Archiv der Kategorie: Wein

Weininseln München

Im Herbst ist in München nicht der Bär, sonder der Wein los.

In diesem Jahr zum vierten Mal veranstaltet, fanden am 23. + 24. Oktober die Weininseln mit insgesamt 51 Stationen (Inseln) statt. Angefangen hatte es vor vier Jahren gerade mal mit 6 Weinläden, nur im Zentrum, und in diesem Jahr bereits auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet, wo es viel zu entdecken gab. Ich selber hatte mir am Freitag mit einem Freund, und am Samstag auf eigene Faust gesamt 8 Stationen vorgenommen, welche auch für mich noch einige unbekannte Adressen beinhalteten. Hatte man bereits den newsletter von Nicola Neumann abbonniert, konnte man sich vorab in der pdf informieren, was geplant war, allerdings paßten dann die Nummern der Stationen nicht mehr mit dem Programmheft, welches bei den Inseln auslag und die einzelnen Läden bezeichnete, zusammen. Somit war es besser nur eines der Medien zu verwenden, sonst landete man bei anderen Adressen, die ich nicht besuchen wollte. Bei jeder Weininsel gab es für 5€ mindestens drei Weine zu verkosten, welche vor Insel zu Insel aber sehr unterschiedlich ausfielen. Zu den von uns angesteuerten Inseln:

Freitag, 16:30 Uhr:
Garibaldi am Marienplatz, Burgstr. 2
Angboten wurden 2 Sekte, drei Weiß, und 3 Rotweine.
5€ für drei grüne Chips und zur Ausschanktheke.
Wir entschieden uns für je 1 Glas Sekt, Weiß.- und Rotwein.
Qualität und Auswahl der Weine mittel bis ok.

Weininseln_2015_Kork
Kork Weinbar, Angertorstr. 4
Eine Weinbar die ausschließlich deutschen Wein im Angebot hat.
Hier wurden 2 Kategorien angeboten. 3 Rotweine als Horizontalverkostung und 3 Weißweine als Vertikalverkostung. Wir entschieden uns für die weiße Vertikale.
Weingut St. Antony, Hessische Berstraße – VDP Weingut
Riesling GG 2013
Riesling 2012, erste Lage
Riesling 2011
Hier stach insbesondere der 2011er hervor mit wunderbarer Fruchtnote, sehr ausgewogen und elegant das Frucht und Säurespiel. Hier konnte man bereits merken, das auch einige andere Gäste auf den Weininseln unterwegs waren. Es saßen schon einige Gäste an den hohen Tischen bei Verkostungen, aber es strömten im Laufe der Zeit auch noch einige kleine Gruppen, meist junger Menschen in den Laden herein, was die Stimmung sichtlich anhob. Ein passendes Ambiente für eine solche Weinbar mit guten Erklärungen der Betreiber.

Weiter ging es zu Champagner Characters in der Holzstr. 1
Da der Laden recht klein ist, aber schon einige Gäste anwesend, fanden  wir trotzdem noch gut Platz unter den Champagner Trinkern. Es gab drei unterschiedliche Tropfen, welche etwas wenig gekühlt aber sonst ganz angenehm daherkamen.

Weininseln_weinreich_2

Un dann noch zu Weinreich in der Klenzestr. 54
Dieser recht modern und zweckmäßig eingerichtete Weinladen hat sich auf Frankreich, und da insbesondere auf den Süden spezialisiert. Es gibt aber auch ein paar andere Tropfen aus Deutschland.
Hier hatte ich leider nicht notiert, was wir verkosten konnten, aber in der Erinnerung waren es alles recht gute Weine, welche aus der Gegend Bandol und Südfrankreich stammten. Hier lohnt es sich deswegen schon hinzugehen, da in den Weingebieten Languedoc-Roussillon inzwischen recht gute Weine erzeugt werden, die noch ein recht gutes Preis-Leistungs Verhältnis haben. Und entdecken kann man hier dann bei sehr guter Fachberatung immer wieder etwas Neues.

Samstag, ab ca. 12 Uhr
Ich starte im
Camino del Vino, Baaderstr. 32
Ein kleiner und recht schön eigerichteter Weinladen, welcher von einer Spanierin betrieben wird, und sie hat auch nur spanische Weine im Angebot. Das Angebot ist recht vielseitig und einige Namen auf den Flaschen waren mir recht vertraut, durch die letzten Weinreisen nach Spanien.
Hier konnte man von einem Winzer aus der Gegend von Valencia einige Weine verkosten, Weiß und rot war im Angebot, und nach dem zweiten Wein traf auch der Winzer noch persönlich im Laden ein und unterhielt sich mit anderen Gästen zum Teil auf spanisch oder auch englisch.

Dann ging es 2 Straßen weiter zu
Weininseln_Bergwein_2
Bergwein in die Corneliusstr. 18
Hier war ich zu der Uhrzeit erst einmal allein. Es wurden 3 weiße und 3 rote Tropfen angeboten, und ich wollte mich angefangen mit 2 mal rot und einmal weiß durch das Sortiment schleichen. Bergwein bietet ausschließlich Weine aus Südtirol an, was die Sache vielleicht etwas übersichtlicher macht, aber auch dort hat sich die Qualität bei vielen Winzern, insbesondere nach der „Kalterer See Schwemme“ in den 60er/70er Jahren, erheblich verbessert, so das die Wahl manchesmal nicht leicht fällt. Aber bei Bergwein sind die Weingüter sehr gut ausgesucht und  somit kann man sich eher an Trauben, an Machart der Weine und anderen schönen Kriterien probieren, als nur an modischen Erscheinungen. Zu den obligatorischen 5€ gab es noch ein kleines Programmheft, wo zu lesen ist, was es so in den nächsten Monaten im Laden an Verkostungen gibt.

Dann einen Abstecher nach Schwabing zu
Wein 16 in der Tengstr. 16
Hier war ich besonders neugierig, denn auch diesen Laden kannte ich bisher noch nicht. Überraschung, ich war mal wieder der einzigste Besucher im Laden, und sollte das auch den Rest der Probe bleiben, aber dafür bei sehr guter Unterhaltung mit dem Betreiber. Hier wurde ebenso wie im Camino del Vino ein einziger Winzer aus Deutschland mit seinem Weingut uas Spanien präsentiert. Das Weingut Heiner Sauer hat in den 80er Jahren im Gebiet von Valencia einen Betrieb übernommen und dort mit vielen alten Beständen an Rebstöcken inzwischen ein beachtliches Ergebnis erzielt, welches zu verkosten war. Das Weingut heißt Bodegas Palmera und liegt in der Unterregion Utiel-Requena, wo die Weine auf einer Höhe von ca. 780 m angebaut werden. Es gab eine schöne Auswahl an 4 Weinen von dieser Bodega, welche interessanterweise 2 Stationen (Inseln) vorher ja auch bereits ein Weingut aus der Gegend Valencia war. Der Vergleich gesamt gesehen, auch wenn das mit der Auswahl von 3-4 Weinen nicht abschließend zu beurteilen war, konnte hier aber doch etwas besser überzeugen. Da Wein ja immer eine sehr subjektive Sache ist und bleiben wird fließen solche Überlegungen dann auch in die Diskussionen während einer solchen Verkostung mit ein. Das Angebot hier bei Wein 16 ist schwerpunktmäßig bei Bio Weinen und etwas ausgefalleneren Tropfen, wo ich auch gleich 2 weitere mit bekannte Namen im Regal entdecken konnte, wie z.B. Ch. Brau aus dem Corbière.

