Archiv der Kategorie: Wein

Thema Wein auf Briefmarken

Zunächst einmal muß ich wohl erklären, warum ich ausgerechnet das Thema Wein auf Briefmarken hier einmal abhandeln will. Zunächst bin ich ja erklärtermaßen ein „Wein-Verrückter“, der sich mit allen Facetten des Wein beschäftigt, und weiterhin bin ich seit meiner Jugendzeit auch Briefmarkensammler, was sich in so einer speziellen Zeit wie dem Corona lockdown als ein wenig hilfreich erwiesen hat. So habe ich in den letzten Wochen in meiner Briefmarkensammlung eine ganze Reihe an Briefmarken entdeckt, die sich mit dem Thema Wein beschäftigen. Außer den dann hier gezeigten gibt es zwar noch eine ganze Reihe mehr solcher bildlicher Darstellungen, jedoch befinden sich diese bisher nicht in meiner Sammlung. Also folgen hier jetzt diejenigen die ich aus meiner Sammlung herausgesucht habe und ein paar Stichworte dazu aus den Katalogen herausgesucht habe. Beginnen will ich mit dem Weinbauland Deutschland, welches ich chronologisch von alt zu neueren Datums darstellen will. Es beginnt mit der

DDR

Diese 15 Pfennig Marke aus 1974 stellt eine Weinprobe im Hofkeller dar, welche im Schloßmuseum Arnstadt ausgestellt ist und das Puppenhaus Monplaisir darstellt.

Entwurf: Gottschall


Deutschland

Diese erste Marke aus dem Bereich der Deutschen Bundespost kam 1958 als eine von vier Wohlfahrtsmarken an den Schalter zum Oberthema Landwirtschaft. Hier also genauer gesagt der Weinbau mit der Darstellung einer Winzerin mit einer Weinrebe. Der Wert von 20 Pf. plus 10 entsprach 1958 dem Standardbrief, wobei die 10 Pf. als zusätzliche Abgabe an die Wohlfahrtsverbände ging. Diese Art von speziellen Briefmarkenserien gibt es heute noch, welche 1-2 mal im Jahr auf den Markt kommen.

Entwurf: Meerwald


Auf dieser 50 Pf. Marke der Deutschen Bundespost aus 1980 wird das Thema Zwei Jahrtausende Weinbau in Mitteleurope in drei Szenen behandelt. Ganz links die Situation im Weinberg, wo der Weinbauer wohl zwischen den Rebenreihen sein Unkraut jätet. In der Mitte die Verarbeitung der Trauben im Keller, was ich selber auch noch heute so in Spanien live erlebt habe. Ganz rechts dann die weitere Verarbeitung des Rebensaftes in den Holzfässern und der Winzer versucht ein erstes Glas aus den Fässern. Die Darstellung ist ein Holzschnitt aus dem „Rucelia commoda“ (1309) von Petrus de Crescentus um 1230 bis ca. 1310 aus Italien, Schriftsteller.

Entwurf: Poell

Dann folgt in Deutschland eine Marke aus dem Jahr 1990 zum Rieslinganbau. 500 Jahre Rieslinganbau als Thema, wo in der gestalterischen Umsetzung eine Rieslingrebe so dargestellt wird, das sich diese in Form des „R“ um die Rebstangen windet. Was mich persönlich hier an der Darstellung allerdings stört ist die Darstellung der Trauben, die weder einer Rieslingtraube entsprechen, noch werden die Farben in so gleichmäßiger Form dem gerecht, wie die Rieslingtrauben am Stock hängen. Die Marke kam 1990 in den Handel und hatte den Wert von 100 Pfennig.

Entwurf: Kößlinger

Als neueste Ausgabe zum Thema Wein kam dann in 2017 eine Marke mit dem Titel Weinbau in Deutschland auf den Markt. Der Wert sind hier 70 cent, welcher in 2017 die Frankierung für den Standardbrief war. Wie hier zu sehen habe ich also diese Marke mit einem Stück Rand in der Sammlung, wo diverse Rebsorten aus Deutschland zu lesen sind wie Trollinger, Müller-Thurgau, Spätburgunder, Blauer Portugieser etc. Die Darstellung der Marke zeigt also eine rote Traube, welche nicht näher bezeichnet ist, jedoch bei näherem Hinsehen, kann man die Silhouette der Deutschen Landkarte aus dem Jahr entdecken.

