Australien Yarra Valley, der neunte Tag

Der neunte Tag meiner Weinverkostungen auf der Südhalbkugel in Australien hatte ich mir wirklich anders vorgestellt.  Die Weintour in das Yarra Valley hatte ich bereits aus Deutschland aus gebucht, was natürlich auch immer ein kleines Risiko ist, wo ich allerdings in Neuseeland sehr gut damit gefahren bin. Hier in Melbourne sollte das fast zum reinen Fiasko ausarten.

5 Personen in einem Kleinbus, morgens um 9 Uhr abgeholt im Hotel ließ sich ja schon mal ganz gut an. Die Fahrt ging dann von Melbourne aus über mehr als eine Stunde in das Gebiet des Yarra Valley, wobei immer mehr Schilder der Weingüter an uns vorbeizogen, und wir keinen Halt machen sollten. Bevor wir an einen kleinen Park kamen, wo die Fahrerin und wohl auch Tourleiterin uns auslud und mit einer Kiste voll Utensilien erst einmal zu einem Kaffee oder Tee einlud. Ich lehnte erstmal geflissentlich ab, da ich ja wohl auf Wein und nicht auf Kaffee oder Tee eingestellt war. Nach einer Viertelstunde wurde dann der erste Takt wieder eingepackt und es ging auf der gleichen Straße wieder zurück zu einem Weingut namens Chandon, welche hauptsächlich Perlwein herstellen. Erklärungen unserer Tourleiterin  – Fehlanzeige. Wir wurden in einen großen Verkostungsrsaum geführt, wo bereits 5 Sektgläser bereitstanden, und der junge Herr hinter dem Tresen anfing uns die 5 verschiedenen Sorten der Perlweine des Betriebes von Chandon zu erklären. Ich schrieb auf die Schnelle nit, aber wurde bei Nachfrage auch nicht wirklich berücksichtigt, obwohl ich erwartete, das wir jetzt jeder die 5 Sorten verkosten sollten. Mitnichten. Jeder bekam ein Glas voll eingeschenkt und durfte sich dann auf der Terrasse niederlassen. Bei Nachfrage meinerseits an die Tourleiterin später hieß es lapidar, die weitere Verkostung sei nicht vorgesehen, da diese ja wohl auch etwas kosten würde. (Die Tour hatte allerdings bereits 175 NZ $ gekostet). Und auch ein Wasser im Auto sollte bereits weitere 2 NZ$ kosten, wenn auch zu einem guten Zweck gespendet! Ich will jetzt aber nicht über weitere solche Katastrophen berichten, sonder schlicht auf 2 der Tagesverkostungen eingehen, die einigermaßen, bzw. auch recht gut sich anließen.

Die eine Verkostung der beiden akzeptablen war direkt anschließend bei Oakridge, und die Andere bei einem recht jungen Weingut namens Soumah Winery.

Oakriddge_Logo

Oakridge ist ein etwas größeres Weingut, welches auch in vielen Geschäften und Restaurants in Melbourne präsent ist. Ich hatte mir zufällig am ersten Abend in einem Weinladen genau von Oakridge einen Chardonnay besorgt, der auch noch nach 3 Tagen im Kühlschrank ganz ordentlich schmeckte. Zur Verkostung bekamen wir bei Oakridge 3 weiße, und 4 rote Tropfen zu verkosten. Das interessante dabei, das bei den weißen ein Arneis dabei sein sollte, der mit einer würzigen Frische und recht fruchtiger Nase daherkam. Bei den roten konnte mich insbesondere der Shiraz überzeugen, der mit einer dichten tiefen Nase, leicht grünen Noten, mittlerer Süße und einem langen Nchgang am Gaumen etwas nach Schokolade, und auch Kakao schmeckte.

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Dann zum Weingut Soumah Winery.

Hier sollten wir 4 weiße Sorten, einen Rosé, und 2 rote Sorten verkosten dürfen. Weitere Sonderheit am Schluß ein sehr frischer und leicht daherkommender Brachetto, der mit seinen 12Vol.% alc. recht leicht daherkam, und bei Nachfrage, mit der Absenkung der Temperatur im Gärprozess gestoppt wurde.

Soumah_Wines_Verk

Die Besitzer dieses Weingutes haben erst vor ca. 7 Jahren mit der tatsächlichen Produktion Ihrer Weine selber begonnen, wobei erzählt wurde, das sie vorher die Trauben hauptsächlich weiterverkauft haben.

Soumah_Wines_Verk_Regal

Bei den weißen Sorten war ein schön strukturierter Traminer dabei, der für mich als Traube hier in Australien komplett neu war. Bei den roten konnte insbesondere der Syrah aus 2014 sehr gut überzeugen. 18 Mon. im Barrique, bei 40% Neuanteil. Sehr dunkle Farbe,  tiefe dunkle Note, Cassisnoten, und dichter dunkler Abgang mit längerem Anklang. (17/20)

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Fergusson_Yarra_Valley_CS_Flasche   De_Bortoli_Verk_2

Dann waren wir noch auf den Weingütern Fergusson, und De Bortoli, wo für meine Begriffe die Weine ordentlich gemacht waren, aber keine Highlight zu erkennen waren.


Der finale Besuch in einer Schokolaterie passte dann nur noch wie die Faust aufs Auge. Ostereier ließen grüßen.

Melbourne, Queen Victoria Market

Auf meiner Weinreise in der Region Neuseeland und Australien war ich in Melbourne angekommen, und besuchte am zweiten Tag des Aufenthaltes in Melbourne den Queen Victoria Market, der am Mittwoch Abend einen besonderen Öffnungstag ab 17 Uhr hat. Der sogenannte Night Market. Der Queen Victoria Market besteht aus alten Markthallen, welche aus gußeisernen Säulen mit Überdachungen besteht, ähnlich der Schrannenhalle in München, und erstreckt sich aber auf einer Fläche von ca. 6 ha. Jeden Mittwoch Abend ab 17 Uhr gibt es im Sommer einen Night Market, der mit vielen Imbißbuden, die ja heute eher Street food genannt werden, die herbeiströmenden Menschen versorgt. Neben den Verköstigungen gibt es aber auch einigeKunsthandwerker und allerlei Krims Krams inclusive der Klamotten Stände, welche sehr unterschiedliche Waren anbieten. Das sehr vielfältige Angebot an unterschiedlichen kulinarischen Genüssen zeigt hier bereits, das die Scene der Street food Aktivisten wohl schon recht lange Einzug gehalten hat. Da geht die Vielfalt von Korea, über China, von Spanien bis zum Balkan, sowie in der Getränkeauswahl eher lokal mit der Weinen und dem Bier aus den lokalen Regionen. Hier zur Anschauung nur ein paar wenige Beispiel von den Ständen, welche ich dort alle vorgefunden habe.

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Selber hatte ich mir dann zunächst ein lokales Bier besorgt, und dann
Queen_Victoria_Market_Bier
gab es bei einem koreanischen Stand noch 2 Hühnchenspieße mit 2 Reispapierrollen mit Nudeln und Grünzeug gefüllt. Waren insgesamt recht schmackhaft angemacht und mit einer guten Sauce versehen. Im Töpfchen darunter versteckt.
Queen_Victoria_Market__essen_eigen
Hier noch ein paar Eindrücke aus den Hallen der anderen Stände:

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Dim Sum bei einem weiteren Koreaner

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Halumi Käse verarbeitet

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und Paella in großen Mengen.

