Archiv der Kategorie: Reisen

PARIS, ein abwechslungsreicher Besuch – Tag 4

Nach drei sehr abwechslungsreichen Tagen, ließen wir es am vierten Tag in Paris ein wenig ruhiger angehen. Kein größerer Museumsbesuch, und ach kein ausschweifender Bistro-Besuch am Mittag, sondern wir streiften ein wenig durch die Pariser Straßen und suchten ein paar Geschäfte mit Büchern, und diversen anderen möglicherweise interessanten Utensilien für Küche und Keller auf. Auch am berühmten Wahrzeichen von Paris kamen wir einmal wieder vorbei.

Und nicht unweit davon kamen wir im Viertel der Universität Sorbonne in einer schmalen Straße an einem Laden vorbei der eine eine opulente gekachelte Fassade hatte, wo wohl seinerzeit eine feine Café Location sich befand.

Und abends dann wieder zurück bei unserer Gastfamilie gab es nochmals ein feines Abendessen mit Flaschen Bohnen, so quasi aus dem Wow, und fast nur wieder mit Olivenöl zubereitet, sowie eine Entenbrust mit seiner gesamten Haut, die recht fachgerecht im Ofen zuerst auf der Fett Seite angeraten wurde und komplett auslief, so das darin die Entenbrust sehr fein darin garen konnte.

Hierfür steht mal wieder das absolut stimmige Motto in der Gastronomie – im Einfachen liegt die Kraft des Geschmacks.

Zum Ende ein Foto aus den Straßen von Paris mit einem Graffiti – ohne Kommentar.

PARIS, ein abwechslungsreicher Besuch – Tag 3

Obwohl es Monat war und in der Regel die meisten Museen dieser Welt an Montagen geschlossen haben, war es in dieser Woche in Paris anders, da es eine Ferienwoche war, und wir in das Museum Quai Branly gehen konnten. Das Museum zeigt im Wesentlichen Kulturgegenstände aus den Regionen Ozeanien, Asien, Afrika und Amerika. Wir besuchten aber auch die an diesem Tage gezeigt Sonderausstellung über Bambuskultur aus Japan und deren künstlerische Verarbeitung in feinsten Arten.

Der Titel der Ausstellung sagte deutlichsten aus was zu erwarten war: Die Kunst der Verarbeitung des Bambus in Japan.

Die große Kunst besteht auch darin, das der in Asien ja sehr dicke und groß gewachsene Bambus in feinste Streifen geschnitten wird gedämpft und gewässert und dann in flexiblem Zustand gebogen und sehr fein und elegant verarbeitet werden kann. Hier noch ein weiteres Objekt eines Bambuskünstlers.

Nachdem wir doch recht lange in den großen Hallen des Museums uns ausführlich umgesehen hatten, ging es am Nachmittag zu einer kulinarischen Stärkung. Wir steuerten das Lokal La Maison de l’Aubrac an und fanden es am frühen Nachmittag doch recht spärlich besucht, was bei der Größe des Lokals, welches über 2 Etagen reicht, und dem schlechtem Wetter an dem Tag wohl kein Wunder war.

Hier ist also der Name Programm. Aus der Region Aubrac, welche grob gesagt im Süd-Mitte-Westen Frankreichs liegt, kommen eine ganz bestimmte Sorte Rinder die in diesem Lokal wahrlich zelebriert werden. Und im Prinzip werden hier auch wieder einmal fast alle Teile der Tiere verarbeitet. Wir bestellen uns beide eine Trilogie vom Rind, was dann so auf den Teller/die Platte kommt:

Recht das Tatar, in der Mitte im Prinzip einEntrecôte und rechts ein kleiner Spieß mit diversen Stücken vom Rind. Und dazu gibt eine feine Rouille, welche ausgezeichnet paßte. Ein Scheibchen dunkles Brot, fein geröstet wir ergänzt durch einen kleinen Gemüseteller (nicht im Bild).

Das Interieur habe ich noch mit einem Bild festgehalten, welches im Hintergrund die Kühlschränke zeigt, wo die diversen großen Fleischstücke länger gelagert und gereift werden.

Wunderbares Lokal mit freundlichem und schnellem Service. Durchaus empfehlenswert.


PARIS, ein abwechslungsreicher Besuch – Tag 2

Am zweiten Tag sollte es das komplette Kontrastprogramm zum ersten Tag geben. Kein Museum (wenn auch mit Einschränkungen, denn wir besuchten einen der bekanntesten französischen Keramik-Künstler in der Nähe von Paris). Der erste Besuch an diesem Tage galt also der Familie Champy, wo wir gegen spätem Vormittag eintrafen und so direkt in die Vorbereitungen des Sonntags-Essens für 5-6 Personen eintrafen. Wir waren natürlich angekündigt und die 2 Besuche des Sonntags-Essens. Eine Keramik-Praktikantin schnippelte bereits die Zuccini und Tomaten für das Ofen-Gemüse und wir setzten uns gemeinsam an den großen Küchentisch um zu klönen. Langsam kam die Familie dann heraus mit der Sprache, was es zum Mittag geben sollte, und es sollte ein Thunfisch-Steak mit Ofengemüse und Reis geben. Das Besondere an der Zubereitung war allerdings die Zubereitung des Thunfisches. Die Familie hatte von befreundeten Keramikern einen Grillen im Garten stehen, der mit etwas Holz oder Holzkohle zu befeuern war, und im Prinzip wie ein Kugelgrill funktionierte, denn über der Grillfläche konnte auch noch eine Haube aufgesetzt werden. So sieht das dann aus:

Und weil so ein Thunfisch-Steak in wenigen Minuten von beiden Seiten fertig gegrillt ist, kam der Fisch erst so ca. 8-10 Minuten vor dem Essen auf den Grill.

Das geschnittene Stück war wirklich nicht dünn, aber in 5-6 Minuten von einer Seite wunderbar gegrillt.

Einmal gewendet und nochmals für ca. 5 Minuten Weitergrillen.

So wurden dann die drei Thunfisch-Steaks auf den Tisch gebracht. Und die weiteren Zutaten aus dem Backofen waren auch bereits fertiggestellt.

Super lecker mit leicht rauchigen Noten das in der Mitte noch rosa gegrillte Thunfisch-Steak mit dem Ofengemüse und etwas Reis.

