An der Loire, die ersten zwei Weingüter

Dieser erste Tag an der Loire mit unserer Gruppe sollte uns zu zwei Weingüter bringen, welche in der Nähe der Stadt Angers liegen – Chateau de Fesles und die Domaine des Forges. Am Vormittag geht es also zunächst einmal zum Ch. de Fesles, wo wir erst eine kleine Führung durch die Kellereien bekamen und so die ersten Eindrücke, was an der Loire so anders ist im Vergleich zu anderen Anbaugebieten in Frankreich. Hier wird also als Hauptrebe der weißen Sorten Chenin Blanc angebaut und bei den roten Sorten ist es Cabernet Franc. Daneben gibt es aber auch eine ganze Reihe weiterer Trauben an der Loire, denn das Gebiet ist ja nicht gerade klein, so wird zum Beispiel weiter im Westen Richtung Nantes die Traube Melone de Bourgogne umgrößeren Stil angebaut, und ganz Richtung Osten, wo es ins Sancerre Gebiet geht ist zum Beispiel di Sauvignon Blanc stark vertreten. Los geht es also auf dem Weingut Fesles, welches auf 48 ha Wein anbaut, wobei dort auf Cabernet Franc 50% und auf die regionale Traube Grolleau ebenso ca. 50% entfallen und natürlich auch Chenin Blanc.

Das Weingut liegt oberhalb der Loire auf einem kleinen Plateau, welche sich auf ca. 200 m Höhe befindet. Auch hier werden in den Kellern neben den Edelstahl-Behältern größere Holzgebinde aber auch Barriques eingesetzt.

Auf einem weiteren Kellerschild an einem der großenEdelstahl-Behälter konnte man sehen, wie die regionale Bezeichnung der Provinz Anjou sich hier in der Weinbezeichnung niederschlägt. Von den Weinen aus der Region Anjou kann also rot oder Weißer, bzw. auch rosé kommen.

Im Weinberg selber konnten wir dann sehen wie weit der Rebaustrieb in der Mitte Juni bereits vorangeschritten war. Die Winzer sagte, das in der folgenden Woche dann wohl die Blüte beginnen würde.

Nach diesem Rundgang ging es zur ersten Verkostung an diesem Tage, wobei ich hier nicht alle einzelnen Weine aufzählen will, die uns zur Verkostung anstanden, sondern exemplarisch ein paar herausgreifen. Es beginnt mit einem Rosé. Dieser ist recht fruchtig im Vordergrund mit weniger Säure, ansonsten für mich gut zu einem frischen Gemüsegericht. Dannn folgen ei weißer Cabernet d’Anjou aus 100% Chenin Blanc der recht fruchtig wirkt und wohl recht schnell getrunken werden sollte. Dann folgt ein Coteaux du Lyon mit einer verhaltenen Nase, welcher sich am Gaumen als recht süßlich mit weniger Struktur zeigt.

Die weiteren trockenen Weine sollte wir dann zum Mittagessen am Tisch erhalten, welches im Nachbarraum bereits für uns angerichtet war. In der Verkostung ging es dann weiter mit 2 Süßweinen, die hier in der Region vornehmlich aus dem Chenin Blanc gekeltert werden. Da es hier von der Loire her in den Herbstmonaten auch immer wieder Nebelschwaden und feuchtes Klima gibt sind das hier auch Süßweine mit echter Botrytis wie in den Regionen um Sauternes im Bordeaux.

Von dieses Bonnezeaux genannten Weinen hatten wir zur Verkostung 2 Jahrgänge aus 2013 und 2014, wobei sich die Jahrgänge doch recht deutlich unterschieden, was dann eben wieder einmal bestätigt, wie unterschiedlich so ein Wein aus der selben Traube in 2 aufeinanderfolgenden Jahren ausfallen kann. Zum Abschluss gb es aber dann noch einen weiteren dritten Jahrgang dieser Bonnezeaux Machart aus 2011, der für mich bei dieser Verkostung am besten abschnitt.

Nach dem Mittagessen, welches sich etwas sehr hinzog ging es dann etwas südlich zum Weingut Domaine des Forges, welches ein Familienweingut in 5. Generation ist, und 1890 gegründet wurde, und heute von einem jungen Paar geleitet wird. Im Verkostungraum war schön großformatig an der Wand zu sehen, das hier die Generationen eine Rolle spielen.

Das Weingut baut seine Reben auf heute insgesamt 50 ha an, und die meisten Lagen sind Bio-zertifiziert. Auch hier gut es zunächst einmal in die Keller w wir einige Barriques und andere Behälter für die Maischervergärung und die weitere Weinverarbeitung sehen können.

