Archiv der Kategorie: Reisen

Weinreise im Burgund, der zweite Tag mit Maison Shaps, Bistro d’Olivier und Domaine Compte Senard

Bei bestem Spätsommerwetter ging es an diesem Tag zu zwei Weingütern im Pommard und der Region Aloxe-Corton. Weiterhin machten wir für den Mittags-lunch Station in der Ortschaft Puligny-Montrachet in dem Restaurant von Olivier Leflaive. Nach dem Frühstück im Hotel in Beaune versammelt sich die Gruppe um 9:30 Uhr für die Abfahrt zu unserer ersaten Station bei dem Wedingut Maison Shaps, welche gerade mitten in der Endphase der Weinernte steckten, was wir dann auch auf dem Hof live miterleben konnten. So sieht das dann aus, wenn die Maischevergährung in den großen Edelstahltanks abgeschlossen ist und die vergorenen Trauben in der Presse weiterverarbeitet werden und soweit ausgepresst werden, das der fast schon klare Wein für die weiteren Verarbeitung ausgepresst wird.

Nach dieser Pressung kommt der Rotwein entweder in die kleineren Barriquefässer – im Burgund mit einem Inhalt von 228 Liter – oder auch in größere Holzfässer, die 500, 1000 oder auch mehr Liter Wein fassen. Die Gruppe verkostet hier auf dem Weingut im Vergärungskeller, der sich wie eine größere Garage anfühlt, aber deswegen nicht minder geeignet ist für eine Verkostung von weißen und roten Burgundersorten. Das Weingut Shaps bewirtschaftet insgesamt ca. 4 ha Weingärten und produziert darauf so ca. 20 Tsd. Flaschen Wein im Jahr. Wir verkosten insgesamt 7 Weine aus bereits abgefüllten Jahrgängen, und zum Abschluß gibt es einen sicher außergewöhnlichen Schluck frisch aus der Presse, wie oben im Bild zu sehen. Hier die Reihe der Weine welche wir ins Glas bekommen.

Insbesondere die Pommards waredn für mich in Ihrer fedinen Note der Pinot Noirs sehr fein und ausgewogen vom Geschmack der Frucht mit Ihrer Säure gut abgestimmt. Hier insbesondere verkosten wir im Wesentlichen die aktuellen Jahrgänge 2023, 20222 und aus der Presse natürlich 2025. Ein Blick auf die Karte verdeutlicht die Lage.

Die Farben verdeutlichen die Klassifikation der einzelnen Lagenbezeichnungen. Dunkelrot: Grand Crus, rot: Premier Crus, gelb: Villages und grün: Appellation Regional. So wird auch hier deutlich, das die beiden rötlich gefärbten Lagen die kleinste Menge ausmacht und damit auch den Gipfel der Preise für eine Flasche repräsentiert.

Nach dieser Verkostung geht es zu einem Mittagessen, welches in einem Restaurant stattfindet, das zum Weingut Olivier Leflaive gehört und an diesem Tage sicher eines der Höhepunkte sein sollte. Diese Weinreise, wie auch viele weitere von BKWine, ist so organisiert, das wir auch immer zum Lunch die entsprechenden Weine der Eigentümer des Restaurants oder auch der Region, bzw. des Weingutes wo wir speisen, zur Verkostung erhalten.

Wie der Zufall es so wollte war Olivier Leflaive selber an diesem Mittag anwesend und begrüßte unsere Reiseleitung mit Britt und Per am Tisch als er ins Restaurant kam. O. Leflaive trägt immer einen Hut, so war auch er auf diesem Foto gleich zu erkennen und machte einen sehr aufgeräumten und freundlichen Eindruck.

Hier nun die Speisenfolge, welche wir in dem Restaurant auf die Teller bekamen. Die Weine waren selbstverständlich aus dem eigenen Weingut von O. Leflaive, die ich aber an diesem Mittag nicht im Foto festgehalten hatte.

Das Amuse Geule mit einer Crème aus Wurzelgemüse und dekoriert mit Olive und Mandel.

Die Vorspeise aus einer Terrine die mit Zuccini und Basilikum auf einer feinen Paprikasauce abgestimmt ruhte.

Zum Hauptgericht dann ein fein geröstetes Stück Perlhuhn mit Karotten und einer gremolata. Sehr ordentlich vom kräftigen Geschmack aber ein wenig sehr zurückhaltend in der B<eilage.

Im Dessert dann ein Pavlova, was im Prinzip eine Meringe ist, mit roten Früchten und einer Sauce von Vin de Bourgogne, also hier offensichtlich aus einem Rotwein eingedünstete rote Sauce als Basis. 3 Weine gab es dazu aus der Domaine Olivier Leflaive: Uncle Vincent, Auxey Duresses und ein Meursault Vireuls; alle aus dem Jahrgang 2020.

Am Nachmittag ging es dann zum Weingut Domaine Compte Senard in Aloxe-Corton, welches mit einer Größe von 10 ha Weinbergen schon bereits zu einer der größeren Anwesen zählen darf. Es werden ca. 40 Tsd. Flaschen im Jahr produziert und das Weingut ist seit 2003 als organisch produzierender Betrieb zertifiziert. Auf dieser Station können wir 8 Weine verkosten, was für den Tag auch ein sehr gelungener Abschluss sein sollte.

Der herausragende Wein aus dieser Reihe war für mich einmal wieder der etwas ältere Jahrgang aus 2001 mit dem Corton-Les Bressandes Grand Cru aus einer Monopollage. Sehr würzig in der Nase mit expressiven Noten der Frucht. Sehr kräftige Struktur in seiner gesamten Länge und Ausbreitung im Gaumen. Ein tolles Beispiel eines ausgereiften und wirklich auf seinem Höhepunkt angelangten Burgunders. (19,5/20) Kosten: 245.-€

Blick in den Keller, der uns in den nächsten Tagen mit ähnlichen Gewölben immer wiederkehren sollte, denn im Burgund sind die meisten Keller unterirdisch angelegt.


