Archiv der Kategorie: Wein

Neuseeland Weinreise Martinborough, der fünfte Tag

Der fünften Tag meiner Weinverkostungen in Neuseeland wollte ich auf eigene Faust ein paar Weingüter rund um Martinborough erkunden. Da um Martinborough die meisten Weingüter fast immer gut zu Fuß zu erreichen sind, machte ich mich so gegen späten Vormittag auf den Weg zu 2 mir bisher nicht bekannten Adressen.
Cambridge Road und
Muirlea Rise
standen auf dem Programm.
Cambridge_Road_Verkostung
Auf Cambridge Road sagte man mir im Hotel, das es dort auch ein kleines Lunch zum Mittag gäbe, was aber etwas dürftig ausfallen sollte, und somit nicht erwähnenswert ist. Es waren beriets einige Personen in dem kleinen Verkostungraum zugegen, und ich gesellte mich dazu um eine Reihe von 7 Weinen des kleinen Weingutes mit gerade einmal 2 ha Anbaufläche zu genießen.
Los ging es mit einem ungefilterten Pinot Gris aus 2015 mit orange-gelber Farbe, frische Note in der Nase und einem sehr belebenden Zitrus-Orangen Geschmack. Also wirklich etwas zum schnellen trinken. Naturtrüb, da ungefiltert. Und mit einem interessanten Anhängeetikett.
Cambridge_Road_PG_2015
Dann gab es einen Rosé aus PN, PG und CG.
Weiter mit einem Chardonnay aus 2014 mit runden Fruchtnoten und leichter Frische.
Fortsetzung mit einem ersten Roten aus Pinot Noir aus 2012, welcher mit 15% Syrah eine recht kräftige Säurenote von sich gab. Etwas unreife Noten mit wenig Abgang konnte ich vermerken. Leicht grün.
Dann ein weiterer Pinot Npir mit nur sehr wenig Syrah namen „Transit of Venus“, welcher mit einer typischen Nase und leichter Astringenz mir schon eher zusagte. (15-16/20)
Die weiteren 2 Pinots, beide aus 2011, konnten mich dann schon viel eher von der Machart dieses Weingutes überzeugen. Der erste hatte eine feine Nase, mit schöner Frucht, Noten von Pilzen und einer guten Säure die sich im Abgang fortsetzte. (16/20)
Der zweite war eine Cuvée aus 71% PN und 29% Syrah, wobei sich der Syrah hier schon leicht in den Vordergrund drängte. Weiche NOten bei ausgewogener Geschmeidigkeit. Sehr schönes Frucht Säure Spiel am Gaumen und im Abgang. (16+/20)

Muirlea_Rise_Schild
Als zweites Weingut besuchte ich Muirlea Rise, welches seit 1987 Wein produziert und fast ausschließlich rote Sorten im Programm hat.
3 Pinot Noir und ein Süßwein Namens Après standen zur Verkostung an.
PN 2013, leicht frisch Nase, etwas medizinisch im Geschmack
PN 2014, sehr fruchtige Nase, astringierende Frucht mit leichter Säure, recht kräftige Noten, aber nicht wirklich alkoholisch. (16-17/20)
PN 2014 mit 4% Syrah, feine Fruchtstruktur und etwas mehr Tannine, gute Säure mit feiner Struktur und lange am Gaumen nachwirkend. (16+/20)
PN – Après, ein spät gelesener und mit Brandy aufgespritteter Saft, der mit einer recht süßen Struktur daherkam, und recht vordergründige süßliche Noten aufwies. (-/-)


 

Neuseeland, Martinborough – Intermezzo im Neighbourhood Café

Die wunderbare Begegnung der besonderen Art. Eigentlich war ich ja für die Weine nach Neuseeland geflogen und gefahren, doch auf meiner zweiten Station in Martinborough sollte es ein Café geben, welches ich gleich am ersten Tag empfohlen bekam, da es im Hotel kein Frühstücksangebot gab. Das Café lag gerade mal über den Platz an der anderen Ecke des Square von der Mitte der Ortschaft, und es war keines der so standardmäßig eingeschliffenen Takeaway Cafés wie so üblich hierzulande. Über die verschiedenen Kaffee Geschmäcker kann man ja ebenso geteilter Meinung sein wie auch bei Wein, aber hier gab es vielerlei Komponenten, die das Erlebnis mit dem Geschmack verband.
Nette Leute am Tresen, eine eigene kleine Kaffeerösterei, interessante Interior Details, selbstgemachte Backwaren und Vieles mehr. Hier eine kleine Fotostrecke zum genießen:
NH_Kogo_Schild
NH_Hocker_Kaffeesackbespannung  Matinb_Café_innen  Neighbor_Hood_Cafe_Rösterei
NH_Frühstücksmuffin_Speck_Ei_Spinat
NH_Frühstück_Croissant_Café
Neighbour_Hood_Esperesso


 

