Archiv der Kategorie: Specials

Geburtstagsfeier in Berlin mit Wohlfühleffekt und australischem Catering

An einem der letzten Wochenenden war ich auf einen 60 ten Geburtstag in Berlin bei einem Kollegen eingeladen, der in einer tollen Location mit ca. 30 Personen seinen 60 ten Geburtstag feiern konnte.

Die weitgereisten Gäste kamen nicht nur aus Deutschland, sondern auch weit gereist aus den USA.

Der Hit an der ganzen Feier war aber sicher auch das Catering einer australischen Köchin, welche derzeit in Berlin in einem Lokal mitarbeitet und für diese Feier engagiert wurde.
Geb_Frank_Polly_Rose_Kennedy
Polly Rose hatte mit dem Gastgeber ein 5-gängiges Menü vorbereitet, und am nächsten Tag gab es dann ab 10.30 Uhr ein reichhaltiges Brunch mit Quiche und feinen Köstlichkeiten bis zum Erdbeer-Geburtstagskuchen, welcher dann zum Schluß der Feierlichkeit vom Geburtstagskind angeschnitten und verteilt wurde. An einer sehr langen rustikalen Tafel konnte Platz genommen werden und wir stocherten zunächst einmal in Olivenschälchen herum, wozu die ersten Gläser geleert wurden. Nach dem Begrüßungsgetränk setzten wir uns an die große Tafel und es ging nach den ersten Gesprächen los mit den Vorspeisen aus der Küche ein Stock höher.
Geb_Frank_große_Tafel   Geb_Frank_Tafel_4Plätze
Wir starten mit einem Caponata aus Aubergine, Sellerie, Pinienkernen, Tomaten, Kapern, Zitrone und Rucola.
Geb_Frank_Caponata_Detail
Die zweite Vorspeise zeigt sich gekonnt platziert auf dem Teller als Aubergine und Tomaten Tortino. Hier begleitet mit Büffelmozarella und Basilikumpesto.
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Der nächste Gang wirkt schon richtig edel auf dem Teller und könnte auch mit jeder Sterneküche konkurrieren. Marinierter Thunfisch auf Mohrrübencrème mit Kurkuma und  schwarzem Kaviar.
Geb_Frank_E_8_marinierter Thunfisch
Der Hauptgang ging dann in die Fleischfraktion und zeitigte mit dem Namen: Entenkonfit mit karamelisiertem Orangen und gebratenem Radicchio. Sehr schön zart konfiertes Fleisch und ausgezeichnete Beigeschmäcker der Orange und ein wenig deftig bitteren Radichio.
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Der Dessert zu fortgeschrittener Stunde konnte das Abendmenü recht gut abrunden. Pistazien-, Orangen-, Kardamom Tarte. Dieser Dessert ergänzte dann ein kleines Schokoladen Mousse und ein Ingwer Mascarpone.
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So sah dann die Menü Karte aus, wenn es auch kleine Abweichungen bei der Umsetzung gab, welche sich in keiner Weise auf die Stimmung der Gesellschaft niederschlug.
Geb_Frank_SpeiseKarte
Am nächsten Morgen gab es dann noch den obligatorischen Geburtstagskuchen, der vom Geburtstagskind dann noch eigenhändig anzuschneiden war.
Geb_Frank_Sonntagstorte_anschnitt


 

Bar + Bistro Kleines Kameel

Bar+Bistro Kleines Kameel im Zentrum von München

An einem Samstag Mittag war ich zum zweiten Mal in dem Lokal Bar+Bistro Kleines Kameel im Hofgraben 3 im Zentrum von München, gleich hinter dem Rathaus. Zur Straße ein Fenster und die Glastür, welche man nur erreicht, wenn man die gewundene kleine Treppe vom Trottoir hochsteigt. Aber auch dort stehen ein paar kleine Terrassentische mit Stühlen für die Gäste, direkt an der Straße des Hofgraben, welche zum Glück nicht so besonders stark befahren ist. Der Name kam mir schon bei meinem ersten Besuch bekannt vor und auf Nachfrage stellte sich auch heraus, das dieser Name dem schwarzen Kameel in Wien, ein sehr traditionelles und ganz besonderer Anziehungspunkt für alle Personen die gesehen und gesehen werden wollen, entlehnt wurde. Jetzt also hier in München auch ein Kameel, wenn auch nur ein namentlich Kleines. Die beiden Betreiberinnen, welche das Lokal vor einigen Monaten übernommen haben, sind dem grundsätzlichen Konzept einer italienischen Küche treu geblieben und bieten auf einer kleinen Karte einige Gerichte an, welche sich mit den Weinen auf der Getränkekarte gut ergänzen.

