Kategoriearchiv: Wein

Weinreise in Neuseeland Nordinsel, der zweite Tag

Der zweite Tag in den Weingüter führte uns zu zwei Betrieben in der Gegend um das Städtchen Gisborne und deren Meeresbucht. Namentliche waren das
Matawhero Wines
und
Milton Vineyards & Winery, ein bio-dynamisch arbeitender Betrieb.
Matawhero_Gebäude
Nach der Fahrt von Napier in der Hawk’s Bay gelegen erreichten wir am späten Vormittag das Weingut von Matawhero bei sonnigem aber etwas stürmischem Wetter. Es waren schon einige Gäste im Restaurant zugegen, aber vor uns hatte eine größere Gruppe von Besuchern eines großen Kreuzfahrtschiffes den Tagesablauf in der Verkostung etwas durcheinandergewirbelt. Wir suchten uns einen etwas schattigen Platz im Garten und wurden mit einem flight von 5 Weinen versorgt, der folgendermaßen sich aufreihte.
Pinot Gris 2014; Chardonnay 2014; Chenin Blanc 2015 bei den weißen Sorten, und
Merlot 2014, sowie ein Malbec aus 2015.
Matawhero_Chardonnay_Flasche
Die weißen Reben konnten recht gut gefallen, waren aber alle immer noch etwas jung und leicht zu warm serviert. Der Chenin blanc aus der black label Serie konnte mit typischer Nase und recht fruchtig einen sehr geschmeidigen Eindruck machen (15/20). Die roten Sorten waren allerdings ebenso noch viel zu jung und wirkten zum Teil unreif und nicht fertig vergoren.
Matawhero_Malbec_Flasche
Dazu aßen wir, da es fast bereits Mittag war, eine schöne Vorspeisenplatte mit allerlei Spezialitäten aus dem Lande, wie auch Käse und Oliven, die hier auf der Nordinsel Neuseelands recht häufig anzutreffen sind, und auch von einigen Weingütern als Olivenöl angeboten werden.
Matawhero_Mittagsplatte


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Milton_innen
Beim nächsten Weingut von Milton sollten wir freudig überrascht werden. Das Weingut hat, wie so viele Andere hier in Neuseeland, in den 80er Jahren, seinen Betrieb aufgenommen. Auslöser dafür war der internationale Erfolg von Cloudy Bay in der Region Marlborough (auf der Südinsel), welche mit Ihrem Sauvignon Blanc in den frühen 80er Jahren den Grundstein für viele weitere Gründungen in ganz Neuseeland bildete. Das Weingut Milton arbeitet seit beginn bio-dynamisch und der Sohn der Winzerfamilie machte mit uns die Verkostung der anstehenden Weine. Es gab einen Rosé, 5 weiße Rebsorten, und 2 rote zur Verkostung. Der Rosé mit einer kräftigen breiten Fruchtnote und schöner Frische. Bei den weißen waren es Chardonnay (ohne Holzeinsatz), Chenin blanc, Viognier, ein Gewürztraminer und ein Riesling. Durch die Bank weg konnte ich recht gute Noten vergeben und war sehr freudig überrascht, wie stabil und ausgewogen die weißen sich präsentierten. Noten von 16-17/20. An der Spitze für mich der Viognier von Milton. Bei den roten Sorten gab es einen Pinot Noir und einen Cuvée von Malbec, Syrah und Viognier. Auch hier meine Benotungen von 16-17/20.


 

Weinreise in Neuseeland Nordinsel, der erste Tag

Der erste Tag der Weinverkostungen in Neuseeland sollte uns zu 4 Weingütern in der Region um Hawk’s Bay und Napier/Hastings führen. Wir besuchten in der Reihenfolge folgende Betriebe:
Trinity Hill
Craggy Range
Elephant Hill und
Vidal Estate

