Kategoriearchiv: Wein

Weinreise Ribera del Duero, der dritte Tag

Nach zwei sehr intensiven Tagen im Ribera del Duero wollten wir heute am dritten Tag noch bei drei Adressen vorbeisehen auf dem Weg zurück zum Flughafen in Madrid.
Veganzones_flaschen
Der erste Termin war vereinbart beim Weingut Veganzones. Das Weingut ist ein 2007 gegründeter Familienbetrieb der seine Weine auf einer Höhe von ca. 900 Metern anbaut. Auf 45 ha, mit eigenen Weinbergen von 10 ha werden primär Tempranillo und ein wenig Merlot angebaut. Verdejo auch ein wenig, aber außerhalb des Ribera del Duero, da Weißweinreben nach dem spanischen Weingesetzt hier nicht zugelassen sind. Das Ergebnis jeden Jahres sind dann ca. 200 Tsd. Flaschen welche abgefüllt und zu verkaufen sind. Die Preise sind bisher einigermaßen moderat. Wir verkosten einen weißen und 2 rote Sorten. Der erste rote mit dem Namen „912 altitud“ was eben auf die Anbauhöhe hinweist. Der zweite rote dann als Crianza mit 5% Merlot. Ich bewerte diese Wein mit einer gehobenen Mittelklasse.

Briego_Logo Briego_Fäasser
Dann geht es in der gleichen Ortschaft zum Weingut Briego. Wir hatten von dort zwar keine Rückmeldung auf unseren Besuch, wurden aber doch empfangen und dann auch entsprechend freundlich empfangen und konnten 2 Weine verkosten. Es wird 100% Temranillo angebaut auf einer Fläche von 75 ha. Die Weine beurteilte ich im gehobenen Mittelfeld, was sich sicher noch bei weiteren Besuchen oder Verkostungen zu bestätigen wäre.

P_de_Carraovejas_logo
Zu guter Letzt steuerten wir eine Adresse an, welche wir bereits in der Vorbeifahrt von der Straße aus gesehen hatten, aber uns wunderten, was der kleine Bau, welche noch nicht fertiggestellt war, mit dem gesamten Weingut zu tun hat. Wir sollten uns wundern. Wir steuerten also an der Baustelle vorbei die Straße in ein offenes Tal hinein und konnten nach wenigen Minuten einen sehr imposanten Bau am linken Hang, ganz in rot gestrichen, entdecken, der eine überaus moderne Architektur präsentierte. Ich spreche vom Weingut Pago de Carraovejas. Zum Weingut gehört auch ein Restaurant in Segovia. Wir konnten mit dem Exportmanager ein Gespräch führen, welches sich insgesamt recht erfolgreich und interessant gestaltete, denn das Weingut bietet Weintouren für Fachleute und Sommeliers an, welche ins Programm passen würden.
Da wir hier keine Weine verkostet haben, einige Foto zur Impression.

P_de_Carraovejas_Rebenbaum
P_de_Carraovejas_Ausblick
P_de_Carraovejas_Weingut


Wer also in 2016 einige der beschriebenen Weingüter besuchen will der sollte sich den Veranstalter und dessen Beschreibungen im Netz ansehen. www.aoc-genuss.at


 

Weinreise Ribera del Duero, der zweite Tag

Erkundungstour ins Ribera del Duero im November 2015

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Finca Valdueres
Das Weingut wurde 1984 gegründet von einem Ingenieur aus Madrid. 2000 wurde dann das Weingut so radikal umgebaut, das es das heutige Gesicht erhalten hat. Es wurde ein Teil des Berghangs abgebaut, mit 3 U-Bahn Röhren versehen, und der Berg anschließen wieder daraufgesetzt, und mit Weinreben bepflanzt, so das man heute von außen nichts mehr von den Röhren sieht. Um so imposanter die 3 Kellerröhren innerhalb des Berges.
Valduero_1blick
Heute werden 200 ha Wein im Ribera del Duero bewirtschaftet, und 20 ha mit Albia (weiß) nördlicher außerhalb des Ribera. Die beiden Töchter des Ingenieurs bewirtschaften heute das Weingut. Nach einer kurzen Besichtigung ging es in das oberhalb gelegene Haus, wo im Hauptraum eine wunderbare Panoramasicht über das Tal zu entdecken war. Die Weine konnten wirklich überzeugen und lagen in meiner Bewertung in der oberen Mittlklasse (16 – 17)

Casajus_Logo
Dann ging es in der gleichen Ortschaft am Vormittag zum Weingut Casajus. Ein kleineres Familienweingut, wo wir zum ersten Mal auf nur spanisch sprechende Menschen trafen, es aber trotzdem eine ganz gute Verständigung gab. Das Weingut bewirtschaftet 20 ha, baut nur Tempranillo an und die Spitzenweine werden im Barrique ausgebaut. Wir verkosteten die angebotenen Weine im Keller, welcher ebenerdig neben dem Wirtschaftsgebäude steht, und angesichts des Platzmangels vollgestellt war mit Fässern, Gitterboxen unettiketierter Weinflaschen und neuer Barrique Fässer. Um so überzeugender konnten die Weine uns gut munden und sie lagen fast alle im oberen Mittelbereich der Klassifikationen.

Cillar_de_Silos_Logo
Weiter ging es zum Weingut Cillar de Silos.
Cillar_de_Silos_Kellerkamine
Bei Cillar de Silos werden 5 verschiedene Weine produziert. Abgefüllt in jedem Jahr in 300 Tsd. Flaschen, und auf 68 ha Weinbergen angebaut. Von 20 ha Weinbergen werden noch die Trauben zugekauft. Begonnen hat es im Jahr 1970 wo noch Trauben ausschließlich zugekauft wurden, und 1994 konnte dann in Eigenproduktion weitergearbeitet werden. Da dieses Weingut bereits recht früh in dieser Gegend vom Ribera del Duero begonnen hat, können einige interessante Weinkeller im Untergrund der Ortschaft zum Weingut gezählt werden. Die natürliche Belüftung passiert über gemauerte Kaminschlote, welche mit kleinen Lüftungslöchern versehen sind und somit die zum Teil mehr als 20 Meter tiefen Keller natürlich belüftet werden können.

