Alle Beiträge von Olaf Hoffmann

Meine Lieblingsgewürze, Macis und Kardamom

Zwei meiner Lieblingsgewürze haben sich in den letzten Jahren herausgestellt als kontrastreich und sehr unterschiedlich, aber um so interessanter.

Zum ersten Gewürz habe ich hier ein erstes Experiment gemacht, welches für mich erstaunlich gut gelungen ist, da es zwei Produkte zusammenbringt, welche sonst in der Küche für mich bisher nicht kombiniert wurden.
Hier also das erste Gewürz mit Namen Macis. Das ist die getrocknete Schale der Muskatnuss, welche ursprünglich in frischer Form knallrot ist und erst nach Trocknung als Gewürz eingesetzt wird. So sieht es aus:
Macis_Detail
In diesem Rezept heute habe ich dieses Gewürz mit einer kleinen Paprikaschote kombiniert, welche klassischerweise Pimentos heißt, und das sonst verwendete Fleur de Sel in diesem Rezept ersetzt.

Zutaten für 2-3 Portionen:
12-16 Pimentos
Olivenöl
2-3 Schalen Macis, gut gemörsert
Pimentos_Macis
Zubereitung:
Den Ofen auf 210°C aufheizen. Ein Backblech mit Olivenöl stark einölen. Die Pimentos mit einer Gabel jeweils 3-4 mal einstecken aufs Blechlegen und ebenso mit viel Olivenöl beträufeln. Dann die sehr gut gemörserten Macisblüten darüberstreuen und vielleicht noch ein wenig Olivenöl darüber.  Für 5 Minuten bei starken Grill in die zweitoberste Schiene grillen, bis die Pimentos schon leicht braun bis schwarz werden. Serviert sieht das dann so aus:
Pimentps_Macis_Keramik_Holger
Pimentos_Macis_Keramik_Holger_Detail


 

Hühnerherzen auf Salat und Pilzen

Am Wochenende hatte ich mal wieder Lust auf ein paar Innereien, welche diesesmal auf Hühnerherzen fallen sollte. Hühnerherzen richte ich recht pikant an mit Galam Masala und Tandoori Masala. Heute einmal auf einem Wildkräuter Salat mit ein paar angeschmorten Pilzen und ein wenig kleine Pimentos, welche geschmacklich eine Abrundung bilden. Da die Hühnerherzen ein recht weiches und zartes Fleisch abgeben, kombiniere ich hier einige etwas dicker geschnittene Scheiben Pilze hinzu, wenn diese nicht zu scharf angebraten sind entwickeln diese eine ähnliche Konsistenz wie die Herzen. Heute hatte ich dazu noch ein wenig Staudensellerie und eine Urmohrrübe dazu geschnippelt. Zubereitung also in 2 separaten Pfannen, wo ich in der ersten Pfanne die Pilze mit ein wenig Spinat ansotiere, und in der zweiten Pfanne die Herzen mit dem Gemüse stark anbrate bis die Pfanne zum servieren fertig ist.

Soo sieht das fertig servierte Gericht dann auf dem Teller aus:
Hühnerherzen_groß  Hühnerherzen_groß_Detail

Guten Appetit!


 

Profiteroles mit Ziegenkäse

Nicht oft hergestellt, doch manchesmal hab ich Lust auf so eine kleine frische Speise, welche ich in diesem Fall ein wenig abgewandelt habe, und zwar mit etwas Ziegenkäse. Profiteroles sind immer am Besten, wenn sie sehr frisch, noch fast warm verspeist werden, denn dann sind sie am frischesten und schmecken als kleiner Zwischengang ganz besonders gut. Ich habe diese in dieser Zubereitung einmal mit ein wenig Ziegenkäse abgewandelt und ergänzt.

