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Chardonnay aus Deutschland, Verkostung mit Florian Hopf

Die Verkostung wurde organisiert von der Vereinigung Culinarium Bavaricum und der Unterorganisation MOD (Modernist Winzer) welche eine Gruppe von meist jungen Winzern ist die sich insbesondere auch wie hier fachlich auseinandersetzen.

Zum Thema Chardonnay gab es vom Referenten Florian Hopf eine recht ausführliche Einführung die aufzeigte, das gerade die Traube Chardonnay einen interessanten Aufschwung in den letzten Jahren genommen hat. Das betrifft nicht nur die weltweit erweiterte Anbaufläche, heute so ca. 212 Tsd. ha. in 41 Ländern, sonder auch die Preisentwicklung insbesondere in Deutschland aber auch auf dem internationalen Markt.

Die Traube Chardonnay wurde erst im Jahr 1991 in Deutschland als offizielle Rebe im Anbau und der Vermarktung zugelassen und hat inzwischen eine Fläche von 3000 ha (2024) erreicht.

Nach einem kleinen Imbiss der für die ca. 20 Teilnehmer vorbereitet war ging es zur Blindverkostung mit jeweils 2 Flaschen pro flight. Und dazu hatte Herr Hopf jeweils eine Frage zu jedem flight vorbereitet. So zeigte Herr Hopf auch in der Einführung folgendes Bild, welches natürlich ein Rebenblatt einer Chardonnay Pflanze repräsentierte.

Dann ging es zu der Verkostung, welche insgesamt mit 10 flights à 2 Flaschen bestritten wurde. Nochmals festzuhalten, alle Weine aus Deutschland und den unterschiedlichen Anbaugebieten.

Flight 1:

Weingut Krebs-Grode – leichter Feuerstein bei mittlerer Nase und breiter Geschmacksnote (16)

Weingut Au Terroir – mit dem Ch. 58° der sich mit einer dichten tiefen Nase zeigte und recht fruchtig wirkte. (16)

Flight 2:

Weingut Trautwein – eine leicht frische Note in der Nase, leicht buttrig und dicht mit burgundischer Note. (17)

Weingut Chat Sauvage – mit leicht exotischen Noten in der Nase und etwas spitzen Fruchtnoten. Kräftig breite Note (16,5)

Flight 3:

Weingut Dambach, Kirchenstück – Nase Naturwein, was täuschte, denn der Wein wurde in 100% Neuholz ausgebaut. Für mich ein wunderbarer Essensbegleiter. (16,5)

Weingut Österreicher – Volle Frucht, vom Geschmack aber mehr Holz als der vorherige. Dichte Säure. (16)

Flight 4:

Weingut J. Neuss, Schloßberg 2022 – Sehr rund und geschmacklich burgundische Note. Würzig und frisch (17,5)

Weingut J. Neuss, Schlossberg 2023 – Fast schon eine Fehlnote in der Nase, leicht agressive ausgeprägte Säure mit wenig Frucht. Hier konnte in diesem Flight nun verkostet werden, wie sich der Wein aus 2023 eventuell innerhalb eines Jahres entwickeln würde. Ich hätte da meine Zweifel. (14,5)

Flight 5:

Weingut Jürgen Hofmann, Steinberg – Sehr feine Frucht bei ausgereifter Stilistik. Geht in Richtung SB. Mehr Frische und Dichte bei schönem Trinkfluss. (16)

Weingut Leon Gold, Steingrüble – Feine Frucht in der Nase, mit typischer Note einer kalten Region. Etwas hervorstechender Alkohol mit fetter Frische. (17)

Flight 6:

Weingut Seckinger, Kapellenberg – Sehr heller Gaumen mit feiner Frucht und langem Abgang. Recht breite Note von Aprikosen. (16)

Weingut Seckinger, Linse, Landwein – Etwas verhalten am Gaumen, Frucht im Abgang. (16,5)

Flight 7

Weingut Lorenz Ritter – Super Nase mit feiner Eleganz. Volle komplexer Note und einer feinen Ziselierung. (17,5)

Weingut B. Huber, alte Reben – Gute Säure und dicht am Gaumen, Leichte Spitzen in der Säure und einer hellen Frische, herausfordernd. (16)

Flight 8:

Weingut Frank John – Mittlere Note bei sehr opulenter dichter Note, Bergpfirsich mit Aprikosen und fruchtiger Nase. (17,5)

Weingut Karsten Peter – Dichte Säure, wohl reduktiv ausgebaut. Vordergründiger Druck am Gaumen mit sehr verhaltenem Abgang. (15,5)

Flight 9:

Weingut Cornelia Saalwächter – Sehr feine Stilistik! Mittlere Frucht bei feiner Säure, Lichies, Landwein! (17+)

Weingut Ziereisen, Jaspis – Verhaltene Nase mit feiner Frucht am Gaumen. (Amarone Presse) (16)

Flight 10:

Weingut Fürst – Sehr geschmeidig und rund ausgebaut. Super feine Ziselierung und äußerst komplex mit langem Abgang. (17,5) (Kostet aber heute auch schon ca. 80€)

Weingut Jülg – (leider nicht auf dem Foto) Tolle Nase mit frischer Frucht, leicht grün, weniger Dichte, vermutete junge Reben was aber nicht stimmte. (16,5)

Das waren dann so gesamt 20 Chardonnay die wir verkosten durften und insgesamt in einer hochkarätigen Winzergruppe auch sehr genossen habe. Der Seminarleiter Herr Hopf trug ebenso zur Abrundung des Infopaketes bei wie die fachlichen Kommentare der weiteren Teilnehmer.