Weinreise im Burgund, Rhônetal und bis Avignon; der erste Tag – Anreise

Mitte September sollte es für mich einmal wieder auf eine sehr interessante Weinreise in die Region Burgund gehen, welche von den Veranstaltern BKWine organisiert wurde. Gesamt sollten wir mit der Gruppe von 17 Personen 9 Tage unterwegs sein, welche mit einem gut gefüllten Programm gespickt waren und eine sehr interessante Reihe an Weingütern und Lokalitäten beinhalten sollte. BKWine ist für mich deswegen so interessant, weil das Programm an ausgewählten Weingütern, Restaurants und auch sonstigen Lokalitäten so vielseitig ist, das es über die Jahre immer wieder interessant ist an solch einer Weinreise teilzunehmen.

Die Anreise bei BKWine wird klassischerweise von jedem Teilnehmer selber organisiert, und man trifft sich am ersten Abend in einem Restaurant oder Lokal, wo es dann ein „welcome-dinner“ gibt, wo sich die Gruppe kennenlernen kann, aber auch die ersten Geschmäcker der Region und deren Weine in die Reise einfließen. Wir treffen uns als Gruppe also erst einmal im Hotel, wo wir die nächsten 4 Nächste verbleiben sollten und fahren gemeinsam mit dem Bus in das etwas außerhalb von Beaune gelegene Restaurant Ermitage de Corton, in Chorey-lès-Beaune.

Pünktlich dort eingetroffen werden wir entsprechend herzlich begrüßt und nehmen an zwei vorbereiteten Tischen Platz die für uns eingedeckt wurden. Die Reiseleitung mit Britt Karlsson und Per Karlsson nehmen jeweils einen der Tische unter Ihre Fittiche, so das auch die Diskussionen über das Essen oder auch die Weine entsprechend kommentiert werden können. Per verteilt eine auf A5 gedruckte Speisekarte, wo auch die Weine des Abends entsprechend aus dem Burgund angekündigt sind. Also auch hier ein kleiner aber sicher mit entscheidender Service den ich sonst nur bei großen Gala-Empfängen bisher erleben konnte. Auf diesen Restaurantbesuchen gibt es klassischerweise fast immer ein Amuse Bouche, Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Wobei manchesmal auch ein Sorbet dazukommt, oder auch zwischen Hauptgang und Dessert sich noch ein Käseteller dazu gesellt.

Wir starten also mit einer Vorspeise mit dem Titel „Gnocchis de champignons de Paris, Cîteaux et concombres“ Schmackhaft und leicht was einen schönen Start in den Abend einläutete. Dazu gab es natürlich einen Wein aus dem Burgund, welche auf der Karte schlicht mit „Vin de Bourgogne“ angekündigt wurde.

Dieser weiße aus der Region Saint-Aubin im Burgund paßte wunderbar zu der Vorspeise und hörte auf den Namen Puligny-Montrachet, was dann so auch die genauere Region im Burgund definiert. 2023 natürlich noch relativ jung, was sich aber für so einen weißen ganz ordentlich zeigte und präsentierte.

Dann folgt der Hauptgang der sich mit folgendem Namen auf der Karte ankündigt: „Joue de porc braisé à la bière de Bourgogne, Raviole de champignons. So auf dem Teller:

Auch hier eine feine Leichtigkeit der Teigtaschen die mit dem Schweinefleisch gefüllt sind und noch von diversen kleinen Gemüsen und Kürbisteilen begleitet werden. Dann wie schon angekündigt nach dem Hauptgang ein Käseteller, den wir mit einem weiteren Burgunder Weißwein abrunden.

Dieser Nuits-Saint-Georges paßte ebenso fein zum Hauptgang des Menus wie auch zum Käse. Dann folgte also auch noch ein Dessert, der folgendermaßen betitelt wurde:

„Mousse glacée au Limoncello Meringue craquante, fraises et vanille“.

Nicht nur optisch ein kleines Meisterwerk, sondern natürlich auch am Gaumen ein frisches und leichtes Gericht zum Dessert, welcher von folgendem Wein begleitet wurde.

Dieser Morey-Saint-Denis von der Domaine Michel Magnien sollte uns in den weiteren Tagen nochmals begegnen, denn auch dieses Weingut war als Besuch der Gruppe auf dem weiteren Programm. Feine Säure mit recht kräftigen Noten nach Marzipan aber sonst auch ausgewogen und fein von der Frucht her. Auf dem Weingut sollten wir den 2019er verkosten der sich wunderbar präsentierte.

Also begann mit dieser Reihe anSpeisen und Weinen aus dem Burgund eine wunderbare Folge von sehr delikaten Köstlichkeiten, die sonst in der Dichte kaum zu erleben sind, außer man begibt sich auf so eine Weinreise mit einigen Gleichgesinnten die sich damit auf eine solche Reise begeben.

Hier noch der link zum Veranstalter BKWine


Piemont der fünfte Tag bei La Spinetta und in Turin.

An diesem Sonntag sollte es dann von Alba wieder in Richtung Turin zurück gehen, wo wir auf dem Weg eine sehr schöne Verkostung bei La Spinetta erleben konnten. Das Weingut La Spinetta wurde um das Jahr 1977 gegründet und baut heute auf ca. 250 ha Wein an, der für ungefähr 1 Mio. Flaschen im Jahr reicht. Für das Piemont sicher eine der größeren Anlagen, welche aber von der Qualität her in keinster Weise den kleineren Gütern hinterherhinkt.

