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Süßwein Verkostung mit 12 Weinen aus 4 Ländern

Vielleicht insgesamt ein wenig exotisch, aber so mitten im April einmal eine Süßwein Verkostung zu veranstalten war aufgrund der anstehenden Weine doch eine recht unterhaltsame und auch geglücktes Unterfangen an einem sonnigen Samstag Nachmittag.

Die Verkostung sollte 4 flights beinhalten, welche aus 4 verschiedenen Ländern stammten, und jeweils mit 3 Weinen aus dem Land bestückt war. Die Länder in der Reihenfolge der Verkostung:

  • Deutschland
  • Österreich
  • Italien
  • Frankreich

Und zwischen den einzelnen flights gab es dann etwas zur Stärkung und auch zur Neutralisierung der Geschmacksnerven aus der Küche. Ich werde hier in der Beschreibung der einzelnen flights nicht zu detailliert auf die einzelnen Weine eingehen, aber doch insbesondere bei herausragenden Geschmäckern ein wenig mehr dazu erzählen.

Flight 1: Deutschland mit

  • Peter Winter aus Rheinhessen mit einem Spätburgunder Rosé Beerenauslese
  • Heymann-Löwenstein von der Mosel mit dem Riesling von den Schieferterrassen aus 2003
  • Glaser-Himmelstoss aus Franken mit einem Müller Thurgau als Beerenauslese aus 2009

Dieser erste flight brachte insgesamt bereits einen ganz tollen Einstieg in den späten Nachmittag, denn diese 3 Weine waren auch von Ihrer Gesamtstruktur recht unterschiedlich.

Der PN Rosé konnte breite Zustimmung erzeugen und schmeckte fein. Dann der fein gealterte und bereits dunkel daherkommende Risling von der Mosel weckte sicher auch Erstaunen aus, was aber ebenso einem Müller Thurgau aus Franken gelang, der sich mit einer tollen Frische und Leichtigkeit zeigte die von einem solch gealterten Süßwein kaum zu erwarten war. Die beiden Weine von der Mosel und aus Franken erhielten von mir beide 17/20 Punkten.

Hier noch 2 kleine Eindrücke aus dem Weingut von Heymann Löwenstein

Nach diesem ersten Flight ein Brioche mit Foie Gras

Flight 2 aus Österreich mit

  • Heidi Schröck aus dem Burgenland mit einem Welschriesling Weißburgunder Cuvée aus 2022
  • Ein Gelber Muskateller von Feiler Artinger als Ruster Ausbruch von 2020
  • Vom Weingut Temer ein Welschriesling Weißburgunder Cuvée als Trockenbeerenauslese aus 1999

Diese drei Österreicher aus dem Burgenland präsentierten einen schönen breiten Durchschnitt für die Präsenz der Nachbarn aus dem Süden.

Insbesondere der Cuvée vom Weingut Temer zeigte sich mit einer ganz besonderen Note von rauchigen Geschmäckern, Salzigkeit am Gaumen sowie Kaffeenoten und feinen Cognac-Noten die sich lange am Gaumen und im Abgang hielten. Hier eine 18,5/20 als meine Bewertung.

Hier ein kleines Beispiel der diversen Weine von Heidi Schröck, die ja nicht nur Süßweine produziert, sondern auch diverse weitere gute Tropfen.

Nach diesem zweiten Flight sollte es aus der Küche erst einmal eine kräftige Note eines Garnelen Currys geben, der insgesamt und allen Beteiligten sehr fein mundete.

Flight 3 aus Italien mit

  • Genossenschaft Kaltern mit einem Passito Serenade aus 2011
  • Weingut La Vialla mit einem Passito aus Moscato 2009 und meist in Sizilien angebaut
  • Genossenschaft St. Michael Eppan mit einem Passito aus 2007

Das wir für diese Verkostung ausgerechnet drei Passito aus Italien hatten war eher ein kleiner Zufall, aber in der Verkostung dann ausgezeichnet zu vergleichen, denn die Trauben stammten auch aus unterschiedlichen Regionen in Italien. Meine Bewertung dieser drei Passito fiel relativ gleich aus, auch wenn sie aus drei unterschiedlichen Jahrgängen stammten. So im Foto zu sehen:

Final ging es dann in die Weinregion Frankreich wo wir ebenso drei Süßweine zu Verkostung angestellt hatten.

