Kaum hatte ich den Artikel über meinen Besuch beim Weingut Haidle geschrieben, kam am heutigen Montag, dem 27.9.2021 ein Artikel in der neuesten FINE, das Weinmagazin aus dem Tre Torri Verlag heraus. Auf 7 Seiten bekommt man einen Eindruck von der Machart, wie heute mit klassischen aber auch modernen Mitteln und Methoden im Remstal, aber auch anderswo in Württemberg heute Wein erzeugt wird. Der Artikel stammt von der Chefredateurin Nicole Mieding mit Fotos von Rui Camilo. Und auch wenn in dem Artikel nur 4 Weine bei einer Verkostung beschrieben werden, es lohnt sich immer einen Abstecher zu so einer Adresse in Württemberg zu machen.
Dieses Schild paßt wunderbar zum Weingut, aber auch als Mahnung an die weiteren Generationen die guten Flaschen eher einmal liegen zu lassen und dann nach mehreren Jahren erst zu trinken.
Ende August hatte ich einmal wieder die Gelegenheit eines der württembergischen Weingüter, welche im VDP zusammengeschlossen sind, zu besuchen. Das Weingut Karl Haidle in Kernen-Stetten liegt fst genau unterhalb der Großen Lagen des Pulvermächer, der in der Geschichte bereit sehr früh Erwähnung findet. Interessanterweise werden auch hier in der Ecke des Remstals relativ viel Riesling angebaut. Das Weingut wurde 1949 von Karl Haidle gegründet und bewirtschaftet heute ca. 16 ha Weinberge, welche neben Riesling auch den Lemberger beherbergt. Hier ein Blick auf die Burgruine, worunter die GG Lage Pulvermächer liegt.
Dort im Weingut eingetroffen wurde ich ehr freundlich empfangen und konnte diverse Weine aus den Jahren 2016 bis 2019 verkosten. 3 weiße Sorten und 4 rote Traubensorten. Nach dieser ersten Verkostung wurde ich durch einige der Kellerräume geführt, wo es großes Holz, Barriques, aber ntürlich auch die klassischen größeren Edelstahltank zu sehen gab. Aufgefallen war mir aber ach, das insbesondere bei den Edelstahltanks die Größe nicht so wirklich üppig groß war, denn auch hier werden die einzelnen Lagen separat vergporen und nur bei Bedarf dann später in den Barriques zur finalen Reife gebracht. So sieht im Keller dann eines der größeren Holzfässer aus, welche in der Vergangenheit auch immer wieder so kunstvolle Schnitzereien erhalten haben.
Wie hier zu sehen ist trägt das Holzfass auf der Vorderseite die Bezeichnung 2500l, was einem Äquivalent von 25 hl entspricht. Vor ca. 30 – 40 Jahren war das der Ertrag in Württemberg beim Riesling von ca. 1/8 bis 1/4 ha. Heute dürfte das wohl eher so ca. der Ertrag von etwas weniger als einem ha sein. Hier zeigt sich auch bei der Erntemenge über die letzten Jahrzehnte, das die Qualität welche im Weinberg erzeigt werden will eine geringere Erntemenge nach sich zieht und somit die besten Lagen einen eher geringeren Ertrag bringen, als manche anderen Lagen.
Die Verkostung war also rum, der Gang durch das Weingut ebenso und somit konnte ich noch ein paar Fläschchen für meinen eigenen Keller bestellen, was dann mit Freunden, Weinfreaks und manchen sonstigen Weinverrückten in den nächsten Monaten und Jahren getrunken werden kann. Hier noch ein Bild vom Haus und dem Logo des Weingutes.
Dieses Weingut sollte man sich also nicht nur wegen seiner großartigen Rieslinge merken, denn auch aus Württemberg kommen große Gewächse, insbesondere haben mir auch die großartigen Lemberger sehr gut gefallen.
Als ich im Juli die Bilder aus dem Ahr-Tal im Fernsehen verfolgen konnte kam mir recht schnell der Gedanke, das auch hier einige der VDP Weingüter und weitere dort ansässige Winzer wohl sehr betroffen sein werden. Die Bilder ließen mich nicht los, und so kam mir die Idee eine Benefiz-Verkostung bei mir zu veranstalten. Ein ähnliche Konzept hatte ich bereits vor ca. 3 Jahren durchgeführt und in diesem Jahr dann eben als Benefiz Veranstaltung für die Ahr Wnzer.
Das Konzept beinhaltet: Jeder Gast holt sich aus meinem Keller eine Flasche Wein, spendet dafür 20.-€ in die Spendenkasse und so kamen durch meine Einladung zu Anfang September 2021 eine Summe von 410.-€ als Spende für die Ahr-Winzer zusammen. Ehrlich gesagt hatte ich ja eigentlich mit mehr Gästen gerechnet, aber da hier in Bayern noch Schulferien waren, hatten auch einige potentielle Gäste leider absagen müssen. So sah dann meine Einladung, kurzfristig per mail verschickt aus:
Dann folgte an dem Samstag, dem 4. September 2021 die Verkostung, welche bei bestem Wetter auf der Terrasse und im kleinen Garten bei mir stattfinden konnte. In aller Kürze hier aber auch für alle Wein-Interessenten, was wir an dem Nachmittag/Abend so alles getrunken haben:
• 3 Champagner
Billecart-Salmon Brut Reserve
Ayala Brut Majeur
Eric Rodez Blanc de Blanc
• Dann ging es weiter mit 3 weißen Flaschen aus Spanien, Deutschland und Kanada
Granbazan, Albarinho Limousin
Van Volxem Goldberg GG 2018
Lakeview Cellars Viognier 2007, Niagara Peninsula
• Und die roten Sorten waren ebenso vielseitig und unterschiedlich aus den Ländern Italien, Spanien und Frankreich
E. Walch, Beyond the Clouds 2015
Contino, Rioja 2009 Gran Reserva
Ch. Estanilles, Faugères, 2007
Dom. Gauby, Vielle Vignes, 2016 Cote Catalanes
Das snd die Flaschen welche ausgetrunken wurden:
Das war eine wunderbare Abfolge von äußerst leckeren Tropfen, welche sich die Gäste aus dem Keller ausgesucht hatten, und welche fast alle bis auf den letzten Tropfen ausgetrunken wurden. Für mich eine recht gelungene Aktion und mit einem dann insgesamt doch passablen Ergebnis. Zur Abrundung der Weine hatte ich 2 Brote gebacken aus dem Buch der Wildbakers. Einmal ein Backfeuerbrot, welches am Vortag aus dem Ofen kam, und eine Focaccia, welche ich am gleichen Tag angesetzt hatte und kurz vor Eintreffen der ersten Gäste aus dem Ofen gezogen werden konnte.
