3 Tage Champagne mit Besuch von 7 Champagner-Häusern

Der dritte Tag in Cuisles und in Ay

Am dritten Verkostungstag sollte es wieder zu zwei Champagner-Häuser gehen und zu Mittagspause in ein feines Lokal in Epernay. Wir besuchte:

  • Champagne Heucq
  • Champagne Geoffroy

Los geht es wieder am fast schon späteren Vormittag nach Cuisles, wo sich das Champagnerhaus des Winzers Heucq befindet. Auch dieser Betrieb ist seit 3 Jahren als bio-dynamischer Betrieb zertifiziert und wir machen zunächst einen kleinen Spaziergang durch die Weinberge des Gutes.

Die meisten Flächen der eigenen Weinberge liegen direkt um das Weingut herum und so ist es sehr schön zu sehen, was in diesem Reifezustand so Mitte September der Unterschied der einzelnen Trauben und Reben ausmacht. 1936 entschied sich die Familie die Ernteerträge auf Flaschen abzufüllen und diese dann öffentlich zu verkaufen. Alexandre Heucq führt heute also das Familienunternehmen in der dritten Generation. Er führte uns dann auch durch die Weinberge und erklärte eine Menge zu Anbaumethoden, Traubenunterschieden und sonstigen aktuellen Begebenheiten.

Die Champagne hatte in diesen Tagen im September großes Glück mit dem Wetter, denn es war nicht zu heiß, und es fiel so gut wie kein Regen im Laufe der Erntetage. Der Winzer zeigte uns dann auch zum Beispiel den Unterschied der Laubblätter der Trauben Pinot Meunier und Pinot Noir.

Hier an der Blattform deutlich zu erkennen, das links das Blatt wesentlich stärker eingeschnitten ist (Pinot Meunier) und rechts das Blatt mit wesentlich kleineren Einschnitte zwischen den immer 5 Verästelungen der Weinblätter besitzt. (Pinot Noir) Nach diesem anregenden Gang durch die Weinreben ging es kurz in den Keller, welches im Wesentlichen ein Halle ist, wo auch hier einmal mehr zum Beispiel die Betoneier zu entdecken waren.

Bei diesen 2 Betoneiern geht es nicht mehr nur um kleine Experimente, sondern es wurden dort bereits ein Teil der Trauben des letzten Jahres weiter bearbeitet und verarbeitet. Dann folgte der direkte Gang in den Nachbarraum zur Verkostung von ein paar Flaschen aus den letzten Jahren.

Ein heller und sehr großzügig ausgebauter Verkostungsraum mit einer kleinen Bar im Hintergrund, wo wir dann auch verkosteten, denn wir waren ja nur zu dritt in der kleinen Gruppe. Wir durften 3 verschiedene Champagner des Hauses wie folgt verkosten:

Dieser erste Blanc de Meunier, ohne Lossage, zeigte sich sehr kräftig in der Nase. Eine sehr schöne feine Frucht am Gaumen mit ausgewogener Säure. Sehr feine Note von reifen Früchten. (16/20)

Dann folgte ein Millennium Extra Brut aus 2012, welcher für mich eine sehr breite Note am Gaumen aufwies. Dieser Cuvée stellte sich wie folgt zusammen: 50% Ch, 30% PN und 20% PM. Die spitzen Noten am Gaumen ergänzten sich fein mit Geschmäckern von Pfirsich, heller Birne, Honig und Aprikosen Noten. (16,5/20)

Als dritte Flasche folgte ein Champagner Namens Hommage les Roches, wo ich das Foto von der web-site des Weingutes habe, da es mir im Weingut wohl irgendwie nicht gelungen war. Ohne Lossage und ein 100% PM aus dem Jahr 2014. Sehr dichte Nase mit einer kräftigen Mineralien. Fast schon am Gaumen eine fleischige Note nach Salami mit einer sehr feinen Fruchtnote. (17,5/20)

Hier zeigte sich in diesen 3 Proben eine sehr schöne Bandbreite, was so ein Familienbetrieb in der Lage ist auf die Flaschen zu bringen. Zum Abschluss hier noch ein Bild aus den Weingärten mit den reifen Trauben, die in den nächsten Tagen dann geerntet werden sollten.

An den Blättern wieder zu erkennen handelt es sich um Pinot Meunier.

Anschließend geht es zu einem Mittagslunch nach Epernay, eines der zentralen Ortschaften in der Champagne wo wir in das Restaurant Table Kobus einkehren. Zu diesem Lunch nur kurz 2 Fotos, welche die Vorspeise und den Hauptgang zeigen, welche mit einer Flasche Champagner sehr gemundet hatten.

Foie Gras mit einer Teig-“Sichel” und einer marmeladigen fein abgestimmten Crème.

Zum Hauptgang ein Fisch Namens Blanc de Turbo auf einem frischen Spinat in einer Beurre Blanc mit ein paar Muscheln ergänzt.

Und der Dessert mit einem Schokoküchlein, welches nach dem Anstich auch noch leicht von innen heraus anfing herauszufließen. Alle drei Gerichte sehr gelungen und fein abgeschmeckt.

Dann ging es als Abschluss der Champagner-Reise zum Weingut Geoffroy nach Ay. Auch dort war man bereits im vollen Gange der Ernte und dazu hatte sich auch noch eine andere wesentlich größere Gruppe beim Weingut wohl angemeldet, so das wir erst einmal für einige Minuten vor dem Hause standen und keiner unser Geläute vernehmen mochte.

Schließlich hatte einer unser “Anklopfen” wohl gehört und führte uns drei Stockwerke höher, wo sich gerade die andere größere Gruppe befand und einigen Erklärungen eines Mitarbeiters des Hauses lauschte. Wir schlossen uns notgedrungen an und wanderten dann durch diverse Keller mit Erklärungen und Erläuterungen. Das Haus bewirtschaftet ca. 15 ha. eigene Weinreben und erzeugt so ca. 120 Tsd. Flaschen im Jahr.

