Documenta14 – Kassel und ein Restaurantbesuch im Voit

Nachdem in diesem Jahr zum ersten Mal die Documenta14 an 2 Plätzen stattfindet, hatte ich ja bereits vor einigen Wochen die Ausstellungen in Athen besucht, und war nun in der vergangenen Woche in den verschiedenen Ort in Kassel vor Ort. Insofern eine interessante Komponente, da auch ein sehr aktuelles Thema insgesamt aufgegriffen wurde, welche sich um die Thematik Flüchtlinge, wirtschaftliche Probleme zwischen Griechenland und der „reichen“ Welt spielte und weiterhin auch viele Ausstellungsthematiken um die sogenannte dritte Welt in Afrika und deren wirtschaftlichen Probleme vor Ort und die Probleme der Flüchtlinge aus deren Staaten und Gebieten in andere Länder. Überbewerten darf man das sicher nicht, denn es handelt sich weiterhin hier um die Bearbeitung von Kunst und Künstlern, auch wenn da so manchesmal scheinbar ein gewisser Ernst hinter der Sache zu sehen ist. Einer der roten Fäden dieser documenta14 war also das Thema um die Problematik der Flüchtlinge, ganz generell, die kommende Thematik Afrika, und sicher auch die Auseinandersetzung mit politischen Themen, welche die Kunst aufgreift und versucht zu bearbeiten. Nicht l’Art pour l’Art.
Soweit also erst ein paar kleine Kommentare zu den Ausstellungen in Kassel und deren Zusammenhang mit den Ausstellungen in Athen. Aber jetzt zum kulinarischen, wo ich an einem Abend der Tage in Kassel ein mir bisher unbekanntes Lokal besuchte, welches auf den Namen Voit lautete. Reserviert hatte ich bereits vorab per internet und traf also auch recht pünktlich um 7 Uhr bend dort ein. Von Außen machte das Lokal einen Eindruck wie als wenn es früher ein Laden gewesen wären, und entsprechend ausgebaut wurde.

Nach Eintritt durch den ersten weißen großen hellen Raum ging es in einen schmäleren Bereich, der auf der einen Seite eine komplett offene Küche mit allen wesentlichen Stationen beinhaltete.

Das Konzept dieses Lokals beruht darauf, das es sich zu bestimmten Themenbereichen einige Gerichte anbietet, welche frei nach Wahl, zusammengestellt werden können. Diese da wären:

  • Weide
  • Wasser
  • Süße / Käse

Die wesentlichen Bereich sind hier also die beiden Themenbereiche Weide und Wasser. Ich wähle mir also folgende Reihenfolge aus: Weide/Wasser/Weide/Weide, was sich in folgenden Gerichten niederschlägt.
Tatar vom Rind
Jakobsmuscheln
Lamm
Wagyu
Los geht es aber mit einem Gruß aus der Küche, welcher aus einem kleinen Lachstatar in einer Apfel-Currysauce schwimmend besteht, mit einem Dinkelchip obenauf.

Insgesamt recht schmackhaft, aber bereits hier zeigt sich, was später leider zum wiederholten Male so angerichtet wird, das die Zutaten of in einer Sauce schwimmend etwas ertränkt werden.
Dann folgt recht schnell das angerichtete Rindertatar, welche sich als Schlange über den Teller legt und mit Avocadocreme und diversen weiteren Geschmäckern und ebenso kleinen Brotchips garniert ist. Das Fleisch in der richtigen Temperatur und recht inzentiv schmackhaft, so das es hier ein Genuss ist diese Portion zu vertilgen.

Dann folgt als zweite Vorspeise ein Teller mit den Jakobsmuscheln, welche eben auch in einer kräftigen Kalbsessenz schwimmen, so das leider der Geschmack der Jakobsmuscheln ziemlich untergehen.Schön angerichtet mit einem frischen Joghurtdressing außen herum und etwas Topinambur-Chips mit grünen Bohnen.

Weiter mit dem Zwischengang welcher das Hauptthema Lamm beinhaltete und hier zeigte sich einmal wieder, das Sous Video gegarte Fleischportionen sehr schön vorbereitet werden können, was in diesem Lokal wohl recht oft mit den Fleischportionen passiert, und diese dann nach der langen Zeit in Ihrem eigenen Sud bei Niedrigtemperatur nur kurz n der Pfanne nochmals heiß gemacht werden. Da kommen dann die Röstaromen ins Spiel, welche sich in dem Sous-Vide Bad ja so noch nicht herausbilden können. Da ich aber in diesem Fall einen einmaligen gute Blick auf die Küche und alle Zubereitungen und Anrichtvorgänge hatte, war ich schon etwas erstaunt, das nach dem Bratvorgang des Lammstückes der Koch con allen vier Seiten des Stückes die Ränder abschnitt und das Stück Fleisch dann so, wie auf dem Teller zu sehen anrichtete.
Vor den 2 Fleischgängen gab es dann noch ein Glas Sorbet auf einem Dillöl, welches sich als Sanddorn Sorbet herausstellte

Zu den 2 Fleischgängen (Weide):

Dazu gab es wie zu sehen einige Bohnen, etwas Topinambur Mus und eine kräftige Sauce, welche wohl aus dem Sous-Vide Vorgang herrührte. Eine kleine Socke Tomatenconfit war auch recht schmackhaft. Mir wären also die Ränder des Lammstückes auch lieb gewesen auf dem Teller vorzufinden, denn der Koch hätte das Stück Fleisch ja auch einmal in der Mitte schräg durchschneiden können, um den Garpunkt dem Gast auf dem Teller zu zeigen.
Und dann gab es ja noch den Hautgang mit einem Stück vom Wagyu Rind, welches auf den Namen Trip Top hörte und ich nach Nachfrage zur Erklärung erhielt, das dieses von der Schulter stammt. Mir kam diese Benennung schon etwas komisch vor, und ich konnte auch eine weitere Erklärungen dazu finden. Ebenso im Sous-Vide für 8 Std. bei 56°C gegart konnte das Fleisch zwar von der Zartheit, aber nicht wirklich von der Geschmacklichkeit überzeugen. Gewürzt war es wohl ganz gut, aber es fehlte mir etwas dabei, was ich hier so leider nicht benennen kann.

Dazu gab es einen grünen Spargel, Pilze und einen Schaum von Morcheln.Insgesamt recht ausgewogen und fein abgestimmt auf das zarte Fleisch.
Für mich ein recht gelungener Abend im Restaurant Volt, welches eine schöne Alternative zum recht mager besuchten Großereignis documenta14 bildete.
Für mich eine Bewertung von 17/20 Punkten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.