Pedrosa_Weine
Ein letzter Besuch an diesem Vormittag bei Vina Pedrosa.
Wir waren pünktlich zum ausgemachten Termin im Weingut, aber unser Kontakt ließ auf sich warten. Es wurde nach der Person intensiv gesucht, und dann hieß es die vorhergehenden Besucher hatten sich um eine Stunde verspätet, so das wir da standen wie nicht abgeholt. Dann bemühte sich eine weitere Person aus dem Sekretariat um uns und fand den Kellermeister, der etwas in Absprache mit der anderen Person uns begann ein paar Weine einzuschenken, und gewisse Erklärungen dazu zu geben. Es gab also 3 verschiedenen Weine zu verkosten, welche sich vom Crianza  bis zum Gran Reserva steigerten. ordentliche Qualität der Weine, und das kam die Kontaktperson, aber furios. Ein Redeschwall, mit vielen Entschuldigungen, nicht zu bremsen, und in einer Tonlage als sei man im Klassenzimmer unter 40 Schülern einer Grundschule verlorengegangen. Hier mußte konstatiert werden, das man zwar mit Terminproblemen kämpft, aber der Service dazu konnte nicht überzeugen.

Dagegen wurde es am Nachmittag um so interessanter.
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Der erste Termin konnten wir bei Pago de los Capellanes wahrnehmen, welcher sich bereits von der Architektur des Weingutes als sehr interessant anließ.
Pago_de_los_Capellanos_ausblick
Eine großzügige Anlage begrüßte uns, wo wir keinen Menschen zunächst sehen konnten. Dann öffnete sich aus einem etwas älteren Gebäude eine Tür und einige Personen gingen wohl in Ihren verdienten Feierabend. Eine Person darunter die wir dann als Kontaktperson ausmachten und er uns nach einer kurzen Weine aus dem Inneren des „Palastes“ wieder entgegenkam und die großen Glastüren öffnete. Der erste Teil des Weingutes wurde im Jahr 1996 gebaut, und in 2010 konnte sich das Weingut den weiteren „Palast“ als Anbau zu dem bestehenden Gebäude hinstellen. Heute werden auf 120 ha 800 – 900 Tsd. Flaschen hergestellt.
Pago_de_los_Capellanos_keller
Es gibt einen Filmvorführraum, und sonst ist das gesamte Interior sehr großzügig gehalten und auch beeindruckend. Wir verkosteten 2 Weine, welche sehr gut überzeugen konnten. Ein Highlight an diesem Tage.

aster_Keller
Zum Abschluß des Tages ging es zum Weingut áster.
aster_Flasche
Das Weingut ist eine Gemeinschaftsgründung von drei Weingütern aus dem Rioja die sich im Ribera del Duero ein Art Gästehaus mit Weingärten rund ums das Haus errichtet haben. Im traditionellen Stil erbaut bietet áster in einer wunderschönen Lage einige Gästezimmer zum entspannen und ausruhen. Auf 87 ha werden die Weine angebaut und im Gebiet hier nur aus der Traube Tempranillo vinifiziert.


 

Weinreise Ribera del Duero, der erste Tag

Karte_RiberadelDuero

Erkundungstour ins Ribera del Duero im November 2015

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René und ich beginnen am ersten Tag mit dem recht großen Weingut Emilio Moro, welches ausschließlich Tempranillo anbaut, was für die allermeisten Weingüter hier in der Region Ribera del Duero zutrifft. Weiße Trauben sind im Ribera del Duero nach dem Weingesetzt nicht zugelassen, und rote dürfen max. 5% andere Sorten zugesetzt werden wie Merlot, Cabernet Sauvignon. Somit werde ich bei der weiteren Beschreibung der Weine nur selten auf die Traube eingehen, da diese meist 100% Tempranillo ist.
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Bei Emilio Moro verkosten wir 4 Weine, wobei der Spitzenwein mit seinen 98 € Marktpreis am ehesten überzeugen konnte. Die anderen lagen so im Mittelfeld der gesamten Verkostungen dieser vier Tage.

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Dann ging es weiter zum Weingut Aalto.
Der Name ist abgeleitet vom großen Architekten Alvaro Aalto, was sich auch in der Architektur des Weingutes regelrecht widerspiegelt.
Gegründet 1999 von Mariano Garcia, welche vorher bei Vega Sicilia als technische Direktorin gearbeitet hatte. Der erste Weinjahrgang wurde aus dem Jahr 2005 auf den Markt gebracht und es werden derzeit nur 2 verschiedene Weine hergestellt. Das sind ein Aalt und ein Aalto Pièce. Der Aalto wird von 40 – 60 jährigen Reben geerntet und der Aalto Pièce von 80 – 90 jährigen Reben. Derzeitige Produktion 250 Tsd. Flaschen Aalto und 10 Tsd. Aalto Pièce. Das Weingut hat 42 ha eigene Weinberge und verarbeitet von weiteren ca. 68 ha die Trauben für Ihre 2 Weine. Das Weingut liegt weit hinten in einem offenen Tal, wo derzeit eine richtig große Baustelle vorzufinden war, denn es wird kräftig am Weingut gebaut und erweitert. 70% der Weine gehen in den Export.
Aalto_Flaschen
Wir verkosteten 4 Weine, je 2 mal 2013 und 2012.
Insgesamt lagen die Weine im oberen Qualitätssegment, wobei mich der 2013er Pièce mit 17-18 Punkten am besten gefallen konnte.

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Und weiter ging es zu Villacreces.
Bei einer Bodegasgröße von 110 ha werden hier auf 64 ha Wein angebaut. Insgesamt werden 16 verschiedene Parzellen bewirtschaftet, welche auch separat vinifiziert werden und dann nach der Faßlagerung cuvetiert.
Finca_Villacreces
Hier wird beispielsweise der Pruno mit 90% Tempranillo und 10% CS hergestellt.
Wir verkosteten insgesamt drei Weine, wobei der Spitzenwein Nebro aus 2009 gerade einmal zu gefüllten 2304 Flaschen reichte.

