Archiv der Kategorie: Wein

Istrien Weinverkostung mit Paula Bosch und den Weinakademikern

So Ende Januar in diesem Jahr 2020 gab es einmal wieder eine etwas ausgefallene aber durchaus sehr interessante Weinverkostung mit einigen Flaschen weiß und rot aus der Region Istrien, der Halbinsel in der Adria die heute zum Staat Slovenien gehört. Ich selber hatte schon lange keinen Tropfen mehr aus dieser Region verkosten können, und war deswegen umso gespannter was Paula Bosch an diesem Abend so alles kredenzen sollte. Insgesamt hatten wir die Möglichkeit 7 weiße Sorten und 10 rote Sorten aus dieser Region zu verkosten. Auf dieser Halbinsel werden gerade einmal auf 3000 ha Wein angebaut, welche in 6 Bereiche auf der Halbinsel unterteilt werden können. Die Weingärten stehen hier auf Höhen zwischen 0 und 500 Meter über N.N. und gerade einmal 100 Winzer vermarkten Ihre Weine selber im Land oder auch auf dem internationalen Markt.

Wir beginnen meist wie bei den Weinakademikern mit einem sprudelndem Getränke aus der Region, welches dort zwar nur recht wenig produziert wird, aber durchaus gefallen kann. Der Winzersekt stammt von dem Betrieb Kabola Wienre, welcher auf 23 ha gesamt seine Reben anpflanzt und als Bio Betrieb zertifiziert ist. Die Trauben für diesen Sekt sind die Malvasia, welche für 2 Jahre auf der Hefe ausgebaut werden. Da Paula Bosch schon seit einigen Jahren durch die Gegend fährt und einige Besuche bei den Winzern hinter sich hat, konnte Sie viel über manche Eigenheiten und Spezialitäten im Laufe des Abend zu Weinen und Winzern zum Besten geben. Hier eine grobe Übersicht der Flaschen, welche an diesem Abend zur Verkostung anstanden.

Wie bereits gesagt gab es 7 weiße Rebsorten der Weinbaubetriebe, welche alle im Einzelnen zu beschreiben vielleicht etwas zu langwierig wäre. Primär gab es Malvasia und Grauburgunder bei den weißen Trauben, wobei der letzte in der Reihe ein Orange Wine war. Namens Ottocento Bijeli aus 2015 von dem Betrieb Clan in Buje.

Und auf der roten Seite sollten es dann 10 verschiedene Flaschen sein, welche recht unterschiedlich cuvetiert waren, aber auch internationale Trauben beinhalteten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc oder auch Merlot. Für mich auffallend war auch, das die Aufmachung der einzelnen Flaschen doch recht modern und “marketinggerecht” anmuteten, was ch so auch nicht auf Anhieb vermutet hatte. Hier noch ein Beispiel der roten Sorten im Detail.

Auf alle einzelnen Flaschen einzugehen würde hier ein wenig zu weit gehen, aber ich will doch 2-3 Proben hervorheben, welche mir an diesem Abend besonders gut mundeten. Da waren auf der weißen Seite 2 Exemplare, welche ich mit 17,5/20 Punkten bewertet hatte. Das war zunächst der Grauburgunder von Arman Franc aus Vizinada und dem Jahr 2016. Eine sehr feste würzige Nase mit Anklängen von Terroir. Volle komplexe Note am Gaumen mit voller Note und recht vielschichtigem Geschmack.

Weiterhin bewertete ich mit der gleichen Note den Orange Wine von Clai aus Buje, welcher aus dem Jahr 2015 stammte und für mich mit einer sehr feinen Nase daherkam. Am Gaumen reife Früchte und recht edel am Gaumen und für mich ein Musterbeispiel eines sehr gelungenen Orange Wiens mit Zitrusnoten und Karamell Anklängen.

Bei den roten Sorten war es für mich dann der Wein von Roxanich mit Namen Ines und Crvenum, welcher als Cuvée aus 2009 aus der Flasche kam. Dieses Cuvée hat zwar eine kräftige Holznase, kann aber recht expressiv am Gaumen seine Qualität entwickeln. Langer Abgang mir feiner Frucht und gutem Nachgang.

Es ist immer wieder ein großes Erlebnis mit den Weinakademikern als Gast eine solche Weinverkostung mitzumachen. Klar – ganz umsonst geht das auch nicht, denn die Weine und auch der Präsentator wollen Ihren Obolus. Aber wenn man so weinverrückt ist wie ich, kann der Beitrag für so eine abendfüllende Verkostung durchaus in einem guten Verhältnis stehen zum Genuss dieser Art von Veranstaltung. Insbesondere stark erinnere ich mich an so ausgefallene Verkostungen wie die Sake Verkostung, oder auch manche mit Weinen aus Spanien.