Neuseeland Weinreise Martinborough, der vierte Tag

Der vierte Tag führte mich in eine weitere Weinregion auf der Nordinsel Neuseelands, wo erst auf intensive Weise seit nicht viel mehr als 35 Jahren Wein angebaut wird. Martinborough liegt im Südosten der Insel und wurde vom Strassenlayout wie die englische Flagge angelegt. Somit gibt es einen zentralen Platz in der Mitte der Stadt, wo heute eine Grünanlage sich befindet, und die Straßen führen sternförmig von dieser Mitte aus weg in alle Himmelsrichtungen. Nur die Farbe der englischen Flagge wurde nicht übernommen. Aber nun zum Wein aus dieser Gegend. Zu Beginn des Weinbaus in der Region waren ca. 70% der Rebflächen mit Müller-Thurgau bepflanzt. Also sind auch hier wohl einige deutsche Auswanderer gewesen, die diese Rebe hier eingeführt haben. Das belegt auch ein Weingut namens Schubert, worauf ich später mehr eingehen werde, da wir dort auch an diesem Tage verkostet haben. In der Gegend um Martinborough regnet es über das Jahr ca. 1000 mm/qm, was aber in der direkten Umgebung von Martinborough nur 800 mm/qm aufgrund des Mikroklimas sind. In der Region sind ca. 700 ha Wein angebaut, und im ganzen Tal ca. 970 ha.
An diesem ersten Tag in Martinborough haben ich eine Wine tour gebucht mit Martinborough Wine tours und wir sollten zu 7 Weingütern fahren, welche alle in der direkten Umgebung von dem Städtchen liegen. Wir starteten beim kleinsten Weingut der Tour namens The Cabbage Tree. Der Cabbage Tree wird in Europa auch Torquay Palme genannt und kommt in ganz Neuseeland vor.

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Cabbage Tree hat gerade mal eine Anbaufläche von 1,2 ha und produziert ca. 4000 Flaschen pro Jahr. Die Sortenvielfalt ist typisch für die Region und es werden Chardonnay, Pinot Noir und Merlot angebaut. Da der Winzer seine Weine eher lange im Tank oder auch im Holz reifen läßt, konnten wir hier ein paar ältere Jahrgänge verkosten.
Chardonnay 2013, 11 Monate im Barrique auf der Hefe und mit Betonit am Ende leicht geschönt kann dieser Tropfen noch kräftige Holznoten widergeben, bei etwas zurückhaltender Frucht (16/20).
Der Pinot Noir ist aus 2010 und hat einen sehr typischen Duft bei vollem runden Geschmack mit Ledernoten, leichter Schärfe und mittlerem Abgang. Langes Frucht Säure Spiel am Gaumen.(16+/20)
Der Merlot 2010 kommt mit einer sehr tiefen Farbe daher, leichte Tannine, fein und dicht. Der Merlot bleibt 3 Wochen auf der Maische und reift für 2 Jahre im Barrique, was für die Weingüter in Neuseeland sicher ungewöhnlich ist. Aber dadurch erzielt der Winzer auch einen feinen Tropfen, der nicht so jung weggetrunken wird, wie es bei vielen Anderen der Fall war. (16/20)
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Nach dem kleinsten Winzer ging es gleich um die Ecke zu einem der größten Winzer hier in der Region. Palliser baut auf 90 ha Wein an und hat eine breite Vielfalt an Gewächsen im Angebot. Das Weingut existiert seit 30 Jahren und vergärt seine weißen Trauben alle im Edelstahl. Ausnahme ist der Chardonnay, der klassisch im Barrique ausgebaut wird.
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Verkosten konnten wir hier einen Rosé von Pinot Noir, einen Pinot Gris, Riesling, einen Sauvignon blanc, einen Chardonnay und einen Pinot Noir. Alle diese aus den Jahrgängen 2014 und 2015 welche ich zwischen 15 und 16+ bewertete.
Palliser_innen


Dann ging es zu einer ganz besonderen Adresse, auf welche ich schon besonders gespannt war, da ich von dem Weingut Ata Rangi bereits in den letzten Monaten in der Vorbereitung gelesen hatte. Auf Ata Rangi konnten wir 1 Rosé, 3 weiße und 3 rote Weine verkosten. Der Verkostungsraum machte einen recht professionellen Eindruck und eine sprachgewandte, asiatisch aussehende junge Dame, führte uns durch die Verkostung. Im Einzelnen waren das:
Ata_Rangi_logo
Rosé 2015 aus 80% Merlot, 20% aus PN und Syrah. Fruchtige Nase mit Geschmack von Erdbeeren und einer kräftigen und guten Struktur. (16/20)
SB 2015 dieser Sauvignon Blanc wird einige Wochen auf den Beeren vergoren und hat daher auch seine entsprechende Farbe. Intensive Fruchtnote mit guter Struktur (15-16/20).
Pinot Gris 2015 20% im neuen Barrique. Sehr fruchtig und rund, volle Beerennote mit feiner Süße von Birnen. (16/20)
Chardonnay 2014 Sehr feine strukturierte Reifenoten mit würzigen Anklängen und gutem Fruchspiel am Gaumen. (16-17/20)
Pinot Noir „Crimson“ 2014, 12 Monate im Barrique, die Beeren werde zur Maische entrappt. Sehr feine Nase mit frischen Noten, und leichterem Abgang (15+/20).
Pinot Noir 2013 etwas verhaltene Nase, inige fruchtige Noten bei mittlerer Säurestruktur. (16+/20)
Cuvée von 50% Merlot, 35% PN und 10% Syrah. Mittlere Nase, etwas kräftige Tannine und recht kräftige Säure. (-/-)
Ata_Rangi_Flaschen


Poppies_8_Schild
Zur Mittagszeit sollte es dann zu Poppies Wines gehen, die auch eine Restaurant im Weingut betreiben und wo wir dann zunächst die Verkostung machen konnetn, und dann uns nach vorheriger Bestellung, die kalte Vorspeisenplatte für 2 Personen und horrendes Geld genehmigt hatten. Sehr angenehm fiel mir auf, das ich hier zum ersten Mal in Neuseeland wirklich gute Weingläser zur Verkostung erhalten sollte, und das am gleichen Tag nochmals. Es wurde also die Verkostung in Gabriel Gläsern vorgenommen, was den Weinen sicher zugute kam. Bei Poppies gab es 6 Weine zur Verkostung, wobei 2 davon Rieslinge waren.