Entwurf: Erdmann


Lettland

Bei Lettland wird sich so mancher Leser fragen, wie kommt denn dieser Staat in Verbindung mit Weinbau? Selbst in solchen nördlichen Gebieten werden heutzutage wieder vermehrt auch einigermaßen erfolgreich gute Trauben für Wein angebaut, jedoch heute weniger rote, sondern eher weiße Sorten. Die Ortschaft Sabile in Lettland trägt also eine Weintraube im Stadtwappen, wo die Briefmarke aus dem Jahr 2007 stammt.

Entwurf: unbekannt


Ungarn

Aus Ungarn habe ich zwei ganz unterschiedliche Marken bei mir in der Sammlung entdeckt. Die erste aus dem Jahr 1959 zeigt eine Szene eines Winzern vor dem Plattensee und einem Weinberg der den Wert 40 forint darstellt. Die Situation wird im Katalog nicht weiter erklärt.

Entwurf: Tibor Göncz

Diese zweite Marke aus Ungarn stell einer der wirklich interessanten Traubensorte dar, die heute im Weinbau in verschiedensten Regionen der Welt angebaut wird. Cabernet Franc wird hier mit dem Zusatz E.11 beschrieben, was ich nur vermuten kann, wohl einer der Klone, welche in Ungarn angebaut werden bezeichnet wird. Die ungarische Bezeichnung steht darüber. Diese Marke stammt aus 1990.

Entwurf: unbekannt


Frankreich

Diese Marke aus Frankreich stammt aus einem Block der 2004 in Frankreich ausgegeben wurde und mit dem Titel „Les Vignobles du Beaujolais“ eine Gammas Traube wohl darstellt, woraus der Beaujolais hergestellt wird. Die 50 cent Marke ist nur ein Beispiel aus diversen anderen die zum Thema „La France à vivre“ auf diesem Block dargestellt werden. Zu deutsch und im Katalog wird der Block als Aspekte der Regionen bezeichnet.

Entwurf: unbekannt


San Marino

Das Thema dieser Markenserie ist recht profan mit Früchte benannt. Zu sehen ist wohl eine Silhouette von San Marino mit den überschwelgenden Trauben in zwei Farben im Vordergrund. Der Titel der Marke im Katalog, Weintrauben, welche lateinisch vitis vinifera lautet.

Entwurf: unbekannt


Schweiz

Diese Marke aus der Schweiz ist 1979 in einer der Serien von Pro Juventute herausgekommen. Dargestellt ist wohl auch hier ein Stadtwappen aus der Stadt Perroy aus der Schweiz, so ähnlich wie auf der lettischen Marke von Sabile. Und sicher ist auch hier diese Stadt in der Schweiz eine Weinbauortschaft, die sich in der Schweiz sicher nicht als einzigste so darstellen kann.

Entwurf: Gastone Cambin


Süd-Afrika

Diese 2,5 cent Briefmarke aus Südafrika zeigt eines der Hauptgebäude des Weingutes Groos Constantia welches ganz in der Nähe von Kapstadt liegt und wo ich selber auch schon im Jahre 2015 besucht habe. Die Marke stammt aus dem Jahr 1961 und ist interessanterweise noch in zweisprachiger Ausführung bedruckt, also ebenso noch zur Zeit der Apartheid herausgekommen. Da diese Marke in 2 farbiger Gestaltung ausgeführt wurde, ist der schön zu sehen, wie so eine zweite Druckfarbe auch mal kräftig neben den eigentlich vorgesehenen Stellen auf den Briefmarkenbogen gedruckt wurde. Die Farbe grün, welche für die Fensteröffnungen und das Weinblatt vorgesehen waren sind deutlich nach rechts versetzt. Hier noch zwei weitere Fotos von Groot Constantia aus 2015 von meinem Besuch dort.

Entwurf: unbekannt

Schließlich bin ich 2018 ein weiteres Mal in Südafrika auf einer Weinreise gewesen, welche mindestens genauso interessant war wie die erste Reise, denn ich habe 2018 einige weitere Weingüter besucht und hatte auch die Möglichkeit mich in der Region Kapstadt noch weiter umzusehen. Im Jahr 2017 brachte dann die Südafrikanisch Post einen Briefmarkenblock zum Weismachen in Südafrika heraus der mit 5 Marken bestückt ist. die ich weiter unten kurz beschreiben werde.

