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Noch ein Tag in Berlin und Besuch im Hering Showroom

An einem weiteren Tag in Berlin wollte ich einmal den Showroom von Stefanie Hering in Berlin besuchen, der inzwischen in der Potsdamerstr. liegt und dort auch die Mitarbeiter Ihre Büroräume haben. Ich hatte mir im Vorfeld ein paar Teile aus dem internet herausgesucht, welche ich mir dann vor Ort im Showroom ansehen wollte um diese dann dort bei passender Dimension auch entspreche zu bestellen. Mit den ausgesprochen eleganten und einzigartigen Porzellanteilen von Stefanie Hering mache ich ja die allermeisten Fotos hier in meinem blog. Auch wenn ich längst nicht aus allen Serie die Teile für die entsprechenden Gerichte und Fotos habe, finde ich doch immer wieder ein passendes Geschirrteil, um die Gerichte auf dem Geschirr entsprechend präsentieren zu können. So sieht heute der Showroom in Berlin aus:

Und weil ich dann noch eine weitere Adresse in Berlin ansteuern wollte, die ich bisher nicht besucht hatte, ging es zur Blutwurstmanufaktur in Berlin, wo ich mir einige der Blutwürste für die Verarbeitung in den nächsten Tagen zu Hause erstehen konnte. Hier also eine Zubereitung die schnell geht und für die Liebhaber solcher Gerichte ausgezeichnet schmeckt. Das Besondere an der Blutwurst aus Berlin ist der Umstand, das diese fast so hergestellt wird wie die französische Boudin, welche eben ohne die Fettstückchen in der Wurst produziert wird. So besorge ich mir zur Herstellung folgende Zutaten pro Person:

  • 1 Blutwurst (hier von der Blutwurstmanufaktur aus Berlin)
  • 1 Apfel mittlerer Säure
  • 1/2 Zuccini
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 1-2 Radieschen
  • 1 Schalotte
  • Zucker für das Karamell der Äpfel

Die Zubereitung kann dann wie folgt vor sich gehen:

1 Pfanne für die Blutwurst, 1 Pfanne für die Apfelscheiben und eine Pfanne für das Zuccinigemüse. Die Blutwurst leicht abtrocknen und mit einer dünnen Nadel an vielen Stellen einstechen, so das die Wurst beim Braten nicht aufplatzt. Den Apfel gut waschen und in ca. 3 mm dicke Scheiben schneiden und in einer der Pfannen mit etwas Zucker karamellisieren lassen. Die Zuccini leicht schälen und in möglichst kleine Würfelchen schneiden und in Butter leicht anschwitzen. Radieschen in dünne Julienne schneiden, die Frühlingszwiebel fein schneiden und zum Abschluss die Blutwurst so in Scheiben schneiden, das diese wie auf dem Foto auf den Apfelscheiben platziert werden können. Zum Abschluss noch folgender kleiner Hinweis, denn die R<eihenfolge der Zubereitung in den Pfannen kann hier entscheidend sein. Beginnen sollte man vielleicht mit der Blutwurst, denn diese kann auch Blei geringer Hitze weiter braten. Dann die Zucciniwürfel in die Pfanne geben, und zum Schluß die Apfelscheiben karamellisieren, denn diese sind fast am schnellsten fertiggestellt. Anrichten auf möglichst angewärmten Tellern, denn das läßt die Äpfel auch noch weiter leicht garen.

So und hier schließt sich wieder der Kreis zum Porzellan von Stefanie Hering. Diese Blutwurst aus Berlin habe ich angerichtet auf einem Teller der Serie Blue Silent, der ebenso wie viele andere Teile von Hering Berlin einen Teil des Tellers unglasiert beläßt, welches hier die Fahne des Tellers ist, und die innere Fläche hier mit der blauen Glasur und einer entsprechenden glänzenden darüber hergestellt wurde. Mein Fazit:

Auf solche Platten die sich wie Kunstwerke präsentieren läßt es sich wunderbar speisen.

Gutes Gelingen beim Nachkommen. Und ein Besuch im Hering Berlin Showroom ist immer die Zeit wert.

Horváth in Berlin im Februar

Das zweite Lokal in Berlin, welches ich in der Woche im Februar besuchen sollte, ist das Restaurant Horváth, welches ebenso wie das Zulus Lautrec in Kreuzberg liegt, aber vor dem Lokal noch einen kleinen Vorgarten hat, wo man sich wohl im Sommer auch noch an die Gartentische setzen kann und auf einen der vielen Kanäle in Berlin blicken kann.

Ich bin auch hier pünktlich zur reservierten Zeit eingetroffen, und werde als einer der ersten Gäste freundlich empfangen und an einen Tisch geführt, der gleich neben dem größeren Raum mit Bar sich befindet. Auf dem Foto oben das Fenster links neben dem Eingang. Die Räume sind mit schulterhohen Holzverkleidungen versehen, die auf einen ehemaligen Laden für irgendwas schließen lassen, was aber bei Nachfrage sich nicht bestätigt, sondern es wohl bereits seit den 60er Jahren als Lokal eingerichtet war. Auf dem Tisch steht, bzw. liegt nicht viel herum, was aber auffällt ist ein Esswerkzeug, welches nur sehr selten zum Einsatz kommt, ein Göffel.

Im Horváth gibt es für die Menüfolge eine sehr schöne kleine Ergänzung während des Ablaufs der Menüfolge, die in einem kleinen quadratischen Kärtchen besteht, welche jeweils den einzelnen Gang betitelt, und dazu auf dem Kärtchen dann die diversen Zutaten aus dem Gang aufgeführt sind. Das mutet an wie eine nochmalige Speisekarte, die als Erinnerungsstück zum Essen beigelegt wird. Da dies konsequent für alle Speisen die auf den Tisch kommen vollzogen wird, kommen dann für ein 7 Gänge-Menp auch schon mal 9 Karten zusammen, wenn die zwei Amuse Bouche ebenso “verkartiert” werden.

Ich habe mir während der Speisefolge ein paar kleine Notizen und Nummern auf die Kärtchen geschrieben, was für die spätere Nachvollziehbarkeit von Nutzen war. Hier also die einzelnen Gänge im Einzelnen, welche sich wie folgt darstellen. Es beginnt mit dem sogenannten Happen, der aus gebackenem Backenspeck vom Mangalica Schwein besteht und ein Amuse Bouche aus einer gekühlten Gemüsecrèmesuppe, reduziertem Rahm und gerösteten Mandeln.

Beide Entrées sind fein abgeschmeckt und zeigen sich anhand der unterschiedlichen Konsistenz auf feine Art und Weise recht passend zueinander. Dann geht es weiter mit der ersten Vorspeise, welche mit dem Titel Erdfrüchte benannt wurde. Betsehend aus Topinambur-Selleriestanmpf, Konifere Gemüszwiebeln, Marinierte Petersilienwurzel-Herzen, sowie einer Vinaigrette von Maränenkaviar und Leindotteröl.

Die Basis des Topinambur ist richtig kräftig abgeschmeckt und paßt wunderbar zu den Zwiebeln, welche von den weichen Komponenten schön ergänzt werden. Dann folgt ein typisch österreichisches Gericht mit Titel: Palatschinken. Gekochte Hühnerhaut und Marillenmarmelade, welche ergänzt wird durch Hühnermagic und Gemüsekräutersud.

Hier sollte man meinen das es vielleicht zu trivial ist einen Pfannkuchen in einem Sternelokal zu servieren, doch die geschmackliche Seite konnte durchaus überzeugen. Dann folgt ein Teller, welcher auf den Namen, Schinken und Ei hört. Beschreibung wie: Pochiertes Eischneenockerl mit Schinkenkaramell, Gedämpfter Lauchkuchen, Ragout von Champignons, Lauch und Schinkenfett.

Hier setzte sich eine sehr intensive Geschmackskomponente des Schinken mit dem wohl in den pochierten Eischnee eingearbeiteten Schinkenkaramells fort. Die Champignons spielen hier nur eine untergeordnete Rolle, und wären auch ohne diese Sauce aus Lauch und Schinkenfett hervorragend zur Geltung gekommen. Der nächste Gang stammt einmal wieder aus dem Wasser, welche den Titel Stör trägt. Einzelbeschreibung: Gegrilltes Störfilet, Krem vom Kürbiskernöl, Grüner Speck und geräucherte Essigzwiebeln.

Eine wunderbare Konsistenz des gegrillten Fisch zeigt den behutsamen Umgang auf dem Grill. Die weiteren Zutaten geben dann dabei ein paar weitere geschmackliche Nuancen dazu. Dann folgt ein Milchkalbstafelspitz rosé, der von Krem aus Suppengemüse und aus Weißbrot und Meerrettich begleitet wird, sowie von einer Blattspinat-Suppenfett-Emulsion und einem Fleischaspik nach Luise Seleskowitz. So steht es auf dem Kärtchen, welche jeweils einzeln zu den Tellern gereicht werden.

Wunderbar zart und ausgewogen gedünstetes Fleisch mit geschmacklich spitzen Gewürzkomponenten der einzelnen Krem Zubereitungen. Damit waren die Vorspeisen und Hauptgänge abgeschlossen und hinterließen bei mir ein wohliges Gefühl der ausgeglichenen Komponenten und Geschmäcker aus einer Küche die sich wohl wenig um heutige Moden und Anwandlungen der Haute Cuisine kümmert. Die Geschmacksnuancen meist leicht reduziert und wenig gewürzt erinnert es in manchen Nuancen an eine feine japanische Küche mit europäischen Zutaten. Dann folgen die 2 Desserts mit Trauben-Kraut-Granitée und einem Kürbismarzipan.