Ganz besonders interessant das Angebot an einem koreanischen Stand, die eine Kartoffel im rohen Zustand in eine Spiralförmige Form aufschnitten, das Ganze dann auf einen Spieß fädelten,  mit einem wogl Temura Teig versahen und kurz in heißen Fett ausfrittierten. Die Menschen standen richtig Schlange nach diesem neuartig angerichteten Produkt.
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Neuseeland Marlborough, der achte Tag

Der achte Tag meiner Weinverkostungen in Neuseeland, und der letzte, sollte mich nochmals mit einer kleinen Gruppe Weininteressierter auf 5 Weingüter rund um Blenheim führen. Da Neuseeland kein Weingesetzt hat sollte es insofern an diesem Tag interessant werden, da wir mehrere Weingüter im Familienbesitz, und davon auch ein Bio-zertifiziertes Weingut besuchen sollten. Auf allen dieser 5 Stationen an diesem Sonntag erlebten wir sehr schöne und aufgeräumte Verkostungsräume, welche für einige Personen Platz boten. Probleme bekommen die Weingüter sllerdings dann, wenn, so wie in den letzten Tagen erlebt und geschildert, von einem großen Überseedampfer plötzlich ganze Busladungen in die Weingüter einfallen. So geschehen auf dem Weingut Allen Scott, wo die Dame die uns hinter dem Tresen bediente lebhaft schilderte, wie an den 2 Tagen zuvor einige Busladungen hintereinander bei Ihr eintrafen und verkosten wollten. Da denken wohl die Reiseveranstalter nicht wirklich mit, denn für 1-2 Dutzend Personen sind die meisten Verkostungsräume gut zu bespielen, jedoch bei mehr als 20 Personen zugleich wirds oft schon eng. Leider mußte ich an diesem Tage auch mal wieder erleben, bis auf eine Ausnahme, das es Miniatur Gläser zur Verkostung gab, und der 1/2 eingeschenkte Schluck kaum für eine wirklich gute Verkostung ausreichte. Die Ausnahme bildete Diesmal das Weingut Saint Clair, wo wir auch zu Mittag aßen, wo es die mittelgroßen Schott Zwiesel Gläser gab.
Lawsons_DryHill_Logo
Los ging es an diesem Tag auf dem Weingut Lawson’s Dry Hills, so kurz nach 10 Uhr, wo es gleich eine ganze Batterie an unterschiedlichen Weinen zu verkosten gab. Lawson’s hat eine Anbaufläche von ca. 50 ha und verarbeitet eine Menge von ca. 400 Tonnen Trauben jedes Jahr. Los ging es mal wieder mit einem Sauvignon Blanc, gefolgt von einem Riesling, dann ein Pinot Gris, ein Gewürztraminer und ein Chardonnay, welche ich alle ordentlich bewertete, gefolgt von einem Chardonnay Reserve aus dem Barrique. Dann ein Rosé, klassischerweise aus Pinot Noir. Ganz besonders interessant aber die reinsortigen Pinots welche aus 2014 und einer aus 2013, als Reserve zur Verkostung kamen. Meine Bewertungen hier mit 16+ und 17/20 für diese beiden Pinots.
Lawsons_DryHill_Verkostung_Weine


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Die nächste Station sollte für mich Allan Scott sein, wobei der Rest der Gruppe, gerade einmal schräg über die Straße zu Cloudy Bay verkosten ging. Somit hatte ich das Vergnügen ganz allein mit der Dame aus dem Weingut eine sehr interessante Verkostung vornehmen zu können. Allan Scott baut auf 100 ha eigener Rebflächen seine Weine an und konnte von mir als eines der wirklich guten Weingüter bewertet werden. Begonnen wurde die Verkostungsreihe mit einem Blanc de Blanc aus 100% Chardonnay mit Namen Cecilia. 3 Jahre auf der Hefe, und der angebotene Sekt stammte aus dem Jahr 2011. Sehr feine und frische Perlage, gute Fruchtnote und sehr anregender Frische. (17/20)

Die Sekte gibt es auch noch als Cuvée mit Pinot Noir und eine Rosé Sekt, ebenfalls aus Pinot Noir.

Dann ein SB aus dem Edelstahl ausgebaut, 2015 mit einen guten Nase, und feinen schönen Fruchtnoten verleihen ihm eine schöne Struktur am Gaumen. (16/20)

Der im Barrique ausgebaute SB hat eine recht schmelzige Note mit leichten Karamelnoten, und etwas Frucht am Gaumen. (16+/20)
Allan_Scott_Verkostung_Tafel
Dann ein Riesling aus 2015, der sich hier nicht so besonders präsentierte. Vordergründige Süße, runde Note mit vordergründiger Süße am Gaumen (15/2ß)

Die beiden Pinot Noir allerdings kommen sehr fein daher.

Der 2014 ist für ca. 8-10 Mon. im Barrique ausgebaut mit einer schön leichten Frucht, einer typisch eleganten Komplexität, und am Gaumen etwas fruchtig aber sehr ausgewogen und rund. (17/20)

Der PN aus 2014 als Single Vineyard kommt aus Central Otago. Sehr kräftige Frucht in der Nase, wenig Holz am Gaumen, schöne Struktur und wunderbare Komplexität mit langem Abgang. (17+/20)


Saint_Clair_Kissen
Zum Mittag ging es zum Weingut Saint Clair, ebenfalls ein Familienbetrieb, welcher bereits 1978 seine ersten Weine im Tal von Marlborough angebaut hat. Wir konnten uns im Garten bei wunderbarem Sommerwetter an einen Tisch setzen, bestellten unser Mittagslunch und gingen dann bis zur Fertigstellung der Speisen direkt in den zum Restaurant gehörigen Verkostungsraum, wo es mal wieder ordentliche Schott Zwiesel Gläser gab, die auch so einigermaßen ordentlich eingeschenkt wurden. Es gab gesamt 6 Weine zu verkosten wobei es diesmal mit einem Cuvée von weißen Trauben beginnen sollte.

Cuvée von Pinot Gris, Gewürztraminer und Riesling. Sehr dichte und tiefe Nase mit leichten Tönen von Kaffeesatz. Insgesamt ein sehr volmundiger und dichter Wein, welcher sicher gut zum entsprechenden Essen passen würde. (15+/20)

Dann ein SB aus 2015, Wairau Reserve. Mittlere Nase, Recht feine Struktur mit etwas Säure und Frucht, langer fruchtiger Nachhall im Abgang. (16/20)

Dann etwas außergewöhnliches, einen Grünen Veltliner, der aus einem bestimmten Block stammte, was hier so als Feldmarkierung bezeichnet wird,. In der Nase eine recht süße zuvorkommende Note, welche sich am Gaumen mit etwas befemdlichen Noten fortsetzt. Sehr untypisch, da fast komplett die Säure fehlt, was sicher auch der sehr warmen Gegend um Marlborough geschuldet ist. (14,5/20)
Saint_Clair_Restaurant
Mit den roten Sorten wird es hier einmal wieder mehr interessant.