Mein Fazit: eine gelungene Aktion, wenn auch vielleicht etwas spontan entwickelt, was sich aber aufgrund der aktuellen Situation nicht anders machen ließ.
Und zum Abschluss kann man nur sagen: schaut Euch nach Ahr-Weinen um, oder verlaßt Euch auch sicher auf den VDP Adler, der Euch den richtigen Weg zum Genuss weisen kann.
Zum Ende des Monats August will ich noch einen kleinen Bericht schreiben, den einer meiner Brüder mit mir an den Bodensee geführt hat. Im Vorfeld hatte ich mir den relativ neuen Weinführer des Gault&Millau zu Baden-Württemberg 2021 besorgt, und dort dann entsprechend den deutschen Weinregionen eine eigene Rubrik Bodensee gefunden. Bei dem einen Weingut Clauß, in Nack, welches westlich des Bodensees liegt hatte ich mich vorher telefonisch angemeldet, und bei dem Weingut der Staatlichen Domäne in Meersburg war ich mir sicher, das dort eine Verkostung möglich war.
Am Vormittag machten wir uns dann aus der Region Rottweil auf den Weg und hatten doch den relativ weiten Weg fast ein wenig unterschätzt. Wir erreichten allerdings das Weingut Clauß doch noch kurz vor dem Mittag, und wurden freundlichen empfangen und durften gesamt 14 Weine verkosten. Das Weingut Clauss hat gesamt ca. 19,5 ha Anbaufläche und ca. die Hälfte der Rebflächen befinden sich direkt beim Gutshof, der in einer der letzten Zipfel von Baden ganz von der Schweiz umschlossen ist.
Zur Verkostung beginnen wir mit einem PN Winzersekt der eine feine Fruchtnote aufweist.Dann folgen 7 Weißweine und 5 rote Traubensorten. Die Vielfalt bei den weißen reicht vom Müller-Thurgau über Weißburgunder, Grauburgunder, Riesling und einem Muskateller, der bei meinen Bewertungen der weißen Sorten fast am besten wegkommt. Dann folgt noch ein Sauvignon-Blanc der ene feine Struktur aufweist und recht würzig rüberkommt.
Intermezzo mit einem Rosé, der aus der Traube Pinot Noir erzeugt wurde und klassischerweise in Baden-Württemberg Weißherbst bzw. auch Blanc de Noir genannt wird.
Dann folgen die roten Sorten mit Spätburgunder undeinem Cuvée aus Dornfelder, CS ud Merlot. Für mich eröffneten sich hier echte Geschmäcker, welche auch bei diesen noch relativ jungen Jahrgängen 2018, bzw. 2016 schon recht gut zur Geltung kamen. Die Böden in dieser Region um die Ortschaft Nack herum ist primär aus sandigen Lehmböden, bzw. auch stark durchsetzt von kishaltiger Endmoräne, die aus der letzten Eiszeit stammt. In den älteren Kalkablagerungen befinden sich eine Menge Versteinerungen, wonach auch eine Reihe der Weine von Clauss mit dem Titel „Belemnit“ benannt wurden. Aus der Reihe der roten konnte mich am besten der Pinot Noir aus Nack, Reserve aus dem Jahr 2018 überzeugen, der eine sehr schöne Nase aufweisen konnte und am Gaumen eine feine Fruchtstruktur zeigte, welche sehr ausgewogen und schmelzig sich auf der Zunge entwickelte. (17,5/20)
Dann ging es weiter zum zweiten Weingut in Meersburg, das Staatsweingut Meersburg, welches nicht nur so heißt, sondern tatsächlich dem badenwürttembergischen Staat gehört. Hier geht es also um eine etwas größere Dimension, denn dieses Staatsweingut baut Ihre Weine auf einer Fläche von 63 ha an und produziert im Jahr ca. 350 000 Flaschen. Wir fanden zu unserer Überraschung einen Parkplatz direkt vor dem Weingut, welches auf dem Hochufer des Bodensees liegt und die Weingärten sich dann entsprechend hinter der Ortschaft befinden. Direkt hinein in den Verkostungsraum der von außen sp aussieht:
Und weil diese Bodenseeregion im Sommer ein richtiger Magnet für Touristen ist, war auch an diesem Tag ein reger Besuch im Hause zugange. Die Verkostungsräume wirken. eher wie die Verkaufshalle eines gut sortierten Supermarktes, wo die Flaschen auf Schrägregalen präsentiert werden, und direkt darunter die abgepackten Kisten mit den abgefüllten Flaschen lagern.