Im Einzelnen besteht dieser Teller aus Gratinée aus Trauben und Sauerkrautsaft, Rotes Traubenkernöl aus der Ölmühle Harte, Gebackener und gedämpfter Kohl sowie einem Zitronenmagic, was immer auch ein “Magic” so sei – vielleicht magisch?

Das Kürbismarzipan besteht aus: Kürbis-Amarettocreme, Gemüseasche (die schwarzen Pulverteile auf dem Teller) und einem geeisten Fichtennadeln. Sehr elegant, fein abgestimmt und von der Vielfalt so fein reduziert, das sich hier genau die 2 Komponenten ergänzen, die sonst nichts weiter brauch, als diesen Ascheregen auf dem Tellerrand.

Das war dann der Abend im Restaurant Horváth, welches von den Speisefolgen auf eine feine Art und Weise sich ergänzten und stimmig zueinander paßten. Was mit an dem Abend nicht wirklich paßte war die Weinauswahl, auch wenn ich von Beginn an sagte, ich wolle ein paar Gläser einzeln zu dem Menü trinken, und ich die verschiedenen Tropfen alle vorher probieren durfte, war die Auswahl des Service zu den einzelnen Gängen recht unpassend und fremd. Die meisten weißen waren Orange, bzw. Naturweine, welche viel zu streng zu den fein abgeschmeckten Teller wirkten. Und bei der Auswahl der roten Sorten waren die Varianten gerade einmal 2 oder 3 Flaschen, welche nicht so wirklich in die Kategorie der Speisen paßten, was sich aber für mich auch erst am Tag später bei einem Besuch eines Weinladens in Berlin herausstellte. Gesamturteil: 17,5/20 Punkten.


Tulus Lotrec in Berlin mit ambivalentem Abend

Nach einiger Zeit hatte ich mich einmal wieder auf den Weg in Richtung Hauptstadt Berlin aufgemacht, um dort alte Freunde, Bekannte, welche ich sehr lange nicht gesehen hatte, aber auch neue Lokalitäten der Sterneküche zu besuchen. Da heutzutage eine spontane Einkehr in einem Sterne-Restaurant so gut wie unmöglich ist, hatte ich auch einige Wochen vorher für zwei Lokale an zwei aufeinanderfolgenden Abenden in Berlin-Kreuzberg reserviert. Der erste Abend, den ich hier beschreiben will führte mich in das Lokal Tulus Lotrec, welches wie schon erwähnt in Kreuzberg liegt, und in einer Straße liegt, wo fast ausschließlich Wohnhäuser anzutreffen sind. Geöffnet wird um 19 Uhr, was für mich auch die Reservierungszeit war. Doch ca. 10 Minuten vor dieser Zeit war das Lokal noch ziemlich Dinkel, die Rollläden heruntergelassen und ich war mir schon unsicher, ob da alles in Ordnung geht. So sah das dann bei Dunkelheit von der Strasse her aus:

Es war also geöffnet, kurz nach 19 Uhr, und ich wurde auch entsprechend freundlich empfangen. Das Lokal besteht gerade einmal aus drei Räumen, welche vielleicht ca. 40 Gäste empfangen kann. Im Eingangsbereich eine große Bar, hinter der bereits geschäftiges Treiben herrschte. Und selber wurde ich dann in einen schlicht dekorierten Raum links davon geführt, wo ich auf dem Platz den ich einnehmen konnte meinen Namen auf dem Tisch geschrieben lesen konnte. Das ist mal eine sehr persönliche Begrüßung, welche die kleine Wartezeit vor der Tür zumindest individuell persönlich wieder etwas entschädigt.

Ich sehe mich um, bekomme auch bald eine Speisekarte gereicht und interessiere mich für die diversen Menüfolgen. Ein Blick aus dem Türrahmen, den ich gerade erst durchschritten hatte zeigt mir hinter der Bar im Nachbarraum das bereits weit verbreitete Dekor des Tubus Lotrechtesten mit den “Urwaldtapeten”, welche einige der Leute im Service auch als Kleidung im gleichen Dekor tragen.

Dann ging es an die Menüauswahl, wo ich mir eine Folge aus 6 Gängen aussuchte, welche für mich allerdings ohne Weinbegleitung sein sollten. Mit Weinbegleitung des Lokals hatte ich in den vergangenen Jahren meist zu viele Ausreißer in Richtungen der Weinbegleitung, die mir überhaupt nicht paßten. Dafür wählte ich hier zunächst einmal als Einstieg einen Sparkling Sake, der sehr gut zum Amuse Bouche paßte.

Die weitere Weinauswahl ist dann an diesem Abend für mich nicht mehr so relevant gewesen, denn ich wollte mich auf die Speisenfolge konzentrieren. Es geht los mit einem frittierten Pizzateig mit Thunfisch. Zwei Komponenten die für mich in dieser Kombination überhaupt nicht zusammenpaßten, wenn auch die einzelnen Teile für sich stimmig waren.

Der zweite Gang hörte sich vom Namen her schon mal recht interessant an, denn es sollte Jakobsmuscheln in Dashi mit Miso geben. Ebenso konnte dann die Präsentation diesen Ganges überzeugen und war geschmacklich auch recht gut aufeinander abgestimmt.

Auch der nächste Gang file in die Kategorie Meeresfrüchte und alles was da so schwimmt in den Meeren. Steinbutt mit Wintertrüffel, der sich nicht zu aufdringlich gegenüber dem Fisch zeigte, und so auch zur Abrundung des Ganges beitragen konnte.

Hier mußte ich allerdings bemerken, das die Auswahl des Geschirrs, im Gegensatz zu den Amuse Bouches und der ersten Vorspeise, welche von Hering Berlin waren, ich überhaupt nicht einverstanden war. Dann folgte der nächste Gang als Kaisergranat angekündigt, der sich auf der schwarzen Platte in einer feinen Essenz so präsentierte, das man ihn eher mit den Händen gerne gegessen hätte.

Damit waren die Vorspeisen also albgevespert und es sollte zum Hauptgang kommen, der als Taubenvariation angekündigt war. Für mich war es eher ein dreierlei von der Taube, welche allerdings geschmacklich und auch von der Garstufe sehr fein und absolut elegant auf dem Teller serviert wurde. Dazu kam noch eine sehr stark eingekochte Consommée mit einem Eierstich, der recht spät zum Hauptgang serviert wurde, oder ich hatte es nicht verstanden, das diese Consommée so als Nachgang zum Hauptgang serviert wurde.

Wieder dieses unsägliche Dekor auf dem Teller. Aber es geht ja ums Produkt, was daraufleget und zubereitet wurde. Das war dann wirklich der beste Gang in der Menüfolge und konnte mich durchaus überzeugen. Was allerdings garnicht paßte, war der anschließende kleine Topf mit dem Consommée und dem Eierstich der sämtliche Geschmacksnerven aus dem Taubengang wieder zunichte machte. Viel zu kräftig und recht scharf in der Konsistenz, sehr heiß auf den Tisch gebracht, was aber den Gesamteindruck dieser Reihenfolge nicht verbesserte.

Als Abschluss der Menüfolge gab es bei mir dann ein so angekündigtes Kartoffelgratin, welches ich in einer kleinen Pfanne, auf Stroh serviert bekam, wo ich mehrfach mich umsehen mußte, wer oder was denn da plötzlich so brenzlich riechen konnte. Bis ich dahinter kam, das die kleine heiße Pfanne mit dem Kartoffelgratin auf dem Stroh die Halme schon so stark angekoppelt hatte, das sich ein starker und kräftiger brenzlicher Geruch breit machte. Das war so wohl gewollt. Wirklich? Na ja, ich wollte den Service in der Sache nicht weiter fragen, und dachte mir so meinen Teil, denn das Kartoffelgratin war für mich der absolut schwächste Gang in der gesamten Reihenfolge. In feinster Weise einer Kartoffelspeise würdig.

Leider war das also der “krönende” Abschluss und ich bestellte mir noch einen Espresso, wozu es noch zwei kleine Petit four aus der Patisserie des Hauses geben sollte, die recht locker und fein daherkamen.

Mein Fazit zu diesem Lokal, welches nach Michelin Bewertung 1 Stern hat, ist, wie bereits in der Überschrift erwähnt recht ambivalent. Einige feine und recht schrecklich gut abgerundete Vorspeisen aus der Richtung Fisch- und Meeresfrüchte, aber auch deutliche Ausreißer mit dem Kartoffelgratin, welches nur ein Abklatsch seiner selbst war. Das Lokal hat eine angenehme Atmosphäre und der Service ist durchaus recht gut und entgegenkommend. Mein Gesamturteil: 16/20.


Ergänzung zu meinem Besuch im Februar im Tulus Lotrec. Jürgen Dolles hat in seinem blog eine Würdigung zu Max Stroh, dem Koch im Tulus Lotrec geschrieben, die für die derzeitige Corona Zeit sehr beispielhaft für aktive Unterstützung von Helfern, aber auch kreative Aktivitäten aus der geschlossenen Gastronomie stehen kann. Hier der link zum Artikel:

Warum Max Stroh gerade sehr viel Gutes tut. Eine Würdigung von Jürgen Dollase.

