Kategoriearchiv: Wein

Australien, der elfte und letzte Tag meiner Weinreise auf der Südhalbkugel

Der elfte und letzte Tag meiner Weinverkostungen in der „Neuen Welt“ was so gesehen gar nicht so falsch ist, denn auch hier in der Gegend um Melbourne wird erst seit gut 30-40 Jahren Wein angebaut. An diesem Tage sollte es in die Region Mornington Peninsula gehen, die ca. südlich von Melbourne auf einer großen Halbinsel gelegen zwischen dem Südpolarmeer und der Bucht von Melbourne liegt. Diese Tagestour machte ich mit einem anderen Veranstalter, was auch recht gut war, denn der mit dem ich im Yarra Valley war, konnte mich von seiner Organisation her nicht überzeugen. Dafür umso mehr der Tourveranstalter mit Namen vinetrekker, welcher in drei Weinregionen um Melbourne Tagestouren veranstaltet, und auch mehrtägige Touren in 4 weitere Gebiete um Melbourne. Wir sollten an diesem Tag 3 Weingüter, einen Chocolatier und zum lunch einen General Wine Store mit recht guter Küche besuchen. Da die Weingüter nicht so direkt an die Stadt angrenzen, geht die Tour erst einmal in einem Kleinbus für ca. 1 Stunde in den Süden Richtung Küste und in die Region Mornington Pensinsula. Losgehen sollte es mit einem sehr interessanten Weingut, Familienbetrieb, der gerade einige Tage zuvor in der amerikanischen Weinzeitschrift Decanter den 2. Platz mit seinem besten Pinot Noir belegt hatte. Den ersten Pltz hatte der Deutsche Jan Stodden belegt. Die Verkostung beim Decanter bezog sich auf alle Pinots außerhalb des Burgund.

Nun zu der Verkostung bei Moorooduc Estate im Einzelnen:

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Wir konnten insgesamt 4 weiße und 5 rote Weine verkosten. Die weißen sollten in diesem Falle alle beim Chardonnay bleiben, welche ich insgesamt als sehr gelungen bewerten konnte. Meine Bewertungen von 16-17+/20.

Moorooduc_Estate_Verk
Dann aber zu den Pinot Noir und einem Syrah zum Schluss, welche wirklich von ausgezeichneter Finesse und Eleganz strahlten. Die Pinots insgesamt eine sehr komplexe Angelegenheit, wobei die Eleganz nicht fehlte. Wir konnten noch den ausgezeichneten Pinot Noir als wohl einer der Letzten mit verkosten, und er sollte meine Bewertung folgendermaßen erhalten.

Pinot Noir Garden Vineyard 2013. Super Nase mit feinen Noten, sehr schöne komplexe Noten, super lange Struktur mit dunklen Beeren, sehr feiner Abgang und elegantes Fruchtspiel am Gaumen. (18-19/20)

Moorooduc_Estate_Verk_2
Der Syrah aus 2013. Die Nase mit einem salzigen Ansatz und einem Geschmack welcher an Salicorne erinnerte. Rund ausgewogen, sehr gut eingebundene Tannine mit Apfelnoten. (17+/20)


 

Als nächstes ging die Fahrt zu Yabby Lake, welche auch noch ein zweites Weingut namen Heathcote Estate betreibt. Ein modern eingerichteter Betrieb mit gleich zum Verkostungsraum anschließendem Restaurant. Insgesamt werden ca 100 Acres angebaut und unter ganz unterschiedlichen labels vermarktet. Wir konnten hier 3 weiße und 2 rote Sorten verkosten.

Yabby_Lake_Winery_Verk
Bei den weißen gab es erst einmal einen Sparkling Wine, einen Pinot Gris und dann einen Chardonnay, der für mich einen Fehler hatte. Rote Sorten wie üblich Pinot und Syrah die beide aus 2014 recht gut wirkten in Ihrer Struktur und Komplexität.

Yabby_Lake_Winery_Lagen


Schließlich ging es vor dem Mittagessen in einem Wine Store noch zu einem kleinen Weingut namens Quealy Winery, wo wir einen bunten Reigen sehr unterschiedlicher Traubensorten verkosten durften. Die Weinmacherin auf diesem Weingut ist zugleich auch Master of Wine und experimentiert wohl gerne mit Trauben, Vergärungen, aber auch Gebinden, was die 3 großen Tongefäße im Keller belegten. Die verkosteten Wein sollten sich wie folgt darstellen.

Quealy_Winery_Schild
Es begann mit einem Sparkling Wine aus der Traubensorte Muscat de Alexandre. Die Nase wie ein Gewürztraminer, aber am Gaumen dann recht würzig und trocken.

Quealy_Winery_Tongefaesse
Dann gab es einen weißen Cuvée aus Ch, PG, Riesling, Muscat und Friolani. Sehr feine frische Note und trockener Gaumen mit schöner Säure und guter langer Frucht (16+/20).

Als nächstes ein Pinot Gris mit sehr feiner Nase, und guter Säure am Gaumen. Die lange große Dichte und schöner Struktur zeigt sich bei hoher Komplexität am Gaumen und im Abgang (17+/20). Ein weiterer Pinot Gris wurde von mir noch besser bewertet.

Dann ging es zu den roten Sorten.

Quealy_Winery_Maische_1
Quealy_Winery_Maische

Ein erster Pinot Noir mit leichter Nase, und frischer Frucht zeigt eine sehr schöne komplexe Note am Gaumen (16+/20)

Dann gibt es einen Nebbiolo der mit seiner sehr kräftigen Nase eine sehr kräftige Präsenz zeigt und eine ausgewogene schöne Traubenreife zeigt. (17/20)

Dann gibt es einen Rosé von rotem Muskateller. In der Nase eine feine Rosennote mit schönen süßlichen Fruchtnoten am Gaumen (16+/20)

Zum Abschluß ein süß ausgebauter weißer Muskateller der als „late harvest“ aus 2011 stammte. Etwas verhaltene Nase, komplexe Frische mit nicht zu süßen Noten im Abgang. Ordentlich gemacht, aber kein Highlight.

Zum Mittagessen ging es in den Merricks General Wine Store, der ein relativ großes Restaurant in seinen Räumen integriert hatte, wo wir als Gruppe von 8 Personen an einem reservierten Tisch Platz nehmen konnten. Leider dauerte der Service mal wieder sehr lange, auch wenn die Qualität der Speisen recht gut war.

Merricks_Gen_Store_weinglas
Merricks_Gen_Store_Konf_Ente

Und ganz zum Abschluss des Tages ging es noch zu einem Chocolatier, der in einer kleinen Ortschaft sich wirklich mit der Materie wohl intensivst beschäftigt hat, denn er konnte uns genau erklären, warum er welche Schokoladen-Grundmassen wählte und diese für seine Pralinenproduktion verwendet.

Und wie auch bei einem wirklich guten Menü gab es zum allerletzten Schlußpunkt eine Käseverkostung besonderer Art. Ganz nach meinem Geschmack, ohne viel Firlefanz außen herum, nur ein paar kleinen Kräckern dazu gab es einige Käse aus eigener Produktion in der Region Mornington-Peninsula. Das Foto kann für sich sprechen, und die Käsen stammten von Kuh, Schaf und Ziegen.
Kästeller_Verkostung


 

Australien Melbourne, Food und Wein Festival, der zehnte Tag

Am zehnten Tag meiner Weinverkostungen sollte es mich in Melbourne auf eine Food and Wine Festival Veranstaltung führen, welches auch eine Verkostung der Weingüter anbietet, die sich rund um Melbourne in den letzten Jahrzehnten so angesammelt haben. Die interessanten Fakten vorneweg, und dann will ich auf die Verkostungen derjenigen Weingüter eingehen, die ich dort besucht hatte. Bei einem Eintritt von 55 NZ $ war die Besucherzahl einigermaßen übersichtlich, und man kam gut an die Verkostungstische heran. Das Ganze fand im Freigelände vor dem Kongresszentrum statt, und nannte sich „City Cellar“. Es waren so ca. 60 Weingüter vertreten, am Eingang bezahlt, und dann gab es dieses heutzutage obligatorische farbige Arnbändchen und ein Plastikglas mit Aufdruck des Sponsors.

