vierten Flight sollte es eine ganz besondere Verkostung eines und des gleichen Weines vom gleichen Weinberg und dem gleichen Jahr geben. Warum also dann drei Flaschen, welche ja erst nach der Blindverkostung aufgedeckt wurden. Wir hatten die drei eingeschenkten Gläser vor uns stehen und konnten langsam herausfinden, das der Wein aus dem Jahrgang 2001 stammen sollte. Warum war dann wohl die erste Probe bereits schon leicht oxidiert, nicht wirklich unangenehm, aber hätte nicht mehr zu jedem Essen gepaßt, geschweige denn, so eine Flasche hätte man nicht einfach so am Abend geöffnet. Dieser Clou des Lunes aus dem Cote de Castillo, Bordeaux war also für einige am Tisch so ein kleiner Lackmus-Test. Alle drei Weine, wie bereits gesagt aus 2001, aber der große Unterschied wr derjenige, das die erste Probe aus der 1/2 Flasche, die 2. Probe aus der 0,7 Liter Flasche und die dritte Probe aus der Magnumflaschen stammte. WOW – hier zeigt sich also wieder einmal ein Beleg dafür, was Flaschengrößen einen Einfluß auf die Reifung eines solchen Weines hatte. Die normale Flasche war also wirklich auf seinem Höhepunkt angelangt, und dieser rote Tropfen aus dem Côtes de Castillon aus der Magnumflasche hätte sicher noch locker 5 bis 10 Jahre im Keller ruhen können, bis er auf seinem absoluten Höhepunkt angelangt ist.

Finalement gab es dann noch einen roten aus Kalifornien aus dem Jahr 1997 und dem Weingut Montelena.

Ein sehr schön gereifter Cabernet Sauvignon mit weichen Tönen, nicht wirklich gealtert und immer noch frische Noten am Gaumen, welche zum wiederholten Maße für so eine Flaschengröße spricht.

Herzlichen Dank nochmals an Alpina für so einen ausgezeichneten Abend!

VDP Verkostung Grosse Lage 2017 und älter in der BMW Welt München

“… für die VDP.Prädikatsweingüter steht die Herkunft ihrer Weine im Mittelpunkt allen Schaffens. Herkunft – das bedeutet Weinberg, Lage, Terroir.” So der VDP Präsident Steffen Christmann in der Einleitung zur Veranstaltung im Katalog der sich präsentierenden ca. 120 Winzer aus ganz Deutschland.

Ich habe mir zu dieser Veranstaltung in diesem Jahr einmal aus allen Anbaugebieten jeweils einen oder mehr Winzer zur Verkostung herausgesucht.

Die Verkostung fand am Montag, dem 28. Januar 2019 in der BMW Welt statt, wo genügend Platz ist auch für 120 Winzer, welche jeder einen Tisch zur Verfügung hatten um ihre Weine entsprechend zu präsentieren. Da sich die Grossen Lagen in Deutschland sehr unterschiedlich verteilen, gab es bei dem einen Winter vielleicht 3, aber bei manch anderen Tischen auch 6 oder mehr Weine zur Verkostung. Ich möchte hier einmal nach der Reihenfolge des Kataloges vorgehen, und beginne somit mit dem Anbaugebiet Ihr.

Ahr:

Kein Weingut verkostet.

Baden:

Salwey:

Hier gab es 4 weiße Sorten und 2 rote Spätburgunder zu verkosten.

Bei den weißen gab es 2 Weißburgunder und 2 Grauburgunder aus den Lagen Henkender und Kirchberg bzw. Eschberg, Oberrotweil ins Glas. Insbesondere der Kirchberg WB und der Eschberg GB konnten mit ihrer Mineralien und sehr feinen Würze am Gaumen mich überzeugen. Die Spätburgunder von Slwey waren für mich schon immer eine sehr feine Sache, da hier die leichte Frucht und die so burgundische Art der Weine sehr überzeugend sind und sicher ausgezeichnet zu feinen Tellern mit edelsten Zutaten passen.

Franken:

Kein Weingut verkostet.

Mosel:

Clemens Busch:

Hier gab es 5 Rieslinge aus 2017 und den verschiedenen Lagen seines Weingutes. Es beginnt mit dem Marienburg, welcher noch recht leicht wirkt aber sehr fein und frisch daherkommt. Dann Marienburg Rothenpfad, vom roten Schiefer. Mit einer sehr schönen Frucht zeigt sich dieser Riesling insbesondere in seiner Ausgewogenheit zwischen Säure und Frucht am Gaumen. Der dritte Marienburg Fahrlay vom blauen Schiefer zeigt mit seinen leichten Nebentönen eine wunderbare Mineralien am Gaumen der sich ohne Zweifel auf den Boden zurückführen kann. Dann folgt der Marienburg Falkenlay vom grauen Schiefer wo sich ganz besonders eine intensive Fruchtnote in der Nase und am Gaumen eine wunderbare Frucht mit ausgewogener Struktur zeigt (18/20). Zum Schluss Marienburg Kabinett welcher in keiner Weise irgendwie in die lieblich Richtung driftet. Dieser immer noch trockene Tropfen zeigt sein ganze Potential einer ausgewogenen Lagen Rieslings mit ausgesprochener Typizität der Riesling Traube.