Zu unserer Enttäuschung waren natürlich genau die Weine welche wir nach Verkostungsliste anfragten ausgetrunken und so mußten wir auf 2 weitere weiße Sorten ausweichen, die ordentlich gemacht, aber nicht so wirklich groß überzeugen konnten. Dazu beigetragen hatte aber sicher auch die etwas sterile, bzw. stark verkaufsgeprägte Situation in den Räumlichkeiten, denn die 2 Damen hinter dem Tresen hatten oft mehr mit Ihrer Büroarbeit, dem Telefon und sonstigen Beschäftigungen zu tun, als sich um die Gäste zu kümmern. 2 rote Sorten durften wir auch noch verkosten und sollten dann final von jeder Farbe je ein 6er Kistchen mit ins Auto nehmen. Das wird dann nochmal ganz in Ruhe in den nächsten Monaten und Jahren nachverkostet, was wir dort erstanden hatten. Das sollte man prinzipiell doch eigentlich immer machen, denn in häuslicher Atmosphäre, in ganz anderen Umständen als wie auf den Weingütern schmeckt der Wein doch immer recht anders. Der Tag neigte sich dem Ende zu und wir fuhren wieder gen Norden nach Hause.
Demnächst hier auf meinem blog ein weiterer kleiner Bericht über einen Besuch beim VDP Weingut Karl Haudle in Stetten im Remstal.
Endlich – und von vielen sehnlichst erhofft gab es vor ein paar Tagen einmal wieder eine Weinverkostung mit den Weinakademikern unter der Leitung von Waltraud Lanius und als Gast, der auch die Weine beisteuerte, der Sommelier, Winzer und Weinhändler Ueli Schmidt aus Winterthur. Das Thema sollte lauten „Raritäten aus Südafrika“, welches von Ueli Schmidt in 7 Flights zu je 3 Weinen in einer Blindverkostung präsentiert wurde. Vorneweg gab es einen Sparkling Wine aus dem Swartland vom Huis van Chevallerie. Das Wetter spielte wunderbar mit und so konnten wir die Verkostung bei sehr angenehmen Temperaturen, fast schon wie an einem lauen Sommerabend in Südafrika, beim La Cantinetta in Berg am Laim genießen.
Waltraud gab dann eine kleine Einführung zum Thema und Ueli Schmidt startete dann mit dem ersten Flight welcher zunächst einmal drei Chenin Blanc präsentierte.
Diese ersten drei Chenin Blanc waren ein wunderbarer Einstieg ins Thema Südafrika, weil nicht nur die Traube dort eine der Eckpfeiler der Weißweinproduktion darstellt, sondern weil auch noch früh am Abend diese drei gut gekühlten Tropfen in Ihrer unterschiedlichen Art einen feinen Auftaktin die Thematik darstellten. Für mich war aus diesem Flight der dritte in seiner Reihe, welcher von Mosi Wines mit Namen Tinashe Chenin Blanc aus dem Swartland stammte der am meisten überzeugende und stammte aus dem Jahr 2019 (16,5/20)
Der zweite Flight zeigte ebenso überzeugend wie der erste aber hier mit drei unterschiedlichen Traubensorten, welche Qualität heute in Südafrika erzeugt werden kann. Wir hatte einen Semillon, einen Palomino (Die klassische Traube für die Sherryproduktion), und einen Grenache Blanc. In dieser Reihe war für mich der Chenin Blanc der bsolut überzeugende Tropfen, welche zu einem sehr akzeptablen Preis angeboten werden kann. (16/20)
Der dritte Flight in dieser weißen Reihe brachte 3 Weißwein Cuvées ins Glas welche ebenso überzeugen konnten wie die vorhergehenden Weißen. Das waren einmal ein Vintners, einer von Mullieneux und der dritte von The Blacksmith. Hier konnte mich insbesondere der Cuvée von Mullineux von seiner Struktur her und der Gefälligkeit und wunderbaren Ausgeglichenheit insbesondere überzeugen. Dieser Cuvée aus Chenin Blanc und Grenache Blanc aus dem Jahr 2019 stammt aus dem Swartland und erhält von mir (16,5/20)
Dann folgte der vierte Flight mit nochmals einem weißen Trio. Die ersten beiden Tropfen aus hauptsächlich Chenin Blanc und der dritte ein Sauvignon Blanc, welcher recht typisch im Glas daherkam. Der zweite Cinsault als Orange Wine ausgebaut zeigte sich bereits im Glas schon als honiggelber Tropfen. Hier waren in der Reihenfolge der Verkostung vertreten: Sakkie Mouton, The Blacksmith und Trizanne. Der erste, konnte und Ueli erklären war auf einem besonderen Boden angepflanzt worden, denn in einer sehr sandigen Gegend des Swartlandes gedeihen dort die Weinreben auch in Südafrika. Grundsätzlich muß aber hier auch nochmals erwöhnt werden, das in dieser Region der Welt die Reben fast alle künstlich bewässert werden, sonst würden die Erträge wohl viel zu gering ausfallen, wenn überhaupt.
Achtung: Die Reihenfolge der Flaschen sind nach der Beschreibung allerdings von rechts nach links zu lesen.
Dann folgen nach einer kleinen Imbiß-Pause die 3 Flights mit den roten Sorten. Flight 5 besteht von den Traubensorten zunächst einmal aus 2 Weinen der Sorte Cinsault und ein Pinot Noir. Hier fand ich insbesondere den zweiten Cinsualt sehr überzeugend, der zum Teil aus 100 jährigen Reben geerntet ist und vom Weingut Leeu Passant stammt. der erste Cinsault ist vom Weingut Badenhorst und der Pinot Nir von Tesselaarsdal aus der Region Hemel-en-Aarde. Der absolut überragende Wein aus diesem Flight war für mich der Basson Cinsault von Leeu Passant aus der Region Wellington. (17,5/20)
Dann folgte der Flight 6 mit weiteren 3 roten und diesmal alle drei aus einem gleichen Weingut, aus dem gleichen Jahrgang, mit der gleichen Erntezeit und Machart im Keller, aber aus drei verschiedenen Gegenden im Swartland mit drei verschiedenen Böden. Hier war also die Aufgabe der Blindverkostung die Böden – also das Terroir – herauszuschmecken. Auch wenn ich bei den anderen Weinen mit den Rebsorten nicht immer so ganz richtig lag, hatte ich hier ein sicheres Gefühl, und konnte die Geschmacksrichtungen dieser drei Weine von Mullineux gut zuordnen. Das waren dann der Granite Syrah, als zweiter der Iron Syrah, und als dritter einn Schist Syrah, welche eine wunderbare Eleganz ausstrahlten und für mich der Schist Syrah dabei hervorstach (17,5-18/20).