Von oben Mitte im Uhrzeigersinn zeigen die Marken folgende Situationen:

  • Groot Constantia Wines. Duke of Northumberland 1791 and Grand Constantin 1821.
  • South African Pinotage. First bottled vintage Lanzerac Wines 1959.
  • Weinlandschaft in Südafrika
  • Weinernte
  • Barrique-Fässer im Keller

Dieser Briefmarkenblock ist eines der sogenannten modernen Beispiele aus der Briefmarkenproduktion, denn die einzelnen Marken sind nicht mehr im Papier mit einer Zähnung ausgestanzt, so das man diese entsprechen heraustrennen könnte, sondern das Papier der Marken sind auf einer Trägerfolie aufgebracht, wo ie Marken selber nur durch Ihr Papier ausgestanzt sind, und so die Marken entsprechend abgezogen werden können und durch die Klebebeschichtung auf der Rückseite auf einen Brief geklebt werden können.

Zur zweiten Marke wäre noch eine kleine Erklärung nachzuliefern, dem South African Pinotage. Diese Rebsorte ist eine Kreuzung bzw. Neuzüchtung aus Stellenbosch wo in den 20er Jahren des 20 Jhrd. ein Abraham Isak Perold die Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder) und Cinsault (in SA auch Hermitage genannt) so kreuzte, das daraus der Pinotage entstand. Die zwei Reben gaben also hier den zusammengesetzten Namen vor: „Pinot“ – und „age“ von Hermitage. Pinotage wird heute noch recht erfolgreich in Südafrika angebaut, wurde aber in den letzten 20-30 Jahren auch hier rechts stark von anderen internationalen Sorten verdrängt.

Soweit also eine kleine Revue aus der Welt des Weines in Verbindung mit den kleinen Papierschnitzeln, welche millionenhaft durch die Welt kursieren und leider zu oft wenig Beachtung finden, obwohl sie eine Menge interessanter Geschichten erzählen können.


Luxemburg

Briefmarke aus Luxemburg aus dem Jahr 1967. Die Marke zeigt den Weinberg des Winzerdorfes Wortmeldungen an der Mosel. Am oberen Markenrand steht „Le Vignoble“, was zu Deutsch der Weinberg lautet.

Entwurf: unbekannt


Zucchinipürée mit Minze nach D. Humm

Dieses Rezept ist mal wieder eine feine Sache, wenn man aus so einem vielseitigen Gemüse wie einer Zucchini ein entsprechendes Begleitgemüse erstellen will, oder auch dieses als eine wesentliche Beilage zu Kartoffeln oder auch einem kräftigen Fleisch beigeben will. Das genaue Rezept steht im Buch I love NY von D. Humm und W. Guidara. Nachzuschlagen auf Seite 399 unter dem Titel wie oben beschrieben „Zucchinipürée mit Minze“. Für mich ist diese Zubereitung auch eine ideale Art für die weitere Zugabe von anderen Gemüsesorten, welche sich geschmacklich gut dazugesellen können. Also meine ich ich die diversen Rübchen, welche im Herbst bei uns auf den Märkten zu bekommen sind, oder auch so manche Kürbisse oder Gurkensorten können hier kombiniert werden. Auch noch einfallen würde mir der wilde Brokkoli, der jetzt immer öfter an meinem Marktstand zu erhalten ist.

Und zu diesem feinen Gemüse habe ich mir eine Flasche Riesling aus dem Keller geholt, welches vom Weingut Van Volxem stammt. Dieser Riesling stammt also aus der Region Saar und von der Lage Altenberg mit dem Zusatz alte Reben aus dem Jahr 2015. Da dieser Jahrgang 2015 in Deutschland bei den Rieslingen ganz besonders gut ausgefallen ist, sollte hier eine Kombination mit einem kräftig gemüsigem Gericht wohl auch gut passen. Und es sollte sich wirklich als ausgezeichnete Wahl erweisen. Die Kombination mit dem fruchtig säuerlichen Gemüse paßte wunderbar zu dem trockenen Riesling, der sich fast schon geschmeidig zu dem Gemüse gesellte. Hier die Belege in Fotos, wie das auf den Teller kommt.

Abgesagte bzw. verschobene Weinverkostung Languedoc/Roussillon

Eigentlich würden hier jetzt die diversen Weine der Verkostung vom 22. März 2020 bei mir zu Hause auftauchen, jedoch mußte ich auch diese Verkostung aufgrund der aktuellen Situation mit dem COVID-19 Virus absagen. Aber abgesagt ist in dem Fall nur aufgeschoben, denn bereits im letzten Jahr hatte ich diese Verkostung ja bereits absagen müssen, da ich mir den großen Zeh am linken Fuß gebrochen hatte. Also liegen die Weine noch mal ein paar Wochen oder Monate länger im Weinkühler im Keller, was allerdings den guten Tropfen sicher nichts schaden wird.