Kleines_Kameel_Karte   Kleines_Kameel_Besteck

An diesem Samstag bestellte ich mir ein Scaloppine mit Pfifferlingen und Gemüse, welche mit einer ordentlich gewürzten Sauce serviert wurde. Beim Service kam dann gleich noch die Frage, ob noch ein wenig frischer Pfeffer aus der großen Pfeffermühle gewünscht ist, was ich dezent bejahen konnte. Insgesamt ein sehr gut gewürztes Gericht mit den kleinen Pfifferlingen und einem auch gut knackigem Gemüse, welches ebenso ausgezeichnet zum Fleisch und dem Gericht paßte. Trotz kräftiger Note wirkte das gesamte Gericht nicht schwer. Vielleicht weil gerade Pfingstferien waren, und auch noch schönes Wetter, konnte sich das Lokal kaum füllen, was für die Lage sicher auch erstaunlich ist. Insbesondere für einen Mittagsimbiß nach einem Stadteinkauf oder Bummel sehr zu empfehlen. Zumal die Weinpreise sich deutlich von einigen umliegenden Lokale positiv abheben und bei unter 5.-€ für das 0,1 l Glas liegen. Das wird wiederbesucht.

Kleines_Kameel_Scallopine_Pfifferl_Gemüse

Restaurantbesuch im Werneckhof in München Schwabing

Werneckhof_Logo An einem der vergangenen Samstag Abende besuchte ich mit meinem Bruder, zu seinem Geburtstag das 1* Lokal Werneckhof in München Schwabing. Dort koch seit ein paar Jahren der Japaner Tohru Nakamura und die Restaurantleitung hat vor einiger Zeit Julia Pleintinger übernommen. Reservierung übers Telefon eine Woche zuvor war unkompliziert und wir erreichten das Lokal pünktlich zu 19.30 Uhr am Abend als wir reserviert hatten.

Nach einer herzliche Begrüßung und der Platzierung am Tisch gab es gleich die erste kleine hochformatige Karte mit der Überschrift „Kulinarisch begrüßen wir Sie mit: Aji-Norirolle, Fritto Misto (Romanesco Dip) und Entenleber (Nashibirne).
Werneckhof_AG_1
Dann wurde uns die große Karte mit den Menüs gebracht, das bestellte Wasser serviert und auf Nachfrage auch die Weinkarte gereicht. Während wir noch die Speisen auf der Karte studierten wurden schon diese ersten drei Anuse Geule serviert, welche ausgezeichnet mundeten und richtig Appetit auf mehr machten. Wir nahmen jeder ein 5-Gänge Menü von verschiedener Zusammensetzung.

Dann folgte die zweite „Lage“ an Amuse Geule auf dem Tisch welche sich aus drei Schälchen zusammensetzte mit folgendem Inhalt:
Werneckhof_AG_3
Iberico Kinn (Feige und Sellerie), Chawanmushi und Dashi. Geschmacklich wieder eine Entdeckung und sehr ausgewogen, eben recht japanisch, aber mit geschmacklichen internationalen Einflüssen, da in Japan sicher noch weniger kräftig von der Gewürzseite her gearbeitet wird.

Wir hatten inzwischen unsere Menüs bestellt und dann hielten wir unsere Nasen in die Weinkarte, welche in einem ca. A4 Querformat daherkam und sich als recht umfangreich herausstellte. Kein Wunder denn der Werneckhof gehört zur Familie Geisel, welche im Königshiof auch den Weinhandel in der gleichnamigen Weinhandlung betreiben. Wir orderten eine Flasche aus Österreich vom Weingut Gross, welche uns zum angekündigten Menü als durchaus passend erschien. Und zum Hauptgang sollte es dann eine kleine Flasche aus dem Burgund sein vom Weingut Rossignol-Trapet, welche ebenso sehr gut als Abrundung zu den Speisen und dem Hauptgang passen sollte.