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Melbourne_F&W_Fest_Plastikglas
Nun gut, so richtig anfreunden wollte ich mich mit dem Plastikbecher erst einmal nicht, doch es gab tatsächlich keine Alternative. Dann legte ich erst einmal los die verschiedenen Stände zu erkunden, und da es noch recht früh zu Beginn der Veranstaltung war, konnte ich mir einen gewissen Überblick verschaffen. Die Stände unterschieden sich vom Grundaufbau nicht wirklich voneinander, nur einige Anbieter hatten gewisse Banner oder mehr Material am Stand, woran man ein wenig die Größe des Weingutes erkennen konnte. Im Laufe des Nachmittages war dann aber auch klar, das ein buntes Sammelsurium an Anbietern zugegen war, die zum Teil erst vor nicht einmal 10 Jahren mit der Eigenvermarktung der angebauten Weine begonnen hatten. Also auch hier – Marketing ist fast alles.

Melbourne_F&W_Fest_Scene1
Ich machte mich also auf eine erste Runde, wo ich erst einmal nur die weißen Traubensorten verkosten wollte. Die Beschreibungen der einzelnen Weingüter werde ich aber zusammenfassen, wenn ich weiße und rote Sorten an einem Stand im zeitlichen Abstand zueinander verkostet habe.

Melbourne_F&W_Fest_Gehrig
Es beginnt mit einem Weingut mit Namen John Gehrig, welches im Gebiet des King Valley und in Rutherglen 2 Weingüter betreibt. 1860 von den Vorfahren gegründet wird es heute in der 5ten Generation von der Familie geführt. Ich verkostete einen Chenin Blanc und einen Riesling die beide recht orentliche Struktur aufwiesen, sowie bei den roten Sorten einen Pinot Noir sowie einen Cuvée aus CS und Merlot aus 2010, der etwas vordergründig aber mit voller Struktur gute Noten auswies.

Melbourne_F&W_Fest_St_Leonhard
Dann ein Weingut St. Leonards, ein Weingut in Wahgunyah, im Gebiet Victoria, welches ca. 3 Stunden nördlich von Melbourne gelegen ist. Hier habe ich nur die 2 weißen der Sorten Semillon und Sauvignon Blnac verkostet, und mir die roten später gespart.

Melbourne_F&W_Fest_Dalz_Otto
Dann ging es zu einem Weingut mit recht jugendlichem Auftritt und sehr frischem Marketing. Dal Zotto, oder auch geschrieben Dalz Otto, was mit bei Nachfrage nicht klar war, woher diese Schreibweisen kamen. Auch hier werden wie bei vielen anderen Weingütern rund um Melbourne die Sparkling Weine erzeugt, welche aber mit ganz unterschiedlichen Trauben erzeugt werden. Mal sind es SB, auch PG oder Riesling, selbst der PN oder auch auf Friuli muß mal für die prickelnde Seite herhalten. Die weißen Sorten hatte ich mir bei Dalz Otto nicht so richtig notiert, dafür waren es bei den roten erst einmal ein Cuvée aus Sangiovese mit 64% und ein CS aus 36%, welcher mit einer sehr runden Frucht und leicht daherkam, sowie ein Barbera, der mit feiner Gewürznote nach Szechuan Pfeffer und schöne Frucht überzeugen konnte. Dann ging es zu einem Weingut, das mich besonders beeindrucken konnte.

Das Weingut Warramunda aus dem Gebiet des nördliche Yarra Valley, welches mit 60 Acres (ca. 24 ha) zunächst einmal sehr interessante Traubensorten anpflanzt, und dazu auch noch einige sehr schön ausgebaute weiße und rote Wein in die Flasche bekommen hat. Das Weingut wurde von der Familie 2007 erworben, und 2013 konnte der erste selbst erzeugt Wein auf den Markt gebracht werden. Bei den weißen habe ich einen Marsanne aus 2014 mit 6 Mon. im Barrique verkostet (16/20) und einen Viognier mit sehr feinen Würznoten am Gaumen. Bei den roten Sorten ging dann die Post ab.
Warramunda_Halliday
Als erstes ein PN aus 2013, sehr schöne Nase, mit einer super komplexen Struktur und ein Spiel am Gaumen, der mich zu einer Benotung von (17-18/20) verführte. Dann ein Syrah aus 2014 der mit einer sehr feinen Frucht super lange am Gaumen verweilen sollte. Langer Nachgang (16+/20). Dann ein CS der zu 100% entrappt wird aus 2013. Sehr frische Frucht mit ausgewogener Struktur und langem Abgang bei leicht pfeffriger Note. (16+/20) Zum Abschluß ein Viognier aus 2013, der 14-18 Monate auf der Hefe im Holz ausgebaut wird und als spät gelesene Traube als Süßwein eine sehr feine Struktur aufweisen konnte.

Melbourne_F&W_Fest_Lome
Das nächste Weingut lautete auf den Namen Lome, welches im Gebiet Central Victoria liegt und ich bei den weißen Sorten einen Cuvée aus Roussanne, Marsanne und Viognier verkosten konnte. Feine kräftige Nase. (16/20) Bei den roten gab es einen Shiraz aus 2013 der recht süße Noten aufwies, und sonst auch etwas fruchtig im Abgang war. (16+/20)

Auch das nächste Weingut mit einem sogenannten Zuwanderer-Namen Scotchman Hill. Das Weingut liegt im Gebiet Bellarine Peninsula, welches sich im Südwesten von Melbourne befindet.Hier konnte ich zuächst einen SB aus 2014 verkosten der mit einer leichten Süße und mittlerer Struktur versehen war (15/20). Der Chardonnay aus 2013 hatte schon eine kräftige Nase, würzig, weniger Frische, aber eine recht feine Struktur. (16+/20) Die Roten hatte ich dort dann ausgelassen.

Serengale_analisse
Als nächsten Stand steuerte ich ein Weingut an, welche so ca. auf der halben Strecke zwischen Melbourne und Canberra liegt. Also bereits weit im Landesinneren, wo das Meer kaum mehr einen Einfluß auf das Klima der Weingärten haben dürfte. Die Region heißt Beechworth und das Weingut sollte Serengale heißen. Der Chardonnay aus 2012, welcher für 8 Monate im Barrique lagert und dann 1 Jahr auf der Flasche nachreift, hatte sehr kräftige und feine Würznoten mit Zitrus und einer schönen Frische, eine sehr feine komplexe Struktur und einem langen Abgang. /17+/20) Hier zeigte sich einmal mehr, das es sich sehr lohnen kann, die Weine nicht gleich nach einem halben Jahr und direkt abgefüllt auf den Markt zu bringen, was der Geschmacksvielfalt oft einiges wegnimmt.

Zum guten Schluß hier noch eine Beschreibung eines Weingutes, welches seine Ursprünge bei italienischen Einwanderern hat, aber erst seit dem Jahr 2000 seine eigenen Weine unter dem Namen Vinea Marson vermarktet. Das Weingut hat 100 Acres (ca. 40 ha) und liegt in Central Victoria bei der Ortschaft Heathcote. Bei den weißen Sorten konnte ich den Prosecco versuchen, der eine schöne frische Note aufwies. Dem Prosecco  wird bei der Weinbereitung ein wenig Pinot Bianco hinzugefügt, und dann endgültig vergoren, und versecktet. Eine weiterer weißer Tropfen ist der Grazia, der ein Cuvée aus Friulano, Pinot Bianco, Malvasia und Picolit. Eine recht dunkle Farbe nicht dichten Noten. Ein gute Struktur mit recht trockenen Anklängen, welche sich insgesamt sehr positiv auf den Geschmack eines solchen Cuvées auswirken. (16+/20)

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Dann ging es in der zweiten Runde zu den roten Sorten, welche hier besonders interessant erschienen, da nicht nur internationale Trauben sondern eher typisch italienische Sorten angepflanzt werden.

Der erste ein Sangiovese aus 2011 weist feine Kräuternoten mit einer leichten Säure auf. Er hat insgesamt eine mittlere Dichte (16/20). Von den Sangioveses werden einige verschiedene Klone angebaut, so die Beschreibung des Weingutes in Ihrer kleinen Faltbroschüre, welche bei fast allen Weingütern auf eine gewisse Art an Infomaterial zu finden war.

Dann ein Syrah aus 2011 dem noch ca. 7% Viognier bei der Weinbereitung zugegeben wird. Eine schöne ausgewogene Struktur, etwas wenig Frische. Hatte notiert „die leichte Seite seiner Art“ bei leichten Tanninen. (15/20)

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Und dann gab es noch einen Nebbiolo aus 2010 der aus drei verschiedenen „Sorten“ laut Beschreibung hergestellt wird. Lampia, Michet und Rosé. Diese werden getrennt ausgebaut, für bis zu 50 Tage auf der Maische vergoren, und dann 24 Monate im kleinen und großen Holz soweit ausgebaut, das die Weine auch erst recht spät auf die Flasche kommen. Meine Notzen dazu: Schon recht dunkle Farbe an den Rändern, sehr schöne frische Fruchtnoten und helle Struktur. (15+/20)


 

Australien Yarra Valley, der neunte Tag

Der neunte Tag meiner Weinverkostungen auf der Südhalbkugel in Australien hatte ich mir wirklich anders vorgestellt.  Die Weintour in das Yarra Valley hatte ich bereits aus Deutschland aus gebucht, was natürlich auch immer ein kleines Risiko ist, wo ich allerdings in Neuseeland sehr gut damit gefahren bin. Hier in Melbourne sollte das fast zum reinen Fiasko ausarten.