Nach einem wie üblich kurzem Kellerdurchgang, können wir hier in einem großzügigen Verkostungsraum die diversen Weine und Qualitäten des Weingutes verkosten. Es werden gesamt 5 Weine, welche ich am Ende nochmals zeigen werde. Hier ein paar Eindrücke aus den Kellerabteilen, wo diverse große Hölzer, aber auch eine ganze Reihe Kisten mit fertig abgefüllten Flaschen lagern.

Kleiner Erklärungsversuch zu der etwas ungewöhnlichen Bedruckung der fertigen Kisten, denn zu Beginn des Weingutes haben sich die Besitzer überlegt, ein sehr symbolträchtiges Teil als Eyecatcher für das Weingut zu nehmen. Die Wahl fiel auf die Zeichnung von Albrecht Dürer, und dessen Nashorn, was nach einigen Verhandlungen mit den Erben von Dürer dann auch gelang und somit heute diese Grafik auf fast allen Flaschen, den Kisten und sonstigen Teilen exemplarisch für das Weingut steht.

Wie hier zu sehen wurde die Grafik von A. Dürer auch als „Rhinocerys“ bezeichnet, was aber wohl in der heutigen Zeit getrost als Nashorn durchgehen kann. So also auch hier auf dem Verkostungstisch und dem Papierset ein Teil der Grafik links auf den Set zu sehen. Die Gläser stehen bereit und somit können wir zur Verkostung übergehen.

Wir starten mit einem Barbera d’Asti aus 2021. In der Nase recht fein und mit Nussnoten und feiner Frucht. Es folgt ein Barbaresco aus 2022. Und noch ein weiterer Barbaresco aus der Reihe der Weine vom Weingut. Noch ein weiterer Barbaresco Valeriano folgt und dann zum guten Abschluss ein Barolo aus 2020 der mit einer sehr typischen Nase und frischen Orangenzesten aufwarten kann. Rund und ausgewogen mit einer feinen Struktur und Fruchtanteilen (17,5/20)

Hier die Reihe der verkosteten Weine mit einem ergänzten Moscato d’Asti – ganz rechts, und einem Olivenöl aus eigener Produktion – ganz links, was für so ein doch recht großes Weingut in dieser Region kein Wunder ist, sondern eine feine Ergänzung zu den sonstigen Delikatessen aus dem Hause La Spinetta.

Nach dieser entspannten Verkostung geht es mit dem Minibus in Richtung Turon, wo wir in einem Restaurant absteigen mit dem Namen „Ristorante La Badessa“. Jeder aus der Gruppe darf sich von der Karte so seine 2-4 Gerichte bestellen, die auch entsprechend flink dann aus der Küche serviert werden. Hier die Fotos dazu.

Meine Wahl fiel im Hauptgang auf ein Gnocchi mit Muscheln, welches ausgesprochen gut mundete. Und final auf dieser Weinreise gab es dann am Tisch einen Wein, den wir bereits 2 Tage vorher in Barbaresco kennenlernen konnten. Ein toller Abschluss an diesem Tage und ein runder Abschluss mit den Gerichten die wir auf den Tisch bekamen.

Piemont der vierte Tag bei Virna Borgogno, Massolino und Vietti

Und wieder schreiben wir einen sehr sonnigen Tag an diesem Samstag im Piemont, wo wir in der Nähe von Serralunga das Weingut Virna Borgogno besuchen. Stehen zunächst vor verschlossenen Türen an dem Samstag um 10 Uhr Vormittags, aber es kommen 2 jüngere Mitglieder der Familie aus einem Haus fast gegenüber, wo deutlich wird das es wohl am Abend vorher ein wenig länger ging. War aber nicht wirklich störend, denn wir bekamen auch hier 5 recht ordentlichen Weine zu verkosten.

Gesamt wird auf diesem Weingut auf 20 ha Wein angebaut und wir beginnen mit einem Nebbiolo aus 2023, den ich hier exemplarisch für die Verkostungsreihe zeige.

Weiterhin gibt es für uns zu verkosten einen Barolo aus 2020, der aus 5 verschiedenen Lagen stammt, einen Barolo aus 2019, noch einen Barolo aus 2019 und einen Barolo Cannubi aus 2016 der mit sehr reifen Tönen und gut eingebundenen Tanninen sich präsentiert. Großartige Weine die bei mir alle eine Note von 16,5 – 17,5 / 2q erhalten haben.

Am frühen Nachmittag geht es dann zum Weingut Massolino. Das Weingut baut seine Weine auf einer Fläche von 52 ha an, und existiert im Prinzip seit dem Jahre 1896 hier als Familienbetrieb. Massolino liegt als Weingut mitten in der Ortschaft Serralunga d’Alba wo wir in einem großzügigen Verkostungsraum mit Zugang zu einer Terrasse unsere 7 verschiedenen Weine verkosten dürfen. Wie fast immer beginnen wir allerdings im Keller mit einer kleinen Führung.

Auch hier im Piemont wird wohl gerne experimentiert, denn zwischen den großen Holzcuvées stehen dann auch solche Betoneier oder auch Keramik-Gefäße, wo sich ein Chardonnay darin befindet.

In der Verkostung geht es dann zunächst einmal mit einem Riesling los, der sich wunderbar klassisch in der Nase erweist, mit leicht scharfer Note und einer mittleren Mineralität. Gefolgt von 2 Barbera und einem Nebbiolo Lange aus 2022. Final gibt es dann 3 Barolo die alle 30 Monate im Holz und dann aber auch noch mindestens 1 Jahr auf der Flasche reifen. Eine tolle Reihe an solchen Barolo, wo mich der letzte mit 17,5 – 18,5 Punkt4en / 20 sehr überzeugen konnte.