Mein Menü bestand also aus folgender Reihenfolge:

Provence Spargel I Gillardeau Auster, Leindotter und würzige Dashi
Werneckhof_Spargel

Steinköhler I Petersilienwurzel, Kapuzinerkresse und Herzmuschel-Sakejus
Werneckhof_Steinköhler

Rochen I Artischocke, Koriander und Pinienkerne
Werneckhof_Rochenflügel

Lozère Kalb I Morcheln, Räucheraal und Kalbsschwanzkrokette
Werneckhof_Hauptgang_Lozère_Kalb

Erdbeere I Waldmeister und Dulce de Leche
Werneckhof_Dessert2

Nach Abschluß mit dem Dessert gab es bei mir dann einen Espresso, wozu ein sogenanntes süßes Ende gereicht wurde, welches aus folgenden kleinen petit four bestand:

Madeleine, Macaron, Praline, Douglasien Joghurt und ein Honig-Haferchips

Das Lokal hat 2 Räume und ist von der Einrichtung her nicht wirklich modernisiert worden, sondern wirkt mit seinen vielen Holvertäfelungen wie aus der Mitte des letzten Jahrhunderts entsprungen, was aber der Atmosphäre eine wirklich komfortable Akustik und Geborgenheit vermittelt. Auch die Beleuchtung, welche sehr gezielt für die einzelnen Tische gewählt ist kann man sich ganz auf das was da aus der Küche präsentiert wird sich voll und ganz hingeben. Ein kleiner Beleg dafür ist dieses Foto eines knapp eingeschenkten Rotweinglases mit seinen Reflexionen auf der weißen Tischdecke.
Werneckhof_Glasreflektionen
Insgesamt eine sehr gelungener Abend mit einer ausgezeichneten Küchenleistung, welche ich noch höher bewerte als einen Michelin Stern, und ein Service, der weder aufdringlich noch irgendwie zu sehr zurückhaltend wirkte. Mit dem Sommelier kamen wir schnell ins Gespräch, da ein Stichwort zu dem Geschirr von meinem Bruder gleich der Auslöser war für eine weiterführende Unterhaltung auch in französischer Sprache.

Die Speisenfolge dieses 5 Gänge Menüs waren für mich sehr stimmig aufeinander abgestimmt und konnten mit seinen feinen Nuancen an Geschmäckern immer wieder neue Entdeckungen auf dem Teller hervorrufen. Nur war leider der Hauptgang bei mir mit dem Lozère Kalb ein wenig fest vom Fleisch und nicht wirklich zart wie Kalbfleisch.

Meine Bewertung: 18,5/20 Punkten


 

Frühlingsmarkt von Slow Food in München

Slowfood_Markt_Schild
Unter dem Motto „der Frühlingsmarkt“ hatte Slow Food in München zu einem Markt mit diversen Anbietern aus der Kulinarik Branche in die Mixed Munich Art Location in der Katharina-von-Bora-Str. 8a, eingeladen. Ich war fast überpünktlich am Samstag dort und etwas erstaunt, das noch kräftig im Innenhof aufgebaut wurde. Nach nur leicht verspätetem Einlass für 3.- € steuerte ich erst die Kellergewölbe dieser Event Location an, wo sich einige Anbieter mit Slow Food Hintergrund präsentierten. Da waren 2-3 Weingüter, eine Brennerei, ein Kaffeeröster und diverse Anbieter von Marmelade in Gläsern, aber auch klassische Anbieter von Markenprodukten, die sich den Mantel von Slow Food umhängen trotz Ihrer Größe. Geschmacklich und inhaltlich sollte jeder selber urteilen ob das auch noch dazupaßt. Generell war das Angebot an Anbietern und Ständen recht übersichtlich, da der Platz in der unterirdischen Halle doch beschränkt ist. Konkret gesagt nicht zu vergleichen mit einem richtigen Markt, der Woche für Woche mit unterschiedlichen Angeboten die Kunden betreut. Allerdings kann man hier kompakt an 2 Tagen ein tatsächlich alternatives Angebot zu den Wochenmärkten in der Stadt entdecken, da hier auch z.B. die Winzer und Anbieter von Produkten auftreten, welche die Köstlichkeiten herstellen, und auch direkt befragt werden können.
Somit steuerte ich zunächst einen Weinstand an, welcher mit einem omnipräsenten Winzer hinter dem Tisch aufwarten konnte, der mir dann auch drei seiner Riesliche und einen Weißburgunder verkosten ließ.
Slowfood_Markt_Jakob_Christ  Slowfood_Markt_Christ_R93
Jakob Christ aus dem gleichnamigen Weingut wartete mit den Rieslingen aus 2013 und 2014  zwischen 8,50 € und 10,50 € auf, welche recht Säurebetont aber mit feiner Struktur und langem Nachhall aufwarten konnten. WB aus 2014 ebenso mit 8,50 € konnte mich nicht so wirklich überzeugen. Dann zu einem Garagenwinzer Namens Betz aus Frickenhausen am Main, der mich mit seinen Silvanern und dem Riesling nicht wirklich überzeugen konnte.
Einen Gang an die Oberfläche um etwas frische Luft zu schnappen konnte nach mehr als einer Stunde Öffnungszeit kaum mehr Aktivitäten im Innenhof zeigen als zu dem Zeitpunkt da ich kurz nach 13 Uhr Einlass gewährt bekam. Also nochmals in den Keller und zum Abschluß eine Brennerei ausprobiert, wo ich feststellen mußte, daß diese aus dem Weinort Castell stammte, aber von einem Architekten seit ein paar Jahren betrieben wird. Angeboten werden verschiedene Obstbrände von Mirabelle, Birne, Apfel und Kirschen, wobei ich mir einen Riesling Trester genehmigte. In der Nase bereits ein sehr feiner Duft nach diversen Tönen mit frischen Noten nach Frucht, kernigem Obst, fasz schon etwas Holzig und im Geschmack am Gaumen dann sehr elegant und strukturiert, was auf einen mehrfachen Brand Durchgang schließen läßt. Recht elegant und auch komplex im Abgang und zart, sowie wenig alkoholisch wirkend. Fein.
Slowfood_Markt_innen