5 Personen in einem Kleinbus, morgens um 9 Uhr abgeholt im Hotel ließ sich ja schon mal ganz gut an. Die Fahrt ging dann von Melbourne aus über mehr als eine Stunde in das Gebiet des Yarra Valley, wobei immer mehr Schilder der Weingüter an uns vorbeizogen, und wir keinen Halt machen sollten. Bevor wir an einen kleinen Park kamen, wo die Fahrerin und wohl auch Tourleiterin uns auslud und mit einer Kiste voll Utensilien erst einmal zu einem Kaffee oder Tee einlud. Ich lehnte erstmal geflissentlich ab, da ich ja wohl auf Wein und nicht auf Kaffee oder Tee eingestellt war. Nach einer Viertelstunde wurde dann der erste Takt wieder eingepackt und es ging auf der gleichen Straße wieder zurück zu einem Weingut namens Chandon, welche hauptsächlich Perlwein herstellen. Erklärungen unserer Tourleiterin  – Fehlanzeige. Wir wurden in einen großen Verkostungsrsaum geführt, wo bereits 5 Sektgläser bereitstanden, und der junge Herr hinter dem Tresen anfing uns die 5 verschiedenen Sorten der Perlweine des Betriebes von Chandon zu erklären. Ich schrieb auf die Schnelle nit, aber wurde bei Nachfrage auch nicht wirklich berücksichtigt, obwohl ich erwartete, das wir jetzt jeder die 5 Sorten verkosten sollten. Mitnichten. Jeder bekam ein Glas voll eingeschenkt und durfte sich dann auf der Terrasse niederlassen. Bei Nachfrage meinerseits an die Tourleiterin später hieß es lapidar, die weitere Verkostung sei nicht vorgesehen, da diese ja wohl auch etwas kosten würde. (Die Tour hatte allerdings bereits 175 NZ $ gekostet). Und auch ein Wasser im Auto sollte bereits weitere 2 NZ$ kosten, wenn auch zu einem guten Zweck gespendet! Ich will jetzt aber nicht über weitere solche Katastrophen berichten, sonder schlicht auf 2 der Tagesverkostungen eingehen, die einigermaßen, bzw. auch recht gut sich anließen.

Die eine Verkostung der beiden akzeptablen war direkt anschließend bei Oakridge, und die Andere bei einem recht jungen Weingut namens Soumah Winery.

Oakriddge_Logo

Oakridge ist ein etwas größeres Weingut, welches auch in vielen Geschäften und Restaurants in Melbourne präsent ist. Ich hatte mir zufällig am ersten Abend in einem Weinladen genau von Oakridge einen Chardonnay besorgt, der auch noch nach 3 Tagen im Kühlschrank ganz ordentlich schmeckte. Zur Verkostung bekamen wir bei Oakridge 3 weiße, und 4 rote Tropfen zu verkosten. Das interessante dabei, das bei den weißen ein Arneis dabei sein sollte, der mit einer würzigen Frische und recht fruchtiger Nase daherkam. Bei den roten konnte mich insbesondere der Shiraz überzeugen, der mit einer dichten tiefen Nase, leicht grünen Noten, mittlerer Süße und einem langen Nchgang am Gaumen etwas nach Schokolade, und auch Kakao schmeckte.

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Dann zum Weingut Soumah Winery.

Hier sollten wir 4 weiße Sorten, einen Rosé, und 2 rote Sorten verkosten dürfen. Weitere Sonderheit am Schluß ein sehr frischer und leicht daherkommender Brachetto, der mit seinen 12Vol.% alc. recht leicht daherkam, und bei Nachfrage, mit der Absenkung der Temperatur im Gärprozess gestoppt wurde.

Soumah_Wines_Verk

Die Besitzer dieses Weingutes haben erst vor ca. 7 Jahren mit der tatsächlichen Produktion Ihrer Weine selber begonnen, wobei erzählt wurde, das sie vorher die Trauben hauptsächlich weiterverkauft haben.

Soumah_Wines_Verk_Regal

Bei den weißen Sorten war ein schön strukturierter Traminer dabei, der für mich als Traube hier in Australien komplett neu war. Bei den roten konnte insbesondere der Syrah aus 2014 sehr gut überzeugen. 18 Mon. im Barrique, bei 40% Neuanteil. Sehr dunkle Farbe,  tiefe dunkle Note, Cassisnoten, und dichter dunkler Abgang mit längerem Anklang. (17/20)

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Fergusson_Yarra_Valley_CS_Flasche   De_Bortoli_Verk_2

Dann waren wir noch auf den Weingütern Fergusson, und De Bortoli, wo für meine Begriffe die Weine ordentlich gemacht waren, aber keine Highlight zu erkennen waren.


Der finale Besuch in einer Schokolaterie passte dann nur noch wie die Faust aufs Auge. Ostereier ließen grüßen.

Neuseeland Marlborough, der achte Tag

Der achte Tag meiner Weinverkostungen in Neuseeland, und der letzte, sollte mich nochmals mit einer kleinen Gruppe Weininteressierter auf 5 Weingüter rund um Blenheim führen. Da Neuseeland kein Weingesetzt hat sollte es insofern an diesem Tag interessant werden, da wir mehrere Weingüter im Familienbesitz, und davon auch ein Bio-zertifiziertes Weingut besuchen sollten. Auf allen dieser 5 Stationen an diesem Sonntag erlebten wir sehr schöne und aufgeräumte Verkostungsräume, welche für einige Personen Platz boten. Probleme bekommen die Weingüter sllerdings dann, wenn, so wie in den letzten Tagen erlebt und geschildert, von einem großen Überseedampfer plötzlich ganze Busladungen in die Weingüter einfallen. So geschehen auf dem Weingut Allen Scott, wo die Dame die uns hinter dem Tresen bediente lebhaft schilderte, wie an den 2 Tagen zuvor einige Busladungen hintereinander bei Ihr eintrafen und verkosten wollten. Da denken wohl die Reiseveranstalter nicht wirklich mit, denn für 1-2 Dutzend Personen sind die meisten Verkostungsräume gut zu bespielen, jedoch bei mehr als 20 Personen zugleich wirds oft schon eng. Leider mußte ich an diesem Tage auch mal wieder erleben, bis auf eine Ausnahme, das es Miniatur Gläser zur Verkostung gab, und der 1/2 eingeschenkte Schluck kaum für eine wirklich gute Verkostung ausreichte. Die Ausnahme bildete Diesmal das Weingut Saint Clair, wo wir auch zu Mittag aßen, wo es die mittelgroßen Schott Zwiesel Gläser gab.
Lawsons_DryHill_Logo
Los ging es an diesem Tag auf dem Weingut Lawson’s Dry Hills, so kurz nach 10 Uhr, wo es gleich eine ganze Batterie an unterschiedlichen Weinen zu verkosten gab. Lawson’s hat eine Anbaufläche von ca. 50 ha und verarbeitet eine Menge von ca. 400 Tonnen Trauben jedes Jahr. Los ging es mal wieder mit einem Sauvignon Blanc, gefolgt von einem Riesling, dann ein Pinot Gris, ein Gewürztraminer und ein Chardonnay, welche ich alle ordentlich bewertete, gefolgt von einem Chardonnay Reserve aus dem Barrique. Dann ein Rosé, klassischerweise aus Pinot Noir. Ganz besonders interessant aber die reinsortigen Pinots welche aus 2014 und einer aus 2013, als Reserve zur Verkostung kamen. Meine Bewertungen hier mit 16+ und 17/20 für diese beiden Pinots.
Lawsons_DryHill_Verkostung_Weine


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Die nächste Station sollte für mich Allan Scott sein, wobei der Rest der Gruppe, gerade einmal schräg über die Straße zu Cloudy Bay verkosten ging. Somit hatte ich das Vergnügen ganz allein mit der Dame aus dem Weingut eine sehr interessante Verkostung vornehmen zu können. Allan Scott baut auf 100 ha eigener Rebflächen seine Weine an und konnte von mir als eines der wirklich guten Weingüter bewertet werden. Begonnen wurde die Verkostungsreihe mit einem Blanc de Blanc aus 100% Chardonnay mit Namen Cecilia. 3 Jahre auf der Hefe, und der angebotene Sekt stammte aus dem Jahr 2011. Sehr feine und frische Perlage, gute Fruchtnote und sehr anregender Frische. (17/20)

Die Sekte gibt es auch noch als Cuvée mit Pinot Noir und eine Rosé Sekt, ebenfalls aus Pinot Noir.