Hier nur ein kleines Beispiel aus der Fässervielfalt, welche in so einem Weingut zum Einsatz kommen. Da wie schon auf dem ersten Bild zu sehen sehr schönes Wetter herrschte, und der Verkostungsraum für diese große Gruppe, es werden wohl etwas über 20 Personen gewesen sein, zu klein war, verlegte der Mensch aus dem Weingut einfach die Verkostung in den Innenhof. Gläser wurden herangebracht, und eine Flasche nach der anderen wurde geöffnet.Es beginnt mit einem “Expression Brut” der aus 40% PM, 40% PN und 10% Ch besteht. Frisch und fein am Gaumen (15,5/20) Dann folgt ein Vintage 2012 Empreinte der aus 75% PN und 25% Ch besteht. Eine sehr feine und kräftige Säure zeigt sich am Gaumen mit einer kräftigen Frucht. (16,5-17/20) Dann folgt ein 2011er aus 100% Chardonnay mit Namen Volupté der eine recht elegante Note aufweist mit ein wenig süßlichen Spitzen. Feine und kräftige Würznoten (16,5/20)

Irgendwie war dann die Verkostung wohl für die Gruppe schon rum und der Bis vor der Tür wartete auf seine Fahrgäste. Für uns Dreier-Minigruppe war es damit aber noch nicht getan, denn der Mitarbeiter holte noch weitere Flaschen aus seinem Verkostungsraum. Zunächst gab es noch einen Rosé aus 100% Pinot Noir.

Mit einer feinen und kräftigen Säure ausgestattet zeigte sich dieser mit einer mittleren Frucht am Gaumen. Leicht frische Noten und im Abgang dann doch noch ein wenig mehr Fruchtnoten, welche an so typische Rosés aus der Weinbranche erinnerten. Für mich ein ganz ordentlich gemachter Rosé, der wohl nach Aussage einiger Winzer in den letzten Jahren einen großen Aufschwung genommen hat. (15,5/20)

Als Abschluss gab es dann noch einen Jahrgang-Champagner aus 2006 mit Namen Terre, der aus 70% PN und 30% Ch zusammengesetzt ist. Sehr komplex in der Nase und auch am Gaumen. Wie uns gesagt wurde stammen die Trauben von 50 Jahre alten Weinstöcken. Mandarinen und Südfrüchte sind zu vernehmen bei einer sehr feinen Fruchtnote und reifer Struktur. (17,5/20)

Mit diesem Glas war also diese Champagner-Reise mit BK Wines beendet, und wir fuhren zurück in Hotel nach Reims, wo wir noch bei einem kleinen Imbiss und einer guten Flasche Champagner den Abend ausklingen ließen.


3 Tage Champagne mit Besuch von 7 Champagner-Häusern

Der zweite Tag in Avize, Epernay und Prouilly

Der nächste Tag mit den Besuchen bei den Champagner-Häusern sollte uns zu folgenden Weingütern führen:

  • Frerejean Frères
  • Leclerc Briant
  • Champagne JM Goulard

Wie auch am ersten Verkostungstag ging es vom Hotel in Reims aus los mit der Limousine und einer gemütlichen Fahrt bei angenehmem Wetter durch die Hügellandschaft der Champagne. Angekommen beim ersten Weingut mußten wir uns erst ein wenig ortskundig machen, denn bei diesem Champagner Haus wird noch kräftig umgebaut, erweitert und alles für die gerade anstehende Lese der Trauben in den nächsten Tagen vorbereitet. Das Haus erzeugt ca. 100 Tsd. Flaschen im Jahr, welche auf ca. 5 ha eigener Rebfläche erzeugt werden und der Rest dazu bei Winzern der Region zugekauft wird.

Auch hier sollten wir erst einmal eine kleine Keller und Weinguts Führung bekommen, was uns dann zunächst auch zur Flaschenabfüllung und deren Verpackung führte.

Hier ist zu sehen, das dieses Champagner-Haus einige seiner Flaschen nicht nur mit Naturkork verschließt, sondern diesen Auch noch mit einer etwas älteren Methode des Metallbügels, welcher am Hals eingeklemmt ist, so verschließt, das es kein Metallgeflecht außen um den Flaschenhals geben muß. Sind die Flaschen verkorkt und mit der Metallklammer verschlossen, wird die finale dünne Kapsel noch damübergestülpt und fest an den Hals gepreßt, was die Dame im Bild gerade mit den Flaschen von der Palette fertigstellt. Dann geht es zur Verkostung in einen Raum mit beleuchtetem Regal, wo diverse Flaschen präsentiert werden.

Zu verkosten bekamen wir drei der aus dem Weingut stammenden Sorten, welche da waren ein Blanc de Blanc, ein Premier Cru Brut aus 50/50% PN und Ch. und Cuvée des Hussard aus 2012 der aus 60% Ch. und 40% PN cuvetiert wurde.

Insbesondere dieser Jahrgangs-Champagner hatte für mich eine ganz besonders imponierende Note.

Sehr frisch in der Nase. Schöne feine und frisch Frucht, wobei der Pinot sich ein wenig in der Vordergrund drängt, mit kräftiger Note und etwas komplexen Noten und leicht erdigen Noten von langem Nachgang am Gaumen. (17,5/20)

Dann ging es zu einem besonders feinen Lunch in ein Weingut in Avize, welches dort auch ein Hotel betreibt mit einem ausgezeichneten Restaurant. Wir speisten also im Restaurant les Avisés des Weingutes Selosse. Dort eingetroffen parkte unser Fahrer auf dem Hof des Weingutes, welches direkt neben dem Hotel liegt, wo wir dort dann das Restaurant ansteuerten.

Ein Ambiente wie bei wohlsituierten Nachbarn mit schloßartigen Räumlichkeiten. Nur gewisse Elemente erinnerten dann daran, das man sich wohl in einer Lokalität befindet, welche mehr mit Wein und Genuss zu tun hat, als nur in einem Wohnzimmer so zu vermuten ist.

Im Hintergrund mittig unter dem Kronleuchter eine Speisekarte auf einer Schiefertafel, und ein spärlich fein gedeckter Tisch. Aber ganz besonders neugierig wurde ich bei diesen Porzellankegeln:

Sehr schön dekorativ auf einem Büffet angeordnet, war mir zunächst nicht klar, was sich dahinter verbarg. Ein wenig später sollte dann die Auflösung folgen. Es handelt sich um einen Champagnerkühler, wobei auch die Basis aus Porzellan besteht, die im Eisfach runtergeführt werden kann und dann auf dem Tisch dort die Flasche Champagner direkt auf die diese Porzellanscheibe gestellt wird und mit der weißen Haube verkleidet werden kann.

So sieht das dann auf dem Tisch, wo wir dann speisen sollten, mit der entsprechenden Flasche aus. Wirksam, schlicht, innovativ und sehr dekorativ im Vergleich zu den hochglanzpolierten Edelstahkühlern seiner sonstigen Provinienz. Dann folgte die Speisenfolge, welche mit der Vorspeise für das Dreigänge-Menü beginnen sollte.