Aber damit war noch nicht genug, denn im Laufe der Vorbereitungen des Mittagstisches wurden noch ein paar Äpfel geviertelt, eine kleiner Menge Teig zubereitet und gleich danach in einer Tarte-Tatin Form einiger Zucker mit etwas Wasser geschmolzen um eine Tarte-Tatin im Ofen als Nachtisch zuzubereiten. So sieht das dann in der Reihenfolge der Schritte aus:

Diese Tarte Form mit dem geschmolzenen Zucker wird mit den Apfel-Vierteln beschichtet und dann kommt des ausgerollte und in Form gebrachte Teig darüber, was dann aus dem Ofen geholt so aussieht:

Aber da ja Tarte-Tatin ein gestürzter Apfelkuchen ist muß das gesamte noch gestürzt werden, auf einen großen Teller, und somit kommt dann der geschmolzene Zucker zuoberst des Kuchens auf den Tisch.

Sieht nicht nur wunderbar aus, sondern schmeckt auch so lecker, das es oft nicht nur bei einem Stück bleibt, auch wenn das Ganze aus sehr viel Zucker besteht. Aufgeschnitten auf dem Teller kommt bei den Franzosen dann noch ein Klecks Crème-Fraîche drauf.

Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Paris zu unserer Gastfamilie, wo wir ein weiteres großartiges Mahl zu bewältigen hatten. Es sollte Ceviche aus Kabeljau und im Ofen geschmorte Hähnchenteile mit Fenchelgemüse geben. Die Vorbereitung des Ceviche ging an uns vollkommen vorüber, denn das war wohl bereits am Nachmittag vorbereitet worden. Da bei unserer kolumbianisch-französischen Gastfamilie immer recht spät gegessen wurde, konnten wir allerdings die Zubereitung des Fenchelgemüses und der Hähnchenteile mitverfolgen. Schön zu beobachten war, das der Fenchel, aber auch die Hähnchenstücke fast nur mit Hilfe von Olivenöl geschmort wurden. Der Fenchel in einer großen Pfanne auf dem Herd. Die Hähnchenteile im Backofen in einer Terrine.

So zeigte sich dann später die fertig gegarten Zutaten der zwei Gänge auf dem Tisch:

Das Ceviche in einer großen Glasschale auf dem Tisch.

Auf meinem Teller serviert in der Keramik von meinem Bruder Holger.

Und in einer der großen Schalen des selben Keramikers die Hähnchenteile mit dem Fenchel.

So serviert wieder vor mit auf einem Teller vom gleichen Künstler. Das war dann mit einem guten Schluck Wein der Abschluss des zweiten Tages.

PARIS, ein abwechslungsreicher Besuch – Tag 1

Vor einigen Monaten hatte ich bereits mit meinem Bruder vereinbart, einmal wieder gemeinsam nach Frankreich zu fahren. Da Holger als Keramiker ca. 17 Jahre in Frankreich gearbeitet hat, sind dort auch einige Freundschaften entstanden, die wir zu dieser Gelegenheit nun auch in Paris, worauf unserer Wahl gefallen war, besuchen und alte Freundschaften wiederbeleben konnten. Es sollten aber auch ein paar Museumsbesuche darunter sein, sowie Lokalbesuche, die ich im Folgenden kurz beschreiben werde.

Los ging es also am ersten Tag in Paris mit einer Ausstellung im Musée des Arts décoratifs, wo eine Ausstellungen über japanische Kultur auf 3 Etagen zu sehen war. Insbesondere die keramischen Objekte waren sehr interessant, aber auch ein Video zu Herstellung von Japan-Papier aus Pflanzenfasern, welches auch in einem großen Ausstellungsobjekt zu sehen war. Hier zwei keramische Beispiele.

Dann suchten wir uns zur Mittagszeit ein Bistro, welches ich mir schon zu Hause aus dem Netz und der Fachliteratur herausgesucht hatte, und prompt hatten wir Pech, da es über Fasching für 4 Tage geschlossen war. Weitersuchen, was in Paris mit den vielen Bistros nicht so schwer ist, und wir fanden prompt auf dem Blvd. Saint Germain ein erst kürzlich eröffnetes Bistro mit ansprechender Karte.

kitchen ter(re) lautete der Name und wir bekamen einen Tisch direkt am Fenster – sozusagen mitten auf dem Boulevard Trottoir. Später stellte sich heraus, das dieses bereits ein drittes Lokal des Kochs William Ledeuil aus Paris ist, der hier ein weiteres Bistro eröffnet hat. Übersichtliche Karte mit quasi Einheitspreisen und so bestellten wir uns eine Vorspeise für 16.-€ und einen Hauptgang für 26.-€. Gläschen Wein dazu mußte natürlich auch sein. Hier mein Tartar von Thunfisch und Rind


Sowie mein Hauptgang als Nudelgericht mit frischen Kräutern, Nüssen, Pilzen und gut abgeschmeckter Sauce. Insbesondere die Kürzung dieses Tellers war außergewöhnlich gut.

Da es bereits mittlerer Nachmittag war, als wir das Bistro verließen, schlenderten wir bei noch einigermaßem trockenem Wetter durch die Straßen des Bezirks und waren an diesem Samstag-Nachmittag nicht wirklich allein unterwegs. Hier ein Graffiti aus derm Viertel.

Und abends ging es dann in das reservierte Bistro Belhara, welches wir von einem Freund in München empfohlen bekommen hatten, der den Koch gut kannte. Dort angekommen waren wir zur reservierten Zeit die ersten Gäste, und wir erlaubten und mit dem Mann aus dem Service ein wenig zu palavern.

Nach ausführlichem Studium der Karte und der Getränkeauswahl fiel unsere Wahl auf ein 5-gängiges Überraschungsmenü welches wir nicht bereuen sollten.

Los geht es mit einer kräftigen Fischsuppe, die mit einigen Stücken Shiitake garniert ist und recht gut zu unserer weißen Weinauswahl paßt.

Weiter geht es mit einer kräftigen Chorizo auf einem Bett von Graupen, welche pikant mit etwas frittiertem Speck dekoriert sind.

Der nächste Zwischengang kommt aus der Sektion Meeresfrüchte und bringt 2 Jakobsmuscheln auf den Teller die mit einigen Trüffelscheiben der schwarzen Art bedeckt sind.

Jetzt folgt der Hauptgang, der vom Service ganz besonders empfohlen wurde, und wir sahen später wohl auch warum. Die meisten Nachbartische, nachdem das Lokal so eine Stunde später fast komplett besetzt war, hatten fast alle auch dieses Rind aus dem Backofen auf dem Teller, was aber durchaus eine gute Empfehlung war. Dazu ein paar feine Muscheln und etwas Wirsinggemüse.