Final geht es am späteren Nachmittag auch noch zum Weingut Vietti, wo wir in einem viel zu kleinen Verkostungsraum ebenso 7 Weine verkosten dürfen, die mit einem Timorasso beginnen und natürlich bei diversen Barolo enden. Dieses Weingut hat einen großen Namen, die Weine sind ausgezeichnet, aber offensichtlich war unser Besuch etwas unpassend an diesem Nachmittag?

Piemont der dritte Tag mit Tenuta Marchesi di Grésy, Produttori dei Barbaresco und Osteria del’Arco

An diesem dritten Tag im Piemont ging es mit der Gruppe erst einmal ganz gemütlich mit einer Stadtführung in Alba los, wo wir so ein paar diverse Spezialitäten der Stadt kennenlernen durften. Das Wetter war wieder wunderbar sonnig, und wir konnten ganz gemütlich durch das Städtchen schlendern und unserer Stadführerin zuhören. Da wir am Abend zuvor bereits einmal durch die Altstadt geschlendert waren hatten wir für unseren Mittagsimbiß bereits eine etwas ungewöhnliche Lokalität für so eine Stadt im Piemont ausgemacht. Ein Japaner der auch dann mittags ab 12 Uhr geöffnet hatte, und wir über das Handy und eine App die Speisen aus der Küche bestellen konnten. Die Küche war schnell, aber ein wesentliches Manko bei der Sache war natürlich, das bei gewissen exotisch Speisen man nicht gleich erkennen kann was da serviert wird, und ob wir das überhaupt bestellt hatten. Prompt passierte dann auch einmal eine Tischverwechslung.

So ungefähr sah das Gedeck aus, wo wir uns an einen Tisch setzten, der auf der Terrasse aber auch vorbestellt war. Eines der Teller die wir bestellt hatten war dann eine inside out Sushi Roll, die recht gut schmeckte und wir natürlich einen Weißwein aus der Region dazu tranken.

Dann ging es am Nachmittag zu einem der ersten Weingüter die auf dem Programm standen, welches die Tenuta Cisa Asinari dei Marchesi di Grésy war und wir dort einmal wieder recht freundlich begrüßt wurden. Auf diesem Weingut war ich bereits in 2008 einmal mit P. Gallhofer wo ich auch recht gute Erinnerungen habe.

So empfing uns der Verkostungsraum, top vorbereitet mit entsprechenden Gläsern und wie in fast allen Weingütern, weil wir ja auch angemeldet waren, immer sehr freundlich und entgegenkommen, was so – ich denke einmal zurück an meine allererste Piemont Reise – nicht wirklich selbstverständlich war. Hier auch eine kleine Erklärung bei einem kurzen Kellerdurchgang der von Weingut zu Weingut doch immer wieder diverse Unterschiede beinhaltet.

Wie zu sehen ist, wird hier fast ausschließlich mit Holz gearbeitet, für die Vergärung, aber auch für die Reifung des Weins. Wie fast immer folgt danach die Verkostung, was in diesem Fall eine Reihe von 6 Weinen beinhaltete.

Leider ist mir das Foto relativ unscharf geraten, so das man die Sorten nicht wirklich erkennen kann. Aber ich kann ja hier die Beschreibungen folgen lassen.

  • Martinenga Barbareso aus 2021
  • Gaiun Martinenga Barbaresco aus 2020
  • Gaiun Martinenga Barbaresco aus 2014
  • Camp Gross Gaiun Barbareso aus 2018 – 17,5/20
  • Camp Gross Gaiun Barbareso aus 2014 – 17,5/20
  • Und abschließen La Serra Moscato aus 2015

Sehr schöne und ansprechende Verkostung mit excellent ausgewählten Weinen, die aber in der Spitze auch über 150.-€ die Flaschen kosten.

Dann ging es in die Ortschaft Barbaresco, wo auch Anjelo Gaja sein Weingut hat und wir im Vorübergehen ein Foto erhaschen konntne.

Die Dorfstrasse weiter hinauf hatten wir dann unser nächstes Ziel, die Genossenschaftskellerei mit Namen Produttori dei Barbaresco. Hier verkosteten wir ein paar Weine so quasi im Vorübergehen in der Empfangs-Halle, welche mit einer Theke, einem Tisch und ein paar Stühlen ausgestattet war, so das wir es uns nicht wirklich gemütlich machen konnten, jedoch trotzdem einige Weine verkosteten. Das war dann zunächst einmal der Tagesabschluss mit den Weinverkostungen, wobei es dann am Abend natürlich weiterhin zum ausgezeichneten Essen in der Osteria dell’Arco diverse Weine geben sollte.

Wir hatten gebucht und dann bei diesem schönen Wetter auch entsprechend im Innenhof zu sitzen. Um uns herum diverse weitere Tische die auch bald besetzt waren. Auf der einen Seite der Eingang zum Lokal, aber auf der gleichen Seite am anderen Eck der Zugang zur Küche, wo dann irgendwann am Abend auch immer wieder die Speisen von den Köchen serviert wurden. Ich hatte mir 3 Gänge bestellt die wie folgt lauteten:

  • Ein Dreierlei mit Russischem Salat, Vitello Tonnato und ein Rindertartar
  • Gerösteter Oktopus, Zuccini und getrockneten Tomaten
  • Rinderzunge und traditionelle Sauce

Alle drei Gänge waren wirklich vorzüglich und schmeckten nicht nur ausgesprochen frisch zubereitet, sondern für mich waren auch die Zutaten ansich sehr ansprechend angerichtet und in der Portionierung sehr fein ausgewogen. TOLL!

So ging also dieser dritte Tag im Piemont mit einem ausgezeichneten Essen seinem Abschluss entgegen. Hier einmal ein großes Lob an die Reiseleitung mit René Ebner der diese Lokalität ja schon länger kennt, aber bekanntlicherweise auch sehr wählerisch sein kann, was Auswahl etc. der Weingüter und Lokal anbetrifft.