Das Bild zeigt den Pic Saint Loup, welches seit einigen Jahren auch ein AOC Gebiet ist, und im Süden Frankreichs, nördlich von Montpellier liegt. Ausgesucht hatte ich 16 verschiedene Weine aus der Region Languedoc/Roussillon mit einem Pirat der gleichen Rebsorten aus einer ganz anderen Weinregion der Welt, und zum Schluss wird es dann noch eine Magnum aus der Region geben. Die Weine kommen aus den Jahren 1999 bis 2017 und werden in 8 Flight verkostet zu jeweils 2 Weinen die ich nach Ihren Regionen bzw. auch deren Traubensorten zusammengestellt habe. Da keiner von uns weis, wann es mit der Virus-Geschichte zur Neige geht, kann ich auch hier nicht sagen, wann wir die neue Verkostung ansetzen können. Wir sind gespannt darauf. Also nicht verzagen, Bacchus fragen, denn der weis vielleicht wenigstens wie es mit den Trauben weitergeht. Prost und auf Bald.

Euer Weinverrückter Olaf

Istrien Weinverkostung mit Paula Bosch und den Weinakademikern

So Ende Januar in diesem Jahr 2020 gab es einmal wieder eine etwas ausgefallene aber durchaus sehr interessante Weinverkostung mit einigen Flaschen weiß und rot aus der Region Istrien, der Halbinsel in der Adria die heute zum Staat Slovenien gehört. Ich selber hatte schon lange keinen Tropfen mehr aus dieser Region verkosten können, und war deswegen umso gespannter was Paula Bosch an diesem Abend so alles kredenzen sollte. Insgesamt hatten wir die Möglichkeit 7 weiße Sorten und 10 rote Sorten aus dieser Region zu verkosten. Auf dieser Halbinsel werden gerade einmal auf 3000 ha Wein angebaut, welche in 6 Bereiche auf der Halbinsel unterteilt werden können. Die Weingärten stehen hier auf Höhen zwischen 0 und 500 Meter über N.N. und gerade einmal 100 Winzer vermarkten Ihre Weine selber im Land oder auch auf dem internationalen Markt.

Wir beginnen meist wie bei den Weinakademikern mit einem sprudelndem Getränke aus der Region, welches dort zwar nur recht wenig produziert wird, aber durchaus gefallen kann. Der Winzersekt stammt von dem Betrieb Kabola Wienre, welcher auf 23 ha gesamt seine Reben anpflanzt und als Bio Betrieb zertifiziert ist. Die Trauben für diesen Sekt sind die Malvasia, welche für 2 Jahre auf der Hefe ausgebaut werden. Da Paula Bosch schon seit einigen Jahren durch die Gegend fährt und einige Besuche bei den Winzern hinter sich hat, konnte Sie viel über manche Eigenheiten und Spezialitäten im Laufe des Abend zu Weinen und Winzern zum Besten geben. Hier eine grobe Übersicht der Flaschen, welche an diesem Abend zur Verkostung anstanden.

Wie bereits gesagt gab es 7 weiße Rebsorten der Weinbaubetriebe, welche alle im Einzelnen zu beschreiben vielleicht etwas zu langwierig wäre. Primär gab es Malvasia und Grauburgunder bei den weißen Trauben, wobei der letzte in der Reihe ein Orange Wine war. Namens Ottocento Bijeli aus 2015 von dem Betrieb Clan in Buje.

Und auf der roten Seite sollten es dann 10 verschiedene Flaschen sein, welche recht unterschiedlich cuvetiert waren, aber auch internationale Trauben beinhalteten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc oder auch Merlot. Für mich auffallend war auch, das die Aufmachung der einzelnen Flaschen doch recht modern und „marketinggerecht“ anmuteten, was ch so auch nicht auf Anhieb vermutet hatte. Hier noch ein Beispiel der roten Sorten im Detail.

Auf alle einzelnen Flaschen einzugehen würde hier ein wenig zu weit gehen, aber ich will doch 2-3 Proben hervorheben, welche mir an diesem Abend besonders gut mundeten. Da waren auf der weißen Seite 2 Exemplare, welche ich mit 17,5/20 Punkten bewertet hatte. Das war zunächst der Grauburgunder von Arman Franc aus Vizinada und dem Jahr 2016. Eine sehr feste würzige Nase mit Anklängen von Terroir. Volle komplexe Note am Gaumen mit voller Note und recht vielschichtigem Geschmack.

Weiterhin bewertete ich mit der gleichen Note den Orange Wine von Clai aus Buje, welcher aus dem Jahr 2015 stammte und für mich mit einer sehr feinen Nase daherkam. Am Gaumen reife Früchte und recht edel am Gaumen und für mich ein Musterbeispiel eines sehr gelungenen Orange Wiens mit Zitrusnoten und Karamell Anklängen.