Nach dieser kleinen Tour durch die Keller geht es dann auch wieder gleich zur Verkostung in den Raum mit dem Generationenfoto an der Wand.Wir verkosten zunächst einen Crèmant de Loire der in der Traubenzusammensetzung wie folgt beschrieben wird: 20% Chardonnay, 60% Chenin Blanc und 20% Cabernet Franc. Mit leichter Hefe in der Nase kommt dieser Crèmant recht fruchtig daher hat aber eine sehr schöne frische Note mit ausgewogener Säurestruktur (16/20)

Dann gibt es einen Savennières, Le Moulin du Gué, der 100% aus Chenin Blanc gekeltert wird und am Gaumen eine feine Würze zeigt. Die kräftige Frucht trägt zum Ausgleich bei, wobei die mittlere Säure diesen weißen Tropfen recht ausgewogen wirken läßt. (16,5/20)

Ein weiterer Savennières mit dem Untertitel, Clou du Papillon aus 2018 hat eine feine Säurestruktur mit langer etwas spitzer und spritziger Note. Am Gaumen wirkt der Wein schon fast schwer, fast wohl dem recht hohen Alkoholgehalt geschuldet ist. (16,5/20)

Der dritte Savennières auf dem Foto ganz recht, mit dem Untertitel, Roche aux Moines hat eine recht frische Note nach Südfrüchten mit auch hier leicht spitzen Noten. Am Gaumen dann ebenso recht frisch und würzig. Sehr fein und fast schon elegant. (17,5/20)

Weitergeht es in der Reihe der Verwüstungen mit, wie im Foto auch zu sehen, 3 Flaschen welche sehr typisch für die Region der Loire sind. Der erste ganz links hört auf den Namen Tendresse, welcher halbtrocken ausgebaut ist und mit seiner mittleren feinen Nase und einem typischen Duft aufwarten kann. Langer Nachhall am Gaumen mit einer feinen Frucht und weniger Säure im Abgang. (17/20)

Dann ein Coteaux du Lyon, Les Omis, 1er Cru, Charme aus 2016. Sehr dichte Süße mit kräftiger Honignote am Gaumen. (17,5/20)

Vom letzten Wein auf dem Foto recht konnten wir wieder einmal 2 Jahrgänge verkosten, welche aus 2016 und 2017 stammten. Der 2016er wirkte noch recht süß am Gaumen, konnte sich aber so präsentieren, das ich sagen würde, hier kann eine Flasche mal getrost 15 bis 20 Jahr vergessen werden und dann gibt es die richtige Geschmacksexplosion. (17,5/20) Der 2017er war wirklich noch so jung, das hier die gesamten Fruchtaromen noch sehr stark im Vordergrund standen so das sich diese Flaschen wohl erst einmal ruhig schlafen legen kann, bevor sie geköpft wird.

Zum Abschluss diesen Tages würde ich sagen ein insgesamt guter Auftakt mit zwei sehr unterschiedlichen Weingütern aus der Region Anjou und der Stadt Angers. Es zeigt sich immer wieder im Vergleich, das es nicht auf die Größe eines Weingutes ankommt, oft auch nicht auf das entsprechende Marketing, was sich ja in den letzten Jahren ganz besonders gewandelt hat, sondern die tatsächlich intensive und langanhaltende Beschäftigung mit dem was vom Weinberg us an Traubenmaterial in den Keller auf die Presse oder in den Maischebottich kommt, und wie die Trauben in schonender Weise weiterverarbeitet werden zeigt sich dann in den späteren Jahren auf der Flasche und im Glas der Genießer.


4 Tage an der Loire und Anreise

Die 4 Tage in London waren also herum und es ging am nächsten Morgen per Kleinbus mit einer Gruppe von 13 Personen fast direkt von Victoria Station aus Richtung Dover und dem Kanaltunnel. Der Verkehr auf der Straße war recht lau, so das wir recht früh an den entsprechenden Zoll- und Kontrollstationen eintrafen. Als wir dann im Zeitfenster der Abfahrt aufgerufen wurden ging es mit dem Bus direkt in einer der Kanaltunnel-Züge, wo wohl auch große LKW Platz finden. Selbst unser Kleinbus mit 29 Sitzplätzen hatte noch viel Platz im Waggon vorne und hinten, was man dann während der Fahr sehen konnte, denn da durfte man den Buss verlassen und konnte sich im Waggon, bzw. auch weitergehen im ganzen Zug bewegen. So sieht das dann von innen aus:

Zwischen den Einzelnen Waggons gibt es dann solche Schott-Türen, die links und rechts eingeklappt werden, und in der Mitte fährt in Rollgitter herunter. Die Personen können aber links und recht durch die Türen passieren, u.A. auch um auf z.Bsp. die Toiletten zu gehen. Die Fahrt unter dem Kanal dauert gerade einmal ca. 35 Minuten und einer der Offiziellen sagte mir, das der Zug mit einer Geschwindigkeit von ca. 120 km/h durch den Tunnel fährt. Hier noch der Anblick der Waggons von außen, die ich ganz knapp bei der Ausfahrt in Calais erwischen konnte.