Der erste PN aus 2012, Pioneer Block 15 hat eine feine fruchtige Nase, sehr schöne kräftige Note am Gaumen mit einem würzigen Abgang. (16-17/20)

Dann ein Syrah aus 2014, welcher aus Hawk’s Bay stammt, Pioneer Block 17. Sehr schöne feine und ausgewogene Frucht am Gaumen, Noten von reifen Pflaumen und sonst auch recht ausgewogen und rund. (17+/20)

Zum guten Schluß ein Riesling aus 2013 als Süßwein ausgebaut mit gerade einmal 10 vol.% alc. Feine süße Honignote, am Gaumen etwas verhalten aber langer feiner Abgang mit ausgewogener Stilistik. (16+/20)


Als nächste Adresse sollten wir wirklicher kleineres Weingut in der Region anfahren, welches auf gerade einmal 15 ha als zertifizierter Bio Betrieb hier sicher eine kleine Ausnahme darstellt im Vergleich zu den sonst eher großen Betrieben. Das Weingut Framingham startete in den frühen 80er Jahren mit den ersteh Anpflanzungen und wir konnten 5 der verschiedenen Weine im Angebot verkosten.
Framingham_Logo
Zunächst ein typischer SB aus 2015 mit kräftigen Gaumennoten (15/20)

Dann ein Aha Erlebnis der besonderen Art. Ein Riesling aus 2013, der mit einer etwas verhaltenen Nase daherkam, sehr feine Struktur am Gaumen mit schönen festen und ausgewogenen Fruchtnoten am Gaumen und im Abgang. (17+/20)

Der Chardonnay aus 2015 welcher 8-10 Mon. im Barrique lagert war mir dafür mal wieder etwas zu fettig, sehr dicht und nicht wirklich frisch. (15+/20)

Dann ein PN aus 2014 mit feiner typischer Nase, und leichter Struktur, aber einer schönen Komplexität am Gaumen. (16/20)
Framingham_Weinbibliothek
Und zum Abschluß noch eine Überraschung mit einem Montepulciano aus 2011. Runde dunkle Note, etwas Schokonoten, sehr fruchtig und mit süßlichen aber nicht unangenehmen Fruchtnoten. (15-16/20)


Zum Abschluss der Neuseeland Verkostungen konnte ich noch eine fast private Einzelverkostung bei Wither Hills genießen, denn der Rest der Gruppe wurde zu Villa Maria gefahren, wo ich schon 2 Tage zuvor verkostet hatte. Wither Hills hat eigene Anbauflächen von 360 ha und kauf Trauben bei Vertragswinzern zu die nochmals eine Fläche von ca. 360 ha bewirtschaften. Das sind also zusammen so ca. 720 ha, was auch für Neuseeland schon recht groß ist. Es gab 2 SB, welche recht spritzig und frisch wirkten, mit etwas süßen Anklängen von grünen Früchten aber angenehm. (16-17+/20)

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Dann 2 Rieslinge aus 2011, der eine aus dem Süden des Tales um Blenheim, der andere aus dem Norden des Tals. Dichte Nase mit mittlerer Süße am Gaumen. um die (16/20).

Gewürztraminer aus 2010 der mit mittlerer Nase und langem Nachgang sehr typisch und mit kräftigen Pilznoten, Lauch etc. nicht unsympatisch war (16-17/20)

Dann eine kleine Überraschung, denn aus einer Sektflasche einen rosa aussehenden Sekt, der den Namen Frivoli bekommen hatte, war nach Angaben des Weingutes aus der Gewürztraminer Traube erzeugt. Leichter Erdbeergeschmack, frische helle Kirschen mit leichtem Abgang. (16+/20)

Zum Abschluß noch Pinot Gris, Chardonnay und Pinot Noir, welche nicht ganz so gut ausfielen und somit nicht weiter beschrieben werden.


Damit ist das Kapitel Neuseeland fürs Erste abgeschlossen, und es geht in einer anderen Weingegend demnächst weiter.


 

Neuseeland Marlborough, der siebte Tag

Der siebente Tag meiner Weinverkostungen sollte mich in der Umgebung um Blenheim, welche Marlborough heißt, auf 6 verschiedene Weingüter sehr unterschiedlicher Größe führen. Namentlich 2 weltbekannte mit Villa Maria und Cloudy Bay, sowie anschließend dann Whitehaven, Wairau River (mit lunch), Spy Valley und Hunter’s Wines. Heute will ich mehr auf die beiden Erstgenannten eingehen, denn alle weiteren Weingüter hatte keine wirklich herausragenden Spezialitäten zu bieten. Es gibt heute ca. 156 Winzer, wovon derzeit ca. 35-40 Weingüter eine hier sogenannte „Cellar Door“ anbieten, heißt: Diese Weingüter kann man zu deren Öffnungszeiten anfahren und in meist recht attraktiven und neuen Verkostungsräumen deren Erzeugnisse für ein paar NZ $ durchverkosten. Einige dieser Weingüter haben dann auch Restaurants eröffnet, ähnlich wie ich es vor ca. einem Jahr bereits in Süd-Afrika erlebt hatte. In dieser Region stehen derzeit ca. 23 000 ha unter Reben, was dem größten Anbaugebiet in Neuseeland entspricht.
Nun zu den zwei wesentlichen Weingütern die wir diesem Tage besucht haben.

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Villa Maria hat mit dem Weinbau 1961 begonnen und ist nach einigen Jahren auf der Suche nach den richtigen Anbauflächen dann recht schnell gewachsen. Heute gehören 400 ha in der Region Marlborough und 400 ha auf der Nordinsel zu Villa Maria. Wir verkosteten 7 verschiedene Weine welche sich im Einzelnen wie folgt darboten:

Sauvignon Blanc aus 2015, single wineyard Taylors Pass. Sehr feine dichte und kräftige Nase mit Zitrone und limetten. Strukturiert und sicher recht typisch für die hier bekanntgewordenen SB. (17+/20)

Pinot Gris aus 2014, single wineyard Seddon. Verhaltene Nase, feine fruchtige Note am Gaumen, sehr schöne lange Note mit mittlerer Fruchtstruktur, langer Nachhall nach eingelegten Früchten. (16ä17/20)

Chardonnay Reserve von 2014. Verhaltene Nase, mit feiner kräftiger Fruchtnote am Gaumen und Schmelz. Nicht schwer aber fruchtig und leicht. (16+/20)

Pinot Noir aus 2012, single wineyard Taylors Pass. Sehr feine Nase, frische schöne leichte Struktur, weniger Säure aber mit guter Frucht Struktur. (15-16/20)

Villa_Maria_4_Flasche_CS_Merlot_2010
Cabernet Blend von 2010 aus 70% CS und 30% Merlot. Trauben aus der Region Hawk’s Bay. Die typische süßliche Nase, sehr voller Mund mit einer zu üppigen Struktur von Frucht mit wenig Säure. (15+/20)

Malbec aus 2013, Gimblet Gravels, Hawk’s Bay. Sehr dunkle Farbe, weiche Noten und etwas untypisch für Malbec, ansonsten für einen roten aus der Nordinsel und aus der Gegend schön abgerundet. wohl sehr passend zum Essen. (16/20)