Gesättigt fühlten wir uns bereits, was uns gespannt dem Dessert entgegenfiebern ließ. Da wir in einem klassischen französischen Bistro saßen wurde dann auch hier nicht groß rumexperimentiert. Ein Teller mit hauchdünn gehobeltem Käse aus Nord-Spanien mit 2 sehr feinen Kleksen dunkler Kirsch-Konfitüre mit Stückchen drin die gut mit dem Käse harmonierten.

Damit war zwar unser Menü beendet, jedoch nicht alles was aus der Küche kam. Es gab noch einen weiteren Dessert-Gang, den wir bereits bei anderen Menüzusammenstellungen auf den Nachbartischen gesehen hatten. Ein super leichtes und wunderbar hoch aufgegangenes Soufflée welches noch nicht einmal zusammenfallen wollte, nachdem man den Löffel darin versenkt hatte. Gut das es wirklich aus sehr viel Luft und Eiweiß bestand, sonst hätten wir das vielleicht nicht mehr vertilgt.

Damit war der Abend gut abgerundet und wir verabschiedeten uns vom Koch in der Küche persönlich. Thierry Dufroux kocht hier mit Leidenschaft und Hingabe.


Weinreise Ribera del Duero, der vierte Tag

Am vierten Tag, der zugleich auch wieder unser Abreisetag in der Region Ribera del Duero sein sollte, führte uns der Weg zu folgenden 2 Weingütern
1. Aster
2. Bodegas Mosaico
Das Weingut Aster hatte ich bereits vor 3 Jahren auf der Erkundungstour einmal kurz besucht und hatte einen recht positiven Eindruck auch in diesem Jahr. Im Weingut kann auch in sehr schön eingerichteten Zimmern übernachtet werden die sich direkt im Haupthaus des Weingutes befinden.

Wir beginnen also unsere kurze Weingutsbesichtigung wie üblich meist auch so wie die Weintrauben Ihren Weg durch das Weingut sich bahnen. Also beginnt der Rundgang in der obersten Etage wo die Trauben angeliefert werden. Hier war bereits die Ernte abgeschlossen.

Die Weinlagen für die roten Trauben liegen alle direkt um das Hauptgebäude herum und können fast alle vom Gebäude aus eingesehen werden. Die verschiedenen Parzellen haben Ihre eigenen Namen und auf dem Hügel neben dem Weingut mit Namen Finca El Otero wachsen nach Aussage Dees Weingutes die besten Trauben mit den besten Ergebnissen.

Und dann kommt einmal wieder überraschendes aber um so interessanteres Angebot. Wir können eine Faßprobe verkosten des Finca El Otero aus 2017, der erst seit 1 Monat im Barrique liegt, was auf dem Faß daneben mit der Kreideaufschrift zu sehen ist.
Diese Faßprobe hat schon eine recht klare Nase, am Gaumen noch recht streng mit einer guten Fruchtnote, frische Note und sonst im Abgang auch schon frisch mit heller Fruchtnote (16,5/20)

Nach dem abgeschlossenen Durchgang geht es in eines der Verkostungsräume, welche einen direkten Blick durch Fenster in den Barriquekeller haben. Wir können 4 Wein verkosten, wobei auch hier als Start ein weißer aus einem eigenen Weingut aus Galizien stammt. Die Sorten dieses weißen sind 80% Albarinho und 20% von 3 weiteren weißen Sorten. 
Dann gibt es zunächst einen älteren Jahrgang aus 2009 vom Weingut Aster, welcher aus 100% Tempranillo gekeltert ist. Qualitätsstufe Crianza. Eine sehr schöne Nase und sehr rund und fein. Tolle ausgewogene Note mit feinen Fruchtspitzen. (18/20)

Dann folgen 2 rote des Weingutes aus 2014 welche ebenso zu 100% aus Tempranillo gekeltert sind. Beide haben noch eine etwas verschlossene Nase, wobei der Finca El Ottern eine feine schmalzige Karamellnote am Gaumen aufweist. (16 und 17,5/20) 


Dann fahren wir wieder zu unserer Stadt Aranda del Duero zurück wo wir bei schönstem Wetter auf dem Hauptplatz uns einen Café genehmigen und dann auf einen letzten Besuch in das Industriegebiet von Aranda fahren.

Das Weingut Bodegas Mosaico liegt eigentlich in der Nord-West Region des Ribera del Duero Gebietes und baut seine Weine auf ca. 900 Meter Höhe an. Das erfahren wir dann im Gespräch in des Winzers Büro, wo wir nach einem kleinen Rundgang durch die Industriehalle die Lokalität erst einmal inspizieren konnten. Befremdlich wirkt es schon auf wohl die meisten aus unserer Gruppe, denn so mitten im Industriegebiet in einer ganz profanen Industriehalle hatten wir nie vermutet so eine Weinbereitung zu erleben.
  
Aber ich hier wird also mit kleinen und größeren Edelstahltanks gearbeitet, umgepumpt um dem Wein bei der Maischevergärung seine Luft und den Extrakt des Tresterhutes zu verleihen und in einem Raum nebenan liegen dann ebenso die Barriquefässer wie in den vielen anderen Weingütern der Region, nur das sie hier nicht so imposant illuminiert oder präsentiert werden. Nach dem kleinen Rundgang geht es dann in den ersten Stock wo das Büro liegt, und dort wird dann am großen Tisch etwas verkostet was uns durchaus sehr überzeugen konnte. Auch hier durften wir noch im Erdgeschoß eine Faßprobe versuchen von einem Wein, der gerade einmal 3 Tage auf der Maisch lag und noch total trübe aus dem Stahtank lief, und entsprechend schwierig zu beurteilen war. Die zweite Faßprobe gab es dann von einem roten, der bereits die alkoholische Vergärung abgeschlossen hatte und noch recht sauer wirkte, aber bereits eine gewisse Fruchtnote aufwies.
Dann im Büro später gab es drei Rotweine aus 2016, 2012 und 2007
Der 2007er war der vom Winzer selber als erster überhaupt abgefüllter Rotwein ausgerufen.
Das Weingut arbeitet heute auf ca. 20 ha 