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Trinity Hill ist ein Weingut welches 1980 angefangen hat Weine in der Region Hawk’s Bay zu produzieren. Mit Ihrer Produktion von ca. 240 000 Flaschen im Jahr ist dieser Betrieb eher einer der kleineren im Lande. Wir konnten 3 weiße und drei Rote Ihrer Produktion verkosten. Ein moderner Bau mit großzügigem Verkostungsraum sollte uns begrüßen, der Parkplatz davor sehr aufgeräumt, und da es ganz leicht regnete, begaben wir uns auch ganz schnell in die Räumlichkeiten, wo uns eine in ganz schwarz gekleidete Dame mit Trinity Hill Logo auf dem T-shirt begrüßen sollte.
Bei den weißen Weinen konnten wir den Cuvée von Marsanne (55%) und Viognier (45%) als für uns den besten dieser Auswahl ausmachen. Bei den roten Sorten war es für mich der Syrah, der aber hier nicht wirklich überzeugen konnte. Generell konnte aber festgestellt werden, das wir hier, aber auch auf den folgenden Weingütern fast ausschließlich die jüngeren Jahrgänge zur Verkostung bekamen.
Trinity_Hill_Verkostungsglas


 

Craggy_Range_Verkostung_2
Fahrt zum nicht weit weg gelegenen Weingut Craggy Range, welches als Investment in den 90er Jahren gegründet und komplett neu aufgebaut wurde. Heute gehört auch ein wohl ausgezeichnetes Restaurant, als Anbau des Weingutes konzipiert dazu. Wir konnten es nicht ausprobieren, da es eine geschlossene Gesellschaft gebucht hatte. In dem sehr elegant hergerichteten Verkostungsraum konnten wir hier 3 weiße und 3 rote Sorten des Weingutes verkosten.
Es waren bei den weißen wieder die klassischen Sorten Pinot Gris, Sauvignon blanc und Chardonnay dabei, sowie bei den roten, Pinot noir, Syrah und ein Bordeaux Style blend dabei. Bei den weißen überzeugte insbesondere der Sauvignon blanc, der primär im Edelstahl ausgebaut wird. Was nach allgemeiner Beschreibung und Aussagen der Weingüter ungewöhnlich ist, da in Neuseeland auch alle weißen Trauben fast ausschließlich im kleinen Holz recht lange ausgebaut werden.


 

Elephant_Hill_aussen
Dann ging es zum dritten Weingut des Tages, welches sich den Namen Elephant Hill gegeben hat. Es liegt fast direkt an der Küstenlinie zu Hawk’s Bay und stellt mit seinem kantigen und farblich grünlich oxidierten Aussenhaut einen gewissen Kontrast zum Meer, aber auch wieder eine Harmonie zu den umgebenden Weinbergen dar. Der Betrieb an diesem Vormittag war recht rege in dem Verkostungsraum, der fast übergangslos in das dazugehörige Restaurant überging. Ca. 20  Personen waren parallel dabei die angebotenen Weine zu verkosten und wir gesellten uns zu der halbkreisförmigen Theke dazu wo von 1-2 Personen die Besucher betreut wurden, so gut es ging. Auch hier konnten wir wieder 3 weiße und drei rote Weine verkosten. Bei diesen Weinen gab es einen Weißweincuvée, welcher recht würzig und kräftig schmeckte, mit komplexer Struktur und heißt „Le Phant Blanc“, welcher aus folgenden Trauben besteht: 40% Pinot Gris, 30 % Viognier, 20 % Chardonnay und 5 % Gewürztraminer. 2013 (16-17/20) Bei den roten Sorten hatten wir den bisher am am besten überzeugenden Syrah Reserve 2013 welcher mit einer schönen fruchtigen Nase, gut eingebundenen Tanninen und langem Abgang recht gut sich präsentierte. (16-17/20) Da es Mittagszeit war und wir bereits 3 Weingüter absolviert hatten, konnten wir im Restaurant noch einen Tisch ergattern, wo es ein gemütliches und recht gutes Mittagsmahl geben sollte. Wir versuchten Austern, Rindertartar und den Fisch des Tages, welches alles schmackhaft, schön angerichtet und köstlich mundete.
Elephant_Hill_Restaurant_5


 

