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An der Loire, in der Region Muscadet

Auch an diesem Tage an der Loire sollten wir wieder zwei Weingüter besuchen die sich durchaus von den bisher besuchten unterscheiden sollten. Wir sind an diesem Tage Richtung Westen in die Region Muscadet gefahren, welche bis an die Stadt Nantes reicht und auch zum Teil andere Trauben erzeugt, als in der bisher besuchten an der Loire. Die weißen Weine werden primäre aus der Traube Melon de Bourgogne gekeltert und bei den roten Sorten wird zum Beispiel die Sorte Grolleau als regional wichtigste Traube angebaut. Daneben natürlich auch Cabernet Sauvignon und Pinot Noir. An diesem Tage ging es also zu folgenden Weingütern. Zunächst ging es zu Chateau de Chasseloir Chéreau Carré und anschließend nach dem Mittag zum Weingut Domaine de la Chauvinière – Jérémie Huchet. Auf dem ersten Weingut führte und in langen ausschweifenden Erklärungen der Gutsbesitzer selber durch seine Weinberge und durch die Schlosskeller, welches er 1953 gekauft hatte, als Agrarbetrieb, und diesen dann zu einem Weingut umbaute.

Heute werden auf 60 ha die Weine angebaut und wir erhielten durch die ausführlichen Erklärungen des Winzers doch einen gewissen Einblick in die Vielfalt der Region und des eigenen Weingutes. Das sollte sich dann auch in der Verkostung fortsetzen.

Das Weingut hat einen recht großen Garten mit alten Türmchen und Gebäuden darauf, wozu dann auch die Lager und der Verkostungsraum gehören sollte.

Hier ein Bild der Rebanlage wie sie mit der Melon de Bourgogne bestückt sind. Nach Aussage des Winzers standen die Reben gerade kurz vor der Blüte so Mitte Juni des Jahres. Dann ging es zur Verkostung, wo wir an diesem Vormittag 5 verschiedene Weine verkosten konnten.

Hier die ersten drei Weine aus der Verkostung, welche alle ein Muscadet sind und für meinen Geschmack sich durchaus sehr ordentlich präsentierten. Die beiden nächsten Weine waren einmal ein Ch. Chasseloire aus 2014, welcher für 12 Monate im Barrique ausgebaut war, und dieses noch deutlich in der Nase zu verspüren war. Der weitere ein Muscadet, der ungeschwefelt auf die Flasche kam und für seinen Preis von 9 € eine sehr interessante Nase nach Apfelsaft und frischen, reifen Fruchtaromen aufweisen konnte. Diesen Muscadet hatte ich in der gesamten Reihe tatsächlich am höchsten bewertet. (17/20)

Das war dann schon mal das erste Weingut an diesem Tage und damit ging es weiter zu einem Mittagsimbiß in eine mitten am Land liegende Lokalität, die sich als sehr stark besucht erweisen sollte, an diesem Freitag Mittag. Das brachte dann manche Komplikationen, welche ich hier nicht weiter ausführen möchte. Dann ging es zum zweiten Weingut des Tages mit dem langen Namen Domaine de la Chauvinière – Jérémie Huchet. Ein Betrieb der seit 3 Generation dort bereits arbeitet und die Familie hat 4 verschiedene Domaines mit insgesamt ca. 70 ha Anbaufläche. Wobei die regionalen Unterschiede insbesondere auf der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit beruhen.

An einer seiner neueren Gebäude, wo auch der Verkostungsraum später von uns besucht wurde, prangte dieses Firmenschild mit dem Chapeau als Wahrzeichen, welches dann auch auf manchen Etiketten wiederzufinden war. Hier gab es wieder einmal eine ganze Reihe verschiedene Wein aus den unterschiedlichen Lagen zu verkosten, die so insgesamt wohl 8-9 an der Anzahl zusammen waren. beginnen sollte es mit einem Chapeau Melon der aus 50% SB und 50% Melon de B. cuvetiert war. Mittlere Note mit frischer Zitronensäure. Hier ein Foto, welche alle Weine dieser Reihe zeigt.

Der Verkostungsraum, wie vorhin schon erwähnt sah von innen dann so aus:

Dann ging es weiter mit diversen Muscadets aus den verschiedenen Lagen, die von den Jahrgängen zum Teil bis ins Jahr 2013 zurückreichten. Insbesondere die älteren Jahrgänge konnten mich sehr überzeugen und hatten feine kräftige mineralische Noten, welche ausgezeichnet mit der Frucht und Säurestruktur harmonierten.

Hier also fast die gesamte Reihe der Muscadets, welche wir verkosten konnten. So zeigt sich beispielsweise eines der klassischen Etiketten des Weingutes.

Ein insgesamt für die Auswahl der Weingüter gelungener Abschluss des Tages, wobei auch an diesem Abend wir in dem Städtchen Saumur, wo wir unser Hotel hatten nochmals zu einer der Weinbar pilgerten und dort so verschiedene Gewächse verkosten sollte.

Am Abend ging es dann noch mit ein paar Mitstreiter über die Brücke der Loire in eine Weinbar namens La Tonnelle, was vermutlich so viel heißt wie das Faß, bzw auch die Laube. Dort bediente uns ein sehr kompetenter Wirt mit einer sehr ausführlichen Weinkarte und es gab auch einige kleine verschiedene Platten in Richtung Fisch, Käse oder Charcutierie. Hier schon mal eine Teil der Außenansicht:

Insbesondere an diesem letzten Abend bestellten wir einen Champagner, da dieser der nicht genügend gekühlt war, öffnete der Wirt einen Cremèmant aus der Region.