Von dort ging es dann ziemlich direkt Richtung Normandie wo wir an diesem Tage noch einen Besuch auf einem Cidre und Calvados Gut unternehmen sollten. Nach also noch weiteren einigen Stunden Fahrt kamen wir in die Ortschaft Cambremer wo das Gut von Pierre Huet liegt, welches 1865 gegründet wurde und heute n der 5. Generation weitergeführt wird. Es werden auf 30 ha Äpfel ganz unterschiedlicher Sorten angebaut und noch weitere Mengen von umliegenden Bauern zugekauft, die dann auch zu Cidre, Pommeau oder Calvados verarbeitet werden.

Wir machten also eine kleine Besuchtigungsrunde durch das Gut, wobei es in den Keller bzw. Gebäuden fast nicht anders aussieht als wie in einem Weingut. Denn auch hier gibt es große Edelstahltanks, wo die gepreßte Grundmasse der Äpfel vergoren wird, und dann ebenso die kleinen Eichenholzfässer und große 5000 und 10000 Liter Fässer, welche wesentlich älter sind als die kleinen Barrique Fässer.

Nach dem Rundgang ging es zur Verkostung in den Verkaufsraum, wo auch ein großer Tresen stand und wir die ersten Gläser der Tour eingeschenkt bekamen. Zunächst ein Cidre der mit einer sehr frischen Nase aufwarten konnte. Mit gerade einmal 2,5 % vol. Alkohol eine leichte Sache, wobei der Geschmack am Gaumen recht rund war, wenn auch noch sehr Apfellastig. Dann gab es einen Pommeaud der auch recht rund wirkte und mit einer feinen Alkoholnote und ein wenig fehlender Frucht daherkam.

Dann folgten 2 Calvados, welche einmal mit 5 Jahren als Viele Reserve deklariert war. Am Gaumen noch recht kräftig und leicht schaffe Note, wobei die spitze Note der Säure das Seinige dazu beitrug. Dieser wurde als 0,7 Liter Flasche für 38.-€ angeboten. Dann folgte der zweite Calvados der unter dem Titel “Tradition” angepriesen wurde. Am Gaumen immer noch eine leichte Schärfe aber schon recht fein im Frucht Säure Spiel mit dem Alkohol. Insgesamt hier ein feineres Geschmacksbild. Geht für 58.-€ über die Theke. So sehen dann die Destilierkessel im Gebäude gleich neben dem Verkostung Raum aus:

Ein gelungner Auftakt hier im Norden von Frankreich, auch wenn es in den nächsten 4 Tagen an der Loire dann fast nur noch Wein geben sollte.


4 Tage London – der vierte Tag

Regen und Sturm war angesagt und so hatte ich mir an diesem Tag mal wieder eines der großen Museen in London vorgenommen. Es sollte die Tate Modern werden, wo es immer eine großartige Dauerausstellung gibt und auf das Restaurant im neuen Anbau war ich auch neugierig, denn bei meinem letzten Besuch gab es den Anbau noch nicht.

Oben die Tate Modern von außen, und unten die große Halle, wo früher die Turbinen standen.

Nach einem recht langen Rundgang durch die verschiedenen Etagen der Tate Modern ging es dann mittags in das Restaurant der Tate Modern. Ich bekam auch ohne Reservierung ohne Probleme einen Tisch und es waren noch Plätze frei. Hier ein erster Eindruck vom Interieur der Lokalität:

Hier in diesem Lokal gab es die Möglichkeit einen weiteren Sperling Wein aus England zu bestellen und zu verkosten was ich dann zu Beginn auch gleich tat. Die Beschreibung auf der Weinkarte lautet wie folgt:

NYETIMBER CLASSIC CUVÉE NV, West Sussex, England, abv 12%.  For nearly 30 years, Nyetimber’s main aim has been to produce the finest English sparkling wine that can rival the best in the world, including the great wines of Champagne. We think they have achieved this which is why we are proud to serve it by the glass. With great acidity, green apple and rich toasty brioche, this fizz is a delight all year round. 

Für mich war dieser Sparkling Wine eine sehr frische Sache mit feiner Säure am Gaumen, etwas weniger in der Nase und sonst zu meinen folgenden Speisen auch durchaus passend.

Als erstes gab es einen Teller mit grünem Spargel auf einem Mix aus Ei und Haselnuss sowie schwarzem Knoblauch Purée.