Riesling Reserve Noble 2013, aus der kleinen Flasche. Sehr typische Nase mit Honignoten und runder Süße, weiche mich sehr stark an einen Ch. Rieussec erinnerte. Nicht klebrig von der Süße her und mit lange, Abgang. (17+/20)


Dann ging es ein paar Kilometer weiter zum Weingut Cloudy Bay, welches der Pionier unter den Weißweinmachern hier in der Gegend von Marlborough gilt. Cloudy Bay verarbeitet Trauben von 300 ha eigenem Anbaugebiet und hat noch weitere 300 ha Vertragswinzer in der Produktion. 1985 wurde bei Cloudy Bay der erste Sauvignon Blanc erzeugt. Wir haben 6 Weine verkostet, welche sich wie folgt präsentierten:

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Sehr positiv anzumerken sei hier auch noch, das bei Cloudy Bay die Verkostungsgläser für die Gruppe je Glas so gut eingeschenkt werden, das eine gute Verkostung möglich ist. (Leider wurden bisher bei allen anderen Weingütern die Gläser so knapp eingeschenkt, das meist kaum ein ganzer Schluck im Glas blieb).

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Pelorus, o.J., ein Sekt aus Chardonnay und Pinot Noir. Pinot kommt schön im Geschmack durch. Feine Perlage mit frischen saftigen Noten. Ein Sekt für sicher viele Gelegenheiten, aber nichts wirklich spezielles. (16+/20)
Cloudy_Bay_Verkostung_Keller
Sauvignon Blanc 2015, 13,5 % vol. alc. Schöne Nase, sehr frischer Ansatz am Gaumen und dann geht der Saft in den Schmelz von einem wirklich guten SB über. Anschließen folgt am Gaumen die Säure und es werdden die Fruchtaromen von Stachelbeeren, und Zitrusfrüchten freigesetzt. (17+/20)

Chardonnay 2013, Estate, 12 Mon. im Barrique. Sehr starkes, immer noch sehr präsentes Holz in der Nase. Heftige und kräftige Frucht am Gaumen mit einer sehr dichten Note von Kräutern am Gaumen und später etwas leichter süßlicher Note. (16/20)

Pinot Noir 2013, Estate 12 Mon. im Barrique. Recht leicht und frisch mit leichten Tanninen und mittlerem Abgang, helle Farbe. (16+/20)

Pinot Noir 2012 aus Central Otago, Te Waki, wesentlich kräftiger als der Estate PN, denn das Gebiet im Central Otage, Süden der Südinsel, ist auch noch einiges heißer als hier der Nordteil der Südinsel. (16+/20)

Sauvignon Blanc 2005, Tiefe Nase, schöne Struktur mit leicht dunklen Reflexen. Sehr ausgewogen und schmelzig am Gaumen. (17-18/20)
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Whitehaven_Schild
Bei Whitehaven verkosteten wir 4 Weine, die in meiner Bewertung so im 15er Bereich lagen.

Wairau_River_Glas
Dann ging es Wairau River, einem Familienweingut, welches 1991 seine ersten Weine produzierte und heute auf ca. 200 ha Wein anbaut. Das Weingut hat auch ein Restaurant, wo wir uns zuerst in den Garten setzten und nach der Bestellung in den Verkostungsraum gingen, um unsere 4 angebotenen Weine zu verkosten. Ordentlich gemachte Weine, wo der SB mit feinen Noten herausragte.

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Dann ging es zu Spy Valley, einer Wortschöpfung, welche aus der Welt der James Bond Filme entlehnt ist. 150 ha sind unter Weinstöcken in Bearbeitung. Auch hier sollte es einen Risling als Dessertwein zu verkosten geben, der mit einem Alkoholgehalt von 7 vol. % daherkam.

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Zum Tagesabschluss ein wieder recht großes Weingut in der Region mit Hunter’s Wines, welche ca. 1,2 Mio. Flaschen im Jahr produzieren. Die Qualität konnte mich nicht wirklich überzeugen, außer einem PN aus 2013 dem ich 15-16 als Note vergeben konnte.

Neuseeland Weinreise Martinborough, der sechste Tag

Für den sechsten Tag meiner Weinverkostungen hatte ich nochmals eine Tour in der Gegend um Martinborough, genauer gesagt im Wairapara Tal gebucht, wo uns die Reise zu vier verschiedenen Weingütern bei Gladstone ind Martinborough führen sollte.
Ganz groß begann der Tag mit einem Besuch bei Karl Johner, der in 2001 eine Fläche von ca. 15 ha im Wairapara Tal in der Nähe der Ortschaft Gladstone gekauft hat und dort seither wohl als einer der Leitfiguren des Weinbaus hier im Süden von Neuseeland gilt. Im Gegensatz zu fast allen anderen Weinbauern in der Region war zu beobachten, das Johner seine Pflanzungen wesentlich dichter gesetzt hat als die Neuseeländer. Ebenso waren die Rebenzeilen frei von Unkraut und es wird auch eine Bodenlockerung vorgenommen, so das Luft und Regen besser an die Wurzeln der Pflanzen gelangen.

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Bei Johner konnte ich 3 weiße Sorten, 5 rote Weine und 4 verschiedene Süßweine verkosten.
Die Weine im Einzelnen:
SB aus 2015 im Stahltank ausgebaut. Sehr typische feine aber kräftige Nase mit Zitronen und Greapfruit bei mittlerem Abgang. (16+/20)
SB aus 2014 auf der Hefe ausgebaut und für 7 Monate darauf vergoren. Eine sehr intensive und dichte Nase mit leichter Hefenote, aber sehr vielen Kräutern. Feine Gewürznoten nach Fenchel, grünem Staudensellerie, aber nicht unangenehm im Abgang. (16-17/20)
Pinot Gris 2015, etwas wenig Nase, feine Kräuternoten bei mittlerem Abgang. (15+/20)
Chardonnay 2014 mit feiner Frucht und recht langem Abgang. (15/20)
Dann ein Rosé vom Pinot Noir aus 2015, sehr feine und gute Säure mit voller Fruchtstruktur und mittlerem Abgang. (16/20)
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Dann folgen die roten Sorten:
Ein Pinot Noir „Moonlight“ 2013 mit feiner einfacher Struktur und Frucht und leichter Säure. (15+/20)
PN 2014 von alten Reben. Die Reben standen bereits in den Weingärten als Johner diese 2001 gekauft hat und hier konnte sich die Vielfalt und Struktur eines älteren Rebstocks in seiner ganzen Komplexität im Wein widerspiegeln. 1 Jahr im Barrique, Feine gute Fruchtnote, sehr ausgewogen und rund, komplexe Struktur mit feinem lange, Abgang. (17+/20)
PN 2013 Reserve von noch älteren Stöcken, die bereits 1994/95 gepflanzt wurden. Sehr feine edle Burgundernase, schöne runde Note mit langen Abgang. (17-18/20)
Cuvée aus Merlot, CS und Malbec zu je ca. 30%. Eine kräftige süße Note m Gaumen verleiht diesem Cuvée eigentlich eine sehr typisch neuseeländische Note. (15+/20)
Johner_Flaschen_rot
Und jetzt sollten 4 Süßweine folgen, alle aus der kleinen Flasche.
SB 2015, recht feine Süße mit kräftigen Zitronen Limonen noten (16+/20)
PN 2014, mehr süße Noten in der Nase, runder Geschmack und guter Abgang. (16/20)
Syrah 2015, verhaltene Nase mit sehr präsenter Frucht am Gaumen (16+/20)
CS 2014, mittlere Nase, schöne runde Frucht mit Erdbeeren, Himbeeren und leichter Säure am Gaumen. (16/20)
Johner_Flaschen_suessweine


Nach einem kleinen Mittagsimbiß in einer mitten am Land gelegenen Verbindungsstraße steuerten wir das nächste Weingut an, welches wie die nahegelegene Ortschaft Gladstone heißt.

