Australien Yarra Valley, der neunte Tag

Der neunte Tag meiner Weinverkostungen auf der Südhalbkugel in Australien hatte ich mir wirklich anders vorgestellt.  Die Weintour in das Yarra Valley hatte ich bereits aus Deutschland aus gebucht, was natürlich auch immer ein kleines Risiko ist, wo ich allerdings in Neuseeland sehr gut damit gefahren bin. Hier in Melbourne sollte das fast zum reinen Fiasko ausarten.

5 Personen in einem Kleinbus, morgens um 9 Uhr abgeholt im Hotel ließ sich ja schon mal ganz gut an. Die Fahrt ging dann von Melbourne aus über mehr als eine Stunde in das Gebiet des Yarra Valley, wobei immer mehr Schilder der Weingüter an uns vorbeizogen, und wir keinen Halt machen sollten. Bevor wir an einen kleinen Park kamen, wo die Fahrerin und wohl auch Tourleiterin uns auslud und mit einer Kiste voll Utensilien erst einmal zu einem Kaffee oder Tee einlud. Ich lehnte erstmal geflissentlich ab, da ich ja wohl auf Wein und nicht auf Kaffee oder Tee eingestellt war. Nach einer Viertelstunde wurde dann der erste Takt wieder eingepackt und es ging auf der gleichen Straße wieder zurück zu einem Weingut namens Chandon, welche hauptsächlich Perlwein herstellen. Erklärungen unserer Tourleiterin  – Fehlanzeige. Wir wurden in einen großen Verkostungsrsaum geführt, wo bereits 5 Sektgläser bereitstanden, und der junge Herr hinter dem Tresen anfing uns die 5 verschiedenen Sorten der Perlweine des Betriebes von Chandon zu erklären. Ich schrieb auf die Schnelle nit, aber wurde bei Nachfrage auch nicht wirklich berücksichtigt, obwohl ich erwartete, das wir jetzt jeder die 5 Sorten verkosten sollten. Mitnichten. Jeder bekam ein Glas voll eingeschenkt und durfte sich dann auf der Terrasse niederlassen. Bei Nachfrage meinerseits an die Tourleiterin später hieß es lapidar, die weitere Verkostung sei nicht vorgesehen, da diese ja wohl auch etwas kosten würde. (Die Tour hatte allerdings bereits 175 NZ $ gekostet). Und auch ein Wasser im Auto sollte bereits weitere 2 NZ$ kosten, wenn auch zu einem guten Zweck gespendet! Ich will jetzt aber nicht über weitere solche Katastrophen berichten, sonder schlicht auf 2 der Tagesverkostungen eingehen, die einigermaßen, bzw. auch recht gut sich anließen.

Die eine Verkostung der beiden akzeptablen war direkt anschließend bei Oakridge, und die Andere bei einem recht jungen Weingut namens Soumah Winery.

Oakriddge_Logo

Oakridge ist ein etwas größeres Weingut, welches auch in vielen Geschäften und Restaurants in Melbourne präsent ist. Ich hatte mir zufällig am ersten Abend in einem Weinladen genau von Oakridge einen Chardonnay besorgt, der auch noch nach 3 Tagen im Kühlschrank ganz ordentlich schmeckte. Zur Verkostung bekamen wir bei Oakridge 3 weiße, und 4 rote Tropfen zu verkosten. Das interessante dabei, das bei den weißen ein Arneis dabei sein sollte, der mit einer würzigen Frische und recht fruchtiger Nase daherkam. Bei den roten konnte mich insbesondere der Shiraz überzeugen, der mit einer dichten tiefen Nase, leicht grünen Noten, mittlerer Süße und einem langen Nchgang am Gaumen etwas nach Schokolade, und auch Kakao schmeckte.

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Dann zum Weingut Soumah Winery.

Hier sollten wir 4 weiße Sorten, einen Rosé, und 2 rote Sorten verkosten dürfen. Weitere Sonderheit am Schluß ein sehr frischer und leicht daherkommender Brachetto, der mit seinen 12Vol.% alc. recht leicht daherkam, und bei Nachfrage, mit der Absenkung der Temperatur im Gärprozess gestoppt wurde.

Soumah_Wines_Verk

Die Besitzer dieses Weingutes haben erst vor ca. 7 Jahren mit der tatsächlichen Produktion Ihrer Weine selber begonnen, wobei erzählt wurde, das sie vorher die Trauben hauptsächlich weiterverkauft haben.

Soumah_Wines_Verk_Regal

Bei den weißen Sorten war ein schön strukturierter Traminer dabei, der für mich als Traube hier in Australien komplett neu war. Bei den roten konnte insbesondere der Syrah aus 2014 sehr gut überzeugen. 18 Mon. im Barrique, bei 40% Neuanteil. Sehr dunkle Farbe,  tiefe dunkle Note, Cassisnoten, und dichter dunkler Abgang mit längerem Anklang. (17/20)

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Fergusson_Yarra_Valley_CS_Flasche   De_Bortoli_Verk_2

Dann waren wir noch auf den Weingütern Fergusson, und De Bortoli, wo für meine Begriffe die Weine ordentlich gemacht waren, aber keine Highlight zu erkennen waren.


Der finale Besuch in einer Schokolaterie passte dann nur noch wie die Faust aufs Auge. Ostereier ließen grüßen.