Und dann der Schlußakkord, auf dem nach Hause Weg:
Broeding in der Schulstr. 9
Nicht nur Restaurant, sondern schon immer auch Weinhandlung für österreichische Tropfen.
Wie auch schon im Jahr zuvor hatten die Betreiber das Lokal halb ausgeräumt, die Tische zur Seite geschoben, und es war recht gut besucht. Hier zückte ich jetzt meinen Notizblock und wollte fast nicht aufhören zu schreiben. Es gab hier 5 Weine zu verkosten, die wunderbar unterschiedlich waren, somit aber auch die Bandbreite aufzeigten, was heute so an gut gemachten Weinen alles zu verkosten ist.
1. Weingut Heinrich, Neuburger Freyheit 2013
Ein weißer aus der Rebsorte Neuburger, fast ungeschwefelt, ungefiltert, nur mit Naturhefen vergoren und nicht geschönt.
Mittlere dichte Nase, leicht oxidative Note, relativ frisch mit wenig langer Note. (15)
2. Weingut Tement, Muskateller Steinbach 2013
Sehr typische Nase, feine Säure, super Frucht bei ausgewogener Struktur (17+)
3. Weingut Szepsy, Furmint aus Ungern – Tokaj
Schöne typische Nase, etwas süßlich, feine Frucht mit langem Abgang. Sehr schöne Säure und Fruchtstruktur. (16)
4. Frühburgunder aus Rheinhessen
Sehr feine Nase, frisch, fruchtig. Leichte Schärfe am Gaumen feine Struktur und rund. (16)
5. Weingut Kollwentz, 2011 Cuvée aus 70% Blaufränkisch und 30% Zweigelt.
Schöne Nase, mit noch recht kräftiger Note, etwas Schärfe der Tannine. (15+)
Abschließen wäre zu berichten, das die diesjährige Veranstaltung der Weininseln eine wunderbare Möglichkeit ist, den Münchener Dschungel zum Thema Wein kennenzulernen. Bei gesamt 51 Stationen (Inseln) sind natürlich nicht alle möglich zu besuchen, jedoch auf 8-10 Inseln an 2 Tagen kann man gut kommen. Sehr schön auch zu beobachten ist inzwischen die hohe Qualität der Services in Bezug auf zum Beispiel die Weingläser. Allein an drei Stationen meiner Auswahl von den 8 gab es Gabriel Glaser zur Verkostung. An den meisten Stationen auch ein Happen Weißbrot oder auch ein kleines Schälchen passende Imbisse wie bei Bergwein.
Auf ein Neues hoffentlich im nächsten Jahr.
Weininseln_Gabriel_Glas_2


 

Toskana Weinreise, der vierte Tag am 11.10.15

An diesem vierten Tag der Toskana Weinreise sollten wir ein interessantes Kontrastprogramm erleben. Das Wetter hatte sich wieder etwas von seiner freundlicheren Seite gezeigt, und es war nur etwas kühler durch den vorhergehenden Regen am Vortag geworden. Auf der Rückfahrt zum Flughafen in Florenz machten wir zunächst Halt bei dem erst 2013 fertiggestellten neuen Weinkeller von Antinori. Und anschließend ging es gerade mal auf die andere Seite des Tals zu einer Agrikultur Cooperative von La Ginestra.
Aber zunächst also der Besuch bei Antinori wo wir sehr pünktlich sein wollten, denn die Führungen dort warten kaum 5 Minuten mit dem Start, denn es sind immer internationale Gäste mit dabei und die Führungen sind recht stringent durchorganisiert. Wir waren also pünktlich an der Pforte, wurden gleich hineingelassen und parkten nach einigen gefahrenen Schleifen in den Hang hinein – ja wirklich hinein, denn die Tiefgarage, welche unterhalb des Weingutes gebaut ist ist der Ausgangspunkt für fast alle Besucher.

Antinori_Logo

Das erst 2012 fertiggestellt riesige Weingut ist fast komplett in den Hang gebaut, von Weinreben bedeckt, welche auf einer 3m bis 60 cm dicken Humusschicht angepflanzt worden sind. Diese stehen dort natürlich eher zu Showzwecken. Und als wir während der Führung nach dem Baupreis dieses wirklich großen Gebäudes für ein Weingut fragten, blieb uns fast die Spucke weg – 120 Mio. €.
Antinori_Weinkarte
Kleinbus also auf dem Parkplatz abgestellt, und wir torkeln die stark geschwungene Wendeltreppe 2 Etagen höher bis auf die Ebene wo die Eingänge zu den wesentlichen Räumen der Shops, Verkostungsräumen etc. liegt. Jeder von uns bekommt eine Einlasskarte um den Hals gehängt, wie auf den internationalen Kongresse, und ist somit als Besucher zu erkennen.

Wir werden zunächst in einen kleinen Kinosaal geführt, wobei die Gruppe jetzt aus ca. 35.40 Personen besteht. Es läuft ein ca. 15 minütiger Promotionsfilm über die Familie Antinori. Wer zeigt sich beeindruckt? Na ja, nach Ende kneifen wir erst einmal die Augen zu als wir in die helle Halle des Empfangsbereiches wieder zurückkehren. Nun geht es auf eine ca. 30 minütige Tour durch das Weingut mit Süßweinbereich, Barriquekeller, und sonst auch alle Einrichtungen die solch ein Weingut braucht, wo jährlich bis zu 10 Mio. Flaschen verarbeitet werden können. Ein Restaurant auf der obersten Ebene ist auch in Betrieb und kann im Freien ein grandiosen Blick über das Tal bieten. Dann wurden wir zu der Verkostung gebeten, wo sich unserer Guide als etwas verschnupft herausstellte, so fragte er  einen aus unserer Grußße ob wir vorverkosten könnten, ob etwaige Korkfehler o. Ä. an den Flaschen war. Es waren sie nicht.
Wir sollten drei Weine zur Verkostung erhalten; weiß, rot und einen roten Reserva.
Es begann mit einem Chardonnay aus Umbrien.

Bramito 2011, Castello della Sala.
Leichte schon oxidative Note in der Nase. Feine Süße mit spitzer leichter Säure. Etwas frische Noten von Spargelwasser, weniger Abgang. (15).

