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Essen in Japan, eine Ausstellung im Lindenmuseum in Stuttgart


Da ich selber mehrfach in Japan war, interessierte mich diese Ausstellung im Völkerkundemuseum in Stuttgart ganz besonders. Noch bis zum 23. April 2017 kann diese Ausstellung im Lindenmuseum in Stuttgart besucht und genossen werden. Es werden zwar nur optische, visuelle und akustische Impressionen geboten, was sich aber an verschiedenen Stationen der Ausstellung auch noch in kleinen Aktionen erweitert. Zum Beispiel wie der Japanar, oder auch sonst die Asiaten mit Stäbchen essen.

Nun aber ein kleiner Abriß über die wesentlichen Themen, die in der Ausstellung behandelt werden.
Da geht es um
Reis
Sake
Nudeln
Fisch
Und diese Themen werden mit antiken Objekten aus dem Museumsbestand beleuchtet, aber auch mit vielen Fotos, Filmen und aktuellen Szenen aus dem aktuellen Leben in Japan was in der Küche passiert, bei dem Picknicken im Frühjahr zur Kirschblüte oder auch beim Fischfang, weil ja das japanische Land eine große Insel mit der vielen Gewässern rundherum ist. Beim Essen in Japan geht es fast immer um den feinen Geschmack der frischen Zutaten, was dann bei Genießen solcher Speise in dem Kommentar „Oishii“ endet, was soviel wie den Wohlgeschmack ausdrückt.

Natürlich wird auch das Thema Sushi und Sake recht ausführlich behandelt, welche wohl die bekanntesten Lebensmittel sind die in europäischen Küchen und Gerichten, sowie ganzen Lokalen Ihren Niederschlag gefunden haben. Für Sake, welcher aus poliertem Reis hergestellt wird, gibt es in Deutschland noch recht wenig Lokale wo es eine gute Auswahl gibt, was aber sicher auch mit dem breiten Angebot an Alternativen bei uns zu tun hat. In Japan ist es allerdings so, das zu manchen Gerichten und Speisen, wie bei uns Wein, dort fast ausschließlich Sake getrunken wird.
Eines der traditionellen Getränke in Japan ist aber dann auch der Tee, welcher dort im Land zu einem regelrechten Kult mit der Teezeremonie geworden ist. Bereits im 8. Jahrhundert wurden die ersten Teesamen aus China importiert, so wie es im Text im Katalog heißt. Der Katalog, gut bebildert und mit 223 Seiten Umfang, muß sicher in einigen ruhigen Stunden noch genauer studiert werden, denn das dürfte auch wieder eine gute Vorbereitung für eine nächste Reise dorthin sein.


Zum guten Schluss noch ein Thema, welches bei uns fast gänzlich unbekannt ist. Vor fast jedem japanischen Restaurant gibt es ein Fenster oder eine Vitrine, wo die angebotenen Speisen aus dem Lokal in sehr aufwändiger Form in echter Größe nachgebildet aufgebaut sind. Das wird meist in einem Dorf in nördlichen Japan aus Silikon hergestellt, welches auch in seinen Farben dann dem entspricht, wie der Koch das in der Küche herstellt. Egal, ob das kurz überbrühte Edamame sind oder eine Nudelsuppe oder auch die Sushi Platte.

Also insgesamt eine mittelgroße Ausstellung, welche sehr kenntnisreich und kompetent, mit einige japanischen Wörtern, in die Welt des Essens in Japan einführt und weiterführenden Interesse wecken kann.
Oishii, kampai.



 

Weinreise ins Bordeaux, der vierte Tag

Am letzten und vierten Tag dieser sehr intensiven Weinreise sollte es in das Süßweingebiet Sautern, südöstlich von Bordeaux gehen. Durch die klimatischen Besonderheiten im Sautern, un den darum herum gelegenen Gebieten kann hier auf natürliche Art, durch die Botrytis, ein Süßwein entstehen, wie er sonst nur noch in der Region Tokay in Ungarn und in der Region um den Neusiedler See in Österreich entstehen kann. Die morgentlichen Nebel zur Traubenreifezeit im September, Oktober lassen den Pilz Bptrytis die Trauben so befallen, das das Wasser entzogen wird und sich der Zuckergehalt in den Trauben stark anreichert. Bei entsprechender Vinifizierung kann dann daraus ein Süßwein gekeltert werden. Trotzdem werden auch hier in der Region immer mehr trockene Weine geerntet und ausgebaut, wie ich später zum Weingut Yquem schreiben werde, denn rechtzeitig geerntet sind die Trauben heil, ganz normal für die Bereitung eines trockenen und frischen Weißweines.
An diesem vierten Tag ging es also zu folgenden Chateaus:

Ch. Yquem
Ch. Guiraud
yquem_schloss
Auf Chateau Yquem machten wir zunächst einen kleinen Rundgang durch die Anlage und dann einen Besuch in den Faßkellern wo gewaltige Mengen an Barriques lagern, die für jedes Jahr ca. 100.000 Flaschen reichen. Vom trockenen Weißwein auf Ch. Yquem, welcher „Y“ genannt wird werden ca. 10.000 Flaschen seit einigen Jahr erzeugt. Da ich bereits 2008/2009 und 2011 auf Ch. Yquem war, besuchten wir diesmal einen neuen Verkostungsraum, der hell, weiträumig angelegt ist und auf den Wänden mit dem Logo des Chateau versehen. Mehr dazu auf dem Bildern weiter unten. Verkosten konnten wir diesmal 2 Weine, welche der trockene „Y“ aus 2014 und der klassische Süßwein aus 2010 war.
Zu den einzelnen Weinen der Verkostung:
yquem_flasche_y        yquem_le_gout
2014 „Y“, 75% SB, 25% Semillon. 7 gr. Restzucker.
10 Monate im Barrique. Sehr helles gelb. Sehr dichte feine Nase mit viel Druck. Pampelmouse. Recht kräftige Struktur am Gaumen mit mittlerer Säure. Lang anhaltender Nachklang. (17-18/20) ca. 135.- €
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2010 Ch. Yquem, 138 gr. Restzucker
Farbe mittleres helles Gelb mit rötlichen und leicht grünen Tönen. Sehr feine Honignase, etwas Lichi, Aprikosen und Karamell in der Luft. Am Gaumen ein sehr runder und gescxhlossener Ansatz wie fast eine Praline die im Mund aufplatzt. Sehr langer Abgang mit feinen süßlichen aber auch leichter Säure in ausgewogener Form. Sehr sehr langer Abgang mit immer noch leichtem Säureanklang. (19-20/20)
yquem_fasskeller
yquem_weinglas_y
yquem_verkostung