Final und zum Flight 7 sollte es nochmals so richtige Rotwein-„Hämmer“ geben. Die drei Weine wurden bestritte von den Trauben Pinotage, der zweite ein Cuvée aus hauptsächlich CS und CF, sowie der dritte aus CS zu 74%, Merlot 6% und PV zu 20%. Die Weingüter waren: Beeslaar, Keet und Stark-Condé. Hier konnten mich die beiden Weine aus Pinotage und der dritte Cuvée besonders überzeugen, welcher aus dem Jahrgang 2015 stammte.
Final gab es dann einen Süßwein, wobei als zusätzlicher Wein noch einer der Teilnehmer an dieser Verkostung noch eine Flasche eines Weingutes mitgebracht hatte, an dem er selber beteiligt ist und so konnten wir noch eine roten mit Namen „The Echo of G“ aus dem Jahr 2013 verkosten. Ein Cuvée aus CF, Syrah, Merlot und CF welcher mit feiner Nase und gutem Fruchtaroma sich zeigte, aber am Gaumen recht schnell vom Geschmack her abriß.
Dann also noch der Süßwein von Mullineux, welcher auf den Namen Olerasay No.2 hört und aus dem Swartland stammt. Traube Chenin Blanc und im Glas natürlich sehr schönes honiggelb mit einer feinen aber zurückhaltenden süßlichen Nase. Im Geschmack doch relativ trocken, mit einem sehr niedrigen Alkoholgehalt aber entsprechender Restsüße und Säure. Erinnerte an bestimmte grüne Apfelsorten und ging runter wie . . . na Ihr wißt schön. Ist aber trotzdem ein Wein. Hier das Foto der roten Flights:
Auh hier wieder die Beschreibung und Verkostungsreihenfolge von rechts nach links. Da es inzwischen in Freien schön dunkel war ist das Foto nicht so ganz gelungen, aber die Flaschen geben wenigstes einen kleinen Eindruck der Verkostung wider.
Final anzumerken sei, das dies einmal wieder eine ganz großartige und recht spezielle Verkostung mit den Weinakademikern war, welche immer wieder mit enorm vielen neuen Erkenntnissen, Geschmackserlebnissen und guten Infos sowie Gesprächen den Abend füllt.
Heute nach langer Zeit einmal wieder ein Dessert. Da für mich die Desserts nie einen größeren Reiz ausgemacht haben, wurden diese von mir auch regelmäßig vernachlässigt. Zu einem kompletten Menü gehören aber sicher immer solche Abschlüsse mit einer süßen Note dazu, wo dann möglicherweise eine alles überdeckende Süße dem Gericht beiwohnen, oder sich die Kombination aus Früchten und anderen süßen Sachen ein Stelldichein geben. Hier habe ich heute einmal wieder etwas kreiert, was einerseits von einem Designer-Kollegen in den 30er Jahren entwickelt wurde, was diese Glasgefäße zum Zubereiten von Eiern im Glas sind. Diese Gläser stammen vom Design her von Wilhelm Wagenfeld, die er am Bauhaus in den 30er Jahren entwickelte, und die seit einigen jähren wieder in drei verschiedenen Größen von Jenaer Glas produziert werden. Ich habe für diese Zubereitung die Größe 2 verwendet, die klassischerweise für 2 Eier herhalten können. Mein Dessert wird also hier mit einer eingelegten Birne ergänzt, die ich in dem Glas mit einem kompletten Ei zubereite und die gesamte Menge noch ein wenig mit etwas Sahne aufmische und je nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und vielleicht ein wenig Grünzeug wie Petersilie oder auch Koriandergrün abrunden kann. Die Birnen stammen aus eingeweckten Gläsern, die ich inn den letzten Jahren von Bäumen an meiner Grundstücksgrenze geerntet habe.
Die Gläser werden also mit den zusammengemengten Zutaten gefüllt, der Glasdeckel oberaufgesetzt und dann mit der Metallklammer verschlossen. Sie sieht das dann im mit Wasser gefüllten Kochtopf aus:
Jetzt wird man sich allerdings fragen, wie lange muß so eine Mischung in so einem Glas wohl garen? Die Gläser sind relativ dick, und die Masse in den Gläsern muß ja auch erst einmal sich erwärmen und dann soweit erhitzen, das die Eier oder auch die Sahne stocken kann. Füllt man nur 2 Eier in die Gläser rechne ich sonst so mit ca. 15 – 20 Minuten. In diesem Fall, wo ich auch noch Sahne und die Birnen darin habe dauerte es mindestens 20 Minuten, eher sogar 25 – 30 Minuten, bis die Füllung einigermaßen gestockt war, so das das Ergebnis zu meiner Zufriedenheit gelungen war.
Nach dem Öffnen der Gläser und dem Servieren kann man die Gläser meist relativ bald auch mit den Händen festhalten und aus dem Gefäß löffeln, denn das Glas verliert schnell seine ursprüngliche Wärme. So serviert auf einem schönen Teller von Hering Berlin aus der Serie Alif:
Dazu habe ich mir diesmal einen Süßwein von der Fattoria La Villa aus der Toskana aus dem Keller geholt. Passito aus dem Jahr 2017, der mit seiner honiggelben Farbe und einem kräftigen Duft in der Nase genau zu diesem Birnen weichen Geschmack paßte der mir vorschwebte.
