Australien, der elfte und letzte Tag meiner Weinreise auf der Südhalbkugel

Der elfte und letzte Tag meiner Weinverkostungen in der „Neuen Welt“ was so gesehen gar nicht so falsch ist, denn auch hier in der Gegend um Melbourne wird erst seit gut 30-40 Jahren Wein angebaut. An diesem Tage sollte es in die Region Mornington Peninsula gehen, die ca. südlich von Melbourne auf einer großen Halbinsel gelegen zwischen dem Südpolarmeer und der Bucht von Melbourne liegt. Diese Tagestour machte ich mit einem anderen Veranstalter, was auch recht gut war, denn der mit dem ich im Yarra Valley war, konnte mich von seiner Organisation her nicht überzeugen. Dafür umso mehr der Tourveranstalter mit Namen vinetrekker, welcher in drei Weinregionen um Melbourne Tagestouren veranstaltet, und auch mehrtägige Touren in 4 weitere Gebiete um Melbourne. Wir sollten an diesem Tag 3 Weingüter, einen Chocolatier und zum lunch einen General Wine Store mit recht guter Küche besuchen. Da die Weingüter nicht so direkt an die Stadt angrenzen, geht die Tour erst einmal in einem Kleinbus für ca. 1 Stunde in den Süden Richtung Küste und in die Region Mornington Pensinsula. Losgehen sollte es mit einem sehr interessanten Weingut, Familienbetrieb, der gerade einige Tage zuvor in der amerikanischen Weinzeitschrift Decanter den 2. Platz mit seinem besten Pinot Noir belegt hatte. Den ersten Pltz hatte der Deutsche Jan Stodden belegt. Die Verkostung beim Decanter bezog sich auf alle Pinots außerhalb des Burgund.

Nun zu der Verkostung bei Moorooduc Estate im Einzelnen:

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Wir konnten insgesamt 4 weiße und 5 rote Weine verkosten. Die weißen sollten in diesem Falle alle beim Chardonnay bleiben, welche ich insgesamt als sehr gelungen bewerten konnte. Meine Bewertungen von 16-17+/20.

Moorooduc_Estate_Verk
Dann aber zu den Pinot Noir und einem Syrah zum Schluss, welche wirklich von ausgezeichneter Finesse und Eleganz strahlten. Die Pinots insgesamt eine sehr komplexe Angelegenheit, wobei die Eleganz nicht fehlte. Wir konnten noch den ausgezeichneten Pinot Noir als wohl einer der Letzten mit verkosten, und er sollte meine Bewertung folgendermaßen erhalten.

Pinot Noir Garden Vineyard 2013. Super Nase mit feinen Noten, sehr schöne komplexe Noten, super lange Struktur mit dunklen Beeren, sehr feiner Abgang und elegantes Fruchtspiel am Gaumen. (18-19/20)

Moorooduc_Estate_Verk_2
Der Syrah aus 2013. Die Nase mit einem salzigen Ansatz und einem Geschmack welcher an Salicorne erinnerte. Rund ausgewogen, sehr gut eingebundene Tannine mit Apfelnoten. (17+/20)


 

Als nächstes ging die Fahrt zu Yabby Lake, welche auch noch ein zweites Weingut namen Heathcote Estate betreibt. Ein modern eingerichteter Betrieb mit gleich zum Verkostungsraum anschließendem Restaurant. Insgesamt werden ca 100 Acres angebaut und unter ganz unterschiedlichen labels vermarktet. Wir konnten hier 3 weiße und 2 rote Sorten verkosten.

Yabby_Lake_Winery_Verk
Bei den weißen gab es erst einmal einen Sparkling Wine, einen Pinot Gris und dann einen Chardonnay, der für mich einen Fehler hatte. Rote Sorten wie üblich Pinot und Syrah die beide aus 2014 recht gut wirkten in Ihrer Struktur und Komplexität.

Yabby_Lake_Winery_Lagen


Schließlich ging es vor dem Mittagessen in einem Wine Store noch zu einem kleinen Weingut namens Quealy Winery, wo wir einen bunten Reigen sehr unterschiedlicher Traubensorten verkosten durften. Die Weinmacherin auf diesem Weingut ist zugleich auch Master of Wine und experimentiert wohl gerne mit Trauben, Vergärungen, aber auch Gebinden, was die 3 großen Tongefäße im Keller belegten. Die verkosteten Wein sollten sich wie folgt darstellen.

Quealy_Winery_Schild
Es begann mit einem Sparkling Wine aus der Traubensorte Muscat de Alexandre. Die Nase wie ein Gewürztraminer, aber am Gaumen dann recht würzig und trocken.

Quealy_Winery_Tongefaesse
Dann gab es einen weißen Cuvée aus Ch, PG, Riesling, Muscat und Friolani. Sehr feine frische Note und trockener Gaumen mit schöner Säure und guter langer Frucht (16+/20).

Als nächstes ein Pinot Gris mit sehr feiner Nase, und guter Säure am Gaumen. Die lange große Dichte und schöner Struktur zeigt sich bei hoher Komplexität am Gaumen und im Abgang (17+/20). Ein weiterer Pinot Gris wurde von mir noch besser bewertet.

Dann ging es zu den roten Sorten.

Quealy_Winery_Maische_1
Quealy_Winery_Maische

Ein erster Pinot Noir mit leichter Nase, und frischer Frucht zeigt eine sehr schöne komplexe Note am Gaumen (16+/20)

Dann gibt es einen Nebbiolo der mit seiner sehr kräftigen Nase eine sehr kräftige Präsenz zeigt und eine ausgewogene schöne Traubenreife zeigt. (17/20)

Dann gibt es einen Rosé von rotem Muskateller. In der Nase eine feine Rosennote mit schönen süßlichen Fruchtnoten am Gaumen (16+/20)

Zum Abschluß ein süß ausgebauter weißer Muskateller der als „late harvest“ aus 2011 stammte. Etwas verhaltene Nase, komplexe Frische mit nicht zu süßen Noten im Abgang. Ordentlich gemacht, aber kein Highlight.

Zum Mittagessen ging es in den Merricks General Wine Store, der ein relativ großes Restaurant in seinen Räumen integriert hatte, wo wir als Gruppe von 8 Personen an einem reservierten Tisch Platz nehmen konnten. Leider dauerte der Service mal wieder sehr lange, auch wenn die Qualität der Speisen recht gut war.

Merricks_Gen_Store_weinglas
Merricks_Gen_Store_Konf_Ente

Und ganz zum Abschluss des Tages ging es noch zu einem Chocolatier, der in einer kleinen Ortschaft sich wirklich mit der Materie wohl intensivst beschäftigt hat, denn er konnte uns genau erklären, warum er welche Schokoladen-Grundmassen wählte und diese für seine Pralinenproduktion verwendet.

Und wie auch bei einem wirklich guten Menü gab es zum allerletzten Schlußpunkt eine Käseverkostung besonderer Art. Ganz nach meinem Geschmack, ohne viel Firlefanz außen herum, nur ein paar kleinen Kräckern dazu gab es einige Käse aus eigener Produktion in der Region Mornington-Peninsula. Das Foto kann für sich sprechen, und die Käsen stammten von Kuh, Schaf und Ziegen.
Kästeller_Verkostung


 

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