Vidal_Logo
Am Nachmittag zielten wir dann noch auf das Weingut Vidal Estate, welches mitten in der Ortschaft Hastings liegt und von spanischen Auswandereren bereits 1905 gegründet wurde. Da wir hier bei Ankunft die einzigsten Gäste waren und sogleich mit den Verkostungen begannen, konnte der Herr hinter dem Tresen gar nicht mehr aufhören uns eine Flasche nach der anderen zu präsentieren. Wir verkosteten hier also 10 weiße Weine und 7 rote Sorten. Bei den weißen ging die Traubenvielfalt begonnen mit Riesling, Pinot Gris über Sauvignon Blanc bis Chardonnay, wobei bei den roten Trauben es Pinot Noir, Cabernet Sauvignon, Syrah und ein Cuvée sein sollten. Hier gab es dann auch den ersten etwas gereiften weißen Chardonnay aus 2010, der wirklich überzeugen konnte und mit seiner würzigen Frucht ausgezeichnet sich präsentierte (17+/20). Ebenso bei den roten Sorten konnten wir einen etwas älteren Syrah verkosten, der von 2010 sich mit warmen Tönen sehr vollmundig und kräftigen Noten zeigte (17+/20).
Vidal_Verkostungsraum

Knuspertaschen orientalisch

Eigentlich sollten diese Knuspertaschen mit einem Filotteig oder Brickteig hergestellt werden. Da ich aber gerade nur Frühlingsrollenteig aus dem Tiefkühlfach zur Hand hatte, mußten es diese dafür herhalten. Eine Ableitung aus einem Rezept vom Abracadabra Buch.

Für 6 dieser Taschen benötige ich:
6 Teigblätter
6 Stück Ziegenfrischkäse (ca. 4×4 cm)
20 gr. Rosinen
20 gr. Pistazien
20 gr. gemahlene Mandeln
2 El Honig
Olivenöl
Küchengarn
zum Anrichten:
ein gemischter Salat auf dem
die Teigtaschen serviert werden können
Vinaigrette

Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C aufheizen. Teigblätter mit Olivenöl einstreichen und jeweils ein Stück der Ziegenkäse in die Mitte setzen. Rosinen, Pistazien, Mandeln und Honig mischen und einen Tl auf den Käse setzen. Die Teigblätter zusammenfalten und in der Mitte mit dem Küchengarn zusammenbinden. Kann kräftig zugezogen werden und auf ein eingefettes Backblech gesetzt werden.
Dann für ca. 10 Min. auf mittlerer Schiene im Backofen fertigstellen. Den Salat auf dem Teller verteilen, mit Vinaigrette beträufeln und die Teigtaschen darauf platzieren.
Knuspertaschen_orientalisch

Was mache ich dazu an Wein auf?
Am Tag zuvor habe ich mal wieder eine verschlossene 6er Kiste im Keller gefunden, die mir fällig erschien. Es sollte ein Chardonnay sein vom Weingut Domaine de Brau von 2008. Das Weingut aus der Region Roussillon/Cabardès bei Villemoustaussou ist bereits seit 1989 Bio zertifiziert und mach auf 40 ha recht ungewöhnliche Weine.
Mein Chardonnay an diesem Abend glänzte zunächst einmal im Glas goldgelb mit dunklen Noten und orangenen Tönen, was auf ein gewisses Alter hinweist. Intensive Nase und recht gereift kommt der flüssige Saft daher. Am Gaumen noch etwas Säure aber wenig Holz. Wirkt lange nach, und sollte wohl ab jetzt in den nächsten 12 Monaten getrunken werden. (16+)
Dom_de_Brau_Ch_2008_


 

Syrah-Weinerlebnis mit Willi Balanjuk

Im Januar gab es eine Syrah Verkostung mit dem Club der Weinakademiker, welcher bei Walter & Benjamin in München veranstaltet wurde.

Es standen 7 flights zu je drei Weinen zur Verkostung an, und ich war sehr gespannt, was da so alles ins Glas kommen sollte. Und ich sollte nicht enttäuscht werden, eher im Gegenteil, es war ein großes Erlebnis Syrah Weine von 1985 bis 2013 zu verkosten.

Zur Einstimmung und Begrüßung gab es einen Jahrgangs-Champagner von Deutz, 2008 brut. Dann außer der flight Reihe zwei sehr unterschiedliche Syrah aus Österreich und Italien. Das sollten dann ein Syrah aus dem Burgenland und ein Syrah aus Sizilien sein, woran W. Balanjuk die diversen Unterschiede und Eigenheiten dieser Traube erklären konnte.

Die Syrah Traube wächst heute weltweit auf ca. 170 Tsd. ha, wobei allein in Australien heute ca. 45 Tsd. ha Weinbauland mit Syrah bestockt sind.