Hier möchte ich heute von meiner ersten online-Weinverkostung berichten, welche im Rahmen der diesjährigen mcbw (Munich Creative Business Week) in der zweiten Märzwoche stattfand. Das Partnerland Österreich mit der Organisation designaustria hatte mit dem Weingut Loimer aus dem Kamptal eine online Verkostung mit drei Weinen organisiert. Im Vorfeld mußte also jeder der an dieser Verkostung teilnehmen wollte ein Paket der ausgewählten Weine beim Weingut Loimer bestellen, welches dann auch pünktlich einige Tage vor der Verkostung bei mir zu Hause eintraf. Ich bekam allerdings gleich einen Schreck, denn beim Schütteln des Paketes klimperte es verdächtig und ich dachte, da ist wohl schon eine Flasche während des Transports zu Bruch gegangen. Mitnichten! Das Weingut hatte nur in weiser Voraussicht einen klassischen Korkenzieher der spanischen Bauart zu den Flaschen gepackt, welcher aber ein wenig zwischen den Flaschen klapperte. Also erst einmal alles ok, und ich verstaute die Flaschen in meinem Kühlschrank, denn es handelte sich bei allen dreien um weiße Rebsorten, welche gleich beschrieben werden.
Es hatten sich zu dieser online Verkostung so ca. 20 Teilnehmer angemeldet und Fred Loimer vom Weingut begleitete die Verkostung mit umfangreichen Erklärungen durch die gute Stunde an diesem Abend. Das Weingut bewirtschaftet seit 15 Jahren bereits Ihre Rebanlagen bio-dynamisch. Im Jahr 1998 konnte nicht unweit vom Weingut ein großer Keller für Lagerung und weitere Zubereitungen angekauft werden, und 2009 konnte dann der neue Verkostungsraum in einer modernen Stilistik dazugebaut werden. Hier ein Blick in den Kellerabgang:
Der Verkostungsraum sieht von außen wie ein aus dem Boden ragender dicker schwarzer Block aus, der sich aber im Inneren als weiträumiger offener Raum präsentiert.
Dann sollte es zur Verkostung gehen, denn das war ja der primäre Anlass, warum wir uns für diese Veranstaltung angemeldet hatten. Ich selber hatte Uly Schroth noch als Verstärkung eingeladen und wir resümierten später dem Event einen hohen Grad an professioneller Rangehensweise und gute Informationen.
In dem zugeschickten Paket waren also neben dem Korkenzieher, der nur für eine Flasche zum Einsatz kam, drei Flaschen der Sorten
Glügglich, eine Art gemischter Satz, ohne Jahrsangabe, da hier aus mehreren Jahren
ein grüner Veltliner als Ortswein
ein Ruländer (Grauburgunder) aus 2016
So hatte ich versucht diese drei Weine richtig zu temperieren, bei ca. 14 – 16 °C und so ca. 2 Stunden vor der Verkostung geöffnet. Zwei mit Schraubverschluß und der Ruländer mit einem klassischen Korken.
Fred Loimer hatte viel zu seiner Weinbereitung, aber auch zu den einzelnen Weinen zu erzählen, was die gesamte Verkostung doch recht unterhaltsam, aber insbesondere informativ werden ließ. Hier meine Bewertungen zu den einzelnen Weinen.
Der Glügglich mit gerade einmal 12 vol. % alc. ist im Prinzip ein gemischter Satz aus recht unterschiedlichen Weißweintrauben Sorten, die in einem der Weingärten bei Loimer wachsen. In der Nase eine feine frische Note bei tief fruchtiger Note von Pfirsichen, Mandarine und schönen Anklängen von leichten Noten solcher Südfrüchte. Am Gaumen sehr aromatisch und erinnert fast schon an einen Gewürztraminer, wobei natürlich auch hier von den Rebsorten sicher ein Traminer, aber auch ein Muskateller drin sein kann. Recht fein und schöne Fruchtnoten. (16/20)
Der zweite Wein in der Reihe ist ein Grüner Veltliner welcher als Ortswein klassifiziert ist und eine feine Mineralität in der Nase aufweist. Dieser Wein wird nach Aussage von Fred Loimer in Quevris ausgebaut, was eine klassische Art der Weinzubereitung ist, welche aus Georgien kommt. Hier ein Bild welches auch auf der Präsentation gezeigt wurde:
Die Weinzubereitung passiert im Prinzip in abgeschlossenen Tongefäßen, welche entweder in den Boden eingelassen sind, oder auch in den kühlen Kellern stehen. Solche Gefäße habe ich in den letzten Jahren in fast allen innovativ arbeitenden Weingütern in den Kellern gesehen. Zum Wein selber während der Verkostung wäre anzumerken. Feine Spitzen in der Nase, etwas erdig mit leicht salzigen Noten, welche sicher hier das Terroir widerspiegeln. Am Gaumen feine satte Noten mit leicht fruchtigem Einschlag und mit etwas mehr Wärme im Glas wird der Wein immer schmelziger und süffiger, auch zugänglicher.
Dann folgt der dritte Wein, welcher ein „Ruländer mit Achtung“ aus dem Jahr 2016 ist und in der Weinwelt heute allgemein als Grauburgunder bekannt ist. Dieser Tropfen kommt bereits im Glas schon als eine sehr schöne klare honiggelbe und leicht bräunliche Eleganz zum Vorschein. Dieser Wein wird fast wie ein Rotwein ausgebaut und wird für einige Tage ztw. Wochen auf der Maische vergoren. Also auch kein Wunder das dieser Wein so dunkel sich im Glas präsentiert, denn der Grauburgunder ist zwar eine Weißweintraube, könnte aber auch als Rotwein durchgehen, wenn man die Trauben am Stock in vollreifer Note betrachtet. Volle Nase mit feinen Fruchtnoten und am Gaumen so vollmundig, das man blind verkostet, wohl kaum auf einen klassischen Weißwein tippen würde. Liegt aber sicher auch an der Maischevergärung. Toller Saft und so richtig gut wohl auch zu manchen Speisen, die sich mit fetten Noten und kräftigen Geschmäckern zum Wein gesellen.