Peppoli, einer der Massenweine von Antinori, von 2012
90% Sangiovese, je 5% Merlot und Syrah.
12 Monate im Barrique. Leichte frische Note, etwas frische leichte Tannine, gute Fruchtstruktur mit leichten grünen Noten hinten am Gaumen. (15).

Villa Antinori Reserva 2012
90% Sangiovese, 10% CS. Dunkle Farbe, Sehr fruchtige Noten, vordergründig, fett, sicher gut zu geschmortem Gemüse. (16).

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Antinori_Innen_Wand

Antinori_Aussen_1

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Antinori_Aussen_3

Antinori_Aussen_4


Und dann als Kontrastprogramm sollten wir auf die andere Seite des Tales fahren, wo wir zur Mittagszeit uns bei La Ginestra im Freien bei gerade angenehmen Temperaturen in der Sonne einige Platten mit Wurst und Käse aus fast ausschließlicher Eigenproduktion genießen konnten.

La_Ginestra_Logo

Wir konnten zu unseren Imbissplatten 4 Weine verkosten, wobei drei von diesen aus 100% Sangiovese bestanden, und der letzte dann auch 10% CS enthielt. Ausgewiesenermaßen wurde gesagt, das die Weinbereitung komplett ohne Sulfide passiert, was auf dem Etikett nachzulesen war, von uns am Tisch aber nicht so wirklich bei diesen Jahrgängen 2013 und 2014 geglaubt wurde.
Insgesamt also ein runder Abschluß mit diesen zwei Erlebnissen am Sonntag Vormittag und Mittag wo wirklich 2 Welten aufeinander stießen.
Ich selber war in diesem Jahr zum zweiten Mal auf einer der Weinreisen durch die Toskana mit airtour austria dabei, wobei insbesondere interessant war, das vom ersten zum zweiten Jahr sich einige der Weingüter geändert hatten die wir besucht haben, und das war somit auch eine gute Bandbreite und um noch mehr Vielfalt in der Gegend der Toskana kennenzulernen.


 

Toskana Weinreise, der dritte Tag am 10.10.15

Poliziano_Logo
An diesem Samstag ging es zunächst zu dem Weingut Poliziano im Montepulciano. Wir wurden im Verkostungsraum empfangen, der direkt neben dem großen Kellergebäude steht und einen hell schimmernden Kiesboden als Auffahrt einen interessanten Tag verspricht. Der neu eingerichtete Verkostungsraum wurde gerade erst vor einem guten halben Jahr neu eingerichtet und strahlte mit seinen unterschiedlichen Materialien, Marmor, Eichenholz, Glas und unterschiedliche Fußböden eine sehr elegante und gediegene Atmosphäre aus.
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Zunächst bat uns die Mitarbeiterin auf die Terrassem da es gerade aufgehört hatte zu regnen, wo es einen guten Ausblick auf einige der Weinberge und in die Landschaft der Toskana gab. Nach einigen Erklärungen zum Weingut, welches  auf 220 m Höhe liegt, und die Weinberge auf 350-450 m Höhe, wurden wir in den Verkostungsraum zu den Weinen gebeten. Das Weingut baut derzeit auf 140 ha Ihre Weine an, und wurde angelegt, so das es 1961 den ersten Wein vinifizieren konnte.
Vorneweg gesagt war das einer der spannendsten Weinverkostungen an den 4 Tagen Toskana, denn auf so einem hohen Niveau konnte kaum eines der anderen besuchten Weingüter mithalten.
Zu den verkosteten Weinen:
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Rosso di Montepulciano DOC 2013
80 % Sangiovese, 20 % Merlot.
6 Monate im großen Holz.
Sehr feine Fruchtnase mit einer Struktur, homogen, ausgewogen und elegant. (16).

Vino Nobile di Montepulciano DOCG 2012
80% Sangiovese, je 10% andere rote Sorten.
14-16 Mon. im Barrique
Sehr kräftige Nase, sehr ausgereifter Holunder und andere ausgereifte Noten.
Leichte Tannine am Gaumen mit frischen Säurenoten. Super Struktur. (17).

Vino Nobile di Montepulciano „Asinone“ 2011
100% Samgiovese
16-20 Mon. im Barrique
Kräftige Tannine in der Nase, sehr reife Kirschen, super reife Fruchtsorten am Gaumen, tolle Struktur und Reife. Das war für mich eines der absoluten Highlights der gesamten Reise. Wir sollte das Vergnügen haben diesen Wein nochmals am Abend aus einer mitgenommenen Magnum im Restaurant zu genießen. (18-19).

Vino Nobile die Montepulciano „Le Stanze“ 2011
90% CS, 10% Merlot.
24 Mon. im Barrique.
Recht typische Nase der Trauben, komplexe Struktur mit begletender  exponierter Süße. (17).

Mandrone di Lohsa 2011
80% CS, 20% von PV, Carignan und Alicante.
Etwas würzige Note, zurückhalten, bei sehr weichem Gaumen, ausgewogen und voll fruchtig und sehr rund. (17-18).

Vin Santo, (nicht im Verkauf) ca. 8 Jahre alt.
100% Merlot, 5 Monate Trocknung. Gesamt 600 Flaschen.
Honig, Röstnoten, sehr feine Nase mit langer Note und langen Abgang und Karamellnoten. (17-18).

Dann ging es am späten Vormittag bei wieder kräftigem Regenschauer zu dem Weingut Podero Boscarelli.

Boscarelli_Weinregal
Welch ein Kontrast! Aber das macht auch seit vielen Jahren das Programm dieser Weinreisen bei airtour austria mit Peter Gallhofer und René Ebner aus. Die Abfolge der Weingüter ist insbesondere so ausgesucht, das nicht nur ein Spannungsbogen im Laufe des Tages aufgebaut wird, sondern das sich auch Höhen und Tiefen nicht nur abwechseln, sonder die Zufälle sich im Reigen mit den Höhepunkten abwechseln und das zu einer unwahrscheinlichen Anspannung sich steigern kann die sich dann in wunderbaren, oder auch katastrophalen Weinverkostungen münden. So genug der philosophiererei.
Hier wird noch sehr handwerklich gearbeitet. Das konnten wir live beobachten, da es am letzten Tag der Lese, bzw der Weinbereitung der neuen Trauben im „Keller“ der eigentlich eine halboffene Halle war richtig zur Sache ging. Die frischen Weine wurden von unten nach oben über den Tretserhut gepumpt, der Maischehut wurde mit Hand und einem Holzstempel heruntergedrückt und mehrere Menschen „tanzten“ zwischen den Vergärungstanks herum. Es glich schon einem mittelcaotischem Balett, wobei es hier um primär roten Weintraubensaft ging. Und dann ging es zur Verkostung der 8 bereitstehenden Weine:

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Rosso di Montalcino 2014
90% Sangiovese, 10% weitere rote Sorten
Etwas Würze in der Nase nach wilden Kräutern, sehr helle Farbe, angenehme frische Note. Zu trinken in 3-4 Jahren. (15).