4 Tage Bulgarien mit 6 Weingütern im Süden

Der vierte Tag, Orbelia Winery und Orbelus Winery mit dem Farewell Dinner bei Zornitza Estate

An diesem vierten und dem Abschlußtag der Bulgarien Weinreise sollte unser Weg uns zu 2 Weingütern und zu einem Abendbesuch in ein Relais&Chateux Domizil für ein Farewell Dinner führen. Nach der Abfahrt aus dem Hotel, sollte es wieder gen Süden gehen und wir erreichten das Weingut Orbelia, welches so viel wie “schöne weiße Berge” heißt, nach einer Dreiviertel Stunde Fahrt bei wieder einmal schönem September Wetter.

Gegründet wurde dieses Weingut auch erst im Jahr 2013, wo heute auf 15 ha im wesentlichen internationale Trauben wie CS, Merlot und CF aber auch die nationalen wie Misket und Melnyk angebaut werden. Aber auch Chardonnay und Viognier sind bei den Reben zu finden. Wir werden wieder einmal durch das Gebäude und die diversen Räume und Keller geführt und sehen eine auf “Alt” gemachte Architektur, welche insbesondere im Verkostungsraum ins Auge fällt. Dort angekommen können wir 6 verschiedene Weine verkosten, die zum Teil recht ansprechenden Charakter haben.

Hier die von uns verkosteten Weine.

Der letzte der Reihe, der CF hat es nicht aufs Foto geschafft, ließ sich aber am Gaumen mit runden Fruchtnoten und einer reifen Struktur von Johannisbeeren überzeugend an. So standen wir im Verkostungsraum um den Tisch, oder saßen auch.

Das Mittagslunch war nicht weiter groß erwähnenswert, welches bei schönem Wetter zwar im Freien vor einem Spa-Hotel stattfand, aber insgesamt so im Standard der Lunches blieb.

Dann sollte es aber zum Weingut Orbelus gehen, welches schon bei meiner Recherche im internet recht vielversprechend sich anließ. Eine imposante Architektur des Weingutgebäudes und sonst gab es wohl auch ein paar Highlights, was die Weine anbetraf.

Bereits bei der Anfahrt zum Weingut war es deutlich zu erkennen, das wir wohl auf eine interessante Architektur treffen sollten. Ein halbes Weinfass in überdimensionaler Größe tat sich vor unseren Augen auf. Somit weithinsichtbar für alle die in der Gegend zu tun haben, immer optisch sehr präsent das Gebäude des Weingutes Orbelus. Vor dem Haus eingeparkt, was ein wenig abgesenkt vor dem Haus liegt, stiegen wir aus und umrandeten zu Fuß diese überdimensionale Tonne.

Der obligatorische Gang durch die Räumlichkeiten zeigte diesmal aber auch mal wieder gewisse Neuigkeiten, welche hier z. Bsp. darin bestand, das der Winzer in etwas größeren Holzfässern bereits seine Maischvergärung vollzieht, wie hier auch im Foto zu sehen:

Hier auch einmal im Foto nochmals festgehalten, was in vielen der Eingüter in Bulgarien zu sehen war ist die Tatsache, das fast alle Weingüter ihre Barriques mit ihrem Logo labeln.

Hier deutlich zu lesen, das der Faßmacher aus Frankreich kommt, was nicht immer der Fall war, denn bei einigen der Weingüter im Lande waren auch bulgarische Faßmacher am Werkmit bulgarischem Eichenholz. Jetzt kurz noch zu ein paar Fakten zum Weingut. Auf 25 ha wird im Prinzip organischer Weinbau betrieben, welcher im wesentlichen mit Traubensorten aus dem Süden Frankreichs bestückt ist. 80% davon werden zu Rotwein, 15 % weiß und 5 % Rosé verarbeitet. Aber natürlich wachsen auch hier ein paar einheimische Traubensorten. Das Weingut arbeitet und vermarktet seine Weine hier weit 2009. Auch hier können wir einmal wieder mehr als die angenommenen 5 Standardweine mit 7 Sorten verkosten, was die Vielfalt der unterschiedlichen Cuvées und Traubensorten auch hier deutlich macht.

Von links nach rechts sollte es folgende Weine geben:

  • Cuvée aus Assyrtiko und Misket; gut ausbalanciert und breite Note. 2018
  • Ein Sadanski Misket als organic wine aus 2018; fein und ebenso kräftig.
  • Ein Natural Wine als Cuvée aus Melnik, Rubin mit Namen Mitra; frische Frucht.
  • Mourvèdre aus einem Single vineyard von 2016 mit 10 Monaten Barriquereife. Sehr warme und typische Note von leicht überreifen Früchten am Gaumen. Weniger Tannen und kaum der Alkohol rauszuschmecken. Es werden hiervon nur ca. 300 Flaschen im Jahr produziert. (16,5/20)
  • Links daneben ein Cuvée aus Merlot, CS, Melnyk, PV mit dem Namen Prima aus dem Jahr 2015 der sich mit einer dichten Frucht präsentierte. Leichtes Holz mit tiefer Note, dunkel und langem Abgang.(16/20)
  • Der Petit Verdot als Single vineyard folgte aus dem Jahr 2016 mit frischen Pflaumen in der Nase und leicht sparen Noten am Gaumen (–/20)
  • Zum Abschluss ein Melnik, Single vineyard aus 2015 mit eingekochten Früchten in der Nase und sonst auch einer sehr dichten Frucht mit vollem Kirschgeschmack und vollem Abgang (17/20)

Eine insgesamt recht aufschlußreiche und umfassende Verkostung der hier angebauten und ausgebauten Weine. Noch ein Blick gen Himmel durch die Halbtonne:

und so ging es dann auch schon wieder am Spätnachmittag gen Hotel ins Quartier für einen abschließenden Besuch bei einem Relais&Chateau Etablissement, wo wir mit der Gruppe unser abschließendes Essen für diese Weinreise haben sollten.

Es ging dann also zur Zornitza Estate, wo auch Wein produziert wird, sich aber der Investor insbesondere wohl mit diesem Hotel mitten in der Südbulgarischen Weinlandschaft einen vielleicht kleinen Traum erfüllt hat, der dann aber nicht so ganz unseren Vorstellungen von den bisher recht ausgezeichneten und gastlichen Empfängen entsprach. Vom Hoteldirektor überschwänglich empfangen konnten wir in der Abendsonne einen Heißluftballon entdecken, der auf dem Hotelgelände an einer Leine befestigt immer mal wieder rauf und runtergelassen wird.

Wir bewegten uns dann langsam ins Lokal, wo uns ein Dreigängemenü mit Weinbegleitung erwartete. Hier zunächst einmal die drei Gänge:

Vorspeise mit einem kräftigen Tomatencarpaccio begleitet von einem Gazpacho Sorbet, Petersilie Sorbet und einigen Streuseln, welche nicht weiter definiert waren. Dazu gab es einen Cinsault vom eigenen Weingut der flach und sehr unpassend zum kräftigen Tomatencarpaccio überhaupt nicht paßte. Dann der Hauptgang:

Ein Stück vom Lamm auf Reis, wo das Fleisch wohl in Niedrigtemperatur hergestellt war, oder vielleicht auch Sous-Vide mit obenauf einem Schaum mit Anflügen von Trüffel. Das Fleisch hatte eine recht merkwürdig fasrige Konsistenz welche fast schon fasrig wirkte. Dazu servierte man uns einen Cuvée aus Melnik und Blauer Portugieser der auch hier in feinster Weise zum Fleisch noch zu den sonstigen Aromen auf dem Teller paßte. Das war zum zweiten Mal dann wohl nix! Der Dessert: ohne Worte, denn hier blieb die Weinbegleitung auf der Strecke!? Was mich also bei einem Relais&Chateaux Haus schon sehr wunderte, das es nicht möglich war für ein Dreigänge Menü auch eine entsprechend adäquate Weinbegleitung auf die Beine zu stellen. Insbesondere auch deswegen, weil wir uns im Laufe des Dinners die Weinkarte reichen ließen, und dort eine Menge an internationalen Flaschen und sonstigen Gewächsen verzeichnet waren die hier wohl im Keller schlummerten. Au weia, denn zum “guten” Schluß, besser gesagt zum schlechten Schluß wurden wir für den Kaffee auch noch aus dem Lokal hinauskomplimentiert und durften die Tassen in der Hotellobby auf irgendwelchen unbequemen Sitzgarnituren zu uns nehmen. Zur Rettung unserer Reiseleitung muß aber gesagt werden, das war wirklich der einzige Hänger auf der gesamten Tour. Damit also Schluß für dieses Jahr wohl mit den Weinreisen, welche dann in 2020 wohl mit weiteren Zielen weitergehen.