Ein Menu fürs Designteam zu Ende 2019

Zu Beginn des Jahres 2020 möchte ich erst einmal einen kleinen Bericht über ein Menü geben, welches zu Ende des letzten Jahres für das Designteam von Olaf Hoffmann Design gegeben habe. Die Speisenfolge war wie folgt:

  • Miso Mandeln
  • gemischter Wildsalat mit überbackenem Ziegenkäse
  • Wurzelsuppe mit Kohlrabi
  • Mungbohnen-Salat
  • Variation von Bohnen, Linsen, Pastinaken-Pürée, Lotoswurzel und Pilzen
  • Miso-Brownies mit Nuß-Eis und kandierten Birnen

Dazu sollte es natürlich auch die entsprechenden Weine aus meinem Keller geben, die die folgenden waren:

  • Vin d’orange aus 2006 (Eigenherstellung)
  • M. Opitz, Burgenland, Free Solo aus 2013
  • Grange de Quatre Sous, Languedoc J<eu du Mail aus 2012
  • C. Lang, Baden Spätburgunder Reserve aus 2015
  • Weingut Wöhrwag, Baden-Württemberg, Lemberg aus 2015
  • Weingut Lorenz, Mosel, Thermischer Ritsch, süß aus 2011

Zu dieser Speisen- und Weinzusammenstellung hatte ich ein Brot aus dem Buch der Wildbakers gebacken, welches dunkel daherkommt und auf den Namen Backfeuerbrot im Buch betitelt wird.

So das war zunächst einmal die nüchterne Aufzählung der Gänge und der flüssigen Begleitungen aus dem Weinkeller. Die einzelnen Gänge zeigen sich dann auf dem Tisch wie folgt, wo ich dann noch kurz ansprechen werde, wo das Rezept herrührt.

Die Miso Mandeln aus dem Buch Miso von Claudia Zaltenbach sind ein wunderbares Zwischengericht zu jeglichem Wein wie rot oder weiß von trockener Konsistenz. Das kann dann den ganzen Abend auf dem Tisch stehen und die Gäste sind immer wieder versucht zuzugreifen. Dann folgt das erste Vorgericht.

Dieser Wildkräutersalat.mit einer Scheibe des Baclfeuerbrotes und dem überbackenen Ziegenkäse habe ich immer wieder als kleinen Zwischengang kreiert und bei so einer Gesellschaft präsentiert. Dann folgt der erste richtig warme Gang mit einer Wurzelsuppe mit Kohlrabi aus dem Buch von O. Eliasson.

Hier sind die gewürfelten Kohlrabi, aber auch die Kürbiskerne, welche in der Pfanne geröstet werden zu sehen. Die wesentliche Basis der Wurzelsuppe ist rote Beete, was ja an der Farbe auch zu sehen ist. Dann kommt mal wieder ein kalter Zwischengang.

Dieser Mungobohnensalat stammt vom Basisrezept auch aus dem Buch von O. Eliasson, welchen ich dann noch mit ein paar kleinen Pilzen ergänzt habe und hier hatte ich den Salat bereits relativ früh am Nachmittag zusammengestellt, was das Durchziehen recht zuträglich war und den Gästen ganz besonders gut mundete. Dann folgte der Hauptgang.

Hier hatte ich einmal eine Art Variation aus Bohnen, Pilzen und einem Pastinakenpürée zusammengestellt, welches mit kalt/warm Zutaten sich recht unterschiedlich auf dem Teller präsentierte. Zu der Scheibe Lotoswurzel kamen dann noch ein paar Granatapfelkerne welche sich nicht nur farblich, sonder wohl auch geschmacklich etwas von den weiteren Zutaten absetzte. Hier kommt der Teller von Stefanie Hering besonders gut zur Geltung. Zu guter Letzt ein Dessert:

Das süße Miso Brownie in der Mitte stammt wieder aus dem Miso Buch, rechts ein Nuß-Eis (schon leicht zerlaufen) und links dann das karamelisierte Birnenscheibchen welches den warmen Aspekt auf dieser Platte hergibt. Die Weine mundeten gut dazu und ich selber war recht zufrieden mit der gesamten Zusammenstellung von Speis und Trank.


Neulich im Glas – Daishichi Sake

Zwei Teilnehmer der im Oktober veranstalteten Burgund Verkostung hatten mir eine Flasche Same mitgebracht, die ich so bisher nicht kannte. Ich bin zwar selber kein ausgesprochener Take-Kenner, bin aber seit ein paar Jahren durch die Besuche in Japan und auch diversen Verkostungen auf den Geschmack dieser speziellen Flüssigkeit gekommen. Same wird ja Klassischerweise aus Reis fermentiert und das ist ein ähnlicher Prozess wie das Bierbrauen. Beim Take spielen dann die Polierstufen des Reis eine große Rolle, und dann wird als quasi Steuerungsmittel für die Fermentierung ein spezieller Pilz eingesetzt. Dieser Pilz wir auch bei der Herstellung von Soya verwendet und kann sonst auch bei verschiedenen Fermentierungs-Prozessen eingesetzt werden. Die Sake Brauerei, wo diese Flasche herkommt besteht laut Etikett bereits seit 1752 und es wird eine Trinktemperatur von 40 – 45°C empfohlen. Ich habe diesen Sake aber diesmal im Prinzip bei Raumtemperatur getrunken.

Die Farbe weist ein helles gelb auf mit grünlichen Nuancen. Am Gaumen eine sehr weiche und feine Note von hellen weißen Blüten wie Holunder. Diese Flasche ist ein Junmai Koshu, welche eine sehr feine fruchtige Note aufweist mit einem langen Abgang. Diese Flasche stammt wohl aus 2013, was ich ebenso aus dem internet herausbekommen habe. Hier die Front- und Rück-Etiketten.