Tabula_Fasskeller
Ein ganz anderer Betrieb ist das Weingut Tabula.
Ein sehr nüchtern wirkender Zweckbau im Tal, inmitten von Weinreben, Das Weingut hat erst 2002 mit der Arbeit begonnen und bewirtschaftet heute 30 ha eigene Weinberge und kauf von 25 ha Anlagen die Trauben zu. Es werden gesamt 5 verschienen Weine hergestellt, wovon wir drei verkosten konnten. Es werden gesamt 500 Tsd. Flaschen erzeugt, was bei der Größe des Zweckbaus erstaunlich war, wo denn die Fäßer und Barriques alle Platz finden sollten. Generell werden hier aber mehr Weine für den baldigen Verbrauch erzeugt. Der Spitzenwein Tabula 2012, welchen wir verkosteten wurde von mir mit 17+ bewertet.

Arzuaga_fass
Dann steuerten wir einen etwas protzigen Betrieb an, Bodegas und Spa Arzuaga, der sich auf unseren angekündigten Besuch nicht so richtig einstellen konnte. Angeschlossen an das Weingut ist hier auch ein mittelgroßes Hotel, ein großes Restauran und ein SPA, wo Kuren mit Wein verabreicht werden können. Hier ist man eher auf große Besuchergruppen eigerichtet, was auch während der kurzen Besichtigung zum Ausdruck kam. Wir konnten drei Weine verkosten, welche ordentlich daherkamen und mittlere Qualität zeigten. Die pseudotraditionelle Architektur wurde 1990-94 erstellt, wobei das SPA Hotel erst 2009 dazugekommen ist. Es werden heute auf 150 ha Wein angebaut.

Tinto_Pesquera_Flasche
Zum Abschluß des Tages ging es zu Pesquera.
Der Gründer von Pesquera, Alejandro Fernández, begründete sein erstes Weingut hier im Ribera del Duero im Jahre 1972. Später kamen dann noch die weiteren Weingüter Condado de Haza, auch im Ribera del Duero, und das Weingut El Vinculo in der La Mancha dazu. Auf Pesqwuera werden heute ca. 900 Tsd. Flaschen erzeugt. In der Gruppe Pesquera 2 Mio. Wir konnten uns auf einer kleinen Tour das Weingut ansehen und zum Abschluß auch 2 der jüngeren Weine verkosten. Ein Tinto Pesquera 2012 war auch dabei, wofür Pesquera seinerzeit einmal berühmt geworden ist, da es sich um einen 100% Tempranillo handelt, was bis dahin kaum einer der Winzer so auf den Markt gebracht hatte. Ein sehr schöner Tagesabschluß, was sich aber gleich am nächsten Tag kräftig steigern sollte.


 

Kleine Weinverkostung Tenuta Lageder bei Bergwein in München

Bergwein_Logo
Heute am Spätnachmittag ging es mal wieder zu Bergwein und dort zu einer Verkostung von Weinen der Tenuta Lageder aus Südtirol. Auch dieses Weingut hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert und ist enorm groß und vielseitig geworden. Das Weingut Lageder ist heute als biodynamisches Weingut zertifiziert und vermarktet inzwischen 1,5 Mio. Flaschen jedes Jahr. 80% davon sind aus weißen Trauben, und 20% aus roten Trauben gekeltert. Lageder kenne ich bereits seit vielen Jahrzehnten, denn im Poseidon gab es bereits vor über 30 Jahren einen der Weißweine, ich glaube es war der Sauvignon Blanc, der im Bistro zu den Fischgerichten recht passend ausgeschenkt wurde. Ich war mal wieder recht früh zugegen, so das noch nicht so viele Personen anwesend waren. Angeboten wurden heute 2 weiße und drei rote Weine. Schade, denn das spiegelt nicht wirklich wider, was die Tenuta so insgesamt im Angebot hat. Ein ausliegender Prospekt reiht insgesamt 34 verschiedene Wein auf.
Also dann, ran an die Flaschen und die Reihe beginnt mit
Weine_Bergwein_Lageder_2
Chardonnay Gaun 2014
Schön frische Nase bei mittlerer Note, etwas Mineralität (15).
weiter geht es mit

Pinot Grigio, Porer 2014
Gute kräftige Nase bei feiner Struktur und recht guter Mineralität (15+).

und als weißer zuletzt ein
Chardonnay, Löwengang 2012
Noch recht kräftiges Holz in der Nase, welches sich wohl abbauen wird. Gute Struktur und längerer feiner Abgang mit guten Geschmacksknospen von frischen Blüten, und Früchten. (16).

Dann zu den roten Sorten:
Merlot, MCM 2011 10 Mon. im Barrique.
Etwas weniger Nase, aber nachhaltiger Geschmack nach typischem Merlot, was recht untypisch ist für einen Südtiroler Merlot. Leicht bittere Säure im späten Nachklang, etwas breit und noch leichte Tannine bei würzigen Noten (15-16).

weiter mit einem
Lagrein, Lindenburg 2011, wächst auf Sandböden
Kräftige Nase, leichte Tannine am Gaumen und ein wenig Schärfe (16+)

und zum Schluß ein Cuvée von
COR Römigberg 2010
95% Cabernet Sauvignon und 5% Petit Verdot
wächst auf sehr steilen Lagen
Gute feine Nase, am Gaumen mit längerem Abgang und leicht scharfer Note.
Für einen Cabernet Sauvignon der aus einer zwar warmen Weinregion stammt, also gut durchreifen kann im Spätsommer ist auch dieser im Reigen der Rotweine nicht wirklich typisch (16+).

Insgesamt ist zu den Rotweinen zu bemerken, das diese von der Tenuta Lageder auf jeden Fall recht speziell sind und da muß man sich ein wenig eintrinken, bevor man diese mit anderen Weinen der gleichen Traube vergleichen kann.
Die Weißwein können insgesamt etwas besser gefallen und sind auch von Ihrer Machart und dem Zugang zu den Rebsorten zugänglicher und einfacher zu lesen.
Somit also eine spannende Verkostung mit 3x 2014 und bis zu einem 2010er Cuvée aus der roten Reihe.
Leuchtkörper_Bergwein
Auf ein Neues-der Berg ruft!