Poppies_innen

Es gab also einen Rosé, einen Sauvignon Blanc, einen Pinot Gris, einen Pinot Noir und 2 Rieslinge.
Ich will hier mehr auf die Rieslinge eingehen.
Der erste Riesling aus 2015, trocken ausgebaut hatte eine gute Fruchtsäure, mit mittlerer Struktur und war für die Gegend um Martinborough sicher recht typisch (16+/20).
Der zweites Riesling als late harvest deklariert und ca. 4 Wochen später als der trockene Riesling geerntet konnte nicht so ganz auf seiner Linie überzeugen. Goldgelbe Farbe mit orangenen Spitzen. Vorne am Gaumen etwas kräftig mit seinen Süßestrukturen, wobei dann im Abgang der Eindruck schnell verflog. (15-16/20)
Dann ging es an den Tisch für die kalte Vorspeisenplatte, welche von den Produkten sicher frisch und ok war aber das Preis Leistungverhältnis wohl nur hier in Neuseeland so funktioniert, Warum das so funktoniert ist mir auch schleierhaft, denn die meisten Weingüter verlangen auch für Ihre Weine einen zum Teil exorbitatnten Preis, wo nicht die tatsächliche Qualität dahintersteht. Eine Erfahrung reicher bin ich dadurch bestimmt.


Margrain_innen
Als nächstes Weingut fahren wir einen Familienbetrieb an der den Namen Margrain trägt.
Dort verkosten wir 9 Weine, welche sich auf die klassischen Sorten konzentrieren wie Pinot Gris, Sauvignon blanc, Chardonnay, Pinot Noir, aber auch Grüner Veltliner und einen Riesling süß ausgebaut.
Durch die Bank weg bei mittleren Noten von 14-15+, wobei der süß ausgebaute Riesling ein wenig besser davon kommt.
Margrain_Flasche


Te_Kairanga_außen
Dann geht es zu einem Betrieb der zu einer großen Familie aus den USA gehört, und auch hier in Neuseeland ein Weingut führt, das sich Te Kairanga nennt. Hier konnten wir 5 weiße und 3 rote Weine verkosten. Auch hier kein wesentlicher Ausreißer, denn es gibt Riesling, Sauvignon Blanc, Pinot Gris, Chardonnay und Pinot Noir. Die weißen Sorten durchweg ordentlich, aber keine wirklichen highlights. Bei den roten Pinot Noir konnten dann schon eher die 2013er, insbesondere als Reserve recht gut überzeugen. Weiß 15-16, Rot 15+-17.

Te_Kairanga_innen


 
Schubert_Wines_außen
Sehr interessant allerding sollte sich der Abschluss des Tages gestalten. Wir fuhren gerade mal kurz um die Ecke, zu Schubert Wines, die eigentlich schon geschlossen hatten, aber unser Tour guide telefonierte mit der Dame im Verkostungsraum und arrangierte eine weitere Probe für uns zwei. Hier sollten wir also zum zweiten Mal an diesem Tage die Gabriel Gläser in Händen halten. Und als ich das erwähnte, das wir diese bereits einmal am Tag zur Verkostung hatten, wurde uns erzählt, das Poppies Wines die Gabriel Gläser bei Schubert wohl gekauft hatten. Auch hier wieder die klassische Reihe an Rebsorten von Pinot Noir als Rosé, Sauvignon Blanc, Syrah und ein paar Cuvées, worauf ich hier eingehen will.
Der ertse Cuvée aus weißen Trauben bestand aus 30% Chardonnay, 30% Pinot Gris und 40% Müller-Thurgau. Und hier wurde uns dann auch dei Geschichte mit den 70% Anbaufläche des Müller-Thurgau aus den Anfängen des Weinbaus in Martinborough erzählt. Ein weiterer Cuvée in rot bestand aus Syrah, Merlot, CS und wurde 4 Jahre im Barrique veredelt. Wir verkosteten einen 2011 der mit runden süßen Noten daherkam, etwas Struktur besaß und einen runden Abschlu´mit roten Beeren ganz ordentlich wirkte (15+/20).
Zum gutem Schluss gabe es noch einen sogenannten Dolce, der ein Cuvée aus Müller-Thurgau und Pinot Noir bestand. Honigduft und eine recht süßliche Note kamen einem aus dem Glas entgegen. Am Gaumen eine sehr lange süßliche Note welche sich etwas fortsetzte. (15/20)
Schubert_Wines_Syrah_Flasche


 