Für mich paßt dieser Sake mit seiner feinen fruchtigen, aber trockenen Art sehr gut zu feinem Fisch, Sashimi von hellem Fisch, der nicht zu fett ist und Gemüse, welches sich gut in Ergänzung zu feinen Noten ergänzen kann.

Burgunder Verkostung von kleinen und eher unbekannten Weingütern

Uly hatte mich vor ein paar Monaten kurzfristig an einem Sonntag angerufen, ob ich Lust hätte ein paar Burgunder zu verkosten. Ich sagte zu und wir trafen uns in einem kleinen Hotel fast nebenan, wo wir mit einem Paar aus Frankreich ein paar Weine aus dem Burgund verkosten sollten. Plaisir de la Vigne ist der Name des kleinen Weinhandels, der bei kleinen Winzern seine Weine einkauft und diese dann in Deutschland unter Freunden verkauft und aus dieser Quelle stammten dann auch die Burgunder an diesem Sonntag bei mir und Uly für die Burgunder Verkostung.

Wir verkosten insgesamt 5 weiße Burgunder und 5 rote Burgunder. Zum Start gab es zunächst einmal einen Crèment de Bourgogne als Einstieg für die ca. 15 Gäste an diesem Sonntag Nachmittag. Und als finalen Abschluss spendierte ich noch eine Magnum vom Weingut Manfred Rothe, welches ein Spätburgunder aus dem Jahr 2012 sein sollte.

Hier also zunächst einmal die Reihe der weißen 5 Varianten:

Insgesamt eine sehr feine Reihe der wißen Sorte, welche natürlich primär aus der Rebsorte Chardonnay gekeltert sind. Für mich ganz besonders fein aus dieser Reihe ist der letzte wein der Reihe, der Saint-Romain aus 2017 vom Weingut Domaine Nicolas. Der Wein präsentiert sich mit einer sehr feinen fruchtigen Nase und einer gewissen breiten Note. Insgesamt recht elegant und ausgewogen mit feiner Frucht und guter Säure. (17/20)

Dann geht es nach der weißen Reihe zu einem kleinen Intermezzo, wo wir ein paar mitgebrachte Rillettes mit selbstgebackenem Brot verkosten können. Und dann folgt die Reihe der roten Weine.

Die Reihe der roten Weine kommen von den Weingütern Domaine Billard, Domaine Nicolas, Domaine Gaugey und Domaine Regnard. Insgesamt eine feine Reihe der rote Tropfen, welche natürlich hier aus dem Burgund zu fast 100% aus der Traubensorte Pinot Noir bestehen. Für mich war hier der dritte Wein in der Reihe, der Chorey-les-Beaune, “les Beauforts” aus 2017 der feinste aus der Reihe. Eine sehr feine Frucht mit ebenso süßlich feinen Gaumennoten. Recht süffig und sehr geschmeidig mit einer feinen Würznote. (16,5-17/20).

Das war die Reihe der weißen und roten aus der Reihe der burgundischen 10 Flaschen.

Auf hoffentlich ein Neues im nächsten Jahr.


Champagner Verkostung mit Fanny Heucq bei Champagne Characters

Eingeladen hatte Nicola Neumann in Ihrem Laden bei Champagne Character zu einer Verkostung der diversen Champagners von Andrea Heucq mit Fanny Heucq, der Tochter des Champagner Hauses, welche einen Champagner Laden mit Bar in Paris betreibt. Die Lokalität heißt Le Dilettantes wa nicht wörtlich zu nehmen ist, denn die diversen Champagner des Hauses A. Heucq sind wirklich exzellent. Da ich nur einige Wochen vorher bereits mit einer ganz kleinen Gruppe bereits vorher im Champagner Haus vor Ort zu Besuch war, konnte ich besonders gespannt sein, was mich bei der Verkostung in München dann erwartete. Es sollte an diesem Abend 7 verschiedene Champagner zur Verkostung geben, und die Veranstaltung war auch entsprechend gut besucht. Hier Schin einmal ein Bild des derzeitigen Besitzers von Champagne Heucq.

Primär werden die Traubensorte Pinot Meunier angebaut, was ca. 80% ausmacht, und daneben Pinot Noir und Chardonnay zu jeweils ca. 10%.

So konnten wir die Trauben am Stock im August in der Champagne sehen, welche trotz der großen Trockenheit auch im Jahr 2019 wohl ganz gut gereift waren. An diesem Abend konnten wir 7 verschiedene Champagner aus dem Weingut verkosten, wobei es mit dem Blanc de Meunier beginnen sollte.

Hier also das Front- und Rückenetikett des Blanc de Meunier, welcher mit einer sehr kräftigen Nase und einer sehr feinen Frucht und ausgewogen am Gaumen sich präsentiert. Neben diesem Blanc de Meiner konnten wir dann folgende Champagner verkosten:

Heritage Assemblage aus Ch 40%, PN 30% und PM 30%. Dann gab es einen Blanc de Blanc vom Chardonnay. Einen Rosé aus Pinot Meunier. Dann folgte eine Assemblage als Jahrgangs Champagner aus 2012 mit 50% Ch, 30% PN und 20% PM. Sehr schöne Frucht in der Nase mit einer frischen Note. Leicht erdige Würznote mit vollem Charakter. (16,5/20)