Nun zu einem kleinen Fazit dieser Ribera del Duero Weinreise:
Mit René, dem Reiseleiter von airtour Austria war ich ja vor 3 Jahren zu einer Erkundungstour in der Region Ribera del Duero wo wir noch wesentlich mehr Weingüter besucht hatten, wobei es damals darum ging erst einmal die Lokalitäten und die Region und Weingüter kennenzulernen. Einige der Adressen hatten wir in diesem Jahr dann eben auf intensivere Art im Programm, aber auch weitere Güter die auch spannend waren. Organisation also insgesamt sehr gut gelungen. Auch wenn der Veranstalter seine Gäste nicht immer wirklich aussuchen kann, wer sich da so für diese Weinreisen anmeldet, hatten wir in dieser kleinen Gruppe mal wieder das Glück mit lauter wirklich gut bewanderten und Weinkennern diese 4 Tage zu verbringen, was insgesamt auch in der Gruppe am Abend bei der Fortführung der Verwüstungen mit dem Essen zu merken war.
Verglichen mit anderen Regionen wie dem Rioja in Spanien steht diese Region in Sachen Wein kaum schlechter da. Vielleicht gibt es hier nicht so viele Spitzen-Restaurants wie in anderen Gegenden Spanien, denn die Weinregion Ribera del Duero ls solche existiert erst richtig seit den 70er bis 80er Jahren auf einer breiten Basis. Rioja ist da schon wesentlich älter und länger am Markt. Von Madrid ist die Region sehr gut heutzutage über die Autobahn zu erreichen. Und Entdeckungen lassen sich allemal auch hier noch in den nächsten Jahren machen, denn wir haben es gesehen und geschmeckt, das allein der Unterschied der drei Jahre von 2015 zu 2018 auch merkbar war.
Auf ein Neues in einer anderen Weinregion.



 

Weinreise Ribera del Duero, der dritte Tag

Am dritten Tag in der Region Ribera del Duero führte uns der Weg zu folgenden 4 Weingütern:
1. Pago de los Capellanes
2. Vina Pedrosa
3. Tinto Pesquera
4. Bodegas Penafalcon

Das Weingut Pago de los Capellanes ist mal wieder ein imposanter Bau als Weingut und die Kelleranlagen sowie alle weiteren Räumlichkeiten die wir besichtigen konnten paßten für meinen Geschmack auch gut zur präsentierten Weinlinie dieses Familienweingutes. Das Weingut wurde in den 80er Jahren des letzten Jahrhundert gegründet und fing auf einer Rebfläche von gerade einmal 6 ha an seine Weine zu kultivieren. Heute sind es 120 ha, wobei auch seit dem Jahr 2014 in Galizien ein Weingut für die weißen Trauben dazu  gekommen ist.

Hier schon mal ein Blick in den Barrique-Keller, der imposant illuminiert werden kann, wenn Besucher empfangen werden.

Dort ist dann auch etwas dekoratives aufgebaut wie ein alter Weinstock, woran fast schon die Flaschen heranwachsen.
Auf den Rundgängen durch die Weingüter hören wir dann meist die grundsätzlichen Eigenheiten des Weingutes was dort in der Weinbereitung anders gemacht wird als bei den anderen Weingütern in der Region, denn über die grundsätzliche Machart, wie Wein erzeugt wird sind wir in dieser kleinen Gruppe von 7 Personen schon bereits recht bewandert. Ein großer Vorteil allerdings ist es zum Beispiel genau in der Erntezeit auf die Weingüter zu fahren, denn da kann man dann mit eigenen Augen verfolgen, wie auf den verschiedenen Gütern mit dem Traubenmaterial, mit dem gepreßten Saft, oder auch mit sonstigen Macharten der Weinbereitung umgegangen wird. Nachteile hat das allerdings auch, denn zur Erntezeit sind manche Kellermeister oder Winzer nicht bereit das Publikum so einfach in die verschiedenen Räumlichkeiten blicken zu lassen, denn da gibt es dann doch manche Handgriffe oder Eigenheiten, die man nicht preisgeben will. Hier unterscheiden sich auch so manche Einstellungen zwischen großen und kleineren Betrieben, wie damit umgegangen wird.

Bei Pago de los Capellanes können wir 2 weiße und 3 rote Tropfen verkosten. Die weißen sind guter Standard, wobei die roten Flaschen sich durchaus in der Oberliga der Weingüter im Ribera del Duero bewegen.

Der El Nogal aus 2015 konnte fast alle in der Gruppe am meisten überzeugen und erhielt bei mir 17,5/20 Punkten.


Dann ging es am späten Vormittag zum Weingut Vina Pedrosa.
Die Weine sind von Robert Parker jun. Fast alle in den Rängen von 90 – 95 Punkte bewertet. Auch dieses Weingut wurde erst 1980 bis 1982 gegründet und arbeitet heute auf 155 ha Weinbergen. Die Weingärten gehörten allerdings bereits seit ca. 100 Jahren zu den Vorbesitzern, so das hier eine gewisse Tradition übernommen wurde. Interessanterweise ist die Region dort so karg, das in den meisten Weingärten von Pedrosa nur 2 bis 2,2 Tsd. Weinstöcke je Hektar angepflanzt sind. Das sind in manchen anderen Regionen der Welt bis zu 6 – 8 Tsd. Stöcke je ha. Das liegt meist am kargen Boden, der eine höhere Pflanzliche nicht zuläßt.

Auf diesem Weingut können wir 4 rote Weine verkosten, wobei der älteste als Gran Reserve aus dem Jahr 2009 stammt, was auf den Weingütern nicht wirklich selbstverständlich ist, das wir so einen älteren Jahrgang verkosten können.
 

Meine Bewertungen liegen hier zwischen 15 und 18,5 Punkten, wobei der Gran Reserve mit seinen 18,5 Punkten am besten abschneidet. Der Gran Reserve besteht aus 90% Tempranillo und 10% Cabernet Sauvignon.


Dann geht es am Nachmittag auf das Weingut Tinto Pesquera

Auch hier noch ein Familienbetrieb, der allerdings in den Jahren zu einem großen Betrieb mit gesamt 4 Weingütern angewachsen ist. Auf Pesquera werden ca. 900 Tsd. Flaschen erzeugt, wobei auf allen 4 Weingütern zusammen heute ca. 2 Mio. Flaschen produziert werden. Pesquera begann im Jahr 1972 und erzeugt seinen ersten Wein im Jahr 1975. Es werden gesamt ca. 40% Reserva und 60% Crianza erzeugt.
 