Die Zutaten für den Brandteig:
1/4 l Milch
125 gr. Butter
1 Prise Salz und 1 Tl. Zucker
200gr. Mehl, gesiebt
5-6 Eier
50-100 gr. Ziegenkäse mittlerer Reife

Zubereitung:
In einem Topf Milch, Butter, Salz und Zucker aufkochen und dann das gesiebte Mehl sehr zügig in die aufgekochte Masse schütten und so lange durchrühren, bis sich auf dem Topfboden eine feine helle Schicht bildet.
Brandteig_Topf_1
Den Topf vom Herd nehmen und eines der Eier sehr gut unter die Masse mischen. Dann die restlichen Eier untermischen und die Masse so lange durchrühren, bis sich ein gleichmäßiger Teig gebildet hat.
Brandteig_Topf_2

Profiterolles_Ziegenkäse_Blech
Ein Backblech einfetten, und dann kann für die Masse entweder ein Spritzbeutel mit einer mittelgroßen Tülle verwendet werden, oder ich bilde mit 2 Eßlöffeln mittelgroße Nocken, worin ich dann die zerkleinerten Ziegenkäsestücke platziere, welche dann gesamt auf das Backblech gesetzt werden. Den Backofen auf 220°C aufheizen und das fertig bestückte Backblech für 15-20 Min. im Backofen fertigstellen.
Profiterolles_Ziegenkäse_Details


 

Heringe – Ein Portrait von Holger Teschke

Als ich vor einer Woche in Berlin am Sonntag ein paar Museen durchstreifte, stieß ich im Museumsladen des Gropiusbau auf eine kleine Publikation die mich interessierte, und die ich dann auch gleich mitnahm. Ein kleines Büchlein üner Heringe, im Matthes & Seitz Verlag Berlin erschienen, Reihe Naturkunden Band 9.
Es geht schlicht und einfach nur um die Heringe dieser Welt. Wobei ich in meinem Foto noch eine, bzw. eine weitere Hering dazugenommen habe. Den Teller von Hering Berlin, die ja auch in Berlin residiert. Das Büchlein hat 8 Kapitel, wobei im Kapitel kulinarische Hering 8 Rezepte zum Thema Hering niedergeschrieben sind. Und dann gibt es auch noch 8 Portraits von Heringen aus aller Welt, denn die Familie der Heringsfische ist größer als man so denkt.
Hier also das Foto dazu:
Heringbuch_Teller_H_Teschke



 

Pilz Tartelette auf kleinem Salat

Im Spätsommer gibt es auf dem Markt meist die besten und frischesten Pilze in einer Vielfalt, welche sonst im Laufe des Jahres kaum zu erhalten ist. Also, obwohl mitten in der Woche, mach ich einen kleinen Schwenker auf den Markt und besorge mir für die Portionen von 2 Tartelettes 150 gr. Pfifferlinge und 2-3 halbe Steinpilze mittlerer Größe. Die weiteren Zutaten:
Pilz_Tartelettes_roh
2 Tartelette Formen ausgebuttert
Mürbteig für die Größe der Formen
1 Blatt Blätterteig für die Streifen obendrauf
150 gr. Pfifferlinge, 2 Steinpilze, 2-3 Champignons
wenn vorhanden ein wenig Bratenreste
3-4 El Crème Fraîche, 1 Schalotte, 1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer, Butter für die Formen
Ein wenig Olivenöl und ein Eigelb zum Bestreichen.

Zubereitung:
Die Tartelette Formen gut ausbuttern und alle Zutaten in mittlerer Größe klein schneiden und gut vermischen. Den Mürbteig in die Formen geben und mit der Gemischten Füllung belegen. Die Blätterteigstreifen darauflegen und mit dem Eigelb bestreichen. Den Ofen auf ca. 200 °C aufheizen und bei starker Unterhitze ca. 20 Min. durchgaren. Dann je nach Bräunung und Garzustand noch ca. 5 Min. bei etwas Grill von oben fertig garen lassen.
Pilz_Tartelettes_Hering  Pilz_Tartelettes_Hering_Detail
Zu so einem Piltartelette paßt wunderbar ein feiner aber nicht zu kräftiger Rotwein, der zu den Nuancen der Pilze, aber auch dem Teig passen muß. Im Prinzip habe ich nicht lange überlegt, denn das kann fast nur ein entsprechender Pinot Noir sein. Und gefunden hab ich dann im Keller eine Flasche vom:
Bründlmayer_PN_2008
klassischen Österreichischem Weingut Bründlmayer.
Blauburgunder, Langenloiser Dechant, 2008.