Ein bunter Sommerssalat mit einem weich gekochten Ei in der Mitte und etwas gehobeltem schwarzem Trüffel, der recht fein abgeschmeckt war und hier also der Start für ein vorher nicht bekanntes Menü war. Dann folgte der Hauptgang mit einem Fisch aus der Region, der als “Sea Brass” uns vorgestellt wurde.

Konsistenz im Prinzip wie ein Adlerfisch oder auch ein fester Zander, welcher mit etwas Zwiebeln, Bohnen und ein wenig Sauce verfeinert war. Zum Dessert dann ein Potpourri von Schokolade und Kakao mit etwas frischer Frucht durch die Erdbeeren und ein wenig Eiscreme in der Richtung Erdbeere.

Ein richtig gut gelungenes Mittagsmenü mit nicht zu schweren Zutaten, was sich auch mit dem Champagner des Hauses gut ergänzen ließ. Dann machten wir uns auf den Weg zum nächsten Champagner Haus mit dem Namen Leclerc Briant in Epernay.

Hier bei Leclerc Briant werden im Jahr so ca. 460 Tsd. Flaschen produziert, wobei 70% auf die Produktion von Pinot Noir fällt. Das Haus arbeitet auch als einer der wenigen in der Champagne als bio-dynamischer Betrieb. Wir erleben bei ausführlichen Erklärungen während des Besuches eine ganze Reihe von unterschiedlichen Elementen die wie folgt ausfallen:

Anhand dieser drei Beispiele ist eigentlich sehr schön zu sehen, das trotz einer gewissen Tradition des Hauses hier wohl nicht wirklich an einer durchgängige Vermarktung des Hauses und der Marke gedacht wurde. Seis drum. Auch hier gab es für uns einen Gang durch die Verarbeitungsräume und Keller und wir konnten einige sehr interessante neue, bzw. neuartige Vergärungsbehäter betrachten.

Die Ton-Eier, welche wohl sicher niedrig gebrannt sind (was die Farbe des Tons verrät) und das Edelstahl-Faß im Vordergrund waren mir bisher in den Kellern der Weinhäuser nicht begegnet. Die Ton-Eier sind Neuanschaffungen und werden zu Versuchszwecken hergenommen. Was aber noch mehr verwunderte sind die Glasbehälter gleich nebenan.

Der linke Behälter bereits gefüllt mit Most und im Begriff zu vergären war der rechte noch ungewollt und wartete wohl noch auf seine Bestimmung. Also werden auch hier im Sinne einer bio-dynamischen Verarbeitung weiter Experimente gefahren, welche über das Material Edelstahl und getoastetem Holz weit hinaus gehen. Dann geht es in den zweiten Stock des Hauptgebäudes und zur Verkostung einiger feiner Tropfen.

Hier also die 4 Flaschen welche wir verkosten durften. Nebenbemerkung: Auch hier in der Gestaltung der Etiketten auf den Flaschen ist die uneinheitliche Linie des Hauses leider sehr deutlich zu erkennen. Insbesondere konnte mich vom Inhalt her der Blanc de Meuniers aus 2015 überzeugen. Brut Zero. Sehr fein am Gaumen mit exotischen Früchten und einer sehr feinen Struktur. Für mich der beste Tropfen dieser Verkostung bei Leclerc Briant. (17/20)

Und am späten Nachmittag ging es dann noch zum Weingut JM Goulard, wo gerade die Ernte und Traubenverarbeitung voll im Gange war. Wir konnten also live beobachten wie die Stempelpresse in diesem Weingut mit ca. 4 Tonnen Pinot Noir Trauben gefüllt wird, und wie dann nach Schließen des Deckels der Stempel ganz langsam auf den Traubendeckel drückt und so dann auch sehr sanft den Saft aus den Trauben herausdrückt.

Die Presse ist noch nicht ganz gefüllt.

Aus den kleinen Kisten, welche in den Weinbergen gefüllt wurden mit ca. 20 kg Traubenmaterial wird die Presse weiter gefüllt.

Die Trauben werden in die Mitte verschoben und möglichst gleichmäßig verteilt.

Komplett gefüllt wurde der Deckel der Stempelpresse geschlossen und die Mechanik mit dem elektrischen Antrieb sehr langsam in Gang gesetzt, so das der Saft in die Bodenrinne fließt und dieser dann wiederum einen Stock tiefer in die vorbereiteten Edelstahlbehälter. Wir erhalten plötzlich ein kleines Glas gereicht, worin uns der Winzer einen guten Schluck des frisch gepreßten Traubensaftes reichte.

Deutlich zu sehen die trübe Farbe, aber auch die leichte rote Färbung der Pinot Noir Trauben, welche im Laufe der Mazeration meist noch heller wird. Geschmacklich war das schon eine Entdeckung, denn selbst wenn man Trauben direkt im Weinberg schmeckt sind diese Wieder ganz anders in Ihrer Konsistenz und hier ist in der Flüssigkeit ja auch ein kleiner Anteil der Stengel und durch die Wärme des Pressens etc. was den Geschmack ausmacht. Recht süßlich am Gaumen was gemessen am Alkoholgehalt so ca. 11% ausmachte. Nach dieser Demonstration der Pressung und des Verkosten ging es mit dem Winzer noch auf einen Blick in den Keller, wo auch hier einmal mehr ein paar merkwürdig anmutende Behälter standen, kugelförmig und bereit für die nächsten Experimente im Keller.

Dann gab es noch aus einer Flasche einen guten Schluck des eigenen Produktes, welches ich mir nicht mehr genau aufgeschrieben hatte, aber zumindest ein Foto des Glases gemacht hatte.

Damit war der Tag abgeschlossen und mit vielen neuen und interessanten Eindrücken ging es zurück in Hotel nach Reims. Ein großartiger Tag in der Champagne.

3 Tage Champagne mit Besuch von 7 Champagner-Häusern

Der erste Tag in Vrigny und Ay

An diesem ersten Tag in der Champagne, nachdem ich am Tage zuvor mit dem Zug aus München bis Reims angereist war, sollten wir zunächst folgende Champagner-Häuser besuchen.

