Das Wabi Sabi Shibui in der Ludwigstrasse 11

Früher war hier mal eine kleine Bäckerei mit Kaffee-Ausschank, was der Räumlichkeit aber überhaupt nicht mehr anzusehen ist. Die luftig leichte Einrichtung mit einer kleinen Küche hinter der Nische zeigt sich im Gastraum recht großzügig mit einem einzigen sehr großen Tisch in der Mitte, wo alle möglichen Utensilien wie Bonsai Bäumchen, Werkzeuge für die Teebereitung und diverse andere Utensilien stehen die in das Konzept passen. Hier ist sowieso einiges anders als in sonstigen Lokalen. Man wird sehr freundlichen begrüßt, und bekommt eine recht flatterhafte, da wohl schon durch mehrere Hände gegangene, Speisekarte in die Hand gedrückt. Von außen recht unscheinbar, aber die Tische im Freien weisen schon auf ein Lokal hin, oder auch das Schild an der Hauswand.

So locker flockig wie das Logo. mit dem Schriftzug geht es dann auch im Lokal weiter. Eigentlich ist das Intrieur recht typisch für so ein Lokal mir starkem japanischem Einschlag. Helle Möbel, Jake Flaschen im Regal, ein bedrucktes Stofftuch als Abtrennung zu den Toiletten-Räumen, was sich aber dann auf dem Tisch im Service fortsetzt. Zum Beispiel werden die Gläser Wein nicht einfach eingeschenkt und man bekommt das volle Glas vorgesetzt, NEIN, ein kleines Laborglas mit der entsprechenden Mengenangabe wird hinter dem Tresen gefüllt, und es wird ein Weinglas aus der Riedel-Serie ohne Stil serviert, welches für kleine Hände vielleicht ein wenig dick ist, aber es läßt sich wirklich leicht umfassen und rutscht auch nicht. Zumal die konische Form das auch noch unterstützt.

Hier auch noch gleich ein Eindruck vom Interieur mit der Regalwand.

Auch am großen Tisch in der Mitte, der auf der anderen Seite zum Teil wie eine Theke mit einer Spüle gestaltet ist, kann man sehr gut sitzen, was an so einem großzügigen Tisch auch Spaß macht. In den drei Besuchen zu Mittags, die ich bisher dort war, gab es für mich ganz unterschiedliche Speisen, die noch lange nicht erschöpft sind aufgrund der doch recht umfangreichen Karte. Als Vorspeise einmal einen Schweinebauch mit einer feinen Dekoration vonApfel und Rettich der ausgezeichnet schmeckte.

Dann gab es einmal ein Kimchi, welches selbstgemacht ist und zusammen mit einer Misosuppe, welche mit Pilzen, Wan Tan Täschchen aufgepeppt war. Insbesondere das Kimchi, welches ja ursprünglich ein koreanisches Nationalgericht ist, war sehr fein in der Schärfe abgestimmt und mit ein paar Stückchen Mohrrüben verfeinert. Die kleine Suppe mit einigen Wan Tan und Füllung war ebenso sehr ausgewogen fein im Geschmack und mundete ausgezeichnet.

Das Röllchen auf dem Löffel ist ein zusammengerolltes Stück Nori Alge, welches ausgezeichnet als kleine Beigabe zu so einer Suppe paßte. Eingetaucht wie ein Stückchen Teig wird es sofort weich und gibt noch einen typischen Geschmack der asiatischen Küche dazu ab. An einem anderen Mittag gab es dann eine Ramen Suppe, welches dünne Nudeln sind, die in einer typisch asiatischen Misosuppe schwimmen. Hier hatte ich mir die Variante Tokyo-Style ausgesucht, welche mit Stücken des Poltinger Schweinebauchs, Mais und Ei serviert wurde.

Das ist schon eine volle Mahlzeit, denn die Grundsuppe mit Miso und den Nudeln dazu macht auch entsprechend satt. Links auch wieder das Nori Blatt und der Holzlöffel, wobei hier auch immer die Stäbchen dazu serviert werden. Klassischerweise werden nämlich auch die Suppen in Japan mit Stäbchen gegessen, und wenn alle Nudeln dann vertilgt sind wird der Rest der flüssigen Suppe aus der ganzen Schale getrunken. So gesehen in Japan auf meinen letzten Reisen. Jetzt aber noch eine kleine aber feine Besonderheit aus diesem Lokal, denn auch hier bleibt das Geschirr nicht immer ganz heil, und bekommt Macken an den Rändern. Die Lösung hierfür haben die Leute im Wabi Sabi sehr elegant gelöst, indem sie einfach die ausgeschlagene Ecke mit einer spülmaschinenfesten goldenen Farbe angemalt haben und somit die Wertigkeit wieder auf eine Ebene heben, die dem Gast fast ein Schmunzeln hervorbringt.

Hier einzukehren ist eine regelrechte Wohltat, es spielt auch noch Musik direkt vom Plattenteller, der vom Küchen- oder Servicepersonal bedient wird. Gute Weine glasweise und eine recht originäre Küche aus der asiatischen Ecke, wie ich sie kaum sonst in München in so einem Lokal finden kann – Gratulation –


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