Dann folgend die Variante Les Roches, welche eine 100% Pinot Meunier aus einer Einzellage ist, die im Holz ausgebaut wird und 3 Jahre auf der Hefe ausgebaut wird. In der Nase eine sehr dichte und reife Nase, welche für mich insbesondere zu Foie Gras passen würde. Feine komplexe Nase mit einer super ausgewogenen Frucht/Säure Struktur. (17,5/20)

Zum Abschluss gab es dann eben noch einmal einen Cuvée Originel, welcher aus dem Jahr 2005 stammte. 70% PM und 30% PN. Dunkle Note in der Nase und sehr gereifte und gealterte feine Noten. Leicht salzig am Gaumen und fein mit komplexer Note. (17,5-18/20)

Hir noch ein Eindruck der Gastgeber an dem Abend:

Links Funny Heucq, welche die Champagner Bar in Paris betreibt und recht Nicola Neumann von Champagne Characters. Die Bar in Paris sieht folgendermaßen aus:


Weinbar Kreis in Stuttgart am Schillerplatz

Vor ein paar Wochen hatte ich einmal wieder die Gelegenheit in Stuttgart, wo ich ja geboren bin und gut 20 Jahre gelebt habe, einen Termin wahrzunehmen, den ich mit einem Besuch bei Muttern und an einem Nachmittag auch in einer Weinbar, die ich schon lange besuchen wollte. Die nämliche ist die Weinbar Kreis, welche schon seit fast 7 Jahre ganz in der Nähe des Schillerplatzes im Zentrum von Stuttgart gleich auch neben der Markthalle liegt. Eine sehr kleine Räumlichkeit für die Weinbar, welche im Prinzip nur aus einem etwas vergrößertem Schaufenster besteht und im Nebenraum, sowie im Kellerraum darunter, wird der Wein der Weinhandlung Kreis verkauft. Selbst mitten am Nachmittag waren die Plätze schon gut besetzt, aber auch reichlich frequentiert da in so einer Weinbar die Gäste wohl recht oft wechseln. Hier ein Blich in das Interieur der kleinen Bar aus 2 Perspektiven:

Die aktuelle Weinliste wechselt immer wieder, was durchaus wohl auch dem Konzept der Weinhandlung entspricht. Auf der Tafelstehen 2 prickelnde Flaschen, 5 weiße Tropfen und 5 rote Sorten. Ich probiere hier also zuerst einen weißen Dão Branco von der Casa Mouraz aus 2015 der sich recht elegant am Gaumen zeigt. Als zweiten dann einen roten aus der spanischen Region Ribera del Duero vom Weingut Anadia de Gomariz aus 2013, der sich für sein Alter sehr schön gereift zeigt, aber keineswegs oxidativ oder sonst irgendwie gealtert. Hier werden also wirklich sehr ausgesuchte Weine auf der Tageskarte serviert, die sich dann entweder gleich im Laden nebenan erstehen lassen, oder man trinkt sich noch weiter durch die Karte bis es nicht mehr weitergeht. Der Service war auch recht gut, obwohl gerade als ich am Bestellen war alle mögliche weitere Aktivitäten in der Weinbar zugange waren. Läßt das Wetter es zu, kann man auch im Freien vor dem Laden sitzen und einen guten Schluck zu sich nehmen. Hier die Karte vor ein paar Wochen die ich vorfand:

Diese Empfehlung ist also sicher ein guter Tipp für einen kleinen Abstecher mitten in der Innenstadt von Stuttgart. Im Netz: www.wein-kreis.de In Stuttgart zu finden: Dorotheenstr. 2, gleich beim Schillerplatz.

Oktopus/Miso+Ruccola-Birnensalat mit Miso Brownies

Mitte Oktober hatte ich einmal wieder Besuch von einem meiner Brüder, wozu ich mir für den ersten Abend immer ein kleines Menü überlege, wenn er dann zum Abend bei mir auftaucht. Diesmal gab es eimal wieder 2 Rezepte aus dem miso Buch von Claudia Zaltenbach wo ich in leichter Abwandlung den Oktopus mit schwarzem Pfeffer und Ruccola-Birnen-Salat von Seite 156 ausgewählt hatte und als kleinen Dessert die Miso Brownies vorbereitet hatte, welche im Buch auf Seite 178 beschrieben sind. Als kleiner abschließender Trunk zum Dessert hatte ich einer meiner Süßweine aus dem Keller geholt, welches ein Silvaner Eiswein aus 1999 vom Weingut Galena aus der Lage Eschendorfer Lump sein sollte. Wie gesagt, die Brownies hatte ich schon am Tag zuvor vorbereitet, und an dem Nachmittag, wo dann der Besuch kam, sollte der Rest des Menüs in die Vorbereitung gehen. Hier zunächst das Hauptgericht, wo ich den Oktopus nicht wie im Rezept im Backofen, sonder im Topf mit etwas Gemüse für eine Stunde ganz leicht vor sich hinsimmern lasse.

Das kann irgendwann am Nachmittag passieren, da der Oktopus nach dem Garen sowieso erkalten muß und dann später mit der Misopaste in der Pfanne fertiggestellt wird. Dann kann so kurz vor Beginn des Menüs der Ruccola-Birnen-Salat vorbereitet werden, wobei ch hier noch 2 Birnen aus dem Garten nehmen konnte, die als fast letzte Früchte noch am Baum hingen. Ruccola-Birnen-Salat anmachen, den Oktopus zerteilen und in der Pfanne mit der Misopaste fertigstellen und servieren.