Piemont der zweite Tag mit Cantina Rizzi, Oddero und Pira&Figli

Da wir in den 5 Tagen im Piemont ein so berauschend schönes Wetter hatten, hier gleich zu Beginn des zweiten Tages ein Alpenpanorama gesehen vom Weingut Rizzi in Richtung Westen, wo sich die Seealpen zwischen Italien und Frankreich erheben.

Nach ausgiebigem Betrachten der wunderbaren Aussicht ging es dann aber auch in Richtung Weingut, wo wir kurz im Keller und dann auch ausführlicher die Weine der 10 Sorten die wir an diesem Tag in der Cantina zu verkosten bekamen.

Wir beginnen mit einem sprudeligen der zu 85% aus Chardonnay ud 15% PN besteht. 36 Montae auf der Hefe gelagert und zeigt sich am Gaumen mit hellen feinen Früchten.

Dann noch ein Chardonnay aus der Lange und ein Dolcetto aus 2023. Das setzt sich fort mit einem Barbera d’Alba einem Lange Nebbiolo und drei Barbaresco aus 2021 und von drei verschiedenen Lagen. Dann folgt noch ein Barbaresco Riserva aus 2019, welcher seine Reife im Barrique, im Beton und dann noch auf der Flasche erhält. Sehr fein mit dunklen Noten nach Tabak und Waldboden sowie sehr gut eingebundenen Tanninen und feiner Säure. (18,5/20)

Final ein Moscato d’Asti aus 2024 mit nur 5,5% alc. helle Früchte mit einer fein süßlichen Note und toller Frische am Gaumen. (nicht im Foto)

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Anschließend geht es dann zum Weingut Oddero wo wir am späten Vormittag herzlich empfangen werden.

Auch hier ein kleiner Kellerdurchgang, der uns aufzeigt was im Gegensatz zu allen weiteren Weingüter der Region Piemont vielleicht anders gemacht wird. Oddero baut seine Weine heute auf ca. 36 ha an, wobei davon allein 30 ha auf den Nebbiolo fallen. Hier ein kleiner Einblick in die Kellerlandschaft wo fast ausschließlich mit großem Holz gearbeitet wird.

So ganz nebenbei bemerkt – ein blitzblanker schwarzer Keramikfußboden der uns aufgefallen ist. Im Keller auch zu sehen ein Teil der Geschichte des Hauses, welches schon länger die Weinbereitung im Piemont betreibt.

Wir befinden uns also in der Nähe des Städtchens La Morra, was das Plakat oben ausweist und auch hier wurden bereits 1911 Wettbewerbe unter den Winzern veranstaltet um sich, wie man heute sagen würde, eine Marketingposition zu verleihen.

Wir verkosten hier beginnend mit einem weißen Timarasso über einen Nebbiolo und einen Barbaresco weiter 3 Barolo, was im Hause das Hauptgeschäft ausmacht. Der Top Barolo Riserva ist erst nach 32 Monaten marktreif und wir verkosten den 2015er Jahrgang, wovon allein von den 9 Tsd. Flaschen des Weingutes 3500 von dieser Sorte produziert werden. Preis liegt bei 148€

Nach dieser recht feinen Verkostung ging es Richtung La Morra ins Restaurant Osteria Veglio, welches eine Terrasse mit einem super Ausblick hatte und wir mit den 8 Personen eine Tisch belegen konnten, wo wir ein ausgezeichnetes Mittagessen verspeisen durften.

Von außen betrachtet und rechts der Eingang zum Restauran, der aber auch gleich auf die Terrasse führte. Ich wählte mir nur 2 Gänge aus, welche aber sehr fein für diesen Mittagstisch ausfielen. Zunächst eine gefüllte Zwiebel die mit diversen Geschmäckern gefüllt war. Eingebettet auf einem Erbsenpürrée der ebenso gut zum gegarten Zwiebelmantel paßte.

Als Hauptgang gab es dann bei mir eine Crème vom grünen Spargel mit einem Stück Kabeljau, der wunderbar gegart war und sich geschmeidig auf dem Teller präsentierte.

Zum Abschluß des Tages ging es dann noch zum Weingut Pira&Figli, welches mit ebenso einer kurzen Kellerführeung und dann einer einigermaßen ausführlichen Verkostung aufwarten konnte. Wir verkosten insgesamt 7 Weine welche wieder einmal vom Dolcetto über einen Barbera d’Asti zum Nebbiolo reichte und dann von 4 Barolos gefolgt war.

Hier einmal wieder ein Einblick in den Keller, wo auch hier einmal wieder recht viel großes Holz zu finden ist, aber auch einige Barriques.

Die 7 Weine die wir verkosten durfte reichten im Barolo-Bereich von 2021 bis hinunter zu einem Barolo aus 2009.

Der Moscone 2009 war besonders ausgewogen, ebenso ausgereift und sehr geschmeidig am Gaumen. Der sicher super fein gelagerte Wein hatte sich also in der Flasche dermaßen gut entwickelt, das er für mich die beste Note erhielt.

Piemont im April ’25, der erste Tag bei M. Chiarlo, La Spinona und im Lokal Civico 15.

Angekommen in Turin auf dem Flughafen war die kleine Gruppe von 7 Teilnehmern und einem Reiseleiter komplett. Gepäck im Kleinbus verstaut und dann geht es Richtung Süden in die Langhe ins Lokal Civico 15 in Canelli, wo wir bei schönstem Wetter auf der überdachten Terrasse sitzen können und wir uns bei diesem Lunch erst einmal auf die diversen Verkostungen der nächsten Tage vorbereiten.