Insgesamt war die Veranstaltung eine gelungene kleine Verkostung die sich in dieser Form durchaus auch in anderem Stil und mit anderen Weinen wiederholen ließe.
Im Januar gab es mal wieder die Gelegenheit mit zwei meiner Nachbarn sich zu dritt um einen runden Tisch zu setzen und dabei einige Flaschen aus dem Toro und der Region Rioja für eine spanische Weinverkostung mit Tapas zu veranstalten. Von den Nachbarn kamen drei Flaschen der Bodega Maus aus dem Toro, wo die Rebsorte die Tinte de Toro verwendet wurde. Ich selber hatte dann einen weißen von Remelluri kaltgestellt und noch diverse Flaschen von Baigorri, Ostatu, Finca Remirez de Ganuza und dem Weingut Tondonia aus dem Keller bereitgestellt, wo ich in den letzten Jahren auch schon bei den diversen Reisen in die spanische Region Rioja in den Weingütern war. Da wir nur einen weißen in der Verkostungsreihe kaltgestellt hatten, begannen wir mit dem Remelluri aus dem Jahre 2010, der sich als ein echter Opening Star für diesen Abend zeigen sollte.
Dieser Wein ist in einem solcher Alter von ca. 10 Jahren eine kleine Offenbarung. In der Farbe ein dichtes Honiggelb, und in der Nase so kräftig, das man glauben kann man hat einen gut gereiften Birnensaft vor sich. Sehr süffig und voll im Geschmack rinnt der Traubensaft die K<ehle herunter. Ein wirklich sehr gelungener Start in den Abend. Als Einstieg gab es dann Banderillas aus dem Tapas Buch von Silvana Franco, woraus auch meine anderen Rezepte für die Tapas an diesem Abend stammen sollten. Dieses Tapas Buch habe ich mir vor ca. 20 Jahren in Madrid in einer Buchhandlung besorgt, als ich gerade auf Geschäftsreise in Spanien unterwegs war und einen Abstecher im Stadtzentrum in Madrid in so eine Buchhandlung machen konnte.
Banderillas sind kleine Happen auf Spießchen mit Anchovis mit Kapern, Silberzwiebeln, kleiner Gurke und schwarzen Oliven.
Nach diesem Einstief hatten wir uns vorgenommen die 3 Flaschen der Bodega Matsu in der Reihenfolge der Altersstufe von jung zu alt zu verkosten. Das Projekt Matsu ist einer der Teile der Organisation vintae, welche i Spanien noch einige weitere Projekte im Bereich Wein auf die B<eine gestellt hat. Hier wurden für die Weine schon recht alte Rebanpflanzungen der Traube Tinte de Toro verwendet und in unterschiedlich alten französischen Eichenfässern so gelagert und gereift, das sich drei zum Teil recht unterschiedliche Geschmäcker ausgebildet haben. Alle drei Weine verfügen über außerordentliche Tiefe und dunkle Noten. Und hier setzen nun die Marketingaktivitäten der Macher mit an. Je älter die Reben und je länger die Vnifizierung im Keller, desto älter wird dann auch das Gesicht auf dem Etikett der Maus Flasche, was in dieser Reihenfolge der Verkostung sicher auch einen gewissen aha Effekt erzeugte.
Nicht schwer zu erraten, wo der ältere und gereiftere Wein sich befinden dürfte.
Zu diesem drei Toro W<einen hatte ich schon mal die Anchovis Bites auf den Tisch gestellt.
Und natürlich auch gleich zu Beginn der Verkostung gab es eines der Brote aus meiner „Backstube“ mit einem Rezept der Wildbakers, einen Winzerring.
Nach diesem Einstieg in die spanische Weinwelt mit einem weißen und den drei roten aus dem Toro, sollten wir für den Rest des Abends von 4 weiteren Weingütern aus dem Rioja 4 unterschiedliche rote Flaschen verkosten können.
Wir starten also diese Reihe mit dem Baigorri de Garage, der ein 100% Tempranillo ist und aus dem Jahr 2010 stammt. Bei diesem Weingut komme ich gerne ins schwärmen, denn bei so einem interessanten Weingut, welches mit einer exzellenten A<rchitektur, einem eigenen Restaurant im Weingut und einer Vielzahl von Weinen aus der Region Rioja aufwarten kann, der hat sich für mich seine Aufmerksamkeit erworben. Die Reife dieses 10 Jahre alten Tempranillo ist ausgezeichnet und jetzt wohl wirklich auf seinem Höhepunkt angelangt. Wenig Tannine, recht gut eingebunden, und in seiner Frucht so ausgewogen wie sich so ein etwas leerer Spanier durchaus zeigen sollte.
Inzwischen habe ich auf einem der Hering Teller eine Portion von Blätterteigtaschen gefüllt mit Chorizo und Kräutern auf den Tisch gestellt, wo herzhaft zugegriffen wird.
Dann folgt ein Wein aus der Finca Remirez de Ganuza aus dem Jahr 2013, den ich mir noch schnell in München besorgt hatte, denn davon war nichts mehr bei mir im Keller, aber ich wollte in der Reihe der Rioja Weine unbedingt eine Flasche der Finca dabei haben.