Nun zu den 7 flights (was man so nennt, wenn diese zusammengestellte Weine gemeinsam im Glas gegeneinander, bzw. gemeinsam untereinander vergleichend verkostet werden) welche anstehen.

Flight 1: Burgund
flight_1
Dauvergne Ranvier, 2010 Crozes Hermitage
Sehr weich, rund mit leicht grünen Noten (15+)
J. L. Chave, 2010 St. Joseph Offerus
Weinig Dichte, etwas Tannin mit Struktur, leichte Säure (16+)
Rémi Niero, 2013 Côte Rôtis Eminance
Astringierende Nase, süßliche Note, wirkt jung (15+)

Flight 2: 
flight_2
Scheiblhofer, 2012/13 (ohne Foto)
leichter Kork – ohne Bewertung
Charles Smith, 2010, Columbia Valley, Washington State USA
Sehr dichte leicht dumpfe Nase, Kaffee, Kakao. Sehr feine Struktur mit super Frucht.
Am Gaumen elegant und marmeladig. (16-17)
Mullineux, 2013, Swartland, South Africa
Wenig Tannine, runder Duft. Etwas oberflächlich am Anfang.
Mittlere Struktur, ein wenig salzig am Gaumen, reife Früchte, gute Säure. (16-17)

Flight 3:
flight_3
Dom.  l’Aigueliere, 1998 Montpeyroux, Côte Dorée
Sehr reife Noten, teife Nase. Warm, Brombeeren, reifer Wacholder. (17)
Paul Achs, 1999, Versuchsgarten
Leicht pfeffrige Nase, Paprika, etwas grün.
Mittlere Reife Töne, gute Frucht Säure Struktur, schlank und elegant. (16-17)
Ojai, 1999, Roll Ranch, Santa Maria Valley
Wirkt überreif, aber volle dichte Nase.
Schokolade, Marzipan, etwas Bittermandeln und sehr reif.

Flight 4:
flight_4
Clonakilla, 2013 Shiraz-Viognier
Rauchige Note, feine Frucht mit breiter Wirkung.
Sehr feine Struktur, pfeffrig. (16-17)
Gangloff, 2011 St. Joseph
Frische etwas zurückhaltende Nase.
Vordergründiger Geschmack, weniger im Abgang. (15+)
Alain Voge, 2011, Vielle Vigne, Cornas
Sehr vordergründig mit leichter Schärfe. Mittlere Struktur. Etwas Tannine,
sehr typisch, austrocknende karge Note, sehr direkt.

Flight 5:
flight_5
Castell d’Enclus, 2012 Thalarn-Spanien
Sehr dunkle Farbe und Nase, elegant am Gaumen, fruchtig,süß.
Recht marmeladig am Gaumen. (15-16)
Toni Hartl, 2012, Österreich, Burgenland
Mittlere Nase mit feiner Ziselierung. (16+)
Dom. Lises Equis, 2012, St. Joseph (M. Graillot)
Etwas metallische Nase, wenig am Gaumen. (16)

Flight 6: das Highlight des Abends
flight_6
J. L. Chave, 2012 Hermitage
Sehr feine super strukturierte Nase.
Kaffee, und elegante Struktur mit ausgeglichener Eleganz. (18-19)
Guigal, 2007 La Turque
Sehr dichte Nase und Note. Ein wenig grün aber super ziseliert.
Feine süßliche Noten mit ein wenig Holzanklang. (18+)
Penfolds, 2010 Grange Bin 95 Australien
Viel Holz in der Nase, bei sehr tiefer dichter Note. Überüppig. (18)

Flight 7:
flight_7
Juge, 1985 Cuvée S C, Cornas
Sehr reife Nase, reifer Braten; sehr schöne Pflaumennote, Birnennote. (17+)
Alban 2000 Reva, Edna Valley Californien
Mittlere Dichte, aber fein und angenehm. (17)
Ch. Rayas, 2004 Fonsalette Cuvée
Super Fruchtstruktur, wirkt fast noch etwas jung. Noch etwas Tannine.
Sehr fein und super strukturiert. (17-18)


 