Jeder der Teilnehmer bestellt sich seine 2-3 Gänge, welche bei mir auf einen Schneckengang als Vorspeise, Zwischengang ein typisch piemontesischer Nudelgang mit gefüllten Teigtaschen, sowie einem Fisch auf einem Knochen mit Mark gefallen ist. Hier ein erster kleiner Eindruck was uns mit der Speisekarte in visueller Hinsicht erwartet.

Ebenso eindrucksvoll wie die Speisekarte war ein anderes Detail auf dem Tisch, welches sich in Form eines kleinen Dackel darstellte und in diesem Fall als Messerbänckchen diente. TOLL!

Liebe zum Detail in so einem Restaurant mitten in der Langhe im Piemont hatte ich wohl nicht wirklich erwartet aber war umso überraschter von dieser Deko. Hier dann meine Speisefolge:

Schnecken in einer Tomatensauce mit feinen Thymian und sonstigen Gewürznoten sehr fein angemacht und wunderbar am Gaumen.

Der Zwischengang mit den gefüllten Nudeltaschen sehr typisch für die Region.

Und der Hauptgang mit dem Kabeljau auf dem Rinderknochen der ein wunderbares Mark noch beinhaltete, welches durchaus auch zum Fisch paßte.

Ein so guter Start mit einem Lunch auf einer Terrasse war der optimale Start für eine erste Verkostung bei Michele Chiarlo.

Am Nachmittag geht es dann nach kürzerer Fahrt zum Weingut Michele Chiarlo, wo wir bereits erwartet werden. Von außen erwartet uns eine sehr schön begrünte Fassade des wohl relativ neu gebauten Kellergebäudes.

Das Weingut wurde im Jahr 1965 gegründet und baut heute seinen Wein auf 150 ha an. Wir können 2 Barbera d’Asti, DOCG und weitere 4 rote Sorten verkosten. Hier am Tisch in sehr guter Atmosphäre und insgesamt einer kompetenten Anleitung der Person die uns auch im Vorfeld noch kurz durch den Keller geführt hatte.

Hier noch ein kleiner Eindruck aus dem Keller, wo diverse Weine für die Zukunft lagern aus vergangenen Jahrgängen um andere Gruppen, Journalisten und sonstige große Gelegenheiten zu bestücken.

Die Weine welche wir verkosten durften hier im Bild, wo für mich das Highlight der Nizza Reserva La Court aus 2020 war. (Flasche ganz links)

Am späteren Nachmittag ging es dann noch zum Weingut La Spinona, welches einmal wieder auf einer exponierten Lage einen super Ausblick auf die Piemontesischen Hügel bot.

Da wir in den 5 Tagen Ende April ein sagenhaft gutes Wetter hatten konnte ich dann auch entsprechend solche Fotos entstehen lassen. Das Weingut La Spinona selber baut seine Weine auf 25 ha in den Lagen um das Weingut an, wo die Gründung des Weingutes auf das Jahr 1969 zurückgeht.

Der Jagdhund im Logo und auch auf den Etiketten geht auf eine Rettung des Weingutgründers aus einem Fluss in der Nähe, der ihm das Leben rettete, so das er auf diese Art und Weise geehrt wird. Verkosten durften wir hier insgesamt 8 Weine die vom einfacheren Nebbiolo bis zum Spitzen-Barolo reichten. Meine Bewertungen liegen zwischen 15 und 17 Punkten von 20. Hier die Reihe der meisten Weine in der Reihe.

Estlandreise mit Lee Restaurant und Eindrücke aus der Stadt Tallinn

In diesem Restaurant war ich bereits ein Jahr zuvor, was mich aber seinerzeit so nachhaltig beeindruckte, das ich es aus München einige Wochen vor dem Estlandbesuch für einen weiteren Abend gebucht hatte. Der Name Lee beschreibt im estnischen den „antiken“ Feuerplatz in der Mitte einer Dorfgemeinschaft worum sich das Leben abspielte. An diesem Abend hatte ich mit dem Wetter Glück und ich bekam einen Platz im Innenhof des Lokals, welcher sich innerhalb der alten Mauern des Dombergs ausbreitete. Hier schon einmal der Blick von meinem Tisch auf die Anrichte und Durchreiche des Lokals und der Küche zum Innenhof.

Mir wurde also dann eine Karte gereicht und ich wählte 2 Fischvarianten aus der interessanten Auswahl aus. Grundsätzlich sei zu erwähnen, das die Menüs und Speisen im Lee so ausgewählt sind, das die Produkte aus der Saison auf den Teller kommen, welche primär aus der Region um Tallinn stammen und grundsätzlich wohl auch einem aktuellen Einfluss der aktuellen Küche folgen. Meine Wahl fiel auf 2 verschiedene Varianten von Lachs. Einmal mariniert in einer feinen Sauce, bzw. einer Art Vinaigrette. und zweitens einem Wildlachs der mit einer fein angemachten Gemüsevariante aus Erbsen und Kräutern aufgetischt wurde. Noch ein kleiner Blick vom Lokal von innen nach außen, welches mit zum Teil bunten Scheiben versehen ist.

Dann zu meinen 2 Gängen, welche mir eben im Garten bei bestem Wetter serviert wurden. Die Vorspeise ein marinierter Lachs mit sehr fein abgeschmeckten kleinen Beilagen.

Der Hauptgang dann auch wieder ein Lachs, aber diesmal ein Wildlachs, welcher geräuchert war und ebenso mit einer sehr passenden Beilage aufgetischt wurde.

Dieses Lokal ist für alle Tallinn Besucher sehr zu empfehlen!

Dann noch 2 Fotos aus der Stadt Tallinn, welche ich so in den Tagen meines Besuches so nebenher machen konnte, da es ja auch fast immer schönes Wetter gegeben hatte.