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Die Patronin des Hauses stand im Verkostungsraum und sprach fast ohne Einhalt auf die bereits anwesenden 5 Gäste ein. Ich gesellte mich dazu und bekam prompt eine Verkostungsliste unter die Nase gehalten wo eine ganze Reihe verschiedener Weine aufgelistet waren.
Ich verkostete 6 weiße und einen Rosé, sowie 2 Pinot Noir, welche durch die Bank ordentlich gemacht waren, und so auch den großen Durchschnitt der Weingüter hier aus der Gegend widerspiegelten.
Herausragend zu erwähnen ein SB aus 2014 der mit komplexen Noten, sehr feiner Nase und etwas Säure in den Spitzen herausragte. Eine dichte Struktur mit langem Nachhall. (16-17/20)
Gladstone_Flaschen


Fairmont_Estate

Ein weiteres Weingut in der Ecke um Gladstone ist die Fairmont Estate, welche recht groß von der Anbaufläche wohl ist, aber nicht so richtig mit der Sprache raus wollte was sie wirklich unter Reben stehen haben. Ich verkostete 5 Weine con SB über Pinot Gris, Chardonnay und Pinot Noir.


Zum Abschluss des Tages sollte es wieder zurück nach Martinborough gehen, wo wir noch zu einem Weingut fahren sollten, welches von einiger Zeit an einen Chinesen verkauft wurde, der wohl ca. 10 Mio. NZ$ darin investiert hat, aber die Ergebnisse deswegen wohl auch nicht groß anders ausfallen, als bei anderen Weingütern aus der Region. Murdoch James liegt sehr schön auf einer kleinen Anhöhe am Rande eines Flusses und macht von außen, aber auch von innen einen guten Eindruck.
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Bei der Verkostung gab es zunächst einmal 2 Rieslinge, die mich natürlich besonders interessierten. Der eine von 2011, der andere aus 2015. Beide hatte eine recht kräftige Frucht mit nur wenig Säure, aber entsprechend vielen Süßnoten, die mal wieder den typischen Neuseeländischen Weißwein widerspiegeln. Weiterhin konnte ich 2 SB, einen Cabernet Franc und dann die roten Sorten mit Pinot Noir, Syrah und auch einem Cuvée aus CS und CF verkosten. Zum guten Abschluß noch ein spät gelesener PN aus 2009, der sich Fortified nannte und nciht wirklich überzeugen konnte.
Murdoch_James_Flaschen
Das war’s dann aus der Region um Martinborough mit einer Menge interessanter Eindrücke auf den Weingütern, bei den Verkostungen, im Café am Eck und einem lange nicht so guten Espresso sowie Croissants die ich seit meiner letzten Frankreich Besuche nicht mehr gegessen hatte. Also gibt es hier nicht nur deutsche Winzer, sondern auch gute Bäcker mit bester Frühstücksgrundlage, was für die Verkostungen tagsüber nur förderlich war. Weiter dann in 2 Tagen aus Marlborough auf der Südinsel.

Neuseeland Weinreise Martinborough, der fünfte Tag

Der fünften Tag meiner Weinverkostungen in Neuseeland wollte ich auf eigene Faust ein paar Weingüter rund um Martinborough erkunden. Da um Martinborough die meisten Weingüter fast immer gut zu Fuß zu erreichen sind, machte ich mich so gegen späten Vormittag auf den Weg zu 2 mir bisher nicht bekannten Adressen.
Cambridge Road und
Muirlea Rise
standen auf dem Programm.
Cambridge_Road_Verkostung
Auf Cambridge Road sagte man mir im Hotel, das es dort auch ein kleines Lunch zum Mittag gäbe, was aber etwas dürftig ausfallen sollte, und somit nicht erwähnenswert ist. Es waren beriets einige Personen in dem kleinen Verkostungraum zugegen, und ich gesellte mich dazu um eine Reihe von 7 Weinen des kleinen Weingutes mit gerade einmal 2 ha Anbaufläche zu genießen.
Los ging es mit einem ungefilterten Pinot Gris aus 2015 mit orange-gelber Farbe, frische Note in der Nase und einem sehr belebenden Zitrus-Orangen Geschmack. Also wirklich etwas zum schnellen trinken. Naturtrüb, da ungefiltert. Und mit einem interessanten Anhängeetikett.
Cambridge_Road_PG_2015
Dann gab es einen Rosé aus PN, PG und CG.
Weiter mit einem Chardonnay aus 2014 mit runden Fruchtnoten und leichter Frische.
Fortsetzung mit einem ersten Roten aus Pinot Noir aus 2012, welcher mit 15% Syrah eine recht kräftige Säurenote von sich gab. Etwas unreife Noten mit wenig Abgang konnte ich vermerken. Leicht grün.
Dann ein weiterer Pinot Npir mit nur sehr wenig Syrah namen „Transit of Venus“, welcher mit einer typischen Nase und leichter Astringenz mir schon eher zusagte. (15-16/20)
Die weiteren 2 Pinots, beide aus 2011, konnten mich dann schon viel eher von der Machart dieses Weingutes überzeugen. Der erste hatte eine feine Nase, mit schöner Frucht, Noten von Pilzen und einer guten Säure die sich im Abgang fortsetzte. (16/20)
Der zweite war eine Cuvée aus 71% PN und 29% Syrah, wobei sich der Syrah hier schon leicht in den Vordergrund drängte. Weiche NOten bei ausgewogener Geschmeidigkeit. Sehr schönes Frucht Säure Spiel am Gaumen und im Abgang. (16+/20)

Muirlea_Rise_Schild
Als zweites Weingut besuchte ich Muirlea Rise, welches seit 1987 Wein produziert und fast ausschließlich rote Sorten im Programm hat.
3 Pinot Noir und ein Süßwein Namens Après standen zur Verkostung an.
PN 2013, leicht frisch Nase, etwas medizinisch im Geschmack
PN 2014, sehr fruchtige Nase, astringierende Frucht mit leichter Säure, recht kräftige Noten, aber nicht wirklich alkoholisch. (16-17/20)
PN 2014 mit 4% Syrah, feine Fruchtstruktur und etwas mehr Tannine, gute Säure mit feiner Struktur und lange am Gaumen nachwirkend. (16+/20)
PN – Après, ein spät gelesener und mit Brandy aufgespritteter Saft, der mit einer recht süßen Struktur daherkam, und recht vordergründige süßliche Noten aufwies. (-/-)


