4 Tage London – der zweite Tag

An diesem zweiten Tag in London hatte ich mir zunächst einen Museumsbesuch vorgenommen, und am Abend wieder einen reservierten Platz im Restaurant Clarette, welches noch von einer kurzen Stippvisite in einer Weinbar unterbrochen wurde.

Also ging es am Vormittag ziemlich pünktlich zur Museum-Öffnung um 10 Uhr ins Victoria & Albert Museum, wo eine Sonderausstellung zum Thema Food zu erkunden war.

Das Plakat zeigt schon, das es hier nicht darum geht einfach ein paar Lebensmittel auszustellen, sondern das Oberthema Food wurde eher grundsätzlich in drei Themenbereichen aufgegriffen. Und in der Ausstellung waren dann eben auch einige Aspekte zu sehen, die man auf den ersten Blick nicht mit Food in Verbindung bringt, die aber für den gesamten Kreislauf der Lebensmittel-Erzeugung, – Konsumierung und – Verwertung, das heißt deren Entsorgung aufgezeigt wurden. Zu Beginn werden z. Bsp. die Erzeugung von Pilzen gezeigt, oder auch wie man Lebensmittel durch Fermentieren auf längere Sicht haltbar machen kann. Hier die Fotos dazu:

Zum Fermentieren habe ich ja auch gerade erst vor ein paar Wochen das neue Buch von R. Redzepi hier im blog erwähnt und das eine Rezept mit den Spargelstangen beschrieben, welches ich bereits ausprobiert hatte.

Dann geht es weiter in der Ausstellung mit vielen Tafeln, Plakaten, Beschreibungen und Auswertungen, sowie auch Beschreibung von verschiedenen Projekten aus der ganzen Welt, wo es um die Herstellung von Lebensmitteln geht, welche nicht im Großindustriellen Stil hergestellt werden. Zum Ende der Ausstellung gab es dann noch ein sogenanntes Food lab mit Namens LOCI, welches für jeden Besucher, der wollte, ein kleines Fingerfood, nach seinen eigenen Wünschen zubereitenkonnte. Ich wählte also aus den verschiedenen Kategorien 5 Zutaten us die dann wie folgt auf dem Cracker platziert wurden: Die Beschreibung will ich hier im Original wiedergeben, denn das zu übersetzen wäre etwas anachronistisch. Der Cracker wurde also mit den 5 Zutaten wie folgt belegt:

  1. Wild Spread, Foraged English mushrooms & wild herbs.
  2. Revitalised Relish, Tomatoes too ugly for local restaurants & supermarkets.
  3. Pop Heritage, Crisped Essex barley & Somerset spelt.
  4. Warming waters fish dust, Dried & powdered anchovies.
  5. No soil, no sun micro greens, India salad mix hydropanicallygrown underground in Clapham, London.

Hier zwei der Belegfotos während der Belegung des Chips:

Geschmacklich sehr interessant und durchaus aus sehr gelungenes Experiment in so einer Ausstellung als kleinen Imbiss etwas anzubieten. So sah die Theke dazu aus:

Dann war es bereits mittags so gegen halb Eins und ich wußte aus einem früheren Besuch des V & A Museums das es hier eine ausgezeichnete Auswahl an guten Getränken und Speisen gab. An den diversen Stationen wo man sich etwas holen konnte wurde ich also fündig und war besonders angetan von einem Sparkling Wine aus West Sussex, von der Stopham Estate als Brut Prestige ausgewiesen. Ein wenig frische Nase, am Gaumen aber mit einer sehr frischen Säure und fruchtig spritzig und weniger Abgang.

Dies war also seit langen Jahren einmal wieder ein Sparkling Wine von der englischen Insel, und wie der Zufall es so wollte, hatte ich kurz vor dem Lokalbesuch am Abend nochmals eine Gelegenheit in einer Weinbar die ich vor dem Restaurantbesuch aufsuchen sollte. Hier gab es dann einen Sparkling Wine von dem Weingut Gusbourne, 2013 aus Kent, welches in der Süd-Ost Ecke von England liegt.

Die Weinbar hatte den französischen Namen Comptoir, welches so viel heißt wie Theke, Ladentisch, aber auch als Lager bezeichnet werden kann. Hier zwei Fotos davon:

Und als dann Zeit wurde machte ich mich auf den Weg um die Ecke zum Lokal für den Abend: Das Clarette in der Blandford Street. Betrieben wird das Lokal von der Tochter des Besitzers von Chateau Margaux. Auf 2 Etagen in einem Fachwerkhaus mit Plätzen vor dem Haus ums Eck herum machte diese Lokalität schon mal einen guten Eindruck auf die Gäste.

Da ich reserviert hatte wurde mir auch gleich ein schöner Platz im ersten Stock angeboten, welcher noch m Fenster lag und ich zu der frühen Stunde der erste Gast im Obergeschoss war.

Kaum hatte ich mein erstes Wasser bestellt, war auch schon die Chefin zugegen und wir konnten ein wenig über Weinreisen, Besuche in Bordeaux und so weiter fachsimpeln, da es noch nicht so viel an Gästen zu betreuen gab. Ich bestellte mir diesmal 2 Vorspeisen und einen Hauptgang die dann wie folgt ausfielen:

Lachstatar mit Gurken, Wachteleiern, Grünzeug und einer leichten Crème die mit dem Sesam fein abgerundet war.

Dann gab es ein Rindertatar mit roter Beete, Avocado und diversen kleinen Stückchen von Früchten. Zum Hauptgang folgte dann ein Lammnacken mit Erbsen, Chicorée und einer Erbsencrème als Grundlage für die Chremigkeit.

Das war insgesamt eine abgerundete Sache an drei Gängen, welche jeweils mit einem Wein begleitet wurden, die ich hier nicht weiter im Detail ausführen will, da es mir in London bei den Weinbarbesuchen diesmal mehr um die Speisen ging, als besondere Weine zu verkosten. In dieser Lokalität hätte dann sowieso ein Flight von Margaux Jahrgängen es sein müssen. Aber die Weine sollten ja dann in den Tagen danach an der Loire folgen.


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