Einer der zentralen Plätze in Tallinn ist der Rathausplatz mit dem historischen Rathaus, welches heute als Museum und sonstiges Gebäude dient. Etwas rechts im Hintergrund ist der Dom zu Tallinn zu sehen, der im Prinzip auf dem höchsten Punkt der Stadt gebaut ist – dem Domberg.

Final für mich hier noch ein blumiger Eindruck aus der Stadt Tallinn, wo ich nicht weit weg von meinem Hotel, am Rande des Stadtteils Rotmanni diesen Blumenladen aufnehmen konnte. Ich beobachtete tagsüber die Mitarbeiter, wie sie um ein Drahtgestell herum den großen Bogen ganz links mit Blumen bestückten, und fragte mich dann, wie geht der dann für die Nacht in den Laden rein? Ganz einfach – garnicht, denn alle die Blumenkübel und Dekorationen um den Laden herum wurden einfach in der Nacht, es war ja Sommer, stehengelassen, und keiner würde in Estland daran denken nur irgendwie daran Hand anzulegen, oder gar eine der Pflanzenkübel mitgehen zu lassen. Großartig.

Das ist das Ende der diesjährigen Estlandreise.

Estlandreise, der zweite Tag in Tallinn bei R14; Noblesser und 180° by Mathias Diether

In diesen Tagen im Juli 2024 waren auch die Temperaturen hier im hohen Norden noch recht hoch mit nur selten einmal einem kleinen Regenschauer der für Erfrischung sorgte. An diesem Tag hatte ich einmal wieder ein Lokal in der Hafenregion reserviert und die weiteren Lokalitäten mir am Tage vorher ausgesucht, oder mich einfach zur lunchtime eingefunden, um einen Platz zu ergattern. Ich steuerte also ein seit 3 Jahren vom Michelin empfohlenes Restaurant Namens „R14“ an, welches genau in dem Stadtteil liegt, wo ich auch mein Hotel hatte – Rotermanni. Das Lokal hat eine große Weinauswahl und fungiert ebenso als Weinboutique, wo man sich gute Tropfen erstehen konnte. Dort eingetroffen gegen 12 Uhr bekam ich problemlos einen Platz und sogleich die Speisekarte gereicht. Eine Vorspeise und einen Hauptgang ausgewählt mit begleitendem Wein wartete ich also auf den Service. Dabei konnte ich von meinem Platz aus fast direkt in die Küche sehen.

Das Lokal war nicht gerade klein, denn auch noch im Innenhof saßen einige Personen an diversen Tischen die von einem wuseligen aber aufmerksamen Service betreut wurden. Hier ein weiterer Blick in Lokal.

Auch hier, wie schon einmal beschrieben, die restaurierten alten Gemäuer in dem Stadtteil, welche dann aber mit entsprechend passendem Interior ausgestattet wurde. Bevor es losging mit der Vorspeise wurde mir ein dunkles Brot mit Holzmesser und einem Brotaufstrich serviert, was in Skandinavien durchaus üblich ist.

Sehr ansprechend, aber genauso schmackhaft. Dann kam die Vorspeise mit Fleischklöschen in Tomatensauce die ausgesprochen fein gewürzt war und die Tomaten sehr fein zu dem Fleisch paßten.

Und der Hauptgang war dann ein Oktopus auf Salat, der wenn auch nicht so besonders typisch für die nordischen Gewässer umso besser zubereitet und sehr fein abgeschmeckt zum Salat paßte.

Das war auf jeden Fall einmal wieder ein ausgezeichnetes Lunch, welches mit über den Mittag und Nachmittag die Zeit vertrieb und ich mich dann am späteren Nachmittag in die Hafengegend von Tallinn begab, wo es den Stadtteil Noblesser gibt, der auch zum alten Hafen gehörte. Dort stehen heute noch einige alte Lagerhallen, die zum Teil so hergerichtet wurden, das darin Veranstaltung, Museen, und diverse Lokalitäten untergekommen sind. Hier mal nur ein Beispiel eines Cafés, wo sich die Eigentümer eine ganz besondere Beleuchtung ausgedacht haben.

Untergebracht ist dieses Café in einer solche alten aber aufgemöbelten Backsteinhalle.

Und weil in diesem Stadtteil nicht nur alte Hallen, sondern auch einige Neubauten entstanden sind mußte ich meinen Kopf nur einmal um ca. 180° drehen um meine nächste und dritte Station an diesem Tag zu erfassen. Vielleicht ein paar Worte zu den 180°, denn das ist auch der Name der Lokalität wo ich also für den Abend reserviert hatte. Für meine Begriffe ist das hergeleitet aus der Backofentemperatur, mit der ja viele Dinge zubereitet werden können. Das Lokal existier seit ca. 6 Jahren an dieser Stelle und wird von dem Berliner Mathias Diether betrieben. Heute mit 2 Michelin * ausgezeichnet war ich also entsprechend gespannt, was da auf mich wartete. So von außen anzusehen.

Rechtzeitig eingetroffen wurde man in einen Nebenraum geführt, wo es ein erstes Glas Aperitiv gab und dort aber auch eine Bar und einige Plätze für weitere Gäste zu sehen waren.

Hier konnte auch schon einmal die Speisekarte studiert werden und dann ein kleines Tablett mit 4 verschiedenen sehr schmackhaften Amuse Bouche serviert wurden.

Dazu hatte ich mir als Apero ein Glas Champagner bestellt, der auch an diesem Tisch serviert wurde und sehr gut zu den servierten Kleinigkeiten paßte.

Dieser non Vintage Champagner wurde erzeugt aus 80% Pinot Noir und 20% Chardonnay. Ein toller Einstieg für den Abend der dann im Hauptraum des Restaurants an der großen Theke um den Herd herum weitergehen sollte. Hier ein erster Blick von meinem Platz auf den Herd und alle Gerichte wurden dann auch vor unseren Augen von den Mitarbeitern entsprechend auf den Tischflächen zwischen Herd und Theke angerichtet.