Wir können hier gesamt 4 rote Weine verkosten, wobei in der Reihe der bestellten Top-Verkostung wunderbare ältere Jahrgänge uns präsentiert wurden. Zum guten Schluß konnten wir dann noch einen Crianza aus 2015 verkosten, der uns aus vor 3 Jahren gut in Erinnerung war.
Die roten waren also

Pesquera Reserve aus 2008 – 18/20
Alena Gran Reserve aus 2006 – 18,5/20
El Viniculo Gran Reserve aus 2004 – 16,5/20
Pesquera Crianza aus 2015 – 16,5/20 (ohne Foto)


 Zum Finale an diesem Tage sollte es in ein Industriegebiet zum Weingut Penafalcon gehen, wo wir alle noch nicht bisher zugegen waren. Dort war dann wohl auch mehr ein großes Lager des Weingutes mit abgefüllten Flaschen und neuen Barriquefäassern. Angekündigt war auch ein Art Weinmuseum, was sich aber als kleiner Fake herausstellte, denn in der Industriehalle waren gerade einmal einige alte Werkzeuge und Geräte an die Wand gehängt, sehr schlecht beleuchtet, nicht erklärt und glich in keiner Weise einem Museum, so wie wir das wohl verstehen unter dem Begriff Museum. Einmal durch die Halle geschleust, kamen wir dann in einer der Ecken der Halle an, wo bereits eine kleine Verkostung mit 4 anderen Gästen lief, und wir ohne große Umstände an den Tisch komplimentiert wurden. Dann wurden uns ein Wein nach dem anderen aus einer Dekantierkaraffe eingeschenkt, wobei immer betont wurde, das die Weine alle 5 Jahre im Barrique verweilen. Es gab also 3 Weine aus 2006, 2007 und 2009, wobei dann bei Nachfrage die Preise alle bei 50 € liegen sollten. Meine Bewertungen rangierten so zwischen 15,5 bis 16 Punkten.

  


Am Abend in Aranda del Duero zurück geht es dann mit der ganzen Gruppe von 7 Personen um 20:30 Uhr in das Lokal El Lager de Isilla, welches von einem Weingut gleichen Namens betrieben wird.

Das Essen ist hier richtig typisch und rustikal für die Region typisch. Was aber bei solchen Weinreisen immer ein großer Vorteil ist, das man abends dann mit der ganze Gruppe nochmals auf einem anderen Niveau die Weinverkostungen fortführen kann. Mit dem anderen Niveau meine ich allerdings keinen Abstieg, sondern eher noch einen Aufstieg in Sachen Vielfalt, auch manchmal Qualität und Ergänzungen zu den Weingütern die wir in den Tagen so verkosten konnten. An diesem Abend sollte es so z. Bsp. Eine Flasche Vega Sicilia zum Essen geben, welche dann im Restaurant kaum teurer ist hier in Spanien als auf dem Weingut, oder im guten Fachhandel zu erstehen. Hier z. Bsp. Ein Vega Sicilia, Tinte Valbuena No. 5 aus 2006.

 



 

Weinreise Ribera del Duero, der zweite Tag

Am zweiten Tag in der Region Ribera del Duero sollte es zu folgenden 4 Weingütern gehen:
1. Aalto
2. Pagos de Carraovejas
3. Cepa 21
4. Bodegas Portia
Mit diesen 4 Weingütern verband sich also eine hohe Erwartung der Gruppe an die Verkostungen und die Besuche auf den 4 Weingütern, welche sich durchaus erfüllen sollten. Zu erwähnen sei auch nochmals, das in der Region Ribera del Duero nur rote Traubensorten nach dem Weingesetzt erlaubt sind. Trotzdem konnten wir auf fast allen Gütern auch weiße Sorten verkosten, welche die Weingüter dann in den anderen spanischen Regionen anbauen.
Los geht es mit dem Weingut Aalto.
  
Das Weingut wurde in den späten 90er Jahren von einem ehemaligen Weinmacher des Weingutes Vega Sicilia mit einem Partner gegründet und baut heute auf 138 ha Wein an, welcher primär um das Weingut herum angebaut wird. Ein sehr imposanter Bau mit funktionaler Architekt, welche man heute auf fast allen Weingütern findet, wo nach der Methode der Schwerkraft gearbeitet wird. Das heißt hier nochmals kurz zur Erinnerung:
Die Trauben werden in der obersten Etage angeliefert, meist entrappt, ausgelesen und sortiert, und fallen per Schwerkraft in die Gärbehälter einen Stock tiefer. Für alle weiteren Arbeiten während der Maischevergärung, also das sonst klassische Umpumpen werden die Trauben mit Saft in separate Behälter gefüllt, und diese per mechanischer Hubvorrichtung wieder in die Gärbehälter von oben eingefüllt.
 
Wir konnte hier 2 Weine verkosten aus den Jahren 2016 und zwar:

Den klassischen Aalto, der für 18 Monate in französischer Eiche reift.
Im Foto auf der linken Seite.
Sehr kräftige dichte Gewürznoten. Wunderbare Dichte mit sehr feinen Fruchtnoten und dunklen Noten von Beeren und Cassis. (17,5/20)
Der zweite Wein nennt sich Aalto PS
Dieser Cuvée ist ein Mix aus allen Lagen des Weingutes und der örtlichen Lagen.
Wesentlich kräftiger in der Nase als der Aalto. Noch leicht verschlossen, sehr feine Fruchtnoten mit kräftig runder Note und Struktur. Sicher ein sehr schöner Begleiter zu Rind. (18,5/20)


Dann geht es am späten Vormittag zum Weingut Pagos de Carraovejas.

Auch dieses Weingut wurde erst 1971 gegründet und konnte 1987 mit 9 ha angebauten Weingärten beginnen. Heute werden auf 160 ha ca. 800 Tsd. Flaschen produziert, wobei primär die Rebsorten Tempranillo, Merlot und Cabernet Sauvignon verarbeitet werden. Hier bekommen wir in einem schönen Verkostungsraum eine gesamte Bandbreite der Möglichkeiten in den Riedel-Gläsern zur Verkostung vorgesetzt. Und zwar gibt es erst 4 rote Weine und dann anschließend die 4 weißen des Weingutes, welche eben dann nicht aus der Region Ribera del Duero stammen.

In der Gruppendiskussion stellte sich dann tatsächlich heraus. Das die weißen Wein des Weingutes besser abschnitten als die roten aus der Region.
 
Die roten hatte ich vor Ort mit 15 – 16 Punkten bewertet, und die weißen lagen bei mir zwischen 16 und 18,5 Punkten.


Dann zur späten Mittagszeit ging es zu einem Weingut namens CEPA 21. Cepa ist im spanischen im Prinzip die Bezeichnung für die Weinrebe, und die 21 im Namen des Weingutes soll das Jahrhundert 21 symbolisieren, in welchem wir derzeit sind und das in moderner Architektur gestaltete Weingut symbolisieren soll.