 

Brasserie Lamazère in Berlin

Da ich zu einer Messe über das Wochenende in Berlin weilte, hatte ich mal wieder die Gelegenheit in der Stadt einige Lokale am Abend zu besuchen. Da es leider auch hier in Berlin auf dem Messegelände oft nur gruselige Mittagsangebote gibt, freute ich mich umso mehr, das am zweiten Abend wir zu zweit ein Lokal ausgesucht hatten, welchen mitten in Charlottenburg am Stuttgarter Platz gelegen, mit einigen kleinen Tischen auf dem Trottoir schon mal sehr einladend wirkt. Da wir nicht reserviert hatten, bekamen wir innen einen Zweiertisch, der sich aber vom Platz sehr angenehm erwies, da wir gut Luft durch das weit geöffnete Fenster hatten, aber auch das Bistroleben im Innern verfolgen konnten.
Lamazère_Gedeck
Das Lamazère hat hier erst seit 2013 geöffnet, aber schon eine Reihe guter Kritiken erfahren, welcher ich mich ohne Einschränkungen anschließen kann. Aber nicht nur die Speisen, welche auf einer großen Schiefertafel präsentiert werden, sondern auch die Weinauswahl, zu einigermaßen normalen Preisen, kann einen fast schon direkt ins Innere der Pariser Bistros versetzen. Wir waren erst der zweite Tisch im Lokal der besetzt wurde, denn bei dem schönen Wetter wollten natürlich alle draußen sitzen. Aber gegen später füllte sich das Lokal noch fast bis auf den letzten Tisch. Der Service war insgesamt sehr freundlich und zurückhaltend, so das wir ungestört unsere Unterhaltung in einem nicht wirklich lauten, weil angenehmer Atmosphäre, fortsetzen konnten. Wir bestellten Vorspeise und Hauptgang, wobei ich mir jeweils einen Wein dazu orderte.
Lamazère_Oefs_aux_pot
Meine Vorspeise  waren in einer Cocotte gedämpfte Eier mit Speck, Kräutern und einem gerösteten Knoblauchbrot. Auf den Punkt gegart, was mit so einer Cocotte auch meist ganz gut gelingt.
Lamazère_Schweinebäckchen
Zum Hauptgang gab es dann ein Schweinebäckchen mit angedünstetem Blumenkohl und grünem Spargel. Ganz zart und perfekt gegartes Schweinebäckchen, wobei der Blumenkohl noch schön bißfest war, und der aufgeschnittene grüne Spargel sich als sehr frisch erweisen sollte.
Meine Bewertung hier an einem sehr gelungenen Abend:
18/20 Punkten


 

1 Jahr Olafs Gourmet Notizen im web

Liebe Gourmet Freunde, Abenteurer und Geniesser,

jetzt ist es bereits 1 Jahr her, das ich meinen Gourmet blog gestartet habe.
Druck

Aus diesem Anlass hatte ich mir kurzfristig ein kleines Menü ausgedacht und drei Freunde zu mir eingeladen, welche meine „Kochkünste“ mit verkosten sollten, und die dazu hoffentlich passenden Weine verkosten.
Was sollte es an diesem Abend also geben?
Amuse Geule: Thunfisch Tartar
Erste kleine Vorspeise: Löffel mit Miniburger von Thunfisch und Ziegenkäse
Vorspeise: Oktopus auf Wildsalat mit spanischer Flagge
Zwischengang: Pilzragout im Blätterteig- Förmchen
Hauptgang: 7 Stunden Lammkeule mit Tagliatelle
Dessert: Maccha-Eis und Blaubeersorbet mit Früchten
Karte_1_Jahr_blog_3
Die Weine dazu:
Champagner Ayala, Brut Majeur
Champagne_Ayala_Brut_Majeur
Die weißen Sorten:
Weißweine_4x
Bod. Ostatu, 2012, Rioja
Franz Haas, 2010, Manna, Südtirol
A. Lageder, 2011, Löwengang, Südtirol
Ch. Smith Haut Lafitte, 1999, Bordeaux, Pessag-Leognan
Die rote(n) Sorte(n):
Domaine_l'Hortus_Magnum_2006
Domaine de l’Hortus, 2005, Pic Saint Loup, Coteaux du Languedoc, Magnum

Die Weingüter habe ich in den letzten Jahren alle besucht und konnte dort einige interessante Entdeckungen machen. An diesem Abend wurde insbesondere der Weißwein Manna von Franz Haas als herausragend gelobt und auch der etwas ältere Rote von Dom. de l’Hortus aus 2005 konnte sich zu dem 7-Stunden Lamm sehr gut behaupten. War ja auch aus der Magnum, welches durchaus positiv zu vermerken war.