Flight 4 aus Frankreich mit

  • Leon Baur aus dem Elsaß und einem Pinot Gris aus 2018
  • Ch. Giraud aus dem Sauternes mit einem Cuvée aus 2007
  • Domaine Fontanel aus 1999 mit einem Grenache Gris als Rivesaltes Ambré ausgebaut

Auf diesen Flight war ich besonders gespannt, ob der relativ junge Elsässer von L. Baur mit den 2 kräftigen und wesentlich älteren aus dem Sauternes und dem Süden Frankreichs mithalten konnte. Er konnte, denn aufgrund seiner Frische und Leichtigkeit stand er in keinster Weise irgendwie hintenan. Das aber so ein Rivesaltes Ambré nach fast 27 Jahren und einer stark gedunkelten Couleur noch so animierend daherkam war schon sehr erstaunlich. Ein sehr gelungener und runder Abschluss dieser Verkostung mit drei Franzosen im Glas.

Auch hier noch ein kleines Foto als Randbemerkung zu einer dieser Weine mit Ch. Giraud, welches ich in den letzten Jahren mehrfach besucht hatte.

Leider sind ja die Süßweine auf den Speisekarten und den Menüs unserer Lokale so gut wie verschwunden, bzw. sie werden lange nicht mehr so oft bestellt wie einmal vor vielleicht 20 – 30 Jahren. Woran das öiegt kann sich jeder selber einen Reim darauf machen.


Süßwein Verkostung mit Jahrgängen von 1973 bis 2018

Anfang Oktober habe ich einmal wieder eine Süßwein-Verkostung veranstaltet, welche insgesamt mit 12 verschiedenen Weinen aus 5 Ländern bestückt war. Die Jahrgänge 1973 bis 2018 klingen ja erst einmal recht breit gefächert, doch die meisten Weine stammten schon auch aus den 2000er Jahren und 4 davon aus den Jahren vor dem Jahr 2000, also älter als 24 Jahre.

Als kulinarische Begleitung zu den Weinen hatte ich eine süße Focaccia gebacken, angereichert mit Cranberrys und Rosinen, weiterhin einige Brioche, welche dann später gefüllt werden sollten, und dann gab es noch eine Art Cantucci, welches ein baltisches Rezept ist und eigentlich den Namen Pumpernickel hat.

Hier die 12 Weine in Ihrer Reihenfolge wie wir sie verkostet haben. Wir starten mit einem

Tokay vom Weingut Holdvölgy aus dem Jahr 2018.

Feine frische Note und einem umwerfenden Duft in der Nase. leicht kräftige Note am Gaumen und frischem Anklang von hellen Früchten. (17/20)

Dann folgt ein Rosenmuskateller aus der Winzergenossenschaft Tramin. Jahrgang 2010 ist schon leicht gealtert, aber auch von seiner Farbe mit schönen roten Reflexen. Relativ dunkle Farbe; wohl passend zu süßem Nachtisch, gute Süße mit leichter Säure am Gaumen. (16/20)

Der nächste ein Weißburgunder aus Österreich vom Weingut Nimmervoll aus dem Wagram welcher als Beerenauslese ausgebaut ist. Sehr rund und fein am Gaumen mit sehr feiner Süße die sich im Abgang wunderbar fortsetzt. Ein tolles Beispiel für einen solchen Weißburgunder. (17,5/20)

Dann gehen wir nach der Beerenauslese zu einer Trockenbeerenauslese aus Deutschland, welche aus dem Weingut Glaser-Himmelstoss kommt und mit der Traube Müller-Thurgau aus dem Jahr 2009 stammt. Sehr feine und schöne Note der Trockenbeeren in der Nase, welche sich am Gaumen fortsetzen. Ein trockener Grundansatz zeigt sich aber mit seiner süßlichen Note so dezent am Gaumen, das man sicher kaum auf einen Müller-Thurgau bei einer Blindverkostung gekommen wäre. Sehr rund und ausgereift mit hervorragenden feinen Fruchtnoten. (18/20)

Dann geht es in eine der Klassikergegenden der Süßweine, nämlich ins Sauterne, welches im Süden von Bordeaux in Frankreich liegt, und dort der Süßwein mit Hilfe der Botritis Pilze im Herbst entsteht. Der erste dieser Sauterne Weine stammt aus dem Weingut Ch. Suduiraut und ist ein Cuvée aus 90% Semillon und 10% Sauvignon Blanc. Der Jahrgang 1997 zeigt sich allerdings sehr weit gereift und mit leichten Nebentönen die ich wenig lokalisieren kann. Unten im Foto ganz rechts zu sehen. (14/20) ??