Heymann-Löwenstein:

Hier möchte ich nicht die einzelnen 5 Weine aus 2017 beschreiben welche in der BMW Welt angestellt waren, denn ich hatte das Vergnügen am Abend zuvor eine große Verkostung mit dem Winzer und weiteren ca. 30 Weinbegeisterten eine ganz Reihe auch älterer Weine zu verkosten. Die VDP Probe war ja speziell für den Jahrgang 2017 ausgerufen. Somit hier ein paar Sätze zu der Verkostung am Abend zuvor, welche vom Weinladen Von-Wein-Vino am Nymphenburger Kanal ausgerichtet wurde, wo die Löwenstein Weine zu bekommen sind. Wir starteten mit einem Blanc die Noir aus 2011, der bisher vom Winzer Ziereisen versenktet wird. Sehr fein und frisch mit schönen Fruchtaromen (16+/20). Dann aus 2017 die Lagen Schieferterrassen, Kirchberg, Röttgen, Uhlen Blaufüßer Lay und Uhlen Laubach. Hier zeigt sich im Jahrgang 2017 eine schöne Frische und fast ein wenig weniger “süßliche” Note wie sie bei Löwenstein in den Jahrgängen zuvor manchmal zu verspüren war. Auch wenn sich das globale Wetter erwärmt sind die Früchte der Lagen sehr fein vinfiziert und prägen hier einen Stil, der inzwischen fast unverkennbar für eine Riesling Mosellage zu stehen bereit ist. Anschließen konnten wir dann noch eine Vertikalverkostung genießen, welche mit dem Uhlen Rotlay von 2016 bis 2008 reichte. Den Jahrgang 2014 und 2015 hatte der Winzer dekantiert, was insbesondere dem Jahrgang 2014 ausgezeichnet zugute kam. Gesamturteil für mich zwischen 15,5 für 2015 und 19+ für 2009. In so einer Reihe ist erst wirklich zu erkennen, welches Alterspotential in diesen Rieslingen von der Mosel stecken. Keine müden Tropfen, kaum ein Anflug von Oxidation und sonst auch kaum eine Schwäche im Vergleich der Jahrgänge. Zum guten Schluß gab es noch einen von den Schieferterrasse, Auslese, Goldkapsel aus 2013. Sehr feine Nase mit leicht süßlicher Bote. Sehr fein ausgewogene Noten mit pikanter Note am Gaumen. Wirkt trocken und vollmundig. (18+/20).

Nahe:

Gut Hermannsberg:

Beim Gut Hermannsberg sind es wieder einmal nur 5 Rieslinge aus 2016 und 2017. Die Lagen aus 2016 stammen aus der Bastei, Hermannsberg und Kupfergrube. Aus 2017 gibt es die Lagen Steinberg und Rosenberg. Die Rieslinge vom Gut Hermannsberg haben insgesamt eine sehr starke Struktur und mit einer filigranen Säure kommen diese Weine einer Essensbegleitung sehr entgegen.

Pfalz:

Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan:

Von diesem Weingut gibt es eine etwas größere Auswahl an Rebsorten, was aus der Pfalz wohl auch nicht verwunderlich ist. 3 Rieslinge, ein Weißburgunder und ein Spätburgunder. Die Rieslinge aus den Lagen Kalkofen, Hohenmorgen und Jesuitengarten präsentieren sich fein und mit einer feinen Frucht am Gaumen. Den Weißburgunder zeigt sich mit einer feinen Frucht und sehr direkt am Gaumen.

Weingut Rings:

Diese Weingut ist gerade recht viel in der Presse und vielerseits hoch gelobt. Auf dieser Verkostung wurden 3 Weine zur Verkostung angeboten, welche aus den Lagen Weilberg und Saumagen stammten. Ein Weißburgunder und 2 Rieslinge. Das Weingut hat derzeit ca. 34 ha Anbaufläche, was für deutsche Verhältnisse ja schon bereits ein mittelgroßes Weingut darstellt. Die 3 Wein zeigen sich recht frisch und mit feiner Säure. Der Weißburgunder wird auch noch im kleinen Barrique fertig vinfiziert.



