Heute im Glas: Franz Haas, Petit Manseng aus 2016

Jetzt wird vielleicht mancher von Euch erstaunt fragen, ja was ist das denn für eine Traube – Petit Manseng? Für mich schon einige Jahre eine sehr interessante weiße Traube, die zwar schwache Erträge bringt, mit kleinen Beeren aber dickschalig, so das sie vielen Wetterunbillen Stand halten kann. Die Traube wird heute primär zur Süßweinproduktion angebaut in Frankreich, aber auch in Kalifornien, Australien und Uruguay. Mehr darüber nachzulesen auch auf Wikipedia. Das diese Traube aber also auch in Südtirol bei Franz Haas angebaut wird ist durchaus bemerkenswert, da hier eher ein süffiger fast trocken ausgebauter Wein daraus entsteht. Ich hatte diesen bereits vor einigen Jahren bei einer meiner Besuche im Weingut verkostet, so das mir der Wein nicht ganz unbekannt war. Der Jahrgang 2016 weist einen Alkoholgehalt von 15 %vol. aus, was schon in die Richtung Süßwein zeigt, aber hier in der abgefüllten Flasche von Franz Haas eine Stilistik aufweist, die außergewöhnlich ambivalent daherkommt. Mancher Gaumen würde hier schon behaupten, das ist ja ein Süßwein.

Die tief dunkelgelbe Farbe strahlt im Licht ganz besonders. In der Nase stellt sich eine tiefe Weite aus, welche nicht enden will. Es tauchen leicht flüchtige Eindrücke von floralen Noten auf, welche sich am Gaumen wiederum recht anders darstellen. Etwas Karamell im Vordergrund, dann schöne florale Fruchtnoten mit exotischen Noten von Litschi und Mango. Ein leichtes Säurespiel folgt dann im Abgang, welches sich bei Wiederholung noch ein wenig besser einstellt. Hier sei nebenbei bemerkt, ds so ein fruchtiger Wein nicht zu warm verkostet oder getrunken werden sollte. Bei mir waren es gerade einmal so 10-11 °C aus dem Kühlschrank, was auch noch ein paar Grad kälter sein könnte, denn im Glas werden solche Tropfen ja doch recht schnell warm genug.

So ein Tropfen eignet sich für mich zu relativ vielen Gerichten. Da passen fast alle asiatischen Gerichte aus der Küche dazu, aber auch kräftig gewürzte Gemüse oder Schmorgerichte, wo sich das Gericht einen entsprechend kräftigen Partner wünscht. Also nichts für Fischgerichte!

Zu erwähnen wäre dann auch noch die Aufmachung und Ausstattung der Weine bei Franz Haas, welche auf dem Fotos unten am Etikett zu sehen ist, was aber auch auf den Kisten sich fortsetzt und wenn man mal eine Verkostung mitgemacht hat, setzt sich bei Senior-Chef die konsequente Linie seiner Präsentation so fort. Außerdem wäre noch kurz zu erwähnen, das der Wein zum Beispiel auch beim Bergwein in München zu erstehen ist.

Hier noch meine Kurzbeurteilung: (18/20)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.