4 Tage Bulgarien mit 6 Weingütern im Süden

Der dritte Tag, Rupel Winery und Villa Melnik

Nach einem späten Start aus dem Hotel von Villa Sintica erreichen wir nach einer halbstündigen Fahrt das Weingut Rupel Winery welches seit 2004 erst den Weinbau betreibt und seit 2015 ist das Weingut so aufgestellt, wie sich heute die Gebäude und die Weine präsentieren. Die Hälfte der Trauben werden aus lokalen Traubensorte, und die andere Hälfte aus internationalen Trauben bestritten. Die Kapazität beträgt ca. 500 Tsd. Flaschen, welche aber derzeit lange nicht ausgeschöpft wird. Derzeit werden auf 30 ha die Reben angebaut. Hier werden aus dem internationale Portfolio auch solche Trauben wie Nebbiolo und Sangiovese sowie Viognier angebaut. Nach einem Rundgang durch das Gebäude an der Straße, wo hauptsächlich die Verarbeitung der Trauben vor sich geht, geht es zu Fuß zum ca. 500 Meter witergekegenen Haupthaus, welches auf einem Hügel in den Weinbergen liegt. Der Blick von oben nach Süden.

Hier im Weingut haben wir die Möglichkeit 8 verschiedene Weine zu verkosten, welches von weiß über Rosé bis zu einem Süßwein die gesamte Range abdeckt. Alle Flaschen natürlich noch recht jung, bzw. maximales Alter ist eine Flasche aus 2015, da erst seit dem Jahr die Weine vermarktet werden. Nach den recht ausführlichen Erklärungen des Winzers geht es bei dem kleinen Rundgang auch durch das Labor, wo gerade die frisch gepressten Varianten in den Gläsern auf dem Tisch stehen.

Hier natürlich noch sortenrein und nicht cuvetiert. Der Winzer in seinem Element.

Dann machen wir uns auf zur Verkostung, wo wir 8 verschiedene Flaschen präsentiert bekommen.

Hier verkosten wir aber von rechts nach links. Weiß und Rosé in einer mittleren Qualität. Interessanter wird es dann bei den nächsten 2 rote Sorten, wo der erste aus der Traube Melnyk 55 gekeltert ist (Flaschenetikett mit einem violetten Streifen) und ein Cuvée aus Nebbiolo und Sangiovese (Flaschenetikett mit zwei violetten Streifen). Diese beiden Flaschen zeigen schöne reife Noten am Gaumen mit frischen Fruchtnoten und reifen Komponenten. Dann folgen die beiden Flaschen mit Namen “Gramatik”, welche beide aus dem Jahr 2015 stammen. Die eine Sorte ist aus der Traube Melnik 55 gekeltert, wobei die zweite aus der Traube Marselan gekeltert wurde. Beide Sorten wurden für 6 bzw. 10 Monate im Barrique gereift und stellen sich, wenn auch noch immer recht jung mit den 4 Jahren, recht fein in ihrer Struktur und Konsistenz dar. Würzig, reife Noten mit kräftigen Fruchtaromen. Leicht pfeffrig der Melnik 55 und der Marcelan mit sehr reifen Früchten am Gaumen. (16 bzw. 16,5/20) Dann folgt noch ein Reserve namens Philosoph der zu 70% aus CS und 30% Merlot gekeltert ist. Gereift für 18 Monate im Barrique und 18 Monte auf der Flasche. Jahrgang 2015 mit 14,5 vol.% Alc. Verhalten in der Nase mit sehr reifen Fruchtnoten und lang anhaltendem Nachgang am Gaumen. Feine marmeladige Frucht. (17,5/20)

Und zur großen Überraschung der Verkostergruppe gibt es noch einen finalen Überraschungswein, der noch nicht in der Vermarktung ist, aber wohl im nächsten Jahr dann in den Verkauf kommt. Ein Süßwein aus den Trauben Melnik und Merlot. Die Anteile darin sind uns gesagt worden 55% Melnik und 45% Merlot. Das Etikett wird sich wohl noch ändern, wobei der Bienenfresser auf diesem Etikett für die Region hier im Süden von Bulgarien recht typisch ist und sich in den Abhängen der weichen Gesteine der Region gut seine Nesthöhlen bauen kann.

Am Gaumen eine sehr feine und leichte Struktur. In der Nase Datteln mit leichter Rauchiger Note, welche der Frische des Cuvées aber keinen Abbruch tut. Leichte Himbeernote und sonst auch wohl mit Reifepotenzial. (16/20)

Das war es dann zunächst einmal in diesem Weingut, wo wir einen schönen Überblick über deren Weine erhalten konnten.

Der Blick von der Straße auf das Gebäude des Weingutes, wo die Trauben verarbeitet werden. Dann ging es mit dem kleinen Bus in die Stadt Melnik – ja genau der gleiche Name wie die Traube Melnik, der auch nach diesem kleinen Städtchen benannt ist. Ws ja in Europa auch z. Bsp. bei der Traube Traminer bekannt ist durch den Ort Dramen in Südtirol. Dort eingetroffen hatte uns der Reiseführer bereits in einem Lokal einen Tisch reserviert, wo wir bei schönem Wetter im Freien Platz nehmen konnten. Und da diese Stadt Melnik ein kultureller Treffpunkt ist, wo diverse Händler mit Kunsthandwerklichen Gegenständen handeln und diese feilbieten, waren wir inmitten einer kulturellen Szenerie an dicken Holztischen mit einem traditionellen Essen aus der Gegend. So sah das dann auf unseren Tellern aus.

Eine Art Pitabrot mit Streifen von Käse gebacken. Eine Art Joghurtcrème und eine Tomaten Kräutergemisch, welches kräftig und fein abgeschmeckt war. Soweit die Vorspeise, an der man sich hätte bereits sattessen können. Dann kamen mehrere heiße Pfannen auf den Tisch mit einem Auflauf von Auberginen, Puccini, Zwiebeln und Knoblauch, der sehr schmackhaft und ebenso lecker war. Mit Käse überbacken.

Nach diesem kräftig deftigem Mittagessen ging es zur zweiten Station des Tages, welches das Weingut Villa Melnik war, und auch erst im Jahr 2000 gegeründet wird. Auch hier wurden wir vom Eigentümer und Winzer empfangen, der dieses Weingut aus dem Stand mit Geldern finanziert hatte, die er wohl in der Immobilien und Finanzbranche vorher verdient hatte. Er hatte viel zu erzählen und es werden 10 rote Traubensorten und 6 weiße angebaut. Also auch hier eine recht große Vielfalt an diversen Möglichkeiten die späteren Cuvées zu gestalten.

In diesem Haus wird die gesamte Weinbereitung vollzogen, was auf 3 Etagen oberirdisch passiert, und die Lagerung und Reifung in unterirdischen Kellern und Gewölben vor sich geht.

Unterirdisch sieht das dann aber ganz anderes aus als in den Etagen darüber.

Nicht nur im ersten Weingut des Tages hatten wir schon eine weite Range der Flaschen zur Verkostung, denn auch hier in der Villa Melnik war der Eigentümer sehr großzügig mit dem Aufreißen der Flaschen und schenkte uns 13 verschiedenen Sorten seiner Weine aus.

Gestartet wird mit einem weißen Viognier Sur Lie, welcher mit 5-6 Monate auf der Hefe liegt. Karamell am Gaumen mit sehr feiner Säurenote und ausgewogener Frucht. (16,5/20)

Dann folgt ein Rosé mit Namen Aplauz der eine leicht flüchtige Säure aufweist. Ein Rouge mit Namen Young+Wild. Sehr jung und wirklich wild am Gaumen.

Weiterhin erwähnenswert ist dann ein roter aus Melnyk aus dem Jahr 2013 mit sehr feinen Alterungsnoten und schöner Frucht. An Gaumen schon fast wie ein junger Barolo mit runden Aromen. (17+/20)

Weiterhin noch wirklich erwähnenswert ist der nächste rote mit Namen Villa Melnyk aus 2016 Jubilée 1300. Die Traube ist die Melnyk Broadleave, welches wohl ein weiterer anderen Klon der Traube Melnik ist. Sehr frische Note mit leicht dunklen Aspekten. Nase mit Kakao, Schoko, schwarze Johannisbeeren, Recht frisch und leicht. (16,5/20)

Das war dann eine kleine Mammutverkostung die aber viel Spaß gemacht hatte, denn die Vielfalt der Trauben und die Cuvées auch auf diesem Weingut zeugten einmal mehr was in dem Land an Potenzial steckt, und wo die Reise noch hingehen kann. Auch hier noch ein Blick vom Weingut Richtung Süden auf die G<ebirgskette der Griechen.


4 Tage Bulgarien mit 6 Weingütern im Süden

Der zweite Tag, Medi Valley Winery, Rila Monastery und Villa Sintica

An diesem zweiten Tag der Bulgarien Reise ging es vom Hotel in Sofia in Richtung Süden des Landes, wo wir in diesem Jahr einige Weingüter in der Region um Melnik und bis an die mazedonische Grenze besuchen sollten. So gegen den späten Vormittag erreichten wir unser erstes Ziel mit dem Weingut Medi Valley Winery, welches auf einer Höhe von ca. 650 Metern liegt und erst im Jahr 2007 dort gegründet wurde. In der Region Medi Valley werden auf ca. 37 ha Wein angebaut, und im Norden von Bulgarien besitzt das Weingut nochmals 30 ha, welche vom Weingut bearbeitet werden. Nach einem kleinen Durchgang durch Teile der Weinkeller ging es direkt zu Verkostung in einen großzügigen Raum im Erdgeschoss des Gebäudes. Da gerade Erntezeit war, konnten wir leider nicht in die Räumlichkeiten für die Verarbeitung reinschauen. Grundsätzlich ist dagegen ja nichts zu sagen, doch manchmal vermute ich auch gewisse Heimlichkeiten, die man der fachlich und interessierten Öffentlichkeit nicht zeigen will. Nach meinen inzwischen gut 25 Weinreisen bekommt man da auch manchmal ein Gefühl, wo es etwas zu verbergen gibt. Selbst in der Champagne in der Woche zuvor, wo auch gerade die Ernte zum Teil im vollen Gang war, konnten wir eigentlich bei allen Weingütern in die Verarbeitung reinschauen. Seis drum, wir stiegen also vom Keller wieder zum Verkostungsraum.

