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Der erste Verkostungstag in Adelaide bei Penfolds und Mothervine Weinbar

Ein Highlight der australischen Weinszene hatte ich mir gleich zu Beginn meines Australienaufenthalts in Adelaide auf den ersten Tag gelegt, so das schon einmal richtig gute vinophile Stimmung aufkommen sollte. Das Weingut P<enfolds wurde im Jahr 1844 gegründet und hat sich in den ersten Jahren bis so ca. ans Ende des 19. Jahrhunderts normal entwickelt, wie damals eben solche landwirtschaftlichen Betriebe geführt wurden. Um das Weingut herum war in diesen ersten Jahren kaum ein Haus gebaut, so das auch heute noch einige Weinreben zu sehen sind, woraus einer der exzellenten Grange Weine gekeltert werden. Grange ist in der Regel immer Shiraz.

So wird man bei der Auffahrt zum Weingut begrüßt, was allen nur annähernden Weinkennern als Logo und Schriftzug sehr bekannt ist. Nur ein paar hundert Meter weiter steht man dann vor den Gebäuden des Weingutes, welches wohl in den letzten Jahren immer weiter erweitert wurden.

Ich hatte eine Tour mit Führung durch das Weingut und ein anschließendes Mittagessen gebucht, was dann im Bistro auf dem Gelände stattfand. Los geht es dann also mit einer ausführlichen Führung durch diverse Gebäude, welche recht professionell von einem jüngeren Herrn geleitet wird, der das wohl sicher schon diverse Male für Gruppen auf diesem Weingut gemacht hat. Auch hier wird also noch in großen Betoncuvées vergoren, welche wir in einer der älteren Häuser zu Gesicht bekommen.

Da wir gerade in der Erntezeit vor Ort waren, sieht man auch noch am oberen Bildrand die Trauben-rot verschmierte Siebanlage, wo die Trauben wohl nach der Anlieferung eingefüllt werden. Dann geht es in einen der Faßkeller, der größtenteils wohl unter der Erde liegen.

Nach dieser ausführlichen Führung mit einer kleinen Gruppe ging es dann in einer der sehr gut eingerichteten Verkostungsräume. Die Plätze waren sehr gut vorbereitet, die Gläser standen bereit und wir nahmen Platz um die ersten feinen Tropfen aus dem Weingut zu verkosten.

Wir verkosten insgesamt also insgesamt 7 Weine, welche mit den weißen Sorten Chardonnay aus 2018 und 2019 beginnen, welche im Barossa Valley und in Tasmanien wachsen. Daran erkennt man auch schon, das Penfolds inzwischen ein riesiges Imperium an Weingütern sich zusammengekauft hat, welches auf der ganzen Welt seine Weine anbaut. Dann folgen die 5 roten Sorten welche natürlich mit einem Grange aus dem Jahr 2019 beschlossen wird. Die roten Sorten habe ich insgesamt mit einer Note von 16,5 bis 18 bewertet, wobei der Grange nochmals ca. 2 Stufen exponierter sich am Schluss in die Reihe einfügt.

Der Grange zeigt eine sehr dichte Note in der Nase, wirkt wunderbar elegant und expressiv. Voller Geschmack und eine extra Note von Frucht mit einer super ausgewogenen Eleganz zwischen Frucht und leichter Säure. Kaum Tannine am Gaumen aber mit sehr langem Abgang. (18,5 – 19/20) Insgesamt eine sehr runde Sache mit der Führung und der anschließenden Verkostung. Dann geht es zum Mittagessen in das Bistro, wo es zu den Gerichten eine Weinbegleitung, natürlich mit Penfolds Weinen gibt.

Wir starten mit der Vorspeise mit einem Ceviche wo sich ein Riesling, Bin 51 dazugesellt. Wein stammt aus dem Eden Valley, welches in der Region Melbourne liegt, wo ich vor 8 Jahren einmal war.

Wenn die Küche einmal weis wie wirklich gutes Ceviche geht, dann kann man da nicht viel falsch machen, wenn man die richtig guten Produkte dazu auswählt.

Zum Hauptgang folgt ein Porterhouse Steak, welches mit einer dicken Kräuterkruste serviert wird und insgesamt recht gut zum Shiraz Bin 28 paßt. Oder auch umgekehrt.

Den Dessert hätte ich mir zwar sparen können, war aber doch mal wieder neugierig, was da auf den Teller kam. Schoko Crème mit diversen weiteren Geschmäckern, wo aber der Tawny Port trotzdem recht gut mal wieder paßte. Auch der Tawny eine Eigenproduktion von Penfolds.

Hier dann noch im Bild die Weinbegleitung zum Mittagstisch, der insgesamt ganz ansprechend und fein daherkam, obwohl die Location ja nicht gerade klein war und der Besucherandrang doch auch an diesem Tage recht gut war. Hier das Belegfoto zu den Weinen.

Ein paar Worte noch zu diesem Besuch bei Penfolds im Jahre 2024. Ein enorm stark gewachsenes Weingut mit vielen Zukäufen auf der ganzen Welt, wobei wohl immer noch die Qualität sichtbar im Vordergrund steht. Professionelle Führung in kleiner Gruppe zeugt von Weitsicht und es war immer möglich während der Führung Fragen zu stellen die man auch meist ausführlich und informativ beantwortet bekam. Also Fazit, immer ein Besuch wert.

Mit dem Bus ging es dann erst einmal zurück ins Hotel und am Abend hatte ich mir vorgenommen noch eine Weinbar in einem sehr naheliegenden Stadtviertel zu besuchen. Die Weinbar heißt Mothervine, welche in einem Viertel liegt, welches von Lokalen gut bestückt ist.

Von einer der Hauptstrassen aus sind die Einfahrtstore der Lokalität zu sehen, wo dan wohl früher einmal die Umschlagplätze für die Fruchthändler lagen. Dahinter in den Strassen die Lokale und lebendiges Leben auch von vielen Studenten bevölkert.

Mothervine wurde von einem Sommelier gegründet und bietet heute in der Hauptsache australische Weine, aber auch diverse feine Tropfen aus Europa und der weiteren Weinwelt an. Auch hier einmal wieder eine sehr feine kleine Speise, welches ein Thunfischtatar war, welche sehr fein angemacht auf einer frittierten Schale von Reisteig mit einer Nori Alge verbunden serviert wurde.

Super Präsentation und sehr fein auch im Geschmack, was sich aber auch in den Weinen fortsetzte. Hier noch ein Beispiel aus der Reihe der Weinen, welche im Glas ausgeschenkt wurde und ich mir ein Glas entsprechend bestellte.

Uff – das war ein sehr intensiver erster Tag in Adelaide, wo es einiges mehr noch zu entdecken gab. Weiter dann mit den nächsten Verkostungen.