Zum Hauptgang ein auf der Karte einfach mit Checken ausgewiesenes Gericht, welches aber dann im Kleingedruckten so beschrieben wird, das es sich um eine Hühnerbrust, auf Erbsenpurée mit Pilzen handelt, wozu ich mir noch ein Gemüse als Beilage bestellte, welches sich als Grünkohl herausstellte. Der war allerdings ein wenig zu grob geschnitten und etwas zu wenig gegart.

Insgesamt der für ein so großes Museumslokal doch recht angenehm von der gesamten Atmosphäre und den servierten Speisen, welche sich an einem solchen Regentag als schönes Intermezzo darstellten. Da es für ein direkt anschließendes Abendessen noch zu früh war ging es kurz zurück ins Hotel mit einer Zwischenstation in einem Pub, wo ich mir dann ein wenig unkritisch ein Guiness bestellte.

Und für den Abend hatte ich zwar keine Reservierung, aber an einem solchen regnerischen Montagabend hatte ich mir schon ausgerechnet, das in dem Lokal am Boroughs Market sicher noch ein Platz für eine Person frei sein sollte. Also machte ich mich auf den Weg um so gegen 19 Uhr dort einzutreffen. Eis gab noch locker einen Platz, und ich suchte mir, nachdem ich die Wahl bekam, einen Platz an der großen Bar aus, die um die Küche herum gebaut ist. So siehts von außen aus:

Gegründet wurde diese Lokalität im Jahr 1999 und insbesondere die Nähe zum Boroughs Market zeigt sich wohl als recht positiv aus für Publikum aber wohl auch für den Einkauf des Lokals. Am Boroughs Market gibt es wirklich fast alles. Mein Platz innen war dann wie schon erwähnt an der großen Bar mit Blick auf die Küche.

Aber auch hier wird nur mit Wasser gekocht, auch wenn dieser direkte Blick ein wenig chaotisch aussieht. Gaskochstellen, große heiße Platten, Friseuse und natürlich eingroßer Salamander, der auch ständig in Benutzung war. Ich bestellte mir an diesem Abend eine Vorspeise welche ich auch schon des Öfteren im Poseidon oder auch bei mir zu Hause ausprobiert hatte. Die frittierten Sardellen, bzw. kleine Sardinen mit einer feinen Rouille kamen auf den Teller und waren sehr gut und frisch zubereitet.

Zum Hauptgang gab es dann eine Fischfrikadelle welche als fast schon Monsterstück auf dem Teller daherkam.

Mit einer dicken Panade, ein wenig Flur de Sol obenauf und einer feinen Sauce die frisch abgeschmeckt ein gutes Gegengewicht in Punkto kräftiger Fischnote bieten konnte.


4 Tage London – der dritte Tag

Ein besonderes Programm hatte ich an diesem Sonntag nicht vor, wollte aber ein wenig durch die Stadt streifen, an der Themse entlang, aber auch in die Ecke der Portobello Road, wo ich vor einigen Jahren den Buchladen “Books for Cooks” einmal besucht hatte, jedoch an diesem Sonntag nicht geöffnet war. Dann zog ich so durch die Straße und entdeckte zur Mittagszeit ein kleines Bistro mit Namen 140 Portobello Wine&Art. Was mich daran interessierte war die Ankündigung einer speziellen Rosé Verkostung mit fast 30 verschiedenen Rosés aus Portugal. Das reizte also für einen Mittagsimbiß und ein paar Gläser aus der Rosé Reihe. Hier nur mal als Beispiel eine der 4 Seiten der Rosé Auswahl:

Und schaut man sich die Preise an, so kann festgestellt werden, das diese sich durchaus in einem regulären Rahmen befinden. Zumal alle Rosés zum gleichen Preis angeboten wurden. Das Lokal von außen sieht dann schon mal so aus:

Ich bestellte mir also zu einem Mittagsimbiß hintereinander 2 verschiedene Rosés. Einmal aus dem Alentejo einen Monzaras aus 2017 mit den Traubensorten Aragonez und Castelao. Dann gab es noch ein Gläschen aus der Region Douro vom Weingut Caves Santa Marta ebenfalls aus 2017 mit der Traubensorten Touriga Franca. Auf der Bar hatte der Wirt dann zur besseren Veranschaulichung und Sichtbarkeit alle Flaschen der angebotenen Rosé auf der Theke in der Reihenfolge wie sie auf der Karte standen aufgebaut.

Als Speisenbegleiter gab es dann einen Lachs der durchaus schmackhaft auf der Hautseite gut angebraten war und mit den kleinen Beigaben recht gut zu den Rosés paßte.