Weinreise in Neuseeland Waiheke Island, der dritte Tag

Der dritte Tag sollte uns von Aukland aus auf die vorgelagerte Insel Waiheke führen. Dort werden derzeit gesamt ca. 430 ha Wein angebaut und von sehr verschiedenen kleinen Winzern bearbeitet. Die Insel erreicht man mit einer Fähre direkt von Aukland und ist in flotter Fahrt in ca. 45 Minuten auf der recht hügeligen und sehr grünen Insel angekommen. Da die Weingüter aber über die gesamte Insel weit verstreut sind gibt es fast nur die Möglichkeit einen hop-on hop-off Bus zu nehmen, der die wesentlichen Ecken anfährt. Also starteten wir vom Fähranleger zunächst für 2,5 km mit einem öffentlichen Bus an einen Ortspunkt, wo wir dann für ein weiteres Fahrgeld den Bus zu den Weingütern bestiegen.
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Erste Station an diesem Samstag sollte also das Weingut Stonyridge sein, welches allerdings eher einem Zirkusplatz mit Gartenparty glich, als einem Weingut mit entsprechender Weinverkostung. Auch zu vergleichen mit einem Biergarten wie in München, allerdings mit Palmengarten, Weinreben umher und vielen Menschen die flaschenweise die Rosées und weißen Tropfen vernichteten. Nichtsdestotrotz holten wir uns ein Glas Pinot Gris an einem der Verkaufsstände und setzten uns auf eine der Bänke im Garten. Der Weinpräsentierte sich recht säuerlich, mit wenig Frucht und die Säure wollte am Gaumen auch nicht verschwinden. Ohne Bewertung.


 

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Dann machten wir uns auf einen kleinen 500 m Spaziergang, der uns zum Weingut Te Motu führte, welches direkt in der Nachbarschaft lag.
Te Motu hat 1989 auf der Insel begonnen und bewirtschaftet heute eine Fläche von 10 ha. Uns wurde eine Verkostungsreihe von 6 Weinen angeboten, wobei wir dann aber doch am Schluß 7 Weine von Te Motu verkosten konnten. Hier lohnt es sich mal wieder auf die einzelnen Weine einzugehen, da wir auch mit dem Mitarbeiter auf Te Motu, der uns die Weine vorstellte, vor 3,5 Jahren aus Deutschland kam, und uns entsprechend etwas mehr erklären wollte. Auf Te Motu werden nur rote Sorten angebaut.

TeMotu_Verkostungsraum
Dunleavy 2011, Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot.
Recht kräftige Nae, fruchtig mit frischem fruchtigem Geschmack (15+/20). -25.- NZ$ 2011 war ein schwieriges Jahr für die Weinbauern in Neuseeland, so wurde uns berichtet.

TeMotu_TheStrip_CS_2013
The Strip 2013, Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot. 12 Mon. im Barrique mit 30% Neuanteil. Sehr tiefe dunkle Nase, leicht pfeffrig bei dunklem Schokoladenton. Tannine noch spürbar aber wohl mit Reifepotential. (15-16/20). 2013 war dagegen, im Vergleich zu 2011 wohl ein sehr gutes Weinjahr hier in Neuseeland.

TeMotu_TheGrafter_Syrah_2014
The Grafter 2014 Syrah, 12 Mon. im Barrique.
Pfeffrige Nase, bei direktem Fruchtansatz. Am Gaumen dann ebenso sehr fruchtig mit runden ausgewogenen süßen Noten, welche aber in einem runden Abgang eine ausgewogenes Spiel mit den Geschmäckern machen. Für einen Syrah, im Vergleich zu einigen Anderen aus der vergangenen Woche, war das wirklich eine kleine Entdeckung. (16+/20)

Und ab jetzt sollte es teurer werden.
Te Motu 2012 Kokoro Cuvée aus:
Merlot 50%, CS 25%, CF 15%, Malbec 5%, Syrah 5%. Bei einer feinen frischen und fruchtigen Nase, im Geschmack etwas rauchig, Toast, und pfeffrig. (16-17/20) 75.- NZ $

Te Motu Tipia, 2013, ein 100% Cabernet Franc. Was selten reinsortig ausgebaut zu finden ist. Recht kräftige reife Nase. Würzige Noten, dichter Gaumen, und sehr elegant, frisch und komplex. (17+/20)

Te Motu Cuvée 2008, CS 60%, Merlot 30%, CF 10%. Sehr weich und rund am Gaumen und mit feinen eleganten Säurespitzen. Diese Te Motu Cuvées stellt das Weingut immer nur in den guten Weinjahren her, somit wird er nicht in jedem Jahr angeboten. 90.- NZ $

Zum guten Schluss noch ein Te Motu, gleiche Cuvetierung wie der 2008er, welcher aus 1999 stammte. Etwas gealterte Nase, leicht braune Ränder, aber für einen 16 Jahre alten Wein noch immer recht frisch in der Farbe und der Nase. Fein dichte Frucht mit Noten von eingekochten dunklen Früchten. Der Wein hat wohl seinen absoluten Höhepunkt schon erlebt. (17/20). 195.- NZ $.


 

WildonWaiheke_Schild

Als finalen Besuch an diesem Tage machten wir noch einen Besuch bei Wild Estate, wo ebenso wie bei Stonyridge der Bär abging. Allerdings aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, war die große Sause hier so gut wie gelaufen. Zu Essen gab es nichts mehr, aber wir konnten noch einen kleinen flight von 5 Weinen des Weingutes verkosten. 3 Weiße Rebsorten, 1 Rosé und ein roter Syrah. Im Garten waren einige Zelte aufgebaut, das Personal räumte die auf und wir setzten uns an einen kleinen Tisch mit Sonnenschirm, wo uns dann die bereits eingeschenkten 5 Weine auf einem Tablett bereits eingeschenkt serviert wurden.
Schön im Freien zu sitzen, bei recht schönem Wetter, aber die Weine waren durchweg zu warm, und so erübrigt sich eine Beurteilung in weiteren Feinheiten.