Und nun zu den diversen Essensgängen, welche ich mir, bis auf den Hauptgang. der aus einem Kochbuch von Anthony Bourdain stammt, in der Woche zuvor ausgedacht hatte. Zur Sommerzeit, und es war ja gerade auch eine recht heiße klimatische Woche, wollte ich ein paar leichtere und frische Gerichte passend zu den verschiedenen Weißweinen kreieren.

Amuse Geule: Thunfisch Tartar
AG_Thunfisch_Tartar

Erste kleine Vorspeise: Löffel mit Miniburger von Thunfisch und Ziegenkäse
Löffel_Mini_Thunfisch_Burger

Vorspeise: Oktopus auf Wildsalat mit spanischer Flagge
Oktopus_Spanien_Meer_Salat  Oktopus_Spanien_Meer_Salat_Detail

Zwischengang: Pilzragout im Blätterteig- Förmchen
Blätterteig_Pasteten_ungefüllt  Pilzragout_im_Blätterteig_Detail2

Hauptgang: 7 Stunden Lammkeule mit Tagliatelle
7_Std_Lammkeule_Tagliatelle  7_Std_Lammkeule_Tagliatelle_Detail

Dessert: Maccha-Eis und Blaubeersorbet mit Früchten
Maccha_Eis_Blaubeersorbet_Früchte

Zum Abschluß ein paar Worte zum abgelaufenen Jahr, welches mich immer wieder zu interessanten Essens- und auch Verkostungs-Gelegenheiten brachte, welche ich hier auf meinem blog kommentieren konnte. Weinnreise, diverse Weinverkostungen. Hoch- und Tiefpunkte in Restaurants, sowie eine Menge Erkenntnisse im Bereich der eigenen Küche, wo es nicht nur um den Geschmack, oder auch das frische Produkt geht, sondern in Verbindung mit meinem blog um die Fotos, das was ich dann darüber schreiben kann und wie es vielleicht ankommt. Aber insbesondere im Laufe diesen Jahres, wo auch mal wieder viel passiert ist, kam es mir nie auf die reine Präsentation der Gerichte, Weine und Ereignisse an, sonder es geht um Authentizität, Ehrlichkeit, Klarheit und Meinung, die ich dann auch gerne teile mit denen die sich hier und sonst auch mit mir darüber austauschen.


Wer zu diesem Jubiläums-Menü das eine oder andere Rezept haben möchte, schreibe mir einfach einen Kommentar, und ich kann ihm dann etwas dazu schicken.
Auf ein weiteres Jahr mit bon apétit und Prost
Euer Olaf.

Besuch zweier VDP Weingüter in der Region Württemberg

Im August sind zwar klassischerweise auch einige Weingüter wegen der Urlaubszeit geschlossen, doch konnte ich in diesem August zwei VDP Weingüter in Württemberg besuchen, welche ich bisher in dieser Breite und Verkostung so noch nicht kennengelernt hatte.
Das waren das Weingut Wöhrwag in Stuttgart-Untertürkheim und das Weingut Heid in Fellbach bei Stuttgart.
Weingut_Wöhrwag_Schild
Das Weingut Wöhrwag mit ca. 20 ha Anbaufläche ist bereits seit 1999 Mitglied im VDP und baut interessanterweise ca. 44% Riesling hier in Württemberg an.
Weingut_Heid_Eingang
Dagegen ist das Weingut Heid erst seit 2013 Mitglied im VDP und baut mit ca. 8 ha Anbaufläche ebenso mit 23% Riesling an, aber auch einige andere typische Sorten aus Württemberg wie Trollinger, Lemberger aber auch Portugieser.