Es werden hier auf 50 ha eigenen Rebflächen die Weine angebaut, und das Weingut kauft noch von anderen Winzern die Trauben von weiteren 50 ha. Gegründet erst im Jahre 2007 ist dies das zweite Projekt von dem Spanier Emilio Moro, der bereits ein Weingut hat.
Interessanterweise werden hier die Weine so vergoren, das die malolaktische Vergärung bereits im Eichenfaß vollzogen wird. Wir bekamen hier auch einen klitze kleinen Mittagsimbiß, der uns gut schmeckte, aber nach dieser dritten Verkostung nicht wirklich zufriedenstellte. Die Weine konnten mich ebenso nicht wirklich überzeugen. Meist recht unstrukturiert und so gemacht, das Frucht, Alkohol und Säure sehr separat nebeneinander standen.
 
  


Dann ging es zur letzten Adresse an diesem Tag, welches ein für mich bisher nicht bekanntes Weingut war, denn wir hatten dieses auf der Erkundungstour vor 3 Jahren nicht besucht. Das Weingut heißt Portia und ist eines der Projekte von dem Architekten Sir Norman Foster, welches das bisher einzige Weingut aus dem Hause Foster ist. Erbaut in den Jahren 2003 bis 2010 werden auf dem Weingut heute auf ca. 160 ha Weine angebaut, welche zum Teil mit 40 Jahre alten Rebstöcken bepflanzt sind. Das Weingut gehört zu Weingruppe Faustino, welches eines der ganz großen Anbieter in Spanien ist. Nach Aussagen der Führerin unserer Gruppe hat das neue Gebäude des Weingutes 28 Mio. € gekostet.

Wir waren hierher also nicht mit zu großen Erwartungen hingefahren, doch aber sehr gespannt über die Architektur, welche im Gesamteindruck doch spannend, zum Teil imposant, aber auch in diversen Details ernüchternd erschien.
 
Eines der wirklich imposanten Aspekte des Weingutes war die sogenannte Weinbibliothek, welche in einem separaten Keller untergebracht wr, der beim Betreten auch wie eine überdimensional aufgeschlagene Büchewand vor einem stand.


Ebenso imposant und eicht überdiemnsioniert für uns als Gäste wirkte der Barriquekeller, der auch entsprechend fulminant illuminiert war.

Die Weine entsprachen einem guten Mittelmaß konnten uns aber auch hier in der gesamten Gruppe nicht wirklich überzeugen. Wir waren schlicht schon Besseres gewohnt.



 

Weinreise Ribera del Duero, der erste Tag

Es sollte mal wieder auf eine 4-tägige Weinreise auf die Iberische Halbinsel in das Gebiet Ribera del Duero gehen. Die Gruppe aus 7 Personen fand sich auf der Busreise vom Flughafen Madrid in die Region schnell zusammen und wir hatten auf diesem Weg in den Standort in der Region Ribera del Duero eine erste Verkostung auf dem Weingut Finca Villacreces.

Die Lage ist deswegen auch speziell, da es genau zwischen dem Fluß Duero und dem international sehr bekannten Weingut Vega Sicilia gelegen ist.
Das Weingut Finca Villacreces wurde erst 2008 gegründet und baut heute auf 64 ha seine Weine an. Insgesamt besitzt das Gut eine Fläche von heute 110 ha. Es werden gesamt ca. 500 Tsd. Flaschen pro Jahr produziert. 

Nach einem kleinen informativen Rundgang durch den Keller und diverse Räumlichkeiten konnten wir im Weinshop 3 der wesentlichen Weine des Weingutes verkosten.


Insbesondere der Negro aus 2011 konnte wirklich überzeugen. Ist allerdings mit seinen 135 € ab Hof auch der mit Abstand am teuerste Tropfen. Die beiden anderen Weine lagen bei ca. 15 – 25.-€
Diese Weinreise wurde veranstaltet von airtour Austria, mit denen ich in den letzten Jahren bereits recht viele solcher Weinreisen unternommen habe. Und auch in diesem Jahr hier in die Region Ribera del Duero war es ausgezeichnet organisiert.
Am Abend nach dem einchecken im Hotel ging es dann mit der ganz kleinen Gruppe in eine Tapas Bar in Aranda del Duero, wo wir uns köstlich an den kleinen Speisen und den in Spanien immer noch recht günstigen Weinpreisen in der Gastronomie laben konnten.



 

Bulgarien Weintour – der vierte Tag

An diesem vierten Tag in Bulgarien sollte es wieder zu zwei Weingütern für Verkostungen und einem Lunch auf dem Weingut gehen, und Abends konnten wir dann gemeinsam in einem kleinen Hotel bei einem Koch ein Fairwell Dinner besonderer Art erleben. Zwischendrin gab es dann noch einen kulturellen Teil, wi wir zu einer Ausgrabungstätte gefahren sind, wo zu Trojaner Zeiten die Menschen bereits Weine produziert haben und wohl auch genossen haben. Aber bleiben wir in der Jetztzeit und es folgt also die Beschreibung des ersten Weingutes auf Starosel.
Das Weingut Starosel ist eher eine große Hotel und Wellnessanlage, wo auf einem großen Gelände die Leute aus der Stadt sich erholen können, Wein genießen und es sich bei Speis- und Trank gut gehen lassen kann.

Das Weingut umfasst insgesamt 1200 ha Weinanbaufläche wo Rosé, Weißwein und Rotwein produziert wird. Aber in einer Ecke der Anlage steht auch eine kleine Brennerei, wo der spezielle Raki, welcher an vielen Orten des Landes produziert wird, gebrannt werden kann.

So beginnt also unser Rundgang durch das Weingut und die Anlage, welche wirklich groß ist und natürlich auch die entsprechende Kapazität für eine Anbaufläche von 1200 ha haben muß. Beim Betreten des Maischekellers mit seinen Edelstahltanks fällt uns gleich ins Auge, das in einer Ecke eine ganze Menge geschnittener Rebreisige liegen, wo wir gleich Nachfrage was es damit auf sich hat. Zunächst wir uns von unserer Begleitung aus dem Weingut erklärt, das es der Maischegärung beigefügt wird, um einen Geschmack abzugeben, was einige aus unserer Gruppe schlichtweg bezweifeln.

Trotzdem haken wir nochmals nach, bekommen aber trotzdem keine plausiblere Erklärung für die Lagerung dort im Keller. Manche aus der Gruppe vermuten, das dies ein guter Brennstoff für die offenen Kamine sei. Dann geht es weiter durch die Kelleranlagen und schließlich zu der Verkostung der Weine des Gutes Starosel.
 