Dann ein SB aus dem Edelstahl ausgebaut, 2015 mit einen guten Nase, und feinen schönen Fruchtnoten verleihen ihm eine schöne Struktur am Gaumen. (16/20)

Der im Barrique ausgebaute SB hat eine recht schmelzige Note mit leichten Karamelnoten, und etwas Frucht am Gaumen. (16+/20)
Allan_Scott_Verkostung_Tafel
Dann ein Riesling aus 2015, der sich hier nicht so besonders präsentierte. Vordergründige Süße, runde Note mit vordergründiger Süße am Gaumen (15/2ß)

Die beiden Pinot Noir allerdings kommen sehr fein daher.

Der 2014 ist für ca. 8-10 Mon. im Barrique ausgebaut mit einer schön leichten Frucht, einer typisch eleganten Komplexität, und am Gaumen etwas fruchtig aber sehr ausgewogen und rund. (17/20)

Der PN aus 2014 als Single Vineyard kommt aus Central Otago. Sehr kräftige Frucht in der Nase, wenig Holz am Gaumen, schöne Struktur und wunderbare Komplexität mit langem Abgang. (17+/20)


Saint_Clair_Kissen
Zum Mittag ging es zum Weingut Saint Clair, ebenfalls ein Familienbetrieb, welcher bereits 1978 seine ersten Weine im Tal von Marlborough angebaut hat. Wir konnten uns im Garten bei wunderbarem Sommerwetter an einen Tisch setzen, bestellten unser Mittagslunch und gingen dann bis zur Fertigstellung der Speisen direkt in den zum Restaurant gehörigen Verkostungsraum, wo es mal wieder ordentliche Schott Zwiesel Gläser gab, die auch so einigermaßen ordentlich eingeschenkt wurden. Es gab gesamt 6 Weine zu verkosten wobei es diesmal mit einem Cuvée von weißen Trauben beginnen sollte.

Cuvée von Pinot Gris, Gewürztraminer und Riesling. Sehr dichte und tiefe Nase mit leichten Tönen von Kaffeesatz. Insgesamt ein sehr volmundiger und dichter Wein, welcher sicher gut zum entsprechenden Essen passen würde. (15+/20)

Dann ein SB aus 2015, Wairau Reserve. Mittlere Nase, Recht feine Struktur mit etwas Säure und Frucht, langer fruchtiger Nachhall im Abgang. (16/20)

Dann etwas außergewöhnliches, einen Grünen Veltliner, der aus einem bestimmten Block stammte, was hier so als Feldmarkierung bezeichnet wird,. In der Nase eine recht süße zuvorkommende Note, welche sich am Gaumen mit etwas befemdlichen Noten fortsetzt. Sehr untypisch, da fast komplett die Säure fehlt, was sicher auch der sehr warmen Gegend um Marlborough geschuldet ist. (14,5/20)
Saint_Clair_Restaurant
Mit den roten Sorten wird es hier einmal wieder mehr interessant.

Der erste PN aus 2012, Pioneer Block 15 hat eine feine fruchtige Nase, sehr schöne kräftige Note am Gaumen mit einem würzigen Abgang. (16-17/20)

Dann ein Syrah aus 2014, welcher aus Hawk’s Bay stammt, Pioneer Block 17. Sehr schöne feine und ausgewogene Frucht am Gaumen, Noten von reifen Pflaumen und sonst auch recht ausgewogen und rund. (17+/20)

Zum guten Schluß ein Riesling aus 2013 als Süßwein ausgebaut mit gerade einmal 10 vol.% alc. Feine süße Honignote, am Gaumen etwas verhalten aber langer feiner Abgang mit ausgewogener Stilistik. (16+/20)


Als nächste Adresse sollten wir wirklicher kleineres Weingut in der Region anfahren, welches auf gerade einmal 15 ha als zertifizierter Bio Betrieb hier sicher eine kleine Ausnahme darstellt im Vergleich zu den sonst eher großen Betrieben. Das Weingut Framingham startete in den frühen 80er Jahren mit den ersteh Anpflanzungen und wir konnten 5 der verschiedenen Weine im Angebot verkosten.
Framingham_Logo
Zunächst ein typischer SB aus 2015 mit kräftigen Gaumennoten (15/20)

Dann ein Aha Erlebnis der besonderen Art. Ein Riesling aus 2013, der mit einer etwas verhaltenen Nase daherkam, sehr feine Struktur am Gaumen mit schönen festen und ausgewogenen Fruchtnoten am Gaumen und im Abgang. (17+/20)

Der Chardonnay aus 2015 welcher 8-10 Mon. im Barrique lagert war mir dafür mal wieder etwas zu fettig, sehr dicht und nicht wirklich frisch. (15+/20)

Dann ein PN aus 2014 mit feiner typischer Nase, und leichter Struktur, aber einer schönen Komplexität am Gaumen. (16/20)
Framingham_Weinbibliothek
Und zum Abschluß noch eine Überraschung mit einem Montepulciano aus 2011. Runde dunkle Note, etwas Schokonoten, sehr fruchtig und mit süßlichen aber nicht unangenehmen Fruchtnoten. (15-16/20)


Zum Abschluss der Neuseeland Verkostungen konnte ich noch eine fast private Einzelverkostung bei Wither Hills genießen, denn der Rest der Gruppe wurde zu Villa Maria gefahren, wo ich schon 2 Tage zuvor verkostet hatte. Wither Hills hat eigene Anbauflächen von 360 ha und kauf Trauben bei Vertragswinzern zu die nochmals eine Fläche von ca. 360 ha bewirtschaften. Das sind also zusammen so ca. 720 ha, was auch für Neuseeland schon recht groß ist. Es gab 2 SB, welche recht spritzig und frisch wirkten, mit etwas süßen Anklängen von grünen Früchten aber angenehm. (16-17+/20)

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Dann 2 Rieslinge aus 2011, der eine aus dem Süden des Tales um Blenheim, der andere aus dem Norden des Tals. Dichte Nase mit mittlerer Süße am Gaumen. um die (16/20).

Gewürztraminer aus 2010 der mit mittlerer Nase und langem Nachgang sehr typisch und mit kräftigen Pilznoten, Lauch etc. nicht unsympatisch war (16-17/20)

Dann eine kleine Überraschung, denn aus einer Sektflasche einen rosa aussehenden Sekt, der den Namen Frivoli bekommen hatte, war nach Angaben des Weingutes aus der Gewürztraminer Traube erzeugt. Leichter Erdbeergeschmack, frische helle Kirschen mit leichtem Abgang. (16+/20)

Zum Abschluß noch Pinot Gris, Chardonnay und Pinot Noir, welche nicht ganz so gut ausfielen und somit nicht weiter beschrieben werden.


Damit ist das Kapitel Neuseeland fürs Erste abgeschlossen, und es geht in einer anderen Weingegend demnächst weiter.


 

Neuseeland Marlborough, der siebte Tag

Der siebente Tag meiner Weinverkostungen sollte mich in der Umgebung um Blenheim, welche Marlborough heißt, auf 6 verschiedene Weingüter sehr unterschiedlicher Größe führen. Namentlich 2 weltbekannte mit Villa Maria und Cloudy Bay, sowie anschließend dann Whitehaven, Wairau River (mit lunch), Spy Valley und Hunter’s Wines. Heute will ich mehr auf die beiden Erstgenannten eingehen, denn alle weiteren Weingüter hatte keine wirklich herausragenden Spezialitäten zu bieten. Es gibt heute ca. 156 Winzer, wovon derzeit ca. 35-40 Weingüter eine hier sogenannte „Cellar Door“ anbieten, heißt: Diese Weingüter kann man zu deren Öffnungszeiten anfahren und in meist recht attraktiven und neuen Verkostungsräumen deren Erzeugnisse für ein paar NZ $ durchverkosten. Einige dieser Weingüter haben dann auch Restaurants eröffnet, ähnlich wie ich es vor ca. einem Jahr bereits in Süd-Afrika erlebt hatte. In dieser Region stehen derzeit ca. 23 000 ha unter Reben, was dem größten Anbaugebiet in Neuseeland entspricht.
Nun zu den zwei wesentlichen Weingütern die wir diesem Tage besucht haben.

