Thema Wein auf Briefmarken

Zunächst einmal muß ich wohl erklären, warum ich ausgerechnet das Thema Wein auf Briefmarken hier einmal abhandeln will. Zunächst bin ich ja erklärtermaßen ein “Wein-Verrückter”, der sich mit allen Facetten des Wein beschäftigt, und weiterhin bin ich seit meiner Jugendzeit auch Briefmarkensammler, was sich in so einer speziellen Zeit wie dem Corona lockdown als ein wenig hilfreich erwiesen hat. So habe ich in den letzten Wochen in meiner Briefmarkensammlung eine ganze Reihe an Briefmarken entdeckt, die sich mit dem Thema Wein beschäftigen. Außer den dann hier gezeigten gibt es zwar noch eine ganze Reihe mehr solcher bildlicher Darstellungen, jedoch befinden sich diese bisher nicht in meiner Sammlung. Also folgen hier jetzt diejenigen die ich aus meiner Sammlung herausgesucht habe und ein paar Stichworte dazu aus den Katalogen herausgesucht habe. Beginnen will ich mit dem Weinbauland Deutschland, welches ich chronologisch von alt zu neueren Datums darstellen will. Es beginnt mit der

DDR

Diese 15 Pfennig Marke aus 1974 stellt eine Weinprobe im Hofkeller dar, welche im Schloßmuseum Arnstadt ausgestellt ist und das Puppenhaus Monplaisir darstellt.

Entwurf: Gottschall


Deutschland

Diese erste Marke aus dem Bereich der Deutschen Bundespost kam 1958 als eine von vier Wohlfahrtsmarken an den Schalter zum Oberthema Landwirtschaft. Hier also genauer gesagt der Weinbau mit der Darstellung einer Winzerin mit einer Weinrebe. Der Wert von 20 Pf. plus 10 entsprach 1958 dem Standardbrief, wobei die 10 Pf. als zusätzliche Abgabe an die Wohlfahrtsverbände ging. Diese Art von speziellen Briefmarkenserien gibt es heute noch, welche 1-2 mal im Jahr auf den Markt kommen.

Entwurf: Meerwald


Auf dieser 50 Pf. Marke der Deutschen Bundespost aus 1980 wird das Thema Zwei Jahrtausende Weinbau in Mitteleurope in drei Szenen behandelt. Ganz links die Situation im Weinberg, wo der Weinbauer wohl zwischen den Rebenreihen sein Unkraut jätet. In der Mitte die Verarbeitung der Trauben im Keller, was ich selber auch noch heute so in Spanien live erlebt habe. Ganz rechts dann die weitere Verarbeitung des Rebensaftes in den Holzfässern und der Winzer versucht ein erstes Glas aus den Fässern. Die Darstellung ist ein Holzschnitt aus dem “Rucelia commoda” (1309) von Petrus de Crescentus um 1230 bis ca. 1310 aus Italien, Schriftsteller.

Entwurf: Poell

Dann folgt in Deutschland eine Marke aus dem Jahr 1990 zum Rieslinganbau. 500 Jahre Rieslinganbau als Thema, wo in der gestalterischen Umsetzung eine Rieslingrebe so dargestellt wird, das sich diese in Form des “R” um die Rebstangen windet. Was mich persönlich hier an der Darstellung allerdings stört ist die Darstellung der Trauben, die weder einer Rieslingtraube entsprechen, noch werden die Farben in so gleichmäßiger Form dem gerecht, wie die Rieslingtrauben am Stock hängen. Die Marke kam 1990 in den Handel und hatte den Wert von 100 Pfennig.

Entwurf: Kößlinger

Als neueste Ausgabe zum Thema Wein kam dann in 2017 eine Marke mit dem Titel Weinbau in Deutschland auf den Markt. Der Wert sind hier 70 cent, welcher in 2017 die Frankierung für den Standardbrief war. Wie hier zu sehen habe ich also diese Marke mit einem Stück Rand in der Sammlung, wo diverse Rebsorten aus Deutschland zu lesen sind wie Trollinger, Müller-Thurgau, Spätburgunder, Blauer Portugieser etc. Die Darstellung der Marke zeigt also eine rote Traube, welche nicht näher bezeichnet ist, jedoch bei näherem Hinsehen, kann man die Silhouette der Deutschen Landkarte aus dem Jahr entdecken.

Entwurf: Erdmann


Lettland

Bei Lettland wird sich so mancher Leser fragen, wie kommt denn dieser Staat in Verbindung mit Weinbau? Selbst in solchen nördlichen Gebieten werden heutzutage wieder vermehrt auch einigermaßen erfolgreich gute Trauben für Wein angebaut, jedoch heute weniger rote, sondern eher weiße Sorten. Die Ortschaft Sabile in Lettland trägt also eine Weintraube im Stadtwappen, wo die Briefmarke aus dem Jahr 2007 stammt.

Entwurf: unbekannt


Ungarn

Aus Ungarn habe ich zwei ganz unterschiedliche Marken bei mir in der Sammlung entdeckt. Die erste aus dem Jahr 1959 zeigt eine Szene eines Winzern vor dem Plattensee und einem Weinberg der den Wert 40 forint darstellt. Die Situation wird im Katalog nicht weiter erklärt.