Cortone, Rosso di Montalcino 2014
Ganz junge 4-jährige Weinpflanzen. 100% Merlot.
Sehr verhaltene Nase, kräftig dunkel in der Farbe, noch gute Tannine am Gaumen. (16).

Vino Nobile di Montepulciano 2012
85% Sangiovese, 15% Carignan und Colorino.
Mittlere Farbe, weicher Gaumen mit frischen Früchten, rund und ausgewogen. (16+).

Ebenso V. N. di M. 2006
Sehr dunkles Rot. Feine Nase mit Rauchnoten, sehr präsent am Gaumen mit weichen Tanninen und runden gut strukturierten Geschmacksnoten. (16-17).

Vino N. di. M. Reserva 2010
85% Sangiovese, 15% Carignan und Colorino.
3 Jahre im Barrique.
Sehr dunkle Farbe, feine Fruchtaromen, mit sehr beerigen Noten bei mittlerem Abgang. (16+).

Vino N. di M. Reserva 2009, black label
85% Sangiovese, 15% Merlot und CS
Kräftige Röstaromen, sehr unkle, starke Pilznoten mit ausgewogener Frucht, gute Tannine und Säurenoten. (17).

Boscarelli 2006
Cuvée aus 85% Merlot, und 15% aus PV, Carignan, Syrah und CS.
Wirkt sehr präsent in der Nase. Noch jung wirkende Tannine. Sehr schöne Fruchtsüße mit dunkler Brombeere, Schokonoten. (17+).

Vin Santo 2003
Die Trauben werden 2 Monate getrocknet
Trauben: Grosetto, Malvasia, Trebbiano.
Sehr schöne Farbe, heller Sherry, starke Honignote, mit recht viel Zucker, fein aber recht süßliche Noten. (17).

Bei Boscarelli gab es dann nach der Verkostung einige prall gefüllte Platten mit Schinken, Salami und Pekorino als Mittagsimbiß.
Am Nachmittag dann:

Mastro Janni

Mastro_Janni_Logo
Das Weingut Mastro Janni bereitet seine Weine im Gebiet Montalcino seit 1975. Nach einer Fahrt über eine Schotterpiste quer durch die Gestrüppe der Toskana kamen wir am Weingutsgebäude an. Ein Fluch durchbrach den Empfang, denn wir waren ca. 20 Minuten zu spät. Un der Gastgeber hatte nach unserer Verkostung eine Geburtstagsgesellschaft zu Gast. Aber es sollte sich alles entspannen, denn auch andere Gäste sind in dieser Gegend Italiens nicht immer pünktlich. Wir waren recht bald herzlich willkommen und das Eis brach recht schnell.
Mastro Janni prouduziert ca. 100 Tsd. Flaschen. Die Weine werden auf einer Höhe von 180-430 m angebaut.
Mastro_Janni_Verkostung
Zu den verkosteten Weinen:

Rosso 2013
100% Sangiovese
Sehr würzige Nase, kräftig mit Nachhall, feine Würze, mittlere Tannine. (15,5).

Brunello 2011
100% Sangiovese
Sehr vegetabile Noten in der Nase, sehr feine Fruchtnoten, mit Erdbeeren, dunkle Johannisbeeren. (17+).

Brunello di Montalcino 2010
100% Sangiovese
Sehr dichte Nase, super ausgewogen und sehr komplex. Feine würzige lange anhaltende Note. Sehr weich und geschmeidig mit feinen spitzen süßen Noten. (17-18).

Brunello di Montalcino Vigna Loreto
100% Sangiovese
Mittlere braune Farbe, sehr feine Frucht mit langer Schokonote, super Frucht, ausgewogen. (18)

Brunello di Montalcino 2004.
100% Sangiovese
Ein wenig verhaltene Nase, etwas braune Ränder bei eigenständig stehender Kraft. Gute Tannine, mit ein wenig frischer Note. (17+).

Mastro_Janni_Faßkeller

 

Zum Abschluss des Tages das eher traditionelle Weingut Col d’Orcia mit der Verkostung von 5 Weinen in deren Verkaufs.- und Verkostungsraum. Es gab leider etwas wenig Infos zum Weingut, denn auch die Faltbroschüre dort vor Ort gab nicht viel her.Das Weingut besteht schon seit Ende des 19. Jahrhunderts und ist wohl auch von der Präsentation und der Einrichtung ein wenig im letzten Jahrhundert stehengeblieben. Der Verkostungstisch leider etwas zu klein und eng, aber das spielte jetzt zu Ende des Tages keine so große Rolle, wir kamen untereinander gut zurecht in der kleinen Gruppe.

Das Weingut hat 550 ha Gesamtfläche, wobei 140 ha mit Wein bestockt sind. Seit 2013 Bio zertifiziert.

Zu den verkosteten Weinen:

Rosso 2012
Frische feine Nase, etwas Schärfe. Gut zu trinken, leicht. (15).

Banditella 2012
Ledernoten in der Nase, leicht flüchtig. Scharfe Tannine mit recht kräftiger Aromatik. (15-16).

Brunello di Montalcino 2010
Weiche Nase, weniger Frische, gute Tannine, aber schon weich im gesamten Abgang. (17).

Poggoi al Vento 2007
Feine Nase, gut abgerundet. Ausgewogen und mit längerem Abgang. (16+).

Nearco 2011
Internationale Trauben: Merlot, CS, Syrah und PV.
Grüne Nase mit unreifen Noten. Am Gaumen geschmeidig, aber recht agressiv am späteren Gaumen. (15-16).

Zum Abschluss des Tages ging es weiter zum traditionellen Weingut Col d’Orcia. Das Weingut hat gesamt 550 ha, wobei 140 ha mit Weinreben bepflanzt sind. Biozertifizierung gibt es seit 2013 auf dem Weingut. Wir wurden freundlich empfangen und konnten nach kurzer Weingutsbesichtigung im Kellergebäude und großen Holzfässern ging es zur Verkostung der Weine in den Verkaufsraum.
Col_DOrcia_Faßkeller
Die Weine, welche wir verkosten durften waren wie folgt:

Rosso 2012
frische feine Nase, etwas Schärfe, gut zu trinken, leicht. (15).

Banditella 2012
Ledernoten in der Nase, leicht flüchtig, scharfe Tannine und recht kräftige Nase (15-16).

Brunello di Montalcino 2010
Weine Nase, wenig Frische, gute Tannine, aber schon weicher im gesamten Abgang. (17).

Poggi al Vento 2007
Feine Nase, gut abgerundet, ausgewogen, und mit etwas längerem Abgang. (16+).