Ich hatte noch ein Glas eigelegter Kirschtomaten im Kühlschrank, die sich gut als kleine geschmacklich feine Dekoration ausmachten.

Zum Dessert dann die Miso Brownies, welche mit ein wenig Puderzucker und ein paar Granatapfelkernen als Deko ganz gut auf dem Teller machten, aber insbesondere auch recht gut zu dem Eiswein paßten, der sich recht dunkel schon im Glas zeigte, aber weder klebrig noch zu süß auf der Zunge lag.

Ein sehr schön gereifter Tropfen mit Potential für weitere Jahre auf der Flasche.


Steinpilze mit Maronen und Madeirasauce

In den Herbstmonaten gibt es immer wieder einmal bei mir in der Küche solche Produkte auf dem Teller, die auch für den Herbst typisch sind. Heute also eine Portion Steinpilze in Kombination mit den Esskastanien, auch Maronen genannt. Dazu eine kleine Portion Madeirasauce auf Basis einer Butterschmelze und einen frischen Riesling von der Saar und dem Weingut Van Volxem aus 2015, der Altenberg Alte Reben. Die Zubereitung ist nicht wirklich schwierig, wobei ich mit den Kastanien beginnen muß, denn die brauchen am längsten im Kochtopf und auch für das Schälen nach dem Garen. Für eine Portion benötige ich ungefährt:

  • 6 – 8 Kastanien
  • 2 – 3 Steinpilze mittlerer Größe
  • Butter, Madeira, 1-2 Radieschen zur Deko, 2 Stengel Petersilie

Die Kastanien werden an der spitzen Seite leicht abgeschnitten, so das diese im Wasser gut durchgaren können. Einen Topf mit Wasser aufsetzen und die Kastanien hinein, und dann ca. 20 Minuten leicht köcheln lassen. Die Kastanien abschrecken und etwas erkalten lassen. Dann mit einem nicht zu scharfen Messer die dicken und aber auch die feine Haut darunter abschälen und die Kastanien beiseite Stellen. Die Steinpilze sehr gut trocken putzen und in mittlere dicke Scheiben schneiden. In einer Pfanne die Butter erwärmen und darin die Steinpilze anbraten und garen. Parallel dazu ein großes Stück Butter, je nachdem wieviel Sauce man sich zur Speise gönnen will, salzen und Pfeffern und nach dem Aufschäumen der Butter einen Schuss Madeira darunterschwenken. So lange einkochen bis einem die Konsistenz genügend dick erscheint. Radieschen gut waschen und in feine Scheiben schneiden. Dann kann das Ganze angerichtet werden. Will man die Kastanien nochmals ein wenig anwärmen, kann dies im Backofen bei ca. 80 °C passieren, oder direkt in die Madeirasauße geben. So sieht das dann auf dem Teller aus:

Dazu hatte ich mir diesmal einen Riesling aus dem Keller geholt, der aus 2015 stammt und vom Weingut Van Volxem von der Saar stammt. Und es war für meine Begriffe die absolut geniale Kombination aus der leichten Süße der Madeirasauce und der ebenso leicht süßlichen Kastanien mit dem knackigen Säureton des Riesling. Bei Van Volxem ist man sowieso immer sicher das die Rieslinge recht säurebetont ausfallen, was aber mit einer feinen Frucht im Zusammenhang des Empfindens am Gaumen der Fall ist. Da dieser Altenberg auch noch recht opulent ausfällt, kann sich der Wein ganz besondre gut mit den Kastanien auf dem Teller und auch den Steinpilzen vertragen. Da macht die Kocherei und das Genießen einer solchen Flasche doppelten Spaß, wenn die Nuancen zueinanderpassen.


4 Tage Bulgarien mit 6 Weingütern im Süden

Der vierte Tag, Orbelia Winery und Orbelus Winery mit dem Farewell Dinner bei Zornitza Estate

An diesem vierten und dem Abschlußtag der Bulgarien Weinreise sollte unser Weg uns zu 2 Weingütern und zu einem Abendbesuch in ein Relais&Chateux Domizil für ein Farewell Dinner führen. Nach der Abfahrt aus dem Hotel, sollte es wieder gen Süden gehen und wir erreichten das Weingut Orbelia, welches so viel wie “schöne weiße Berge” heißt, nach einer Dreiviertel Stunde Fahrt bei wieder einmal schönem September Wetter.

Gegründet wurde dieses Weingut auch erst im Jahr 2013, wo heute auf 15 ha im wesentlichen internationale Trauben wie CS, Merlot und CF aber auch die nationalen wie Misket und Melnyk angebaut werden. Aber auch Chardonnay und Viognier sind bei den Reben zu finden. Wir werden wieder einmal durch das Gebäude und die diversen Räume und Keller geführt und sehen eine auf “Alt” gemachte Architektur, welche insbesondere im Verkostungsraum ins Auge fällt. Dort angekommen können wir 6 verschiedene Weine verkosten, die zum Teil recht ansprechenden Charakter haben.

Hier die von uns verkosteten Weine.

Der letzte der Reihe, der CF hat es nicht aufs Foto geschafft, ließ sich aber am Gaumen mit runden Fruchtnoten und einer reifen Struktur von Johannisbeeren überzeugend an. So standen wir im Verkostungsraum um den Tisch, oder saßen auch.