Dann folgt der zweite Sauternes mit einer Flasche Ch. Giraud aus dem Jahr 2007. Kuvetiert aus 65% Semillon und 35% Sauvignon Blanc. Sehr schönes goldgelb in der Farbe. Er hat immer noch eine recht feine und schöne Frische am Gaumen mit einer Frucht die sich gut einbindet aber eigenständig mit am Gaumen die gesamte Struktur des Weines widerspiegelt. (17/20)

Zu diesen beiden Sauternes paßte sicher ausgezeichnet eine Brioche mit Foie Gras und Felsenbirnen-Marmelade belegt, die sich wunderbar zu den süßen Noten der Weine paßte.

Jetzt folgen die nächsten 6 Weine, welche zum Teil mit Cantucci aber auch mit Teilen der Brioche noch zu genießen sind. Wir setzen die Reise fort im Elsaß.

Das Weingut Leon Baur ist ein traditionelles Weingut aus dem Elsaß, welches aus der Ortschaft Eguisheim stammt. Wir verkosten einen Pinot Gris aus dem Jahr 2018, der bereits fein daherkommt und laut Etikett aus der „Selection de Grains noble“ erzeugt wurde. Der Geschmack geht in Richtung Mirabelle und leichten hellen Pfirsichen, fein am Gaumen und schmeckt nach mehr. (16,5/20)

Jetzt wieder nach Südtirol in die Winzergenossenschaft St. Michael-Eppan. Ein Gewürztraminer als Passito ausgebaut hat eine schöne bernsteinfarbige Note. Am Gaumen mit reifen süßen Noten von sehr süßlichen Früchten. (16,5/20)

Dann geht es etwas südlicher in die Toskana wo es ein großes Gut namens La Vialla gibt, welches seit ca. 30 Jahren Süßwein produziert der mit dem Namen Vin Santo daherkommt und aus der Traube Zibibbo hergestellt wird. (16,5/20)

Und wieder ab nach Frankreich und zwar weit in den Süden in die Region Languedoc-Roussillon, wo wir bereits mehrfach das Weingut Domaine Fontanel in den 80er und 90er Jahren besucht hatten und immer wieder Weine mitgenommen hatten. Dieser Grenache blanc aus dem Jahr 1999 ist als Rivesaltes Ambré ausgebaut und stammt zum Teil von heute 80-jährigen Reben. Der Wein ist recht dicht am Gaumen und sehr voll im Abgang. Sehr feine und runde Noten von ausgereiften Früchten die in Richtung Quitte, Mirabelle und sehr reifen Bergpfirsichen gehen. (18,5/20)

Jetzt folgt der älteste Süßwein den wir in der Reihe präsentieren konnten. Ein Ruster Ausbruch aus dem Jahr 1973 stammt vom Weingut Elfenhof und ist mit der Traube Muskat-Ottonel hergestellt. Wir waren alle sehr gespannt, ob sich dieser Wein noch halten konnte? Noten von Kaffee, Espresso und leicht nach dem Bitter Averna, was aber nicht störend war. Sehr dicht und voll mit dunklen Noten, aber sehr wohl immer noch ausgezeichnet trinkbar. (17/20)

Zum Abschluß ein kleiner Test mit einer Mini-Boxbeutelflasche die aus der Winzergenossenschaft Markelsheim stammte und aus dem Jahr 2000 stammt. Traube Bacchus und mit dem Namen Tauberrettersheimer Königin auf dem Etikett aufwarten kann. Sehr dunkel in der Farbe und im Abgang auch recht kurz gehalten. Wohl schon leicht seinen Höhepunkt überschritten. (14/20)

Hier die fotografische Belegansicht:

Die Flasche ganz rechts war ein Test und nicht zur R<eihe der Süßweine passend.