Wie schon erwähnt dazu so eine kalte Fischplatte:

Und weil es der letzte Abend für uns in Saumur war, bestellten ir noch einen roten aus der Region, der uns mit seinem Etikett bereits am Tage zuvor irgendwo aufgefallen war.

Hier habe ich extra einmal das Rückenetikett auch aufgenommen, weil es eben auch einige Informationen zum Weingut und zum Wein selber bereit hält. Ganz angesehen einmal von der grünen kleinen „Fahne“ welches einem Kunden beim Einkauf sehr schnell zeigen kann, was hier eben aus einem Bio-Betrieb kommt, und was nicht. Das war dann der Abschluss diesen Tages an diesem Ort Saumur.


An der Loire, die nächsten zwei Weingüter und Chinion

An diesem zweiten Tag an der Loire sollte es zu zwei weiteren Weingütern gehen die da lauten Domaine Filliatreau und Chateau Joguet. Beginnen wir also mit dem Weingut Domaine Fillatreau welches direkt in die Kalkfelsen der Loire auf einer der Uferseiten in den Tel geschlagen ist. Die Weinfelder liegen aber im Wesentlichen dann nicht im Loiretal unten auf Flughöhe, sonder ca. 30 – 40 Meter höher auf der oberen Ebnen der Kalkschichten, welche durch die Loire im Laufe der Jahrtausende abgewaschen wurde und so die Menschen in diese Steilhänge ihre Höhlen gehauen haben, was zunächst einfach der Abbau von Felssteinen war und später die Höhlen zum Wohnen aber insbesondere zum lagern von Waren diente. Hier ein Beispiel dieser Kalhöhlen.

Und so sieht das Ganze dann von außen aus:

Kommen wir also zum Weingut Filliatreau, welches auf ca. 48 ha Ihren Wein anbaut und daraus im Schnitt so im Jahr 200 – 300 Tsd. Flasche erzeugt. Das Weingut ist seit 2017 Bio-zertifiziert und hat sich mit dem Ch. Fouquet noch ein zweites Standbein aufgebaut. Nach einem kleinen Rundgang durch die alten Höhlen, welche heute nicht mehr als Lager oder Arbeitsstätte dienen, geht es in einen der Räume zur Verkostung. Wir verkosten insgesamt 6 Weine von Filliatreau und Ch. Fouquet.

Im Verkostungsraum hängt dieses großformatige Plakat, welche die Gebäude und die Seite des Hochufers mit den Kalkhöhlen bei Nacht zeigt. Dann geht es an die Verkostung, welche durchaus einen recht interessanten Bogen spannen kann mit den typischen Reben der Region. Los geht es mit einem 100% Chenin Blanc mit dem Namen Lena.

Feine Pfirsichnote in der Nase mit recht kräftiger Säure am Gaumen. Frisch ausgewogen und rund. (16,5/20)

Dann ein Rouge, Dom. Filliatreau, Saumur Champigny aus 2018. Cabernet Franc mit einer recht typischen Nase, frisch fruchtig. Sehr feiner Gaumen mit recht leichter Frucht und ebenso leichter Säure. (16/20)

Dann folgt ein Ch. Fouquet aus 2017 aus 100% Cabernet Franc. Sehr dichte Nase mit leicht dumpfer Nebennote. Recht kräftig aber mit feiner Struktur. Am Gaumen beerig und mit langem Abgang. (16,5-17/20)

Der nächste rote mit Namen La Grund Vignole aus 2017 hat eine etas leichte Nase mit leichter Frische. Noch leicht scharfe Tannen mit heller frischer Note von reifen roten Beeren. (16,5/20)

Dann folgt wieder ein Domaine Filliatreau aus 2016, Saumur Champigny von alten Rebstöcken, die 60 bis 100 Jahre bereits in der Erde wachsen. Mittler feine Nase mit wenig direkter Frucht. Am Gaumen noch recht tanninhaltig im Vordergrund und auch noch leicht scharf im Abgang. (16/20)

Zum Abschluss ein Le Close de Fouquet aus 2016 der noch eine leicht holzige Note in der Nase aufweist. Recht scharf am Gaumen und auch in der Länge (–/20)

Das war ein recht schöner Querschnitt durch diverse Aspekte der Loire, mit seinen typischen Rebsorten, Blanc und Rouge, sowie auch einen im Barrique ausgebauten roten zum Schluss. Hier wurde erzählt, das die gebrauchten Barriques zum Teil vom Bordelaiser Weingut Angelus stammen. Nach dem Abschluss dieser Verkostung ging es wieder in den Bus und wir fuhren eine kleine Strecke zu der Ortschaft Chinion, wo wir in einem kleinen Lokal am Hauptplatz unser Mittagsmenü verzehren sollten.

Das Lokal Au château Rouge ist im Guide Michelin mit einem Bin Gourmet erwähnt, und ich kann nur bestätigen, das dieses Mittagsmenüs durchaus vorzüglich gut uns allen wohl geschmeckt hat. Hier die Speisenfolge in bildlicher Darstellung:

Der Gruß aus der Küche, noch auf dem Platzteller serviert bestand aus einer Erbsencrème mit einem Stückchen Blätterteigstange. Dann die Vorspeise:

Auf unserer Menükarte wie folgt tituliert: „Terrine de Poisson sauvage de Loire au Safran de Tourraine“. Zu deutsch: Terrine von Loire Fischen mit Safran aus der Tourraine.