 

Bier, Macht, München – eine Ausstellung

Plakat_Bier-Macht-München
Seit 8. April 2016 läuft im Stadtmuseum München eine Ausstellung im Jubiläumsjahr des Reinheitsgebotes, welches vor 500 Jahren den zunächst Münchener Brauern zugrunde gelegt wurde. Es ist also streng genommen in Münchener Reinheitsgebot, welches jedoch später auf alle bayerischen Brauereien angewandt wurde.

Die Ausstellung ist im 1. Stock in einigen Räumen untergebracht, so das man sich ohne Probleme 2 oder auch 3 Stunden darin informieren kann, wenn auch in diesem Fall leider nur trocken.

Es wird ausführlich über die Beginne der vielen kleinen Brauereien in München informiert, und wie deren Geschichte in den letzten Jahrhunderten sich dann fortsetzte. Es gab insbesondere in den Zeiten de Ersten und Zweiten Weltkrieges einen starken Rückgang des Bierkonsums, der dann ab dem Jahr ca. 1950 zu einer starken Konzentration und Veränderung der Brauereistruktur in München geführt hat. Aber interessanterweise geht es mit einigen kleinen neuen Brauereien in Bayern und inzwischen auch weltweit mit der Braukunst und deren Produkten im Bereich Craftbeer, wieder bergauf mit Neuen Wegen.

Die Ausstellung zeigt eine Menge historische Dokumente von Gebäuden, Brauereigaststätten, Biergärten und technischen Möglichkeiten wie die Entwicklung der Kühlung von Bier, was sonst zu schnell verdirbt. Die heutigen Entwicklungen werden allerdings für meine Begriffe ein wenig zu knapp beschrieben und dargestellt.

Parallel zu dieser Ausstellung gibt es seit dem 13. April 2016 eine Ausstellung im jüdischen Museum, gleich gegenüber auf dem Jakobsplatz, zum Thema Jüdischer Braugeschichte, mit dem Slogan, „Bier ist der Wein dieses Landes“.
Die werde ich dann in den nächsten Wochen mal besuchen.
Also dann frei nach dem Motto: O’zapft is!


 

Restaurantbesuche in Melbourne

Der etwas längere Aufenthalt in Melbourne veranlasste mich an einigen Abenden ein paar typische Lokale aufzusuchen, welche ich in speziellen Reiseführern, aber auch in den einschlägigen Feinschmecker Journalen gefunden hatte. In Melbourne hat sich da im Bereich des Business Distrikts eine sehr abwechslungsreiche Scene entwickelt, da noch nicht alle alten Bauten abgerissen und von Hochhäusern ersetzt wurden, hat sich hier eine gewisse Subkultur mit vielen Graffitis an den Wänden, kleinen Weinbars, Lokalen in Souterrains und alten Mauern gebildet. An 2 Abenden besuchte ich also mit einem Tag Abstand die 2 Lokale CODA und TONKA, welche vom selben Betreiber gegründet wurden, und nur ca. 100 m auseinander, jeweils in einer kleinen Seitenstrasse bzw. in einer fast unbefahrbaren verwinkelten Seitengasse sich befinden.

