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Champagne, der 4. Tag mit 3 tollen Stationen

Laurent-Perrier

Jaques Selosse

Restaurant L’Assiette Champenoise

An diesem Tag geht es an die Côte de Blanc, welche südlich von Reims liegt und uns per Bus in einer guten Stunde dort hinkutschiert. An diesem vierten Tag hatten wir nach bereits großartigen Tagen vielleicht ein wenig geringere Erwartungen an die kommenden Verkostungen, aber wir sollten durchaus ein wenig überrascht werden, bzw. sollten auch von nicht unbedingt kleineren Häusern auch an diesem Tage mehrere sehr interessante Verkostungen und Restaurantbesuche erleben.

Los geht es mit dem Champagnerhaus Laurent-Perrier, welches sicher durchaus einen großen Namen hat, aber auch mit seinen Produkten und der Location durchaus überzeugen kann.

Im Innenhof des recht großen Areals können wir uns kurz umsehen und anschließen geht es dann in einen großzügigen Verkostungsraum im 1. Stock eines der Vorderflügel an der Straßenseite. Zunächst geht es mit unserer Führung in einen Weinberg hinter dem Hause wo deutlich wird was auch hier in so einer Lage an Reben angebaut wird. Wir durchstreifen ein kleines Wäldchen und treffen nach ein paar Minuten auf die ersten Weinberge mit Gebäuden im Hintergrund, die ebenso zum Weingut gehören. Laurent-Perrier baut heute auf ca. 160 ha seine Weine an wo 1912 die ersten Flaschen für das Haus gefüllt wurden. Sehr interessant auch folgende Zahl, das in Ihren Kellern heute so ca. 45 Mio. Flaschen lagern die in der Phase der Vergärung oder auch zum Verkauf bereit stehen.

Nach diesem kleinen Ausflug an die Ränder der Weinberge geht es wie bei den meisten Häusern in den Keller, der nicht weniger imposant ist.

Dann folgt eine sehr feine Verkostung die sich auf 5 Flaschen erstreckt und feine Tropfen beinhaltet.

Auch hier feine Gläser und diverse schriftliche Erklärungen zum Weingut aber auch zu den einzelnen Champagnern. Hier also die einzelnen Tropfen in Ihren Flaschen.

Wir starten mit einem Bl. de Bl. Brut Nature der sich fein und zitronig mit Spitzen präsentiert.

Dann folgt ein Heritage Brut der sich aus 55% Ch. und 45% PN sehr fein präsentiert. Eine sehr feine Note am Gaumen mit Pampelmuse, Stachelbeeren, fast stahlig und geradeaus. Super.

Der dritte im Bunde ein Millesime 2018 mit einer Cuvée von 52% Ch. und 48% PN. Recht ausgewogen von der Säure und Fruchtnote.

Dann folgt ein Grand Siècle der für mich zu Beginn einen merkwürdigen Nebenton enthielt.

Final dann noch der Rosé, der sich auch von seiner Flaschenpräsentation etwas extravagant präsentiert. Die Reihe war aber durchaus insgesamt recht beeindruckend.

Und nach diesem vormittäglichen Einstand geht es zu einem Lunch in das Lokal des Hauses Jaques Selosse und dem Restaurant Les Avises, wo wir bei wunderbarem Wetter auf der Terrasse des Hauses Platz nehmen konnten. Es wird uns ein schönes Drei-Gänge Menü serviert wozu natürlich auch die passenden Tropfen dazu ausgewählt werden. Hier die Reihe der Gänge.

Zu Beginn ein frischer Salat mit Schinken und gewissen kleingeschnittenen Gemüsen die aber sicher eine feine Grundlage für weitere Genüsse bietet. Dann folgt der Hauptgang.

Dieser Hauptgang setzt sich zusammen aus einem Seebrassenfilet, und Buchweizen sowie gewissen Gemüsen die von einem Schaum bedeckt sind. Dann folgt noch eine Käseplatte, die ich aber nicht im Foto festgehalten habe.

Dann sind natürlich noch die feinen Champagner Tropfen zu erwähnen die mit einem Bl. de Bl. starten der aus dem Hause Pascal Agrapart stammt. Mit Namen Minéral sagt schon auch etwas über die Terroirs aus wo dieser Tropfen wohl angebaut wird.

Dann folgen 2 Flaschen aus dem Hause J. Selosse, die sicher ein wenig in eine andere Richtung gehen als die bisher auf den Gütern verkosteten Flaschen. Der Initial zeigt eine stark reduktive Note mit Geschmäckern von überreifen Aprikosen und Pfirsich, ist aber am Gaumen doch recht geschmeidig und fein.

Die zweite Flasche von J. Selosse ist ein Grand Cru, Extra brut der sich mit einem leichten Säurespiel und dichter Note zeigt. Ich notiere mir – überreife Zwetschgen. Final gibt es dann noch einen Tropfen von Peter Peter als Bl. de Bl. aus dem Jahr 2017 der sich recht kräftig, aber frisch und am Gaumen animierend zeigt.