guiraud_schloss   guiraud_schloss_front
Und dann ging es weiter zum Chateau Guiraud, welches zu einem gewissen Anteil auch der Familie Neipperg gehört, wo wir am Tag zuvor ja bereits auf dem Ch. Canon la Gaffelière zur Verkostung waren. Das Ch. Guiraud ist ein 1er Grand Cru Classée aus 1855, welches aber in den letzten Jahrzehnten eine recht bewegte Geschichte hinter sich hat. Erst seitdem es 2006 wieder neue Besitzer hat, kann es sich von der Qualität der Weine wieder langsam an die Klasse der weiteren Sautern Güter heranmachen. Auch hier war ich mit dem gleichen Veranstalter bereits mehrfach in den letzten Jahren was sich vielleicht auch in der Verkostung von diesmal 5 Weinen niederschlug. Das sollten in der Reihenfolge der Verkostung folgende Jahrgänge und Ausbau Sorten sein:
guiraud_flaschen
2014 Ch. Guiraud -„G“, trocken 50% Sem., 50% SB.
Frische helle Note in der Nase, mit leicht grünen Noten. Etwas flach und wenig Abgang. (15/20)

2013 Petit Guiraud, 65% Sem., 35% SB. (Zweitwein des Chateau)
Feine etwas dichte Nase. Schöne leichte Note für einen Süßwein. mit leicht grünen Tönen. (16/20)

2011 Ch. Guiraud, – alle Grand Vin mit 130 gr. Restzucker
Sehr feine Frucht und Nußnote am Gaumen mit noch recht heller Farbe. Sehr feine Note am späten hinteren Gaumen. (17/20)

2003 Ch. Guiraud
Honigfarbe, Karamell in der Nase. Sehr weich und rund am Gaumen. Für einen Wein aus dem sehr heißen Jahr 2003 präsentiert er sich ausgezeichnet. Man meint den Boden, das Terroir durchzuschmecken. Sehr feine Karamellnote. Super (18+/20)

1998 Ch. Guiraud
In der Nase ein mittelstarker Uhu Geruch. Der Wein scheint seinen Höhepunkt schon ein paar Jahre überschritten zu haben. Leichter Acceton Ton mit etwas oxidativen Noten. Somit leider ein etwas unsanfter Abschluss der Reise, was dem Gesamtbild aber keinen Abbruch tut. (14/20)
guiraud_verkostung



Mein erstes Fazit zu dieser Reise im Oktober 2016 kann folgendermaßen lauten:

Mit einer kleinen Gruppe von 7 Personen, inklusive Reiseleiter, kann es nicht nur auf den Weingütern bei den Verkostungen und den Besichtigungen sehr angenehm sein, sonder auch an allen drei Abenden, wo wir meist gemeinsam in ein Lokal gegangen sind, kann man sich viel zu den Weinen, dem Erlebten und den Spezialitäten der Region erzählen und erleben. Am ersten Abend ging es auf gut Glück einfach zu Fuß in die Altstadt und wir fanden recht schnell ein passendes Lokal mit einem großen Tisch für alle 7 Personen.

Am zweiten Abend ging es dann ins Bistro des Sommelier, wo ich in den vergangenen Jahren schon einige Male war und dort nicht nur das Essen konstant gut ist, sonder auch die Weinkarte mit den günstigen Preisen dein besonderes Highlight jeglicher Bordeaux Reisen.

Am dritten Abend ging es dann in ein neues Lokal, welches in die Richtung Asiatisch, aber ansich auch internationale Küche zubereitet. Hier im Restaurant Miles konnten wir ein ausgezeichnetes Menü verkosten, was dann in dieser Gruppe mit einigen Weinen begleitet wurde, die wir sonst auf den Weingütern ja nicht bekamen, denn in den Lokalen sind die Weine, welche wir auf den Chateaus besuchen kaum erschwinglich (außer im Bistro des Sommelier).

Zu erwähnen sein noch die ausgezeichnete Reiseleitung unter Peter Gallhofer mit seinem Reisebüro AOC Genusscréateure aus Wien.

Weinreise ins Bordeaux, der dritte Tag

An diesem Tag sollte es zu den Weingütern auf der rechten Seite der Gironde (rive droit) gehen. An diesem Tage sollten ebenfalls 4 Weingüter auf dem Programm stehen, wobei nicht zu vernachlässigen ist, das der Abend noch in einem ausgezeichneten Restaurant in der Altstadt von Bordeaux ein recht flüssiges und rundes Ende finden sollte. Wir beginnen in der Region St. Emilion auf dem Weingut Canon la Gaffelière, welches der Familie Neipperg aus Württemberg gehört, das in den frühen 70er Jahren des letzten Jahrhunderts hier als eines der ersten Weingüter von einem Deutschen aufgekauft wurde. Zum Familienbesitz gehören heute auch noch 5 weitere Weingüter in der Region Bordeaux, eins in Bulgarien, und die Familie Neipperg ist an dem Weingut Ch. Guiraud im Sautern beteilgt, welches wir am vierten Tag besuchen werden. Wir sind mit dem Kleinbus pünktlich um 10 Uhr im Weingut und werden von einer jungen Dame in französisch durch die wesentlichen Teile des Weingutes mit Erklärungen herumgeführt. Da sich die Weinreben und Anlagen dieses ca. 19 ha großen Weingutes direkt um das Haus befinden können wir auch einige Erklärungen direkt zwischen dem Reben, welche gerade erst seit ein paar Tagen abgeerntet waren erfahren. Unser Reiseleiter Peter Gallhofer übersetzte die Ausführungen der Dame und fügte dann aber auch immer wieder einige seiner Erklärungen zum Weinbau, seiner Vinfizierung etc. hinzu. Schließlich ging es zur Verkostung wo wir hier von 4 der im Neipperg befindlichen Güter Weine aus den Jahrgängen 2013, 2012, 2011 und 2004 verkosten konnten. Im Einzelnen waren das die Weine wie folgt:
canon_la_gaf_4weine
2013 Clos de l’Oratoire, 90% CF, 10% M.
Sehr würzige Nase und feine Struktur. Recht junge Note mit feiner Gewürzstruktur. Leichte Tannine, und noch recht junge Note der mittleren Tannine. (16/20)