 

Weinreise in Neuseeland Nordinsel, der zweite Tag

Der zweite Tag in den Weingüter führte uns zu zwei Betrieben in der Gegend um das Städtchen Gisborne und deren Meeresbucht. Namentliche waren das
Matawhero Wines
und
Milton Vineyards & Winery, ein bio-dynamisch arbeitender Betrieb.
Matawhero_Gebäude
Nach der Fahrt von Napier in der Hawk’s Bay gelegen erreichten wir am späten Vormittag das Weingut von Matawhero bei sonnigem aber etwas stürmischem Wetter. Es waren schon einige Gäste im Restaurant zugegen, aber vor uns hatte eine größere Gruppe von Besuchern eines großen Kreuzfahrtschiffes den Tagesablauf in der Verkostung etwas durcheinandergewirbelt. Wir suchten uns einen etwas schattigen Platz im Garten und wurden mit einem flight von 5 Weinen versorgt, der folgendermaßen sich aufreihte.
Pinot Gris 2014; Chardonnay 2014; Chenin Blanc 2015 bei den weißen Sorten, und
Merlot 2014, sowie ein Malbec aus 2015.
Matawhero_Chardonnay_Flasche
Die weißen Reben konnten recht gut gefallen, waren aber alle immer noch etwas jung und leicht zu warm serviert. Der Chenin blanc aus der black label Serie konnte mit typischer Nase und recht fruchtig einen sehr geschmeidigen Eindruck machen (15/20). Die roten Sorten waren allerdings ebenso noch viel zu jung und wirkten zum Teil unreif und nicht fertig vergoren.
Matawhero_Malbec_Flasche
Dazu aßen wir, da es fast bereits Mittag war, eine schöne Vorspeisenplatte mit allerlei Spezialitäten aus dem Lande, wie auch Käse und Oliven, die hier auf der Nordinsel Neuseelands recht häufig anzutreffen sind, und auch von einigen Weingütern als Olivenöl angeboten werden.
Matawhero_Mittagsplatte


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Milton_innen
Beim nächsten Weingut von Milton sollten wir freudig überrascht werden. Das Weingut hat, wie so viele Andere hier in Neuseeland, in den 80er Jahren, seinen Betrieb aufgenommen. Auslöser dafür war der internationale Erfolg von Cloudy Bay in der Region Marlborough (auf der Südinsel), welche mit Ihrem Sauvignon Blanc in den frühen 80er Jahren den Grundstein für viele weitere Gründungen in ganz Neuseeland bildete. Das Weingut Milton arbeitet seit beginn bio-dynamisch und der Sohn der Winzerfamilie machte mit uns die Verkostung der anstehenden Weine. Es gab einen Rosé, 5 weiße Rebsorten, und 2 rote zur Verkostung. Der Rosé mit einer kräftigen breiten Fruchtnote und schöner Frische. Bei den weißen waren es Chardonnay (ohne Holzeinsatz), Chenin blanc, Viognier, ein Gewürztraminer und ein Riesling. Durch die Bank weg konnte ich recht gute Noten vergeben und war sehr freudig überrascht, wie stabil und ausgewogen die weißen sich präsentierten. Noten von 16-17/20. An der Spitze für mich der Viognier von Milton. Bei den roten Sorten gab es einen Pinot Noir und einen Cuvée von Malbec, Syrah und Viognier. Auch hier meine Benotungen von 16-17/20.


 

Weinreise in Neuseeland Nordinsel, der erste Tag

Der erste Tag der Weinverkostungen in Neuseeland sollte uns zu 4 Weingütern in der Region um Hawk’s Bay und Napier/Hastings führen. Wir besuchten in der Reihenfolge folgende Betriebe:
Trinity Hill
Craggy Range
Elephant Hill und
Vidal Estate

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Trinity Hill ist ein Weingut welches 1980 angefangen hat Weine in der Region Hawk’s Bay zu produzieren. Mit Ihrer Produktion von ca. 240 000 Flaschen im Jahr ist dieser Betrieb eher einer der kleineren im Lande. Wir konnten 3 weiße und drei Rote Ihrer Produktion verkosten. Ein moderner Bau mit großzügigem Verkostungsraum sollte uns begrüßen, der Parkplatz davor sehr aufgeräumt, und da es ganz leicht regnete, begaben wir uns auch ganz schnell in die Räumlichkeiten, wo uns eine in ganz schwarz gekleidete Dame mit Trinity Hill Logo auf dem T-shirt begrüßen sollte.
Bei den weißen Weinen konnten wir den Cuvée von Marsanne (55%) und Viognier (45%) als für uns den besten dieser Auswahl ausmachen. Bei den roten Sorten war es für mich der Syrah, der aber hier nicht wirklich überzeugen konnte. Generell konnte aber festgestellt werden, das wir hier, aber auch auf den folgenden Weingütern fast ausschließlich die jüngeren Jahrgänge zur Verkostung bekamen.
Trinity_Hill_Verkostungsglas


 

Craggy_Range_Verkostung_2
Fahrt zum nicht weit weg gelegenen Weingut Craggy Range, welches als Investment in den 90er Jahren gegründet und komplett neu aufgebaut wurde. Heute gehört auch ein wohl ausgezeichnetes Restaurant, als Anbau des Weingutes konzipiert dazu. Wir konnten es nicht ausprobieren, da es eine geschlossene Gesellschaft gebucht hatte. In dem sehr elegant hergerichteten Verkostungsraum konnten wir hier 3 weiße und 3 rote Sorten des Weingutes verkosten.
Es waren bei den weißen wieder die klassischen Sorten Pinot Gris, Sauvignon blanc und Chardonnay dabei, sowie bei den roten, Pinot noir, Syrah und ein Bordeaux Style blend dabei. Bei den weißen überzeugte insbesondere der Sauvignon blanc, der primär im Edelstahl ausgebaut wird. Was nach allgemeiner Beschreibung und Aussagen der Weingüter ungewöhnlich ist, da in Neuseeland auch alle weißen Trauben fast ausschließlich im kleinen Holz recht lange ausgebaut werden.