Der Hauptgang: „Filet mignon de Roi Rose rôti au Miel de Tourraine“. Nicht zu vergessen die Pilze und die grünen Bohnen die ausgezeichnet zu dem Fleisch paßten.

Der Dessert dann eine Variation aus Erdbeeren mit Namen: „Autour de la Fraise“. Mit einem eingesteckten Käsetaler im Eis, welches insgesamt das Menü gut abrundete.

Nach dem Mittagessen hatten wir noch ein wenig Zeit um in der Ortschaft herumzulaufen, und obwohl es in der Regel in den französischen Städten zur Mittagszeit eigentlich ausgestorben ruhig ist, waren doch einige Leute auf der Straße und so einige Weinbars waren auch geöffnet. So kam mir ein Plakat vor die Linse, welches im Fenster eines der Weinbars hing:

Heißt zu deutsch ungefähr so: „Trink ein Glas, das rettet einen Winzer“. Zeigt sich also auch hier, das der Weinkonsum wohl auf dem Rückschritt ist, zumal im Vergleich wohl zu einige Jahren oder Jahrzehnten zuvor. Dieses kleine Städtchen Chinion hat schmale Gassen, und ist auch an einem der Hochufer der Loire erbaut, wo sich ein Teil der Stadt auf die Hochebene erstreckt.

Dann ging es nach kurzer Fahrt zum zweiten Weingut des Tages, welches auf den Namen Chateau Joguet hörte. Zunächst hielten wir an der ursprünglichen Adresse des Weingutes an, wo die Weine wohl verarbeitet werden, dort aber nicht verkosten sollten, sondern es ging noch 2 Strassen weiter, wo ein neu errichteter Bau für die Verkostungen und den Weinverkauf errichtet worden war. Das Weingut existiert seit 1957 und baut hauptsächlich Chenin Blanc und Cabernet Franc an. Das Weingut ist als Bio-dynamischer Betrieb seit 2017 zertifiziert.

Auf diesem Weingut konnten wir einmal wieder 5 verschiedene Weine verkosten, wobei es hier zunächst 4 rote Tropfen, und dann den weißen Chenin Blanc zur Verkostung gab, wovon das Weingut auf 3 ha die Reben anbaut.

Die roten Sorten waren alle ein wenig scharf in der Nase oder am Gaumen. konnten aber grundsätzlich mit frischen Noten und guter Struktur überzeugen.

Der weiße Chenin Blanc zum Abschluss mit dem Namen Clos de la Plante Martin aus 2016 startete mit einer sehr feinen Säure in der Nase. Frische Noten von Staudensellerie am Gaumen und einer feinen Struktur mit spitzen Noten der Frucht und Säure. Spargelnoten begleiteten seinen Abgang. (17/20) Das war die Flasche:

Und hier konnten wir mit dem Blick auf die Weinanlagen die Verkostung mit der Gruppe abhalten.


An der Loire, die ersten zwei Weingüter

Dieser erste Tag an der Loire mit unserer Gruppe sollte uns zu zwei Weingüter bringen, welche in der Nähe der Stadt Angers liegen – Chateau de Fesles und die Domaine des Forges. Am Vormittag geht es also zunächst einmal zum Ch. de Fesles, wo wir erst eine kleine Führung durch die Kellereien bekamen und so die ersten Eindrücke, was an der Loire so anders ist im Vergleich zu anderen Anbaugebieten in Frankreich. Hier wird also als Hauptrebe der weißen Sorten Chenin Blanc angebaut und bei den roten Sorten ist es Cabernet Franc. Daneben gibt es aber auch eine ganze Reihe weiterer Trauben an der Loire, denn das Gebiet ist ja nicht gerade klein, so wird zum Beispiel weiter im Westen Richtung Nantes die Traube Melone de Bourgogne umgrößeren Stil angebaut, und ganz Richtung Osten, wo es ins Sancerre Gebiet geht ist zum Beispiel di Sauvignon Blanc stark vertreten. Los geht es also auf dem Weingut Fesles, welches auf 48 ha Wein anbaut, wobei dort auf Cabernet Franc 50% und auf die regionale Traube Grolleau ebenso ca. 50% entfallen und natürlich auch Chenin Blanc.

Das Weingut liegt oberhalb der Loire auf einem kleinen Plateau, welche sich auf ca. 200 m Höhe befindet. Auch hier werden in den Kellern neben den Edelstahl-Behältern größere Holzgebinde aber auch Barriques eingesetzt.

Auf einem weiteren Kellerschild an einem der großenEdelstahl-Behälter konnte man sehen, wie die regionale Bezeichnung der Provinz Anjou sich hier in der Weinbezeichnung niederschlägt. Von den Weinen aus der Region Anjou kann also rot oder Weißer, bzw. auch rosé kommen.

Im Weinberg selber konnten wir dann sehen wie weit der Rebaustrieb in der Mitte Juni bereits vorangeschritten war. Die Winzer sagte, das in der folgenden Woche dann wohl die Blüte beginnen würde.