Als dritten roten in der Reihe der Rioja hatten wir nun den Gloria aus 2007 von Ostatu vorgesehen, was für alle Beteiligten einen wirklich WOW Effekt brachte. Eine solche Eleganz bei einem 13 Jahre alten Rioja waren wir wir schon lange nicht mehr gewohnt, geschweige denn hatten so einen Wein auf der Zunge. Auch wenn der nächste Rioja von Tondonia nochmals um 2 Jahre älter datierte, also aus 2005 stammte, war es ziemlich unisono am Tisch, das der Ostatu aus 2007 für uns der Renner des Abends war.
Schließlich, aber nicht wirklich ganz am Schluss gab es noch Fischbällchen, welche ich am Vormittag ganz frisch frittiert hatte und diese wie immer recht gut mundeten.
So ging dann ein Abend vorbei mit 8 verschiedenen Weinen aus 2 spanischen Weinregionen, welche sich für mich recht gut ergänzten und was in anderer Form dann vielleicht auch zu wiederholen wäre.
Jetzt wird vielleicht mancher von Euch erstaunt fragen, ja was ist das denn für eine Traube – Petit Manseng? Für mich schon einige Jahre eine sehr interessante weiße Traube, die zwar schwache Erträge bringt, mit kleinen Beeren aber dickschalig, so das sie vielen Wetterunbillen Stand halten kann. Die Traube wird heute primär zur Süßweinproduktion angebaut in Frankreich, aber auch in Kalifornien, Australien und Uruguay. Mehr darüber nachzulesen auch auf Wikipedia. Das diese Traube aber also auch in Südtirol bei Franz Haas angebaut wird ist durchaus bemerkenswert, da hier eher ein süffiger fast trocken ausgebauter Wein daraus entsteht. Ich hatte diesen bereits vor einigen Jahren bei einer meiner Besuche im Weingut verkostet, so das mir der Wein nicht ganz unbekannt war. Der Jahrgang 2016 weist einen Alkoholgehalt von 15 %vol. aus, was schon in die Richtung Süßwein zeigt, aber hier in der abgefüllten Flasche von Franz Haas eine Stilistik aufweist, die außergewöhnlich ambivalent daherkommt. Mancher Gaumen würde hier schon behaupten, das ist ja ein Süßwein.
Die tief dunkelgelbe Farbe strahlt im Licht ganz besonders. In der Nase stellt sich eine tiefe Weite aus, welche nicht enden will. Es tauchen leicht flüchtige Eindrücke von floralen Noten auf, welche sich am Gaumen wiederum recht anders darstellen. Etwas Karamell im Vordergrund, dann schöne florale Fruchtnoten mit exotischen Noten von Litschi und Mango. Ein leichtes Säurespiel folgt dann im Abgang, welches sich bei Wiederholung noch ein wenig besser einstellt. Hier sei nebenbei bemerkt, ds so ein fruchtiger Wein nicht zu warm verkostet oder getrunken werden sollte. Bei mir waren es gerade einmal so 10-11 °C aus dem Kühlschrank, was auch noch ein paar Grad kälter sein könnte, denn im Glas werden solche Tropfen ja doch recht schnell warm genug.
So ein Tropfen eignet sich für mich zu relativ vielen Gerichten. Da passen fast alle asiatischen Gerichte aus der Küche dazu, aber auch kräftig gewürzte Gemüse oder Schmorgerichte, wo sich das Gericht einen entsprechend kräftigen Partner wünscht. Also nichts für Fischgerichte!
Zu erwähnen wäre dann auch noch die Aufmachung und Ausstattung der Weine bei Franz Haas, welche auf dem Fotos unten am Etikett zu sehen ist, was aber auch auf den Kisten sich fortsetzt und wenn man mal eine Verkostung mitgemacht hat, setzt sich bei Senior-Chef die konsequente Linie seiner Präsentation so fort. Außerdem wäre noch kurz zu erwähnen, das der Wein zum Beispiel auch beim Bergwein in München zu erstehen ist.
Es sind ja schräge Zeiten mit dem Corona Virus in aller Welt. Bei uns sind die Restaurants und viele weitere Lokale seit dem 1. November geschlossen und so haben sich manche Lokale dazu entschlossen Ihre Angebote so quasi „Über die Strasse“ zu verkaufen. Ich hatte dabei das Vergnügen und auch das Erlebnis meine erste Gourmet-Box in diesen Zeiten gesponsert zu bekommen und hatte eine Freundin eingeladen diese bei mir zu Hause zu verspeisen. So sieht diese Box dann erst einmal umausgepackt aus:
Das einzige was hier in der Box nicht zu sehen ist, ist die Suppe in einem Schraubglas, welche ich in den Kühler gestellt hatte. Zur Orientierung: Von links unten im Uhrzeigersinn: frisch gebackenes Brot, eine Pappschachtel mit 6 Gläsern, welche diverse Beilage hauptsächlich für den Hauptgang beinhalteten, die Boudin für die Suppe, in den 2 weißen Schachteln das Amuse Gueule, dann der Dessert und die Vorspeise sowie die Kalbsbäckchen in der Folie vom Sous Vide Garen. Positiv aufgefallen ist mir dabei, das kaum Platin verwendet wurde bei den Verpackungen, welche nur aus den drei Deckeln für den Hauptgang, die Vorspeise und den Dessert bestanden. Das Schälchen für die Boudin ebenso und die Deckel für die Gläser in der Pappschachtel, welche jetzt nicht zu sehen sind. Trotzdem darf wohl gesagt werden, das so eine Verabreichung von Gourmet-Essen wohl kaum Bestand haben dürfte für die Zukunft, denn es müssen doch noch immer eine große Menge Verpackungen etc. am Schluss in die Tonne gehen.