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Villa Maria hat mit dem Weinbau 1961 begonnen und ist nach einigen Jahren auf der Suche nach den richtigen Anbauflächen dann recht schnell gewachsen. Heute gehören 400 ha in der Region Marlborough und 400 ha auf der Nordinsel zu Villa Maria. Wir verkosteten 7 verschiedene Weine welche sich im Einzelnen wie folgt darboten:

Sauvignon Blanc aus 2015, single wineyard Taylors Pass. Sehr feine dichte und kräftige Nase mit Zitrone und limetten. Strukturiert und sicher recht typisch für die hier bekanntgewordenen SB. (17+/20)

Pinot Gris aus 2014, single wineyard Seddon. Verhaltene Nase, feine fruchtige Note am Gaumen, sehr schöne lange Note mit mittlerer Fruchtstruktur, langer Nachhall nach eingelegten Früchten. (16ä17/20)

Chardonnay Reserve von 2014. Verhaltene Nase, mit feiner kräftiger Fruchtnote am Gaumen und Schmelz. Nicht schwer aber fruchtig und leicht. (16+/20)

Pinot Noir aus 2012, single wineyard Taylors Pass. Sehr feine Nase, frische schöne leichte Struktur, weniger Säure aber mit guter Frucht Struktur. (15-16/20)

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Cabernet Blend von 2010 aus 70% CS und 30% Merlot. Trauben aus der Region Hawk’s Bay. Die typische süßliche Nase, sehr voller Mund mit einer zu üppigen Struktur von Frucht mit wenig Säure. (15+/20)

Malbec aus 2013, Gimblet Gravels, Hawk’s Bay. Sehr dunkle Farbe, weiche Noten und etwas untypisch für Malbec, ansonsten für einen roten aus der Nordinsel und aus der Gegend schön abgerundet. wohl sehr passend zum Essen. (16/20)

Riesling Reserve Noble 2013, aus der kleinen Flasche. Sehr typische Nase mit Honignoten und runder Süße, weiche mich sehr stark an einen Ch. Rieussec erinnerte. Nicht klebrig von der Süße her und mit lange, Abgang. (17+/20)


Dann ging es ein paar Kilometer weiter zum Weingut Cloudy Bay, welches der Pionier unter den Weißweinmachern hier in der Gegend von Marlborough gilt. Cloudy Bay verarbeitet Trauben von 300 ha eigenem Anbaugebiet und hat noch weitere 300 ha Vertragswinzer in der Produktion. 1985 wurde bei Cloudy Bay der erste Sauvignon Blanc erzeugt. Wir haben 6 Weine verkostet, welche sich wie folgt präsentierten:

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Sehr positiv anzumerken sei hier auch noch, das bei Cloudy Bay die Verkostungsgläser für die Gruppe je Glas so gut eingeschenkt werden, das eine gute Verkostung möglich ist. (Leider wurden bisher bei allen anderen Weingütern die Gläser so knapp eingeschenkt, das meist kaum ein ganzer Schluck im Glas blieb).

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Pelorus, o.J., ein Sekt aus Chardonnay und Pinot Noir. Pinot kommt schön im Geschmack durch. Feine Perlage mit frischen saftigen Noten. Ein Sekt für sicher viele Gelegenheiten, aber nichts wirklich spezielles. (16+/20)
Cloudy_Bay_Verkostung_Keller
Sauvignon Blanc 2015, 13,5 % vol. alc. Schöne Nase, sehr frischer Ansatz am Gaumen und dann geht der Saft in den Schmelz von einem wirklich guten SB über. Anschließen folgt am Gaumen die Säure und es werdden die Fruchtaromen von Stachelbeeren, und Zitrusfrüchten freigesetzt. (17+/20)

Chardonnay 2013, Estate, 12 Mon. im Barrique. Sehr starkes, immer noch sehr präsentes Holz in der Nase. Heftige und kräftige Frucht am Gaumen mit einer sehr dichten Note von Kräutern am Gaumen und später etwas leichter süßlicher Note. (16/20)

Pinot Noir 2013, Estate 12 Mon. im Barrique. Recht leicht und frisch mit leichten Tanninen und mittlerem Abgang, helle Farbe. (16+/20)

Pinot Noir 2012 aus Central Otago, Te Waki, wesentlich kräftiger als der Estate PN, denn das Gebiet im Central Otage, Süden der Südinsel, ist auch noch einiges heißer als hier der Nordteil der Südinsel. (16+/20)

Sauvignon Blanc 2005, Tiefe Nase, schöne Struktur mit leicht dunklen Reflexen. Sehr ausgewogen und schmelzig am Gaumen. (17-18/20)
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Whitehaven_Schild
Bei Whitehaven verkosteten wir 4 Weine, die in meiner Bewertung so im 15er Bereich lagen.

Wairau_River_Glas
Dann ging es Wairau River, einem Familienweingut, welches 1991 seine ersten Weine produzierte und heute auf ca. 200 ha Wein anbaut. Das Weingut hat auch ein Restaurant, wo wir uns zuerst in den Garten setzten und nach der Bestellung in den Verkostungsraum gingen, um unsere 4 angebotenen Weine zu verkosten. Ordentlich gemachte Weine, wo der SB mit feinen Noten herausragte.

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Dann ging es zu Spy Valley, einer Wortschöpfung, welche aus der Welt der James Bond Filme entlehnt ist. 150 ha sind unter Weinstöcken in Bearbeitung. Auch hier sollte es einen Risling als Dessertwein zu verkosten geben, der mit einem Alkoholgehalt von 7 vol. % daherkam.

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Zum Tagesabschluss ein wieder recht großes Weingut in der Region mit Hunter’s Wines, welche ca. 1,2 Mio. Flaschen im Jahr produzieren. Die Qualität konnte mich nicht wirklich überzeugen, außer einem PN aus 2013 dem ich 15-16 als Note vergeben konnte.

Neuseeland Weinreise Martinborough, der sechste Tag

Für den sechsten Tag meiner Weinverkostungen hatte ich nochmals eine Tour in der Gegend um Martinborough, genauer gesagt im Wairapara Tal gebucht, wo uns die Reise zu vier verschiedenen Weingütern bei Gladstone ind Martinborough führen sollte.
Ganz groß begann der Tag mit einem Besuch bei Karl Johner, der in 2001 eine Fläche von ca. 15 ha im Wairapara Tal in der Nähe der Ortschaft Gladstone gekauft hat und dort seither wohl als einer der Leitfiguren des Weinbaus hier im Süden von Neuseeland gilt. Im Gegensatz zu fast allen anderen Weinbauern in der Region war zu beobachten, das Johner seine Pflanzungen wesentlich dichter gesetzt hat als die Neuseeländer. Ebenso waren die Rebenzeilen frei von Unkraut und es wird auch eine Bodenlockerung vorgenommen, so das Luft und Regen besser an die Wurzeln der Pflanzen gelangen.

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Bei Johner konnte ich 3 weiße Sorten, 5 rote Weine und 4 verschiedene Süßweine verkosten.
Die Weine im Einzelnen:
SB aus 2015 im Stahltank ausgebaut. Sehr typische feine aber kräftige Nase mit Zitronen und Greapfruit bei mittlerem Abgang. (16+/20)
SB aus 2014 auf der Hefe ausgebaut und für 7 Monate darauf vergoren. Eine sehr intensive und dichte Nase mit leichter Hefenote, aber sehr vielen Kräutern. Feine Gewürznoten nach Fenchel, grünem Staudensellerie, aber nicht unangenehm im Abgang. (16-17/20)
Pinot Gris 2015, etwas wenig Nase, feine Kräuternoten bei mittlerem Abgang. (15+/20)
Chardonnay 2014 mit feiner Frucht und recht langem Abgang. (15/20)
Dann ein Rosé vom Pinot Noir aus 2015, sehr feine und gute Säure mit voller Fruchtstruktur und mittlerem Abgang. (16/20)
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Dann folgen die roten Sorten:
Ein Pinot Noir „Moonlight“ 2013 mit feiner einfacher Struktur und Frucht und leichter Säure. (15+/20)
PN 2014 von alten Reben. Die Reben standen bereits in den Weingärten als Johner diese 2001 gekauft hat und hier konnte sich die Vielfalt und Struktur eines älteren Rebstocks in seiner ganzen Komplexität im Wein widerspiegeln. 1 Jahr im Barrique, Feine gute Fruchtnote, sehr ausgewogen und rund, komplexe Struktur mit feinem lange, Abgang. (17+/20)
PN 2013 Reserve von noch älteren Stöcken, die bereits 1994/95 gepflanzt wurden. Sehr feine edle Burgundernase, schöne runde Note mit langen Abgang. (17-18/20)
Cuvée aus Merlot, CS und Malbec zu je ca. 30%. Eine kräftige süße Note m Gaumen verleiht diesem Cuvée eigentlich eine sehr typisch neuseeländische Note. (15+/20)
Johner_Flaschen_rot
Und jetzt sollten 4 Süßweine folgen, alle aus der kleinen Flasche.
SB 2015, recht feine Süße mit kräftigen Zitronen Limonen noten (16+/20)
PN 2014, mehr süße Noten in der Nase, runder Geschmack und guter Abgang. (16/20)
Syrah 2015, verhaltene Nase mit sehr präsenter Frucht am Gaumen (16+/20)
CS 2014, mittlere Nase, schöne runde Frucht mit Erdbeeren, Himbeeren und leichter Säure am Gaumen. (16/20)
Johner_Flaschen_suessweine


Nach einem kleinen Mittagsimbiß in einer mitten am Land gelegenen Verbindungsstraße steuerten wir das nächste Weingut an, welches wie die nahegelegene Ortschaft Gladstone heißt.