Nach diesem Rundgang ging es zur ersten Verkostung an diesem Tage, wobei ich hier nicht alle einzelnen Weine aufzählen will, die uns zur Verkostung anstanden, sondern exemplarisch ein paar herausgreifen. Es beginnt mit einem Rosé. Dieser ist recht fruchtig im Vordergrund mit weniger Säure, ansonsten für mich gut zu einem frischen Gemüsegericht. Dannn folgen ei weißer Cabernet d’Anjou aus 100% Chenin Blanc der recht fruchtig wirkt und wohl recht schnell getrunken werden sollte. Dann folgt ein Coteaux du Lyon mit einer verhaltenen Nase, welcher sich am Gaumen als recht süßlich mit weniger Struktur zeigt.

Die weiteren trockenen Weine sollte wir dann zum Mittagessen am Tisch erhalten, welches im Nachbarraum bereits für uns angerichtet war. In der Verkostung ging es dann weiter mit 2 Süßweinen, die hier in der Region vornehmlich aus dem Chenin Blanc gekeltert werden. Da es hier von der Loire her in den Herbstmonaten auch immer wieder Nebelschwaden und feuchtes Klima gibt sind das hier auch Süßweine mit echter Botrytis wie in den Regionen um Sauternes im Bordeaux.

Von dieses Bonnezeaux genannten Weinen hatten wir zur Verkostung 2 Jahrgänge aus 2013 und 2014, wobei sich die Jahrgänge doch recht deutlich unterschieden, was dann eben wieder einmal bestätigt, wie unterschiedlich so ein Wein aus der selben Traube in 2 aufeinanderfolgenden Jahren ausfallen kann. Zum Abschluss gb es aber dann noch einen weiteren dritten Jahrgang dieser Bonnezeaux Machart aus 2011, der für mich bei dieser Verkostung am besten abschnitt.

Nach dem Mittagessen, welches sich etwas sehr hinzog ging es dann etwas südlich zum Weingut Domaine des Forges, welches ein Familienweingut in 5. Generation ist, und 1890 gegründet wurde, und heute von einem jungen Paar geleitet wird. Im Verkostungraum war schön großformatig an der Wand zu sehen, das hier die Generationen eine Rolle spielen.

Das Weingut baut seine Reben auf heute insgesamt 50 ha an, und die meisten Lagen sind Bio-zertifiziert. Auch hier gut es zunächst einmal in die Keller w wir einige Barriques und andere Behälter für die Maischervergärung und die weitere Weinverarbeitung sehen können.

Nach dieser kleinen Tour durch die Keller geht es dann auch wieder gleich zur Verkostung in den Raum mit dem Generationenfoto an der Wand.Wir verkosten zunächst einen Crèmant de Loire der in der Traubenzusammensetzung wie folgt beschrieben wird: 20% Chardonnay, 60% Chenin Blanc und 20% Cabernet Franc. Mit leichter Hefe in der Nase kommt dieser Crèmant recht fruchtig daher hat aber eine sehr schöne frische Note mit ausgewogener Säurestruktur (16/20)

Dann gibt es einen Savennières, Le Moulin du Gué, der 100% aus Chenin Blanc gekeltert wird und am Gaumen eine feine Würze zeigt. Die kräftige Frucht trägt zum Ausgleich bei, wobei die mittlere Säure diesen weißen Tropfen recht ausgewogen wirken läßt. (16,5/20)

Ein weiterer Savennières mit dem Untertitel, Clou du Papillon aus 2018 hat eine feine Säurestruktur mit langer etwas spitzer und spritziger Note. Am Gaumen wirkt der Wein schon fast schwer, fast wohl dem recht hohen Alkoholgehalt geschuldet ist. (16,5/20)

Der dritte Savennières auf dem Foto ganz recht, mit dem Untertitel, Roche aux Moines hat eine recht frische Note nach Südfrüchten mit auch hier leicht spitzen Noten. Am Gaumen dann ebenso recht frisch und würzig. Sehr fein und fast schon elegant. (17,5/20)

Weitergeht es in der Reihe der Verwüstungen mit, wie im Foto auch zu sehen, 3 Flaschen welche sehr typisch für die Region der Loire sind. Der erste ganz links hört auf den Namen Tendresse, welcher halbtrocken ausgebaut ist und mit seiner mittleren feinen Nase und einem typischen Duft aufwarten kann. Langer Nachhall am Gaumen mit einer feinen Frucht und weniger Säure im Abgang. (17/20)

Dann ein Coteaux du Lyon, Les Omis, 1er Cru, Charme aus 2016. Sehr dichte Süße mit kräftiger Honignote am Gaumen. (17,5/20)

Vom letzten Wein auf dem Foto recht konnten wir wieder einmal 2 Jahrgänge verkosten, welche aus 2016 und 2017 stammten. Der 2016er wirkte noch recht süß am Gaumen, konnte sich aber so präsentieren, das ich sagen würde, hier kann eine Flasche mal getrost 15 bis 20 Jahr vergessen werden und dann gibt es die richtige Geschmacksexplosion. (17,5/20) Der 2017er war wirklich noch so jung, das hier die gesamten Fruchtaromen noch sehr stark im Vordergrund standen so das sich diese Flaschen wohl erst einmal ruhig schlafen legen kann, bevor sie geköpft wird.

Zum Abschluss diesen Tages würde ich sagen ein insgesamt guter Auftakt mit zwei sehr unterschiedlichen Weingütern aus der Region Anjou und der Stadt Angers. Es zeigt sich immer wieder im Vergleich, das es nicht auf die Größe eines Weingutes ankommt, oft auch nicht auf das entsprechende Marketing, was sich ja in den letzten Jahren ganz besonders gewandelt hat, sondern die tatsächlich intensive und langanhaltende Beschäftigung mit dem was vom Weinberg us an Traubenmaterial in den Keller auf die Presse oder in den Maischebottich kommt, und wie die Trauben in schonender Weise weiterverarbeitet werden zeigt sich dann in den späteren Jahren auf der Flasche und im Glas der Genießer.