Nearco 2011
Aus internationalen Trauben (Reben) wie 50% Merlot, 30% CS, 15% Syrah und ca. 5% PV.
Grüne Nase mit unreifen Noten, am Gaumen geschmeidig, aber recht agressiv am hinteren Rachen mit spitzen Noten. (15-16).
Col_DOrcia_Verkostung


 

Toskana Weinreise, der zweite Tag am 9.10.2015

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An diesem Tag beginnen wir die Verkostungen in der Gegend Maremma, wo wir zunächst das Weingut Ornellaia ansteuern. Mit einer imposanten Einfahrt und großem Gelände, welches eher an einen Golfclub erinnert. Das Gut ist 1981 gegründet worden und hat 1988 seinen ersten Wein vinifiziert. Es werden derzeit 100 ha angebaut, wo eine große Anzahl an Mitarbeitern beschäftigt ist. 90 in den Weinbergen, 30 im Keller, und 30 in der Administration. Zunächst werden uns im relativ neu gebauten Kellergebäude einige Kunstwerke gezeigt, welches von Künstlern in Zusammenhang mit jedem Jahrgang ganz individuell gestaltet und präsentiert wird. Wein und Kunst ist ein oft vorzufindendes Paar, welches wohl aufgrund der guten Einnahmen im Weinverkauf es zuläßt, die Künstler entsprechend freie Hand zu lassen. Bei Ornellaia werden allerdings die Künstler auch jeweils gebeten ein Etikett zum entsprechenden Jahr zu gestalten, wo dann einige Großflaschen und Charity Versteigerungen zu mehr Publicity führen. Nachdem einige Kunstwerke gesehen, wurden uns die Kellertechnik und einige Barriquekeller gezeigt, und dann ging es in Richtung der ersten Gebäude am Eingang des Weingutes zu einem schön verglasten Verkostungsraum, der viel Luft und Platz bot für eine entsprechende Verkostung.

Zu den Weinen:

Le Volte 2013
50% Merlot, 30% Sangiovese.
Helles Violett, sehr tiefe Note, dunkle Nase nach leichtem hellen Geschmack, leichte Säure. (15).

Variation in Rosso, 2013 (nur 4Tsd. Fl.)
Dieser Wein wurde speziell für Weingutsbesucher hergestellt, und ist nicht im Handel erhältlich.
75% CF, ca. 25% Merlot, CS und PV.
Sehr dunkle, schöne frische Note, elegant, recht komplex. (16+).

Le Serre Nuovo 2013 (Zweitwein) wird seit 1997 hergestellt.
50% Merlot, 30% CS + je 10% CF und PV.
Sehr fleischig tiefe Note mit dunklen Tönen, leichte Schärfe. (16).

Ornellaia 2012
50% Merlot, 30% CS und je 10% CF und PV.
Sehr dunkle Ränder, komplexe Nase, feine Frucht, Kirsch, Johannisbeeren – rot. Wunderbare Süße und Frucht mit leichter Säurestruktur und gut eingebundenem Holz. (18).
Ornellaia_im_Weinberg

 

Nach dieser ersten Verkostung am Freitag ging es in das Restaurant zu St. Guido, welches unweit von Ornellaia gelegen zum Weingut gehört wo auch der Sassicaia hergestellt wird. In diesem Lokal mit schönem Garten ist auch eine Vinothek integriert, wo einiges an Weinen der St. Guido, aber auch anderen Weingütern erwerben können.

Wir tranken zum Essen einen
– San Guido 2014 Vermentino
– Bibbona, Campo die Sasso, Insoglio del cinghiale 2013
– Sassicaia 2010

Weiter zum nächsten Weingut im Bolgheri.

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Le Macchiole startet im Jahr 1983 und hat heute gesamt 22 ha wo ca. 7000 Reben pro ha gepflanzt sind. Es werden ca. 150 Tsd. Flaschen abgefüllt und das Weingut ist seit 2002 als organisch zertifiziert.
Dieses Weingut arbeitet nicht nur mit Edelstahl und mit Holzfässern, sondern es werden auch wieder neu hergestellte Betoncuves zur Vergärung der Weine verwendet. Das ist jetzt nicht ganz neu, aber die Vergärung, insbesondere von roten Trauben kann in diesen Vergärungsbehältern eine wohl gleichmäßige und atmende, wie auch temperaturgesteuerte Vergärung vorgenommen werden. Wir hatte eine kleine Kellerbesichtigung, und nach ein paar Erklärungen, ging es gleich zur Verkostung diverser Tropfen von diesem Weingut. Die Verkostung wurde von einer Dame des Hauses begleitet, welche einer der Hostessen war, die Ihr Programm verstand, aber wenig auf die Gruppe eingehen konnte. Da ich auch auf diesem Weingut bisher noch nicht war doch um so interessanter.
Zu den Weinen:

Bolgheri Rosso DOC 2013
50% Merlot, 30% CS, 20% Syrah
8 – 10 Mon. im Barrique
Kräftig fruchtige Nase, sehr voller Mund, intensiv, dunkel mit relativ langem Abgang bei süßer Fruchtnote. (16).

Paleo Rosso 2007 (96 PP)
100% CF
Feine helle Farbe an den Rändern. Wirkt recht jung am Gaumen, lange Frucht, leicht grüne Note. Hat Potential mit so einer Wirkung am Gaumen bei dem Jahrgang. (17+). Wird erst seit 2001 so abgefüllt.

Scrio 2009
100% Syrah
14-20 Mon. Barrique
Weniger Nase, wirkt recht rund und ausgewogen, einzelne Kanten. Wird in 300-500 Liter Fässern vergoren.

Scrio 2011 (95 PP)
Sehr guter Gaumen, wird nur für 7-8 Tsd. Flaschen abgefüllt. (18+).

Messorio 2011 (94PP)
100% Merlot
Leicht scharfe Nase, wirk sehr jung. Recht gerade Linie vom Geruch. Typisch, sehr feine Struktur, rund und langer-sehr langer Abgang. (18).

Argentiera_Tenuta_Schild
Als letzte Station an diesem bisher sehr interessanten und vielversprechendem Tag gab es einen ersten Niederschlag, aber nicht in Form von Regen, der uns erst am nächsten Tag ereilen sollte. Die Tenuta Argentiera empfängt zu Verkostungen nur in Ihrem Verkaufs.- und Verkostungsraum. Die Gläser waren aufgebaut, wir wurden hereingebeten und bemerkten einen etwas muffigen Geruch. René bat darum die Verkostung im Freien abzuhalten, wo bereits Tische und Stühle standen, was aber kategorisch abgelehnt wurde. Die zwei Damen ließen sich auch nicht erweichen. Und dann gings los. Im Schweinegalopp wurden uns die Weine eingeschenkt, so schnell konnten wir garnicht schaun, waren alle Gläser eingeschenkt, und fast alle Erklärungen, bzw. die mündlichen Ausführungen zum flüssigen Gut bereits heruntergespult. Wir bremsten die Mundschenke noch ein wenig aus, aber das war ein Rekord an Geschwindigkeit bei einer Verkostung mit 7 Personen und  5 Weinen. Argentiera hat gesamt ca. 22ha Weinberge.
Zu den verkosteten Weinen:

Weiß 2014
70% Vermentino, 20% SB und 10% Viognier. (14,5).