 

Food-Festival eat & style in München

eat&style_Hallenansicht
Am vergangenen Wochenende gab es die Messe eat&style in münchen in der Zenithhalle. Einem ehemaligem Industriegelände mit morbidem Charakter aber sonst recht passend als Kontrast zum Thema Genuss und Stil.
Ich hatte mir vorgenommen schon recht früh am Sonntag, so kurz nach 11 Uhr einzulaufen, und war überrascht über den starken Zulauf und Andrang in der Halle.
Als Hauptsponsor tritt Miele und das deutsche Weininstitut auf, welche in den 2 Hallen auch die entsprechende Präsenz vertraten. Im Untertitel konnte auf dem Hallenplan dann die Begriffe wie Foodtrends, Tasting, Live Cooking und workshops verzeichnet werden.
eat&style_Dt_Weininstitut_wine&style
An den drei Veranstaltungstagen Freitag – Sonntag konnte das Publikum also an Kochevents, Weinverkostungen mit Schokolade und an vielen kleinen Ständen der Anbieter alles Mögliche an diversen Leckereien wie Gewürzen über versprühbares Salz, Nussmischungen bis Weinverkostungen oder Marketing von Lyon bis zu speziellen Holz und Bambusschneidebrettern erleben.
Insgesamt konnte ich allerdings bei dieser bereits mehrfach veranstalteten Messe in dieser Halle feststellen, das die Themenbereich immer noch sehr wild durcheinander aufgebaut sind. So stehen Weingüter neben italienischen Salami- und Käseanbietern, Gewürzvermarkter neben einem Wein Massenanbieter aus den USA. Interessant zu vermerken, das in diesem Jahr zum ersten Mal einige kleine Anbieter einen fast einheitlichen Stand hatten, der ein großes Schild mit prägnanter Aufschrift und integrierter LED Beleuchtung hatten.
eat&style_Standschilder
Die Stimmung in beiden Hallen war auch mit zunehmender Publikumszahl immer noch recht gut und locker, so das es kein Problem war an die allermeisten Stände gut heranzukommen, um sich eine Kostprobe oder auch ein kleines Glas zur Verkostung zu ergattern. Was allerdings im Laufe der Zeit mit zunehmendem Publikum schwierig war ist das Durchkommen in den Gängen, fast wie im richtigen Leben.
eat&style_Kartoffeln_alteSorten
Fazit: Eine vielseitige kleine Messe mit sehr unterschiedlichen Anbietern von einfachen bis hochwertigen Gourmet Produkten. Der Bereich Wein wird zwar vom deutschen Weininstitut n der zweiten Halle gut repräsentiert, schafft aber nicht den Spagat mit den weiteren Weinanbietern auf der Messe ein rundes Angebot für den Weintrinker anzubieten. Alle weiteren Produkte sind sehr bunt gemischt in der ersten Halle, so das einem nichts anderes übrig bleibt, als wirklich alle Stände genau unter die Lupe zu nehmen, sonst verpaßt man doch das eine oder andere highlight oder auch den weiteren flop aus dem Bereich der gourmandise. Auf ein Neues im nächsten Jahr.
eat&style_WalkofCoffee


 

Weininseln München

Im Herbst ist in München nicht der Bär, sonder der Wein los.

In diesem Jahr zum vierten Mal veranstaltet, fanden am 23. + 24. Oktober die Weininseln mit insgesamt 51 Stationen (Inseln) statt. Angefangen hatte es vor vier Jahren gerade mal mit 6 Weinläden, nur im Zentrum, und in diesem Jahr bereits auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet, wo es viel zu entdecken gab. Ich selber hatte mir am Freitag mit einem Freund, und am Samstag auf eigene Faust gesamt 8 Stationen vorgenommen, welche auch für mich noch einige unbekannte Adressen beinhalteten. Hatte man bereits den newsletter von Nicola Neumann abbonniert, konnte man sich vorab in der pdf informieren, was geplant war, allerdings paßten dann die Nummern der Stationen nicht mehr mit dem Programmheft, welches bei den Inseln auslag und die einzelnen Läden bezeichnete, zusammen. Somit war es besser nur eines der Medien zu verwenden, sonst landete man bei anderen Adressen, die ich nicht besuchen wollte. Bei jeder Weininsel gab es für 5€ mindestens drei Weine zu verkosten, welche vor Insel zu Insel aber sehr unterschiedlich ausfielen. Zu den von uns angesteuerten Inseln:

Freitag, 16:30 Uhr:
Garibaldi am Marienplatz, Burgstr. 2
Angboten wurden 2 Sekte, drei Weiß, und 3 Rotweine.
5€ für drei grüne Chips und zur Ausschanktheke.
Wir entschieden uns für je 1 Glas Sekt, Weiß.- und Rotwein.
Qualität und Auswahl der Weine mittel bis ok.

Weininseln_2015_Kork
Kork Weinbar, Angertorstr. 4
Eine Weinbar die ausschließlich deutschen Wein im Angebot hat.
Hier wurden 2 Kategorien angeboten. 3 Rotweine als Horizontalverkostung und 3 Weißweine als Vertikalverkostung. Wir entschieden uns für die weiße Vertikale.
Weingut St. Antony, Hessische Berstraße – VDP Weingut
Riesling GG 2013
Riesling 2012, erste Lage
Riesling 2011
Hier stach insbesondere der 2011er hervor mit wunderbarer Fruchtnote, sehr ausgewogen und elegant das Frucht und Säurespiel. Hier konnte man bereits merken, das auch einige andere Gäste auf den Weininseln unterwegs waren. Es saßen schon einige Gäste an den hohen Tischen bei Verkostungen, aber es strömten im Laufe der Zeit auch noch einige kleine Gruppen, meist junger Menschen in den Laden herein, was die Stimmung sichtlich anhob. Ein passendes Ambiente für eine solche Weinbar mit guten Erklärungen der Betreiber.

Weiter ging es zu Champagner Characters in der Holzstr. 1
Da der Laden recht klein ist, aber schon einige Gäste anwesend, fanden  wir trotzdem noch gut Platz unter den Champagner Trinkern. Es gab drei unterschiedliche Tropfen, welche etwas wenig gekühlt aber sonst ganz angenehm daherkamen.