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Die Patronin des Hauses stand im Verkostungsraum und sprach fast ohne Einhalt auf die bereits anwesenden 5 Gäste ein. Ich gesellte mich dazu und bekam prompt eine Verkostungsliste unter die Nase gehalten wo eine ganze Reihe verschiedener Weine aufgelistet waren.
Ich verkostete 6 weiße und einen Rosé, sowie 2 Pinot Noir, welche durch die Bank ordentlich gemacht waren, und so auch den großen Durchschnitt der Weingüter hier aus der Gegend widerspiegelten.
Herausragend zu erwähnen ein SB aus 2014 der mit komplexen Noten, sehr feiner Nase und etwas Säure in den Spitzen herausragte. Eine dichte Struktur mit langem Nachhall. (16-17/20)
Gladstone_Flaschen


Fairmont_Estate

Ein weiteres Weingut in der Ecke um Gladstone ist die Fairmont Estate, welche recht groß von der Anbaufläche wohl ist, aber nicht so richtig mit der Sprache raus wollte was sie wirklich unter Reben stehen haben. Ich verkostete 5 Weine con SB über Pinot Gris, Chardonnay und Pinot Noir.


Zum Abschluss des Tages sollte es wieder zurück nach Martinborough gehen, wo wir noch zu einem Weingut fahren sollten, welches von einiger Zeit an einen Chinesen verkauft wurde, der wohl ca. 10 Mio. NZ$ darin investiert hat, aber die Ergebnisse deswegen wohl auch nicht groß anders ausfallen, als bei anderen Weingütern aus der Region. Murdoch James liegt sehr schön auf einer kleinen Anhöhe am Rande eines Flusses und macht von außen, aber auch von innen einen guten Eindruck.
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Bei der Verkostung gab es zunächst einmal 2 Rieslinge, die mich natürlich besonders interessierten. Der eine von 2011, der andere aus 2015. Beide hatte eine recht kräftige Frucht mit nur wenig Säure, aber entsprechend vielen Süßnoten, die mal wieder den typischen Neuseeländischen Weißwein widerspiegeln. Weiterhin konnte ich 2 SB, einen Cabernet Franc und dann die roten Sorten mit Pinot Noir, Syrah und auch einem Cuvée aus CS und CF verkosten. Zum guten Abschluß noch ein spät gelesener PN aus 2009, der sich Fortified nannte und nciht wirklich überzeugen konnte.
Murdoch_James_Flaschen
Das war’s dann aus der Region um Martinborough mit einer Menge interessanter Eindrücke auf den Weingütern, bei den Verkostungen, im Café am Eck und einem lange nicht so guten Espresso sowie Croissants die ich seit meiner letzten Frankreich Besuche nicht mehr gegessen hatte. Also gibt es hier nicht nur deutsche Winzer, sondern auch gute Bäcker mit bester Frühstücksgrundlage, was für die Verkostungen tagsüber nur förderlich war. Weiter dann in 2 Tagen aus Marlborough auf der Südinsel.

Neuseeland Weinreise Martinborough, der fünfte Tag

Der fünften Tag meiner Weinverkostungen in Neuseeland wollte ich auf eigene Faust ein paar Weingüter rund um Martinborough erkunden. Da um Martinborough die meisten Weingüter fast immer gut zu Fuß zu erreichen sind, machte ich mich so gegen späten Vormittag auf den Weg zu 2 mir bisher nicht bekannten Adressen.
Cambridge Road und
Muirlea Rise
standen auf dem Programm.
Cambridge_Road_Verkostung
Auf Cambridge Road sagte man mir im Hotel, das es dort auch ein kleines Lunch zum Mittag gäbe, was aber etwas dürftig ausfallen sollte, und somit nicht erwähnenswert ist. Es waren beriets einige Personen in dem kleinen Verkostungraum zugegen, und ich gesellte mich dazu um eine Reihe von 7 Weinen des kleinen Weingutes mit gerade einmal 2 ha Anbaufläche zu genießen.
Los ging es mit einem ungefilterten Pinot Gris aus 2015 mit orange-gelber Farbe, frische Note in der Nase und einem sehr belebenden Zitrus-Orangen Geschmack. Also wirklich etwas zum schnellen trinken. Naturtrüb, da ungefiltert. Und mit einem interessanten Anhängeetikett.
Cambridge_Road_PG_2015
Dann gab es einen Rosé aus PN, PG und CG.
Weiter mit einem Chardonnay aus 2014 mit runden Fruchtnoten und leichter Frische.
Fortsetzung mit einem ersten Roten aus Pinot Noir aus 2012, welcher mit 15% Syrah eine recht kräftige Säurenote von sich gab. Etwas unreife Noten mit wenig Abgang konnte ich vermerken. Leicht grün.
Dann ein weiterer Pinot Npir mit nur sehr wenig Syrah namen „Transit of Venus“, welcher mit einer typischen Nase und leichter Astringenz mir schon eher zusagte. (15-16/20)
Die weiteren 2 Pinots, beide aus 2011, konnten mich dann schon viel eher von der Machart dieses Weingutes überzeugen. Der erste hatte eine feine Nase, mit schöner Frucht, Noten von Pilzen und einer guten Säure die sich im Abgang fortsetzte. (16/20)
Der zweite war eine Cuvée aus 71% PN und 29% Syrah, wobei sich der Syrah hier schon leicht in den Vordergrund drängte. Weiche NOten bei ausgewogener Geschmeidigkeit. Sehr schönes Frucht Säure Spiel am Gaumen und im Abgang. (16+/20)

Muirlea_Rise_Schild
Als zweites Weingut besuchte ich Muirlea Rise, welches seit 1987 Wein produziert und fast ausschließlich rote Sorten im Programm hat.
3 Pinot Noir und ein Süßwein Namens Après standen zur Verkostung an.
PN 2013, leicht frisch Nase, etwas medizinisch im Geschmack
PN 2014, sehr fruchtige Nase, astringierende Frucht mit leichter Säure, recht kräftige Noten, aber nicht wirklich alkoholisch. (16-17/20)
PN 2014 mit 4% Syrah, feine Fruchtstruktur und etwas mehr Tannine, gute Säure mit feiner Struktur und lange am Gaumen nachwirkend. (16+/20)
PN – Après, ein spät gelesener und mit Brandy aufgespritteter Saft, der mit einer recht süßen Struktur daherkam, und recht vordergründige süßliche Noten aufwies. (-/-)


 

Neuseeland, Martinborough – Intermezzo im Neighbourhood Café

Die wunderbare Begegnung der besonderen Art. Eigentlich war ich ja für die Weine nach Neuseeland geflogen und gefahren, doch auf meiner zweiten Station in Martinborough sollte es ein Café geben, welches ich gleich am ersten Tag empfohlen bekam, da es im Hotel kein Frühstücksangebot gab. Das Café lag gerade mal über den Platz an der anderen Ecke des Square von der Mitte der Ortschaft, und es war keines der so standardmäßig eingeschliffenen Takeaway Cafés wie so üblich hierzulande. Über die verschiedenen Kaffee Geschmäcker kann man ja ebenso geteilter Meinung sein wie auch bei Wein, aber hier gab es vielerlei Komponenten, die das Erlebnis mit dem Geschmack verband.
Nette Leute am Tresen, eine eigene kleine Kaffeerösterei, interessante Interior Details, selbstgemachte Backwaren und Vieles mehr. Hier eine kleine Fotostrecke zum genießen:
NH_Kogo_Schild
NH_Hocker_Kaffeesackbespannung  Matinb_Café_innen  Neighbor_Hood_Cafe_Rösterei
NH_Frühstücksmuffin_Speck_Ei_Spinat
NH_Frühstück_Croissant_Café
Neighbour_Hood_Esperesso