Dazu gab es zum Schluß noch einen süß ausgebauten Port-Rosé, der mich besonders interessierte und der kam von der Kellerei Offley aus dem Douro Tal, Pink Port NV mit den Traubensorten Touriga National, Touriga Franca und Tinte Barocca. Dieser süße Port war durchaus von recht hoher Qualität mit einem sehr feinen Geschmack am Gaumen und einer frischen Säure, welche sich im Abgang durchaus fortsetzte. Hier noch eine Innenansicht des Bistros:

Das war dann doch eine kleine Entdeckung in der selbst auch am Sonntag-Nachmittag noch recht belebten Portobello Road.

Und am Abend ging es dann mal wieder in ein reserviertes Lokal, welches ich auch schon vor einigen Jahren besucht hatte, aber an einer ganz anderen Stelle in London, was sich aber erst im Laufe des Abends herausstellen sollte, denn der Besitzer dieses Weinbistros mit Namen 28-50 hatte vor einiger Zeit gewechselt. Im Erdgeschoss eines Neubaus untergebracht gab es eine zentrale große Bar, wo ich mich natürlich gerne hinsetzte, denn da gibt es meist am meisten zu beobachten, da ansonsten in vielen Lokalen in London die Küche oft in den Kellerräumen untergebracht ist, was sicher auch mit den Platz- und Preisproblemen zu tun hat. So sah das Lokal von draußen aus:

Und wenn man dann das Lokal betreten hatte, stand einem der gesamte Raum offen, mit der Wand gegenüber voller Weinkisten mit bekannten Namen und die große Bar, welche sich in den Raum erstreckte.

Hier gab es dann zu verschiedenen Gläschen erst eine Erbsensuppe mit anschließendem Crabbencocktail.

Und zum Hauptgang gab es dann gegrillte Saitlinge mit Buchweizen und Spinat.

So konnte ich dann gut gesättigt bereits recht früh Richtung Hotel mich auf den Rückweg machen, was mich aber an einer weiteren Weinbar in der gleichen Ecke vorbeiführte, die ich im Vorfeld schon als Namen registriert hatte, aber nicht weiter in die engere Wahl gezogen hatte. Da es aber noch recht früh am Abend war gönnte ich mir noch ein gute Glas an der Bar, die so imposant groß war, wie in dem Hotel, welches in dem Film Einer flog über das Kuckucksnest, vorkommt. Die Lokalität hieß “108”, Brasserie, Bar, Pantry.

Das war endlich der dritte Tag in London, der auch ohne großes Programm sich als recht ausgefüllt im Nachhinein erweisen sollte. Und am nächsten Tag geht es dann in die Tate Modern, bei typisch englisch regnerischem Wetter.


4 Tage London – der zweite Tag

An diesem zweiten Tag in London hatte ich mir zunächst einen Museumsbesuch vorgenommen, und am Abend wieder einen reservierten Platz im Restaurant Clarette, welches noch von einer kurzen Stippvisite in einer Weinbar unterbrochen wurde.

Also ging es am Vormittag ziemlich pünktlich zur Museum-Öffnung um 10 Uhr ins Victoria & Albert Museum, wo eine Sonderausstellung zum Thema Food zu erkunden war.

Das Plakat zeigt schon, das es hier nicht darum geht einfach ein paar Lebensmittel auszustellen, sondern das Oberthema Food wurde eher grundsätzlich in drei Themenbereichen aufgegriffen. Und in der Ausstellung waren dann eben auch einige Aspekte zu sehen, die man auf den ersten Blick nicht mit Food in Verbindung bringt, die aber für den gesamten Kreislauf der Lebensmittel-Erzeugung, – Konsumierung und – Verwertung, das heißt deren Entsorgung aufgezeigt wurden. Zu Beginn werden z. Bsp. die Erzeugung von Pilzen gezeigt, oder auch wie man Lebensmittel durch Fermentieren auf längere Sicht haltbar machen kann. Hier die Fotos dazu:

Zum Fermentieren habe ich ja auch gerade erst vor ein paar Wochen das neue Buch von R. Redzepi hier im blog erwähnt und das eine Rezept mit den Spargelstangen beschrieben, welches ich bereits ausprobiert hatte.