Weininseln_weinreich_2

Un dann noch zu Weinreich in der Klenzestr. 54
Dieser recht modern und zweckmäßig eingerichtete Weinladen hat sich auf Frankreich, und da insbesondere auf den Süden spezialisiert. Es gibt aber auch ein paar andere Tropfen aus Deutschland.
Hier hatte ich leider nicht notiert, was wir verkosten konnten, aber in der Erinnerung waren es alles recht gute Weine, welche aus der Gegend Bandol und Südfrankreich stammten. Hier lohnt es sich deswegen schon hinzugehen, da in den Weingebieten Languedoc-Roussillon inzwischen recht gute Weine erzeugt werden, die noch ein recht gutes Preis-Leistungs Verhältnis haben. Und entdecken kann man hier dann bei sehr guter Fachberatung immer wieder etwas Neues.

Samstag, ab ca. 12 Uhr
Ich starte im
Camino del Vino, Baaderstr. 32
Ein kleiner und recht schön eigerichteter Weinladen, welcher von einer Spanierin betrieben wird, und sie hat auch nur spanische Weine im Angebot. Das Angebot ist recht vielseitig und einige Namen auf den Flaschen waren mir recht vertraut, durch die letzten Weinreisen nach Spanien.
Hier konnte man von einem Winzer aus der Gegend von Valencia einige Weine verkosten, Weiß und rot war im Angebot, und nach dem zweiten Wein traf auch der Winzer noch persönlich im Laden ein und unterhielt sich mit anderen Gästen zum Teil auf spanisch oder auch englisch.

Dann ging es 2 Straßen weiter zu
Weininseln_Bergwein_2
Bergwein in die Corneliusstr. 18
Hier war ich zu der Uhrzeit erst einmal allein. Es wurden 3 weiße und 3 rote Tropfen angeboten, und ich wollte mich angefangen mit 2 mal rot und einmal weiß durch das Sortiment schleichen. Bergwein bietet ausschließlich Weine aus Südtirol an, was die Sache vielleicht etwas übersichtlicher macht, aber auch dort hat sich die Qualität bei vielen Winzern, insbesondere nach der „Kalterer See Schwemme“ in den 60er/70er Jahren, erheblich verbessert, so das die Wahl manchesmal nicht leicht fällt. Aber bei Bergwein sind die Weingüter sehr gut ausgesucht und  somit kann man sich eher an Trauben, an Machart der Weine und anderen schönen Kriterien probieren, als nur an modischen Erscheinungen. Zu den obligatorischen 5€ gab es noch ein kleines Programmheft, wo zu lesen ist, was es so in den nächsten Monaten im Laden an Verkostungen gibt.

Dann einen Abstecher nach Schwabing zu
Wein 16 in der Tengstr. 16
Hier war ich besonders neugierig, denn auch diesen Laden kannte ich bisher noch nicht. Überraschung, ich war mal wieder der einzigste Besucher im Laden, und sollte das auch den Rest der Probe bleiben, aber dafür bei sehr guter Unterhaltung mit dem Betreiber. Hier wurde ebenso wie im Camino del Vino ein einziger Winzer aus Deutschland mit seinem Weingut uas Spanien präsentiert. Das Weingut Heiner Sauer hat in den 80er Jahren im Gebiet von Valencia einen Betrieb übernommen und dort mit vielen alten Beständen an Rebstöcken inzwischen ein beachtliches Ergebnis erzielt, welches zu verkosten war. Das Weingut heißt Bodegas Palmera und liegt in der Unterregion Utiel-Requena, wo die Weine auf einer Höhe von ca. 780 m angebaut werden. Es gab eine schöne Auswahl an 4 Weinen von dieser Bodega, welche interessanterweise 2 Stationen (Inseln) vorher ja auch bereits ein Weingut aus der Gegend Valencia war. Der Vergleich gesamt gesehen, auch wenn das mit der Auswahl von 3-4 Weinen nicht abschließend zu beurteilen war, konnte hier aber doch etwas besser überzeugen. Da Wein ja immer eine sehr subjektive Sache ist und bleiben wird fließen solche Überlegungen dann auch in die Diskussionen während einer solchen Verkostung mit ein. Das Angebot hier bei Wein 16 ist schwerpunktmäßig bei Bio Weinen und etwas ausgefalleneren Tropfen, wo ich auch gleich 2 weitere mit bekannte Namen im Regal entdecken konnte, wie z.B. Ch. Brau aus dem Corbière.

Und dann der Schlußakkord, auf dem nach Hause Weg:
Broeding in der Schulstr. 9
Nicht nur Restaurant, sondern schon immer auch Weinhandlung für österreichische Tropfen.
Wie auch schon im Jahr zuvor hatten die Betreiber das Lokal halb ausgeräumt, die Tische zur Seite geschoben, und es war recht gut besucht. Hier zückte ich jetzt meinen Notizblock und wollte fast nicht aufhören zu schreiben. Es gab hier 5 Weine zu verkosten, die wunderbar unterschiedlich waren, somit aber auch die Bandbreite aufzeigten, was heute so an gut gemachten Weinen alles zu verkosten ist.
1. Weingut Heinrich, Neuburger Freyheit 2013
Ein weißer aus der Rebsorte Neuburger, fast ungeschwefelt, ungefiltert, nur mit Naturhefen vergoren und nicht geschönt.
Mittlere dichte Nase, leicht oxidative Note, relativ frisch mit wenig langer Note. (15)
2. Weingut Tement, Muskateller Steinbach 2013
Sehr typische Nase, feine Säure, super Frucht bei ausgewogener Struktur (17+)
3. Weingut Szepsy, Furmint aus Ungern – Tokaj
Schöne typische Nase, etwas süßlich, feine Frucht mit langem Abgang. Sehr schöne Säure und Fruchtstruktur. (16)
4. Frühburgunder aus Rheinhessen
Sehr feine Nase, frisch, fruchtig. Leichte Schärfe am Gaumen feine Struktur und rund. (16)
5. Weingut Kollwentz, 2011 Cuvée aus 70% Blaufränkisch und 30% Zweigelt.
Schöne Nase, mit noch recht kräftiger Note, etwas Schärfe der Tannine. (15+)
Abschließen wäre zu berichten, das die diesjährige Veranstaltung der Weininseln eine wunderbare Möglichkeit ist, den Münchener Dschungel zum Thema Wein kennenzulernen. Bei gesamt 51 Stationen (Inseln) sind natürlich nicht alle möglich zu besuchen, jedoch auf 8-10 Inseln an 2 Tagen kann man gut kommen. Sehr schön auch zu beobachten ist inzwischen die hohe Qualität der Services in Bezug auf zum Beispiel die Weingläser. Allein an drei Stationen meiner Auswahl von den 8 gab es Gabriel Glaser zur Verkostung. An den meisten Stationen auch ein Happen Weißbrot oder auch ein kleines Schälchen passende Imbisse wie bei Bergwein.
Auf ein Neues hoffentlich im nächsten Jahr.
Weininseln_Gabriel_Glas_2