Sehr saubere Keller und Lagerungen der Fässer, wie auch auf den Fotos zu sehen ist. Bei der Verkostung hatten wir die Gelegenheit 5 verschiedene Weine zu kosten, welche 2 weiße, ein Rosé und 2 rote Sorte waren.

Die generelle Qualität dieser Auswahl lag für mich so ganz generell im ordentlichen Mittelfeld bei ca. 15 Punkten. Nur der letzte rote mit Namen Incanto, ein 100% er Syrah konnte mich aus dieser Range wirklich überzeugen. Für 12 Monate im Barrique gelagert. Die Trauben von einem Single Vineyard. Dunkle Farbe mit rauchigen Kaffeenoten in der Nase und feinen Gewürzen. Ein wenig untypisch für die Traube Syrah. (16/20) Dann ging es zum Besuch eines alten Klosters auf der Fahrt in den Süden, welches mit einem Stop zur Lunchzeit vorher eingelegt wurde, der aber von seiner kulinarischen Seite nicht erwähnenswert ist. Das Kloster wird noch heute von einige Mönchen betrieben und macht einen guten Eindruck.

Nach diesem Abstecher in die Kulturgeschichte des Landes geht es zu unserem Ziel weiter im Süden, wo am Rande der Stadt die Hotelanlage der Villa Sintica liegt, welches auf dem Gelände auch ein Weingut betreibt, wozu wir allerdings leider keine weiteren Informationen erhielten. Aber wir hatten wenigstens 2 der Weine der Villa Sintica zum Dinner als Weinbegleitung. Zu diesem Dinner am Abend gab es dann mal wieder ein Menü mit einem Salat vorneweg aus Spinat, getrockneten Tomaten und ein wenig Crème.

Zu Beginn starteten wir mit einem Rosé des Weingutes Sintica aus CS, Syrah der am Gaumen sich mit feinen Erdbeernoten zeigte.

Dann folgte der Zwischengang mit einem kleinen Gratin aus diversen Gemüsen und einer Kartofffelhaube mit einer kräftigen roten Sauce. Ganz schmackhaft und sättigend mit cremiger Füllung.

Als Hauptgang gibt es dann ein gefülltes Hühnerteil, welches aber nicht näher definiert war, knackiges gedünstetes Gemüse und einer Sauce obenauf, welche so etwas die Konsistenz des Hühnerfleisches kaschieren konnte.

Der Wein dazu kam dann wieder von der Villa Sintica, welcher aus der Traube Melnik gekeltert war, mit dem Namen Explosion, welches eine Traube ist, die fast ausschließlich hier in Bulgarien angebaut wird, und ganz ordentliche Ergebnisse erzielen kann.

Das war der Abschluss des ersten Tages der sich mit sehr unterschiedlichen Besuchen bei einem Weingut, einem Kloster, und dann dem Hotel mit einem Dinner, wo wir in den nächsten 3 Tagen bleiben sollten und unsere Besuche von dort aus zu den Weingütern starten sollten.

4 Tage Bulgarien mit 6 Weingütern im Süden

Der Anreisetag mit 3 Weinbars in Sofia

Nach der Woche in der Champagne ging es nach 3 Tagen gleich weiter auf eine weitere Tour zum zweiten mal für mich auf eine Weintour nach Bulgarien. Diesmal allerdings in eine andere Region des Landes, und zwar in den Süden des Landes an die Grenze zu Griechenland um die Stadt Melnyk und Sandanski, wo wir am zweiten Tag das Hotel für die weiteren Tage beziehen sollten. Organisiert wurde die Reise wieder von der Agentur Good Wine Tours Ltd. aus London und vor Ort von Bulgaria Wine Tours, welche von 2 jungen Leuten vor ein paar Jahren gegründet wurde, und uns auch schon im letzten Jahr gut begleitet hatten. Am Frühen Nachmittag am Flughafen in Sofia angekommen hatte ich mich bei Hotel bereits für einen Transfer angemeldet, der auch problemlos klappte. So war ich bereits recht früh im Hotel und konnte die Stadt Sofia ein wenig auf eigene Faust erkunden, da unser Hotel mitten in der Innenstadt lag. Nach kurzer Erfrischung ging es dann auf Erkundungstour in die Fußgängerzone und in andere Straßen rund um das Hotel herum. Einer der ersten Adresse war nicht weit weg vom Hotel und ich konnte dort einen kleinen Weinladen entdecken, der ausschließlich bulgarischen Wein im Angebot hatte, und dazu auch noch Käse und ein kleines Angebot an Wurstwaren welche primär geräuchert waren. Schön zu sehen im Laden an der hinteren Wand die Karte von Bulgarien mit einigen Ortschaften und wohl auch die diversen Weingüter, welche angeboten werden.

In die linke untere Ecke des Landes sollte dann unsere Reise in den nächsten 3 Tagen hgehen, wo wir dort 6 Weingüter besuchen sollten. Auch schön zu sehen die eine Wand in dieser Weinboutique, wo diverse Flaschen aus dem Angebot “aufgehängt” waren.

Nach der Verkostung von zwei kleinen Gläschen kam ich mehr mit dem Inhaber ins Gespräch und bekam einen Tipp für eine weitere Weinbar in der Stadt, wohin ich mich dann als nächstes auf den Weg machte. Dort eingetroffen empfing mich ein wieder kleiner und länglicher Raum, der sehr hell und grafisch lustig dekoriert eingerichtet war.

In dieser Weinbar wurden hauptsächlich die Weine eines Weingutes ausgeschenkt, welche die gesamte Range der bulgarischen Weine abgedeckte. Aber ganz besonders innovativ war zu sehen, wie manche der Weine direkt aus einem Faß, (unter dm Tresen zu sehen) bzw. direkt aus dem Zapfhahn ausgeschenkt wurden. Das System stammt wohl us sterblich, so wie mit die Frau in der Weinbar erzählte. Ich bestellte mir also einen Riesling von dem Weingut und wurde mit einem Glas direkt aus dieser Zapfenlager bedient.

Da schmeckt dann wohl auch der Wein nochmals um eine Nummer besser, wenn man diesen direkt aus dem Faß – vermeintlich – gezapft bekommt. Eine schöne Möglichkeit, die ich in unseren Landen bisher noch nicht gesehen habe.

Am Abend ging es dann mit der gesamten Gruppe, welche in den nächsten Tagen auf die 3 Tage Weinreise gehen sollte in eine weitere Weinbar, wo wir dann auch ein paar kulinarische Begleitungen dazu bekommen sollten. Wir trafen uns um 19 Uhr in der Hotellobby und machten uns auf den Weg in die Weinbar Grapes Central. Es waren gerade einmal ca. 10 Minuten Gehweg und wir erreichten die Bar zu dieser frühen Stunde noch ohne jegliche weitere Besucher in der Lokalität.

Ein recht dunkles Interieur empfing uns, was sich dann auch an dem Tisch wo wir uns in der einen Ecke des Lokals hinplatziert wurden. Das machte allerdings keinen Abbruch in punkto Stimmung, denn es gab auch hier einmal wieder viele neue Details an Wein, kulinarischen Aspekten der Speisen und sonstigen visuellen Eindrücken zu verarbeiten. Es wurden drei Gänge angekündigt mit drei dazu passenden Weinen.

Beginnen sollte es also mit einer Vorspeise auf einem dunklen Brot, geröstet mit einigen Quarkklecksen und einem wohl gegrillten vorgetrocknetem Tomatenstück.

Dazu gab es einen Weißwein aus dem Norden Bulgariens, wo 2 Rebsorten sich vereinigten.

Vom Weingut Levent gab es diesen fruchtigen Wein aus Trainer und die bulgarische Sorte Vrachanski Misket. Diese Cuvée paßte im Prinzip ganz gut zu dem gerösteten Brot und den Tomaten, was deren Struktur auch durch seine kräftig fruchtige Struktur unterstützte.

Nach dieser Vorspeise sollte es einen schönen Hauptgang mit einem Rotwein geben, der auch aus den bulgarischen Regionen stammte, welche wir in den nächsten Tagen besuchen sollten.

Dieses großzügig servierte Kartoffelpüree wurde umrandet von einem Pesto, wobei obenauf die Ochsenfetzen sich fein mit dem dazu servierten Rotwein vertrugen.

Dieser Rotwein mit Namen Borovitza stammt also aus dem Nord-Westen des Landes, wo wir auch im letzten jähr nicht waren, aber wohl auch dort ein paar gute Tropfen wachsen. Diese Flasche stammt aus dem Jahr 2015. Dieser rote Tropfen ist aus eine bulgarischen Traube namens Gamza gekeltert der sich recht frisch und fruchtig am Gaumen präsentierte.