Rheingau:

Balthasar Ress:

Bei diesem Weingut stehen auch 5 Weine zur Verkostung an, wobei der Winzer Rest sich ein wenig aus der Reihe bewegt hat, da er nicht nur einen 2017er sonder auch Jahrgänge aus 2016, 2015 und 2013 präsentiert. Umso begeisterter war ich von dieser Auswahl, denn sind die Weine einmal so gemacht, das diese für eine längere Haltbarkeit bestimmt sind, also Säure, gute Fruchtstruktur und auch Tannen bei den roten Sorten haben, kann man bei den etwas gealterten Flaschen die interessante Entwicklung der Weine feststellen. Auch wenn es hier bei den 5 Sorten sich um Riesling handelt, sind diese in ihrer Struktur umso interessanter und aufregender. Für mich war diese Reihe der 5 Rieslinge vom Weingut Rest der absolute Höhepunkt dieses Nachmittags in der BMW Welt. Sehr beeindruckend und überzeugend.

Rheinhessen:

Kein Weingut verkostet.

Sachsen/Saale-Unstrut:

Lützkendorf:

Bei diesem Weingut aus Naumburg, OT Bad Kösen sind 5 Weine ganz unterschiedlicher Rebsorten zu verkosten. Silvaner, Weißburgunder, Roter Traminer, Riesling und ein Roter Traminer Auslese. Ganz besonders gut haben mir der Rote Traminer gefallen und die Auslese des gleichen Weines. In der Nase recht typisch und ein süffiger Tropfen mit einer feinen Frucht. Gut gemacht. Der Silvaner war gut. Der Weißburgunder recht kräftig und fein, bei kräftiger Struktur.


Weingut Klaus Zimmerling:

Dieses Weingut aus Dresden hatte in der Verkostung 4 Weine aus den Trauben, Weißburgunder, Grauburgunder, Riesling, feinherb und Gewürztraminer dabei. Interessanterweise werden die Reben hauptsächlich auf Granitböden, welche natürlich zum Teil verwittert sind, angebaut. Insbesondere der Riesling fand meine volle Zustimmung, wobei auch die anderen Traubensorten mit kräftigen Noten ihrer typischen Art aufwarten konnten. Die Weine stammten aus den Jahren 2017, 2016 und 2015.

Württemberg:

Jürgen Ellwangen:

Dieses Weingut aus Winterbach im Remstal ist mir vom Namen her schon lange bekannt, und ich habe es auch schon ein paar wenige mal verkostet, jedoch bisher nicht so konzentriert und intensiv wie an diesem Tage. Es gab 4 Weine zur Verkostung, welche da waren mit Weißburgunder aus 2017, Riesling aus 2017, Lemberger aus 2016 und Spätburgunder aus 2015. Der Weißburgunder Hungerberg kommt aus dem Barrique und wirkt noch ein wenig hefig. Dafür ist der Riesling vom Altenberg mit einer feinen Süße behaftet und hat recht runde Noten. Die roten Sorten wirken ebenso recht überzeugend. Der Spätburgunder hat eine feine Note am Gaumen und wirkt weder schwer noch irgendwie fest oder schwerfällig. Ebenso ist der Lemberg von der ähnlichen Machart. Eine echte feine Note und mit feiner Frucht am Gaumen. Beide roten mit (16,5/20)

Und das wars dann wohl von der VDP Verkostung in der BMW Welt in diesem Jahr. Insgesamt für meine Begriffe recht gut organisiert, Die Tische und Reihen einigermaßen so aufgestellt, das die Verkostet dazwischen noch einigermaßen Platz hatten. Ordentliches Begleitmaterial und eine gute Locations für so einen Event. Das lohnt sich mail wieder besucht zu werden.


Verkostung mit dem Weingut Franz Haas aus Südtirol bei Bergwein

Bei Bergwein in München, in der Corneliusstraße gibt es immer wieder Verkostungen mit Winzern, welche bei Bergwein im Programm vertreten sind. Vor einige Tagen war das Weingut Franz Haas aus Südtirol vertreten, wobei der Sohn das Weingut bei der Verkostung repräsentierte. Ich selber kenne das Weingut aus 2 Besuchen die allerdings schon einige Jahre zurückliegen und mir aber trotzdem in sehr guter Erinnerung geblieben sind. Bei einem der letzten Besuche hatte ich die Gelegenheit eine Führung durch das Weingut zu begleiten, und die Keller und Lokalitäten zu besichtigen. Das Programm des Weingutes beinhaltet die klassischen Traubensorten aus Südtirol mit Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder, Sauvignon, Gewürztraminer, Merlot und Lagrein, sowie einige Cuvées, aber auch so exotische Sorten für Südtirol wie einen Petit Manseng, der eigentlich aus Frankreich stammt.

Für mich waren die Pinot Noirs aus dem Weingut immer einer der Highlights, wobei der in diesem Jahr verkostete Petit Manseng aus 2016 neben den Pinot Noir Schweizer für mich die absoluten Höhepunkte waren.

Aber auch die Ausstattung mit den Etiketten und hier auch zu sehen die Korken sind ausgesprochenes Aushängeschild für die Präsentation des Weingutes.