 

Neuseeland, Martinborough – Intermezzo im Neighbourhood Café

Die wunderbare Begegnung der besonderen Art. Eigentlich war ich ja für die Weine nach Neuseeland geflogen und gefahren, doch auf meiner zweiten Station in Martinborough sollte es ein Café geben, welches ich gleich am ersten Tag empfohlen bekam, da es im Hotel kein Frühstücksangebot gab. Das Café lag gerade mal über den Platz an der anderen Ecke des Square von der Mitte der Ortschaft, und es war keines der so standardmäßig eingeschliffenen Takeaway Cafés wie so üblich hierzulande. Über die verschiedenen Kaffee Geschmäcker kann man ja ebenso geteilter Meinung sein wie auch bei Wein, aber hier gab es vielerlei Komponenten, die das Erlebnis mit dem Geschmack verband.
Nette Leute am Tresen, eine eigene kleine Kaffeerösterei, interessante Interior Details, selbstgemachte Backwaren und Vieles mehr. Hier eine kleine Fotostrecke zum genießen:
NH_Kogo_Schild
NH_Hocker_Kaffeesackbespannung  Matinb_Café_innen  Neighbor_Hood_Cafe_Rösterei
NH_Frühstücksmuffin_Speck_Ei_Spinat
NH_Frühstück_Croissant_Café
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Neuseeland Weinreise Martinborough, der vierte Tag

Der vierte Tag führte mich in eine weitere Weinregion auf der Nordinsel Neuseelands, wo erst auf intensive Weise seit nicht viel mehr als 35 Jahren Wein angebaut wird. Martinborough liegt im Südosten der Insel und wurde vom Strassenlayout wie die englische Flagge angelegt. Somit gibt es einen zentralen Platz in der Mitte der Stadt, wo heute eine Grünanlage sich befindet, und die Straßen führen sternförmig von dieser Mitte aus weg in alle Himmelsrichtungen. Nur die Farbe der englischen Flagge wurde nicht übernommen. Aber nun zum Wein aus dieser Gegend. Zu Beginn des Weinbaus in der Region waren ca. 70% der Rebflächen mit Müller-Thurgau bepflanzt. Also sind auch hier wohl einige deutsche Auswanderer gewesen, die diese Rebe hier eingeführt haben. Das belegt auch ein Weingut namens Schubert, worauf ich später mehr eingehen werde, da wir dort auch an diesem Tage verkostet haben. In der Gegend um Martinborough regnet es über das Jahr ca. 1000 mm/qm, was aber in der direkten Umgebung von Martinborough nur 800 mm/qm aufgrund des Mikroklimas sind. In der Region sind ca. 700 ha Wein angebaut, und im ganzen Tal ca. 970 ha.
An diesem ersten Tag in Martinborough haben ich eine Wine tour gebucht mit Martinborough Wine tours und wir sollten zu 7 Weingütern fahren, welche alle in der direkten Umgebung von dem Städtchen liegen. Wir starteten beim kleinsten Weingut der Tour namens The Cabbage Tree. Der Cabbage Tree wird in Europa auch Torquay Palme genannt und kommt in ganz Neuseeland vor.

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Cabbage Tree hat gerade mal eine Anbaufläche von 1,2 ha und produziert ca. 4000 Flaschen pro Jahr. Die Sortenvielfalt ist typisch für die Region und es werden Chardonnay, Pinot Noir und Merlot angebaut. Da der Winzer seine Weine eher lange im Tank oder auch im Holz reifen läßt, konnten wir hier ein paar ältere Jahrgänge verkosten.
Chardonnay 2013, 11 Monate im Barrique auf der Hefe und mit Betonit am Ende leicht geschönt kann dieser Tropfen noch kräftige Holznoten widergeben, bei etwas zurückhaltender Frucht (16/20).
Der Pinot Noir ist aus 2010 und hat einen sehr typischen Duft bei vollem runden Geschmack mit Ledernoten, leichter Schärfe und mittlerem Abgang. Langes Frucht Säure Spiel am Gaumen.(16+/20)
Der Merlot 2010 kommt mit einer sehr tiefen Farbe daher, leichte Tannine, fein und dicht. Der Merlot bleibt 3 Wochen auf der Maische und reift für 2 Jahre im Barrique, was für die Weingüter in Neuseeland sicher ungewöhnlich ist. Aber dadurch erzielt der Winzer auch einen feinen Tropfen, der nicht so jung weggetrunken wird, wie es bei vielen Anderen der Fall war. (16/20)
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Nach dem kleinsten Winzer ging es gleich um die Ecke zu einem der größten Winzer hier in der Region. Palliser baut auf 90 ha Wein an und hat eine breite Vielfalt an Gewächsen im Angebot. Das Weingut existiert seit 30 Jahren und vergärt seine weißen Trauben alle im Edelstahl. Ausnahme ist der Chardonnay, der klassisch im Barrique ausgebaut wird.
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Verkosten konnten wir hier einen Rosé von Pinot Noir, einen Pinot Gris, Riesling, einen Sauvignon blanc, einen Chardonnay und einen Pinot Noir. Alle diese aus den Jahrgängen 2014 und 2015 welche ich zwischen 15 und 16+ bewertete.
Palliser_innen


Dann ging es zu einer ganz besonderen Adresse, auf welche ich schon besonders gespannt war, da ich von dem Weingut Ata Rangi bereits in den letzten Monaten in der Vorbereitung gelesen hatte. Auf Ata Rangi konnten wir 1 Rosé, 3 weiße und 3 rote Weine verkosten. Der Verkostungsraum machte einen recht professionellen Eindruck und eine sprachgewandte, asiatisch aussehende junge Dame, führte uns durch die Verkostung. Im Einzelnen waren das:
Ata_Rangi_logo
Rosé 2015 aus 80% Merlot, 20% aus PN und Syrah. Fruchtige Nase mit Geschmack von Erdbeeren und einer kräftigen und guten Struktur. (16/20)
SB 2015 dieser Sauvignon Blanc wird einige Wochen auf den Beeren vergoren und hat daher auch seine entsprechende Farbe. Intensive Fruchtnote mit guter Struktur (15-16/20).
Pinot Gris 2015 20% im neuen Barrique. Sehr fruchtig und rund, volle Beerennote mit feiner Süße von Birnen. (16/20)
Chardonnay 2014 Sehr feine strukturierte Reifenoten mit würzigen Anklängen und gutem Fruchspiel am Gaumen. (16-17/20)
Pinot Noir „Crimson“ 2014, 12 Monate im Barrique, die Beeren werde zur Maische entrappt. Sehr feine Nase mit frischen Noten, und leichterem Abgang (15+/20).
Pinot Noir 2013 etwas verhaltene Nase, inige fruchtige Noten bei mittlerer Säurestruktur. (16+/20)
Cuvée von 50% Merlot, 35% PN und 10% Syrah. Mittlere Nase, etwas kräftige Tannine und recht kräftige Säure. (-/-)
Ata_Rangi_Flaschen


Poppies_8_Schild
Zur Mittagszeit sollte es dann zu Poppies Wines gehen, die auch eine Restaurant im Weingut betreiben und wo wir dann zunächst die Verkostung machen konnetn, und dann uns nach vorheriger Bestellung, die kalte Vorspeisenplatte für 2 Personen und horrendes Geld genehmigt hatten. Sehr angenehm fiel mir auf, das ich hier zum ersten Mal in Neuseeland wirklich gute Weingläser zur Verkostung erhalten sollte, und das am gleichen Tag nochmals. Es wurde also die Verkostung in Gabriel Gläsern vorgenommen, was den Weinen sicher zugute kam. Bei Poppies gab es 6 Weine zur Verkostung, wobei 2 davon Rieslinge waren.

