Bulgarien Weintour – der dritte Tag

An diesem wettertechnisch recht angenehmen Tag im Juli sollten wir folgende Stationen von Plovdiv aus anfahren.
Zunächst ging es nach einer einstündigen Fahrt auf das Weingut Enira im Bessa Valley.
Dann folgte das Weingut Villa Yustina mit einem lunch zu den Weinen, und anschließen war ein kleiner kultureller Teil eingebaut, wo wir ein Kloster Namen Bachkovo besuchen konnten. Am Abend in Plovdiv zurückgekehrt trieb es mich in die Stadt, wo bei mir ein kleines libanesisches Restaurant mit Namen Mayriges auf der „Speisekarte“ stand und anschließend trieb es mich dann noch in eine Weinbar namens „Glass of Wine“ wo der Inhaber ausgerechnet der Weinmacher auf dem Weingut Enira in den Jahren 2001 bis 2009 war.
Los geht es also an diesem Tage mit dem Weingut Enira im Bessa Valley, welches heute auf ca. 140 ha Wein anbaut und ca. 500 Tod. Flaschen produziert. Zunächst wurden in den Anfangsjahren primär Rotweinsorten wie Merlot, Petit Verdot, Cabernet Sauvignon und Syrah angepflanzt, wobei heut langsam dazu übergegangen wird auch weiße Sorten wie Marianne, Roussanne und Viognier zu kultivieren.

Wir starten mit einer kleinen Kellerführung, welche mit den weiteren Gebäuden erst so um das Jahr 2006 fertiggestellt wurden. Und verwunderlich wurde uns gezeigt, das hier ausschließlich mit Betontanks für die Maischevergärung gearbeitet wird. Wobei bei Nachfragen auch klar wurde, das die zukünftigen weißen Sorten sicher im Wesentlichen im Edelstahl ausgebaut werden.

Dann geht es zur Verkostung direkt in den Barrique-Keller wo bereits die Weinmacherin, die auch uns durch das Weingut führte, einen Tisch aufgebaut hatte mit den akurat aufgebauten 6 Flaschen für die folgende Verkostung.

Die Reihe reichte hier also von einem Rosé über 4 diverse Cuvées bis zum Spitzenwein des Weingutes dem BV aus 2013 der aus 4 Trauben gekeltert wird.
 
Die Gruppe bei der Verkostung der Enira Weine.

Hier eine kleine Kurzbeschreibung der diversen Tropfen:
Rosé aus PV 64% und Syrah mit 36%. Frisch, fein und nicht zu aufdringliche Frucht. (15,5/20)
Der Petit Enira aus 2015 mit einer sehr kräftigen Nase, dunklen Noten von Cassis und Beeren. Am Gaumen sehr intensiv und rund mit einer feinen und weichen Struktur. (16,5/20)
Duo Enira besteht aus Syrah und Merlot. Leichtes Holz in der Nase und sehr fruchtig. Schöner Fruchtanteil am Gaumen und dichte volle Struktur. (16,5/20)
Der Zweitwein von Enira aus 2014 beinhaltet alle 4 wesentlichen roten Traubensorten und wirkt insgesamt recht ausgewogen und rund mit feiner Struktur. (16/20)
Dann folgt der Reserve von Enira aus dem Jahr 2007 mit 66% Merlot, 14%Syrah, PV und CS. Sehr schöne Frucht und langer Abgang. Sehr runde Frucht mit feiner Säure und super Struktur. (17/20)
Das große Finale folgt mit dem Grand Cuvée aus 2013 mit ebenso den 4 roten Traubensorten des Weingutes. Eine schon recht typische Bordeaux Nase. Sehr fruchtig aber noch frisch und jung mit toller Frucht. (17,5-18/20)


Dann geht es zur Lunchtime auf das Weingut Villa Yustina, welches von einer Firma gegründet wurde, welche in Bulgarien die kleinen und großen Edelstahlbehälter für Weingüter und andere Betriebe herstellt. Somit war in diesem Weingut auch zu sehen, das hier demonstrativ und explizit von relativ kleinen Behältern bis hin zu ganz großen Edelstahlbehältern im Weingut die gesamte Range der Möglichkeiten gezeigt wurde. Villa Yustina baut auf ca. 46 ha seinen Wein an und kommt auf eine Produktion von ca. 150 Tsd. Flaschen pro Jahr.
 