Das Mittagslunch war nicht weiter groß erwähnenswert, welches bei schönem Wetter zwar im Freien vor einem Spa-Hotel stattfand, aber insgesamt so im Standard der Lunches blieb.

Dann sollte es aber zum Weingut Orbelus gehen, welches schon bei meiner Recherche im internet recht vielversprechend sich anließ. Eine imposante Architektur des Weingutgebäudes und sonst gab es wohl auch ein paar Highlights, was die Weine anbetraf.

Bereits bei der Anfahrt zum Weingut war es deutlich zu erkennen, das wir wohl auf eine interessante Architektur treffen sollten. Ein halbes Weinfass in überdimensionaler Größe tat sich vor unseren Augen auf. Somit weithinsichtbar für alle die in der Gegend zu tun haben, immer optisch sehr präsent das Gebäude des Weingutes Orbelus. Vor dem Haus eingeparkt, was ein wenig abgesenkt vor dem Haus liegt, stiegen wir aus und umrandeten zu Fuß diese überdimensionale Tonne.

Der obligatorische Gang durch die Räumlichkeiten zeigte diesmal aber auch mal wieder gewisse Neuigkeiten, welche hier z. Bsp. darin bestand, das der Winzer in etwas größeren Holzfässern bereits seine Maischvergärung vollzieht, wie hier auch im Foto zu sehen:

Hier auch einmal im Foto nochmals festgehalten, was in vielen der Eingüter in Bulgarien zu sehen war ist die Tatsache, das fast alle Weingüter ihre Barriques mit ihrem Logo labeln.

Hier deutlich zu lesen, das der Faßmacher aus Frankreich kommt, was nicht immer der Fall war, denn bei einigen der Weingüter im Lande waren auch bulgarische Faßmacher am Werkmit bulgarischem Eichenholz. Jetzt kurz noch zu ein paar Fakten zum Weingut. Auf 25 ha wird im Prinzip organischer Weinbau betrieben, welcher im wesentlichen mit Traubensorten aus dem Süden Frankreichs bestückt ist. 80% davon werden zu Rotwein, 15 % weiß und 5 % Rosé verarbeitet. Aber natürlich wachsen auch hier ein paar einheimische Traubensorten. Das Weingut arbeitet und vermarktet seine Weine hier weit 2009. Auch hier können wir einmal wieder mehr als die angenommenen 5 Standardweine mit 7 Sorten verkosten, was die Vielfalt der unterschiedlichen Cuvées und Traubensorten auch hier deutlich macht.

Von links nach rechts sollte es folgende Weine geben:

  • Cuvée aus Assyrtiko und Misket; gut ausbalanciert und breite Note. 2018
  • Ein Sadanski Misket als organic wine aus 2018; fein und ebenso kräftig.
  • Ein Natural Wine als Cuvée aus Melnik, Rubin mit Namen Mitra; frische Frucht.
  • Mourvèdre aus einem Single vineyard von 2016 mit 10 Monaten Barriquereife. Sehr warme und typische Note von leicht überreifen Früchten am Gaumen. Weniger Tannen und kaum der Alkohol rauszuschmecken. Es werden hiervon nur ca. 300 Flaschen im Jahr produziert. (16,5/20)
  • Links daneben ein Cuvée aus Merlot, CS, Melnyk, PV mit dem Namen Prima aus dem Jahr 2015 der sich mit einer dichten Frucht präsentierte. Leichtes Holz mit tiefer Note, dunkel und langem Abgang.(16/20)
  • Der Petit Verdot als Single vineyard folgte aus dem Jahr 2016 mit frischen Pflaumen in der Nase und leicht sparen Noten am Gaumen (–/20)
  • Zum Abschluss ein Melnik, Single vineyard aus 2015 mit eingekochten Früchten in der Nase und sonst auch einer sehr dichten Frucht mit vollem Kirschgeschmack und vollem Abgang (17/20)

Eine insgesamt recht aufschlußreiche und umfassende Verkostung der hier angebauten und ausgebauten Weine. Noch ein Blick gen Himmel durch die Halbtonne:

und so ging es dann auch schon wieder am Spätnachmittag gen Hotel ins Quartier für einen abschließenden Besuch bei einem Relais&Chateau Etablissement, wo wir mit der Gruppe unser abschließendes Essen für diese Weinreise haben sollten.

Es ging dann also zur Zornitza Estate, wo auch Wein produziert wird, sich aber der Investor insbesondere wohl mit diesem Hotel mitten in der Südbulgarischen Weinlandschaft einen vielleicht kleinen Traum erfüllt hat, der dann aber nicht so ganz unseren Vorstellungen von den bisher recht ausgezeichneten und gastlichen Empfängen entsprach. Vom Hoteldirektor überschwänglich empfangen konnten wir in der Abendsonne einen Heißluftballon entdecken, der auf dem Hotelgelände an einer Leine befestigt immer mal wieder rauf und runtergelassen wird.

