Bulgarien Weintour – der vierte Tag

An diesem vierten Tag in Bulgarien sollte es wieder zu zwei Weingütern für Verkostungen und einem Lunch auf dem Weingut gehen, und Abends konnten wir dann gemeinsam in einem kleinen Hotel bei einem Koch ein Fairwell Dinner besonderer Art erleben. Zwischendrin gab es dann noch einen kulturellen Teil, wi wir zu einer Ausgrabungstätte gefahren sind, wo zu Trojaner Zeiten die Menschen bereits Weine produziert haben und wohl auch genossen haben. Aber bleiben wir in der Jetztzeit und es folgt also die Beschreibung des ersten Weingutes auf Starosel.
Das Weingut Starosel ist eher eine große Hotel und Wellnessanlage, wo auf einem großen Gelände die Leute aus der Stadt sich erholen können, Wein genießen und es sich bei Speis- und Trank gut gehen lassen kann.

Das Weingut umfasst insgesamt 1200 ha Weinanbaufläche wo Rosé, Weißwein und Rotwein produziert wird. Aber in einer Ecke der Anlage steht auch eine kleine Brennerei, wo der spezielle Raki, welcher an vielen Orten des Landes produziert wird, gebrannt werden kann.

So beginnt also unser Rundgang durch das Weingut und die Anlage, welche wirklich groß ist und natürlich auch die entsprechende Kapazität für eine Anbaufläche von 1200 ha haben muß. Beim Betreten des Maischekellers mit seinen Edelstahltanks fällt uns gleich ins Auge, das in einer Ecke eine ganze Menge geschnittener Rebreisige liegen, wo wir gleich Nachfrage was es damit auf sich hat. Zunächst wir uns von unserer Begleitung aus dem Weingut erklärt, das es der Maischegärung beigefügt wird, um einen Geschmack abzugeben, was einige aus unserer Gruppe schlichtweg bezweifeln.

Trotzdem haken wir nochmals nach, bekommen aber trotzdem keine plausiblere Erklärung für die Lagerung dort im Keller. Manche aus der Gruppe vermuten, das dies ein guter Brennstoff für die offenen Kamine sei. Dann geht es weiter durch die Kelleranlagen und schließlich zu der Verkostung der Weine des Gutes Starosel.
 
Hier beweist sich Allerdings eine der lange sich bereits bestätigten Faustregeln, das auf den wirklich ganz großen Weingüter kaum eine große oder herausragende Weinqualität erzeugt wird. Wir verkosten also in den anfangs bunt illuminierten Kellergewölben einen weißen recht süßlichen Muscat, dann einen Chardonnay und einen Rosé aus Syrah. Bei den roten Traubensorten sind es Merlot aus 2016 und ein Cuvée aus CS 65% und Merlot 35% die ehrlich daherkommen, aber einen nicht vom Hocker reißen. Meine Bewertungen also zwischen 14 – 16 Punkte von 20.
  


Dann folgt der kulturelle Teil mit den Ausgrabungen und ein weiteres Weingut, welches auf den Namen Rumelia hört und wieder einmal von einem Textilfabrikanten, diesmal aus Bulgarien gegründet wurde und seit 2006 seine Weine produziert. Auf 55 ha werden die Weineangebaut, welche zu 95% aus der roten Traube gekeltert werden.

Zunächst geht es mal wieder durch die Kelleranlage und den Barriquekeller der insgesamt ebenso ordentlich wie sauber aussieht, was bei fast allen der Ort der Fall war, die wir in diesen Tagen besucht hatten.
  
In diesem Weingut wir aber nicht nur mit den klassischen französischen Barriques gearbeitet, sonder so ca. zur Hälfte kauft das Weingut seine Barriques auch in den USA, wo ja die Eichenhölzer wesentlich kräftiger vom gesamten Geschmacksprofil ausfallen. Bei den roten Trauben werden primär CS, Syrah und die landestypische Traube Mavrud angepflanzt und vinifizert. Dann geht es zur Verkostung wo wir 5 der Weine des Gutes ins Glas bekommen.

Wie auch im Foto zu sehen die Aufmachung sehr unterschiedlich, und mit unterschiedlichen Marken auf den Labels vermarktet. Wir verkosten also zunächst einen Rosé von CS aus 2017. Frisch und schön fruchtig mit angenehmer Note im Abgang, (16/20)
Dann folgt ein Syrah aus 2014 welcher eine feine dichte Nase aufweist. Was vordergründige Frucht mit weniger Tannieren und leichter Cassisnote. (15/20)
Dann folgt ein Mavrud, der aber komplett im Stahltank ausgebaut ist aus 2014. Hat was von CS in der Nase mit noch immer leicht vordergründigen Tanninen. Sehr schöne Frucht mit etwas flüchtigen Noten am Gaumen. (16/20)
Dann der Cuvée Erelia aus 2014 mit 40% Syrah, je 20% Mavrud, CS und Merlot. Kräftige amerikanische Eiche in der Nase. Kokosnuss und reichlich Tanninen versehen. Etwas astringierend am Gaumen, aber toller Frucht und einer vollen Struktur. (16,5/20)
Zum großen Abschluss ein Cuvée aus 2010 mit der Cuvetierung aus 50% Mavrud, 20% Merlot und 30% CS. In der Nase sehr reife schwarze Früchte. Feine und elegante Struktur am Gaumen mit wohl weiterhin Potential für noch einige Jahre der Reifung. Ganz erstaunliches Resultat für ein Weingut, welches erst 2006 begonnen hat. (17,5/20)


Am Abend geht es dann in Plovdiv auf ein Fairwell-Dinner, wo wir fast um die Ecke des Hotel in einen alten Stadtteil zu Fuß hingehen, wo ein bulgarischer Koch und Sommelier, Mitko Milev, der wohl viele Jahre in internationalen Küchen gearbeitet hat, sich ein kleines Hotel im Elternhaus aufgebaut hat und dort auch Gäste in der Erdgeschoss Weinbar bewirtet.

Der Name Roots war für mich sehr bezeichnend, denn dieser Mensch wollte wirklich mit seiner Küche und auch den ausgeschenkten Weinen wieder „back to the roots“.
Wir wurden herzlich empfangen und es sollte auch ein recht angenehmer und vielseitiger Abend mit guten Gesprächen, bei guten Weinen und passendem Essen dazu werden.
Zur Begrüßung beginnt es mit einem Chardonnay aus dem Barrique (ohne Foto)
Dann folgt ein frisch gebackenes Brot auf den Tisch mit einigen Tappenden, welche von ganz feiner Art sind.

Dann folgen 2 Weißweine aus dem Weingut Varna. Ein Riesling und ein grüner Veltliner aus 2016. Insbesondere der Riesling ist von feiner Qualität und paßt auch ganz gut zu den würzigen Tapenaden.

Zwischendrin dann nochmals eine Vorspeisenplatte mit Weinblättern, woran sich eine mittelgroße Diskussion über die Machart derselben entzündet, denn diese waren von ausgesprochen feiner Qualität, saftig, feinschmeckend, fast elegant und nicht so dick von der Blätterstruktur. Die Erklärung war, das es sich um recht junge Weinblätter handelt, die dann aber kurz vor der Füllung blanchiert. werden, um nicht zu bitter zu schmecken.

Dann kommt das Hauptgericht bestehend aus einem Lammschulterstück im Schweinenetz eingewickelt mit einigen Gemüsen dazu. Lange gegart und recht fein schmeckend. Dazu gab es eine Petit Verdot, wo ich leider kein Foto gemacht habe.



 

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