Nach einem ersten Kellerrundgang ging es direkt zum Mittagessen, wozu wir dann auch die diversen Weine dieses Weingutes verkosten durften.
 
Der Mittagstisch überraschte alle am Tisch insbesondere in der Hauptspeise mit einer kompletten Bachforelle oder Saibling, der sehr fein gebraten auf den Teller mit etwas Reis kam. Vorher gab es einen kleinen Tomatensalat von sehr gut schmackhaften Früchten mit ein wenig Pesto.
  
Die Weinrange zum Essen bestand aus 5 Weinen, welche allerdings in der Einzelbewertung diesmal nicht so herausragend sein sollten wie z. B. in den Weingütern vorher bei Enira oder auch bei Zagreus am Tag zuvor.

Zum Abschluss an diesem Ort und in diesem Weingut ging es noch mit dem Kleinbus auf einen benachbarten Hügel, wo das Weingut einen Platz hat, wo es einen sehr schönen Ausblick auf die umliegenden Hügel, Weinberge und Ortschaften hat.


Aber damit war längst nicht Schluss an diesem Tage mit den diversen Erkundungen im Lande Bulgarien, denn es sollte hier eine kleine kulturelle Einschiebung geben, indem wir auf ein Kloster fahren konnten, welches mit seinen vielen Malereien besichtigt werden kann.
  
Hier also nur 2 kleine Fotobeispiele der Aussenanlagen.


Der Abend war dann zur freien Verfügung und es trieb mich in die Stadt, wo ich ein kleines libanesisches Lokal namens Mayriges  aufsuchte. Und was bestellt man sich bei einem orientalischen Lokal, zunächst einmal ein Humus als Vorspeise, welches dann auch entsprechend mit fein gebackenem sehr dünnem aber nicht trockenem Brot serviert wurde.

Schön dekoriert mit etwas Paprika und Olivenöl, sowie ganzen Kichererbsen in der Mitte als feste Komponente in der Schale, welche allerdings von der Menge, was schon auf der Speisekarte ausgewiesen war, einfach zu groß war. Als Hauptgang hatte ich mit dann ein Geflügelteil bestellt, welches zwar nicht so wirklich typisch libanesisch war, aber mit seinen hinzugefügten mitgetragenen Kräutern recht fein auf den Teller kam.

Dazu gab es einen Chardonnay von Zagreus, wo wir am Vortag ja bereits waren.


Das Highlight des Abends sollte allerdings der Besuch einer Weinbar nach dem libanesischen Lokal sein, welches nur 2 Ecken weiter in einer verkehrsberuhigten Strasse lag, wo dort gegen später so richtig der Bär abging mit Strassenmusik und vielen Leuten. Die Weinbar hörte schlicht auf den Namen „Glass of Wine“ und wie sich später im Gespräch herausstellte von einem ehemaligen Weinmacher des Weingutes Enira betrieben wird. Die Person war von 2003 bis 2009 auf Enira Weinmacher und hat die ganzen Anfangszeiten der Entstehung auf Enira mitgemacht. Heute macht er seinen eigenen Wein, wobei er wohl, so wie mir später berichtet wurde, primär seine Trauben bei anderen Winzern einkauft und diese dann zu seinen Zwecken keltert und abfüllt. Verkosten konnte ich, da wohl an diesem Abend der erste Gast, zunächst einen Rosé und später einen roten der sehr intensiv und kräftig war. Elegant gemacht, kann aber nicht mehr sagen, welche Trauben darin verarbeitet waren. Zum Schluß wollte er dann nicht einmal etwas kassieren, für seine 2 ausgeschenkten Weine, da unser Gespräch wohl doch recht attraktiv für ihn mal wieder mit einem Gast war. Ich ließ ihm trotzdem ca. 5.-€ auf dem Tresen liegen.

  


 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.