 

Toskana Weinreise, der vierte Tag am 11.10.15

An diesem vierten Tag der Toskana Weinreise sollten wir ein interessantes Kontrastprogramm erleben. Das Wetter hatte sich wieder etwas von seiner freundlicheren Seite gezeigt, und es war nur etwas kühler durch den vorhergehenden Regen am Vortag geworden. Auf der Rückfahrt zum Flughafen in Florenz machten wir zunächst Halt bei dem erst 2013 fertiggestellten neuen Weinkeller von Antinori. Und anschließend ging es gerade mal auf die andere Seite des Tals zu einer Agrikultur Cooperative von La Ginestra.
Aber zunächst also der Besuch bei Antinori wo wir sehr pünktlich sein wollten, denn die Führungen dort warten kaum 5 Minuten mit dem Start, denn es sind immer internationale Gäste mit dabei und die Führungen sind recht stringent durchorganisiert. Wir waren also pünktlich an der Pforte, wurden gleich hineingelassen und parkten nach einigen gefahrenen Schleifen in den Hang hinein – ja wirklich hinein, denn die Tiefgarage, welche unterhalb des Weingutes gebaut ist ist der Ausgangspunkt für fast alle Besucher.

Antinori_Logo

Das erst 2012 fertiggestellt riesige Weingut ist fast komplett in den Hang gebaut, von Weinreben bedeckt, welche auf einer 3m bis 60 cm dicken Humusschicht angepflanzt worden sind. Diese stehen dort natürlich eher zu Showzwecken. Und als wir während der Führung nach dem Baupreis dieses wirklich großen Gebäudes für ein Weingut fragten, blieb uns fast die Spucke weg – 120 Mio. €.
Antinori_Weinkarte
Kleinbus also auf dem Parkplatz abgestellt, und wir torkeln die stark geschwungene Wendeltreppe 2 Etagen höher bis auf die Ebene wo die Eingänge zu den wesentlichen Räumen der Shops, Verkostungsräumen etc. liegt. Jeder von uns bekommt eine Einlasskarte um den Hals gehängt, wie auf den internationalen Kongresse, und ist somit als Besucher zu erkennen.

Wir werden zunächst in einen kleinen Kinosaal geführt, wobei die Gruppe jetzt aus ca. 35.40 Personen besteht. Es läuft ein ca. 15 minütiger Promotionsfilm über die Familie Antinori. Wer zeigt sich beeindruckt? Na ja, nach Ende kneifen wir erst einmal die Augen zu als wir in die helle Halle des Empfangsbereiches wieder zurückkehren. Nun geht es auf eine ca. 30 minütige Tour durch das Weingut mit Süßweinbereich, Barriquekeller, und sonst auch alle Einrichtungen die solch ein Weingut braucht, wo jährlich bis zu 10 Mio. Flaschen verarbeitet werden können. Ein Restaurant auf der obersten Ebene ist auch in Betrieb und kann im Freien ein grandiosen Blick über das Tal bieten. Dann wurden wir zu der Verkostung gebeten, wo sich unserer Guide als etwas verschnupft herausstellte, so fragte er  einen aus unserer Grußße ob wir vorverkosten könnten, ob etwaige Korkfehler o. Ä. an den Flaschen war. Es waren sie nicht.
Wir sollten drei Weine zur Verkostung erhalten; weiß, rot und einen roten Reserva.
Es begann mit einem Chardonnay aus Umbrien.

Bramito 2011, Castello della Sala.
Leichte schon oxidative Note in der Nase. Feine Süße mit spitzer leichter Säure. Etwas frische Noten von Spargelwasser, weniger Abgang. (15).

Peppoli, einer der Massenweine von Antinori, von 2012
90% Sangiovese, je 5% Merlot und Syrah.
12 Monate im Barrique. Leichte frische Note, etwas frische leichte Tannine, gute Fruchtstruktur mit leichten grünen Noten hinten am Gaumen. (15).

Villa Antinori Reserva 2012
90% Sangiovese, 10% CS. Dunkle Farbe, Sehr fruchtige Noten, vordergründig, fett, sicher gut zu geschmortem Gemüse. (16).

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Antinori_Innen_Wand

Antinori_Aussen_1

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Antinori_Aussen_3

Antinori_Aussen_4


Und dann als Kontrastprogramm sollten wir auf die andere Seite des Tales fahren, wo wir zur Mittagszeit uns bei La Ginestra im Freien bei gerade angenehmen Temperaturen in der Sonne einige Platten mit Wurst und Käse aus fast ausschließlicher Eigenproduktion genießen konnten.

La_Ginestra_Logo

Wir konnten zu unseren Imbissplatten 4 Weine verkosten, wobei drei von diesen aus 100% Sangiovese bestanden, und der letzte dann auch 10% CS enthielt. Ausgewiesenermaßen wurde gesagt, das die Weinbereitung komplett ohne Sulfide passiert, was auf dem Etikett nachzulesen war, von uns am Tisch aber nicht so wirklich bei diesen Jahrgängen 2013 und 2014 geglaubt wurde.
Insgesamt also ein runder Abschluß mit diesen zwei Erlebnissen am Sonntag Vormittag und Mittag wo wirklich 2 Welten aufeinander stießen.
Ich selber war in diesem Jahr zum zweiten Mal auf einer der Weinreisen durch die Toskana mit airtour austria dabei, wobei insbesondere interessant war, das vom ersten zum zweiten Jahr sich einige der Weingüter geändert hatten die wir besucht haben, und das war somit auch eine gute Bandbreite und um noch mehr Vielfalt in der Gegend der Toskana kennenzulernen.