 

Private Verkostung mit Jan Thienpont und einigen Bordeaux Gewächsen

Die Familie Thienpont stammt ursprünglich aus Belgien, wo sie bereits in den Anfängen des letzten Jahrhundert einen Weinhandel betrieb. Das setzte sich dann in der Region Bordeaux fort, als die Familie im Jahr 1924 bereits das Vieux Chateaux Certan erwarb. Die Familie macht heute im Weinhandel einen Umsatz von ca. 1 Mio. Flaschen und betreibt neben Vieux Chateau Certan ein weiteres Dutzend kleinerer Weingüter wie le Pin, Clos Fontaine, Dom. de Cambes, Rot de Cambes und weitere.


Wir konnten an diesem Abend 11 rote und einen weißen trockenen aus der Bordeaux Region verkosten.
Los ging es mit einem Ch. Bouty und 2 Jahrgängen von Ch. Robin, welche beide aus der Region Castillon stammen.
Richtig spannend wird es dann mit dem Clos Fontaine, der im großen Holz ausgebaut ist, aus dem Jahr 2015 stammt. Sehr feine Spitzen am Gaumen, kräftig und voluminös, gute Tannin Struktur und mit wilden Tönen von sehr reifen Früchten (16/20)
Dann folgt ein 2016er Chantecaille Claval aus fast 100% Merlot und ein ganz wenig Cabernet Franc. Mittlere Nase, aber eine feste und dichte Frucht mit Druck am Gaumen. (16,5-17/20)
Die zwei nächsten von Ch. Aucaussan aus 2012 und Ch. Clos Puy Arnaud aus 2014 sind recht fein und elegant, wobei beide eine Cuvée aus Merlot und CS und etwas CF gemacht sind. Das Ch. Puy Arnaud wird biologisch vom Anbau her betrieben, und liegt in der Region Côte de Castillon. (16-16,5/20)
Dann folgt eine Flasche Dom de Cambes aus 2014 welcher auch hier Merlot und CS zeigt sich mit einer sehr kräftigen Nase, gut eingebundenen Tanninen und einer feinen Fruchtnote. (17-17,5/20)
Es folgt ein Guillot Clausel aus dem Pomerol und dem Jahr 2012 der eine sehr feine Struktur aufweist, super Frucht mit Kirschnoten und fast schon elegant. (16,5/20)
Dann ein Roc de Cambes aus 2012, wobei wir jetzt hier in die richtige Altersstruktur der Weine kommen. Eine elegante Nase mit floralen Noten und auch am Gaumen schon so rund und geschmeidig, das man diesen auch schon für älter halten könnte. (17/20)
Zum Abschluss der roten Reihe ein Dom. de Cambes aus 2001, welcher mit einer sehr feinen Nase, aber im Abgang am Gaumen schon leichte Anflüchte von abbauender Kraft aufweist. (16/20)


Zum Abschluss gibt es noch einen weißen, trocken ausgebauten aus Semillon und SB mit Namen Dom. de l’Alliance, Definition. Recht kräftige Nase mit feinen Spitzen am Gaumen. (16,5/20)



 

Weinreise Ribera del Duero, der vierte Tag

Am vierten Tag, der zugleich auch wieder unser Abreisetag in der Region Ribera del Duero sein sollte, führte uns der Weg zu folgenden 2 Weingütern
1. Aster
2. Bodegas Mosaico
Das Weingut Aster hatte ich bereits vor 3 Jahren auf der Erkundungstour einmal kurz besucht und hatte einen recht positiven Eindruck auch in diesem Jahr. Im Weingut kann auch in sehr schön eingerichteten Zimmern übernachtet werden die sich direkt im Haupthaus des Weingutes befinden.

Wir beginnen also unsere kurze Weingutsbesichtigung wie üblich meist auch so wie die Weintrauben Ihren Weg durch das Weingut sich bahnen. Also beginnt der Rundgang in der obersten Etage wo die Trauben angeliefert werden. Hier war bereits die Ernte abgeschlossen.

Die Weinlagen für die roten Trauben liegen alle direkt um das Hauptgebäude herum und können fast alle vom Gebäude aus eingesehen werden. Die verschiedenen Parzellen haben Ihre eigenen Namen und auf dem Hügel neben dem Weingut mit Namen Finca El Otero wachsen nach Aussage Dees Weingutes die besten Trauben mit den besten Ergebnissen.