Bei den roten Sorten war es für mich dann der Wein von Roxanich mit Namen Ines und Crvenum, welcher als Cuvée aus 2009 aus der Flasche kam. Dieses Cuvée hat zwar eine kräftige Holznase, kann aber recht expressiv am Gaumen seine Qualität entwickeln. Langer Abgang mir feiner Frucht und gutem Nachgang.

Es ist immer wieder ein großes Erlebnis mit den Weinakademikern als Gast eine solche Weinverkostung mitzumachen. Klar – ganz umsonst geht das auch nicht, denn die Weine und auch der Präsentator wollen Ihren Obolus. Aber wenn man so weinverrückt ist wie ich, kann der Beitrag für so eine abendfüllende Verkostung durchaus in einem guten Verhältnis stehen zum Genuss dieser Art von Veranstaltung. Insbesondere stark erinnere ich mich an so ausgefallene Verkostungen wie die Sake Verkostung, oder auch manche mit Weinen aus Spanien.


Ein Menu fürs Designteam zu Ende 2019

Zu Beginn des Jahres 2020 möchte ich erst einmal einen kleinen Bericht über ein Menü geben, welches zu Ende des letzten Jahres für das Designteam von Olaf Hoffmann Design gegeben habe. Die Speisenfolge war wie folgt:

  • Miso Mandeln
  • gemischter Wildsalat mit überbackenem Ziegenkäse
  • Wurzelsuppe mit Kohlrabi
  • Mungbohnen-Salat
  • Variation von Bohnen, Linsen, Pastinaken-Pürée, Lotoswurzel und Pilzen
  • Miso-Brownies mit Nuß-Eis und kandierten Birnen

Dazu sollte es natürlich auch die entsprechenden Weine aus meinem Keller geben, die die folgenden waren:

  • Vin d’orange aus 2006 (Eigenherstellung)
  • M. Opitz, Burgenland, Free Solo aus 2013
  • Grange de Quatre Sous, Languedoc J<eu du Mail aus 2012
  • C. Lang, Baden Spätburgunder Reserve aus 2015
  • Weingut Wöhrwag, Baden-Württemberg, Lemberg aus 2015
  • Weingut Lorenz, Mosel, Thermischer Ritsch, süß aus 2011

Zu dieser Speisen- und Weinzusammenstellung hatte ich ein Brot aus dem Buch der Wildbakers gebacken, welches dunkel daherkommt und auf den Namen Backfeuerbrot im Buch betitelt wird.

So das war zunächst einmal die nüchterne Aufzählung der Gänge und der flüssigen Begleitungen aus dem Weinkeller. Die einzelnen Gänge zeigen sich dann auf dem Tisch wie folgt, wo ich dann noch kurz ansprechen werde, wo das Rezept herrührt.

Die Miso Mandeln aus dem Buch Miso von Claudia Zaltenbach sind ein wunderbares Zwischengericht zu jeglichem Wein wie rot oder weiß von trockener Konsistenz. Das kann dann den ganzen Abend auf dem Tisch stehen und die Gäste sind immer wieder versucht zuzugreifen. Dann folgt das erste Vorgericht.

Dieser Wildkräutersalat.mit einer Scheibe des Baclfeuerbrotes und dem überbackenen Ziegenkäse habe ich immer wieder als kleinen Zwischengang kreiert und bei so einer Gesellschaft präsentiert. Dann folgt der erste richtig warme Gang mit einer Wurzelsuppe mit Kohlrabi aus dem Buch von O. Eliasson.

Hier sind die gewürfelten Kohlrabi, aber auch die Kürbiskerne, welche in der Pfanne geröstet werden zu sehen. Die wesentliche Basis der Wurzelsuppe ist rote Beete, was ja an der Farbe auch zu sehen ist. Dann kommt mal wieder ein kalter Zwischengang.

Dieser Mungobohnensalat stammt vom Basisrezept auch aus dem Buch von O. Eliasson, welchen ich dann noch mit ein paar kleinen Pilzen ergänzt habe und hier hatte ich den Salat bereits relativ früh am Nachmittag zusammengestellt, was das Durchziehen recht zuträglich war und den Gästen ganz besonders gut mundete. Dann folgte der Hauptgang.