 

Toskana Weinreise, der dritte Tag am 10.10.15

Poliziano_Logo
An diesem Samstag ging es zunächst zu dem Weingut Poliziano im Montepulciano. Wir wurden im Verkostungsraum empfangen, der direkt neben dem großen Kellergebäude steht und einen hell schimmernden Kiesboden als Auffahrt einen interessanten Tag verspricht. Der neu eingerichtete Verkostungsraum wurde gerade erst vor einem guten halben Jahr neu eingerichtet und strahlte mit seinen unterschiedlichen Materialien, Marmor, Eichenholz, Glas und unterschiedliche Fußböden eine sehr elegante und gediegene Atmosphäre aus.
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Zunächst bat uns die Mitarbeiterin auf die Terrassem da es gerade aufgehört hatte zu regnen, wo es einen guten Ausblick auf einige der Weinberge und in die Landschaft der Toskana gab. Nach einigen Erklärungen zum Weingut, welches  auf 220 m Höhe liegt, und die Weinberge auf 350-450 m Höhe, wurden wir in den Verkostungsraum zu den Weinen gebeten. Das Weingut baut derzeit auf 140 ha Ihre Weine an, und wurde angelegt, so das es 1961 den ersten Wein vinifizieren konnte.
Vorneweg gesagt war das einer der spannendsten Weinverkostungen an den 4 Tagen Toskana, denn auf so einem hohen Niveau konnte kaum eines der anderen besuchten Weingüter mithalten.
Zu den verkosteten Weinen:
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Rosso di Montepulciano DOC 2013
80 % Sangiovese, 20 % Merlot.
6 Monate im großen Holz.
Sehr feine Fruchtnase mit einer Struktur, homogen, ausgewogen und elegant. (16).

Vino Nobile di Montepulciano DOCG 2012
80% Sangiovese, je 10% andere rote Sorten.
14-16 Mon. im Barrique
Sehr kräftige Nase, sehr ausgereifter Holunder und andere ausgereifte Noten.
Leichte Tannine am Gaumen mit frischen Säurenoten. Super Struktur. (17).

Vino Nobile di Montepulciano „Asinone“ 2011
100% Samgiovese
16-20 Mon. im Barrique
Kräftige Tannine in der Nase, sehr reife Kirschen, super reife Fruchtsorten am Gaumen, tolle Struktur und Reife. Das war für mich eines der absoluten Highlights der gesamten Reise. Wir sollte das Vergnügen haben diesen Wein nochmals am Abend aus einer mitgenommenen Magnum im Restaurant zu genießen. (18-19).

Vino Nobile die Montepulciano „Le Stanze“ 2011
90% CS, 10% Merlot.
24 Mon. im Barrique.
Recht typische Nase der Trauben, komplexe Struktur mit begletender  exponierter Süße. (17).

Mandrone di Lohsa 2011
80% CS, 20% von PV, Carignan und Alicante.
Etwas würzige Note, zurückhalten, bei sehr weichem Gaumen, ausgewogen und voll fruchtig und sehr rund. (17-18).

Vin Santo, (nicht im Verkauf) ca. 8 Jahre alt.
100% Merlot, 5 Monate Trocknung. Gesamt 600 Flaschen.
Honig, Röstnoten, sehr feine Nase mit langer Note und langen Abgang und Karamellnoten. (17-18).

Dann ging es am späten Vormittag bei wieder kräftigem Regenschauer zu dem Weingut Podero Boscarelli.

Boscarelli_Weinregal
Welch ein Kontrast! Aber das macht auch seit vielen Jahren das Programm dieser Weinreisen bei airtour austria mit Peter Gallhofer und René Ebner aus. Die Abfolge der Weingüter ist insbesondere so ausgesucht, das nicht nur ein Spannungsbogen im Laufe des Tages aufgebaut wird, sondern das sich auch Höhen und Tiefen nicht nur abwechseln, sonder die Zufälle sich im Reigen mit den Höhepunkten abwechseln und das zu einer unwahrscheinlichen Anspannung sich steigern kann die sich dann in wunderbaren, oder auch katastrophalen Weinverkostungen münden. So genug der philosophiererei.
Hier wird noch sehr handwerklich gearbeitet. Das konnten wir live beobachten, da es am letzten Tag der Lese, bzw der Weinbereitung der neuen Trauben im „Keller“ der eigentlich eine halboffene Halle war richtig zur Sache ging. Die frischen Weine wurden von unten nach oben über den Tretserhut gepumpt, der Maischehut wurde mit Hand und einem Holzstempel heruntergedrückt und mehrere Menschen „tanzten“ zwischen den Vergärungstanks herum. Es glich schon einem mittelcaotischem Balett, wobei es hier um primär roten Weintraubensaft ging. Und dann ging es zur Verkostung der 8 bereitstehenden Weine:

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Rosso di Montalcino 2014
90% Sangiovese, 10% weitere rote Sorten
Etwas Würze in der Nase nach wilden Kräutern, sehr helle Farbe, angenehme frische Note. Zu trinken in 3-4 Jahren. (15).

Cortone, Rosso di Montalcino 2014
Ganz junge 4-jährige Weinpflanzen. 100% Merlot.
Sehr verhaltene Nase, kräftig dunkel in der Farbe, noch gute Tannine am Gaumen. (16).

Vino Nobile di Montepulciano 2012
85% Sangiovese, 15% Carignan und Colorino.
Mittlere Farbe, weicher Gaumen mit frischen Früchten, rund und ausgewogen. (16+).

Ebenso V. N. di M. 2006
Sehr dunkles Rot. Feine Nase mit Rauchnoten, sehr präsent am Gaumen mit weichen Tanninen und runden gut strukturierten Geschmacksnoten. (16-17).