Da ich die Box einen halben Tag vor Verzehr geliefert bekommen hatte, konnte ich mir 2 entsprechende Weine für die Genusszeit zu den Gerichten aus dem Keller kaltstellen, bzw. entsprechend temperieren.Ich hatte mir zunächst für Amuse Gueul und die Vorspeise sowie die Suppe einen weißen Tropfen vom Weingut Gunderloch ausgesucht. Riesling Pettenthal, 2015 GG.
Und zum Hauptgang, sowie dem Dessert hatte ich mir einem Pinot Noir, Marienglas vom Weingut Adliger aus 2012 ausgesucht.
Zu 19 Uhr hatte ich meinen Gast eingeladen, und mit noch komplett verpackter Box sollte es dann losgehen mit dem Verzehr der einzelnen Gänge. Schon zu Beginn einmal etwas überraschend, das es in einer Gourmet-Box ein Amuse-Gueule, also sozusagen ein Gruß aus der Küche gibt. Der bestand aus Hausgemachter Paté mit Cornichon und rosa Pfeffer, welches auf einem Eck dunklen Brotes angerichtet war wo noch ein wenig fein geschnittenes Kraut angerichtet war. Angerichtet auf einer Keramik von Holger Hoffmann.
Dann ging es mit der richtigen Reihenfolge der Speisen mit der Vorspeise los, welche wie folgt beschrieben ist: „Aus unserem Smoker“, Ora King Lachs – Passionsfrucht und Buttermilch, Muskatkürbis „Aigre-Doux“, Saiblingskaviar der Fischerei Birnbaum. Angerichtet auf Hering Berlin, Pulse.
Angenehme Rauchnote und fein abgestimmte Sauce auf der Buttermilchbasis, wobei die Passionsfruchtkerne eine fruchtig frische Note ergaben.
Dann folgte die Suppe, welche natürlich auf dem heimischen Herd erst einmal angewärmt werden mußte, die Boudin in die Tiefe des Tellers versenkt wurde und die Suppe dann aufgeschäumt damübergegossen noch ein wenig mit Grünzeug dekoriert wird. Die Suppe hörte auf den Namen Kastaniensamtsuppe – schwarze Trüffel aus dem Perigord, Blutwurst und Apfel.
Links auf dem Teller noch eine der Brotscheiben und da es mir recht gut gelungen war die Suppe entsprechend fein aufzuschäumen konnten wir beide diesen versenkten Blutwurstring durchaus sehr genießen. Kräftig und fein mit bestem Trüffelaroma. Und insbesondere hier paßte der Riesling von Gundelach ausgezeichnet dazu, denn die Säure im Riesling ergänzte sich ausgezeichnet zu den süßlichen Kastanien und Trüffelnoten.
Der Hauptgang brachte dann am eigenen Herd die meiste Arbeit an diesem Abend zustande. Nach Anleitung, welche in schriftlicher Form auf einem Faltblatt beigelegt war, mußte so ca. 20 Minuten vor dem Verzehr in 50°C warmem Wasser aufgewärmt werden. Das geht natürlich in der bereits gut verschweißten Packung worin die Kalbsbäckchen verschweißt waren ohne Probleme, denn ich vermute diese Kalbsbäckchen waren mit seiner Sauce bereits vorher im Sous Vide Bad für mehrere Stunden soweit fertig gegart, das hier nur noch ein Erwärmen vonnöten war. Die diversen Beilage wie Süßkartoffeln und Shiitake, sowie ein Püree, sowie die Sauce mußten erst einmal ebenso angewärmt und vorbereitet werden. Dann konnte das eingeschweißte Kalbsbäckchen aufgeschnitten werden, die Sauce mit dem Bäckchen nochmals in einer Pfanne aufgewärmt und alles dann nach der Beschreibung angerichtet werden.
Die Bäckchen waren je Portion ein wirklich ausgezeichnet großes Stück, welches ich für den Teller nochmals geteilt hatte. Zu sehen auch das Püree und die Gemüsestreifen, wobei die winzigen Shiitake hier leider ein wenig untergehen. Teller auch von Hering Berlin.
Geschmacklich mußten wir beide wieder ein großes Lob aussprechen, denn die Zartheit der Kalbsbäckchen war dermaßen gut, das kaum ein Messer zum Schneiden des Fleisches notwenig war. Jetzt fragt sich aber mancher Leser, wieso hier einen Pinot Noir dazu? Da war ich mir anfangs ach nicht so wirklich sicher, ob der die kräftige Sauce würde begleiten können, aber durch den älteren Jahrgang aus 2012 und eine sehr feine Struktur konnte der Wein hier eine ausgezeichnete Rolle neben dem Fleisch und der Sauce spielen.
Das Finale gab es dann mit dem Dessert, der wie folgt lautete:
Krokanttörtchen, Haselnuss, Tahiti Vanille und Williams Christ Birne. Die Birnenspalten werden also in einer kleinen Pfanne in Butter glasiert, welche dann auf die Haselnußsauce auf dem T<eller von Hering, Serie Alif angerichtet werden.
Auch hier paßte für meine Begriffe der Pinot Noir noch ganz gut. Die kühle Haselnußsauce mit den warmen Birnenspalten paßten sehr fein zu den Krokanttörtchen, welche einen deftigen und runden Abschluss zu diesem Menü bildeten.
Fazit: Eine runde Sache mit einem 4-Gänge Menü, welches alle Seiten zufrieden und satt gemacht hatte. Ein toller Versuch, so eine Gourmet-Box einmal verkostet zu haben. Aber ganz ehrlich habe ich am Schluß zu meinem Gast gesagt, wenn ich die Wahl hätte, würde ich sofort, wenn die Lokale wieder öffnen dürfen Sie ins Esszimmer lieber direkt einladen und einen Abend dort am Tisch genießen, mit Service, vielleicht auch noch weiteren Freunden am Tisch, guten Gesprächen und einem besseren Gefühl für die Küche von Bobby Bräuer aus der Original-Location in der BMW-Welt.