4 Tage an der Loire und Anreise

Die 4 Tage in London waren also herum und es ging am nächsten Morgen per Kleinbus mit einer Gruppe von 13 Personen fast direkt von Victoria Station aus Richtung Dover und dem Kanaltunnel. Der Verkehr auf der Straße war recht lau, so das wir recht früh an den entsprechenden Zoll- und Kontrollstationen eintrafen. Als wir dann im Zeitfenster der Abfahrt aufgerufen wurden ging es mit dem Bus direkt in einer der Kanaltunnel-Züge, wo wohl auch große LKW Platz finden. Selbst unser Kleinbus mit 29 Sitzplätzen hatte noch viel Platz im Waggon vorne und hinten, was man dann während der Fahr sehen konnte, denn da durfte man den Buss verlassen und konnte sich im Waggon, bzw. auch weitergehen im ganzen Zug bewegen. So sieht das dann von innen aus:

Zwischen den Einzelnen Waggons gibt es dann solche Schott-Türen, die links und rechts eingeklappt werden, und in der Mitte fährt in Rollgitter herunter. Die Personen können aber links und recht durch die Türen passieren, u.A. auch um auf z.Bsp. die Toiletten zu gehen. Die Fahrt unter dem Kanal dauert gerade einmal ca. 35 Minuten und einer der Offiziellen sagte mir, das der Zug mit einer Geschwindigkeit von ca. 120 km/h durch den Tunnel fährt. Hier noch der Anblick der Waggons von außen, die ich ganz knapp bei der Ausfahrt in Calais erwischen konnte.

Von dort ging es dann ziemlich direkt Richtung Normandie wo wir an diesem Tage noch einen Besuch auf einem Cidre und Calvados Gut unternehmen sollten. Nach also noch weiteren einigen Stunden Fahrt kamen wir in die Ortschaft Cambremer wo das Gut von Pierre Huet liegt, welches 1865 gegründet wurde und heute n der 5. Generation weitergeführt wird. Es werden auf 30 ha Äpfel ganz unterschiedlicher Sorten angebaut und noch weitere Mengen von umliegenden Bauern zugekauft, die dann auch zu Cidre, Pommeau oder Calvados verarbeitet werden.

Wir machten also eine kleine Besuchtigungsrunde durch das Gut, wobei es in den Keller bzw. Gebäuden fast nicht anders aussieht als wie in einem Weingut. Denn auch hier gibt es große Edelstahltanks, wo die gepreßte Grundmasse der Äpfel vergoren wird, und dann ebenso die kleinen Eichenholzfässer und große 5000 und 10000 Liter Fässer, welche wesentlich älter sind als die kleinen Barrique Fässer.

Nach dem Rundgang ging es zur Verkostung in den Verkaufsraum, wo auch ein großer Tresen stand und wir die ersten Gläser der Tour eingeschenkt bekamen. Zunächst ein Cidre der mit einer sehr frischen Nase aufwarten konnte. Mit gerade einmal 2,5 % vol. Alkohol eine leichte Sache, wobei der Geschmack am Gaumen recht rund war, wenn auch noch sehr Apfellastig. Dann gab es einen Pommeaud der auch recht rund wirkte und mit einer feinen Alkoholnote und ein wenig fehlender Frucht daherkam.

Dann folgten 2 Calvados, welche einmal mit 5 Jahren als Viele Reserve deklariert war. Am Gaumen noch recht kräftig und leicht schaffe Note, wobei die spitze Note der Säure das Seinige dazu beitrug. Dieser wurde als 0,7 Liter Flasche für 38.-€ angeboten. Dann folgte der zweite Calvados der unter dem Titel „Tradition“ angepriesen wurde. Am Gaumen immer noch eine leichte Schärfe aber schon recht fein im Frucht Säure Spiel mit dem Alkohol. Insgesamt hier ein feineres Geschmacksbild. Geht für 58.-€ über die Theke. So sehen dann die Destilierkessel im Gebäude gleich neben dem Verkostung Raum aus:

Ein gelungner Auftakt hier im Norden von Frankreich, auch wenn es in den nächsten 4 Tagen an der Loire dann fast nur noch Wein geben sollte.


Sake Verkostung mit den Weinakademikern

An einem der letzten Montag Abende gab es mal wieder eine Verkostung mit dem Club der Weinakademiker. Thema: Sake! Auch wenn Sake nicht wirklich ein Wein ist, denn Sake wird fast ausschließlich aus Reis unterschiedlicher Sorten hergestellt. Und an diesem Abend sollte uns Julia Pleintinger mit großem Fachwissen als Weinakademikerin durch den Abend und die vielen fremdlich wirkenden Benennungen der japanischen Begriffe führen. Zunächst auch hier ein paar einführende Sätze zu der grundsätzlichen Machart von Sake. Sake wird aus speziell für diesen Zweck angebauten Reissorten hergestellt. Ein wesentlicher Punkt bei der Herstellung ist der Grad der Polsterung des trockenen Reiskorns. Aus dieser unterschiedlichen Behandlung erwachsen zum Teil die diversen Geschmacksnoten. Wobei natürlich auch die Qualität des Wassers und sicher natürlich auch die unterschiedliche handwerkliche Bearbeitung der Reiskuchen, welche gedämpft werden, gelagert, mit den Koji Pilzen wären des Brauvorgangs versetzt werden und dann auch noch mit Alkohol versetzt werden und noch einigen weiteren Komponenten, die hier nicht alle aufgeführt werden können. Hier nur schon mal die Aufzählung der Qualitätsstufen von Same, wie wir sie auch hier in Europe zu kaufen bekommen.