Dann geht es weiter in der Ausstellung mit vielen Tafeln, Plakaten, Beschreibungen und Auswertungen, sowie auch Beschreibung von verschiedenen Projekten aus der ganzen Welt, wo es um die Herstellung von Lebensmitteln geht, welche nicht im Großindustriellen Stil hergestellt werden. Zum Ende der Ausstellung gab es dann noch ein sogenanntes Food lab mit Namens LOCI, welches für jeden Besucher, der wollte, ein kleines Fingerfood, nach seinen eigenen Wünschen zubereitenkonnte. Ich wählte also aus den verschiedenen Kategorien 5 Zutaten us die dann wie folgt auf dem Cracker platziert wurden: Die Beschreibung will ich hier im Original wiedergeben, denn das zu übersetzen wäre etwas anachronistisch. Der Cracker wurde also mit den 5 Zutaten wie folgt belegt:

  1. Wild Spread, Foraged English mushrooms & wild herbs.
  2. Revitalised Relish, Tomatoes too ugly for local restaurants & supermarkets.
  3. Pop Heritage, Crisped Essex barley & Somerset spelt.
  4. Warming waters fish dust, Dried & powdered anchovies.
  5. No soil, no sun micro greens, India salad mix hydropanicallygrown underground in Clapham, London.

Hier zwei der Belegfotos während der Belegung des Chips:

Geschmacklich sehr interessant und durchaus aus sehr gelungenes Experiment in so einer Ausstellung als kleinen Imbiss etwas anzubieten. So sah die Theke dazu aus:

Dann war es bereits mittags so gegen halb Eins und ich wußte aus einem früheren Besuch des V & A Museums das es hier eine ausgezeichnete Auswahl an guten Getränken und Speisen gab. An den diversen Stationen wo man sich etwas holen konnte wurde ich also fündig und war besonders angetan von einem Sparkling Wine aus West Sussex, von der Stopham Estate als Brut Prestige ausgewiesen. Ein wenig frische Nase, am Gaumen aber mit einer sehr frischen Säure und fruchtig spritzig und weniger Abgang.

Dies war also seit langen Jahren einmal wieder ein Sparkling Wine von der englischen Insel, und wie der Zufall es so wollte, hatte ich kurz vor dem Lokalbesuch am Abend nochmals eine Gelegenheit in einer Weinbar die ich vor dem Restaurantbesuch aufsuchen sollte. Hier gab es dann einen Sparkling Wine von dem Weingut Gusbourne, 2013 aus Kent, welches in der Süd-Ost Ecke von England liegt.

Die Weinbar hatte den französischen Namen Comptoir, welches so viel heißt wie Theke, Ladentisch, aber auch als Lager bezeichnet werden kann. Hier zwei Fotos davon:

Und als dann Zeit wurde machte ich mich auf den Weg um die Ecke zum Lokal für den Abend: Das Clarette in der Blandford Street. Betrieben wird das Lokal von der Tochter des Besitzers von Chateau Margaux. Auf 2 Etagen in einem Fachwerkhaus mit Plätzen vor dem Haus ums Eck herum machte diese Lokalität schon mal einen guten Eindruck auf die Gäste.

Da ich reserviert hatte wurde mir auch gleich ein schöner Platz im ersten Stock angeboten, welcher noch m Fenster lag und ich zu der frühen Stunde der erste Gast im Obergeschoss war.

Kaum hatte ich mein erstes Wasser bestellt, war auch schon die Chefin zugegen und wir konnten ein wenig über Weinreisen, Besuche in Bordeaux und so weiter fachsimpeln, da es noch nicht so viel an Gästen zu betreuen gab. Ich bestellte mir diesmal 2 Vorspeisen und einen Hauptgang die dann wie folgt ausfielen:

Lachstatar mit Gurken, Wachteleiern, Grünzeug und einer leichten Crème die mit dem Sesam fein abgerundet war.

Dann gab es ein Rindertatar mit roter Beete, Avocado und diversen kleinen Stückchen von Früchten. Zum Hauptgang folgte dann ein Lammnacken mit Erbsen, Chicorée und einer Erbsencrème als Grundlage für die Chremigkeit.

Das war insgesamt eine abgerundete Sache an drei Gängen, welche jeweils mit einem Wein begleitet wurden, die ich hier nicht weiter im Detail ausführen will, da es mir in London bei den Weinbarbesuchen diesmal mehr um die Speisen ging, als besondere Weine zu verkosten. In dieser Lokalität hätte dann sowieso ein Flight von Margaux Jahrgängen es sein müssen. Aber die Weine sollten ja dann in den Tagen danach an der Loire folgen.