  • Lelarge Pugeot in Vrigny
  • Lunch im Restaurant Grains d’Argent in Dizy und
  • Champagne Ayala in Ay

Da wir mit einer sehr kleinen Reisegruppe von gesamt 3 Personen unterwegs waren, konnte der Busveranstalter kurzerhand einen luxuriösen Wagen der Oberklasse für uns organisieren, der uns in der Champagne dann herumkutschieren sollte. Dieser erste Besuch bei Belagre Pugeot war schonmal ein richtig imposanter Auftakt. Die beiden Winzer Dominique Pugeot und Dominique Lelarge betreiben das Haus seit 2000 als Bio Betrieb. 2010 wurde dann der gesamte Anbau und die Verarbeitung auf organic umgestellt und seit 2017 ist der Betrieb als Bio-dynamischer Betrieb zertifiziert. Auf 8,7 ha werden die Trauben rund um die Ortschaft angebaut woraus im Jahr so ca. 73 Tsd. Flaschen aus ca. 55% Pinot Meunier, 30% Pinot Noir und 15% Chardonnay erzeugt werden können.

Zu Beginn des Besuches konnten wir einen ausführlichen Gang in die Weinberge direkt hinter dem Haus machen, wo bereits der Großvater die Reben Pinot Meunier gepflanzt hatte. Und genau aus dieser Rebe erzeugt das Weingut, für den weiteren Anbau seiner Flächen, die neuen Triebe aus den alten Reben, welche dann als junge Pflanzen wieder ausgepflanzt werden können.

Nach dem Gang durch die Weinberge konnten wir dann auch die Vinifizierung in den Kellern des Weingutes in seiner Reihenfolge der Einbringung der Trauben vom Weinberg in den Keller verfolgen. Hier nur ein paar kleine Belege für die zum Teil Eigenheiten in diesem Weingut. Die Ernte sollte in den nächsten 2 Tagen nach unserem Besuch losgehen und so war alles in den Kellern recht aufgeräumt, sauber geputzt und soweit vorbereitet, das die Trauben eingebracht werden können.

So sieht zum Teil der Boden hier rund um Vigny aus, der vor vielen Millionen Jahren ein Meeresgrund war und heute zu dichten Kalkschichten sich aufgebaut hat.

Und auch in diesem Betrieb wird kräftig experimentiert. Die niedrig gebrannten Tonbehälter waren mit Wasser gefüllt, so das diese von innen nicht komplett austrocknen. In den nächsten Jahren wird also auch hier mit unterschiedlichen Behältnissen experimentiert, wo bereits zum Teil die Maischevergärung nicht mehr in den großen Edelstahlbehältern vollzogen wird, sondern eben auch in solchen fast klassisch anmutenden Tonbehältern. Nach der Maischevergärung geht es dann in kleine Barrique, oder auch in größere Holzfässer, die hier zum Beispiel aus Österreich stammten.

Nach dieser ausführlichen Einführung in die Gegebenheiten in diesem Weingut ging es in den Verkostungsraum, wo wir 6 unterschiedliche Champagner verkosten sollten.

Los geht es mit einem Tradition Extra brut der eine fast klassische Mischung der Trauben aufweist: 55% PM, 20% PN, und 15% Ch. Kräftige Schaumbildung bei einer sehr feinen Frucht und Säurenote am Gaumen. Perlig und anregend mit langem Nachhall, fein und etwas komplexer Geschmacksnote (16/20) Auf dem Foto in der Mitte mit dem braunen Etikett. Dann folgt der Blanc de Blanc Extra brut mit einer sehr feinen Säure in der Nase. Sehr schöne Frische. (15,5/20) Der dritte kommt aus der Flasche ganz links auf dem Foto mit Namen Les Meuniers de Clémence aus 100% Petit Meunier (PM). Feine Note am Gaumen mit einer sehr feinen Perlage. Sehr feine breite Fruchtnote mit feiner Säure. Super Mineralität. Feine Note am Schluß mit dichtem Abgang zum Ende. (17/20) Dann folgt ein Cuvée eines Champagners Namens Nature, welcher ohne Zucker Dossage und ohne Schwefel hergestellt wurde. Jahrgang 2014, Super Nase mit feinen Kräutern und schöner floraler Note. (16,5/20) Dann folgt ein Tropfen namens Les Charmes de Vrigny welcher eine sehr fruchtige Note aufweist. Hier auch eine Cuvée aus den klassischen Sorten: 50% PM, 30% PN und 20% Ch. Eine sehr feine breite Nase mit fruchtiger Note. Volle runde Fruchtnoten am Gaumen mit langem Abgang. (16/20) Zum Abschluss gibt es noch einen Blanc de Noir aus 2013 als Jahrgangs-Champagner mit dem Namen Blanc de Meuniers der aus Pinot Meunier besteht. Feine Nase mit kräftiger Säure, wobei die Säure am Gaumen leicht verliert. (15/20) Foto hier:

Nach diesem sehr anregenden ersten Besuch in diesem Champagner-Haus wo es einmal wieder eine Reihe neue Erkenntnisse gab ging es zum Mittagessen in ein Lokal, welches als eines der besten in der Champagne gilt. Wir fuhren zum Restaurant Les Grins d’Argent in Dizy wo es ein sehr feines kleines Menü gab.

Diese Foto aus der website vom Lokal Grains d’Argent zeigt den sogenannten Terrassenteil der Lokalität. Wir sagen zu dritt genau an diesem runden Tisch im Vordergrund und konnten ein ausgezeichnetes Mittagsmenü genießen. Hier die Reihenfolge der Gerichte.

Als Amuse Bouche eine Madeleine mit Trüffelgeschmack, der allerdings nur wenig zum Vorschein kam. Im Glas ein Schaum mit Pilznoten und feiner Würze.

Die Vorspeise bestand aus einer Variation von Pilzen mit Feigen und ein wenig darauf abgestimmter leichter Sauce. Die Pilze waren insgesamt der gelungenste Teil an diesem Teller.

Der Hauptgang als Onglet vom Rind mit Kartoffel und sehr fein geschnittenen Nori Algen, die nach Speisekarte in einer Austernsauce mariniert wurden.

Und zum Dessert gab es eine Mirabellen confit und ein Eis mit Lebkuchengeschmack.

Danach starteten wir zum zweiten Champagner Haus des Tages nach Ay wo sich das Haus Ayala befindet. Das Haus wurde 2005 von Bollinger übernommen und produziert heute wieder 1 Mio. Flaschen pro Jahr. Das Material dafür kommt nicht nur aus den eigenen Weingärten, sonder es sind weitere 100 Lieferanten von Trauben, die in den Haus verarbeitet werden. Ayala sollte für diese Reise das größte Champagner Haus sein, wenn man die Gesamtproduktion zugrunde legt. Gemessen allerdings an anderen großen Häuser sind diese 1 Mio. Flaschen immer noch ein nur durchschnittlicher Wert im Vergleich zu den Genossenschaften oder auch zu den ganz großen Häusern in der Champagne.