Rosé 2013
CS und Syrah (14)??.

Poggio Ai Ginepri 2013
Cuveé aus CS, Syrah und Merlot (15).

Villa Donorartico 2012
Cuveé´aus CS, CF, Merlot und PV. (15).

Argentiera 2011
Cuveé aus CS, Merlot und CF. (15).
Eine einzelne Bewertung will ich hier nicht abgeben, da die Umstände während der „Schnelldurchgangsverkostung“ wirklich nicht ein einigermaßen qualifiziertes Urteil im Einzelnen zulassen. Die Benotung in Klammern sind also mit Vorsicht zu genießen.


 

Toskana Weinreise, der erste Tag am 8.10.2015

Vorneweg:  für alle Kürzel der Rebsorten gelten folgende Auflösungen:
Cabernet Sauvignon=CS
Sauvignon Blanc=SB
Cabernet Franc=CF
Petit Verdot=PV
Meine Bewertungspunkte System basiert auf max. 20 Punkte.

Im Oktober sollte dieses mal die Reise in die Toskana gehen. Wieder einmal mit dem mir bereits vertrauten Veranstaltern von airtour austria aus Wien ging es für 4 Tage als Ausgangspunkt nach Siena.
Als kleine Gruppe von 7 Personen starteten wir vom Flughafen in Florenz mit einem Kleinbus in Richtung Süden wo das Weingut Brancaia unser erstes Ziel sein sollte.

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Das Weingut Brancaia ist Anfang der 80er Jahre von Schweizern aus Zürich gegründet worden, welches heute von der Tochter Barbara geführt wird. 1988 konnte auf dem Weingut ein erster Wein geerntet werden, wo wir heute zu Besuch sein sollten. In den 90er Jahren kam ein Weingut in der Maremma dazu, wo dann heute gesamt ca. 65 ha bewirtschaftet werden und ca. 600 Tsd. Flaschen abgefüllt werden. Es sind 25 ha im Chianti und 40 ha in der Maremma. Die Weingärten im Chianti, wo wir zu Gast waren,liegen auf einer Höhe von 350-400 m und sind über eine Schotterstraße nach 4 km zu erreichen.
Zu den Weinen der Verkostung:

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Il Bianco 2014
90% SB
8% Viognier
2% Semillon
Feine kräftige Note, etwas luftig, breit und dicht. Schöne Säure mit Spitzen. (15-16).

Rosé 2014 aus 100% Merlot
Mittlere Note mit etwas dumpfen Anklängen.
Sehr ungewöhnlich, das für die Herstellung eines Rosé ein Merlot verwendet wird. (14,5).

TRE-IGT 2013
80% Sangiovese
10% Merlot und CS.
Mittelkräftige Säure, etwas Frucht mit längerem Nachklang, ein wenig astringierend. Dunkle Früchte (15).

Ilatraia-IGT 2011 (Maremma)
18 Mon. Barrique
40% CS
40% PV
20 % CF
Recht starke Cabernet Note, sehr typisch, Bordeaux ähnliche Machart (17+).

Chinati Classico 2013
im Edelstahl ausgebaut
90% Sangiovese, 10% Canaiolo
leichte frische Nase, etwas heftiger Gaumen. (14,5).

Riserva 2012
16 Mon. Barrique
80% Sangiovese, 20% Merlot.
Sehr feine Nase, elegante gute Frucht mit langem Abgang, Kirschnoten. (16-17).

Il Blu 2010
20 Mon. Barrique, und 10 Monate auf der Flasche vor Vermarktung.
50% Sangiovese
45% Merlot
5% CS
Leichter Schwefelton in der Nase, dichte und kräftige Struktur. Etwas scharfe Tannine noch am Gaumen. Warmer Abgang mit guter Fruchtnote. (17+).

Riserva 2011
80% Sangiovese, 20% Merlot
Mittlere Nase, ausgewogen, komplex, aber je länger im Glas wirkte der Wein fast wässrig.
Feine Frucht und mittlerer Abgang. Etwas voluminöser als der 2012 Riserva. Die einzelnen Komponenten kommen einzeln hintereinander; Frucht – Säure – reißt schnell ab. (16).

Dann ging es zum Weingut Castello di Cacchiano, wo uns der deutsche Exportmanager bereits auf dem Innenhof des Schlosses in Empfang nahm mit weißem Rauschebart und einem nicht enden wollenden Redeschwall.

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Es gab diverse kleine Geschichten zum Chianti, u.A. die nur noch in Italien zu verwendende Gallo Nero Marke, oder auch das es im Chianti 600 Betriebe gibt. Nach einer längeren Einführung über die ideale Lage des Weingutes an einer ehemaligen Küstenlinie, wo die Bodenbeschaffenheit recht oft wechselt, ging es zur Verkostung.
Das Weingut hat 31 ha bepflanzte Flächen wo ca. 120 Tsd. Flaschen erzeugt werden.
Zu den verkosteten Weinen:

Ein Rosé Sekt in Methode traditionelle hergestellt aus Sangiovese 2011.
Starke kräftige Nase, leicht Schärfe mit Spitzen, Rosenblätter, etwas saftig und gute breite Note bei sehr feiner Perlage. (15)

Rosato 2014 – ein Rosé
100% Sangiovese
feine marmeladige Note, etwas Mandeln, weniger vordergründiger Abgang. (15).

Rosso Toskana 2012
80% Sangiovese, 20% Merlot
leicht scharfe Nase, etwas fruchtig. Schöne frische Note mit leichter Säure und mittlere reife Noten. (14)

Chianti Classico 2011
95% Sangiovese, 5% Canaiolo
Dunkle Farbe mit sehr typischer Nase. Schöne Fruchtaromen, weich und nicht vordergründig. Recht komplex und leicht. (15-16)

Chianti Classico Reserva 2007
sehr feine Nase, weich am Gaumen, weniger Tannine. (16)
Für meinen Geschmach sehr gut passend zu Pilzen.

Chianti Classico Grand Selection Millesima 2009
100% Sangiovese
Sehr spezielle Nase, volle Frucht, leichte Astringenz, recht komplexe lange Note. (17+).

Fonte Melano 2007 (ließ uns die Traubenzusammensetzung raten).
Sehr gut eingebundene Frucht mit sehr runder weicher Note.
Leichte Note des Terroir-Kalkböden, fruchtig typisch und dunkle Kirschen. (15+).
Mein Tipp war 50/50 CS und Merlot. Die Auflösung war 100% Merlot.

Vin Santo 2002
85% Malvasia, 15% Canaiolo
Dunkle Sherrynote, recht frisch, lang, Honignoten, Mandeln. (17).