Und dann kommt einmal wieder überraschendes aber um so interessanteres Angebot. Wir können eine Faßprobe verkosten des Finca El Otero aus 2017, der erst seit 1 Monat im Barrique liegt, was auf dem Faß daneben mit der Kreideaufschrift zu sehen ist.
Diese Faßprobe hat schon eine recht klare Nase, am Gaumen noch recht streng mit einer guten Fruchtnote, frische Note und sonst im Abgang auch schon frisch mit heller Fruchtnote (16,5/20)

Nach dem abgeschlossenen Durchgang geht es in eines der Verkostungsräume, welche einen direkten Blick durch Fenster in den Barriquekeller haben. Wir können 4 Wein verkosten, wobei auch hier als Start ein weißer aus einem eigenen Weingut aus Galizien stammt. Die Sorten dieses weißen sind 80% Albarinho und 20% von 3 weiteren weißen Sorten. 
Dann gibt es zunächst einen älteren Jahrgang aus 2009 vom Weingut Aster, welcher aus 100% Tempranillo gekeltert ist. Qualitätsstufe Crianza. Eine sehr schöne Nase und sehr rund und fein. Tolle ausgewogene Note mit feinen Fruchtspitzen. (18/20)

Dann folgen 2 rote des Weingutes aus 2014 welche ebenso zu 100% aus Tempranillo gekeltert sind. Beide haben noch eine etwas verschlossene Nase, wobei der Finca El Ottern eine feine schmalzige Karamellnote am Gaumen aufweist. (16 und 17,5/20) 


Dann fahren wir wieder zu unserer Stadt Aranda del Duero zurück wo wir bei schönstem Wetter auf dem Hauptplatz uns einen Café genehmigen und dann auf einen letzten Besuch in das Industriegebiet von Aranda fahren.

Das Weingut Bodegas Mosaico liegt eigentlich in der Nord-West Region des Ribera del Duero Gebietes und baut seine Weine auf ca. 900 Meter Höhe an. Das erfahren wir dann im Gespräch in des Winzers Büro, wo wir nach einem kleinen Rundgang durch die Industriehalle die Lokalität erst einmal inspizieren konnten. Befremdlich wirkt es schon auf wohl die meisten aus unserer Gruppe, denn so mitten im Industriegebiet in einer ganz profanen Industriehalle hatten wir nie vermutet so eine Weinbereitung zu erleben.
  
Aber ich hier wird also mit kleinen und größeren Edelstahltanks gearbeitet, umgepumpt um dem Wein bei der Maischevergärung seine Luft und den Extrakt des Tresterhutes zu verleihen und in einem Raum nebenan liegen dann ebenso die Barriquefässer wie in den vielen anderen Weingütern der Region, nur das sie hier nicht so imposant illuminiert oder präsentiert werden. Nach dem kleinen Rundgang geht es dann in den ersten Stock wo das Büro liegt, und dort wird dann am großen Tisch etwas verkostet was uns durchaus sehr überzeugen konnte. Auch hier durften wir noch im Erdgeschoß eine Faßprobe versuchen von einem Wein, der gerade einmal 3 Tage auf der Maisch lag und noch total trübe aus dem Stahtank lief, und entsprechend schwierig zu beurteilen war. Die zweite Faßprobe gab es dann von einem roten, der bereits die alkoholische Vergärung abgeschlossen hatte und noch recht sauer wirkte, aber bereits eine gewisse Fruchtnote aufwies.
Dann im Büro später gab es drei Rotweine aus 2016, 2012 und 2007
Der 2007er war der vom Winzer selber als erster überhaupt abgefüllter Rotwein ausgerufen.
Das Weingut arbeitet heute auf ca. 20 ha 

Nun zu einem kleinen Fazit dieser Ribera del Duero Weinreise:
Mit René, dem Reiseleiter von airtour Austria war ich ja vor 3 Jahren zu einer Erkundungstour in der Region Ribera del Duero wo wir noch wesentlich mehr Weingüter besucht hatten, wobei es damals darum ging erst einmal die Lokalitäten und die Region und Weingüter kennenzulernen. Einige der Adressen hatten wir in diesem Jahr dann eben auf intensivere Art im Programm, aber auch weitere Güter die auch spannend waren. Organisation also insgesamt sehr gut gelungen. Auch wenn der Veranstalter seine Gäste nicht immer wirklich aussuchen kann, wer sich da so für diese Weinreisen anmeldet, hatten wir in dieser kleinen Gruppe mal wieder das Glück mit lauter wirklich gut bewanderten und Weinkennern diese 4 Tage zu verbringen, was insgesamt auch in der Gruppe am Abend bei der Fortführung der Verwüstungen mit dem Essen zu merken war.
Verglichen mit anderen Regionen wie dem Rioja in Spanien steht diese Region in Sachen Wein kaum schlechter da. Vielleicht gibt es hier nicht so viele Spitzen-Restaurants wie in anderen Gegenden Spanien, denn die Weinregion Ribera del Duero ls solche existiert erst richtig seit den 70er bis 80er Jahren auf einer breiten Basis. Rioja ist da schon wesentlich älter und länger am Markt. Von Madrid ist die Region sehr gut heutzutage über die Autobahn zu erreichen. Und Entdeckungen lassen sich allemal auch hier noch in den nächsten Jahren machen, denn wir haben es gesehen und geschmeckt, das allein der Unterschied der drei Jahre von 2015 zu 2018 auch merkbar war.
Auf ein Neues in einer anderen Weinregion.