Wir bewegten uns dann langsam ins Lokal, wo uns ein Dreigängemenü mit Weinbegleitung erwartete. Hier zunächst einmal die drei Gänge:

Vorspeise mit einem kräftigen Tomatencarpaccio begleitet von einem Gazpacho Sorbet, Petersilie Sorbet und einigen Streuseln, welche nicht weiter definiert waren. Dazu gab es einen Cinsault vom eigenen Weingut der flach und sehr unpassend zum kräftigen Tomatencarpaccio überhaupt nicht paßte. Dann der Hauptgang:

Ein Stück vom Lamm auf Reis, wo das Fleisch wohl in Niedrigtemperatur hergestellt war, oder vielleicht auch Sous-Vide mit obenauf einem Schaum mit Anflügen von Trüffel. Das Fleisch hatte eine recht merkwürdig fasrige Konsistenz welche fast schon fasrig wirkte. Dazu servierte man uns einen Cuvée aus Melnik und Blauer Portugieser der auch hier in feinster Weise zum Fleisch noch zu den sonstigen Aromen auf dem Teller paßte. Das war zum zweiten Mal dann wohl nix! Der Dessert: ohne Worte, denn hier blieb die Weinbegleitung auf der Strecke!? Was mich also bei einem Relais&Chateaux Haus schon sehr wunderte, das es nicht möglich war für ein Dreigänge Menü auch eine entsprechend adäquate Weinbegleitung auf die Beine zu stellen. Insbesondere auch deswegen, weil wir uns im Laufe des Dinners die Weinkarte reichen ließen, und dort eine Menge an internationalen Flaschen und sonstigen Gewächsen verzeichnet waren die hier wohl im Keller schlummerten. Au weia, denn zum “guten” Schluß, besser gesagt zum schlechten Schluß wurden wir für den Kaffee auch noch aus dem Lokal hinauskomplimentiert und durften die Tassen in der Hotellobby auf irgendwelchen unbequemen Sitzgarnituren zu uns nehmen. Zur Rettung unserer Reiseleitung muß aber gesagt werden, das war wirklich der einzige Hänger auf der gesamten Tour. Damit also Schluß für dieses Jahr wohl mit den Weinreisen, welche dann in 2020 wohl mit weiteren Zielen weitergehen.



4 Tage Bulgarien mit 6 Weingütern im Süden

Der dritte Tag, Rupel Winery und Villa Melnik

Nach einem späten Start aus dem Hotel von Villa Sintica erreichen wir nach einer halbstündigen Fahrt das Weingut Rupel Winery welches seit 2004 erst den Weinbau betreibt und seit 2015 ist das Weingut so aufgestellt, wie sich heute die Gebäude und die Weine präsentieren. Die Hälfte der Trauben werden aus lokalen Traubensorte, und die andere Hälfte aus internationalen Trauben bestritten. Die Kapazität beträgt ca. 500 Tsd. Flaschen, welche aber derzeit lange nicht ausgeschöpft wird. Derzeit werden auf 30 ha die Reben angebaut. Hier werden aus dem internationale Portfolio auch solche Trauben wie Nebbiolo und Sangiovese sowie Viognier angebaut. Nach einem Rundgang durch das Gebäude an der Straße, wo hauptsächlich die Verarbeitung der Trauben vor sich geht, geht es zu Fuß zum ca. 500 Meter witergekegenen Haupthaus, welches auf einem Hügel in den Weinbergen liegt. Der Blick von oben nach Süden.

Hier im Weingut haben wir die Möglichkeit 8 verschiedene Weine zu verkosten, welches von weiß über Rosé bis zu einem Süßwein die gesamte Range abdeckt. Alle Flaschen natürlich noch recht jung, bzw. maximales Alter ist eine Flasche aus 2015, da erst seit dem Jahr die Weine vermarktet werden. Nach den recht ausführlichen Erklärungen des Winzers geht es bei dem kleinen Rundgang auch durch das Labor, wo gerade die frisch gepressten Varianten in den Gläsern auf dem Tisch stehen.

Hier natürlich noch sortenrein und nicht cuvetiert. Der Winzer in seinem Element.

Dann machen wir uns auf zur Verkostung, wo wir 8 verschiedene Flaschen präsentiert bekommen.

Hier verkosten wir aber von rechts nach links. Weiß und Rosé in einer mittleren Qualität. Interessanter wird es dann bei den nächsten 2 rote Sorten, wo der erste aus der Traube Melnyk 55 gekeltert ist (Flaschenetikett mit einem violetten Streifen) und ein Cuvée aus Nebbiolo und Sangiovese (Flaschenetikett mit zwei violetten Streifen). Diese beiden Flaschen zeigen schöne reife Noten am Gaumen mit frischen Fruchtnoten und reifen Komponenten. Dann folgen die beiden Flaschen mit Namen “Gramatik”, welche beide aus dem Jahr 2015 stammen. Die eine Sorte ist aus der Traube Melnik 55 gekeltert, wobei die zweite aus der Traube Marselan gekeltert wurde. Beide Sorten wurden für 6 bzw. 10 Monate im Barrique gereift und stellen sich, wenn auch noch immer recht jung mit den 4 Jahren, recht fein in ihrer Struktur und Konsistenz dar. Würzig, reife Noten mit kräftigen Fruchtaromen. Leicht pfeffrig der Melnik 55 und der Marcelan mit sehr reifen Früchten am Gaumen. (16 bzw. 16,5/20) Dann folgt noch ein Reserve namens Philosoph der zu 70% aus CS und 30% Merlot gekeltert ist. Gereift für 18 Monate im Barrique und 18 Monte auf der Flasche. Jahrgang 2015 mit 14,5 vol.% Alc. Verhalten in der Nase mit sehr reifen Fruchtnoten und lang anhaltendem Nachgang am Gaumen. Feine marmeladige Frucht. (17,5/20)

Und zur großen Überraschung der Verkostergruppe gibt es noch einen finalen Überraschungswein, der noch nicht in der Vermarktung ist, aber wohl im nächsten Jahr dann in den Verkauf kommt. Ein Süßwein aus den Trauben Melnik und Merlot. Die Anteile darin sind uns gesagt worden 55% Melnik und 45% Merlot. Das Etikett wird sich wohl noch ändern, wobei der Bienenfresser auf diesem Etikett für die Region hier im Süden von Bulgarien recht typisch ist und sich in den Abhängen der weichen Gesteine der Region gut seine Nesthöhlen bauen kann.