Weingut_Wöhrwag_Flasche_Trollinger
Begonnen hatte ich beim Weingut Wöhrwag, welches in einer kleinen Gasse in Untertürkheim liegt und  mit einem offenen Innenhof einladend wirkt. Es wurden gerade Drucksachen angeliefert, was aber nicht weiter störte, welche durch den Verkostungsraum ins Büro getragen wurden. Ein freundlicher Empfang begrüßte mich und es ging im Verkostungsraum direkt zu den wesentlichen Weinen dieses Weinguts.
Weingut_Wöhrwag_Verkostung_1
Ich konnte 5 weiße und 8 rote Weine verkosten, welche alle sich in einem ausgezeichneten Zustand präsentierten. Einige Weine waren gerade erst einmal ein paar Woche auf die Flasche gekommen, was aber gerade einmal bei den Holztönen ein wenig hervorkam, aber nicht wirklich negativ zu Tage kam. Ich verkostete insbesondere die Ersten Lagen, welche meist aus dem Jahr 2015 stammten und meist sehr sortentypisch und auch frisch sich präsentierten. Auch gerade die Rieslinge, welche hier vermehrt angebaut werden, konnten wirklich überzeugen und sind wirklich erstaunlich fein von der Säure und dem Fruchtspiel für einen Württemberger. Ich führe das auch darauf zurück, das es in den letzten 10-20 Jahren eine enorm positive Entwicklung in den Kellern, aber auch in der Bewirtschaftung der Weinberge gegebene hat. Bei den roten Sorten konnten mich fast alle verkosteten Reben auf hohem Niveau sehr gut überzeugen und zum Abschluß gab es noch einen Cuvée X, der mit einer Cuvée aus 42% Merlot, 42% CS und 16% CF auch ausgesprochenermaßen in die Richtung Bordeaux cuvetiert wurde und von mir eine Note von 17+ erhalten hatte.


Heid_Portugieser_Fl
Dann mit dem Bus ein paar Kilometer weiter nach Fellbach zum Weingut Heid, welches ebenso mitten in der Ortschaft liegt und mich ebenso freundlich empfangen sollte wie im Weingut zuvor. Erst vor ca. 3 Jahren in den VDP aufgenommen, werden derzeit im Weingut einige Umbauten vorgenommen, was der Qualität der Weine keiinen Abbruch tut. Im Weingut Heid, welches auf ca. 8 ha auf 23% Riesling und weiterhin auf 18% Trollinger, 14% Lemberger und  14% Burgundersorten anpflanzt und weitere Rebsorten wie Portugieser und internationale Trauben im Sortiment hat. Hier konnte ich 5 weiße Sorten und 6 rote Sorten verkosten, welche sich ausgezeichnet präsentierten. Bei den weißen Sorten war mir insbesondere ein Cuvée aus Riesling (2/3) und SB(1/3) aufgefallen, wobei aber auch der reine SB mit einer sehr typischen Struktur aus 2015 sehr überzeigen konnte und von mir ein 17+ erhalten sollte. Bei den roten Sorten ging es mit einem sogenannten „PUE“ los, der mit leichten 11% alc. einen frischen noch leicht mussierenden Sommerwein präsentierten, den man wohl im gleichen Jahr trinken sollte, aber mit feinen Noten doch überzeugen konnte. Bei den roten Sorten konnte mich besonders der Lemberger von 2014 überzeugen, der mit einer feinen Säure und einer kräftigen vollen Struktur und Frucht einen langen Abgang zeigte (17+/20).



 

Fussili mit Zitronensauce, Pilzen und Algen

An einem der Sommerabende gab es bei mir mal wieder einen Sommerteller mit Nudeln, hier Fussili, welche mit einer Zitronensauce, etwas Pilzen und einigen verschiedenen Algen aus meinem Fischladen abgerundet wurden. Das Prinzip dieses Nudeltellers ist eigentlich recht einfach, denn die Sauce wird separat zubereitet, und die warmen Nudeln erst nach Fertigstellung mit der Sauce vereinigt. Das mit den Algen war in diesem Fall ein erster Versuch, denn es gab in meinem Fischgeschäft einige verschiedene Sorten, welche ich zum Teil in schmale Streifen geschnitten und entsalzen habe, um diese nicht zu dominant wirken zu lassen. Der gesamte Teller sollte sich dann folgendermaßen präsentieren:
Fussili_Zitronensalat_mit_Algen  Fussili_Zitronensalat_mit_Algen_Detail


 