Osso Buco alla Milanese mit Tagliatelle von La Vialla

Auch ein wunderschönes Gericht in den kalten Wintertagen, denn am heutigen Tage gab es den ersten richtigen Schnee in München, kann sehr schnell und einfach dieses Osso Buco aus dem Familienkochbuch des el Bulli zubereitet werden. Mit ca. 1/2 Stunde Vorbereitung und 2 Std. Garzeit im Backofen, sowie etwas Nachbereitung zum Anrichten kann ich ein wunderbares deftiges Gericht zaubern, welches ideal zu einem kräftigen Rotwein aus Südfrankreich paßt, aber dazu später hier mehr. Ich brauche für 2 Personen:
2 El gehackte Karotten
2 El gehackte Staudensellerie
1 Zwiebel kleingeschnitten
1 Knoblauchzehe kleingehackt
2 Beinscheiben vom Kalb à ca. 250 gr.
2 El Mehl
2 El Butter
6 El Weißwein
2 Lorbeerblätter
2-4 Tl Tomatensauce
500 ml Rinderbrühe oder Wasser

Zubereitung:
Kariotten, Sellerie, Zwiebeln und Knoblauch kleinschneiden. Die Beinscheiben salzen und pfeffern und melieren. Butter in einen großen feuerfesten Topf und darin die Beinscheiben von beiden Seiten kräftig anbraten. Fleisch herausnehmen. In der Schwitze die Karotten für ca. 6 Min. anrösten, dann die weiteren Gemüse dazugeben, für einige Minuten andünsten und dann die Tomatensauce mit den Lorbeerblättern dazugeben. Das Fleisch wieder in den Topf geben und mit Wein und Rinderbrühe auffüllen. Das Ganze für ca. 2 Std. in den auf 200 °C aufgeheizten Backofen geben. Nach der halben Zeit nachsehen, ob nicht die Hitze etwas reduziert werden kann. Dann gibt es noch eine Gremolata dazu:
3-4 Tl Petersilie kleingehackt
1 Knoblauchzehe
Abrieb je einer Zitrone und Orange
Nach Bedarf etwas Zitronensaft hinzu
Diese Zutaten gut vermischen und leicht ziehen lassen. Das gibt dann eine pikante Ergänzung zum deftigen Fleisch.
Gremolata
Ich ergänze das Ganze noch mit ein paar Tagliatelle, welche von La Vialla aus der Toskana stammen. Zum Anrichten das Fleisch zum Ruhen auf einen Teller setzen und im Backofen warm halten. Die Sauce, welche noch übriggeblieben ist von dem Gemüse trennen und in einer Pfanne mit Butter uns Sahne zu einer Sauce für die Nudeln aufmontieren.
Das Ergebnis sieht dann so aus:
OssoBuco_Tagliatelle  OssoBuco_Tagliatelle_Detail
Weil bei mir das aber nicht ohne Wein gehen kann holte ich am Nachmittag einen Südfranzosen aus dem Keller. Clos Maia vom Larzac aus dem Languedoc. Die Flasche hatte ich auf einer Weintour mit meinem Bruder (der auch die Keramik macht worauf angerichtet wurde) im Jahr 2013 auf einem ersten Besuch auf dem Weingut Clos Maia erstanden und jetzt aus dem Keller geholt. 100% Grenache von alten Reben. Meine Notizen seinerzeit: „etwas verschlossen in der Nase, leichte Tannine, fruchtig, leichte späte Säure am Gaumen“ (17+) und heute zum Osso Buco: Das war eine Auferstehung und wirkliche Entdeckung zu dem Gericht.
Clos_maia
Sehr fruchtige und intensive Nase. Kaum Tannine am Gaumen super Frucht mit Marzipannoten, langer Abgang und sehr geschmeidig, ohne den Alkohol von 14 vol.% irgendwie zu bemerken. An Gaumen dann noch Noten von Cassis, schwarzen Beeren, sehr reif und geradlinig. Hat sich also in diesen 2 Jahren seit der letzten Verkostung wunderbar im Keller entwickelt. Kostete ab Hof 17 €.
Hat für mich heute eine Bewertung von 17-18.