Hier beweist sich Allerdings eine der lange sich bereits bestätigten Faustregeln, das auf den wirklich ganz großen Weingüter kaum eine große oder herausragende Weinqualität erzeugt wird. Wir verkosten also in den anfangs bunt illuminierten Kellergewölben einen weißen recht süßlichen Muscat, dann einen Chardonnay und einen Rosé aus Syrah. Bei den roten Traubensorten sind es Merlot aus 2016 und ein Cuvée aus CS 65% und Merlot 35% die ehrlich daherkommen, aber einen nicht vom Hocker reißen. Meine Bewertungen also zwischen 14 – 16 Punkte von 20.
  


Dann folgt der kulturelle Teil mit den Ausgrabungen und ein weiteres Weingut, welches auf den Namen Rumelia hört und wieder einmal von einem Textilfabrikanten, diesmal aus Bulgarien gegründet wurde und seit 2006 seine Weine produziert. Auf 55 ha werden die Weineangebaut, welche zu 95% aus der roten Traube gekeltert werden.

Zunächst geht es mal wieder durch die Kelleranlage und den Barriquekeller der insgesamt ebenso ordentlich wie sauber aussieht, was bei fast allen der Ort der Fall war, die wir in diesen Tagen besucht hatten.
  
In diesem Weingut wir aber nicht nur mit den klassischen französischen Barriques gearbeitet, sonder so ca. zur Hälfte kauft das Weingut seine Barriques auch in den USA, wo ja die Eichenhölzer wesentlich kräftiger vom gesamten Geschmacksprofil ausfallen. Bei den roten Trauben werden primär CS, Syrah und die landestypische Traube Mavrud angepflanzt und vinifizert. Dann geht es zur Verkostung wo wir 5 der Weine des Gutes ins Glas bekommen.

Wie auch im Foto zu sehen die Aufmachung sehr unterschiedlich, und mit unterschiedlichen Marken auf den Labels vermarktet. Wir verkosten also zunächst einen Rosé von CS aus 2017. Frisch und schön fruchtig mit angenehmer Note im Abgang, (16/20)
Dann folgt ein Syrah aus 2014 welcher eine feine dichte Nase aufweist. Was vordergründige Frucht mit weniger Tannieren und leichter Cassisnote. (15/20)
Dann folgt ein Mavrud, der aber komplett im Stahltank ausgebaut ist aus 2014. Hat was von CS in der Nase mit noch immer leicht vordergründigen Tanninen. Sehr schöne Frucht mit etwas flüchtigen Noten am Gaumen. (16/20)
Dann der Cuvée Erelia aus 2014 mit 40% Syrah, je 20% Mavrud, CS und Merlot. Kräftige amerikanische Eiche in der Nase. Kokosnuss und reichlich Tanninen versehen. Etwas astringierend am Gaumen, aber toller Frucht und einer vollen Struktur. (16,5/20)
Zum großen Abschluss ein Cuvée aus 2010 mit der Cuvetierung aus 50% Mavrud, 20% Merlot und 30% CS. In der Nase sehr reife schwarze Früchte. Feine und elegante Struktur am Gaumen mit wohl weiterhin Potential für noch einige Jahre der Reifung. Ganz erstaunliches Resultat für ein Weingut, welches erst 2006 begonnen hat. (17,5/20)


Am Abend geht es dann in Plovdiv auf ein Fairwell-Dinner, wo wir fast um die Ecke des Hotel in einen alten Stadtteil zu Fuß hingehen, wo ein bulgarischer Koch und Sommelier, Mitko Milev, der wohl viele Jahre in internationalen Küchen gearbeitet hat, sich ein kleines Hotel im Elternhaus aufgebaut hat und dort auch Gäste in der Erdgeschoss Weinbar bewirtet.

Der Name Roots war für mich sehr bezeichnend, denn dieser Mensch wollte wirklich mit seiner Küche und auch den ausgeschenkten Weinen wieder “back to the roots”.
Wir wurden herzlich empfangen und es sollte auch ein recht angenehmer und vielseitiger Abend mit guten Gesprächen, bei guten Weinen und passendem Essen dazu werden.
Zur Begrüßung beginnt es mit einem Chardonnay aus dem Barrique (ohne Foto)
Dann folgt ein frisch gebackenes Brot auf den Tisch mit einigen Tappenden, welche von ganz feiner Art sind.

Dann folgen 2 Weißweine aus dem Weingut Varna. Ein Riesling und ein grüner Veltliner aus 2016. Insbesondere der Riesling ist von feiner Qualität und paßt auch ganz gut zu den würzigen Tapenaden.

Zwischendrin dann nochmals eine Vorspeisenplatte mit Weinblättern, woran sich eine mittelgroße Diskussion über die Machart derselben entzündet, denn diese waren von ausgesprochen feiner Qualität, saftig, feinschmeckend, fast elegant und nicht so dick von der Blätterstruktur. Die Erklärung war, das es sich um recht junge Weinblätter handelt, die dann aber kurz vor der Füllung blanchiert. werden, um nicht zu bitter zu schmecken.

Dann kommt das Hauptgericht bestehend aus einem Lammschulterstück im Schweinenetz eingewickelt mit einigen Gemüsen dazu. Lange gegart und recht fein schmeckend. Dazu gab es eine Petit Verdot, wo ich leider kein Foto gemacht habe.



 

Bulgarien Weintour – der dritte Tag

An diesem wettertechnisch recht angenehmen Tag im Juli sollten wir folgende Stationen von Plovdiv aus anfahren.
Zunächst ging es nach einer einstündigen Fahrt auf das Weingut Enira im Bessa Valley.
Dann folgte das Weingut Villa Yustina mit einem lunch zu den Weinen, und anschließen war ein kleiner kultureller Teil eingebaut, wo wir ein Kloster Namen Bachkovo besuchen konnten. Am Abend in Plovdiv zurückgekehrt trieb es mich in die Stadt, wo bei mir ein kleines libanesisches Restaurant mit Namen Mayriges auf der “Speisekarte” stand und anschließend trieb es mich dann noch in eine Weinbar namens “Glass of Wine” wo der Inhaber ausgerechnet der Weinmacher auf dem Weingut Enira in den Jahren 2001 bis 2009 war.
Los geht es also an diesem Tage mit dem Weingut Enira im Bessa Valley, welches heute auf ca. 140 ha Wein anbaut und ca. 500 Tod. Flaschen produziert. Zunächst wurden in den Anfangsjahren primär Rotweinsorten wie Merlot, Petit Verdot, Cabernet Sauvignon und Syrah angepflanzt, wobei heut langsam dazu übergegangen wird auch weiße Sorten wie Marianne, Roussanne und Viognier zu kultivieren.