 

Elephant_Hill_aussen
Dann ging es zum dritten Weingut des Tages, welches sich den Namen Elephant Hill gegeben hat. Es liegt fast direkt an der Küstenlinie zu Hawk’s Bay und stellt mit seinem kantigen und farblich grünlich oxidierten Aussenhaut einen gewissen Kontrast zum Meer, aber auch wieder eine Harmonie zu den umgebenden Weinbergen dar. Der Betrieb an diesem Vormittag war recht rege in dem Verkostungsraum, der fast übergangslos in das dazugehörige Restaurant überging. Ca. 20  Personen waren parallel dabei die angebotenen Weine zu verkosten und wir gesellten uns zu der halbkreisförmigen Theke dazu wo von 1-2 Personen die Besucher betreut wurden, so gut es ging. Auch hier konnten wir wieder 3 weiße und drei rote Weine verkosten. Bei diesen Weinen gab es einen Weißweincuvée, welcher recht würzig und kräftig schmeckte, mit komplexer Struktur und heißt „Le Phant Blanc“, welcher aus folgenden Trauben besteht: 40% Pinot Gris, 30 % Viognier, 20 % Chardonnay und 5 % Gewürztraminer. 2013 (16-17/20) Bei den roten Sorten hatten wir den bisher am am besten überzeugenden Syrah Reserve 2013 welcher mit einer schönen fruchtigen Nase, gut eingebundenen Tanninen und langem Abgang recht gut sich präsentierte. (16-17/20) Da es Mittagszeit war und wir bereits 3 Weingüter absolviert hatten, konnten wir im Restaurant noch einen Tisch ergattern, wo es ein gemütliches und recht gutes Mittagsmahl geben sollte. Wir versuchten Austern, Rindertartar und den Fisch des Tages, welches alles schmackhaft, schön angerichtet und köstlich mundete.
Elephant_Hill_Restaurant_5


 

Vidal_Logo
Am Nachmittag zielten wir dann noch auf das Weingut Vidal Estate, welches mitten in der Ortschaft Hastings liegt und von spanischen Auswandereren bereits 1905 gegründet wurde. Da wir hier bei Ankunft die einzigsten Gäste waren und sogleich mit den Verkostungen begannen, konnte der Herr hinter dem Tresen gar nicht mehr aufhören uns eine Flasche nach der anderen zu präsentieren. Wir verkosteten hier also 10 weiße Weine und 7 rote Sorten. Bei den weißen ging die Traubenvielfalt begonnen mit Riesling, Pinot Gris über Sauvignon Blanc bis Chardonnay, wobei bei den roten Trauben es Pinot Noir, Cabernet Sauvignon, Syrah und ein Cuvée sein sollten. Hier gab es dann auch den ersten etwas gereiften weißen Chardonnay aus 2010, der wirklich überzeugen konnte und mit seiner würzigen Frucht ausgezeichnet sich präsentierte (17+/20). Ebenso bei den roten Sorten konnten wir einen etwas älteren Syrah verkosten, der von 2010 sich mit warmen Tönen sehr vollmundig und kräftigen Noten zeigte (17+/20).
Vidal_Verkostungsraum

Knuspertaschen orientalisch

Eigentlich sollten diese Knuspertaschen mit einem Filotteig oder Brickteig hergestellt werden. Da ich aber gerade nur Frühlingsrollenteig aus dem Tiefkühlfach zur Hand hatte, mußten es diese dafür herhalten. Eine Ableitung aus einem Rezept vom Abracadabra Buch.

Für 6 dieser Taschen benötige ich:
6 Teigblätter
6 Stück Ziegenfrischkäse (ca. 4×4 cm)
20 gr. Rosinen
20 gr. Pistazien
20 gr. gemahlene Mandeln
2 El Honig
Olivenöl
Küchengarn
zum Anrichten:
ein gemischter Salat auf dem
die Teigtaschen serviert werden können
Vinaigrette

Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C aufheizen. Teigblätter mit Olivenöl einstreichen und jeweils ein Stück der Ziegenkäse in die Mitte setzen. Rosinen, Pistazien, Mandeln und Honig mischen und einen Tl auf den Käse setzen. Die Teigblätter zusammenfalten und in der Mitte mit dem Küchengarn zusammenbinden. Kann kräftig zugezogen werden und auf ein eingefettes Backblech gesetzt werden.
Dann für ca. 10 Min. auf mittlerer Schiene im Backofen fertigstellen. Den Salat auf dem Teller verteilen, mit Vinaigrette beträufeln und die Teigtaschen darauf platzieren.
Knuspertaschen_orientalisch

Was mache ich dazu an Wein auf?
Am Tag zuvor habe ich mal wieder eine verschlossene 6er Kiste im Keller gefunden, die mir fällig erschien. Es sollte ein Chardonnay sein vom Weingut Domaine de Brau von 2008. Das Weingut aus der Region Roussillon/Cabardès bei Villemoustaussou ist bereits seit 1989 Bio zertifiziert und mach auf 40 ha recht ungewöhnliche Weine.
Mein Chardonnay an diesem Abend glänzte zunächst einmal im Glas goldgelb mit dunklen Noten und orangenen Tönen, was auf ein gewisses Alter hinweist. Intensive Nase und recht gereift kommt der flüssige Saft daher. Am Gaumen noch etwas Säure aber wenig Holz. Wirkt lange nach, und sollte wohl ab jetzt in den nächsten 12 Monaten getrunken werden. (16+)
Dom_de_Brau_Ch_2008_


 

Syrah-Weinerlebnis mit Willi Balanjuk

Im Januar gab es eine Syrah Verkostung mit dem Club der Weinakademiker, welcher bei Walter & Benjamin in München veranstaltet wurde.