 

Weinreise Empfehlungen für 2016

AOC_Katalog_2016_Titel

Zum Jahresbeginn möchte ich gerne eine ganz besondere Empfehlung aussprechen. Kurz vor Weihnachten 2015 erreichte mich die Post mit einem neuen Reisekatalog von den AOC Genusscréateuren aus Wien. Da ich bereits seit mehr als 10 Jahren mit diesen Genießern auf Weinreisen gehe, weiß ich wovon ich spreche und schreiben kann. Dieser Reiseveranstalter hat sich u. A. auf Weinreisen in ganz Europa spezialisiert. Neu im Programm sind in 2016 das Weingebiet in Spanien um das Gebiet Ribera del Duero und als Special 2 Reisen zu besonderen Bierbrauern in Belgien. Wer mehr Details zu den einzelnen Reisen erfahren möchte kann mich hier direkt fragen, oder sich auch an das Büro in Wien wenden. Aus meiner Sicht sind ganz besonders zu empfehlen die Reisen ins Burgund, in das noch immer recht weintechnisch recht unbekannte Languedoc und ins Rioja. Aber auch viele andere Ziele im Angebot sind sehr aufschlußreich und in Bezug auf Weinverkostungen sehr intensiv und ausführlich durchgeführt. Nicht wundern, denn in 4 Tagen kann man schon mal bis zu 80 Weine auf den vielen Verkostungen genießen. Ran ans Glas und wohl bekomms mit Genuss.

www.aoc-genuss.at


 

Fischsuppe und konfiertes Kabeljaufilet nach J. Maier

Und nun zum wirklich allerletzten Gericht in diesem Jahr, einer Fischsuppe mit Glasnudeln Pilzen und Fischeinlage und einem konfierten Kabeljaufilet, welches ich mit anderen Zutaten, hier einigen Mohrrüben, karamelisiert, abgewandelt habe.
Fischsuppe_J_Maier_Hering
Karamelisierter_Kabelau_Mohrrüben_Hering_Detail
Die beiden Rezepte sind zu finden in Johanna Maiers drittem Rezeptbuch von 2009, wo einige Menüs passend zu den Jahreszeiten aufgeschrieben sind.
Aber insbesondere der dazu passende Wein aus meinem Kellerreservoir hatte mich dazu besonders begeistert.
Weingut Gesellmann, Chardonnay 2011 Steinriegel.
Gesellmann_Ch_2011_Stewinriegel
Goldgelbe Farbe mit rosaroten Einsprengseln. Sehr dichte und feste Nase, etwas Süße und leicht fettig. Breiter Geschmack nach leichter Butter und einer feinen Fruchtnote. Die Säure kommt dann erst viel weiter hinten am Gaumen im späten Abgang. Sehr langer Abgang mit lang anhaltendem Gaumengefühl. Paßt sicher gut zu asiatischer, aber auch zu fettigen Fischgerichten. (17-18)


 

Heute im Glas – Riesling von Bassermann-Jordan

Auf der Rückfahrt von Stuttgart nach München, abends am ersten Weihnachtsfeiertag, bestellte ich mir im ICE ein Fläschchen Riesling – 0,25 l zu 8,50 €.
Auf der Getränkekarte ausgewiesen als
2014er Riesling „Probus“, Qualitätswein, trocken, Pfalz, Weingut Bassermann-Jordan.

Riesling_2014_Basserm_J_vorne  Riesling_2014_Basserm_J_hinten

Hörte sich nach der Karte schon mal interessant an, denn das Weingut Bassermann-Jordan gehört zu den Gründungsmitgliedern des VDP, wo sich also Qualität dahinter verstecken sollte.
Der Service war recht schnell, da es aber auch kaum Passagiere im Wagen gab. Serviert in einer 0,25 l Flasche mit Schraubverschluss und dem klassischen Etikett von Bassermann-Jordan, welches 1905 als Jugendstil Etikett entstanden ist, und heute immer noch Verwendung findet. Immerhin gibt es in der DB seit einiger Zeit ordentliche Trinkgläser in der sich der Wein damit auch einigermaßen neutral verhält. Stutzig wurde ich allerdings, als ich mir die Flasche näher betrachtete. Kein Hinweis auf den VDP, was mich wunderte. Bei der Nachrecherche zu Hause dann wurde mir aber dann klar, warum das wohl so daherkommt. Ein auf der Karte ausgewiesener Qualitätswein, trocken, müßte eigentlich nach neuester VDP Klassifikation hier als Gutswein ausgezeichnet werden, zumal die Abfüllung von 2014 bereits diese Klassifizierung ausweisen müßte. Hier werden als aus einem Weingut mit ganz unterschiedlichen Begriffen, mit und ohne Nennung der VDP Zugehörigkeit, dem Trinker womöglich unterschiedliche Qualitäten vorgegaukelt.
Zur neuen VDP Klassifizierung vielleicht in den nächsten Wochen mehr an dieser Stelle.
Aber jetzt zum Wein selber:
Ein wenig kräftige Nase. Am Gaumen dann erst einmal mittlere Säure, und wenig Frucht. Im ersten Schluck etwas präsent hinten raus, was aber später vergeht. Je mehr Luft und Wärme an den Wein kommt um so untypischer wird der Geschmack und gleitet in eine stärkere Säure ab. Zum Ende hin wird er noch leicht bittrig. (14)
http://www.bassermann-jordan.de