Am Abend geht es dann am Rande der Stadt Reims in ein 3 *** Restaurant mit dem Namen l’Assiette Champegnoise. Alle in der Gruppe waren auf dieses Restaurant sehr gespannt. Wir fahren von unserem Hotel mit Taxis zum Lokal und kommen bei sehr unterschiedlichen Wegeführungen mit fast 10 Minuten Zeitunterschied im Lokal an, welches in einem Nobel Hotel liegt. Seis drum, denn dann geht es gemiensam auf die Terrasse des Lokals, wo wir nach einer kleinen Begrüßung, auch durch den Chefkoch, die Weinkarte gereicht bekommen und einen Starterschluck für die Gruppe bestellen.

Wie hier zu sehen stehen im Freien auf der Terrasse auch einige Glasbehälter worin sich sicher einige Produkte zur Fermentierung befinden. Dann werden ein paar Amuse bouche auf den niedrigen Tischen serviert die sich zum Champagner durchaus gut angehen.

Nach diesem etwas steifen Aufenthalt auf der Terrasse dürfen wir in einen Raum für unser Dinner gehen, wo wir uns die Plätze aussuchen können. Dann geht es aber auch schon bald los mit der Reihenfolge der Menügänge. Das komplette Menü gibt es dann zum Ende des Dinners ausgedruckt auf einem hochformatigen feinen Papier welche überraschenderweise auch alle von der Gruppe ausgewählte Getränke beinhaltet. (Foto am Ende meines Berichtes)

Wir starten mit einer Vorspeise mit Namen Ravioli, welches den klein dekorierten Teller aber nur halbherzig beschreibt. Was mich aber besonders verblüffte war die Schale in der diese Vorspeise serviert wurde. Ein Metallgefäß, welches wohl versilbert war und bei Verzehr mit dem Löffel etc. recht blechern klang. Hatte ich so bisher noch nie erlebt, das ein * Restaurant einen Gang in einem blechernen Gefäß serviert welches auch noch entsprechend klang???

Geschmacklich ok, aber selbst auch mit den Saucen insgesamt ein wenig merkwürdig.

Dann folgt ein Gang mit Tomate und ein Tomatenwasser, welches in einem hohen Schnapsglas serviert wurde und recht neutral schmeckte. Der Teller mit der Tomate war gut.

Dann folgt ein Gang mit einer kleinen Aubergine mit einer Béchamel Sauce angegossen und konnte geschmacklich durchaus überzeugen ist aber nichts Besonderes.

Jetzt folgt dann ein Gang mit einem Hummer der sich auf der Karte wie folgt tituliert präsentiert: Brittany Blue Lobster / Hommage a mon Papa.

Sehr fein angerichtet mit links einer dunklen Sauce und zwischen Hummer und dem Wan Tan Hütchen, welches wohl Pilze und Nüsse beinhaltet die insgesamt recht fein schmacken.

Weiter geht es mit einem Gang der sich „Brittany Pollack“ nennt und eine Art Stew darstellt die sich so minimalistisch wie sonst auch leider in solchen 3* Lokalen präsentiert. Da frag ich mich was denn so ein Gang in der Folge darstellen soll? Jeder kann seiner Fantasie freien Lauf lassen. Die wesentliche Zutat auf diesem Teller ist allerdings der Fisch.

Geschmacklich sicher einigermaßen akzeptabel, aber in der Reihe der Gänge etwas außergewöhnlich. Dann folgt eine Taubenbrust mit Zwiebel und Fenchel.

Es folgt nach dem Hauptgang eine Käseauswahl die sich auf der Speisekart wie folgt benennt: Cheese Selection – Philippe Olivier. Konnte mich nicht überzeugen, recht langweilig und unprätentiös präsentiert.

Und auch hier wieder solche blechernen Teller/Platten die beim Abschneiden mit einem Messer sehr unschöne Töne von sich geben können. Dann folgt ein Sorbet, welches wohl eine kleine Zäsur bilden soll zwischen den Hauptgängen und dem Dessert.

Na ja – Ihr wisst schon, wieder so ein silbernes Schälchen wo der Gang darin serviert wird. ?? Der erste Dessert Gang wird auf der Karte zusammengefasst und lautet: Raspberry La Viard / Meringue / Vanilla. Hier die fotografische Dokumentation dazu:

Damit ist das Menü abgeschlossen und ich möchte noch gerne die Getränke dazu vorstellen.

Auf der Terrasse bei Ankunft begannen wir mit dem Champagner von Thiénot was sich dann im Menü mit dem Rosé in der Magnum von Geoffroy fortsetzte, den ich selber als sehr ausgezeichnet empfand, obwohl ich kein Liebhaber von Champagner Rosé bin. Zu diversen Fischgängen gab es dann den Meursault aus 2022 von der Domaine Roulot und zu den Fleischgerichten einen roten Pinot Noir Clos Saint Landelin Rene Muré aus 2020. Final zu den süßen Desserts ein Süßwein aus der Region Sauternes von Ch. de Fargues Lur Saluces aus 1997 der ausgezeichnet zu den süßen Finalen paßte.

Final zum guten Schluss in diesem 3*** Lokal die Speisekarte die für unsere Gruppe dann wohl auch kurzfristig während unserem Menü so ausgedruckt wurde.