Dann gab es noch einen Dessert aus einem Crème mit einer wohl in Rotwein eingelegten Birne, die sich zu dem Süßwein den es zum Abschluss gab recht angenehm zeigte.

vom Wein hatte ich irgendwie kein Foto gemacht, war aber trotzdem ganz schmackhaft so als Abrundung an diesem schon recht weinreichen Abend für mich.

3 Tage Champagne mit Besuch von 7 Champagner-Häusern

Der dritte Tag in Cuisles und in Ay

Am dritten Verkostungstag sollte es wieder zu zwei Champagner-Häuser gehen und zu Mittagspause in ein feines Lokal in Epernay. Wir besuchte:

  • Champagne Heucq
  • Champagne Geoffroy

Los geht es wieder am fast schon späteren Vormittag nach Cuisles, wo sich das Champagnerhaus des Winzers Heucq befindet. Auch dieser Betrieb ist seit 3 Jahren als bio-dynamischer Betrieb zertifiziert und wir machen zunächst einen kleinen Spaziergang durch die Weinberge des Gutes.

Die meisten Flächen der eigenen Weinberge liegen direkt um das Weingut herum und so ist es sehr schön zu sehen, was in diesem Reifezustand so Mitte September der Unterschied der einzelnen Trauben und Reben ausmacht. 1936 entschied sich die Familie die Ernteerträge auf Flaschen abzufüllen und diese dann öffentlich zu verkaufen. Alexandre Heucq führt heute also das Familienunternehmen in der dritten Generation. Er führte uns dann auch durch die Weinberge und erklärte eine Menge zu Anbaumethoden, Traubenunterschieden und sonstigen aktuellen Begebenheiten.

Die Champagne hatte in diesen Tagen im September großes Glück mit dem Wetter, denn es war nicht zu heiß, und es fiel so gut wie kein Regen im Laufe der Erntetage. Der Winzer zeigte uns dann auch zum Beispiel den Unterschied der Laubblätter der Trauben Pinot Meunier und Pinot Noir.

Hier an der Blattform deutlich zu erkennen, das links das Blatt wesentlich stärker eingeschnitten ist (Pinot Meunier) und rechts das Blatt mit wesentlich kleineren Einschnitte zwischen den immer 5 Verästelungen der Weinblätter besitzt. (Pinot Noir) Nach diesem anregenden Gang durch die Weinreben ging es kurz in den Keller, welches im Wesentlichen ein Halle ist, wo auch hier einmal mehr zum Beispiel die Betoneier zu entdecken waren.

Bei diesen 2 Betoneiern geht es nicht mehr nur um kleine Experimente, sondern es wurden dort bereits ein Teil der Trauben des letzten Jahres weiter bearbeitet und verarbeitet. Dann folgte der direkte Gang in den Nachbarraum zur Verkostung von ein paar Flaschen aus den letzten Jahren.

Ein heller und sehr großzügig ausgebauter Verkostungsraum mit einer kleinen Bar im Hintergrund, wo wir dann auch verkosteten, denn wir waren ja nur zu dritt in der kleinen Gruppe. Wir durften 3 verschiedene Champagner des Hauses wie folgt verkosten:

Dieser erste Blanc de Meunier, ohne Lossage, zeigte sich sehr kräftig in der Nase. Eine sehr schöne feine Frucht am Gaumen mit ausgewogener Säure. Sehr feine Note von reifen Früchten. (16/20)

Dann folgte ein Millennium Extra Brut aus 2012, welcher für mich eine sehr breite Note am Gaumen aufwies. Dieser Cuvée stellte sich wie folgt zusammen: 50% Ch, 30% PN und 20% PM. Die spitzen Noten am Gaumen ergänzten sich fein mit Geschmäckern von Pfirsich, heller Birne, Honig und Aprikosen Noten. (16,5/20)

Als dritte Flasche folgte ein Champagner Namens Hommage les Roches, wo ich das Foto von der web-site des Weingutes habe, da es mir im Weingut wohl irgendwie nicht gelungen war. Ohne Lossage und ein 100% PM aus dem Jahr 2014. Sehr dichte Nase mit einer kräftigen Mineralien. Fast schon am Gaumen eine fleischige Note nach Salami mit einer sehr feinen Fruchtnote. (17,5/20)

Hier zeigte sich in diesen 3 Proben eine sehr schöne Bandbreite, was so ein Familienbetrieb in der Lage ist auf die Flaschen zu bringen. Zum Abschluss hier noch ein Bild aus den Weingärten mit den reifen Trauben, die in den nächsten Tagen dann geerntet werden sollten.

An den Blättern wieder zu erkennen handelt es sich um Pinot Meunier.

Anschließend geht es zu einem Mittagslunch nach Epernay, eines der zentralen Ortschaften in der Champagne wo wir in das Restaurant Table Kobus einkehren. Zu diesem Lunch nur kurz 2 Fotos, welche die Vorspeise und den Hauptgang zeigen, welche mit einer Flasche Champagner sehr gemundet hatten.

Foie Gras mit einer Teig-“Sichel” und einer marmeladigen fein abgestimmten Crème.

Zum Hauptgang ein Fisch Namens Blanc de Turbo auf einem frischen Spinat in einer Beurre Blanc mit ein paar Muscheln ergänzt.

Und der Dessert mit einem Schokoküchlein, welches nach dem Anstich auch noch leicht von innen heraus anfing herauszufließen. Alle drei Gerichte sehr gelungen und fein abgeschmeckt.

Dann ging es als Abschluss der Champagner-Reise zum Weingut Geoffroy nach Ay. Auch dort war man bereits im vollen Gange der Ernte und dazu hatte sich auch noch eine andere wesentlich größere Gruppe beim Weingut wohl angemeldet, so das wir erst einmal für einige Minuten vor dem Hause standen und keiner unser Geläute vernehmen mochte.

Schließlich hatte einer unser “Anklopfen” wohl gehört und führte uns drei Stockwerke höher, wo sich gerade die andere größere Gruppe befand und einigen Erklärungen eines Mitarbeiters des Hauses lauschte. Wir schlossen uns notgedrungen an und wanderten dann durch diverse Keller mit Erklärungen und Erläuterungen. Das Haus bewirtschaftet ca. 15 ha. eigene Weinreben und erzeugt so ca. 120 Tsd. Flaschen im Jahr.

Hier nur ein kleines Beispiel aus der Fässervielfalt, welche in so einem Weingut zum Einsatz kommen. Da wie schon auf dem ersten Bild zu sehen sehr schönes Wetter herrschte, und der Verkostungsraum für diese große Gruppe, es werden wohl etwas über 20 Personen gewesen sein, zu klein war, verlegte der Mensch aus dem Weingut einfach die Verkostung in den Innenhof. Gläser wurden herangebracht, und eine Flasche nach der anderen wurde geöffnet.Es beginnt mit einem “Expression Brut” der aus 40% PM, 40% PN und 10% Ch besteht. Frisch und fein am Gaumen (15,5/20) Dann folgt ein Vintage 2012 Empreinte der aus 75% PN und 25% Ch besteht. Eine sehr feine und kräftige Säure zeigt sich am Gaumen mit einer kräftigen Frucht. (16,5-17/20) Dann folgt ein 2011er aus 100% Chardonnay mit Namen Volupté der eine recht elegante Note aufweist mit ein wenig süßlichen Spitzen. Feine und kräftige Würznoten (16,5/20)

Irgendwie war dann die Verkostung wohl für die Gruppe schon rum und der Bis vor der Tür wartete auf seine Fahrgäste. Für uns Dreier-Minigruppe war es damit aber noch nicht getan, denn der Mitarbeiter holte noch weitere Flaschen aus seinem Verkostungsraum. Zunächst gab es noch einen Rosé aus 100% Pinot Noir.

Mit einer feinen und kräftigen Säure ausgestattet zeigte sich dieser mit einer mittleren Frucht am Gaumen. Leicht frische Noten und im Abgang dann doch noch ein wenig mehr Fruchtnoten, welche an so typische Rosés aus der Weinbranche erinnerten. Für mich ein ganz ordentlich gemachter Rosé, der wohl nach Aussage einiger Winzer in den letzten Jahren einen großen Aufschwung genommen hat. (15,5/20)

Als Abschluss gab es dann noch einen Jahrgang-Champagner aus 2006 mit Namen Terre, der aus 70% PN und 30% Ch zusammengesetzt ist. Sehr komplex in der Nase und auch am Gaumen. Wie uns gesagt wurde stammen die Trauben von 50 Jahre alten Weinstöcken. Mandarinen und Südfrüchte sind zu vernehmen bei einer sehr feinen Fruchtnote und reifer Struktur. (17,5/20)

Mit diesem Glas war also diese Champagner-Reise mit BK Wines beendet, und wir fuhren zurück in Hotel nach Reims, wo wir noch bei einem kleinen Imbiss und einer guten Flasche Champagner den Abend ausklingen ließen.