Entwurf: Tibor Göncz

Diese zweite Marke aus Ungarn stell einer der wirklich interessanten Traubensorte dar, die heute im Weinbau in verschiedensten Regionen der Welt angebaut wird. Cabernet Franc wird hier mit dem Zusatz E.11 beschrieben, was ich nur vermuten kann, wohl einer der Klone, welche in Ungarn angebaut werden bezeichnet wird. Die ungarische Bezeichnung steht darüber. Diese Marke stammt aus 1990.

Entwurf: unbekannt


Frankreich

Diese Marke aus Frankreich stammt aus einem Block der 2004 in Frankreich ausgegeben wurde und mit dem Titel “Les Vignobles du Beaujolais” eine Gammas Traube wohl darstellt, woraus der Beaujolais hergestellt wird. Die 50 cent Marke ist nur ein Beispiel aus diversen anderen die zum Thema “La France à vivre” auf diesem Block dargestellt werden. Zu deutsch und im Katalog wird der Block als Aspekte der Regionen bezeichnet.

Entwurf: unbekannt


San Marino

Das Thema dieser Markenserie ist recht profan mit Früchte benannt. Zu sehen ist wohl eine Silhouette von San Marino mit den überschwelgenden Trauben in zwei Farben im Vordergrund. Der Titel der Marke im Katalog, Weintrauben, welche lateinisch vitis vinifera lautet.

Entwurf: unbekannt


Schweiz

Diese Marke aus der Schweiz ist 1979 in einer der Serien von Pro Juventute herausgekommen. Dargestellt ist wohl auch hier ein Stadtwappen aus der Stadt Perroy aus der Schweiz, so ähnlich wie auf der lettischen Marke von Sabile. Und sicher ist auch hier diese Stadt in der Schweiz eine Weinbauortschaft, die sich in der Schweiz sicher nicht als einzigste so darstellen kann.

Entwurf: Gastone Cambin


Süd-Afrika

Diese 2,5 cent Briefmarke aus Südafrika zeigt eines der Hauptgebäude des Weingutes Groos Constantia welches ganz in der Nähe von Kapstadt liegt und wo ich selber auch schon im Jahre 2015 besucht habe. Die Marke stammt aus dem Jahr 1961 und ist interessanterweise noch in zweisprachiger Ausführung bedruckt, also ebenso noch zur Zeit der Apartheid herausgekommen. Da diese Marke in 2 farbiger Gestaltung ausgeführt wurde, ist der schön zu sehen, wie so eine zweite Druckfarbe auch mal kräftig neben den eigentlich vorgesehenen Stellen auf den Briefmarkenbogen gedruckt wurde. Die Farbe grün, welche für die Fensteröffnungen und das Weinblatt vorgesehen waren sind deutlich nach rechts versetzt. Hier noch zwei weitere Fotos von Groot Constantia aus 2015 von meinem Besuch dort.

Entwurf: unbekannt

Schließlich bin ich 2018 ein weiteres Mal in Südafrika auf einer Weinreise gewesen, welche mindestens genauso interessant war wie die erste Reise, denn ich habe 2018 einige weitere Weingüter besucht und hatte auch die Möglichkeit mich in der Region Kapstadt noch weiter umzusehen. Im Jahr 2017 brachte dann die Südafrikanisch Post einen Briefmarkenblock zum Weismachen in Südafrika heraus der mit 5 Marken bestückt ist. die ich weiter unten kurz beschreiben werde.

Von oben Mitte im Uhrzeigersinn zeigen die Marken folgende Situationen:

  • Groot Constantia Wines. Duke of Northumberland 1791 and Grand Constantin 1821.
  • South African Pinotage. First bottled vintage Lanzerac Wines 1959.
  • Weinlandschaft in Südafrika
  • Weinernte
  • Barrique-Fässer im Keller

Dieser Briefmarkenblock ist eines der sogenannten modernen Beispiele aus der Briefmarkenproduktion, denn die einzelnen Marken sind nicht mehr im Papier mit einer Zähnung ausgestanzt, so das man diese entsprechen heraustrennen könnte, sondern das Papier der Marken sind auf einer Trägerfolie aufgebracht, wo ie Marken selber nur durch Ihr Papier ausgestanzt sind, und so die Marken entsprechend abgezogen werden können und durch die Klebebeschichtung auf der Rückseite auf einen Brief geklebt werden können.

Zur zweiten Marke wäre noch eine kleine Erklärung nachzuliefern, dem South African Pinotage. Diese Rebsorte ist eine Kreuzung bzw. Neuzüchtung aus Stellenbosch wo in den 20er Jahren des 20 Jhrd. ein Abraham Isak Perold die Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder) und Cinsault (in SA auch Hermitage genannt) so kreuzte, das daraus der Pinotage entstand. Die zwei Reben gaben also hier den zusammengesetzten Namen vor: “Pinot” – und “age” von Hermitage. Pinotage wird heute noch recht erfolgreich in Südafrika angebaut, wurde aber in den letzten 20-30 Jahren auch hier rechts stark von anderen internationalen Sorten verdrängt.

Soweit also eine kleine Revue aus der Welt des Weines in Verbindung mit den kleinen Papierschnitzeln, welche millionenhaft durch die Welt kursieren und leider zu oft wenig Beachtung finden, obwohl sie eine Menge interessanter Geschichten erzählen können.


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