2012 Ch. l’Aiguilhe, 80% M, 20% CF. 40% neues Holz
Sehr feine dichte und fruchtige Nase. Feine Säure und frische Frucht am Gaumen. Langes Leben dürfte hier dem Wein bevorstehen. Leichte Säure am späten Gaumen. (16+/20)

2011 Ch. Canon la Gaffelière, 60% M, 32% CF, 8% CS.
Sehr vordergründige volle Nase mit hellen Fruchtnoten. Sehr schöner Gaumen mit frischen Schokoladenoten, Kirschkerne. Wunderbare Struktur mit eingebundenen Tanninen und feiner Würze. (17+/20)

2004 La Mondotte, 80% M, 20% CF. Nur 10% neues Holz.
Sehr feine Nase, und sehr elegant am Gaumen. Mit feinen Ledernoten, und Pilzen sowie feiner und eleganter Fluss am Gaumen. (18-19/20)
canon_la_gaf_verkostungsraum
OLYMPUS DIGITAL CAMERA



Dann geht es nach einem langen und ausführlichen Aufenthalt bei Ch. C. la Gaffeliére zum nächsten Weingut Chateau Figeac. Auf diesem mit 40 ha Weinreben , welche interessanterweise hier hauptsächlich auf Kiesboden stehen werden zu je ca. einem Drittel Merlot, CS und CF angebaut. Somit werden auch die beiden Chateau Weine in der Regel fast immer zu je einem Drittel mit diesen Drei Trauben cuvetiert. Wir bekommen als hier einen Zweitwein der Petit Figeac heißt und den Grand Vin des Chateau Figeac aus folgenden Jahren:
ch_figeac_flasche_2011
2012 Petit Figeac, 1/3 M, CS und CF. (Kostet ca. 30.- €)
Feine gute Nase mit Gewürzen und Anklang von Orangenschale. Frische Note mit schöner Struktur. Sehr schne Länge am Gaumen mit reifen Früchten. (17+/20)

2011 Ch. Figeac,  1/3 M, CS und CF.
Angenehme tiefe Note mit reifen dichten Fruchtnoten. Sehr feine Struktur am Gaumen mit reifen Früchten. Seh feine gleichmäßige und ausgewogene Struktur mit langem Abgang. (17-18/20)
ch_figeac_verkostung
ch_figeac_fasskeller



Nach einem kleinen Mittagessen in St. Emilion geht es dann am Nachmittag zunächst auf das Weingut Chateau Gazin. Ich selber war bereits in den Jahren 2009 und auch 2011 bereits zu Weinverkostungen auf diesem Weingut mit dem gleichen Veranstalter und aus Anlass einer Weinreise hier im Bordeaux Gebiet. In diesem Jahr sollte wir den Wein aus dem Jahr 2014 verkosten können der gerade erst im Frühjahr abgefüllt worden war. Irgendwie war der Gutsbesitzer sehr gesprächig bei der diesjährigen Führung, was sich allerdings nicht auf die Großzügigkeit seiner Verkostung niederschlagen sollte, denn es gab nur einen Wein zu verkosten.
ch_gazin_flasche_2014
2014 Ch. Gazin, 95% M, 5% CF.
Sehr schöne dichte Nase, ein wenig mit kühlen Anflüchten. Noch leichte Tannine mit sehr feinen Fruchtnoten. Sehr feine und leichte Struktur in Verbindung mit der Säure. (17+/20)
ch_gazin_presse  ch_gazin_fasskeller



Das vierte Weingut an diesem Tag sollte Ch. Valandraud sein, welches wir allerdings nicht direkt vor Ort besuchen konnten, sondern wir fuhren mit dem Kleinbus wieder nach St. Emilion zu einer Weinboutique, wo wir dan einige der Weine des Ch. Valandraud verkosten konnten. Wir konnten in dieser Weinboutique auch noch einige andere Weine verkosten, wobei ich hier nur auf die drei Valandraud Weine eingehen will, die wir auf der Terrasse bei noch ein wenig schönem Spätherbstwetter genießen konnten.
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2012 Spirit de Valandraud, 70% M, 30% CF. ca. 19 €
Sehr fruchtige feine Nase. Runde Frucht mit feinem spätem Tannin. Gute Struktur und langer Abgang. Gute lange Note mit dichter Frucht. (15-16/20)

2011 Virgine de Valandraud, 50% M, 20% CS, 20% CF, 10% PV. ca. 35 €
Weniger Nase, welche sich langsam öffnet. Recht dichte Note. Feste Struktur und recht komplex (16-17/20)

2013 Grand Vin de Ch. Valendraud, ca. 135 €
Sehr feine Struktur mit noch leichten Tanninen, welche ausgereift wirken, obwohl schwieriges Jahr in 2013. (17+/20)
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Betonei bereits im Jahr 2010 im Ch. Valandraud gesehen.


 

Weinreise ins Bordeaux, der zweite Tag

An diesem zweiten Tag der Bordeaux Weinverkostungen und Chateau Besuche sollte es an das linke Ufer, genannt rive gauche, gehen. Die Weingüter die wir besuchen sollten waren da:

Château Palmer
Château Léoville Barton
Château Pichon Longeville Comtesse de Lalande
Château Haut-Marbuzet

An so einem Tag, wo uns 4 großartige Weingüter bevorstehen, waren wir alle im Kleinbus auf der Fahrt aus Bordeaux an dem Montagmorgen wieder einmal sehr gespannt, was da auf uns zukommen sollte. Zwei dieser Chateaus hatte ich bisher auch noch nicht besucht, somit stieg auch meine Spannung entsprechend meinen Erwartungen auf großartige Weine und interessante Weingüter im Medoc. Die Weinregion am linke Ufer ist geprägt von Cabernet Sauvignon, Merlot und Petit Verdot. Da also am linken Ufer die CS Trauben und auch der Boden dazu mit vielen großen und mittleren Kiseln aus der Eiszeit dominieren, werden die Weine hier ein wenig kantiger und rauher als am rechten Ufer. Los geht es also auf Ch. Palmer.
ch_palmer_schloss
ch_palmer_fasskeller
Ch. Palmer bewirtschaftet ca. 66 ha wo in diesem Jahr die letzte Ernte a, 12.Oktober 2016 mit dem Petit Verdot vollzogen wurde. Das Weingut ist seit 2009 Bio zertifiziert, und seit 2014 auch als Bio-dynamisches Weingut anerkannt. Wir verkosten 2 der klassischen Weine dieses Weingutes welches da sind:
ch_palmer_flaschen
2011 Alter Ego (Zweitwein) mit 48% Merlot, 37% CS, 15% PV.
Sehr direkte Note in der Nase, würzig und mit hoher Dichte und Druck. Der große PV Anteil bringt einen interessanten  Anteil an kräftigen Noten und einem kräftigen Abgang. (16-17/20)