 

Neues Weinmagazin schluck


Vor drei Tagen von der Messe in Nürnberg zurückgefahren, und im Bahnhofs-Zeitschriften-Laden einen Blick in die Regale und den Titel „schluck“ entdeckt, welchen ich schon in der Fachliteratur gelesen hatte.
Ungewöhnlicher Titel, welcher aus einer Charlie Hebdo Karikatur für ein Weinetikett entlehnt ist und als Foto nachgestellt wurde.
schluck_magazin
Dann ging es natürlich auf der Zugreise zurück von Nürnberg nach München an die Lektüre dieses neuen Pamphlets. Schon der Untertitel, „das anstössige Magazin“ welches durchaus zweideudig verstanden werden sollte, kann einen zum weiterblättern animieren. Angenehmes Papier, matt, ohne großen Glanzeffekt, dafür bei der Fotoauswahl, auch den farbigen, durchaus speziell, aber mit einer klaren Linie in Richtung Information und nicht illustrativ, sondern das Geschriebene soll unterstützt werden. Also kein Bilderbuch, kein Hochglanzmagazin, welches Eindruck schinden will, sondern Aussagen an die Weintrinker bringen will, oder auch Biertrinker und Geniesser. Wow.
In dieser Nullnummer, welche  als #01 herauskommt drei Leitartikel auf der Titelseite: Massimo Bottura, Mein erstes Mal, Charlie Hebdo.  Und was hat das jetzt mit dem schluck zu tun? Einiges, denn schluck will nicht nur Weinmagazin, sondern auch andere Themen aus dem Bereich Gourmet, Genuss etc. aufgreifen und ausbreiten.
Zu den ersten Inhalten dieser #01 Ausgabe:
Gut gegliederte Typografie, klare Überschriften, und Zwischentitel. Ein Genuss hier weiterzulesen. Klar auch dieses Magazin kommt nicht ganz ohne die Werbeseiten aus, jedoch diese reihen sich ausgezeichnet in die laufenden Artikel, sozusagen mit gutem Abgang, in die Riege der Artikel ein. Es beginnt mit einem Artikel zu einem Winzer aus Burgund, der nach einem Hagelschaden seine gesamte Jahresernte verloren hat, und wie ihm durch soldarische Kollegen geholfen wurde. Dann etwas zu Alwin Jurtschitsch und einem der Titelstorys über Massimo Leader. Dann etwas später ein Artikel übertitelt mit „Mein erstes Mal“. Ha! Dreideutig, denn hier steckt die Vieldeutigkeit im Mal oder auch Ma(h)l, oder auch Anfang. Artikel zum Architekten Andreas Burghardt der das Weingut von Fred Loimer neu entworfen hat.
Und dann solche Sprüche:
Ich Rauschkind, als Titel, und der Untertitel:
Deswegen muß er moderiert werden. Und nicht verboten.
Let’s talk about Sex Wine!
Das Label nach dem Tod (siehe vorne zum Titel)
Dann: Ersatzbefriedigung, ein Artikel als Fotostrecke, also kein Artikel!
10 000 Jahre Alkohol.
Etwas zu Bier
Rieslinglagen im Rheingau
Wurst
Die Berliner Bulette
Mein Rausch der Anderen
Und dann ein Bericht zu einer Japanerin die ins Burgund ausgewandert ist, welche dort ein Weingut aufgezogen, nein, hochgejubelt hat, was sicher bemerkenswert ist.
Die Champagne & das Pariser Becken mit guten Grafiken zum Thema.
Und noch ein paar Artikel um das Thema Wein.
Uff. Jetzt erst mal sacken lassen und das Heft beiseite legen und auf den zweiten oder dritten Eindruck sich einlassen, aber der war dann um so besser. Allein die Anfassqualität dieser „Broschüre“ mit 124 Seiten macht so viel Spaß, das ich den Machern alles Gute wünsche noch viele Jahre durchzuhalten. Das Thema Wein und Genuss gibt ja genug Stoff dafür her und wird sicher nie langweilig, es sollte nur spannend und unabhängig darüber berichtet werden.
Prost!


 

Dreierlei von Pilzen zum Herbstanfang

Da in der vergangenen Woche der Herbstanfang Einzug hielt wollte ich eine Vorspeise zusammenstellen, welche zur Jahreszeit und den Produkten im Herbst paßt.
Pilze wachsen ja bereits im Sommer, jedoch sind im Herbst besonders viele Varianten auf dem Markt zu bekommen. Ich hatte mich für
Shiitake (gedämpft im Bambuskorb)
Steinpilze (roh mariniert) und
Pfifferlinge (gebraten mit Crème Fraîche)
entschieden.
Shiitake sind zwar ein japanischer Zuchtpilz, der auf alten speziellen Holzstämmen gezüchtet wird, also nicht wirklich aus unseren Wäldern stammt, aber diese Variante der Zubereitung habe ich schon mehrmals ausprobiert und für sehr interessant empfunden.

Jetzt zu den Zutaten bzw. der Vorbereitung.
je Portion:
2 Shiitake
1 TL helle Misopaste
Frühlingszwiebeln
helle Sojasauce
Sojasauce und Sake, je ca. 50 ml
1 kleiner Steinpilz in Scheiben geschnitten
weißer Aceto Balsamico
Mirin
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
wenig Salz
50 gr. Pfifferlinge
1 EL Butter
1 Schalotte
1 EL Crème Fraîche
Salz und Pfeffer
Petersilie

So sieht das in der Vorbereitung aus:
Shiitake_im_Bambus
Shiitake im Bambusdämpfer