CODA_Interior2_01_03_16   CODA_Interior_Kueche
Zunächst war ich am zweiten Abend im Lokal CODA, welches in einem Souterrain liegt, der Eingang in einer kleinen Nebengasse, dafür wird man in Australien um so freundlicher begrüßt mit „Welcome, how are you“ etc. Ich bekam am Bartresen einen Platz, wo der Blick in die offene Küche zeigte, wie quirlig der Küchenbetrieb bereits um 18.30 Uhr auf Touren lief. Es waren auch schon einige andere Gäste an den Tischen und so lief der Betrieb schon auf vollen Touren. Wo ich mich hier zum wiederholten Male wunderte, wieviel Personal, nicht nur in der Küche, sondern auch im Service zugange ist. Für ein Lokal wie diesem mit ca. 60 Plätzen rannten bestimmt meist 6-8 Personen im Service herum und in der Küche kamen auch nochmals ca. 6-8 Personen dazu.

Interessant auch wie die Speisekarte aufgebaut ist. Die Karte weist so ca. 15 Positionen unter „Smaller“ aus, dann ca. 8 Positionen unter „Bigger“ und einige Positionen unter „On the side“. Dann folgt noch „The sweet stuff“ und „Cheese“. Das wars dann mit der Speisekarte in Schreibmaschinenschrift, was auch den Charakter einer oft wechselnden Karte mit sich bringt. Sehr interessant allerdings auch die Weinkarte, welche hier in einem guten Lokal schnell einmal 20-30 Positionen an offenen Weinen ausweisen kann. Meiner Beobachtung nach wird hier auch wirklich Wein zu den Speisen getrunken. In diesen beiden Lokalen hier gab es dann auch richtig gute Gläser zu den Weinen, was heißt entweder große Riedel Gläser oder im TONKA zu einem Wein auch Gabriel Gläser. Das war auf den Weingütern meiner ersten Tour in Melbourne und Umgebung leider nicht immer der Fall.

Hier nun die Beispiele meiner Auswahl:

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Austern aus der Gegend

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Reisteigrolle gefüllt. Dabei ein Kohlblatt mit frischen Kräutern und einem asiatischn Dip.

CODA_Lammkotelett_Dinner
Lammkotelett


 

2 Abende später führte mich mein Weg dann ins Nachbarlokal TONKA. Auch hier eine offene Küche, wo zum Teil noch direkt hinter dem Tresen gebrutzelt, gerührt und angerichtet wurde. Sehr aufmerksamer Service und wirklich schnell, obwohl sich das mit ca. 70 Plätzen Lokal nach einer Stunde fast gefüllt hatte.

Hier gab es dann als „Smaller“ folgende Abfolge:
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Hühnerleberparfait, als Nocke ausgebildet mit geröstetem Brot und Nüssen sowie Trauben.

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Thunfisch Tartar mit Reis Pappadum

Tonka_Oktopus
Dann ein Teller mit Oktopus der mit Rettich, feinen Salat und Papaya angemacht war.

Tonka_Ente_RoteBeete
Als Hauptgang dann ein Entenschlegel mit roter Beete und Salat.

Melbourne, Queen Victoria Market

Auf meiner Weinreise in der Region Neuseeland und Australien war ich in Melbourne angekommen, und besuchte am zweiten Tag des Aufenthaltes in Melbourne den Queen Victoria Market, der am Mittwoch Abend einen besonderen Öffnungstag ab 17 Uhr hat. Der sogenannte Night Market. Der Queen Victoria Market besteht aus alten Markthallen, welche aus gußeisernen Säulen mit Überdachungen besteht, ähnlich der Schrannenhalle in München, und erstreckt sich aber auf einer Fläche von ca. 6 ha. Jeden Mittwoch Abend ab 17 Uhr gibt es im Sommer einen Night Market, der mit vielen Imbißbuden, die ja heute eher Street food genannt werden, die herbeiströmenden Menschen versorgt. Neben den Verköstigungen gibt es aber auch einigeKunsthandwerker und allerlei Krims Krams inclusive der Klamotten Stände, welche sehr unterschiedliche Waren anbieten. Das sehr vielfältige Angebot an unterschiedlichen kulinarischen Genüssen zeigt hier bereits, das die Scene der Street food Aktivisten wohl schon recht lange Einzug gehalten hat. Da geht die Vielfalt von Korea, über China, von Spanien bis zum Balkan, sowie in der Getränkeauswahl eher lokal mit der Weinen und dem Bier aus den lokalen Regionen. Hier zur Anschauung nur ein paar wenige Beispiel von den Ständen, welche ich dort alle vorgefunden habe.