Hier hatte ich einmal eine Art Variation aus Bohnen, Pilzen und einem Pastinakenpürée zusammengestellt, welches mit kalt/warm Zutaten sich recht unterschiedlich auf dem Teller präsentierte. Zu der Scheibe Lotoswurzel kamen dann noch ein paar Granatapfelkerne welche sich nicht nur farblich, sonder wohl auch geschmacklich etwas von den weiteren Zutaten absetzte. Hier kommt der Teller von Stefanie Hering besonders gut zur Geltung. Zu guter Letzt ein Dessert:

Das süße Miso Brownie in der Mitte stammt wieder aus dem Miso Buch, rechts ein Nuß-Eis (schon leicht zerlaufen) und links dann das karamelisierte Birnenscheibchen welches den warmen Aspekt auf dieser Platte hergibt. Die Weine mundeten gut dazu und ich selber war recht zufrieden mit der gesamten Zusammenstellung von Speis und Trank.


Neulich im Glas – Daishichi Sake

Zwei Teilnehmer der im Oktober veranstalteten Burgund Verkostung hatten mir eine Flasche Same mitgebracht, die ich so bisher nicht kannte. Ich bin zwar selber kein ausgesprochener Take-Kenner, bin aber seit ein paar Jahren durch die Besuche in Japan und auch diversen Verkostungen auf den Geschmack dieser speziellen Flüssigkeit gekommen. Same wird ja Klassischerweise aus Reis fermentiert und das ist ein ähnlicher Prozess wie das Bierbrauen. Beim Take spielen dann die Polierstufen des Reis eine große Rolle, und dann wird als quasi Steuerungsmittel für die Fermentierung ein spezieller Pilz eingesetzt. Dieser Pilz wir auch bei der Herstellung von Soya verwendet und kann sonst auch bei verschiedenen Fermentierungs-Prozessen eingesetzt werden. Die Sake Brauerei, wo diese Flasche herkommt besteht laut Etikett bereits seit 1752 und es wird eine Trinktemperatur von 40 – 45°C empfohlen. Ich habe diesen Sake aber diesmal im Prinzip bei Raumtemperatur getrunken.

Die Farbe weist ein helles gelb auf mit grünlichen Nuancen. Am Gaumen eine sehr weiche und feine Note von hellen weißen Blüten wie Holunder. Diese Flasche ist ein Junmai Koshu, welche eine sehr feine fruchtige Note aufweist mit einem langen Abgang. Diese Flasche stammt wohl aus 2013, was ich ebenso aus dem internet herausbekommen habe. Hier die Front- und Rück-Etiketten.

Für mich paßt dieser Sake mit seiner feinen fruchtigen, aber trockenen Art sehr gut zu feinem Fisch, Sashimi von hellem Fisch, der nicht zu fett ist und Gemüse, welches sich gut in Ergänzung zu feinen Noten ergänzen kann.

Burgunder Verkostung von kleinen und eher unbekannten Weingütern

Uly hatte mich vor ein paar Monaten kurzfristig an einem Sonntag angerufen, ob ich Lust hätte ein paar Burgunder zu verkosten. Ich sagte zu und wir trafen uns in einem kleinen Hotel fast nebenan, wo wir mit einem Paar aus Frankreich ein paar Weine aus dem Burgund verkosten sollten. Plaisir de la Vigne ist der Name des kleinen Weinhandels, der bei kleinen Winzern seine Weine einkauft und diese dann in Deutschland unter Freunden verkauft und aus dieser Quelle stammten dann auch die Burgunder an diesem Sonntag bei mir und Uly für die Burgunder Verkostung.

Wir verkosten insgesamt 5 weiße Burgunder und 5 rote Burgunder. Zum Start gab es zunächst einmal einen Crèment de Bourgogne als Einstieg für die ca. 15 Gäste an diesem Sonntag Nachmittag. Und als finalen Abschluss spendierte ich noch eine Magnum vom Weingut Manfred Rothe, welches ein Spätburgunder aus dem Jahr 2012 sein sollte.

Hier also zunächst einmal die Reihe der weißen 5 Varianten:

Insgesamt eine sehr feine Reihe der wißen Sorte, welche natürlich primär aus der Rebsorte Chardonnay gekeltert sind. Für mich ganz besonders fein aus dieser Reihe ist der letzte wein der Reihe, der Saint-Romain aus 2017 vom Weingut Domaine Nicolas. Der Wein präsentiert sich mit einer sehr feinen fruchtigen Nase und einer gewissen breiten Note. Insgesamt recht elegant und ausgewogen mit feiner Frucht und guter Säure. (17/20)

Dann geht es nach der weißen Reihe zu einem kleinen Intermezzo, wo wir ein paar mitgebrachte Rillettes mit selbstgebackenem Brot verkosten können. Und dann folgt die Reihe der roten Weine.