Da dieses Champagner Haus von mir bereits einmal auf meiner ersten Reise in 2010 besucht wurde waren mir die Lokalitäten ein wenig bekannt. Was allerdings sich seit meinem letzten Besuch geändert hatte, war die Ausgestaltung des Daches, wo eine Möglichkeit bestand Verkostungen oder auch Festlichkeiten abzuhalten. Wir stiegen also die schmale Treppe hinauf und hatten von oben einen wunderbaren Ausblick auf die Landschaft um die Ortschaft Ay.

Vom Dach aus ging es dann in die Kellergewölbe, wo auch hier eine kilometerlange unterirdische Möglichkeit besteht die Flaschen jahrelang bei gleichbleibender Temperatur von ca. 12°C zu lagern und zu rütteln.

Dann ging es zur Verkostung von 5 Champagner des Hauses Ayala was sich auf den Fotos zeigt. Es beginnt mit einem Brut majeur, (links mit schwarzem Etikett) gefolgt von einem Rosé Blend aus 50% Ch, 40% PN und 10% stillem Wein. Dann folgt ein Brut Nature welcher für 4 Jahre gelagert wurde. Die Cuvée besteht aus 40% PN, 40% PM und 20% Ch. Recht kantig im Geschmack mit Mineralität und einer kräftigen Note. (16/20) Gefolgt von einem Blanc de Blanc aus 2013 Dieser Tropfen reifte für 5 Jahre auf der Hefe und zeigt immer noch schöne reife frische Spitzen am Gaumen. (16,5/20) Final noch ein Vintage 2006 mit einer Cuvée aus 80% Ch und 20% PN. Sehr feine Nase mit hellen fruchtigen Noten. Recht komplexer Geschmack am Gaumen mit feiner ausgewogener Säure. (17,5/20)

5 Tage Champagne mit BK Wines und herrlichem Wetter

Im September stand bei mir also dann nach dem Loire Trip mal wieder eine Weinreise an, welche diesmal in die Champagne gehen sollte. Der Veranstalter BK Wines mit Britt und Per Karlsson aus Paris waren mal wieder sehr gut vorbereitet und dadurch das 2 der angemeldeten Teilnehmer kurzfristig abgesagt hatten, reisten wir in den Tagen nur zu zweit mit Per Karlsson durch die Hügellandschaft der Champagne. Am Anreisetag gab es kein Programm, und deshalb hatte ich mir am Abend einen Platz in einer Brasserie reserviert, welche ich bereits aus meiner ersten Champagnerreise in Reims kannte. Meine Wahl fiel auf die Brasserie Le Jardin der Domaine les Crayères, welche am Rande der Stadt Reims liegt, wo auch einige der anderen Champagnerhäuser beheimatet sind. Hier also zunächst einmal die Beschreibung des Abends in der Brasserie Le Jardin.

Im Garten einer großen Parkanlage gelegen gehört diese Brasserie wie schon gesagt zum Haus Domaine les Crayères, welches ein Luxushotel und ein 2 Sterne Lokal beheimatet. Mir war bereits beim ersten Besuch vor einigen Jahren die Vielfalt der Weinkarte aufgefallen, welche zu einer sehr feinen Brasserieküche paßt. An dem Abend war das Lokal nicht gerade sehr stark besucht, somit hatte ich viel Zeit mich ein wenig umzusehen und auf der Karte zu orientieren. Es sollte an diesem Abend für mich das Menü “Autour des Produits de la région” sein, welches aus 4 Gängen bestand und für 49 € für meine Begriffe sehr angemessen war.

Dazu hatte ich mir ein paar Gläser Wein ausgesucht, die ich aber hier nicht weiter beschreiben will, da es ja um den Champagner in den nächsten Tagen gehen sollte. An diesem Abend startete ich also in dieser Brasserie mit einer Vorspeise welche mit Kräuter aus dem Garten und einem Stück Lachs auf dem Teller sich präsentierte.

Dazu gab es dann noch zwei dünn geschnittene Scheiben Speck die scharf angebraten oder frittiert waren. Als Vorspeise, welche dann folgte gab es ein Stück Barschfilet aus dem Ofen mit einer sehr schmackhaften aufgeschäumten Champagnersauce.

In der Sauce waren noch Geschmäcker von Nüssen und diversen weiteren Kräutern zu vermerken. Zum Hauptgang sollte es dann ein Wachtelfilet auf einem stark eingekochten Auberginen Gemüse geben, welches mit Trauben, wohl aber auch Rosinen abgeschmeckt war. Die sehr kräftige Gemüsebasis paßte aber durchaus recht gut zum sehr fein gegarten Wachtelfilet ohne Knochen.

Und final sollte es dann noch einen Dessert aus der Küche geben, der mich allerdings nicht so ganz überzeugen konnte. Der auf einer Joghurtbasis angerichtete war und obenauf einige Früchte hatte, welche allerdings fast noch zu kalt auf dem Tisch landeten.

Insgesamt aber ein feines 4-Gänge Menü als Auftakt für diese Champagnertour durch 7 Champagnerhäuser in den nächsten 3 Tagen, welche jeweils zur Lunchzeit von einem gemeinsamen Essen mit der kleinen Gruppe begleitet wurden.

Gefüllte Zuccini

Im Sommer ist es mir immer wieder ein Vergnügen einfach ein gefülltes Gemüse in den Ofen zu schieben und dann genüsslich die unterschiedlichen Geschmäcker der Füllung und des Gemüses zu genießen. In diesem Fall heute sollte es eine gefüllte Zucchini sein, welche ich mit unterschiedlichen Gemüsen und aber auch Käse gefüllt hatte. Zu den Tomaten welche einer der Hauptbestandteile sind gesellen sich ein paar Streifen von geräuchertem Schinken, ein wenig Ingwer und dann kann man sich auch alle möglichen weiteren Füllungen dazu denken, die einen etwas kräftigeren Geschmack abgeben. Zu Beginn wird die Zucchini gut gewaschen, in der Länge nach zu Hälfte halbiert, und die inneren weicheren Teile mit den Kernen sorgfältig herausgeschnitten, bzw. mit einem etwas scharfkantigen Löffel herausgekratzt. Dann sollte man die Zucchini kräftig mit Olivenöl beträufeln, so das das Fruchtfleisch sich damit vollziehen kann. Nebenbei die Füllung herstellen, mit etwas Ziegenkäse, oder auch einem recht reifen Camembert ergänzen und das Ganze dann in die beiden Zuccinihälften einfüllen. Den Backofen auf ca. 210°C vorheizen und die Zucchini in einer Form auf mittlerer Schiene für ca. 20 Minuten darin garen. Sollte die Oberfläche nach 10 Minuten bereits etwas zu braun aussehen, einfach die Temperatur etwas senken, und den Garprozess ein wenig verlängern. So sieht das Resultat dann auf dem Teller aus.