Der zweite Wein den wir verkosten ist der Grand Vin des Ch. Palmer aus 2007.
2007 Ch. Palmer, 49% Merlot, 51% CS, 7% PV.
Sehr florale und blumige Nase mit langem Nachhall. Dichte Note mit frischen Minzenoten und langem Abgang am Gaumen, welcher sich nachhaltig auf den Gesamteindruck legt. Sehr schöne Struktur und volle kräftige Noten am Gaumen, welche in komplexen Fruchtnoten sich langsam den Rachen hinunterzwengen. Sehr fein und absolut super. (18-19/20)
ch_palmer_korken



ch_leoville_barton_verkostung
Dann geht es im Kleinbus zum nächsten Weingut in der Region mit Namen Château Leoville Barton. Hier wird der Wein auf eine recht traditionelle, aber nicht desto weniger klassische Art und Weise produziert die uns wie folgt präsentiert werden sollte. Die alkoholische und anschließende malolaktische Vergärung passiert hier in ca. 10-14 Tagen im großen Holz, und anschließen werden die Wein direkt im kleinen Hilz, dem Barrique für ca. 3 Monate gereift, und dann nach einem Abzug und einer Schönung mit Eiweiß für weitere 10.16 Montae in den kleinen Holzfässern zur finalen Reife gebraucht. Wir bekommen hier auf dem Weingut drei Weine zur Verkostung welche da sind:
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2012 Mauvesin Barton mit der Cuvetierung 48% M, 35% CS, 14% CF, 3% PV.
Mechanische Ernte. Mit leicht grüner Note in der Nase, ein wenig leichte Schokonote und ein wenig Säure am Gaumen. (15/20)

2015 Longoa Barton,
Sehr feine weiche Nase, mit leichter süßlicher Note. Viel Frucht am Gaumen mit reifen Früchten  und recht frischen Noten am Ende des Gaumens im Abgang. (17/20)
ch_leoville_barton_flaschen
2015 Grand Vin Ch. Leoville Barton, 86% CS.
Sehr kräftige Nase. Sehr interessante kräftige Note mit Rauch und richtigem Feuer. Dicht und ausgewogen mit kräftigen Tanninen. Ausgezeichneter Abgang. (18/20)



Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant Salamandre in Pauillac geht es zum Weingut Château Pichon Longeville Comtesse de Lalande.
Hier war ich bereits zweimal in den letzten Jahren auf einer Verkostung mit dem gleichen Veranstalter, jedoch hat sich auch hier das verdiente Geld der letzten einträglichen Jahre in einem enormen Investment in Keller und Vinifiziertechnik, sowie Gebäude-Investment niedergeschlagen. Das interessante an diesem Tag war, das die Ernte der roten Trauben, so Ende Oktober gerade kurz vorbei war, und wir somit die Vinifizierung der roten Traubensäfte live mitverfolgen konnten. Hier also ein paar wenige kleine Eindrücke aus den Kellern dieses Weingutes.
Der Weinsaft wird unter dem Tresterhut abgezapft und wie auf dem nächsten Foto zu sehen, wieder oben im Edelstahltank als Dusche darübergesprüht.
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Zu dieser eindrucksvollen Präsentation an Weinbereitung, welche uns gezeigt wurde, konnten wir auch hier, wie auf noch zwei weiteren großen Weingütern im Bordeaux, eine Maschine entdecken, welche mit Laser die Trauben der Ernte auslesen. Nach Aussagen des Weingutes werden die Trauben per Optik erkannt und können nach Größe, Form, Reife und Farbe per Laser erkannt werden und laufen in hoher Geschwindigkeit über ein Förderband, welches so konstruiert ist, das die als „falsch“ erkannten Trauben per Luftdruck aus der gelesenen Menge herausgeblasen werden.  Diese Laser-Trauben auslese Maschine kostet ca. 150 Tsd. € und sieht recht unscheinbar von außen aus:

comtesse_laserselektion

Nun zu den verkosteten Weinen die da waren:
2011 Reserve de la Comtesse, 43% CS, 49% Merlot, 18% CF.
Geschmeidige dichte Nase mit leichter florale Note. Noch recht strenge Note der Tannine, später leichtere Säure. Etwas leichte flüchtige Note am Gaumen. Runde Struktur und feine Komplexität mit weichen Noten (17/20)

2005 Grand Vin de Chateau, 64% CS, 29% M, 6% CF, 1% PV.
Wirkt noch immer jung in der Nase, gewürziger Geschmack am Gaumen. Sehr kräftige dichte Note mit Druck. Noch langer nachhaltiger Nachhall. Sehr feine komplexe Note mit viel Struktur und feiner Säurestruktur. (18-19/20)
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Zum Abschluss dieses Tages ging es zum Weingut Ch. Haut Marbuzet, welches immer noch im Familienbesitz ist und in den letzten Jahre auch so gut gewachsen ist, das es sich auf zwei weiteren Weingütern eingekauft hat. Dieses Familienweingut hat eine bewegte Geschichte in den letzten gut 60 Jahren hinter sich und begann 1952 mit gerade einmal 7 ha Weinreben, welche heute auf Haut Marbuzet zu inzwischen 75 ha angewachsen sind.

haut_marbuzet_ch

Auch hier war in den Kellerräumen noch die volle Ernte mit der Weintraubenverarbeitung im Gange und wir konnten ein wenig die Vorgänge der Verarbeitung beobachten.

haut_marbuzet_keller
Das zeigt sich zwar nicht in den Barrique Kellern, jedoch tobten dafür um s mehr die Mitarbeiter in den anderen Kellern mit der Presse, dem Trester der bereits vergorenen Trauben und diversen Edelstahlgeräten herum, die für die Weinbereitung notwendig sind.