 

Weinreise Ribera del Duero, der dritte Tag

Am dritten Tag in der Region Ribera del Duero führte uns der Weg zu folgenden 4 Weingütern:
1. Pago de los Capellanes
2. Vina Pedrosa
3. Tinto Pesquera
4. Bodegas Penafalcon

Das Weingut Pago de los Capellanes ist mal wieder ein imposanter Bau als Weingut und die Kelleranlagen sowie alle weiteren Räumlichkeiten die wir besichtigen konnten paßten für meinen Geschmack auch gut zur präsentierten Weinlinie dieses Familienweingutes. Das Weingut wurde in den 80er Jahren des letzten Jahrhundert gegründet und fing auf einer Rebfläche von gerade einmal 6 ha an seine Weine zu kultivieren. Heute sind es 120 ha, wobei auch seit dem Jahr 2014 in Galizien ein Weingut für die weißen Trauben dazu  gekommen ist.

Hier schon mal ein Blick in den Barrique-Keller, der imposant illuminiert werden kann, wenn Besucher empfangen werden.

Dort ist dann auch etwas dekoratives aufgebaut wie ein alter Weinstock, woran fast schon die Flaschen heranwachsen.
Auf den Rundgängen durch die Weingüter hören wir dann meist die grundsätzlichen Eigenheiten des Weingutes was dort in der Weinbereitung anders gemacht wird als bei den anderen Weingütern in der Region, denn über die grundsätzliche Machart, wie Wein erzeugt wird sind wir in dieser kleinen Gruppe von 7 Personen schon bereits recht bewandert. Ein großer Vorteil allerdings ist es zum Beispiel genau in der Erntezeit auf die Weingüter zu fahren, denn da kann man dann mit eigenen Augen verfolgen, wie auf den verschiedenen Gütern mit dem Traubenmaterial, mit dem gepreßten Saft, oder auch mit sonstigen Macharten der Weinbereitung umgegangen wird. Nachteile hat das allerdings auch, denn zur Erntezeit sind manche Kellermeister oder Winzer nicht bereit das Publikum so einfach in die verschiedenen Räumlichkeiten blicken zu lassen, denn da gibt es dann doch manche Handgriffe oder Eigenheiten, die man nicht preisgeben will. Hier unterscheiden sich auch so manche Einstellungen zwischen großen und kleineren Betrieben, wie damit umgegangen wird.

Bei Pago de los Capellanes können wir 2 weiße und 3 rote Tropfen verkosten. Die weißen sind guter Standard, wobei die roten Flaschen sich durchaus in der Oberliga der Weingüter im Ribera del Duero bewegen.

Der El Nogal aus 2015 konnte fast alle in der Gruppe am meisten überzeugen und erhielt bei mir 17,5/20 Punkten.


Dann ging es am späten Vormittag zum Weingut Vina Pedrosa.
Die Weine sind von Robert Parker jun. Fast alle in den Rängen von 90 – 95 Punkte bewertet. Auch dieses Weingut wurde erst 1980 bis 1982 gegründet und arbeitet heute auf 155 ha Weinbergen. Die Weingärten gehörten allerdings bereits seit ca. 100 Jahren zu den Vorbesitzern, so das hier eine gewisse Tradition übernommen wurde. Interessanterweise ist die Region dort so karg, das in den meisten Weingärten von Pedrosa nur 2 bis 2,2 Tsd. Weinstöcke je Hektar angepflanzt sind. Das sind in manchen anderen Regionen der Welt bis zu 6 – 8 Tsd. Stöcke je ha. Das liegt meist am kargen Boden, der eine höhere Pflanzliche nicht zuläßt.

Auf diesem Weingut können wir 4 rote Weine verkosten, wobei der älteste als Gran Reserve aus dem Jahr 2009 stammt, was auf den Weingütern nicht wirklich selbstverständlich ist, das wir so einen älteren Jahrgang verkosten können.
 

Meine Bewertungen liegen hier zwischen 15 und 18,5 Punkten, wobei der Gran Reserve mit seinen 18,5 Punkten am besten abschneidet. Der Gran Reserve besteht aus 90% Tempranillo und 10% Cabernet Sauvignon.


Dann geht es am Nachmittag auf das Weingut Tinto Pesquera

Auch hier noch ein Familienbetrieb, der allerdings in den Jahren zu einem großen Betrieb mit gesamt 4 Weingütern angewachsen ist. Auf Pesquera werden ca. 900 Tsd. Flaschen erzeugt, wobei auf allen 4 Weingütern zusammen heute ca. 2 Mio. Flaschen produziert werden. Pesquera begann im Jahr 1972 und erzeugt seinen ersten Wein im Jahr 1975. Es werden gesamt ca. 40% Reserva und 60% Crianza erzeugt.
 