 

Das Weingut Gloeckler-Brenner aus dem Elsaß

Vor einigen Tagen bekam ich drei Flaschen Weißwein von einem mir unbekannten Winzer aus dem Elsaß geschenkt, die ich in den letzten Tagen zu meinen Kocheskapaden geöffnet habe.
Das Weingut Gloeckler-Brenner aus der Ortschaft Gertswiller aus dem Elsaß, welches dort seit 1775 bereits tätig ist.
http://gloeckler-brenner.fr/77/Deutsch/Willkommen.html
Die drei Flaschen waren:
Auxerrois 2012
Riesling 2012
Pinot Gris (Grauburgunder) 2013

Gloeckler-Brenner_Elsaß_Auxerrois_2012
Am neugierigsten war ich auf den Auxerrois den ich also als erstes öffnete.
Die Auxerrois Rebe ist generell recht unbekannt und wird außer im Elsaß nur in wenigen Weingegenden wie z. B. auch noch in Südafrika angebaut. Im Elsaß immerhin auf etwas weniger als 1000 ha, wo der Rebensaft meist mit den anderen heimischen Sorten verschnitten wird. Darum um so interessanter hier heute einen reinsortig ausgebauten Auxerrois welcher recht fein daherkommt.
Sehr helle goldgelbe Farbe mit grünen Nuancen. Leicht frische Nase, wenig Präsenz. Am Gaumen sehr schön schmelzig, Caramel, weniger Frische im Vordergrund, aber dafür sehr lang am Gaumen hinten raus. Feste Struktur und sicher sehr passend zu diversen Gerichten mit fettigen Fischen, oder buttrigem Gemüse. (16+)
Gloeckler_Brenner_Riesling_2012
Dann der Riesling.
Verhaltene Nase, ein wenig Frucht und Säure.
Am Gaumen feine Säure, etwas untypisch frisch für das Elsaß, mineralisch lang anhaltende Gaumenfreude, sehr frische aber nicht lange, sondern weniger Säure mit feiner leicht grüner Note. (15-16)
Gloeckler_Brenner_Pinot_Gris_2013
Zum Abschluß der Pinot Gris (Grauburgunder)
Eine kräftige Nase bei mittlerer Säure. Etwas vordergründige Süße, aber mit feinr Struktur und Säure am Gaumen. Weniger Abgang aber runde Note. Sehr volle Struktur mit süßlichen Anklängen, süße Mandeln und Mango. (16).
Eine schöne Entdeckung aus dem Elsaß, wo es in den letzten Jahren aus der Weinwelt ja etwas ruhiger geworden ist. Hier kann ich nur noch sagen, weiter probieren und die weiteren Sorten des Weingutes ebenso verkosten und mit den entsprechenden Essen kombinieren.
Gut Schluck.


 

Veritkalverkostung mit Heymann-Löwenstein in München

Hans Bachmann von Vin-Wein-Vino hatte eingeladen zu einer Verkostung der Weine vom Weingut Heymann-Löwenstein. Zugegen waren Cornelia und Reinhard Löwenstein, welche auch die Verkostung durchführen sollten. Es gab insgesamt 15 Weine inclusive des Sekts und ganz neu für das Weingut Heymann-Löwenstein einen Pinot Noir vom Schiefer, welcher im Jahr 2013 ein erstes Mal vinifiziert wurde, von der Tochter in dem Weingut wo sie ein Praktikum absolviert hatte. Es gab gesamt 4 flights und 2 Weine zum Abschluß. Die Verkostung war von gut 20 Personen besucht und entwickelte sich im Laufe der Erzählungen von Reinhard Löwenstein zu einer teils lebhaften und anregenden sowie informativen Diskussion während der gut 2 stündigen VerkostungLöwenstein_Verk_HL_20_11_15
Zu den einzelnen Weinen:

Es beginnt mit einem Winzersekt „Fantasie der Schieferterrassen“, welcher recht fruchtig daherkommt, mit mittlerer Perlage, schöner frischer Note und wirkt recht traubig (Aus den Trauben der Schieferterrassen von 2008). (16)
Dann ein Blanc de Noir vom Spätburgunder mit goldgelber intensiver Farbe, sehr direkte Frucht und vordergründig, Pfirsichnoten und sehr erfrischen. (16-17)
Dann die Neuigkeit von Heymann-Löwenstein:
Pinot Noir vom Schiefer, 2013
Sehr schöne frische und typische Pinot Noir Nase. Hell, leicht aber mit kräftigem Nachdruck am Gaumen. Der Gaumen kann noch lange nachschmecken und es bleibt ein wohliges Gefühl eines großen Weines. (17+)

Im zweiten flight kommen die 2014er
Schieferterrassen, Kirchberg und Röttgen, große Lage.
Schieferterrassen: mittlere Nase, feine Säure, ein wenig Frucht mit frischen zitronigen Noten im Abgang. (15+)
Kirchberg: Schieferboden in der Nase, kein Wunder, lange frische Säure, recht vordergründig. (16)
Röttgen, große Lage: sehr verhalten Nase, etwas leicht, wirkt noch verschlossen, rauchige Aromen, bei wohl großem Potential. (16)

der dritte flight Uhlen L „große Lage“ 2014 – 2011
2014: dichte und kräftige Nase, frisch und fruchtig, frische Note im Abgang und lange frische Note, Dicht mit breiter Note am Gaumen. (16+)
2013: wesentlich kräftigere Nase als der 2014er, und auch leicht dunklere Farbe. Langer frischer prickelnde säurebetonte Nase. Sehr feines Frucht-Säurespiel mit breiter Fruchtstruktur. (16-17)
2012: Sehr feine komplexe Nase mit dichter Note bei etwas mehr Luft. Super Frucht mit Fruchtstruktur und Komplexität, Caramellnoten. (17-18)
2011: Nase sehr ähnlich dem 2012er. Sehr feine Struktur mit voller dichter Frucht. (17)

nächster fligt mit 3 2011er
Kirchberg, große Lage: mittlere Nase bei dichter Struktur, mittel weiche Reife. (16)
Uhlen B große Lage: sehr direkte Nase, erdig, bei sehr feiner Säurestruktur, elegant und ausgewogen. (17+)
Uhlen R große Lage: warme Nase, sehr kräftige Frucht mit dichter Struktur (17-18)

und zum guten Schluss:
vom blauen Schiefer 2013:
Leichte frische Note, ein wenig spitze Säure mit leicht astringierenden Noten. (16)
Röttgen Auslese, große Lage 2007: 0,375 liter Fl. sehr elegante feine süßliche Nase, trocken und sehr filigrane Note mit Anklang von Pfefferminze. Recht kräftige ziselierte Struktur mit langem Abgang. (17+)
Löwenstein_Verk_Flasche_20_11_15
Fazit: Das war zum wiederholten Male eine nicht nur sehr gut organisierte Verkostung, bei moderatem Preis (25€) sondern auch eine sehr unterhaltsam und informativ begleitete Verkostung von Reinhard Löwenstein. Die Weine entwickeln sich in den letzten Jahren, wie auch verbal verkündeten, mehr zu einer weniger botrytislastigen Machart, da sich das Klima, der Boden, so in den letzten Jahren entwickelt hat. Und da besonders dieser Winzer das aus der Natur erzielen will, was sie von der Natur herzugeben hat, haben sich auch hier die Weine so entwickelt wie sie heute schmecken. Es werden alle Weine spontan vergoren und keine Reinzuchthefen eingesetzt. Also wird es sicher spannend sein die weitere Entwicklung auch hier weiterzuverfolgen.
It’s Riesling, nothing else.