Wir durften hier 4 Weine verkosten die sich wie folgt präsentierten:
2009 Ch. Layuga Dubose, 55% CS, 40% M, 5% PV.
Sehr reife Note in der Nase mit Frucht. Vordergründig wenig am Gaumen, aber dann sehr hoher Dichte und kräftig mit guten Tanninen und breiter langer Frucht am Gaumen. (16+/20)

2012 Ch. Chembert, 70% CS, 30% Merlot.
Weiche runde Note mit leichten Tanninen und Säurenoten  am Gaumen. Mittlere kräftige Note mit etwas spätem Anklang am Gaumen. (16/20)

2012 Ch. Haut Marbuzet, 50% Merlot, 50% CS.
Feine Nase und sehr weiche Note mit feiner fruchtiger Note und feiner Fruchtstruktur. Mit feiner Schokonote und hellen Noten am Gaumen. (16-17/20)

2013 Ch. Haut Marbuzet, 30% Merlot, 65% CS, 5% PV.
Bei etwas weniger Nase und recht guter Struktur. Sehr schöne Tannin und Säurestruktur, wobei der Gesamteindruck ein wenig verschlossen wirkt. (17/20)

Und auch hier im Bordeaux werden Experimente mit Betoneiern gemacht, was wir im Keller live mit diesem Foto belegen können:
haut_marbuzet_betonei



 

Weinreise ins Bordeaux, der erste Tag

An diesem ersten Tag der viertägigen Weinreise ins Bordeaux waren wir mit einer kleinen Gruppe von 7 Personen unterwegs, was sich bald als lustige, unterhaltsame und richtig trinkfeste Gesellschaft herausstellte. Auch wenn einige aus der Gruppe an diesem ersten Tag mit der Anreise durch Nebel in Paris etwas Verspätung hatten, konnten wir durch eine gelungene Organisation der Reiseleitung zu der geplanten Besichtigung und Verkostung zu dem Weingut Chateau Smith Haut Lafitte in die Region Graves fahren.
smith_haut_laf_chateau
Smith Haut Lafitte ist nach der Klassifikation ein Grand Cru Classé de Graves in der Region Pessac-Leognan, welches seit 1990 ein Bio-Weingut in Familienbesitz ist. Eine großartige Anlage aus im wesentlichen Holzkonstruktions-Häusern, die auch ein Wellnesshotel und eine Faßbinderei beherbergen, welche eine von dreien auf den Weingütern in der Region Bordeaux ist. Auf Smith Haut Lafitte war ich bereits mehrfach in den letzten 8 Jahren und komme sicher immer wieder gerne dorthin, da sich der Stil der Weine aus der Region und speziell von dieser Adresse eine spezielle und angenehme Seite hat. Auf ca. 78 ha werden die Weine angebaut, wovon 12 ha mit weißen Reben bepflanzt sind.

Nach einem kleinen Rundgang durch die Produktion und die Kellerräume konnten wir dann zu einer Verkostung der beiden Chateau-Weine schreiten. Im Einzelnen waren das dann ein weißer und ein roter aus dem 2012er Jahr.
smith_haut_laf_keller
2012 Chateau Smith Haut Lafitte, blanc,- Sauvignon Blanc (SB), Semillon (SE), Sauvignon Gris (SG).
Sehr intensive kräftige Nase mit frischem leichtem Holzton. Sehr breiter Gaumen mit sehr kräftiger festem Druck am Gaumen. Mittellanger Abgang. (17-18/20)

2012 Chateau Smith Haut Lafitte, rouge, – 55% Cabernet Sauvignon (CS), 35% Merlot (M), 9% Cabernet Franc (CF), 1% Petit Verdot (PV).
Sehr feine Nase mit wenig Tanninen. Am Gaumen feine Marzipannote, leichte Tannine am Rande mit etwas Säure und feinen Noten von dunklen Früchten. Sehr schöne Komplexität mit Leichtigkeit und Eleganz. (17+/20)
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Australien Melbourne, Food und Wein Festival, der zehnte Tag

Am zehnten Tag meiner Weinverkostungen sollte es mich in Melbourne auf eine Food and Wine Festival Veranstaltung führen, welches auch eine Verkostung der Weingüter anbietet, die sich rund um Melbourne in den letzten Jahrzehnten so angesammelt haben. Die interessanten Fakten vorneweg, und dann will ich auf die Verkostungen derjenigen Weingüter eingehen, die ich dort besucht hatte. Bei einem Eintritt von 55 NZ $ war die Besucherzahl einigermaßen übersichtlich, und man kam gut an die Verkostungstische heran. Das Ganze fand im Freigelände vor dem Kongresszentrum statt, und nannte sich „City Cellar“. Es waren so ca. 60 Weingüter vertreten, am Eingang bezahlt, und dann gab es dieses heutzutage obligatorische farbige Arnbändchen und ein Plastikglas mit Aufdruck des Sponsors.

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Melbourne_F&W_Fest_Plastikglas
Nun gut, so richtig anfreunden wollte ich mich mit dem Plastikbecher erst einmal nicht, doch es gab tatsächlich keine Alternative. Dann legte ich erst einmal los die verschiedenen Stände zu erkunden, und da es noch recht früh zu Beginn der Veranstaltung war, konnte ich mir einen gewissen Überblick verschaffen. Die Stände unterschieden sich vom Grundaufbau nicht wirklich voneinander, nur einige Anbieter hatten gewisse Banner oder mehr Material am Stand, woran man ein wenig die Größe des Weingutes erkennen konnte. Im Laufe des Nachmittages war dann aber auch klar, das ein buntes Sammelsurium an Anbietern zugegen war, die zum Teil erst vor nicht einmal 10 Jahren mit der Eigenvermarktung der angebauten Weine begonnen hatten. Also auch hier – Marketing ist fast alles.

Melbourne_F&W_Fest_Scene1
Ich machte mich also auf eine erste Runde, wo ich erst einmal nur die weißen Traubensorten verkosten wollte. Die Beschreibungen der einzelnen Weingüter werde ich aber zusammenfassen, wenn ich weiße und rote Sorten an einem Stand im zeitlichen Abstand zueinander verkostet habe.