Wir können hier gesamt 4 rote Weine verkosten, wobei in der Reihe der bestellten Top-Verkostung wunderbare ältere Jahrgänge uns präsentiert wurden. Zum guten Schluß konnten wir dann noch einen Crianza aus 2015 verkosten, der uns aus vor 3 Jahren gut in Erinnerung war.
Die roten waren also

Pesquera Reserve aus 2008 – 18/20
Alena Gran Reserve aus 2006 – 18,5/20
El Viniculo Gran Reserve aus 2004 – 16,5/20
Pesquera Crianza aus 2015 – 16,5/20 (ohne Foto)


 Zum Finale an diesem Tage sollte es in ein Industriegebiet zum Weingut Penafalcon gehen, wo wir alle noch nicht bisher zugegen waren. Dort war dann wohl auch mehr ein großes Lager des Weingutes mit abgefüllten Flaschen und neuen Barriquefäassern. Angekündigt war auch ein Art Weinmuseum, was sich aber als kleiner Fake herausstellte, denn in der Industriehalle waren gerade einmal einige alte Werkzeuge und Geräte an die Wand gehängt, sehr schlecht beleuchtet, nicht erklärt und glich in keiner Weise einem Museum, so wie wir das wohl verstehen unter dem Begriff Museum. Einmal durch die Halle geschleust, kamen wir dann in einer der Ecken der Halle an, wo bereits eine kleine Verkostung mit 4 anderen Gästen lief, und wir ohne große Umstände an den Tisch komplimentiert wurden. Dann wurden uns ein Wein nach dem anderen aus einer Dekantierkaraffe eingeschenkt, wobei immer betont wurde, das die Weine alle 5 Jahre im Barrique verweilen. Es gab also 3 Weine aus 2006, 2007 und 2009, wobei dann bei Nachfrage die Preise alle bei 50 € liegen sollten. Meine Bewertungen rangierten so zwischen 15,5 bis 16 Punkten.

  


Am Abend in Aranda del Duero zurück geht es dann mit der ganzen Gruppe von 7 Personen um 20:30 Uhr in das Lokal El Lager de Isilla, welches von einem Weingut gleichen Namens betrieben wird.

Das Essen ist hier richtig typisch und rustikal für die Region typisch. Was aber bei solchen Weinreisen immer ein großer Vorteil ist, das man abends dann mit der ganze Gruppe nochmals auf einem anderen Niveau die Weinverkostungen fortführen kann. Mit dem anderen Niveau meine ich allerdings keinen Abstieg, sondern eher noch einen Aufstieg in Sachen Vielfalt, auch manchmal Qualität und Ergänzungen zu den Weingütern die wir in den Tagen so verkosten konnten. An diesem Abend sollte es so z. Bsp. Eine Flasche Vega Sicilia zum Essen geben, welche dann im Restaurant kaum teurer ist hier in Spanien als auf dem Weingut, oder im guten Fachhandel zu erstehen. Hier z. Bsp. Ein Vega Sicilia, Tinte Valbuena No. 5 aus 2006.

 



 

Weinreise Ribera del Duero, der zweite Tag

Am zweiten Tag in der Region Ribera del Duero sollte es zu folgenden 4 Weingütern gehen:
1. Aalto
2. Pagos de Carraovejas
3. Cepa 21
4. Bodegas Portia
Mit diesen 4 Weingütern verband sich also eine hohe Erwartung der Gruppe an die Verkostungen und die Besuche auf den 4 Weingütern, welche sich durchaus erfüllen sollten. Zu erwähnen sei auch nochmals, das in der Region Ribera del Duero nur rote Traubensorten nach dem Weingesetzt erlaubt sind. Trotzdem konnten wir auf fast allen Gütern auch weiße Sorten verkosten, welche die Weingüter dann in den anderen spanischen Regionen anbauen.
Los geht es mit dem Weingut Aalto.
  
Das Weingut wurde in den späten 90er Jahren von einem ehemaligen Weinmacher des Weingutes Vega Sicilia mit einem Partner gegründet und baut heute auf 138 ha Wein an, welcher primär um das Weingut herum angebaut wird. Ein sehr imposanter Bau mit funktionaler Architekt, welche man heute auf fast allen Weingütern findet, wo nach der Methode der Schwerkraft gearbeitet wird. Das heißt hier nochmals kurz zur Erinnerung:
Die Trauben werden in der obersten Etage angeliefert, meist entrappt, ausgelesen und sortiert, und fallen per Schwerkraft in die Gärbehälter einen Stock tiefer. Für alle weiteren Arbeiten während der Maischevergärung, also das sonst klassische Umpumpen werden die Trauben mit Saft in separate Behälter gefüllt, und diese per mechanischer Hubvorrichtung wieder in die Gärbehälter von oben eingefüllt.
 