Bon apetit!

Kalbsleber/Nudeln/ Tomatensugo

Ein wirklich schnell zuzubereitender Teller ist dieses Gericht, welches mit den Hauptzutaten Kalbsleber, Nudeln (jeglicher Art) Tomatensugo auf den Teller kommt, was in diesem Fall mit ein paar Streifen Bauchspeck und ein wenig Petersiliengrün ergänzt wurde. Für die Zubereitung brauche ich folgende Zutaten pro Person:

  • ca. 150 gr. Kalbsleber
  • ca. 120 gr. Nudeln
  • Tomatensugo aus der Dose oder einer fertigen Zubereitung und je nach Bedarf Tomatenmark
  • ein kleines Stück Bauchspeck
  • 2 Stengel Petersilie
  • 1 kleines Glas Rotwein, Salz, Pfeffer

Die Zubereitung kann dann folgendermaßen vonstatten gehen: Die Kalbsleber unterkaltem Wasser gründlich abspülen und sehr gut trockentupfen. Das Nudel-Salzwasser aufsetzen und wenn es kocht, die Nudeln entsprechend al dente kochen. Den Tomatensugo in eine kleine Kasserolle geben und mit etwas Tomatenmark ergänzen. Hier kann natürlich auch noch mit ein wenig frischen Tomaten ergänzt werden. Diese Tomaten so lange einkochen, bis die Flüssigkeit fast verkocht ist. Dann mit ein wenig Rotwein ablöschen und nochmals soweit einkochen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Bauchspeck in ganz schmale Streifen schneiden und zuerst in die Pfanne geben, denn hier kann das Fett daraus gleich als Bratenfett für die Kalbsleber zum Teil dienen. Die Kalbsleber ebenso salzen und leicht pfeffern und in einer Eisenpfanne von beiden Seiten so anbraten, das die Stücke nicht zu trocken werden. Nudeln abgießen und auf dem Teller entsprechend anrichten. So sah das bei mir dann aus:

Hühnerherzen,Zucchini,Pilze-pikant

Es war mir mal wieder nach etwas richtig deftigem. Also besorgte ich mir auf dem Markt eine Portion Hühnerherzen, welche ich diesmal mit Zucchini und Pilzen, sowie etwas Frühlingszwiebeln kombinierte. Hühnerherzen breite ich mir klassischerweise immer recht scharf zu, was aber einem europäischen Gaumen noch als einigermaßen angenehm ist. Für die Zutaten brauche ich folgende Zutaten:

  • 1 Handvoll Hühnerherzen
  • 2 Schalotten
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 1/2 Zucchini
  • 60 – 80 gr. Pilze wie z.Bsp. Steinpilze oder auch Champignons
  • Gewürze für die Hühnerherzen wie Harissa, Zumach, scharfer Paprika etc.

Die Zubereitung kann dann folgendermaßen von statten gehen:

Zunächst müssen die Hühnerherzen sehr gut unter kaltem Wasser gereinigt werden. Hilfreich ist auch die Herzen nochmals in einer kleinen Schale in kaltem Wasser einzulegen, weil dadurch dann die letzten Reste des Blutes herausgewaschen werden kann. Etwaige Zuviel Fettansätze abschneiden und gut von der Feuchtigkeit trockenlegen. Schalotten und Knoblauch kleinschneiden. Die Zucchini je nach Geschmack in Stücke oder Scheiben schneiden und dann nebenbei die Hühnerherzen leicht salzen, pfeffern und mit den weiteren Gewürzen einreiben. Dann die Schalotten und Knoblauch in der Pfanne vorsichtig anbraten bis diese glasig sind und dann bei starker Hitze die Hühnerherzen stark anbraten. In einer separaten Pfanne die Zucchini oder auch anderes Gemüse anbraten und mit der Frühlingszwiebel fast zum Schluss ergänzen. Sollte in der Pfanne der Hühnerherzen zu wenig Flüssigkeit sein, mit ein wenig Weißwein ablöschen. Anrichten und verspeisen.


Weingut Pawis in Freiburg-Zscheiplitz an der Unstrut

An dem Wochenende wo ich mich auf den Weg nach Weimar gemacht hatte wollte ich also am zweiten Tag, dem Samstag, ein VDP Weingut in der Region Saale-Unstrut besuchen. Nach kurzer Recherche fiel meine Wahl auf das Weingut Paris in Freiburg-Zscheiplitz, welches dort seit 2007 seine Weine keltert und aufbereitet. Die Eltern von Bernard Paris begannen 1990 mit einer kleinen Fläche von 0,5 ha in den Ehraubergen, was dann 1998 vom Sohn, also Bernard Paris, mit seiner Frau weitergeführt wurde. Heute in Freiburg-Zscheiplitz sind es inzwischen 15 ha an Anbaufläche, was mit der Winzer dann auch bei einem kleinen Rundgang durch den Keller erzählen konnte. Die Anlage wo heute das Weingut arbeitet ist ein ehemaliges Kloster und die Winzer haben viel Arbeit in die Restaurierung und Aufbereitung der Anlage stecken müssen, was sich aber optisch sehr gut heute zum Gesamtbild des Weingutes macht. 2015 wurde dann noch das Brunnenhaus als ein weiteres Gebäude auf dem Gelände fertiggestellt, welches auch zur Anlage gehört, und wo ein Lokal für die Verköstigung von Gästen eingerichtet wurde. Ich machte mich von Weimar mit dem Zug auf den Weg und landete dann schließlich in Freiburg, von wo aus ich mir den Rest des Weges zu Fuß vorgenommen hatte. Von Freiburg ging es dann erst direkt im Tal der Unstrut entlang, wo sich auf der Hangseite die Weinberge auftaten.

Nach ca. 3 km mit zum Teil stetem Anstieg auf noch befestigter Straße kam ich schließlich auf dem Weingut im ehemaligen Kloster in Zscheiplitz an.

Es war richtig war an diesem Tage, was dann auch meinen Durst entsprechend erhöhte. Verschwitzt durch den Aufstieg war ich sowieso schon. Die Anlage mache einen recht guten Eindruck und hier würde man eher ein größeren Betrieb erwarten, denn die Anlage ist wirklich groß, schön hergerichtet und der Innenhof lädt zum Verweilen ein.