Poppies_innen

Es gab also einen Rosé, einen Sauvignon Blanc, einen Pinot Gris, einen Pinot Noir und 2 Rieslinge.
Ich will hier mehr auf die Rieslinge eingehen.
Der erste Riesling aus 2015, trocken ausgebaut hatte eine gute Fruchtsäure, mit mittlerer Struktur und war für die Gegend um Martinborough sicher recht typisch (16+/20).
Der zweites Riesling als late harvest deklariert und ca. 4 Wochen später als der trockene Riesling geerntet konnte nicht so ganz auf seiner Linie überzeugen. Goldgelbe Farbe mit orangenen Spitzen. Vorne am Gaumen etwas kräftig mit seinen Süßestrukturen, wobei dann im Abgang der Eindruck schnell verflog. (15-16/20)
Dann ging es an den Tisch für die kalte Vorspeisenplatte, welche von den Produkten sicher frisch und ok war aber das Preis Leistungverhältnis wohl nur hier in Neuseeland so funktioniert, Warum das so funktoniert ist mir auch schleierhaft, denn die meisten Weingüter verlangen auch für Ihre Weine einen zum Teil exorbitatnten Preis, wo nicht die tatsächliche Qualität dahintersteht. Eine Erfahrung reicher bin ich dadurch bestimmt.


Margrain_innen
Als nächstes Weingut fahren wir einen Familienbetrieb an der den Namen Margrain trägt.
Dort verkosten wir 9 Weine, welche sich auf die klassischen Sorten konzentrieren wie Pinot Gris, Sauvignon blanc, Chardonnay, Pinot Noir, aber auch Grüner Veltliner und einen Riesling süß ausgebaut.
Durch die Bank weg bei mittleren Noten von 14-15+, wobei der süß ausgebaute Riesling ein wenig besser davon kommt.
Margrain_Flasche


Te_Kairanga_außen
Dann geht es zu einem Betrieb der zu einer großen Familie aus den USA gehört, und auch hier in Neuseeland ein Weingut führt, das sich Te Kairanga nennt. Hier konnten wir 5 weiße und 3 rote Weine verkosten. Auch hier kein wesentlicher Ausreißer, denn es gibt Riesling, Sauvignon Blanc, Pinot Gris, Chardonnay und Pinot Noir. Die weißen Sorten durchweg ordentlich, aber keine wirklichen highlights. Bei den roten Pinot Noir konnten dann schon eher die 2013er, insbesondere als Reserve recht gut überzeugen. Weiß 15-16, Rot 15+-17.

Te_Kairanga_innen


 
Schubert_Wines_außen
Sehr interessant allerding sollte sich der Abschluss des Tages gestalten. Wir fuhren gerade mal kurz um die Ecke, zu Schubert Wines, die eigentlich schon geschlossen hatten, aber unser Tour guide telefonierte mit der Dame im Verkostungsraum und arrangierte eine weitere Probe für uns zwei. Hier sollten wir also zum zweiten Mal an diesem Tage die Gabriel Gläser in Händen halten. Und als ich das erwähnte, das wir diese bereits einmal am Tag zur Verkostung hatten, wurde uns erzählt, das Poppies Wines die Gabriel Gläser bei Schubert wohl gekauft hatten. Auch hier wieder die klassische Reihe an Rebsorten von Pinot Noir als Rosé, Sauvignon Blanc, Syrah und ein paar Cuvées, worauf ich hier eingehen will.
Der ertse Cuvée aus weißen Trauben bestand aus 30% Chardonnay, 30% Pinot Gris und 40% Müller-Thurgau. Und hier wurde uns dann auch dei Geschichte mit den 70% Anbaufläche des Müller-Thurgau aus den Anfängen des Weinbaus in Martinborough erzählt. Ein weiterer Cuvée in rot bestand aus Syrah, Merlot, CS und wurde 4 Jahre im Barrique veredelt. Wir verkosteten einen 2011 der mit runden süßen Noten daherkam, etwas Struktur besaß und einen runden Abschlu´mit roten Beeren ganz ordentlich wirkte (15+/20).
Zum gutem Schluss gabe es noch einen sogenannten Dolce, der ein Cuvée aus Müller-Thurgau und Pinot Noir bestand. Honigduft und eine recht süßliche Note kamen einem aus dem Glas entgegen. Am Gaumen eine sehr lange süßliche Note welche sich etwas fortsetzte. (15/20)
Schubert_Wines_Syrah_Flasche


 

Weinreise in Neuseeland Waiheke Island, der dritte Tag

Der dritte Tag sollte uns von Aukland aus auf die vorgelagerte Insel Waiheke führen. Dort werden derzeit gesamt ca. 430 ha Wein angebaut und von sehr verschiedenen kleinen Winzern bearbeitet. Die Insel erreicht man mit einer Fähre direkt von Aukland und ist in flotter Fahrt in ca. 45 Minuten auf der recht hügeligen und sehr grünen Insel angekommen. Da die Weingüter aber über die gesamte Insel weit verstreut sind gibt es fast nur die Möglichkeit einen hop-on hop-off Bus zu nehmen, der die wesentlichen Ecken anfährt. Also starteten wir vom Fähranleger zunächst für 2,5 km mit einem öffentlichen Bus an einen Ortspunkt, wo wir dann für ein weiteres Fahrgeld den Bus zu den Weingütern bestiegen.
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Erste Station an diesem Samstag sollte also das Weingut Stonyridge sein, welches allerdings eher einem Zirkusplatz mit Gartenparty glich, als einem Weingut mit entsprechender Weinverkostung. Auch zu vergleichen mit einem Biergarten wie in München, allerdings mit Palmengarten, Weinreben umher und vielen Menschen die flaschenweise die Rosées und weißen Tropfen vernichteten. Nichtsdestotrotz holten wir uns ein Glas Pinot Gris an einem der Verkaufsstände und setzten uns auf eine der Bänke im Garten. Der Weinpräsentierte sich recht säuerlich, mit wenig Frucht und die Säure wollte am Gaumen auch nicht verschwinden. Ohne Bewertung.


 

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Dann machten wir uns auf einen kleinen 500 m Spaziergang, der uns zum Weingut Te Motu führte, welches direkt in der Nachbarschaft lag.
Te Motu hat 1989 auf der Insel begonnen und bewirtschaftet heute eine Fläche von 10 ha. Uns wurde eine Verkostungsreihe von 6 Weinen angeboten, wobei wir dann aber doch am Schluß 7 Weine von Te Motu verkosten konnten. Hier lohnt es sich mal wieder auf die einzelnen Weine einzugehen, da wir auch mit dem Mitarbeiter auf Te Motu, der uns die Weine vorstellte, vor 3,5 Jahren aus Deutschland kam, und uns entsprechend etwas mehr erklären wollte. Auf Te Motu werden nur rote Sorten angebaut.