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Selber hatte ich mir dann zunächst ein lokales Bier besorgt, und dann
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gab es bei einem koreanischen Stand noch 2 Hühnchenspieße mit 2 Reispapierrollen mit Nudeln und Grünzeug gefüllt. Waren insgesamt recht schmackhaft angemacht und mit einer guten Sauce versehen. Im Töpfchen darunter versteckt.
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Hier noch ein paar Eindrücke aus den Hallen der anderen Stände:

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Dim Sum bei einem weiteren Koreaner

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Halumi Käse verarbeitet

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und Paella in großen Mengen.

Ganz besonders interessant das Angebot an einem koreanischen Stand, die eine Kartoffel im rohen Zustand in eine Spiralförmige Form aufschnitten, das Ganze dann auf einen Spieß fädelten,  mit einem wogl Temura Teig versahen und kurz in heißen Fett ausfrittierten. Die Menschen standen richtig Schlange nach diesem neuartig angerichteten Produkt.
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Restaurantbesuch im TIAN

An einem Samstag-Mittag war ich mal wieder im TIAN. Das vegetarische Restaurant direkt am Viktualienmarkt in München, in der Frauenstrasse, ist im Erdgeschoss eines neu erbauten Hotels, welche aber nicht direkt zusammengehören. Bei den vorhergehenden Besuchen war ich zum Teil überrascht, enttäuscht, aber immer wieder auch freudig angetan über die Qualität, was man aus so einer Küche mit vegetarischen Produkten machen kann.
Das Restaurant war mittelgut besucht, im vorderen Teil, welchen mit großen Fenstern auf den Viktualienmarkt blickt, waren so ca. die Hälfte der Tisch mit Gästen besetzt.
Es gab schnell die Karte und auch am Samstag bietet die Küche drei verschiedene Menüs zu 29.-/39.-/ und 49.- E an welches in der Reihe mit 3, 4 und 5 Gängen angeboten wird.
Ich wählte eine 3 Gang Folge welche dann wie folgt daherkam:
Vorspeise:
Chicorée / Buttermilch / Kräuter / Cashewkerne.
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Der Chicorée war kräftig angebraten, die Buttermilch sehr sämig und schön abgeschmeckt, was wunderbar zueinander harmonierte. Die Kräuter deckten allerdings die beiden Zutaten recht dicht zu, so das es erst freizuschaufeln war. Die Cashewkerne brachten einen gewissen Chrunch dazu.
Hauptgang:
Steckrübe / Wirsing / Sellerie / Trüffeljus.
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Dann der Hauptgang, welcher optisch sehr ansprechend serviert wurde. Auf einem Wirsing welcher sehr fein geschnitten mit Rahm und Jofgurt wohl angemacht war und fein gewürzt. Darauf ein kleiner „Klotz“ von Steckrüben, welcher fein geraspelt war und fast wie ein Gratin pber gut geröstet auf dem Wirsing saß. Darauf als Nocke ein Selleriepürée und die Deko mit frittierten Wirsingblättern. Die Sauce wurde zwar als Trüffelsauce deklariert, wovon allerdings wenig zu schmecken war. Insgesamt der Hauptgang aber eine runde und gut abgeschmeckte Variation.
Dessert:
Schokolade / Joghurt / Birne / Granatapfel.
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Ein Birnenmus in einer Schokoladenhülle mit einer fein säuerlichen Joghurtnocke obenauf und die fruchtig feinen Granatapfelkerne wollten gut und fein harmonieren. Ein wenig Minze und ganz dünne Schokoplättchen welche knackig einen Kontrast zu den weichen Komponenten bildeten.