Noch ein kleiner Blick auf meinen eigenen Platz, der sich im Laufe des Abends kaum groß ändern sollte.

Links oben die Weinkarte, links unten die Serviette mit dem 180° Logo und ebenso auf der Mitte des Platzes das Logo in einer runden Lederscheibe eingepreßt, was dem Platzteller entsprach. Dann folgen jetzt die 6 Gänge des Menüs, welche ich nur kurz beschreibe zu den Fotos.

Mimmolette Cheesecake 180° Degrees‘ Ausgesprochen fein und insbesondere sind die Saucen bei allen Gängen besonders hervorzuheben!

Helgoland Hummer, Paprika, Bouillabaisse. On top noch etwas Kaviar zum Hummer, wo aber immer noch der Hummer die Hauptrolle spielte und besonders exponiert hervorstach.

Dieser Steinbutt war für mich das absolute Highlight des Abends. In der Menübeschreibung folgen noch folgende Zutaten: Linsen, Curry und Lemongras. Das Stück Steinbutt hatte aber insgesamt einen so großen Einfluss aufgrund seiner Konsistenz und der kräftigen Note, das selbst die Sauce fast nicht dagegen ankommen konnte. Eines der wirklichen Signature-dishes.

Zweierlei vom Kaninchen.

Nürnberger Würstchen, Champagner Cabbage und violetter Senf.

Poschiertes Kalbfleisch, Blumenkohl und Artischocke. Hier spielte zwar die Sauce nicht so eine dominante Rolle, war aber in seiner Intensität um so präsenter.

Dann folgen 3 Dessert, wo die beiden ersten Teile als Pré-desserts einmal wieder angekündigt wurden.

Da ich selber ja wirklich kein Dessert-Liebhaber bin, hier nur ganz kurz siviel, das der erste und der letztere ganz fein schmeckten. Die mittlere Kachel war mit Banane !

Estlandreise und der erste Tag in Tallinn

Schon im Vorfeld der Estlandreise hatte ich mir vorgenommen für den Besuch in Tallinn einige Restaurants zu besuchen, welche ich aber dann auch einige Wochen vorher online reserviert hatte. An diesem ersten Tag sollte es ins Restaurant Fotografisca gehen. welches in einem Bürokomplex in der obersten Etage, nicht unweit des Bahnhofs gelegen auf der anderen Seite des Dombergs liegt. Hier schon mal ein Blick aus dem Lokal auf den Domberg und die Gebäude drumherum.

Aus dem Lokal selber wollte ich eigentlich berichten, aber die Essen, wie auch der Service haben für meine Begriffe an diesem Abend überhaupt nicht gestimmt, so zeige ich nur einen kleinen Blick in die offene Küche, welche von meinem Platz zu sehen war.

Dann hatte ich aber weiterhin das Glück, das ich mein Hotel diesmal so gewählt hatte, das ich in einem Stadtviertel landete, wo richtig was los war. Rotermanni nennt sich die Gegend und ist wohl einer der alten Hafengegenden gewesen, wo viele Lagerhäuser standen, die heute mit Ihren Details zum Teil auch noch zu sehen sind, und die oft dann mit hochmodernen Anbauten, oder auch aufgestockten Etagen dem Viertel einen interessanten Charme gaben. Hier ein Eindruck aus einer kleinen schmalen Gasse, wo sich Cafés und kleine Läden aneinanderreihten.

Am Ende dieser Gasse gab es eine Weinbar, welche ich auch schon vorher im internet recherchiert hatte, und die ein super Angebot an internationalen Weinen zu bieten hatte, inclusive einer Dispenser-Weinbar mit gesamt 24 Flaschen wo man sich in 3 verschiedenen Größen seinen Wein zapfen konnte. Im Gespräch erzählten sie mir, das das wohl bereits die zweite Weinbar dieser Art in Tallinn sei, welche erst so vor ca. 2 Jahren eröffnet hatte. Auch von dieser Auswahl an 24 Weinen konnte ich gleich begeistert sein, was aber zu weit führen würde jetzt hier auf jeden verkosteten Wein einzugehen. Mehr zum System ein wenig weiter unten.

Der Name dieser Weinbar kann durchaus als Programm verstanden werden, denn „Time to Wine“ ist durchaus als Motto zu verstehen, sich mit viel Zeit und Muße an die diversen Weine heranzumachen.

Hier also eines der Gläser mit dem entsprechenden label, aber auch darunter, von mir auf dem Tisch so arrangiert, die Plastikkarte, welche als Zugang zum Weindispenser dient und wie folgt funktioniert: Die Karte wird in dem Weindispenser eingeschoben, und dann leuchtet bei jeder Flasche die im Automaten steht ein kleines blaues Display auf, wo angezeigt wird, welche Menge welchen Preis kostet. Darunter jeweils ein kleiner Knopf, wo man sich dann bei Unterstellen des Glases die entsprechende Menge zapfen kann. Auf der Rückseite der Karte ist das mit Logo etc. nochmals gut erklärt.

Wie schon gesagt, die Auswahl war prächtig bis ausgezeichnet und die Auswahl zwischen 24 Weinen zu haben, welche dann in den Dispensern auch noch einigermaßen nach Farbe des Weines sortiert waren konnte auf jeden Fall zu mehr Konsum führen. Hier ein kleiner weiterer Eindruck zu der Auswahl.

Im linken Fach ausschließlich die roten Trauben, welche dann nach rechts weitergehend von den weißen Trauben und von Rosé Wein gefolgt wird. Orange stand auch mal dazwischen, was die Auswahl durchaus auch noch erweiterte.