Melbourne_F&W_Fest_Gehrig
Es beginnt mit einem Weingut mit Namen John Gehrig, welches im Gebiet des King Valley und in Rutherglen 2 Weingüter betreibt. 1860 von den Vorfahren gegründet wird es heute in der 5ten Generation von der Familie geführt. Ich verkostete einen Chenin Blanc und einen Riesling die beide recht orentliche Struktur aufwiesen, sowie bei den roten Sorten einen Pinot Noir sowie einen Cuvée aus CS und Merlot aus 2010, der etwas vordergründig aber mit voller Struktur gute Noten auswies.

Melbourne_F&W_Fest_St_Leonhard
Dann ein Weingut St. Leonards, ein Weingut in Wahgunyah, im Gebiet Victoria, welches ca. 3 Stunden nördlich von Melbourne gelegen ist. Hier habe ich nur die 2 weißen der Sorten Semillon und Sauvignon Blnac verkostet, und mir die roten später gespart.

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Dann ging es zu einem Weingut mit recht jugendlichem Auftritt und sehr frischem Marketing. Dal Zotto, oder auch geschrieben Dalz Otto, was mit bei Nachfrage nicht klar war, woher diese Schreibweisen kamen. Auch hier werden wie bei vielen anderen Weingütern rund um Melbourne die Sparkling Weine erzeugt, welche aber mit ganz unterschiedlichen Trauben erzeugt werden. Mal sind es SB, auch PG oder Riesling, selbst der PN oder auch auf Friuli muß mal für die prickelnde Seite herhalten. Die weißen Sorten hatte ich mir bei Dalz Otto nicht so richtig notiert, dafür waren es bei den roten erst einmal ein Cuvée aus Sangiovese mit 64% und ein CS aus 36%, welcher mit einer sehr runden Frucht und leicht daherkam, sowie ein Barbera, der mit feiner Gewürznote nach Szechuan Pfeffer und schöne Frucht überzeugen konnte. Dann ging es zu einem Weingut, das mich besonders beeindrucken konnte.

Das Weingut Warramunda aus dem Gebiet des nördliche Yarra Valley, welches mit 60 Acres (ca. 24 ha) zunächst einmal sehr interessante Traubensorten anpflanzt, und dazu auch noch einige sehr schön ausgebaute weiße und rote Wein in die Flasche bekommen hat. Das Weingut wurde von der Familie 2007 erworben, und 2013 konnte der erste selbst erzeugt Wein auf den Markt gebracht werden. Bei den weißen habe ich einen Marsanne aus 2014 mit 6 Mon. im Barrique verkostet (16/20) und einen Viognier mit sehr feinen Würznoten am Gaumen. Bei den roten Sorten ging dann die Post ab.
Warramunda_Halliday
Als erstes ein PN aus 2013, sehr schöne Nase, mit einer super komplexen Struktur und ein Spiel am Gaumen, der mich zu einer Benotung von (17-18/20) verführte. Dann ein Syrah aus 2014 der mit einer sehr feinen Frucht super lange am Gaumen verweilen sollte. Langer Nachgang (16+/20). Dann ein CS der zu 100% entrappt wird aus 2013. Sehr frische Frucht mit ausgewogener Struktur und langem Abgang bei leicht pfeffriger Note. (16+/20) Zum Abschluß ein Viognier aus 2013, der 14-18 Monate auf der Hefe im Holz ausgebaut wird und als spät gelesene Traube als Süßwein eine sehr feine Struktur aufweisen konnte.

Melbourne_F&W_Fest_Lome
Das nächste Weingut lautete auf den Namen Lome, welches im Gebiet Central Victoria liegt und ich bei den weißen Sorten einen Cuvée aus Roussanne, Marsanne und Viognier verkosten konnte. Feine kräftige Nase. (16/20) Bei den roten gab es einen Shiraz aus 2013 der recht süße Noten aufwies, und sonst auch etwas fruchtig im Abgang war. (16+/20)

Auch das nächste Weingut mit einem sogenannten Zuwanderer-Namen Scotchman Hill. Das Weingut liegt im Gebiet Bellarine Peninsula, welches sich im Südwesten von Melbourne befindet.Hier konnte ich zuächst einen SB aus 2014 verkosten der mit einer leichten Süße und mittlerer Struktur versehen war (15/20). Der Chardonnay aus 2013 hatte schon eine kräftige Nase, würzig, weniger Frische, aber eine recht feine Struktur. (16+/20) Die Roten hatte ich dort dann ausgelassen.

Serengale_analisse
Als nächsten Stand steuerte ich ein Weingut an, welche so ca. auf der halben Strecke zwischen Melbourne und Canberra liegt. Also bereits weit im Landesinneren, wo das Meer kaum mehr einen Einfluß auf das Klima der Weingärten haben dürfte. Die Region heißt Beechworth und das Weingut sollte Serengale heißen. Der Chardonnay aus 2012, welcher für 8 Monate im Barrique lagert und dann 1 Jahr auf der Flasche nachreift, hatte sehr kräftige und feine Würznoten mit Zitrus und einer schönen Frische, eine sehr feine komplexe Struktur und einem langen Abgang. /17+/20) Hier zeigte sich einmal mehr, das es sich sehr lohnen kann, die Weine nicht gleich nach einem halben Jahr und direkt abgefüllt auf den Markt zu bringen, was der Geschmacksvielfalt oft einiges wegnimmt.

Zum guten Schluß hier noch eine Beschreibung eines Weingutes, welches seine Ursprünge bei italienischen Einwanderern hat, aber erst seit dem Jahr 2000 seine eigenen Weine unter dem Namen Vinea Marson vermarktet. Das Weingut hat 100 Acres (ca. 40 ha) und liegt in Central Victoria bei der Ortschaft Heathcote. Bei den weißen Sorten konnte ich den Prosecco versuchen, der eine schöne frische Note aufwies. Dem Prosecco  wird bei der Weinbereitung ein wenig Pinot Bianco hinzugefügt, und dann endgültig vergoren, und versecktet. Eine weiterer weißer Tropfen ist der Grazia, der ein Cuvée aus Friulano, Pinot Bianco, Malvasia und Picolit. Eine recht dunkle Farbe nicht dichten Noten. Ein gute Struktur mit recht trockenen Anklängen, welche sich insgesamt sehr positiv auf den Geschmack eines solchen Cuvées auswirken. (16+/20)

Melbourne_F&W_Fest_VineaMarson3
Dann ging es in der zweiten Runde zu den roten Sorten, welche hier besonders interessant erschienen, da nicht nur internationale Trauben sondern eher typisch italienische Sorten angepflanzt werden.