Am Gaumen eine sehr feine und leichte Struktur. In der Nase Datteln mit leichter Rauchiger Note, welche der Frische des Cuvées aber keinen Abbruch tut. Leichte Himbeernote und sonst auch wohl mit Reifepotenzial. (16/20)

Das war es dann zunächst einmal in diesem Weingut, wo wir einen schönen Überblick über deren Weine erhalten konnten.

Der Blick von der Straße auf das Gebäude des Weingutes, wo die Trauben verarbeitet werden. Dann ging es mit dem kleinen Bus in die Stadt Melnik – ja genau der gleiche Name wie die Traube Melnik, der auch nach diesem kleinen Städtchen benannt ist. Ws ja in Europa auch z. Bsp. bei der Traube Traminer bekannt ist durch den Ort Dramen in Südtirol. Dort eingetroffen hatte uns der Reiseführer bereits in einem Lokal einen Tisch reserviert, wo wir bei schönem Wetter im Freien Platz nehmen konnten. Und da diese Stadt Melnik ein kultureller Treffpunkt ist, wo diverse Händler mit Kunsthandwerklichen Gegenständen handeln und diese feilbieten, waren wir inmitten einer kulturellen Szenerie an dicken Holztischen mit einem traditionellen Essen aus der Gegend. So sah das dann auf unseren Tellern aus.

Eine Art Pitabrot mit Streifen von Käse gebacken. Eine Art Joghurtcrème und eine Tomaten Kräutergemisch, welches kräftig und fein abgeschmeckt war. Soweit die Vorspeise, an der man sich hätte bereits sattessen können. Dann kamen mehrere heiße Pfannen auf den Tisch mit einem Auflauf von Auberginen, Puccini, Zwiebeln und Knoblauch, der sehr schmackhaft und ebenso lecker war. Mit Käse überbacken.

Nach diesem kräftig deftigem Mittagessen ging es zur zweiten Station des Tages, welches das Weingut Villa Melnik war, und auch erst im Jahr 2000 gegeründet wird. Auch hier wurden wir vom Eigentümer und Winzer empfangen, der dieses Weingut aus dem Stand mit Geldern finanziert hatte, die er wohl in der Immobilien und Finanzbranche vorher verdient hatte. Er hatte viel zu erzählen und es werden 10 rote Traubensorten und 6 weiße angebaut. Also auch hier eine recht große Vielfalt an diversen Möglichkeiten die späteren Cuvées zu gestalten.

In diesem Haus wird die gesamte Weinbereitung vollzogen, was auf 3 Etagen oberirdisch passiert, und die Lagerung und Reifung in unterirdischen Kellern und Gewölben vor sich geht.

Unterirdisch sieht das dann aber ganz anderes aus als in den Etagen darüber.

Nicht nur im ersten Weingut des Tages hatten wir schon eine weite Range der Flaschen zur Verkostung, denn auch hier in der Villa Melnik war der Eigentümer sehr großzügig mit dem Aufreißen der Flaschen und schenkte uns 13 verschiedenen Sorten seiner Weine aus.

Gestartet wird mit einem weißen Viognier Sur Lie, welcher mit 5-6 Monate auf der Hefe liegt. Karamell am Gaumen mit sehr feiner Säurenote und ausgewogener Frucht. (16,5/20)

Dann folgt ein Rosé mit Namen Aplauz der eine leicht flüchtige Säure aufweist. Ein Rouge mit Namen Young+Wild. Sehr jung und wirklich wild am Gaumen.

Weiterhin erwähnenswert ist dann ein roter aus Melnyk aus dem Jahr 2013 mit sehr feinen Alterungsnoten und schöner Frucht. An Gaumen schon fast wie ein junger Barolo mit runden Aromen. (17+/20)

Weiterhin noch wirklich erwähnenswert ist der nächste rote mit Namen Villa Melnyk aus 2016 Jubilée 1300. Die Traube ist die Melnyk Broadleave, welches wohl ein weiterer anderen Klon der Traube Melnik ist. Sehr frische Note mit leicht dunklen Aspekten. Nase mit Kakao, Schoko, schwarze Johannisbeeren, Recht frisch und leicht. (16,5/20)

Das war dann eine kleine Mammutverkostung die aber viel Spaß gemacht hatte, denn die Vielfalt der Trauben und die Cuvées auch auf diesem Weingut zeugten einmal mehr was in dem Land an Potenzial steckt, und wo die Reise noch hingehen kann. Auch hier noch ein Blick vom Weingut Richtung Süden auf die G<ebirgskette der Griechen.