4 Tage London – der erste Tag

Im Vorfeld der London Reise hatte ich mir bereits zu Hause ein paar Lokale ausgesucht, welche ich besuchen wollte. Diese wurden natürlich im Vorfeld bereits reserviert, was also für den ersten Tag zunächst am Abend in ein Lokal führte mit dem Namen St. John. Der Name rührt daher, das dieses Lokal in der St. John Street liegt und ein sogenannte “from nose to tail” Restaurant ist. Das heißt, das hier die Tier, Produkte und sonstige Dinge möglichst alle komplett verarbeitet werden, und möglichst wenig Abfall dadurch entstehen sollen. So sieht das St. John schon mal von der Strasse her aus:

Das Lokal selber liegt auf verschiedenen Ebenen recht hinter der weißen Front im Durchgang und muß wohl schon recht beliebt sein, denn bereits um ca. 19 Uhr waren die Plätze gut besetzt. Ich bekam also dann einen Platz an einem kleinen Zweiertisch am Rande des Lokals zugewiesen, was mir gerade gut paßte, denn dadurch hatte ich eine guten Überblick über die Tisch und den umherlaufenden Service. Ich bestellte also erst einmal eine Vorspeise mit einem Hauptgericht, wozu später dann auch noch ein Teller Käse kommen sollte. Und weil das hier ein Nose to Tail Lokal ist fiel meine Wahl auf tripes (Kutteln) als Vorspeisensalat, und im Hauptgang gab es Leber. Die Kutteln waren sehr gut angemacht und mit großer Variantz mit diversen Gemüsen und Salat so angemacht, das es eine Freude war.

Der Hauptgang dann wie schon erwähnt eine Leber vom Rind, die ganz besonders fein gebraten war, und nicht komplett durchgebraten, sonder sehr fein gleichmäßig rosa auf den Teller kam.

Dazu gab es Artischocken und Bohnen, welche ebenso gut paßten und mit der Sauce fein abgeschmeckt waren. Und zum Abschluss dann noch den erwähnten Käseteller, der für meine Begriffe fast ein wenig groß geraten war, aber in seiner Vielfalt durchaus dem Konzept des Restaurants entsprach.

Ein Blick durch den Raum zeigen hier in der Folge die Fotos, wie die Atmosphäre vielleicht zu erahnen ist.


Gefüllte Calamare auf Salat mit kleinem Ratatouille

Calamare gefüllt ist ein sehr variantenreiches Gericht, welches in sehr unterschiedlichen Zubereitungsarten hergestellt werden kann. In diesem Fall habe ich heute die Calamare einmal mit kleinen Linsen und etwas Kräuter gefüllt. Das geht aber ohne weiteres auch sehr gut mit z. Bsp. Reis, Bulgur, Couscous, oder diversen anderen Resten, die bereits fertig zubereitet waren. Denn die Füllung kann bei der kurzen Schmorzeit der Calamare kaum gar werden, somit muß die Füllung vorher fertig geschmort werden. In diesem Fall habe ich diesmal mir die Meeresfrüchte auf einem leichten Salat zubereitet, und dazu gab es noch ein kleines Ratatouille, welches aus einem kleinen Stück Zuccini, einer halben dünnen Aubergine und natürlich etwas Knoblauch und einer kleinen Schalotte. Hier also zunäcste einmal die Zutaten:

Für die Calamare und deren Füllung brauche ich für eine Person:

3 kleine Calamare

Die Füllung wie hier z. Bsp. Linsen, fertig gegart

1-2 El Crème fraîche oder Sahne

diverse Kräuter wie Petersilie, Koriander oder anderes Grünzeug

Den Salat, auf dem angerichtet wird, und diverse Gemüse für das Rattouille.

Die Zubereitung geht dann so:

Zunächst die Calamare, welche natürlich nicht beim Fischhändler ausgenommen wurden, sehr gut waschen, ausnehmen, und auch noch gut trockentupfen, so das die Füllung mit einem kleinen Teelöffel eingefüllt werden kann. Ist eine der Calamare gefüllt, kann die Öffnung mit einem hölzernen Zahnstocher abgeschlossen werden. So mit allen Meeresfrüchten verfahren. Eventuell kalt stellen, wenn es mehr als eine halbe Stunde für die Weiterverarbeitung dauert. Das Gemüse für das Ratatouille entsprechend waschen und zuschneiden, so das dieses in einer separaten Pfanne zubereitet werden kann. Die Teller mit dem Salat anrichten, mit Salz, Pfeffer und vielleicht einer leichten Vinaigrette zubereiten. Dann kommt der Brat-, oder Grillvorgang für die Calamare, welche nicht lange in der gut heiß geheizten Platte brauchen. Wenn sich das Calamarefleisch überall gut weiß gefärbt hat, ist der Calamare schon fast fertig durch. So sieht das dann auf dem Teller angerichtet aus:

Roter Reis mit rotem Quinoa und Kimchi

In Abwandlung eines Rezeptes aus dem Kitchen Buch von Olafur Eliasson habe ich mir vor einigen Tagen einmal wieder eine feine Platte zubereitet, welche mit dem vorhandenen Kimchi aus dem Kühlschrank und dem zugekauften roten Reis und rotem Quinoa zubereitet wird. Das Kimchi liefert eine sehr feine und frische Schärfe, sowie der knackige Reis mit dem feinen Quinoa macht diese Kombination eine sehr feine Konsistenz. Dazu gibt es noch einen angebratenen Chicorée. Der angebratene Chicorée liefert eine gewisse Säure und auch ein wenig Bitterness, wenn man den Chicorée nicht zu sehr vorher wässert. So sieht der Teller dann auf dem Tisch aus:

Bon Appetit!