Vino N. di. M. Reserva 2010
85% Sangiovese, 15% Carignan und Colorino.
3 Jahre im Barrique.
Sehr dunkle Farbe, feine Fruchtaromen, mit sehr beerigen Noten bei mittlerem Abgang. (16+).

Vino N. di M. Reserva 2009, black label
85% Sangiovese, 15% Merlot und CS
Kräftige Röstaromen, sehr unkle, starke Pilznoten mit ausgewogener Frucht, gute Tannine und Säurenoten. (17).

Boscarelli 2006
Cuvée aus 85% Merlot, und 15% aus PV, Carignan, Syrah und CS.
Wirkt sehr präsent in der Nase. Noch jung wirkende Tannine. Sehr schöne Fruchtsüße mit dunkler Brombeere, Schokonoten. (17+).

Vin Santo 2003
Die Trauben werden 2 Monate getrocknet
Trauben: Grosetto, Malvasia, Trebbiano.
Sehr schöne Farbe, heller Sherry, starke Honignote, mit recht viel Zucker, fein aber recht süßliche Noten. (17).

Bei Boscarelli gab es dann nach der Verkostung einige prall gefüllte Platten mit Schinken, Salami und Pekorino als Mittagsimbiß.
Am Nachmittag dann:

Mastro Janni

Mastro_Janni_Logo
Das Weingut Mastro Janni bereitet seine Weine im Gebiet Montalcino seit 1975. Nach einer Fahrt über eine Schotterpiste quer durch die Gestrüppe der Toskana kamen wir am Weingutsgebäude an. Ein Fluch durchbrach den Empfang, denn wir waren ca. 20 Minuten zu spät. Un der Gastgeber hatte nach unserer Verkostung eine Geburtstagsgesellschaft zu Gast. Aber es sollte sich alles entspannen, denn auch andere Gäste sind in dieser Gegend Italiens nicht immer pünktlich. Wir waren recht bald herzlich willkommen und das Eis brach recht schnell.
Mastro Janni prouduziert ca. 100 Tsd. Flaschen. Die Weine werden auf einer Höhe von 180-430 m angebaut.
Mastro_Janni_Verkostung
Zu den verkosteten Weinen:

Rosso 2013
100% Sangiovese
Sehr würzige Nase, kräftig mit Nachhall, feine Würze, mittlere Tannine. (15,5).

Brunello 2011
100% Sangiovese
Sehr vegetabile Noten in der Nase, sehr feine Fruchtnoten, mit Erdbeeren, dunkle Johannisbeeren. (17+).

Brunello di Montalcino 2010
100% Sangiovese
Sehr dichte Nase, super ausgewogen und sehr komplex. Feine würzige lange anhaltende Note. Sehr weich und geschmeidig mit feinen spitzen süßen Noten. (17-18).

Brunello di Montalcino Vigna Loreto
100% Sangiovese
Mittlere braune Farbe, sehr feine Frucht mit langer Schokonote, super Frucht, ausgewogen. (18)

Brunello di Montalcino 2004.
100% Sangiovese
Ein wenig verhaltene Nase, etwas braune Ränder bei eigenständig stehender Kraft. Gute Tannine, mit ein wenig frischer Note. (17+).

Mastro_Janni_Faßkeller

 

Zum Abschluss des Tages das eher traditionelle Weingut Col d’Orcia mit der Verkostung von 5 Weinen in deren Verkaufs.- und Verkostungsraum. Es gab leider etwas wenig Infos zum Weingut, denn auch die Faltbroschüre dort vor Ort gab nicht viel her.Das Weingut besteht schon seit Ende des 19. Jahrhunderts und ist wohl auch von der Präsentation und der Einrichtung ein wenig im letzten Jahrhundert stehengeblieben. Der Verkostungstisch leider etwas zu klein und eng, aber das spielte jetzt zu Ende des Tages keine so große Rolle, wir kamen untereinander gut zurecht in der kleinen Gruppe.

Das Weingut hat 550 ha Gesamtfläche, wobei 140 ha mit Wein bestockt sind. Seit 2013 Bio zertifiziert.

Zu den verkosteten Weinen:

Rosso 2012
Frische feine Nase, etwas Schärfe. Gut zu trinken, leicht. (15).

Banditella 2012
Ledernoten in der Nase, leicht flüchtig. Scharfe Tannine mit recht kräftiger Aromatik. (15-16).

Brunello di Montalcino 2010
Weiche Nase, weniger Frische, gute Tannine, aber schon weich im gesamten Abgang. (17).

Poggoi al Vento 2007
Feine Nase, gut abgerundet. Ausgewogen und mit längerem Abgang. (16+).

Nearco 2011
Internationale Trauben: Merlot, CS, Syrah und PV.
Grüne Nase mit unreifen Noten. Am Gaumen geschmeidig, aber recht agressiv am späteren Gaumen. (15-16).

Zum Abschluss des Tages ging es weiter zum traditionellen Weingut Col d’Orcia. Das Weingut hat gesamt 550 ha, wobei 140 ha mit Weinreben bepflanzt sind. Biozertifizierung gibt es seit 2013 auf dem Weingut. Wir wurden freundlich empfangen und konnten nach kurzer Weingutsbesichtigung im Kellergebäude und großen Holzfässern ging es zur Verkostung der Weine in den Verkaufsraum.
Col_DOrcia_Faßkeller
Die Weine, welche wir verkosten durften waren wie folgt:

Rosso 2012
frische feine Nase, etwas Schärfe, gut zu trinken, leicht. (15).

Banditella 2012
Ledernoten in der Nase, leicht flüchtig, scharfe Tannine und recht kräftige Nase (15-16).

Brunello di Montalcino 2010
Weine Nase, wenig Frische, gute Tannine, aber schon weicher im gesamten Abgang. (17).

Poggi al Vento 2007
Feine Nase, gut abgerundet, ausgewogen, und mit etwas längerem Abgang. (16+).

Nearco 2011
Aus internationalen Trauben (Reben) wie 50% Merlot, 30% CS, 15% Syrah und ca. 5% PV.
Grüne Nase mit unreifen Noten, am Gaumen geschmeidig, aber recht agressiv am hinteren Rachen mit spitzen Noten. (15-16).
Col_DOrcia_Verkostung