 

Neuseeland Weinreise Martinborough, der vierte Tag

Der vierte Tag führte mich in eine weitere Weinregion auf der Nordinsel Neuseelands, wo erst auf intensive Weise seit nicht viel mehr als 35 Jahren Wein angebaut wird. Martinborough liegt im Südosten der Insel und wurde vom Strassenlayout wie die englische Flagge angelegt. Somit gibt es einen zentralen Platz in der Mitte der Stadt, wo heute eine Grünanlage sich befindet, und die Straßen führen sternförmig von dieser Mitte aus weg in alle Himmelsrichtungen. Nur die Farbe der englischen Flagge wurde nicht übernommen. Aber nun zum Wein aus dieser Gegend. Zu Beginn des Weinbaus in der Region waren ca. 70% der Rebflächen mit Müller-Thurgau bepflanzt. Also sind auch hier wohl einige deutsche Auswanderer gewesen, die diese Rebe hier eingeführt haben. Das belegt auch ein Weingut namens Schubert, worauf ich später mehr eingehen werde, da wir dort auch an diesem Tage verkostet haben. In der Gegend um Martinborough regnet es über das Jahr ca. 1000 mm/qm, was aber in der direkten Umgebung von Martinborough nur 800 mm/qm aufgrund des Mikroklimas sind. In der Region sind ca. 700 ha Wein angebaut, und im ganzen Tal ca. 970 ha.
An diesem ersten Tag in Martinborough haben ich eine Wine tour gebucht mit Martinborough Wine tours und wir sollten zu 7 Weingütern fahren, welche alle in der direkten Umgebung von dem Städtchen liegen. Wir starteten beim kleinsten Weingut der Tour namens The Cabbage Tree. Der Cabbage Tree wird in Europa auch Torquay Palme genannt und kommt in ganz Neuseeland vor.

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Cabbage Tree hat gerade mal eine Anbaufläche von 1,2 ha und produziert ca. 4000 Flaschen pro Jahr. Die Sortenvielfalt ist typisch für die Region und es werden Chardonnay, Pinot Noir und Merlot angebaut. Da der Winzer seine Weine eher lange im Tank oder auch im Holz reifen läßt, konnten wir hier ein paar ältere Jahrgänge verkosten.
Chardonnay 2013, 11 Monate im Barrique auf der Hefe und mit Betonit am Ende leicht geschönt kann dieser Tropfen noch kräftige Holznoten widergeben, bei etwas zurückhaltender Frucht (16/20).
Der Pinot Noir ist aus 2010 und hat einen sehr typischen Duft bei vollem runden Geschmack mit Ledernoten, leichter Schärfe und mittlerem Abgang. Langes Frucht Säure Spiel am Gaumen.(16+/20)
Der Merlot 2010 kommt mit einer sehr tiefen Farbe daher, leichte Tannine, fein und dicht. Der Merlot bleibt 3 Wochen auf der Maische und reift für 2 Jahre im Barrique, was für die Weingüter in Neuseeland sicher ungewöhnlich ist. Aber dadurch erzielt der Winzer auch einen feinen Tropfen, der nicht so jung weggetrunken wird, wie es bei vielen Anderen der Fall war. (16/20)
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Nach dem kleinsten Winzer ging es gleich um die Ecke zu einem der größten Winzer hier in der Region. Palliser baut auf 90 ha Wein an und hat eine breite Vielfalt an Gewächsen im Angebot. Das Weingut existiert seit 30 Jahren und vergärt seine weißen Trauben alle im Edelstahl. Ausnahme ist der Chardonnay, der klassisch im Barrique ausgebaut wird.
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Verkosten konnten wir hier einen Rosé von Pinot Noir, einen Pinot Gris, Riesling, einen Sauvignon blanc, einen Chardonnay und einen Pinot Noir. Alle diese aus den Jahrgängen 2014 und 2015 welche ich zwischen 15 und 16+ bewertete.
Palliser_innen


Dann ging es zu einer ganz besonderen Adresse, auf welche ich schon besonders gespannt war, da ich von dem Weingut Ata Rangi bereits in den letzten Monaten in der Vorbereitung gelesen hatte. Auf Ata Rangi konnten wir 1 Rosé, 3 weiße und 3 rote Weine verkosten. Der Verkostungsraum machte einen recht professionellen Eindruck und eine sprachgewandte, asiatisch aussehende junge Dame, führte uns durch die Verkostung. Im Einzelnen waren das:
Ata_Rangi_logo
Rosé 2015 aus 80% Merlot, 20% aus PN und Syrah. Fruchtige Nase mit Geschmack von Erdbeeren und einer kräftigen und guten Struktur. (16/20)
SB 2015 dieser Sauvignon Blanc wird einige Wochen auf den Beeren vergoren und hat daher auch seine entsprechende Farbe. Intensive Fruchtnote mit guter Struktur (15-16/20).
Pinot Gris 2015 20% im neuen Barrique. Sehr fruchtig und rund, volle Beerennote mit feiner Süße von Birnen. (16/20)
Chardonnay 2014 Sehr feine strukturierte Reifenoten mit würzigen Anklängen und gutem Fruchspiel am Gaumen. (16-17/20)
Pinot Noir „Crimson“ 2014, 12 Monate im Barrique, die Beeren werde zur Maische entrappt. Sehr feine Nase mit frischen Noten, und leichterem Abgang (15+/20).
Pinot Noir 2013 etwas verhaltene Nase, inige fruchtige Noten bei mittlerer Säurestruktur. (16+/20)
Cuvée von 50% Merlot, 35% PN und 10% Syrah. Mittlere Nase, etwas kräftige Tannine und recht kräftige Säure. (-/-)
Ata_Rangi_Flaschen


Poppies_8_Schild
Zur Mittagszeit sollte es dann zu Poppies Wines gehen, die auch eine Restaurant im Weingut betreiben und wo wir dann zunächst die Verkostung machen konnetn, und dann uns nach vorheriger Bestellung, die kalte Vorspeisenplatte für 2 Personen und horrendes Geld genehmigt hatten. Sehr angenehm fiel mir auf, das ich hier zum ersten Mal in Neuseeland wirklich gute Weingläser zur Verkostung erhalten sollte, und das am gleichen Tag nochmals. Es wurde also die Verkostung in Gabriel Gläsern vorgenommen, was den Weinen sicher zugute kam. Bei Poppies gab es 6 Weine zur Verkostung, wobei 2 davon Rieslinge waren.

Poppies_innen

Es gab also einen Rosé, einen Sauvignon Blanc, einen Pinot Gris, einen Pinot Noir und 2 Rieslinge.
Ich will hier mehr auf die Rieslinge eingehen.
Der erste Riesling aus 2015, trocken ausgebaut hatte eine gute Fruchtsäure, mit mittlerer Struktur und war für die Gegend um Martinborough sicher recht typisch (16+/20).
Der zweites Riesling als late harvest deklariert und ca. 4 Wochen später als der trockene Riesling geerntet konnte nicht so ganz auf seiner Linie überzeugen. Goldgelbe Farbe mit orangenen Spitzen. Vorne am Gaumen etwas kräftig mit seinen Süßestrukturen, wobei dann im Abgang der Eindruck schnell verflog. (15-16/20)
Dann ging es an den Tisch für die kalte Vorspeisenplatte, welche von den Produkten sicher frisch und ok war aber das Preis Leistungverhältnis wohl nur hier in Neuseeland so funktioniert, Warum das so funktoniert ist mir auch schleierhaft, denn die meisten Weingüter verlangen auch für Ihre Weine einen zum Teil exorbitatnten Preis, wo nicht die tatsächliche Qualität dahintersteht. Eine Erfahrung reicher bin ich dadurch bestimmt.