Restaurant Besuch im Marais Soir im Westend München

Einer Einladung bin ich gerne Folge geleistet, als mich Freunde in der letzten Woche ins Marais Soir im Westend in München eingeladen haben. Ich war bereits einmal im Lokal vor ca. eineinhalb Jahren mit einer Freundin,  wo wir bereits gut gespeist hatten. An diesem Abend hatten die Freunde einen Tisch für 3 Personen bestellt und wir hatten einen Tisch fast direkt vor der Theke/Bar, wo der Blick in Richtung Ausgang der Küche mich immer wieder gebannt hinblicken ließ. Wir waren einer der ersten Gäste um 19 Uhr an einem wunderbar sonnigen Abend der dann aber mit einem fast komplett gefüllten Lokal zu Ende des Abend enden sollte.
Marais_Soir_Theke
So ging es los in einer angenehmen Atmosphäre wo wir uns gut unterhalten konnte, auch wenn sich das Lokal mehr und mehr füllen sollte.
Marais_Soir_Nebenraum
Der Name Marais Soir leitet sich ab von einem Stadtteil aus Paris, der ursprünglich ein Vorort war und heute mittendrin in der Innenstadt von Paris liegt und u.A. das Judenviertel mit quirligen Strassen und interessanten Cafés im Zentrum von Paris beherbergt. Im 13. Jahrhundert lag dieses Viertel noch am Ostrand der Innesntadt und wurde seither von den Templerorden Mitgliedern aus einem sumpfigen Gebiet trockengelegt. Im Süden begrenzt von der Seine und der Rue Beaubourd sowie der Rue du Renard im Westen begrenzt. Das Viertel hat sich seinen ursprünglichen Flair ein wenig erhalten, denn die großen Umbauten des Architekten Hausmann ging hier im 19. Jahrhundert ein wenig vorbei.
Nun zu unserem Abend in diesem „Pariser Viertel“ in München.

Klassisch wie bei vielen Menüangeboten hatte ich mir ein Menü bestellt, welche in 4 Gängen und einem Preis von 50.-€ recht günstig angeboten wurde. Da wir drei so einen speziellen Weingeschmack haben wollten wir uns die Weine dazu aus der Weinkarte dazu selber aussuchen und orderten dann auch 2 weiße und später noch einen roten aus der Flaschenauswahl.
Marais_Soir_AG_Detail_Quiche
Es ging also los mit einem Amuse Geule, kleiner Gruß aus der Küche, mit einer kleinen Succini Quiche am Spieß mit einer konfierten Tomate. Schmackhaft und leicht und passend sicher auch zum folgenden Menü.

Dann folgte das 4 Gänge Menü in dichter Folge beginnend mit einem
Yellow Fin Thuna mit Wakame und Tataki
Marais_Soir_Thunfisch_Wakame
Sehr schön auf dem Teller präsentiert und auch ausgezeichnet frisch und kühl serviert mit den kleinen Saucendips und einem abgerundeten Geschmack zum sehr fein und nur ganz kurz angebratenen Thunfisch.

Die zweite Vorspeise brachte einen Scampi-Jakobsmuschel-Spieß auf einem Oliven Zitronen Risotto.
Marais_Soir_Jakobsmuscheln_Risotto
Der Teller spielt hier natürlich bei der Präsentation eine große Rolle, wobei der Spieß nicht so wirklich zur Geltung kommt. Das Risotto ordentlich, aber nicht wirklich hervorragend, was aber insgesamt rund und ausgewogen wirkte.

Dann ging es zum Hauptgang mit einem Weide Kalb Medaillon mit Pfifferling Persillade.
Marais_Soir_Weide_Kalbsmedaillon
Das Medaillon etwas versteckt unter den Pfifferlingen und dem dünn gehobelten roten Beeten Streifen. Die Persillade war somit etwas untergegangen, wobei die kleinen Kartofdfelhäubchen recht passend die Pfifferlinge mit der Sauce ergänzten. Somit bisher ein recht ausgewogenes und rundes Menü, was sich mit den entsprechenden Weinen ganz gut zum Abend gesellte und ein wohliges Gefühl im Laufe des Abends abrundete.

Dann gab es ja noch den Nachtisch/Dessert, welcher sich mit einem Aprikosen-Rosmarin Crumble und einem Vanille Eis präsentierte.
Marais_Soir_Dessert
Na-ja! Das Vanille Eis paßt zwar dazu, aber der Crumble, der wunderbar sich zu den Aprikosen gesellte, wollte sich nicht wirklich so gut zu dem Eis gesellen. Eigentlich ein wenig zu süß in manchen Teilen, aber sonst auch wieder fast zu viel nach den 3 Gängen mit dem Amuse Geule vorneweg.

Insgesamt ein sehr gelungenes Menü mit feinen Abstimmungen und kleinen Schwächen in den Details. Sehr entspannt konnten wir den Abend genießen, was eigentliche sehr für den Gesamteindruck spricht. Meine Bewertung gesamt: 17/20 Punkten.