Der erste ein Sangiovese aus 2011 weist feine Kräuternoten mit einer leichten Säure auf. Er hat insgesamt eine mittlere Dichte (16/20). Von den Sangioveses werden einige verschiedene Klone angebaut, so die Beschreibung des Weingutes in Ihrer kleinen Faltbroschüre, welche bei fast allen Weingütern auf eine gewisse Art an Infomaterial zu finden war.

Dann ein Syrah aus 2011 dem noch ca. 7% Viognier bei der Weinbereitung zugegeben wird. Eine schöne ausgewogene Struktur, etwas wenig Frische. Hatte notiert „die leichte Seite seiner Art“ bei leichten Tanninen. (15/20)

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Und dann gab es noch einen Nebbiolo aus 2010 der aus drei verschiedenen „Sorten“ laut Beschreibung hergestellt wird. Lampia, Michet und Rosé. Diese werden getrennt ausgebaut, für bis zu 50 Tage auf der Maische vergoren, und dann 24 Monate im kleinen und großen Holz soweit ausgebaut, das die Weine auch erst recht spät auf die Flasche kommen. Meine Notzen dazu: Schon recht dunkle Farbe an den Rändern, sehr schöne frische Fruchtnoten und helle Struktur. (15+/20)


 

Restaurantbesuche in Melbourne

Der etwas längere Aufenthalt in Melbourne veranlasste mich an einigen Abenden ein paar typische Lokale aufzusuchen, welche ich in speziellen Reiseführern, aber auch in den einschlägigen Feinschmecker Journalen gefunden hatte. In Melbourne hat sich da im Bereich des Business Distrikts eine sehr abwechslungsreiche Scene entwickelt, da noch nicht alle alten Bauten abgerissen und von Hochhäusern ersetzt wurden, hat sich hier eine gewisse Subkultur mit vielen Graffitis an den Wänden, kleinen Weinbars, Lokalen in Souterrains und alten Mauern gebildet. An 2 Abenden besuchte ich also mit einem Tag Abstand die 2 Lokale CODA und TONKA, welche vom selben Betreiber gegründet wurden, und nur ca. 100 m auseinander, jeweils in einer kleinen Seitenstrasse bzw. in einer fast unbefahrbaren verwinkelten Seitengasse sich befinden.

CODA_Interior2_01_03_16   CODA_Interior_Kueche
Zunächst war ich am zweiten Abend im Lokal CODA, welches in einem Souterrain liegt, der Eingang in einer kleinen Nebengasse, dafür wird man in Australien um so freundlicher begrüßt mit „Welcome, how are you“ etc. Ich bekam am Bartresen einen Platz, wo der Blick in die offene Küche zeigte, wie quirlig der Küchenbetrieb bereits um 18.30 Uhr auf Touren lief. Es waren auch schon einige andere Gäste an den Tischen und so lief der Betrieb schon auf vollen Touren. Wo ich mich hier zum wiederholten Male wunderte, wieviel Personal, nicht nur in der Küche, sondern auch im Service zugange ist. Für ein Lokal wie diesem mit ca. 60 Plätzen rannten bestimmt meist 6-8 Personen im Service herum und in der Küche kamen auch nochmals ca. 6-8 Personen dazu.

Interessant auch wie die Speisekarte aufgebaut ist. Die Karte weist so ca. 15 Positionen unter „Smaller“ aus, dann ca. 8 Positionen unter „Bigger“ und einige Positionen unter „On the side“. Dann folgt noch „The sweet stuff“ und „Cheese“. Das wars dann mit der Speisekarte in Schreibmaschinenschrift, was auch den Charakter einer oft wechselnden Karte mit sich bringt. Sehr interessant allerdings auch die Weinkarte, welche hier in einem guten Lokal schnell einmal 20-30 Positionen an offenen Weinen ausweisen kann. Meiner Beobachtung nach wird hier auch wirklich Wein zu den Speisen getrunken. In diesen beiden Lokalen hier gab es dann auch richtig gute Gläser zu den Weinen, was heißt entweder große Riedel Gläser oder im TONKA zu einem Wein auch Gabriel Gläser. Das war auf den Weingütern meiner ersten Tour in Melbourne und Umgebung leider nicht immer der Fall.

Hier nun die Beispiele meiner Auswahl:

CODA_Austern_Dinner_01_03_16
Austern aus der Gegend

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Reisteigrolle gefüllt. Dabei ein Kohlblatt mit frischen Kräutern und einem asiatischn Dip.

CODA_Lammkotelett_Dinner
Lammkotelett


 

2 Abende später führte mich mein Weg dann ins Nachbarlokal TONKA. Auch hier eine offene Küche, wo zum Teil noch direkt hinter dem Tresen gebrutzelt, gerührt und angerichtet wurde. Sehr aufmerksamer Service und wirklich schnell, obwohl sich das mit ca. 70 Plätzen Lokal nach einer Stunde fast gefüllt hatte.

Hier gab es dann als „Smaller“ folgende Abfolge:
Tonka_Hühnerleberparfait_
Hühnerleberparfait, als Nocke ausgebildet mit geröstetem Brot und Nüssen sowie Trauben.

Tonka_ThunfischTartar_ReisPappadum
Thunfisch Tartar mit Reis Pappadum

Tonka_Oktopus
Dann ein Teller mit Oktopus der mit Rettich, feinen Salat und Papaya angemacht war.

Tonka_Ente_RoteBeete
Als Hauptgang dann ein Entenschlegel mit roter Beete und Salat.