Zunächst ging ich aber zur Verkostung, welche in dem hier oben gezeigten Bild stattfand, und wo die Familie Paris einen schönen Verkostungsraum mit viel Holz und Sitzmöglichkeiten geschaffen hat.

Dann ging es zur Verkostung und ich wählte aus der gesamten Palette primär die Ersten Lagen und die Großen Gewächse mir aus. Bei den Rotweinen sollten es 2 Gutsweine dann sein.

Bei den Ersten Lagen hatte ich mir drei Abfüllungen ausgesucht, die mit einem 2018er Zscheiplitzer Himmelreich, Weißburgunder begannen. Dieser WB hatte einen sehr schönen fruchtigen Gaumen und ds Säure Frucht Spiel zeigte sich recht harmonisch. (16,5/20)

Dann gab es einen Freiburger Edelacker aus 2017, WB Barrique. Eine recht kräftige Holznote in der Nase, Elches sich am Gaumen fast so fortsetzte und mit den Vanille-Noten sich doch noch recht rustikal zeigte. (15,5/20)

Der dritte in der Reihe aus der Ersten Lage war dann der Freiburger Edelacker Riesling “R 736” aus 2018, der seinen Namen daher hat, das sich der Wein vom Talufer bis in die höchsten Lagen nur über 736 Stufen erklimmen käst. Feine Nase mit einer sehr schönen Frucht am Gaumen und der erst später hinten mit der Säure und einer feinen Struktur ergänzt. Für einen Preis von 14 € je Flasche muß ich hier durchaus von einem sehr guten Preis/Leistungs-Verhältnis sprechen. (16,5/20)

Dann geht es zu 2 Sorten der Großen Gewächse, wo ich einen Riesling und einen Grauburgunder verkosten konnte.

Zunächst ein Riesling GG, Edelacker von 2017 der sich sehr fein und rund präsentiert. Eine feine und elegante sowie komplexe Struktur zeigt sich am Gaumen wo sich der Geschmack, aber auch die Finesse zeigen kann und der Abgang dann umso feiner wirkt. (16,5/20)

Die weitere Große Lage war auch aus der Parzelle Edelacker, aber diesmal ein Grauer Burgunder aus dem Jahr 2017. Hier zeigt sich für meine Begriffe, was ein Grauburgunder, wenn auch noch recht jung, zu leisten im Stande ist. Eine sehr feine fast schon dichte Mineralität, und dann eine Kräuternase, welche sich mit der wenigen Frucht so gut zusammengestellt, das es wirklich ein Genuss ist. Im Preisprospekt des Weingutes werden die Aromen wie folgt beschrieben: Akazienhonig, Brioche, Quitte, Butterbirne und Vanille. Für mich einer der Höhepunkte dieser Verkostung und doch auch ein wenig überraschen, da ich solche Qualitäten fast nicht erwartet hatte. (17,5-18/20)

Zum Abschluss sollte es noch 2 rote Sorten geben, welche da waren ein Blauer Spätburgunder aus dem Barrique und ein Pinotin aus dem Barrique, welches eine Neuzüchtung aus Pinot Noir und einer weiteren roten Rebsorte die wohl aus dem Bereich der resistenzfesten Sorten, also den Piwi Reben stammen.

Der Blaue Spätburgunder aus 2017 hatte also bereits für einige Monate auch ein Barrique von innen gesehen, wobei die Holznoten in der Nase recht gut eingebunden waren. Eine feine Struktur zeigte sich, wobei die Frucht nicht aufdringlich, sondern eher wie ein typischer Pinot Noir recht leichtfüßig daherkam. Sehr schöner Alltagswein, wohl auch zum Essen bei 17,50 € die Flasche liegt. (15,5/20)

Die große Überraschung für mich aber dann hier bei den roten Sorten der Pinotin aus dem Barrique, der sich mit einer sehr dunklen Farbe präsentierte, kräftig im Geschmack und auch hier war das Holz recht gut in die Struktur des gesamten Weines aus 2017 eingebunden. Für mich eine kleine Entdeckung dieser Rebsorte, die wohl erst kurz bei speziellen Winzern angebaut wird. (16,5/20)

So sieht das dann m Barriquekeller aus:

Besuch in Weimar und die Weinbar Weimar

An einem der August Wochenenden hatte ich mir einen größeren Ausflug nach Weimar vorgenommen um einerseits das neue Bauhaus-Museum mir anzusehen, aber auch hier die kulinarischen Highlights der Stadt zu genießen und auszuprobieren. Das Bauhaus-Museum war mir natürlich von der fachlichen Seite zum großen Teil geschichtlich bekannt, doch waren hier auch in der Ausstellung Sachverhalte dargestellt, die durchaus lohnenswert waren sich nochmals genauer anzusehen. So sieht das neue Bauhaus-Museum von außen aus, welches mitten in der Stadt von Weimar gebaut wurde.

Da ich bereits einmal vor ca. 32 Jahren, also vor der Wende, in Weimar mit dem VDID Präsidium war, hatte ich mir das Restaurant des Hotels Elephant vorgenommen, aber auch die seit ca. 2,5 Jahren eröffnete Weinbar Weimar, die zufälligerweise fast um die Ecke meines Hotels liegen sollte. Im Prinzip zwischen der Altstadt und der Hochschule für Gestaltung, welche im Süden der Stadt gleich neben dem großen Park an der Ilm gelegen ist. Dieser Park, angelegt im englischen Stil, ist eine traditionelle Parklandschaft, wo bereits Goethe wirkte und später auch das Bauhaus sich am Rande mit dem Haus am Horn auf einem Gelände betätigte. Hier jetzt aber meine Eindrücke von der Weinbar Weimar. Die Weinbar wurde von Philipp Heine und Anna Koller gegründet, wobei später dann der Koch Marcello Fabbri zum Team dazukam, der sich bereits vorher im Restaurant des Hotel Elephant einen Stern erkocht hatte. Von außen sieht die Weinbar bei Nacht vielleicht etwas unspäktakulär aus, jedoch wenn man dort einmal war, also die Lokalität sich von innen einmal reingezogen hat, will man fast nicht mehr weg.

Hinter dem linken Fenster ist schon eine große Tafel zu erkennen, wo alle die offenen, aber auch Flaschenweine aufgelistet werden. Insgesamt wohl so etwas mehr als 100 Positionen, welche auch preislich, insbesondere als Flaschen, ein Hammer sind.