Wir konnte hier 2 Weine verkosten aus den Jahren 2016 und zwar:

Den klassischen Aalto, der für 18 Monate in französischer Eiche reift.
Im Foto auf der linken Seite.
Sehr kräftige dichte Gewürznoten. Wunderbare Dichte mit sehr feinen Fruchtnoten und dunklen Noten von Beeren und Cassis. (17,5/20)
Der zweite Wein nennt sich Aalto PS
Dieser Cuvée ist ein Mix aus allen Lagen des Weingutes und der örtlichen Lagen.
Wesentlich kräftiger in der Nase als der Aalto. Noch leicht verschlossen, sehr feine Fruchtnoten mit kräftig runder Note und Struktur. Sicher ein sehr schöner Begleiter zu Rind. (18,5/20)


Dann geht es am späten Vormittag zum Weingut Pagos de Carraovejas.

Auch dieses Weingut wurde erst 1971 gegründet und konnte 1987 mit 9 ha angebauten Weingärten beginnen. Heute werden auf 160 ha ca. 800 Tsd. Flaschen produziert, wobei primär die Rebsorten Tempranillo, Merlot und Cabernet Sauvignon verarbeitet werden. Hier bekommen wir in einem schönen Verkostungsraum eine gesamte Bandbreite der Möglichkeiten in den Riedel-Gläsern zur Verkostung vorgesetzt. Und zwar gibt es erst 4 rote Weine und dann anschließend die 4 weißen des Weingutes, welche eben dann nicht aus der Region Ribera del Duero stammen.

In der Gruppendiskussion stellte sich dann tatsächlich heraus. Das die weißen Wein des Weingutes besser abschnitten als die roten aus der Region.
 
Die roten hatte ich vor Ort mit 15 – 16 Punkten bewertet, und die weißen lagen bei mir zwischen 16 und 18,5 Punkten.


Dann zur späten Mittagszeit ging es zu einem Weingut namens CEPA 21. Cepa ist im spanischen im Prinzip die Bezeichnung für die Weinrebe, und die 21 im Namen des Weingutes soll das Jahrhundert 21 symbolisieren, in welchem wir derzeit sind und das in moderner Architektur gestaltete Weingut symbolisieren soll.

Es werden hier auf 50 ha eigenen Rebflächen die Weine angebaut, und das Weingut kauft noch von anderen Winzern die Trauben von weiteren 50 ha. Gegründet erst im Jahre 2007 ist dies das zweite Projekt von dem Spanier Emilio Moro, der bereits ein Weingut hat.
Interessanterweise werden hier die Weine so vergoren, das die malolaktische Vergärung bereits im Eichenfaß vollzogen wird. Wir bekamen hier auch einen klitze kleinen Mittagsimbiß, der uns gut schmeckte, aber nach dieser dritten Verkostung nicht wirklich zufriedenstellte. Die Weine konnten mich ebenso nicht wirklich überzeugen. Meist recht unstrukturiert und so gemacht, das Frucht, Alkohol und Säure sehr separat nebeneinander standen.
 
  


Dann ging es zur letzten Adresse an diesem Tag, welches ein für mich bisher nicht bekanntes Weingut war, denn wir hatten dieses auf der Erkundungstour vor 3 Jahren nicht besucht. Das Weingut heißt Portia und ist eines der Projekte von dem Architekten Sir Norman Foster, welches das bisher einzige Weingut aus dem Hause Foster ist. Erbaut in den Jahren 2003 bis 2010 werden auf dem Weingut heute auf ca. 160 ha Weine angebaut, welche zum Teil mit 40 Jahre alten Rebstöcken bepflanzt sind. Das Weingut gehört zu Weingruppe Faustino, welches eines der ganz großen Anbieter in Spanien ist. Nach Aussagen der Führerin unserer Gruppe hat das neue Gebäude des Weingutes 28 Mio. € gekostet.

Wir waren hierher also nicht mit zu großen Erwartungen hingefahren, doch aber sehr gespannt über die Architektur, welche im Gesamteindruck doch spannend, zum Teil imposant, aber auch in diversen Details ernüchternd erschien.
 
Eines der wirklich imposanten Aspekte des Weingutes war die sogenannte Weinbibliothek, welche in einem separaten Keller untergebracht wr, der beim Betreten auch wie eine überdimensional aufgeschlagene Büchewand vor einem stand.


Ebenso imposant und eicht überdiemnsioniert für uns als Gäste wirkte der Barriquekeller, der auch entsprechend fulminant illuminiert war.

Die Weine entsprachen einem guten Mittelmaß konnten uns aber auch hier in der gesamten Gruppe nicht wirklich überzeugen. Wir waren schlicht schon Besseres gewohnt.