Insgesamt muß ich sagen habe ich bei recht gutem Service einmal wieder ausgezeichnet gespeist. Es gab 3 offene Weine auf der Speisekarte. 1 Grüner Veltliner, 1 Riesling und ein Pinot Noir. Zum Dessert wurde mir dann aber noch ein Gläschen Beerenauslese vom Weingut Fritsch aus dem Burgenland angeboten, der ganz ordentlich zum Dessert paßte. Der Grüne Veltliner wurde aus der Magnum ausgeschenkt, den ich zur Vorspeise verkostete und den Pinot Noir konnte ich zum Hauptgang genießen. Insgesamt ist die Weinauswahl an offenen Weinen ein wenig dürftig, wobei der Süßwein erst gar nicht auf der Karte stand.
Mein Gesamturteil fällt insgesamt so aus: 16/20 Punkten.


 

The Table – eine neue food Zeitschrift?

Im Untertitel – Kevin Fehling.
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Also ist damit schon fast alles gesagt, und doch wieder fast nichts.

Ein neues Foodmagazin ist das sicher nicht. Im Editorial von Kevin Fehling, welches mit „Willkommen“ betitelt wird, wird das eigene einzigartige Konzept des The Table in Hamburg herausgestellt. Er möchte Einblicke in kulinarische Künste schaffen, über Wein und Whisky schreiben und schreiben lassen, und Ausflüge in die Themen Kunst, Mode und andere Genussthemen anschneiden.
Was auffällt, und somit erst einmal nicht als Food Magazin daherkommt, ist das jegliche Fehlen von Kochrezepten. Es werden Abbildungen gezeigt von zubereiteten Gerichten aus dem The Table, Interviews geführt mit dem Koch und dem Sommelier des Lokals und ein Bericht zum Mitarbeiter Essen gegeben. Allerdings, und jetzt zur Ausstattung der Zeitschrift, habe ich hier meine Zweifel, ob die Ausstattung zum Konzept des The Table wirklich paßt. Das etwas gelblich-graue Naturpapier läßt fast alle Fotos recht blaß aussehen, und die Klebebindung bei einem Seitenumfang von 100 Seiten ist so hart, das sich die Seiten nicht wirklich flach öffnen lassen und die Seiten genießen. Auf einer Doppelseite werden Kunst- Architektur- und Kochbücher besprochen. Advertorial auf einer Seite zu einer Biermarke – na ja, wenn’s sein muß. Werbung auch auf einigen Seiten, aber sonst läßt sich so etwas ja nicht finanzieren. Also mein erster Eindruck ist, das hier primär Stimmung und Emotionen geweckt werden sollen, insbesondere für das wie im Titel benannte Lokal The Table. Zwei Kollegen von Kevin Fehling werden auch noch portraitiert, bzw. kurz besprochen: Hendrik Otto vom Adlons Eßzimmer und Matthias Diether vom First Floor Palace Hotel, beide in Berlin. Ärgerlich zum Schluß allerdings die Bildunterschriften, denn die sind in Versalen und dann auch noch kursiv gesetzt, und besonders unleserlich, wenn die Zeilen mitten im Foto stehen.


 

Kochler Stuben, Wiedereröffnung in Kochel am See

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Am Dienstag ist es soweit, das das Lokal des Heimatbühnen-Restaurants in Kochel am See, die Kochler Stuben, nach einer Rundum Erneuerung im Gastraum un der Küche wiedereröffnet wird. Wer aber denkt, das nur die Optik eine Runderneuerung erfahren hat, der sieht sich gewaltig getäuscht. Die neuen Restaurant Betrieber Laurent Pigault und Thorsten Konrad haben eine umfangreiche Erbeuerung auch im kulinarischen Bereich umgesetzt. Es steht z. B. der französische Klassiker wie die Bouillabaisse auf der Karte. Aber sicher gibt es auch bayerische Klassiker.
Kochler Stuben_Tageskarte
Kochler Stuben_innen_1
Kochler Stuben_Küchenzugang
Am Dienstag dem 8. Dezember 2015 ist Wiedereröffnung, was wir in einer geladenen Runde am Freitag Abend genüßlich vorverkosten konnten. Es gab ein großes kaltes Büffet und dann servierte das Servicepersonal einige warme Schmankerl wie Ochsenbacken,  Kürbissuppe, oder Entenstreifen aus der Küche.
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Ich wünsche dem Team viel Erfolg, insbesondere, wenn der Sommer kommt, und dann auch der Biergarten wieder zu seiner vollen Geltung kommen kann.
Kochler Stuben_Küche
Laurent beim Anrichten der Desserts.