Melbourne, Queen Victoria Market

Auf meiner Weinreise in der Region Neuseeland und Australien war ich in Melbourne angekommen, und besuchte am zweiten Tag des Aufenthaltes in Melbourne den Queen Victoria Market, der am Mittwoch Abend einen besonderen Öffnungstag ab 17 Uhr hat. Der sogenannte Night Market. Der Queen Victoria Market besteht aus alten Markthallen, welche aus gußeisernen Säulen mit Überdachungen besteht, ähnlich der Schrannenhalle in München, und erstreckt sich aber auf einer Fläche von ca. 6 ha. Jeden Mittwoch Abend ab 17 Uhr gibt es im Sommer einen Night Market, der mit vielen Imbißbuden, die ja heute eher Street food genannt werden, die herbeiströmenden Menschen versorgt. Neben den Verköstigungen gibt es aber auch einigeKunsthandwerker und allerlei Krims Krams inclusive der Klamotten Stände, welche sehr unterschiedliche Waren anbieten. Das sehr vielfältige Angebot an unterschiedlichen kulinarischen Genüssen zeigt hier bereits, das die Scene der Street food Aktivisten wohl schon recht lange Einzug gehalten hat. Da geht die Vielfalt von Korea, über China, von Spanien bis zum Balkan, sowie in der Getränkeauswahl eher lokal mit der Weinen und dem Bier aus den lokalen Regionen. Hier zur Anschauung nur ein paar wenige Beispiel von den Ständen, welche ich dort alle vorgefunden habe.

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Selber hatte ich mir dann zunächst ein lokales Bier besorgt, und dann
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gab es bei einem koreanischen Stand noch 2 Hühnchenspieße mit 2 Reispapierrollen mit Nudeln und Grünzeug gefüllt. Waren insgesamt recht schmackhaft angemacht und mit einer guten Sauce versehen. Im Töpfchen darunter versteckt.
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Hier noch ein paar Eindrücke aus den Hallen der anderen Stände:

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Dim Sum bei einem weiteren Koreaner

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Halumi Käse verarbeitet

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und Paella in großen Mengen.

Ganz besonders interessant das Angebot an einem koreanischen Stand, die eine Kartoffel im rohen Zustand in eine Spiralförmige Form aufschnitten, das Ganze dann auf einen Spieß fädelten,  mit einem wogl Temura Teig versahen und kurz in heißen Fett ausfrittierten. Die Menschen standen richtig Schlange nach diesem neuartig angerichteten Produkt.
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Neuseeland, Martinborough – Intermezzo im Neighbourhood Café

Die wunderbare Begegnung der besonderen Art. Eigentlich war ich ja für die Weine nach Neuseeland geflogen und gefahren, doch auf meiner zweiten Station in Martinborough sollte es ein Café geben, welches ich gleich am ersten Tag empfohlen bekam, da es im Hotel kein Frühstücksangebot gab. Das Café lag gerade mal über den Platz an der anderen Ecke des Square von der Mitte der Ortschaft, und es war keines der so standardmäßig eingeschliffenen Takeaway Cafés wie so üblich hierzulande. Über die verschiedenen Kaffee Geschmäcker kann man ja ebenso geteilter Meinung sein wie auch bei Wein, aber hier gab es vielerlei Komponenten, die das Erlebnis mit dem Geschmack verband.
Nette Leute am Tresen, eine eigene kleine Kaffeerösterei, interessante Interior Details, selbstgemachte Backwaren und Vieles mehr. Hier eine kleine Fotostrecke zum genießen:
NH_Kogo_Schild
NH_Hocker_Kaffeesackbespannung  Matinb_Café_innen  Neighbor_Hood_Cafe_Rösterei
NH_Frühstücksmuffin_Speck_Ei_Spinat
NH_Frühstück_Croissant_Café
Neighbour_Hood_Esperesso


 

Weinreise Ribera del Duero, der dritte Tag

Nach zwei sehr intensiven Tagen im Ribera del Duero wollten wir heute am dritten Tag noch bei drei Adressen vorbeisehen auf dem Weg zurück zum Flughafen in Madrid.
Veganzones_flaschen
Der erste Termin war vereinbart beim Weingut Veganzones. Das Weingut ist ein 2007 gegründeter Familienbetrieb der seine Weine auf einer Höhe von ca. 900 Metern anbaut. Auf 45 ha, mit eigenen Weinbergen von 10 ha werden primär Tempranillo und ein wenig Merlot angebaut. Verdejo auch ein wenig, aber außerhalb des Ribera del Duero, da Weißweinreben nach dem spanischen Weingesetzt hier nicht zugelassen sind. Das Ergebnis jeden Jahres sind dann ca. 200 Tsd. Flaschen welche abgefüllt und zu verkaufen sind. Die Preise sind bisher einigermaßen moderat. Wir verkosten einen weißen und 2 rote Sorten. Der erste rote mit dem Namen „912 altitud“ was eben auf die Anbauhöhe hinweist. Der zweite rote dann als Crianza mit 5% Merlot. Ich bewerte diese Wein mit einer gehobenen Mittelklasse.

Briego_Logo Briego_Fäasser
Dann geht es in der gleichen Ortschaft zum Weingut Briego. Wir hatten von dort zwar keine Rückmeldung auf unseren Besuch, wurden aber doch empfangen und dann auch entsprechend freundlich empfangen und konnten 2 Weine verkosten. Es wird 100% Temranillo angebaut auf einer Fläche von 75 ha. Die Weine beurteilte ich im gehobenen Mittelfeld, was sich sicher noch bei weiteren Besuchen oder Verkostungen zu bestätigen wäre.

P_de_Carraovejas_logo
Zu guter Letzt steuerten wir eine Adresse an, welche wir bereits in der Vorbeifahrt von der Straße aus gesehen hatten, aber uns wunderten, was der kleine Bau, welche noch nicht fertiggestellt war, mit dem gesamten Weingut zu tun hat. Wir sollten uns wundern. Wir steuerten also an der Baustelle vorbei die Straße in ein offenes Tal hinein und konnten nach wenigen Minuten einen sehr imposanten Bau am linken Hang, ganz in rot gestrichen, entdecken, der eine überaus moderne Architektur präsentierte. Ich spreche vom Weingut Pago de Carraovejas. Zum Weingut gehört auch ein Restaurant in Segovia. Wir konnten mit dem Exportmanager ein Gespräch führen, welches sich insgesamt recht erfolgreich und interessant gestaltete, denn das Weingut bietet Weintouren für Fachleute und Sommeliers an, welche ins Programm passen würden.
Da wir hier keine Weine verkostet haben, einige Foto zur Impression.

P_de_Carraovejas_Rebenbaum
P_de_Carraovejas_Ausblick
P_de_Carraovejas_Weingut


Wer also in 2016 einige der beschriebenen Weingüter besuchen will der sollte sich den Veranstalter und dessen Beschreibungen im Netz ansehen. www.aoc-genuss.at