Es standen 7 flights zu je drei Weinen zur Verkostung an, und ich war sehr gespannt, was da so alles ins Glas kommen sollte. Und ich sollte nicht enttäuscht werden, eher im Gegenteil, es war ein großes Erlebnis Syrah Weine von 1985 bis 2013 zu verkosten.

Zur Einstimmung und Begrüßung gab es einen Jahrgangs-Champagner von Deutz, 2008 brut. Dann außer der flight Reihe zwei sehr unterschiedliche Syrah aus Österreich und Italien. Das sollten dann ein Syrah aus dem Burgenland und ein Syrah aus Sizilien sein, woran W. Balanjuk die diversen Unterschiede und Eigenheiten dieser Traube erklären konnte.

Die Syrah Traube wächst heute weltweit auf ca. 170 Tsd. ha, wobei allein in Australien heute ca. 45 Tsd. ha Weinbauland mit Syrah bestockt sind.

Nun zu den 7 flights (was man so nennt, wenn diese zusammengestellte Weine gemeinsam im Glas gegeneinander, bzw. gemeinsam untereinander vergleichend verkostet werden) welche anstehen.

Flight 1: Burgund
flight_1
Dauvergne Ranvier, 2010 Crozes Hermitage
Sehr weich, rund mit leicht grünen Noten (15+)
J. L. Chave, 2010 St. Joseph Offerus
Weinig Dichte, etwas Tannin mit Struktur, leichte Säure (16+)
Rémi Niero, 2013 Côte Rôtis Eminance
Astringierende Nase, süßliche Note, wirkt jung (15+)

Flight 2: 
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Scheiblhofer, 2012/13 (ohne Foto)
leichter Kork – ohne Bewertung
Charles Smith, 2010, Columbia Valley, Washington State USA
Sehr dichte leicht dumpfe Nase, Kaffee, Kakao. Sehr feine Struktur mit super Frucht.
Am Gaumen elegant und marmeladig. (16-17)
Mullineux, 2013, Swartland, South Africa
Wenig Tannine, runder Duft. Etwas oberflächlich am Anfang.
Mittlere Struktur, ein wenig salzig am Gaumen, reife Früchte, gute Säure. (16-17)

Flight 3:
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Dom.  l’Aigueliere, 1998 Montpeyroux, Côte Dorée
Sehr reife Noten, teife Nase. Warm, Brombeeren, reifer Wacholder. (17)
Paul Achs, 1999, Versuchsgarten
Leicht pfeffrige Nase, Paprika, etwas grün.
Mittlere Reife Töne, gute Frucht Säure Struktur, schlank und elegant. (16-17)
Ojai, 1999, Roll Ranch, Santa Maria Valley
Wirkt überreif, aber volle dichte Nase.
Schokolade, Marzipan, etwas Bittermandeln und sehr reif.

Flight 4:
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Clonakilla, 2013 Shiraz-Viognier
Rauchige Note, feine Frucht mit breiter Wirkung.
Sehr feine Struktur, pfeffrig. (16-17)
Gangloff, 2011 St. Joseph
Frische etwas zurückhaltende Nase.
Vordergründiger Geschmack, weniger im Abgang. (15+)
Alain Voge, 2011, Vielle Vigne, Cornas
Sehr vordergründig mit leichter Schärfe. Mittlere Struktur. Etwas Tannine,
sehr typisch, austrocknende karge Note, sehr direkt.

Flight 5:
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Castell d’Enclus, 2012 Thalarn-Spanien
Sehr dunkle Farbe und Nase, elegant am Gaumen, fruchtig,süß.
Recht marmeladig am Gaumen. (15-16)
Toni Hartl, 2012, Österreich, Burgenland
Mittlere Nase mit feiner Ziselierung. (16+)
Dom. Lises Equis, 2012, St. Joseph (M. Graillot)
Etwas metallische Nase, wenig am Gaumen. (16)

Flight 6: das Highlight des Abends
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J. L. Chave, 2012 Hermitage
Sehr feine super strukturierte Nase.
Kaffee, und elegante Struktur mit ausgeglichener Eleganz. (18-19)
Guigal, 2007 La Turque
Sehr dichte Nase und Note. Ein wenig grün aber super ziseliert.
Feine süßliche Noten mit ein wenig Holzanklang. (18+)
Penfolds, 2010 Grange Bin 95 Australien
Viel Holz in der Nase, bei sehr tiefer dichter Note. Überüppig. (18)

Flight 7:
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Juge, 1985 Cuvée S C, Cornas
Sehr reife Nase, reifer Braten; sehr schöne Pflaumennote, Birnennote. (17+)
Alban 2000 Reva, Edna Valley Californien
Mittlere Dichte, aber fein und angenehm. (17)
Ch. Rayas, 2004 Fonsalette Cuvée
Super Fruchtstruktur, wirkt fast noch etwas jung. Noch etwas Tannine.
Sehr fein und super strukturiert. (17-18)


 