Es werden im Prinzip 7 Qualitätsstufen unterschieden die wie folgt benannt werden:

Die im Prinzip höchste Stufe heißt: Junmai Daiginjo. Diese Qualität wird ausschließlich aus Reis, Wasser und dem Koji Pilz hergestellt. Die weiteren Stufen heißen wie folgt:

Daiginjo

Junmai Ginjo

Ginjo

Junmai

Honjozo und die niedrigste 7. Stufe bezeichnet man als Tafelsake.

Die Verkostung der diversen Same an diesem Abend beginnt allerdings mit einer Überraschung, die fast keiner der Runde bisher auf den Gaumenpapillen hatte. Es gab als Einstieg zu Beginn einen Sparkling Sake mit Namen Shichiken Sparkling Dry der Qualitätsstufe Junmai. Der Alkoholgehalt lag bei gerade einmal 11 vol. %, hatte eine mittlere Frische, würzigen Abgang und recht typisch bereits in der Nase nach diesen etwas heftigen Noten die wohl sicher auch von der vergorenen Stärke kommt.

Dann geht es auch zügig weiter mit den noch anstehenden 13 zum Teil sehr unterschiedlichen Sake, welche jeweils in 2er Flight ausgeschenkt werden. Ganz besonders interessant eine Variante mit einem roten Reis, der dann auch im Resultat des Sake im Glas als recht himbeerrotes klares Getränk auf den Tisch kam.

Links im Glas also der Sake mit Namen Kameman Red Rice in der Qualitätsstufe Junmai aus den Reissorten Shikokumai und Reihou.

Weiter hier auf die diversen Geschmacksnuancen hier einzugehen halte ich ein wenig wie Eulen nach Athen tragen, denn diese speziellen Noten muß man einfach selber einmal auf der Zunge gehabt haben. Da es sich hier fast ausschließlich um Premium Sake handelt, werden diese meist kalt serviert, und nicht angewärmt, wie sonst auch oft in japanischen Restaurants zu erhalten, was für Sake Sorten geht, die generell etwas mehr Säure beinhalten. So sah die Reihe der Flaschen unserer weiteren 13 Flaschen aus:

Einen großen Dank galt von allen Seiten an Julia Pleintinger, die durch die gesamte Verkostung führte, und auch noch 4 kleine Imbiss-Happen zu unterschiedlichen Sake für die weitere Verkostung ausgesucht hatte.

Das war mal wieder eine super neue Erfahrung in Bezug auf fremdländische Getränke, die sich aber auch durch die Öffnung Japans seit dem Mitte des letzten Jahrhundert recht stark gewandelt hat. Super Erfahrung, und auf ein Neues und DANKE.

Grüner Spargel mit pochiertem Ei und japanischer Hollandaise

Auch wenn in diesem Jahr die Spargelsaison, für die weiße Sorte bereits sehr früh beginnt, habe ich mir aus dem „miso“ Buch ein Rezept mit grünem Spargel herausgesucht. Da ja der grüne Spargel auch recht wenig mit den weißen Stangen zu tun hat, ist hier eine andere Rezeptur sicher hilfreich und zeitgemäß. Das genaue Rezept ist also im „Miso“ Buch auf Seite 113 zu finden. Besonders fein aber auch recht schnell und einfach herzustellen ist die japanische Hollandaise mit einer hellen bis mittel kräftigen Misopaste herzustellen. Eignet sich insbesondere als schönes Zwischengericht in einer Menüfolge, oder auch als Hauptgang, wenn die Portion etwas größer ausfällt. Und zum Gericht dazu sollte es einmal wieder einen entsprechenden passenden Wein geben, der diesmal aus der Region Südafrika stammen sollte. Das Weingut Reineke konnte ich im letzten Jahr mit einer Gruppe von Weinreisenden besuchen und wir waren von der Machart und den Weinen die wir dort vor Ort verkosten konnten recht beeindruckt. Das Weingut in der Region Stellenbosch produziert im Wesentlichen auf biologischer Basis Ihre Weine und ich habe einen Cuvée aus Sauvignon Blanc und Semillon mir zum Gericht besorgt. So kommt dann das Gericht auf dem Teller auf den Tisch.

Und der Wein von Reyneke paßte durchaus recht gut zu der kräftigen Hollandaise, welche ja mit der Miso versetzt war und konnte mit seiner Säure auch den Spargel noch sehr gut ergänzen.

Soweit also hier diesen Spargelgerichtmit grünen Stangen zwischen Winter und Frühjahr und einer schmackhaften Sache, welche auch zu den pochierten Eier ganz gut paßte.