Margrain_innen
Als nächstes Weingut fahren wir einen Familienbetrieb an der den Namen Margrain trägt.
Dort verkosten wir 9 Weine, welche sich auf die klassischen Sorten konzentrieren wie Pinot Gris, Sauvignon blanc, Chardonnay, Pinot Noir, aber auch Grüner Veltliner und einen Riesling süß ausgebaut.
Durch die Bank weg bei mittleren Noten von 14-15+, wobei der süß ausgebaute Riesling ein wenig besser davon kommt.
Margrain_Flasche


Te_Kairanga_außen
Dann geht es zu einem Betrieb der zu einer großen Familie aus den USA gehört, und auch hier in Neuseeland ein Weingut führt, das sich Te Kairanga nennt. Hier konnten wir 5 weiße und 3 rote Weine verkosten. Auch hier kein wesentlicher Ausreißer, denn es gibt Riesling, Sauvignon Blanc, Pinot Gris, Chardonnay und Pinot Noir. Die weißen Sorten durchweg ordentlich, aber keine wirklichen highlights. Bei den roten Pinot Noir konnten dann schon eher die 2013er, insbesondere als Reserve recht gut überzeugen. Weiß 15-16, Rot 15+-17.

Te_Kairanga_innen


 
Schubert_Wines_außen
Sehr interessant allerding sollte sich der Abschluss des Tages gestalten. Wir fuhren gerade mal kurz um die Ecke, zu Schubert Wines, die eigentlich schon geschlossen hatten, aber unser Tour guide telefonierte mit der Dame im Verkostungsraum und arrangierte eine weitere Probe für uns zwei. Hier sollten wir also zum zweiten Mal an diesem Tage die Gabriel Gläser in Händen halten. Und als ich das erwähnte, das wir diese bereits einmal am Tag zur Verkostung hatten, wurde uns erzählt, das Poppies Wines die Gabriel Gläser bei Schubert wohl gekauft hatten. Auch hier wieder die klassische Reihe an Rebsorten von Pinot Noir als Rosé, Sauvignon Blanc, Syrah und ein paar Cuvées, worauf ich hier eingehen will.
Der ertse Cuvée aus weißen Trauben bestand aus 30% Chardonnay, 30% Pinot Gris und 40% Müller-Thurgau. Und hier wurde uns dann auch dei Geschichte mit den 70% Anbaufläche des Müller-Thurgau aus den Anfängen des Weinbaus in Martinborough erzählt. Ein weiterer Cuvée in rot bestand aus Syrah, Merlot, CS und wurde 4 Jahre im Barrique veredelt. Wir verkosteten einen 2011 der mit runden süßen Noten daherkam, etwas Struktur besaß und einen runden Abschlu´mit roten Beeren ganz ordentlich wirkte (15+/20).
Zum gutem Schluss gabe es noch einen sogenannten Dolce, der ein Cuvée aus Müller-Thurgau und Pinot Noir bestand. Honigduft und eine recht süßliche Note kamen einem aus dem Glas entgegen. Am Gaumen eine sehr lange süßliche Note welche sich etwas fortsetzte. (15/20)
Schubert_Wines_Syrah_Flasche


 

Weinreise in Neuseeland Waiheke Island, der dritte Tag

Der dritte Tag sollte uns von Aukland aus auf die vorgelagerte Insel Waiheke führen. Dort werden derzeit gesamt ca. 430 ha Wein angebaut und von sehr verschiedenen kleinen Winzern bearbeitet. Die Insel erreicht man mit einer Fähre direkt von Aukland und ist in flotter Fahrt in ca. 45 Minuten auf der recht hügeligen und sehr grünen Insel angekommen. Da die Weingüter aber über die gesamte Insel weit verstreut sind gibt es fast nur die Möglichkeit einen hop-on hop-off Bus zu nehmen, der die wesentlichen Ecken anfährt. Also starteten wir vom Fähranleger zunächst für 2,5 km mit einem öffentlichen Bus an einen Ortspunkt, wo wir dann für ein weiteres Fahrgeld den Bus zu den Weingütern bestiegen.
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Erste Station an diesem Samstag sollte also das Weingut Stonyridge sein, welches allerdings eher einem Zirkusplatz mit Gartenparty glich, als einem Weingut mit entsprechender Weinverkostung. Auch zu vergleichen mit einem Biergarten wie in München, allerdings mit Palmengarten, Weinreben umher und vielen Menschen die flaschenweise die Rosées und weißen Tropfen vernichteten. Nichtsdestotrotz holten wir uns ein Glas Pinot Gris an einem der Verkaufsstände und setzten uns auf eine der Bänke im Garten. Der Weinpräsentierte sich recht säuerlich, mit wenig Frucht und die Säure wollte am Gaumen auch nicht verschwinden. Ohne Bewertung.


 

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Dann machten wir uns auf einen kleinen 500 m Spaziergang, der uns zum Weingut Te Motu führte, welches direkt in der Nachbarschaft lag.
Te Motu hat 1989 auf der Insel begonnen und bewirtschaftet heute eine Fläche von 10 ha. Uns wurde eine Verkostungsreihe von 6 Weinen angeboten, wobei wir dann aber doch am Schluß 7 Weine von Te Motu verkosten konnten. Hier lohnt es sich mal wieder auf die einzelnen Weine einzugehen, da wir auch mit dem Mitarbeiter auf Te Motu, der uns die Weine vorstellte, vor 3,5 Jahren aus Deutschland kam, und uns entsprechend etwas mehr erklären wollte. Auf Te Motu werden nur rote Sorten angebaut.

TeMotu_Verkostungsraum
Dunleavy 2011, Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot.
Recht kräftige Nae, fruchtig mit frischem fruchtigem Geschmack (15+/20). -25.- NZ$ 2011 war ein schwieriges Jahr für die Weinbauern in Neuseeland, so wurde uns berichtet.

TeMotu_TheStrip_CS_2013
The Strip 2013, Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot. 12 Mon. im Barrique mit 30% Neuanteil. Sehr tiefe dunkle Nase, leicht pfeffrig bei dunklem Schokoladenton. Tannine noch spürbar aber wohl mit Reifepotential. (15-16/20). 2013 war dagegen, im Vergleich zu 2011 wohl ein sehr gutes Weinjahr hier in Neuseeland.

TeMotu_TheGrafter_Syrah_2014
The Grafter 2014 Syrah, 12 Mon. im Barrique.
Pfeffrige Nase, bei direktem Fruchtansatz. Am Gaumen dann ebenso sehr fruchtig mit runden ausgewogenen süßen Noten, welche aber in einem runden Abgang eine ausgewogenes Spiel mit den Geschmäckern machen. Für einen Syrah, im Vergleich zu einigen Anderen aus der vergangenen Woche, war das wirklich eine kleine Entdeckung. (16+/20)

Und ab jetzt sollte es teurer werden.
Te Motu 2012 Kokoro Cuvée aus:
Merlot 50%, CS 25%, CF 15%, Malbec 5%, Syrah 5%. Bei einer feinen frischen und fruchtigen Nase, im Geschmack etwas rauchig, Toast, und pfeffrig. (16-17/20) 75.- NZ $

Te Motu Tipia, 2013, ein 100% Cabernet Franc. Was selten reinsortig ausgebaut zu finden ist. Recht kräftige reife Nase. Würzige Noten, dichter Gaumen, und sehr elegant, frisch und komplex. (17+/20)

Te Motu Cuvée 2008, CS 60%, Merlot 30%, CF 10%. Sehr weich und rund am Gaumen und mit feinen eleganten Säurespitzen. Diese Te Motu Cuvées stellt das Weingut immer nur in den guten Weinjahren her, somit wird er nicht in jedem Jahr angeboten. 90.- NZ $

Zum guten Schluss noch ein Te Motu, gleiche Cuvetierung wie der 2008er, welcher aus 1999 stammte. Etwas gealterte Nase, leicht braune Ränder, aber für einen 16 Jahre alten Wein noch immer recht frisch in der Farbe und der Nase. Fein dichte Frucht mit Noten von eingekochten dunklen Früchten. Der Wein hat wohl seinen absoluten Höhepunkt schon erlebt. (17/20). 195.- NZ $.


 

WildonWaiheke_Schild

Als finalen Besuch an diesem Tage machten wir noch einen Besuch bei Wild Estate, wo ebenso wie bei Stonyridge der Bär abging. Allerdings aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, war die große Sause hier so gut wie gelaufen. Zu Essen gab es nichts mehr, aber wir konnten noch einen kleinen flight von 5 Weinen des Weingutes verkosten. 3 Weiße Rebsorten, 1 Rosé und ein roter Syrah. Im Garten waren einige Zelte aufgebaut, das Personal räumte die auf und wir setzten uns an einen kleinen Tisch mit Sonnenschirm, wo uns dann die bereits eingeschenkten 5 Weine auf einem Tablett bereits eingeschenkt serviert wurden.
Schön im Freien zu sitzen, bei recht schönem Wetter, aber die Weine waren durchweg zu warm, und so erübrigt sich eine Beurteilung in weiteren Feinheiten.