Die Reihe der roten Weine kommen von den Weingütern Domaine Billard, Domaine Nicolas, Domaine Gaugey und Domaine Regnard. Insgesamt eine feine Reihe der rote Tropfen, welche natürlich hier aus dem Burgund zu fast 100% aus der Traubensorte Pinot Noir bestehen. Für mich war hier der dritte Wein in der Reihe, der Chorey-les-Beaune, „les Beauforts“ aus 2017 der feinste aus der Reihe. Eine sehr feine Frucht mit ebenso süßlich feinen Gaumennoten. Recht süffig und sehr geschmeidig mit einer feinen Würznote. (16,5-17/20).

Das war die Reihe der weißen und roten aus der Reihe der burgundischen 10 Flaschen.

Auf hoffentlich ein Neues im nächsten Jahr.


Champagner Verkostung mit Fanny Heucq bei Champagne Characters

Eingeladen hatte Nicola Neumann in Ihrem Laden bei Champagne Character zu einer Verkostung der diversen Champagners von Andrea Heucq mit Fanny Heucq, der Tochter des Champagner Hauses, welche einen Champagner Laden mit Bar in Paris betreibt. Die Lokalität heißt Le Dilettantes wa nicht wörtlich zu nehmen ist, denn die diversen Champagner des Hauses A. Heucq sind wirklich exzellent. Da ich nur einige Wochen vorher bereits mit einer ganz kleinen Gruppe bereits vorher im Champagner Haus vor Ort zu Besuch war, konnte ich besonders gespannt sein, was mich bei der Verkostung in München dann erwartete. Es sollte an diesem Abend 7 verschiedene Champagner zur Verkostung geben, und die Veranstaltung war auch entsprechend gut besucht. Hier Schin einmal ein Bild des derzeitigen Besitzers von Champagne Heucq.

Primär werden die Traubensorte Pinot Meunier angebaut, was ca. 80% ausmacht, und daneben Pinot Noir und Chardonnay zu jeweils ca. 10%.

So konnten wir die Trauben am Stock im August in der Champagne sehen, welche trotz der großen Trockenheit auch im Jahr 2019 wohl ganz gut gereift waren. An diesem Abend konnten wir 7 verschiedene Champagner aus dem Weingut verkosten, wobei es mit dem Blanc de Meunier beginnen sollte.

Hier also das Front- und Rückenetikett des Blanc de Meunier, welcher mit einer sehr kräftigen Nase und einer sehr feinen Frucht und ausgewogen am Gaumen sich präsentiert. Neben diesem Blanc de Meiner konnten wir dann folgende Champagner verkosten:

Heritage Assemblage aus Ch 40%, PN 30% und PM 30%. Dann gab es einen Blanc de Blanc vom Chardonnay. Einen Rosé aus Pinot Meunier. Dann folgte eine Assemblage als Jahrgangs Champagner aus 2012 mit 50% Ch, 30% PN und 20% PM. Sehr schöne Frucht in der Nase mit einer frischen Note. Leicht erdige Würznote mit vollem Charakter. (16,5/20)

Dann folgend die Variante Les Roches, welche eine 100% Pinot Meunier aus einer Einzellage ist, die im Holz ausgebaut wird und 3 Jahre auf der Hefe ausgebaut wird. In der Nase eine sehr dichte und reife Nase, welche für mich insbesondere zu Foie Gras passen würde. Feine komplexe Nase mit einer super ausgewogenen Frucht/Säure Struktur. (17,5/20)

Zum Abschluss gab es dann eben noch einmal einen Cuvée Originel, welcher aus dem Jahr 2005 stammte. 70% PM und 30% PN. Dunkle Note in der Nase und sehr gereifte und gealterte feine Noten. Leicht salzig am Gaumen und fein mit komplexer Note. (17,5-18/20)

Hir noch ein Eindruck der Gastgeber an dem Abend:

Links Funny Heucq, welche die Champagner Bar in Paris betreibt und recht Nicola Neumann von Champagne Characters. Die Bar in Paris sieht folgendermaßen aus:


Weinbar Kreis in Stuttgart am Schillerplatz

Vor ein paar Wochen hatte ich einmal wieder die Gelegenheit in Stuttgart, wo ich ja geboren bin und gut 20 Jahre gelebt habe, einen Termin wahrzunehmen, den ich mit einem Besuch bei Muttern und an einem Nachmittag auch in einer Weinbar, die ich schon lange besuchen wollte. Die nämliche ist die Weinbar Kreis, welche schon seit fast 7 Jahre ganz in der Nähe des Schillerplatzes im Zentrum von Stuttgart gleich auch neben der Markthalle liegt. Eine sehr kleine Räumlichkeit für die Weinbar, welche im Prinzip nur aus einem etwas vergrößertem Schaufenster besteht und im Nebenraum, sowie im Kellerraum darunter, wird der Wein der Weinhandlung Kreis verkauft. Selbst mitten am Nachmittag waren die Plätze schon gut besetzt, aber auch reichlich frequentiert da in so einer Weinbar die Gäste wohl recht oft wechseln. Hier ein Blich in das Interieur der kleinen Bar aus 2 Perspektiven:

Die aktuelle Weinliste wechselt immer wieder, was durchaus wohl auch dem Konzept der Weinhandlung entspricht. Auf der Tafelstehen 2 prickelnde Flaschen, 5 weiße Tropfen und 5 rote Sorten. Ich probiere hier also zuerst einen weißen Dão Branco von der Casa Mouraz aus 2015 der sich recht elegant am Gaumen zeigt. Als zweiten dann einen roten aus der spanischen Region Ribera del Duero vom Weingut Anadia de Gomariz aus 2013, der sich für sein Alter sehr schön gereift zeigt, aber keineswegs oxidativ oder sonst irgendwie gealtert. Hier werden also wirklich sehr ausgesuchte Weine auf der Tageskarte serviert, die sich dann entweder gleich im Laden nebenan erstehen lassen, oder man trinkt sich noch weiter durch die Karte bis es nicht mehr weitergeht. Der Service war auch recht gut, obwohl gerade als ich am Bestellen war alle mögliche weitere Aktivitäten in der Weinbar zugange waren. Läßt das Wetter es zu, kann man auch im Freien vor dem Laden sitzen und einen guten Schluck zu sich nehmen. Hier die Karte vor ein paar Wochen die ich vorfand:

Diese Empfehlung ist also sicher ein guter Tipp für einen kleinen Abstecher mitten in der Innenstadt von Stuttgart. Im Netz: www.wein-kreis.de In Stuttgart zu finden: Dorotheenstr. 2, gleich beim Schillerplatz.

Oktopus/Miso+Ruccola-Birnensalat mit Miso Brownies

Mitte Oktober hatte ich einmal wieder Besuch von einem meiner Brüder, wozu ich mir für den ersten Abend immer ein kleines Menü überlege, wenn er dann zum Abend bei mir auftaucht. Diesmal gab es eimal wieder 2 Rezepte aus dem miso Buch von Claudia Zaltenbach wo ich in leichter Abwandlung den Oktopus mit schwarzem Pfeffer und Ruccola-Birnen-Salat von Seite 156 ausgewählt hatte und als kleinen Dessert die Miso Brownies vorbereitet hatte, welche im Buch auf Seite 178 beschrieben sind. Als kleiner abschließender Trunk zum Dessert hatte ich einer meiner Süßweine aus dem Keller geholt, welches ein Silvaner Eiswein aus 1999 vom Weingut Galena aus der Lage Eschendorfer Lump sein sollte. Wie gesagt, die Brownies hatte ich schon am Tag zuvor vorbereitet, und an dem Nachmittag, wo dann der Besuch kam, sollte der Rest des Menüs in die Vorbereitung gehen. Hier zunächst das Hauptgericht, wo ich den Oktopus nicht wie im Rezept im Backofen, sonder im Topf mit etwas Gemüse für eine Stunde ganz leicht vor sich hinsimmern lasse.

Das kann irgendwann am Nachmittag passieren, da der Oktopus nach dem Garen sowieso erkalten muß und dann später mit der Misopaste in der Pfanne fertiggestellt wird. Dann kann so kurz vor Beginn des Menüs der Ruccola-Birnen-Salat vorbereitet werden, wobei ch hier noch 2 Birnen aus dem Garten nehmen konnte, die als fast letzte Früchte noch am Baum hingen. Ruccola-Birnen-Salat anmachen, den Oktopus zerteilen und in der Pfanne mit der Misopaste fertigstellen und servieren.

Ich hatte noch ein Glas eigelegter Kirschtomaten im Kühlschrank, die sich gut als kleine geschmacklich feine Dekoration ausmachten.

Zum Dessert dann die Miso Brownies, welche mit ein wenig Puderzucker und ein paar Granatapfelkernen als Deko ganz gut auf dem Teller machten, aber insbesondere auch recht gut zu dem Eiswein paßten, der sich recht dunkel schon im Glas zeigte, aber weder klebrig noch zu süß auf der Zunge lag.

Ein sehr schön gereifter Tropfen mit Potential für weitere Jahre auf der Flasche.