Mavrud vom Weingut Zagreus aus Bulgarien

Im letzten Jahr war ich mit einer kleinen Gruppe von Wein-Enthusiasten in Bulgarien auf einer Weinreise, wo wir auch das Weingut Zagreus besucht haben. Nähere Informationen dazu in meinem Beitrag hier: https://olafs-gourmet-notizen.de/bulgarien-weintour-der-zweite-tag

Von dor habe ich dann auch eine Flasche eines Mavrud mitgenommen, die in der letzten Woche bei mir zu Hause zu einem Essen daran glauben mußte. Janis Robinson schreibt zu dieser Traubensorten aus Bulgarien in ihrem Buch „Reben, Trauben, Weine“ aus dem Hallwag Verlag: Mavrud ist eine recht ertragstarke Lokalsorte deren Weine Faß- und Flaschenreife lohnen. Allerdings oxidiert er ziemlich stark und nimmt dann eine bräunliche Färbung an. Seine Pflaumenaroma ist zwar schön, aber etwas kurz, und der Säure- und Tanningehalt ist ich knapper als beim Melnik.“ Für mich war dieser Bewertung ein wenig überraschen, denn diese Flasche aus 2013 in der Klassifikation von Reserve zeigt noch keinerlei Schwäche bezüglich seiner Fruchtkonstanz. Richtig ist allerdings, das die Säure insgesamt ein wenig fehlt, insbesondere im Abgang. Die Fruchtstruktur am Gaumen geht tatsächlich in Richtung Pflaumenmarmelade, kann sich aber auch im Abgang noch fein behaupten. Ein recht ordentlicher Wein aus einem Land, welches wir bisher noch nicht so oft im Glas hatten.

Das war die Auswahl vor Ort im Sommer 2018

Couscoussalat mit Aprikosen-Lammspieß und Mini-Dill-Joghurt

Dies ist ein Rezept aus dem Buch Mediterran von Ali Güngörmüs, auf Seite 173. Eine schnelle Zubereitung und hat man sich ein gutes Lammfleisch besorgt sind auch die Spieße mit den Aprikosen schnell und einfach in der Pfanne und anschließen im Backofen zuzubereiten. Die Aprikosen für die Spieße würde ich allerdings bei meiner nächsten Zubereitung halbieren, da mir die Süße der getrockneten Aprikosen zu den Fleischstücken etwas zu süß war. Dazu habe ich mir eine Flasche Rotwein aus dem Keller geholt, die ich bislang nicht verkostet hatte. Weingut Birgit Braunstein, Wild Wux, ein Cuvée aus verschiedenen Rotweinreben der Region welche ganz besonders zu so einer Kombination aus Couscous und Lammfleisch mundeten. Hier zunächst das Gericht im Bild:

Und so paßt dieser rote Tropfen aus 2016 dazu. Hat eine sehr schöne fruchtige Nase, welche sich dann am Gaumen intensiv fortsetzt.Die leichte Säure spielt elegant mit den Fruchtnoten und die ausgewogene Struktur zeigt sich ausgezeichnet im Abgang.



Rossol oder Rossolje

Rossol, Diese baltische Rezept aus dem baltischen Kochbuch kenne ich schon aus meiner frühen Jugendzeit, wo es diesen kalten Salat mit Roter Beete, Gurke, Kartoffeln und Hering immer wieder als Beilage zu manchen Gerichten gab. Hier ein paar Eckdaten für die Zubereitung einer mittelgroßen Portion für ca. 4-6 Personen.

Zutaten:

250 gr. gekochte Kartoffeln

250 gr. mit der Schale gekochte rote Beeten

1-2 Äpfel

2 saure Gurken

1-2 Heringe von ca. 150 bis 250 gr.

1/4 bis 1/2 liter saurer Schmant, Salz, Essig, Senf und Petersilie.

Dazu kann auch gegeben werden: 1 Zwiebel, Fleischreste, Schinken, hartgekochte Eier.

Zubereitung:

Kartoffeln und rote Beeten kochen und entsprechend vorbereiten. Ebenso die Eier abkochen. Alle Zutaten werden in kleine Würfel geschnitten, bis auf die Eier. Den Schmant mit Salz, Essig und Senf gut abschmecken und zu den gewürfelten Zutaten geben. Der Salat kann ohne Probleme für einige Zeit durchziehen, was ihn sicher auch schmackhafter macht. So kann das dann dekoriert in der Schüssel auf dem Tisch aussehen, oder auf dem einzelnen Teller der Beteiligten.

Ich habe mir dazu noch eine dunkle Brotscheibe mit Rigarer Sprotten belegt, und diese für 5 Minuten unter dem Grill ein wenig überbacken und heiß gemacht.

Dazu gibt es heute einen ganz speziellen Wein aus Slovenien. Die Traube ist eine Ribolla, welche in größerem Umfang auch in Oberitalien Angebot wird, somit auch in Slovenien Verbreitung gefunden hat. Paßt insbesondere recht gut zum Heringssalat, aber auch zu den Sprotten mit ihrem Öl, worin diese eingelegt sind, denn da kann dieser ausdrucksstarke Ribolla durchaus Stand halten.

Verkostung bei Alpina Weine mit den Weinakademikern

In der letzten Woche hatte ich mal wieder die Gelegenheit mit dem Club der Weinakademiker eine sehr interessante Verkostung mitzuerleben welche in Buchloe bei Alpina Weine stattfinden sollte. Mit 15 Teilnehmern hatte wir zunächst die Gelegenheit im Showroom-Keller von Alpina, wo die gealterten Flaschen der großen Weingüter aus Bordeaux, der Toskana und anderen Top Weinbaugebiete lagerten.