3 Tage Champagne mit Besuch von 7 Champagner-Häusern

Der zweite Tag in Avize, Epernay und Prouilly

Der nächste Tag mit den Besuchen bei den Champagner-Häusern sollte uns zu folgenden Weingütern führen:

  • Frerejean Frères
  • Leclerc Briant
  • Champagne JM Goulard

Wie auch am ersten Verkostungstag ging es vom Hotel in Reims aus los mit der Limousine und einer gemütlichen Fahrt bei angenehmem Wetter durch die Hügellandschaft der Champagne. Angekommen beim ersten Weingut mußten wir uns erst ein wenig ortskundig machen, denn bei diesem Champagner Haus wird noch kräftig umgebaut, erweitert und alles für die gerade anstehende Lese der Trauben in den nächsten Tagen vorbereitet. Das Haus erzeugt ca. 100 Tsd. Flaschen im Jahr, welche auf ca. 5 ha eigener Rebfläche erzeugt werden und der Rest dazu bei Winzern der Region zugekauft wird.

Auch hier sollten wir erst einmal eine kleine Keller und Weinguts Führung bekommen, was uns dann zunächst auch zur Flaschenabfüllung und deren Verpackung führte.

Hier ist zu sehen, das dieses Champagner-Haus einige seiner Flaschen nicht nur mit Naturkork verschließt, sondern diesen Auch noch mit einer etwas älteren Methode des Metallbügels, welcher am Hals eingeklemmt ist, so verschließt, das es kein Metallgeflecht außen um den Flaschenhals geben muß. Sind die Flaschen verkorkt und mit der Metallklammer verschlossen, wird die finale dünne Kapsel noch damübergestülpt und fest an den Hals gepreßt, was die Dame im Bild gerade mit den Flaschen von der Palette fertigstellt. Dann geht es zur Verkostung in einen Raum mit beleuchtetem Regal, wo diverse Flaschen präsentiert werden.

Zu verkosten bekamen wir drei der aus dem Weingut stammenden Sorten, welche da waren ein Blanc de Blanc, ein Premier Cru Brut aus 50/50% PN und Ch. und Cuvée des Hussard aus 2012 der aus 60% Ch. und 40% PN cuvetiert wurde.

Insbesondere dieser Jahrgangs-Champagner hatte für mich eine ganz besonders imponierende Note.

Sehr frisch in der Nase. Schöne feine und frisch Frucht, wobei der Pinot sich ein wenig in der Vordergrund drängt, mit kräftiger Note und etwas komplexen Noten und leicht erdigen Noten von langem Nachgang am Gaumen. (17,5/20)

Dann ging es zu einem besonders feinen Lunch in ein Weingut in Avize, welches dort auch ein Hotel betreibt mit einem ausgezeichneten Restaurant. Wir speisten also im Restaurant les Avisés des Weingutes Selosse. Dort eingetroffen parkte unser Fahrer auf dem Hof des Weingutes, welches direkt neben dem Hotel liegt, wo wir dort dann das Restaurant ansteuerten.

Ein Ambiente wie bei wohlsituierten Nachbarn mit schloßartigen Räumlichkeiten. Nur gewisse Elemente erinnerten dann daran, das man sich wohl in einer Lokalität befindet, welche mehr mit Wein und Genuss zu tun hat, als nur in einem Wohnzimmer so zu vermuten ist.

Im Hintergrund mittig unter dem Kronleuchter eine Speisekarte auf einer Schiefertafel, und ein spärlich fein gedeckter Tisch. Aber ganz besonders neugierig wurde ich bei diesen Porzellankegeln:

Sehr schön dekorativ auf einem Büffet angeordnet, war mir zunächst nicht klar, was sich dahinter verbarg. Ein wenig später sollte dann die Auflösung folgen. Es handelt sich um einen Champagnerkühler, wobei auch die Basis aus Porzellan besteht, die im Eisfach runtergeführt werden kann und dann auf dem Tisch dort die Flasche Champagner direkt auf die diese Porzellanscheibe gestellt wird und mit der weißen Haube verkleidet werden kann.

So sieht das dann auf dem Tisch, wo wir dann speisen sollten, mit der entsprechenden Flasche aus. Wirksam, schlicht, innovativ und sehr dekorativ im Vergleich zu den hochglanzpolierten Edelstahkühlern seiner sonstigen Provinienz. Dann folgte die Speisenfolge, welche mit der Vorspeise für das Dreigänge-Menü beginnen sollte.

Ein bunter Sommerssalat mit einem weich gekochten Ei in der Mitte und etwas gehobeltem schwarzem Trüffel, der recht fein abgeschmeckt war und hier also der Start für ein vorher nicht bekanntes Menü war. Dann folgte der Hauptgang mit einem Fisch aus der Region, der als “Sea Brass” uns vorgestellt wurde.

Konsistenz im Prinzip wie ein Adlerfisch oder auch ein fester Zander, welcher mit etwas Zwiebeln, Bohnen und ein wenig Sauce verfeinert war. Zum Dessert dann ein Potpourri von Schokolade und Kakao mit etwas frischer Frucht durch die Erdbeeren und ein wenig Eiscreme in der Richtung Erdbeere.

Ein richtig gut gelungenes Mittagsmenü mit nicht zu schweren Zutaten, was sich auch mit dem Champagner des Hauses gut ergänzen ließ. Dann machten wir uns auf den Weg zum nächsten Champagner Haus mit dem Namen Leclerc Briant in Epernay.

Hier bei Leclerc Briant werden im Jahr so ca. 460 Tsd. Flaschen produziert, wobei 70% auf die Produktion von Pinot Noir fällt. Das Haus arbeitet auch als einer der wenigen in der Champagne als bio-dynamischer Betrieb. Wir erleben bei ausführlichen Erklärungen während des Besuches eine ganze Reihe von unterschiedlichen Elementen die wie folgt ausfallen:

Anhand dieser drei Beispiele ist eigentlich sehr schön zu sehen, das trotz einer gewissen Tradition des Hauses hier wohl nicht wirklich an einer durchgängige Vermarktung des Hauses und der Marke gedacht wurde. Seis drum. Auch hier gab es für uns einen Gang durch die Verarbeitungsräume und Keller und wir konnten einige sehr interessante neue, bzw. neuartige Vergärungsbehäter betrachten.

Die Ton-Eier, welche wohl sicher niedrig gebrannt sind (was die Farbe des Tons verrät) und das Edelstahl-Faß im Vordergrund waren mir bisher in den Kellern der Weinhäuser nicht begegnet. Die Ton-Eier sind Neuanschaffungen und werden zu Versuchszwecken hergenommen. Was aber noch mehr verwunderte sind die Glasbehälter gleich nebenan.

Der linke Behälter bereits gefüllt mit Most und im Begriff zu vergären war der rechte noch ungewollt und wartete wohl noch auf seine Bestimmung. Also werden auch hier im Sinne einer bio-dynamischen Verarbeitung weiter Experimente gefahren, welche über das Material Edelstahl und getoastetem Holz weit hinaus gehen. Dann geht es in den zweiten Stock des Hauptgebäudes und zur Verkostung einiger feiner Tropfen.

Hier also die 4 Flaschen welche wir verkosten durften. Nebenbemerkung: Auch hier in der Gestaltung der Etiketten auf den Flaschen ist die uneinheitliche Linie des Hauses leider sehr deutlich zu erkennen. Insbesondere konnte mich vom Inhalt her der Blanc de Meuniers aus 2015 überzeugen. Brut Zero. Sehr fein am Gaumen mit exotischen Früchten und einer sehr feinen Struktur. Für mich der beste Tropfen dieser Verkostung bei Leclerc Briant. (17/20)

Und am späten Nachmittag ging es dann noch zum Weingut JM Goulard, wo gerade die Ernte und Traubenverarbeitung voll im Gange war. Wir konnten also live beobachten wie die Stempelpresse in diesem Weingut mit ca. 4 Tonnen Pinot Noir Trauben gefüllt wird, und wie dann nach Schließen des Deckels der Stempel ganz langsam auf den Traubendeckel drückt und so dann auch sehr sanft den Saft aus den Trauben herausdrückt.

Die Presse ist noch nicht ganz gefüllt.

Aus den kleinen Kisten, welche in den Weinbergen gefüllt wurden mit ca. 20 kg Traubenmaterial wird die Presse weiter gefüllt.

Die Trauben werden in die Mitte verschoben und möglichst gleichmäßig verteilt.

Komplett gefüllt wurde der Deckel der Stempelpresse geschlossen und die Mechanik mit dem elektrischen Antrieb sehr langsam in Gang gesetzt, so das der Saft in die Bodenrinne fließt und dieser dann wiederum einen Stock tiefer in die vorbereiteten Edelstahlbehälter. Wir erhalten plötzlich ein kleines Glas gereicht, worin uns der Winzer einen guten Schluck des frisch gepreßten Traubensaftes reichte.

Deutlich zu sehen die trübe Farbe, aber auch die leichte rote Färbung der Pinot Noir Trauben, welche im Laufe der Mazeration meist noch heller wird. Geschmacklich war das schon eine Entdeckung, denn selbst wenn man Trauben direkt im Weinberg schmeckt sind diese Wieder ganz anders in Ihrer Konsistenz und hier ist in der Flüssigkeit ja auch ein kleiner Anteil der Stengel und durch die Wärme des Pressens etc. was den Geschmack ausmacht. Recht süßlich am Gaumen was gemessen am Alkoholgehalt so ca. 11% ausmachte. Nach dieser Demonstration der Pressung und des Verkosten ging es mit dem Winzer noch auf einen Blick in den Keller, wo auch hier einmal mehr ein paar merkwürdig anmutende Behälter standen, kugelförmig und bereit für die nächsten Experimente im Keller.