TeMotu_Verkostungsraum
Dunleavy 2011, Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot.
Recht kräftige Nae, fruchtig mit frischem fruchtigem Geschmack (15+/20). -25.- NZ$ 2011 war ein schwieriges Jahr für die Weinbauern in Neuseeland, so wurde uns berichtet.

TeMotu_TheStrip_CS_2013
The Strip 2013, Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot. 12 Mon. im Barrique mit 30% Neuanteil. Sehr tiefe dunkle Nase, leicht pfeffrig bei dunklem Schokoladenton. Tannine noch spürbar aber wohl mit Reifepotential. (15-16/20). 2013 war dagegen, im Vergleich zu 2011 wohl ein sehr gutes Weinjahr hier in Neuseeland.

TeMotu_TheGrafter_Syrah_2014
The Grafter 2014 Syrah, 12 Mon. im Barrique.
Pfeffrige Nase, bei direktem Fruchtansatz. Am Gaumen dann ebenso sehr fruchtig mit runden ausgewogenen süßen Noten, welche aber in einem runden Abgang eine ausgewogenes Spiel mit den Geschmäckern machen. Für einen Syrah, im Vergleich zu einigen Anderen aus der vergangenen Woche, war das wirklich eine kleine Entdeckung. (16+/20)

Und ab jetzt sollte es teurer werden.
Te Motu 2012 Kokoro Cuvée aus:
Merlot 50%, CS 25%, CF 15%, Malbec 5%, Syrah 5%. Bei einer feinen frischen und fruchtigen Nase, im Geschmack etwas rauchig, Toast, und pfeffrig. (16-17/20) 75.- NZ $

Te Motu Tipia, 2013, ein 100% Cabernet Franc. Was selten reinsortig ausgebaut zu finden ist. Recht kräftige reife Nase. Würzige Noten, dichter Gaumen, und sehr elegant, frisch und komplex. (17+/20)

Te Motu Cuvée 2008, CS 60%, Merlot 30%, CF 10%. Sehr weich und rund am Gaumen und mit feinen eleganten Säurespitzen. Diese Te Motu Cuvées stellt das Weingut immer nur in den guten Weinjahren her, somit wird er nicht in jedem Jahr angeboten. 90.- NZ $

Zum guten Schluss noch ein Te Motu, gleiche Cuvetierung wie der 2008er, welcher aus 1999 stammte. Etwas gealterte Nase, leicht braune Ränder, aber für einen 16 Jahre alten Wein noch immer recht frisch in der Farbe und der Nase. Fein dichte Frucht mit Noten von eingekochten dunklen Früchten. Der Wein hat wohl seinen absoluten Höhepunkt schon erlebt. (17/20). 195.- NZ $.


 

WildonWaiheke_Schild

Als finalen Besuch an diesem Tage machten wir noch einen Besuch bei Wild Estate, wo ebenso wie bei Stonyridge der Bär abging. Allerdings aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, war die große Sause hier so gut wie gelaufen. Zu Essen gab es nichts mehr, aber wir konnten noch einen kleinen flight von 5 Weinen des Weingutes verkosten. 3 Weiße Rebsorten, 1 Rosé und ein roter Syrah. Im Garten waren einige Zelte aufgebaut, das Personal räumte die auf und wir setzten uns an einen kleinen Tisch mit Sonnenschirm, wo uns dann die bereits eingeschenkten 5 Weine auf einem Tablett bereits eingeschenkt serviert wurden.
Schön im Freien zu sitzen, bei recht schönem Wetter, aber die Weine waren durchweg zu warm, und so erübrigt sich eine Beurteilung in weiteren Feinheiten.


 

Weinreise in Neuseeland Nordinsel, der zweite Tag

Der zweite Tag in den Weingüter führte uns zu zwei Betrieben in der Gegend um das Städtchen Gisborne und deren Meeresbucht. Namentliche waren das
Matawhero Wines
und
Milton Vineyards & Winery, ein bio-dynamisch arbeitender Betrieb.
Matawhero_Gebäude
Nach der Fahrt von Napier in der Hawk’s Bay gelegen erreichten wir am späten Vormittag das Weingut von Matawhero bei sonnigem aber etwas stürmischem Wetter. Es waren schon einige Gäste im Restaurant zugegen, aber vor uns hatte eine größere Gruppe von Besuchern eines großen Kreuzfahrtschiffes den Tagesablauf in der Verkostung etwas durcheinandergewirbelt. Wir suchten uns einen etwas schattigen Platz im Garten und wurden mit einem flight von 5 Weinen versorgt, der folgendermaßen sich aufreihte.
Pinot Gris 2014; Chardonnay 2014; Chenin Blanc 2015 bei den weißen Sorten, und
Merlot 2014, sowie ein Malbec aus 2015.
Matawhero_Chardonnay_Flasche
Die weißen Reben konnten recht gut gefallen, waren aber alle immer noch etwas jung und leicht zu warm serviert. Der Chenin blanc aus der black label Serie konnte mit typischer Nase und recht fruchtig einen sehr geschmeidigen Eindruck machen (15/20). Die roten Sorten waren allerdings ebenso noch viel zu jung und wirkten zum Teil unreif und nicht fertig vergoren.
Matawhero_Malbec_Flasche
Dazu aßen wir, da es fast bereits Mittag war, eine schöne Vorspeisenplatte mit allerlei Spezialitäten aus dem Lande, wie auch Käse und Oliven, die hier auf der Nordinsel Neuseelands recht häufig anzutreffen sind, und auch von einigen Weingütern als Olivenöl angeboten werden.
Matawhero_Mittagsplatte


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Milton_innen
Beim nächsten Weingut von Milton sollten wir freudig überrascht werden. Das Weingut hat, wie so viele Andere hier in Neuseeland, in den 80er Jahren, seinen Betrieb aufgenommen. Auslöser dafür war der internationale Erfolg von Cloudy Bay in der Region Marlborough (auf der Südinsel), welche mit Ihrem Sauvignon Blanc in den frühen 80er Jahren den Grundstein für viele weitere Gründungen in ganz Neuseeland bildete. Das Weingut Milton arbeitet seit beginn bio-dynamisch und der Sohn der Winzerfamilie machte mit uns die Verkostung der anstehenden Weine. Es gab einen Rosé, 5 weiße Rebsorten, und 2 rote zur Verkostung. Der Rosé mit einer kräftigen breiten Fruchtnote und schöner Frische. Bei den weißen waren es Chardonnay (ohne Holzeinsatz), Chenin blanc, Viognier, ein Gewürztraminer und ein Riesling. Durch die Bank weg konnte ich recht gute Noten vergeben und war sehr freudig überrascht, wie stabil und ausgewogen die weißen sich präsentierten. Noten von 16-17/20. An der Spitze für mich der Viognier von Milton. Bei den roten Sorten gab es einen Pinot Noir und einen Cuvée von Malbec, Syrah und Viognier. Auch hier meine Benotungen von 16-17/20.