Am ersten Abend hatte ich einen kleinen Tisch in einem der Hinterzimmer, was aber trotzdem ausreichend Platz bot um einige der vielen Kleinigkeiten die so auf der Karte standen zu verköstigen. Ich startete als erst einmal mit 2 Vorspeisen die da waren. Frittierte Sardinen mit einer Salsa, welche in einem kleinen Holzkästchen mit Zitronen präsentiert wurden. Frisch, sehr gut frittiert und einer schmackhaften tomatisierten Salsa dazu.

Zu dieser Vorspeise gab es erst einmal ein Glas Weißburgunder vom Weingut U. Lützkendorfer, Hohe Gräte, aus der Region Saale-Unstrut. Super passend und ein recht kräftiger WB von einem Weingut, welches ich im Winter bereits einmal in München ankosten durfte. Sehr fein und passend.

Dann ein zweiter kleiner Vorspeisengang mit Oktopus und ein Glas Silvaner auch von einem Weingut aus der Region Saale-Unstrut, und zwar vom WeingutBöhme + Töchter.

Auch hier wieder eine sehr schöne und gelungene Kombination, denn der Oktopus kam in Kombination mit Linsen auf dem Teller daher, ws sich mit dem Silvaner ausgezeichnet kombinierte. Und zum Hauptgang gab es dann ein Kalbstatar vom Brandenburger Bio-Kalb kombiniert mit roten Zwiebeln, Anchovis und Wachtelei.

Die Inszenierung auf dem Teller spricht für sich, was aber dem Geschmack keinerlei Abbruch tat. Das Tatar war selber recht puristisch angemacht und konnte so seine ursprüngliche Qualität seines Geschmackes voll entfalten. Für mich einer der Höhepunkte der Speisen. Dazu sollte es einen Überraschungswein aus dem Burgund geben, welcher mich ebenso überraschte wie überzeugte. Ein Glas eines Bourgogne mit Namen Renommée aus dem Hause Remoissenet Père et Fils. Wenig Holz, kaum die typischen PN Nebentöne der Burgunder und so kräftig, das dieser rote Tropfen dem Tatar das entsprechende Gegengewicht geben konnte.

Zum Abschluss hier noch ein kleines Foto der ersten Seite der Weinkarte so wie sie sich einem Gast präsentiert, wenn man sich hier einen Platz ergattert hat.

Das Schärfste aber an dieser Weinbar in Weimar ist die Tafel der Weine im ersten Gastraum, wo auch die Bar steht, und alle Aktivitäten zu den Weinen und Getränken ausgehen. Alle Weine auf dieser Karte werden also per Glas 0,1 l angeboten und in der Spalte rechts steht der Preis für die Flasche. Nur einmal auf der Seite der roten Tropfen gesehen, liegt der teuerste im Glas bei 9 € und der teuerste hier bei den roten als ganze Flasche 54 €. WOW! Hier als Beweis das Foto dazu.

Mein Fazit: Eine Super Adresse in Weimar, welche man durchaus auf einen Besuch aufsuchen sollte. Ich wünschte mir nur so eine Weinbar auch mal in München, was aber wohl ein Wunschtraum bleiben wird. – PROST –

Sorry die große Weintafel hatte es mir einfach angetan, deswegen auch zweimal hier abgebildet.

Resihuber – ein Lokalbesuch

In den letzten Wochen war ich mehrmals zur Mittagszeit im Resihuber und einmal Abends mit Freunden zum Essen. Das Resihuber ist ein Lokal, welches von einem Ehepaar betrieben wird, welches seit vielen Jahren in München die Bioläden Vollcorner betreibt. Das heißt allerdings nicht, das hier in dem ersten Speiselokal der Betreiber es nur Gemüse oder vegane Speisen zu bestellen sind. Bio kann ja auch ein sehr schöner frischer Fisch oder auch ein gut abgehangenes Fleisch sein. Die Räumlichkeiten sind angenehm hell eingerichtet, mit manchen Farbtupfern in den Ecken und Seitenwänden. Und das es hier eben auch einen Mittagstisch gibt, der auch preislich recht günstig angeboten wird ist umso erstaunlicher, da das Lokal zwar sehr gut mit der U-Bahn zu erreichen ist, aber hier so am Rande von Giesing nicht wirklich die große Laufkundschaft aus der Mitte von München hat. Seit drum – die Atmosphäre im Lokal war auf jeden Fall recht angenehm, und der freundliche Service tat seinen Teil ebenso dazu.

Hier also ein paar Beispiele des Aufgetischten aus den Besuchen zur Mittags- und Abendzeit. Da gab es einmal einen Glasnudelsalat mit Ochsenfetzen. Eine volle Mahlzeit wie auf dem Teller zu sehen, aber nicht nur die Glasnudeln, welche ein wenig versteckt unter dem Gemüse zu sehen sind, sondern insbesondere die Ochsenfetzen welche perfekt Medium roh gebraten waren schmeckten ausgezeichnet.

Oder an einem anderen Mittag gab es eine Fisch-Suppe, welche allerdings eher wie eine Bouillabaisse wirkte und auch entsprechend gute Fischteile beinhaltete. Fein und kräftig im Geschmack. Insbesondere viel mir bei fast allen Gerichten auf, das hier gut gewürzt wird.

Dann waren wir eines Abend zu dritt im Lokal wo wir uns mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert verköstigten. Dazu gab es dann eine gute Flasche Rotwein aus Österreich, einen Pannobile vom Weingut Heinrich, und diese zu passablen 48.-€. Interessanterweise ist die Weinkarte zwar relativ klein, doch alle Tropfen stammen von Bio-Winzern, die in einem Weinladen der Vollcornerkette in Haidhausen auch zu erstehen sind. Bei mir war es dann zu Vorspeise zunächst ein Ceviche mit dreierlei Fischen aus dem Chiemsee. Sehr schön angemacht mit Limone, Kräutern und nicht nur kleinen sondern passabel schönen Fischstücken, die gut mariniert waren.

Zum Hauptgang sollte es dann ein Stück vom Schweinenacken sein der auf zweierlei Bohnen angerichtet richtig fein daherkam. Wir hatten das Fleisch Medium bestellt, und es glänzte auch entsprechend rosa noch auf dem Teller.

Den Abschluss bildete ein Sorbet mit dreierlei Geschmäckern, welches auch fein und erfrischend sich präsentierte. Ein Besuch hier ist also immer lohnenswert und die Atmosphäre selbst bei gut gefülltem Lokal war fast immer recht angenehm, was auch mit einem sehr freundlichen und angenehmen Service zusammenhängt.