Dann gab es noch aus einer Flasche einen guten Schluck des eigenen Produktes, welches ich mir nicht mehr genau aufgeschrieben hatte, aber zumindest ein Foto des Glases gemacht hatte.

Damit war der Tag abgeschlossen und mit vielen neuen und interessanten Eindrücken ging es zurück in Hotel nach Reims. Ein großartiger Tag in der Champagne.

3 Tage Champagne mit Besuch von 7 Champagner-Häusern

Der erste Tag in Vrigny und Ay

An diesem ersten Tag in der Champagne, nachdem ich am Tage zuvor mit dem Zug aus München bis Reims angereist war, sollten wir zunächst folgende Champagner-Häuser besuchen.

  • Lelarge Pugeot in Vrigny
  • Lunch im Restaurant Grains d’Argent in Dizy und
  • Champagne Ayala in Ay

Da wir mit einer sehr kleinen Reisegruppe von gesamt 3 Personen unterwegs waren, konnte der Busveranstalter kurzerhand einen luxuriösen Wagen der Oberklasse für uns organisieren, der uns in der Champagne dann herumkutschieren sollte. Dieser erste Besuch bei Belagre Pugeot war schonmal ein richtig imposanter Auftakt. Die beiden Winzer Dominique Pugeot und Dominique Lelarge betreiben das Haus seit 2000 als Bio Betrieb. 2010 wurde dann der gesamte Anbau und die Verarbeitung auf organic umgestellt und seit 2017 ist der Betrieb als Bio-dynamischer Betrieb zertifiziert. Auf 8,7 ha werden die Trauben rund um die Ortschaft angebaut woraus im Jahr so ca. 73 Tsd. Flaschen aus ca. 55% Pinot Meunier, 30% Pinot Noir und 15% Chardonnay erzeugt werden können.

Zu Beginn des Besuches konnten wir einen ausführlichen Gang in die Weinberge direkt hinter dem Haus machen, wo bereits der Großvater die Reben Pinot Meunier gepflanzt hatte. Und genau aus dieser Rebe erzeugt das Weingut, für den weiteren Anbau seiner Flächen, die neuen Triebe aus den alten Reben, welche dann als junge Pflanzen wieder ausgepflanzt werden können.

Nach dem Gang durch die Weinberge konnten wir dann auch die Vinifizierung in den Kellern des Weingutes in seiner Reihenfolge der Einbringung der Trauben vom Weinberg in den Keller verfolgen. Hier nur ein paar kleine Belege für die zum Teil Eigenheiten in diesem Weingut. Die Ernte sollte in den nächsten 2 Tagen nach unserem Besuch losgehen und so war alles in den Kellern recht aufgeräumt, sauber geputzt und soweit vorbereitet, das die Trauben eingebracht werden können.

So sieht zum Teil der Boden hier rund um Vigny aus, der vor vielen Millionen Jahren ein Meeresgrund war und heute zu dichten Kalkschichten sich aufgebaut hat.

Und auch in diesem Betrieb wird kräftig experimentiert. Die niedrig gebrannten Tonbehälter waren mit Wasser gefüllt, so das diese von innen nicht komplett austrocknen. In den nächsten Jahren wird also auch hier mit unterschiedlichen Behältnissen experimentiert, wo bereits zum Teil die Maischevergärung nicht mehr in den großen Edelstahlbehältern vollzogen wird, sondern eben auch in solchen fast klassisch anmutenden Tonbehältern. Nach der Maischevergärung geht es dann in kleine Barrique, oder auch in größere Holzfässer, die hier zum Beispiel aus Österreich stammten.

Nach dieser ausführlichen Einführung in die Gegebenheiten in diesem Weingut ging es in den Verkostungsraum, wo wir 6 unterschiedliche Champagner verkosten sollten.

Los geht es mit einem Tradition Extra brut der eine fast klassische Mischung der Trauben aufweist: 55% PM, 20% PN, und 15% Ch. Kräftige Schaumbildung bei einer sehr feinen Frucht und Säurenote am Gaumen. Perlig und anregend mit langem Nachhall, fein und etwas komplexer Geschmacksnote (16/20) Auf dem Foto in der Mitte mit dem braunen Etikett. Dann folgt der Blanc de Blanc Extra brut mit einer sehr feinen Säure in der Nase. Sehr schöne Frische. (15,5/20) Der dritte kommt aus der Flasche ganz links auf dem Foto mit Namen Les Meuniers de Clémence aus 100% Petit Meunier (PM). Feine Note am Gaumen mit einer sehr feinen Perlage. Sehr feine breite Fruchtnote mit feiner Säure. Super Mineralität. Feine Note am Schluß mit dichtem Abgang zum Ende. (17/20) Dann folgt ein Cuvée eines Champagners Namens Nature, welcher ohne Zucker Dossage und ohne Schwefel hergestellt wurde. Jahrgang 2014, Super Nase mit feinen Kräutern und schöner floraler Note. (16,5/20) Dann folgt ein Tropfen namens Les Charmes de Vrigny welcher eine sehr fruchtige Note aufweist. Hier auch eine Cuvée aus den klassischen Sorten: 50% PM, 30% PN und 20% Ch. Eine sehr feine breite Nase mit fruchtiger Note. Volle runde Fruchtnoten am Gaumen mit langem Abgang. (16/20) Zum Abschluss gibt es noch einen Blanc de Noir aus 2013 als Jahrgangs-Champagner mit dem Namen Blanc de Meuniers der aus Pinot Meunier besteht. Feine Nase mit kräftiger Säure, wobei die Säure am Gaumen leicht verliert. (15/20) Foto hier:

Nach diesem sehr anregenden ersten Besuch in diesem Champagner-Haus wo es einmal wieder eine Reihe neue Erkenntnisse gab ging es zum Mittagessen in ein Lokal, welches als eines der besten in der Champagne gilt. Wir fuhren zum Restaurant Les Grins d’Argent in Dizy wo es ein sehr feines kleines Menü gab.

Diese Foto aus der website vom Lokal Grains d’Argent zeigt den sogenannten Terrassenteil der Lokalität. Wir sagen zu dritt genau an diesem runden Tisch im Vordergrund und konnten ein ausgezeichnetes Mittagsmenü genießen. Hier die Reihenfolge der Gerichte.

Als Amuse Bouche eine Madeleine mit Trüffelgeschmack, der allerdings nur wenig zum Vorschein kam. Im Glas ein Schaum mit Pilznoten und feiner Würze.

Die Vorspeise bestand aus einer Variation von Pilzen mit Feigen und ein wenig darauf abgestimmter leichter Sauce. Die Pilze waren insgesamt der gelungenste Teil an diesem Teller.

Der Hauptgang als Onglet vom Rind mit Kartoffel und sehr fein geschnittenen Nori Algen, die nach Speisekarte in einer Austernsauce mariniert wurden.

Und zum Dessert gab es eine Mirabellen confit und ein Eis mit Lebkuchengeschmack.

Danach starteten wir zum zweiten Champagner Haus des Tages nach Ay wo sich das Haus Ayala befindet. Das Haus wurde 2005 von Bollinger übernommen und produziert heute wieder 1 Mio. Flaschen pro Jahr. Das Material dafür kommt nicht nur aus den eigenen Weingärten, sonder es sind weitere 100 Lieferanten von Trauben, die in den Haus verarbeitet werden. Ayala sollte für diese Reise das größte Champagner Haus sein, wenn man die Gesamtproduktion zugrunde legt. Gemessen allerdings an anderen großen Häuser sind diese 1 Mio. Flaschen immer noch ein nur durchschnittlicher Wert im Vergleich zu den Genossenschaften oder auch zu den ganz großen Häusern in der Champagne.

Da dieses Champagner Haus von mir bereits einmal auf meiner ersten Reise in 2010 besucht wurde waren mir die Lokalitäten ein wenig bekannt. Was allerdings sich seit meinem letzten Besuch geändert hatte, war die Ausgestaltung des Daches, wo eine Möglichkeit bestand Verkostungen oder auch Festlichkeiten abzuhalten. Wir stiegen also die schmale Treppe hinauf und hatten von oben einen wunderbaren Ausblick auf die Landschaft um die Ortschaft Ay.

Vom Dach aus ging es dann in die Kellergewölbe, wo auch hier eine kilometerlange unterirdische Möglichkeit besteht die Flaschen jahrelang bei gleichbleibender Temperatur von ca. 12°C zu lagern und zu rütteln.

Dann ging es zur Verkostung von 5 Champagner des Hauses Ayala was sich auf den Fotos zeigt. Es beginnt mit einem Brut majeur, (links mit schwarzem Etikett) gefolgt von einem Rosé Blend aus 50% Ch, 40% PN und 10% stillem Wein. Dann folgt ein Brut Nature welcher für 4 Jahre gelagert wurde. Die Cuvée besteht aus 40% PN, 40% PM und 20% Ch. Recht kantig im Geschmack mit Mineralität und einer kräftigen Note. (16/20) Gefolgt von einem Blanc de Blanc aus 2013 Dieser Tropfen reifte für 5 Jahre auf der Hefe und zeigt immer noch schöne reife frische Spitzen am Gaumen. (16,5/20) Final noch ein Vintage 2006 mit einer Cuvée aus 80% Ch und 20% PN. Sehr feine Nase mit hellen fruchtigen Noten. Recht komplexer Geschmack am Gaumen mit feiner ausgewogener Säure. (17,5/20)