marinierte_Steinpilze
Die marinierten Steinpilze

Die Zubereitung:
Shiitake säubern und den Stil fast ganz abschneiden. die Misopaste von innen einstreichen, mit den klein geschnittenen Frühlingszwiebeln bestreuen und mit einigen Tropfen heller  Sojasauce betreufeln. In den Bambuskorb einlegen. Kochtopf mit Wasser, Sojasauce und Sake  zum Kochen bringen, herunterschalten und den Bambuskorb daraufsetzen und ca. 10 Min. dünsten.
Die Steinpilze sehr gut säubern, in ca. 3mm dünne Scheiben schneiden und in einem tiefen Teller in weißem Aceto Balsamico, Mirin und schwarzem Pfeffer ca. 30 Minuten Marinieren.
Die Pfifferlinge putzen und trocken tupfen,  Butter in einer Pfanne erhitzen und die Schalotte darin glasig anschwitzen. Pfeffern, salzen und die Pfifferlinge dazugeben. Dann den Crème Fraîche dazugeben und je nach Garzustand vom Feuer nehmen.
Ich habe heute noch einen Parmesanchip dazu gemacht.
Parmesan reiben, leicht pfeffern und ein paar Tropfen Öl dazu und in einer dünnen Schicht auf dem Backblech ausbreiten. Den Backocfen auf ca. 180 °C vorheizen und dann bei mittlerer Grillstufe ca. 5-6 Min. den Parmesan mittelbraun ausbacken. Nach dem Erkalten werden die vorher zerschnittenen Stück etwas stabil.
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Und dann hatte ich aber noch als Ergänzung 2 Flaschen Weißwein aus dem Keller geholt und kaltgestellt, welche ich zu diesem Pilzgericht testen wollte:
Zunächste eine Flasche
Dom_Tunnel_Etikett
Domaine du Tunnel von Stéphane Robert aus Saint-Peray.
Roussanne 2011, 13,5 % Vol.
sehr helles goldgelb, lebendige Nase mit frischer Blumennote, Frühlingswiese.
Am Gaumen saftig, feste Pinot breit und recht lang,. Feine Strukturen mit umkomplizierten Geschmacksnoten zwischen feinfruchtig und leichter Säure. (16-17)
Als zweiten Wein einen Riesling vom Weingut
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van Volxem, Goldberg Fuder 11, Riesling 2013, 12% Vol.
sehr helles Zitronen gelb, feine säuerliche Nase, Schiefer. Komplexe Struktur am Gaumen mit vielen Frucht Säure Nuancen.

Fazit: Beide Wein passten recht gut zu den Pilzen, wobei bei den Shiitake recht vorsichtig mit der Misopaste umzugehen ist. Der Goldberg paßte mit seiner Säure insgesamt etwas besser zu den 3 angerichteten Pilzvarianten.


www.vanvolxem.com

Neuer Champagner Laden von Champagne Characters in München

Heute hat in München ein neuer Champagner Laden aufgemacht, wo ich auf Einladung von Nicola Neumann, welche den Laden eröffnet hat, gleich um 18 Uhr, wo noch nicht so viele Gäste zugegen waren, aufkreuzte.
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Champagne-Characters in der Holzstr. 1 (Glockenbach Viertel)

Zur Begrüßung gab es ein Glas von J. Lassalle, Cru Préférence, ein Cuvée aus Pinot Meunier, Chardonnay und ein wenig Pinot Noir besteht. Leicht bekömmlich, unkompliziert und etwas fruchtig im Gesamtgeschmack.
Mit der Zeit füllte sich der kleine Laden zusehends schnell, denn es begann auch leicht zu regnen,draußen vor der Tür. Die Stimmung wurde immer besser und die Gäste kamen untereinander schnell ins Gespräch. Das ist sicher auch eine Wirkung welche vom Getränk ausgeht. Und weil es an diesem Abend, zur Eröffnung, jedes weitere Glas für laue 4 € zu erwerben gab, ging es weiter mit den guten Tropfen.
Als nächstes ein Glas von Champagne Lallier, wo die Tochter des Hauses zugegen war und mir zunächst ein Glas vom Grand Cru einschenkte. Die Cuvée aus 100% Grand Cru Trauben setzen sich zusammen aus 65% Pinot Noir und 35% Chardonnay. Seit April 2014 auf der Flasche kam noch ein leichter Hefegeruch in die Nase, welcher im Abgang recht fruchtig weich und lieblich hinunterfloss.
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Weil aber auch noch ein Rosé kaltgestellt war mußte der auch noch probiert werden.
Mein Gesprächspartner schwärmte schon davon, da er bereits diesen im Glas hatte.
Also dann jetzt zum Grand Cru Rosé Brut aus wieder 100% Grand Cru Trauben welche aus 80% Pinot Noir und 20% Chardonnay Trauben cuvetiert wurden.
Das war eine erstaunliche Steigerung, denn hier kaum Hefe in der Nase, feine Perlage und schöne trockene Noten welche sich am Gaumen fortsetzten. Beim Rosé sagt man ja so landläufig das das mehr von Frauen bevorzugt getrunken wird, aber hier liegt das genau andersherum, denn der Rosé kommt viel männlicher herüber als der Grand Cru blanc.
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Hier im neuen Laden gibts auch einige diverse Craft-beer, welche zusammengestellt zu den Champagnern passen sollen, was ich an dem Abend noch nicht ausprobiert habe, aber das folgt sicher in einer weiteren Verkostungen in den nächsten Wochen.


 

Weinreise Südafrika im März 2015, der siebente Tag

Bei super Wetter hatten wir der Reiseleiterin eine 1 Stunde spätere Abfahrtszeit herausgeleiert, um den Damen in der Gruppe eine Einkaufsmöglichkeit im Städtchen zu geben.

Nach pünktlicher Abfahrt dann in Hermanus ging es zunächst zu einem Aussichtspunkt, um die West Bay und die Stadt nochmals von oben anzusehen und dann sogleich auf direktem Weg zum nächsten Weingut Oak Valley Wines.

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Oak Valley

Die verkosteten Weine bei Oak Valley:
Rosé 2012 (14,5)
Sauvignon Blanc 2014 – Fantasy of the Youth, (16)
Cuvée Blanc 2009 aus 80% SB und 20% Semillon  (16-17)
Chardonnay 2013 (17)
rouge:
Pinot Noir 2013, 9.10 Mon. Barr. (16-17)
Shiraz 2013 – etwas jung, da erst im Sept. 2013 abgefüllt. (16+)
Cuvée – 2008, aus 47% Merlot, 40% CF, 13% CS (17-18), bereits leicht oxidativ, feine Schokonote, Nougat
Cabernet Franc 2012 sehr schöne ausgewogene reife Süße (16-17)
Nach der Weinprobe wurde im Restaurant des Weingutes gegessen, bei wunderbarem Ambiente am Pool
und pünktlich aufgebrochen zum nächsten und letzten Weingut Paul Cluver, gleich um die Ecke.


 

Die verkosteten Weine bei Paul Cluver:
Sauvignon Blanc 2014 (15+)
Gewürztraminer 2014  – sehr typisch, ausgewogen (15+)
Chardonnay 2014 (16)
Pinot Noir 2013 (15+)
Estate PN 2013 (15-16)
Damit waren die Weinverkostungen für diese Reise abgeschlossen.
17 Weinverkostungen auf den Weingütern, welche noch durch diverse Weine zu den Mittagessen und den Abendessen in den Restaurants ergänzt wurden.
Die 6er Gruppe bestellte fast immer noch nicht bisher verkostete Weine, so das wir in den weiteren Genuß von mindestens ca. 50 weiteren Weinen kommen konnten.
Abschließen kann ich sagen, das neben dem Weingut Plaisir de Merle das Weingut Bouchard Finsley mit seinen Weinen am ehesten überzeugen konnte.
Die Qualitäten schwanken doch recht stark, auch wenn wir wie angesagt die besten Weingüter besucht haben.
Durch die Eigeninitiative der Gruppe konnten wir dann eben auch noch Raats und andere Weingüter auf Nachfrage und durch Organisation der Reiseleiterin mit einbauen.