AOI Ramen, ein kleines und feines Restaurant in Neuhausen

In den letzten Wochen war ich zweimal in einem kleinen japanischen Lokal in München Neuhausen, welches seit dem 14. 2. 2017 geöffnet hat. Ramen sind japanische Nudeln, welche auf ganz unterschiedliche Art und Weise zubereitet und angerichtet werden können. Im Untertitel hat das Lokal auch noch auf seiner Visitenkarte den folgenden Begriff stehen: Ramen Izakaya. Das bedarf dann wohl mal einer weiteren Klärung. Izakaya ist im Prinzip der japanische Begriff für Kneipe. Der Name setzt sich zusammen aus i (sitzen) und sakaya (Sake-Geschäft) und bedeutet damit so viel wie „Sake-Laden zum Sitzen“. (zitiert aus Wikipedia) Und sehr schön zu beobachten war in dem kleinen Lokal bei meinem ersten Besuch, das die Gäste, weil sie noch keinen Platz fanden, sich im Eingangsbereich auf einen Fenstersims setzten und auf einen Platz warteten. Also gibt es hier nicht wie bei uns in den Kneipen einen Stehplatz an der Theke z. Bsp. auch weil es garkein Theke gibt.

Auch auf dieser Visitenkarte deutet deutlich darauf hin, was es hier im Lokal zu speisen gibt. Nudeln – mit Stäbchen zu essen – und diese dann aus dem Bowl, wie es inzwischen bei uns auch aus anderen Küchen recht bekannt und Usus ist. Bei ersten Besuch bestellte ich an einem Samstag Mittag ein Menü mit Gyoza, kleiner Suppe, Reis und das kam dann so auf den Tisch:

Der servierte kalte Sake zum ersten Menü

So zeigte sich der Teller dieses Mittagsmenüs, welches für gerade einmal 9,50 € für meine Begriffe in München recht günstig ist. Eine sehr feine Füllung der Gyoza, welche mit einem sehr dünnen Teig umhüllt waren und für das Gericht nochmals leicht angebraten wurden.

Das zweite Mittagsmenü war kaum teurer und kam ebenso mit einigen Gyoza, sowie einem vollen Bowl mit Ramen auf den Tisch, welche man sich aus der Karte auswählen konnte, welche Geschmacksrichtung man essen wollte. Ich wählte eine Variante mit Hühnerfleisch, welche in der Suppe gut gewärmt auf den Tisch kam.

Das waren die Gyoza zum Menü.

Und das war der Bowl mit den Nudeln, dem Hühnerfleisch und einer recht feinen sowie gut gewürzten Suppenbasis, welche sicher aus Dashi und Kombu gefertigt war. Oben auf den Nudeln waren dann noch ganz fein gehobelte Streifen von Daikon, welches schlicht ein weißer Rettich ist, der in vielen Speisezubereitung der japanischen Küche darstellt. In dieses Lokal werde ich sicher in den nächsten Monaten immer wieder zurückkehren um andere Kombinationen von Ramen auszuprobieren.

Zaru Soba von Stevan Paul

Auch dieses Rezept stammt aus dem Japan-Kochbuch von Stevan Paul wo eine ganze Reihe sehr schmackhafter, aber einfach und schnell verstellbarer Rezepte zu finden sind. Soba ist eine Nudelvariante, die es bei uns so wohl erst seit dem Einzug der japanischen Küche Einzug gehalten hat. Soba Nudeln werden mit Buchweizen hergestellt und sind eine schöne Variante für eine schnelle und frische Küche, da diese Nudelgerichte mit Soba fast immer kalt gegessen werden. Die Nudeln werden auch nach dem Rezept je nach Kochanweisung auf der Packung zubereitet, denn die Soba Nudeln welche in den Japan-Geschäften zu erhalten sind haben auch unterschiedliche Zusammensetzungen. Alle weiteren Zutaten können dann nach dem Rezept von Stevan Paul zubereitet werden. So kann das dann angerichtet aussehen.

Links in der Schale die passende Sauße zum tunken, oben in der kleinen Schale die aufgeschnittenen Frühlingszwiebeln und rechts die erkalteten Soba-Nudeln mit ein paar kleingeschnittenen Nori Algen.

Alle drei unterschiedlichen Schalen, bzw Platte aus Keramik sind von Holger Hoffmann hergestellt.