Bei dieser Gelegenheit gab es erst einmal einen Begrüßungsschluck, wobei der Champagner aus dem Ch. Docket in Oder ins Glas kam. Alpina Weine ist im Jahr 1979 gegründet worden und hat sich von Beginn an einem Konzept verschrieben. Die Weine welche aus den besten Anbaugebieten aus Europa, und auch ein wenig aus anderen Anbaugebieten der Welt eingekauft werden, für einige Jahre oder auch fast schon Jahrzehnte auf Lager gelegt, und dann erst verkauft, wenn die Weine ihren optimalen Reifezeitpunkt erreicht haben. Das ist insbesondere für solche Käufer interessant, die aus der Gastronomie im gehobenen Bereich stammen, und ihren Gästen zu den Gerichten einen sehr guten Wein in ausgezeichneter Reife präsentieren und verkaufen wollen. Nochmals kurz zu dem ersten Getränk was wir im Glas hatten. Der Champagner von Docket war sehr fein, ein Extra Brut der nicht ausgesprochen ein Jahrgangs-Champagner war, aber aus den Jahren 2009/2010 stammte. Nach der Besichtigung der Lagerhallen und einer lebhaften Diskussion um das vorgestellte Konzept ging es zu der Verkostung des Abends, welche in 4 Flights jeweils 3 Weine präsentierte. Zum Abschluss gab es noch eine Magnum aus Kalifornien vom Weingut Ch. Montelena aus Nappa und dem Jahr 1997.

Wir verkosten alle Weine blind.

Der 1. Flight:

3 weiße Weine aus Italien, Frankreich und Österreich. Alle aus dem Jahr 2012.










Der Monteverro als Chardonnany hatte eine feine Note und stammt aus der Maremma wo diese internationale Traube wohl auch ganz gut gedeihen kann.

Der zweite weiße mit Namen Blanche von der Rhône stammt vom Weingut J.J. Chave und zeigt sich sehr Präsent und fein am Gaumen.

Der dritte in der Reihe aus der Südsteiermark vom Sattlerhof stammt vom Grassnitzberg und dieser wird für den ehemaligen Automanager Dr. Pischetsrieder vindiziert. Das war in dieser Reihe mein absoluter Favorit mit seiner typischen Note des Sauvignon Blanc.

2. Flight:


Bei diesem Flight der drei Pinot Noirs aus 2012 kommen bereits viele der so typischen Noten der auch international angebauten Rebsorte Pinot Noir zur Geltung. So einen internationalen Vergleich hat man selten parallel zugleich im Glas, und wir konnten die unterschiedlichen Noten aus Argentinien, Deutschland und Frankreich ganz direkt verspüren. Insbesondere der Pinot aus Deutschland vom Winzer August Kesseler war für mich eine Wucht und konnte ohne Probleme dem fast gleichpreisigen Franzosen aus dem Burgund standhalten. Preislich liegen alle drei im Bereich von 75.-€ die Flasche, was aber durchaus berechtigt ist. Und nach dem Konzept von Alpina, mit den gereifteren Weinen aufzuwarten kommt man hier zu einem Ergebnis, welches sehr überzeugen kann.

3. Flight:

Zu diesem Flight wurde uns von einem Weingut etwas präsentiert, was nicht weniger interessant war im Hinblick auf Reife, Haltbarkeit und große Weingüter. Das Weingut Maculan aus dem Veneto war mir bisher nicht bekannt, und präsentierte sich aber in allen Jahrgangsvarianten ausgezeichnet gut. Für mich war der absolute Höhepunkt der 2006er dieses Weingutes. Habe ich mit 18/20 Punkten während der Blindverkostung bewertet.

4. Flight:

Für diesen vierten Flight sollte es eine ganz besondere Verkostung eines und des gleichen Weines vom gleichen Weinberg und dem gleichen Jahr geben. Warum also dann drei Flaschen, welche ja erst nach der Blindverkostung aufgedeckt wurden. Wir hatten die drei eingeschenkten Gläser vor uns stehen und konnten langsam herausfinden, das der Wein aus dem Jahrgang 2001 stammen sollte. Warum war dann wohl die erste Probe bereits schon leicht oxidiert, nicht wirklich unangenehm, aber hätte nicht mehr zu jedem Essen gepaßt, geschweige denn, so eine Flasche hätte man nicht einfach so am Abend geöffnet. Dieser Clou des Lunes aus dem Cote de Castillo, Bordeaux war also für einige am Tisch so ein kleiner Lackmus-Test. Alle drei Weine, wie bereits gesagt aus 2001, aber der große Unterschied wr derjenige, das die erste Probe aus der 1/2 Flasche, die 2. Probe aus der 0,7 Liter Flasche und die dritte Probe aus der Magnumflaschen stammte. WOW – hier zeigt sich also wieder einmal ein Beleg dafür, was Flaschengrößen einen Einfluß auf die Reifung eines solchen Weines hatte. Die normale Flasche war also wirklich auf seinem Höhepunkt angelangt, und dieser rote Tropfen aus dem Côtes de Castillon aus der Magnumflasche hätte sicher noch locker 5 bis 10 Jahre im Keller ruhen können, bis er auf seinem absoluten Höhepunkt angelangt ist.

Finalement gab es dann noch einen roten aus Kalifornien aus dem Jahr 1997 und dem Weingut Montelena.

Ein sehr schön gereifter Cabernet Sauvignon mit weichen Tönen, nicht wirklich gealtert und immer noch frische Noten am Gaumen, welche zum wiederholten Maße für so eine Flaschengröße spricht.

Herzlichen Dank nochmals an Alpina für so einen ausgezeichneten Abend!