Wir starten mit einer kleinen Kellerführung, welche mit den weiteren Gebäuden erst so um das Jahr 2006 fertiggestellt wurden. Und verwunderlich wurde uns gezeigt, das hier ausschließlich mit Betontanks für die Maischevergärung gearbeitet wird. Wobei bei Nachfragen auch klar wurde, das die zukünftigen weißen Sorten sicher im Wesentlichen im Edelstahl ausgebaut werden.

Dann geht es zur Verkostung direkt in den Barrique-Keller wo bereits die Weinmacherin, die auch uns durch das Weingut führte, einen Tisch aufgebaut hatte mit den akurat aufgebauten 6 Flaschen für die folgende Verkostung.

Die Reihe reichte hier also von einem Rosé über 4 diverse Cuvées bis zum Spitzenwein des Weingutes dem BV aus 2013 der aus 4 Trauben gekeltert wird.
 
Die Gruppe bei der Verkostung der Enira Weine.

Hier eine kleine Kurzbeschreibung der diversen Tropfen:
Rosé aus PV 64% und Syrah mit 36%. Frisch, fein und nicht zu aufdringliche Frucht. (15,5/20)
Der Petit Enira aus 2015 mit einer sehr kräftigen Nase, dunklen Noten von Cassis und Beeren. Am Gaumen sehr intensiv und rund mit einer feinen und weichen Struktur. (16,5/20)
Duo Enira besteht aus Syrah und Merlot. Leichtes Holz in der Nase und sehr fruchtig. Schöner Fruchtanteil am Gaumen und dichte volle Struktur. (16,5/20)
Der Zweitwein von Enira aus 2014 beinhaltet alle 4 wesentlichen roten Traubensorten und wirkt insgesamt recht ausgewogen und rund mit feiner Struktur. (16/20)
Dann folgt der Reserve von Enira aus dem Jahr 2007 mit 66% Merlot, 14%Syrah, PV und CS. Sehr schöne Frucht und langer Abgang. Sehr runde Frucht mit feiner Säure und super Struktur. (17/20)
Das große Finale folgt mit dem Grand Cuvée aus 2013 mit ebenso den 4 roten Traubensorten des Weingutes. Eine schon recht typische Bordeaux Nase. Sehr fruchtig aber noch frisch und jung mit toller Frucht. (17,5-18/20)


Dann geht es zur Lunchtime auf das Weingut Villa Yustina, welches von einer Firma gegründet wurde, welche in Bulgarien die kleinen und großen Edelstahlbehälter für Weingüter und andere Betriebe herstellt. Somit war in diesem Weingut auch zu sehen, das hier demonstrativ und explizit von relativ kleinen Behältern bis hin zu ganz großen Edelstahlbehältern im Weingut die gesamte Range der Möglichkeiten gezeigt wurde. Villa Yustina baut auf ca. 46 ha seinen Wein an und kommt auf eine Produktion von ca. 150 Tsd. Flaschen pro Jahr.
 
Nach einem ersten Kellerrundgang ging es direkt zum Mittagessen, wozu wir dann auch die diversen Weine dieses Weingutes verkosten durften.
 
Der Mittagstisch überraschte alle am Tisch insbesondere in der Hauptspeise mit einer kompletten Bachforelle oder Saibling, der sehr fein gebraten auf den Teller mit etwas Reis kam. Vorher gab es einen kleinen Tomatensalat von sehr gut schmackhaften Früchten mit ein wenig Pesto.
  
Die Weinrange zum Essen bestand aus 5 Weinen, welche allerdings in der Einzelbewertung diesmal nicht so herausragend sein sollten wie z. B. in den Weingütern vorher bei Enira oder auch bei Zagreus am Tag zuvor.

Zum Abschluss an diesem Ort und in diesem Weingut ging es noch mit dem Kleinbus auf einen benachbarten Hügel, wo das Weingut einen Platz hat, wo es einen sehr schönen Ausblick auf die umliegenden Hügel, Weinberge und Ortschaften hat.


Aber damit war längst nicht Schluss an diesem Tage mit den diversen Erkundungen im Lande Bulgarien, denn es sollte hier eine kleine kulturelle Einschiebung geben, indem wir auf ein Kloster fahren konnten, welches mit seinen vielen Malereien besichtigt werden kann.
  
Hier also nur 2 kleine Fotobeispiele der Aussenanlagen.


Der Abend war dann zur freien Verfügung und es trieb mich in die Stadt, wo ich ein kleines libanesisches Lokal namens Mayriges  aufsuchte. Und was bestellt man sich bei einem orientalischen Lokal, zunächst einmal ein Humus als Vorspeise, welches dann auch entsprechend mit fein gebackenem sehr dünnem aber nicht trockenem Brot serviert wurde.

Schön dekoriert mit etwas Paprika und Olivenöl, sowie ganzen Kichererbsen in der Mitte als feste Komponente in der Schale, welche allerdings von der Menge, was schon auf der Speisekarte ausgewiesen war, einfach zu groß war. Als Hauptgang hatte ich mit dann ein Geflügelteil bestellt, welches zwar nicht so wirklich typisch libanesisch war, aber mit seinen hinzugefügten mitgetragenen Kräutern recht fein auf den Teller kam.

Dazu gab es einen Chardonnay von Zagreus, wo wir am Vortag ja bereits waren.


Das Highlight des Abends sollte allerdings der Besuch einer Weinbar nach dem libanesischen Lokal sein, welches nur 2 Ecken weiter in einer verkehrsberuhigten Strasse lag, wo dort gegen später so richtig der Bär abging mit Strassenmusik und vielen Leuten. Die Weinbar hörte schlicht auf den Namen “Glass of Wine” und wie sich später im Gespräch herausstellte von einem ehemaligen Weinmacher des Weingutes Enira betrieben wird. Die Person war von 2003 bis 2009 auf Enira Weinmacher und hat die ganzen Anfangszeiten der Entstehung auf Enira mitgemacht. Heute macht er seinen eigenen Wein, wobei er wohl, so wie mir später berichtet wurde, primär seine Trauben bei anderen Winzern einkauft und diese dann zu seinen Zwecken keltert und abfüllt. Verkosten konnte ich, da wohl an diesem Abend der erste Gast, zunächst einen Rosé und später einen roten der sehr intensiv und kräftig war. Elegant gemacht, kann aber nicht mehr sagen, welche Trauben darin verarbeitet waren. Zum Schluß wollte er dann nicht einmal etwas kassieren, für seine 2 ausgeschenkten Weine, da unser Gespräch wohl doch recht attraktiv für ihn mal wieder mit einem Gast war. Ich ließ ihm trotzdem ca. 5.-€ auf dem Tresen liegen.