Osso Buco alla Milanese mit Tagliatelle von La Vialla

Auch ein wunderschönes Gericht in den kalten Wintertagen, denn am heutigen Tage gab es den ersten richtigen Schnee in München, kann sehr schnell und einfach dieses Osso Buco aus dem Familienkochbuch des el Bulli zubereitet werden. Mit ca. 1/2 Stunde Vorbereitung und 2 Std. Garzeit im Backofen, sowie etwas Nachbereitung zum Anrichten kann ich ein wunderbares deftiges Gericht zaubern, welches ideal zu einem kräftigen Rotwein aus Südfrankreich paßt, aber dazu später hier mehr. Ich brauche für 2 Personen:
2 El gehackte Karotten
2 El gehackte Staudensellerie
1 Zwiebel kleingeschnitten
1 Knoblauchzehe kleingehackt
2 Beinscheiben vom Kalb à ca. 250 gr.
2 El Mehl
2 El Butter
6 El Weißwein
2 Lorbeerblätter
2-4 Tl Tomatensauce
500 ml Rinderbrühe oder Wasser

Zubereitung:
Kariotten, Sellerie, Zwiebeln und Knoblauch kleinschneiden. Die Beinscheiben salzen und pfeffern und melieren. Butter in einen großen feuerfesten Topf und darin die Beinscheiben von beiden Seiten kräftig anbraten. Fleisch herausnehmen. In der Schwitze die Karotten für ca. 6 Min. anrösten, dann die weiteren Gemüse dazugeben, für einige Minuten andünsten und dann die Tomatensauce mit den Lorbeerblättern dazugeben. Das Fleisch wieder in den Topf geben und mit Wein und Rinderbrühe auffüllen. Das Ganze für ca. 2 Std. in den auf 200 °C aufgeheizten Backofen geben. Nach der halben Zeit nachsehen, ob nicht die Hitze etwas reduziert werden kann. Dann gibt es noch eine Gremolata dazu:
3-4 Tl Petersilie kleingehackt
1 Knoblauchzehe
Abrieb je einer Zitrone und Orange
Nach Bedarf etwas Zitronensaft hinzu
Diese Zutaten gut vermischen und leicht ziehen lassen. Das gibt dann eine pikante Ergänzung zum deftigen Fleisch.
Gremolata
Ich ergänze das Ganze noch mit ein paar Tagliatelle, welche von La Vialla aus der Toskana stammen. Zum Anrichten das Fleisch zum Ruhen auf einen Teller setzen und im Backofen warm halten. Die Sauce, welche noch übriggeblieben ist von dem Gemüse trennen und in einer Pfanne mit Butter uns Sahne zu einer Sauce für die Nudeln aufmontieren.
Das Ergebnis sieht dann so aus:
OssoBuco_Tagliatelle  OssoBuco_Tagliatelle_Detail
Weil bei mir das aber nicht ohne Wein gehen kann holte ich am Nachmittag einen Südfranzosen aus dem Keller. Clos Maia vom Larzac aus dem Languedoc. Die Flasche hatte ich auf einer Weintour mit meinem Bruder (der auch die Keramik macht worauf angerichtet wurde) im Jahr 2013 auf einem ersten Besuch auf dem Weingut Clos Maia erstanden und jetzt aus dem Keller geholt. 100% Grenache von alten Reben. Meine Notizen seinerzeit: „etwas verschlossen in der Nase, leichte Tannine, fruchtig, leichte späte Säure am Gaumen“ (17+) und heute zum Osso Buco: Das war eine Auferstehung und wirkliche Entdeckung zu dem Gericht.
Clos_maia
Sehr fruchtige und intensive Nase. Kaum Tannine am Gaumen super Frucht mit Marzipannoten, langer Abgang und sehr geschmeidig, ohne den Alkohol von 14 vol.% irgendwie zu bemerken. An Gaumen dann noch Noten von Cassis, schwarzen Beeren, sehr reif und geradlinig. Hat sich also in diesen 2 Jahren seit der letzten Verkostung wunderbar im Keller entwickelt. Kostete ab Hof 17 €.
Hat für mich heute eine Bewertung von 17-18.


 

Weinreise Empfehlungen für 2016

AOC_Katalog_2016_Titel

Zum Jahresbeginn möchte ich gerne eine ganz besondere Empfehlung aussprechen. Kurz vor Weihnachten 2015 erreichte mich die Post mit einem neuen Reisekatalog von den AOC Genusscréateuren aus Wien. Da ich bereits seit mehr als 10 Jahren mit diesen Genießern auf Weinreisen gehe, weiß ich wovon ich spreche und schreiben kann. Dieser Reiseveranstalter hat sich u. A. auf Weinreisen in ganz Europa spezialisiert. Neu im Programm sind in 2016 das Weingebiet in Spanien um das Gebiet Ribera del Duero und als Special 2 Reisen zu besonderen Bierbrauern in Belgien. Wer mehr Details zu den einzelnen Reisen erfahren möchte kann mich hier direkt fragen, oder sich auch an das Büro in Wien wenden. Aus meiner Sicht sind ganz besonders zu empfehlen die Reisen ins Burgund, in das noch immer recht weintechnisch recht unbekannte Languedoc und ins Rioja. Aber auch viele andere Ziele im Angebot sind sehr aufschlußreich und in Bezug auf Weinverkostungen sehr intensiv und ausführlich durchgeführt. Nicht wundern, denn in 4 Tagen kann man schon mal bis zu 80 Weine auf den vielen Verkostungen genießen. Ran ans Glas und wohl bekomms mit Genuss.

www.aoc-genuss.at