Horváth in Berlin im Februar

Das zweite Lokal in Berlin, welches ich in der Woche im Februar besuchen sollte, ist das Restaurant Horváth, welches ebenso wie das Zulus Lautrec in Kreuzberg liegt, aber vor dem Lokal noch einen kleinen Vorgarten hat, wo man sich wohl im Sommer auch noch an die Gartentische setzen kann und auf einen der vielen Kanäle in Berlin blicken kann.

Ich bin auch hier pünktlich zur reservierten Zeit eingetroffen, und werde als einer der ersten Gäste freundlich empfangen und an einen Tisch geführt, der gleich neben dem größeren Raum mit Bar sich befindet. Auf dem Foto oben das Fenster links neben dem Eingang. Die Räume sind mit schulterhohen Holzverkleidungen versehen, die auf einen ehemaligen Laden für irgendwas schließen lassen, was aber bei Nachfrage sich nicht bestätigt, sondern es wohl bereits seit den 60er Jahren als Lokal eingerichtet war. Auf dem Tisch steht, bzw. liegt nicht viel herum, was aber auffällt ist ein Esswerkzeug, welches nur sehr selten zum Einsatz kommt, ein Göffel.

Im Horváth gibt es für die Menüfolge eine sehr schöne kleine Ergänzung während des Ablaufs der Menüfolge, die in einem kleinen quadratischen Kärtchen besteht, welche jeweils den einzelnen Gang betitelt, und dazu auf dem Kärtchen dann die diversen Zutaten aus dem Gang aufgeführt sind. Das mutet an wie eine nochmalige Speisekarte, die als Erinnerungsstück zum Essen beigelegt wird. Da dies konsequent für alle Speisen die auf den Tisch kommen vollzogen wird, kommen dann für ein 7 Gänge-Menp auch schon mal 9 Karten zusammen, wenn die zwei Amuse Bouche ebenso “verkartiert” werden.

Ich habe mir während der Speisefolge ein paar kleine Notizen und Nummern auf die Kärtchen geschrieben, was für die spätere Nachvollziehbarkeit von Nutzen war. Hier also die einzelnen Gänge im Einzelnen, welche sich wie folgt darstellen. Es beginnt mit dem sogenannten Happen, der aus gebackenem Backenspeck vom Mangalica Schwein besteht und ein Amuse Bouche aus einer gekühlten Gemüsecrèmesuppe, reduziertem Rahm und gerösteten Mandeln.

Beide Entrées sind fein abgeschmeckt und zeigen sich anhand der unterschiedlichen Konsistenz auf feine Art und Weise recht passend zueinander. Dann geht es weiter mit der ersten Vorspeise, welche mit dem Titel Erdfrüchte benannt wurde. Betsehend aus Topinambur-Selleriestanmpf, Konifere Gemüszwiebeln, Marinierte Petersilienwurzel-Herzen, sowie einer Vinaigrette von Maränenkaviar und Leindotteröl.

Die Basis des Topinambur ist richtig kräftig abgeschmeckt und paßt wunderbar zu den Zwiebeln, welche von den weichen Komponenten schön ergänzt werden. Dann folgt ein typisch österreichisches Gericht mit Titel: Palatschinken. Gekochte Hühnerhaut und Marillenmarmelade, welche ergänzt wird durch Hühnermagic und Gemüsekräutersud.

Hier sollte man meinen das es vielleicht zu trivial ist einen Pfannkuchen in einem Sternelokal zu servieren, doch die geschmackliche Seite konnte durchaus überzeugen. Dann folgt ein Teller, welcher auf den Namen, Schinken und Ei hört. Beschreibung wie: Pochiertes Eischneenockerl mit Schinkenkaramell, Gedämpfter Lauchkuchen, Ragout von Champignons, Lauch und Schinkenfett.

Hier setzte sich eine sehr intensive Geschmackskomponente des Schinken mit dem wohl in den pochierten Eischnee eingearbeiteten Schinkenkaramells fort. Die Champignons spielen hier nur eine untergeordnete Rolle, und wären auch ohne diese Sauce aus Lauch und Schinkenfett hervorragend zur Geltung gekommen. Der nächste Gang stammt einmal wieder aus dem Wasser, welche den Titel Stör trägt. Einzelbeschreibung: Gegrilltes Störfilet, Krem vom Kürbiskernöl, Grüner Speck und geräucherte Essigzwiebeln.

Eine wunderbare Konsistenz des gegrillten Fisch zeigt den behutsamen Umgang auf dem Grill. Die weiteren Zutaten geben dann dabei ein paar weitere geschmackliche Nuancen dazu. Dann folgt ein Milchkalbstafelspitz rosé, der von Krem aus Suppengemüse und aus Weißbrot und Meerrettich begleitet wird, sowie von einer Blattspinat-Suppenfett-Emulsion und einem Fleischaspik nach Luise Seleskowitz. So steht es auf dem Kärtchen, welche jeweils einzeln zu den Tellern gereicht werden.

Wunderbar zart und ausgewogen gedünstetes Fleisch mit geschmacklich spitzen Gewürzkomponenten der einzelnen Krem Zubereitungen. Damit waren die Vorspeisen und Hauptgänge abgeschlossen und hinterließen bei mir ein wohliges Gefühl der ausgeglichenen Komponenten und Geschmäcker aus einer Küche die sich wohl wenig um heutige Moden und Anwandlungen der Haute Cuisine kümmert. Die Geschmacksnuancen meist leicht reduziert und wenig gewürzt erinnert es in manchen Nuancen an eine feine japanische Küche mit europäischen Zutaten. Dann folgen die 2 Desserts mit Trauben-Kraut-Granitée und einem Kürbismarzipan.

Im Einzelnen besteht dieser Teller aus Gratinée aus Trauben und Sauerkrautsaft, Rotes Traubenkernöl aus der Ölmühle Harte, Gebackener und gedämpfter Kohl sowie einem Zitronenmagic, was immer auch ein “Magic” so sei – vielleicht magisch?

Das Kürbismarzipan besteht aus: Kürbis-Amarettocreme, Gemüseasche (die schwarzen Pulverteile auf dem Teller) und einem geeisten Fichtennadeln. Sehr elegant, fein abgestimmt und von der Vielfalt so fein reduziert, das sich hier genau die 2 Komponenten ergänzen, die sonst nichts weiter brauch, als diesen Ascheregen auf dem Tellerrand.

Das war dann der Abend im Restaurant Horváth, welches von den Speisefolgen auf eine feine Art und Weise sich ergänzten und stimmig zueinander paßten. Was mit an dem Abend nicht wirklich paßte war die Weinauswahl, auch wenn ich von Beginn an sagte, ich wolle ein paar Gläser einzeln zu dem Menü trinken, und ich die verschiedenen Tropfen alle vorher probieren durfte, war die Auswahl des Service zu den einzelnen Gängen recht unpassend und fremd. Die meisten weißen waren Orange, bzw. Naturweine, welche viel zu streng zu den fein abgeschmeckten Teller wirkten. Und bei der Auswahl der roten Sorten waren die Varianten gerade einmal 2 oder 3 Flaschen, welche nicht so wirklich in die Kategorie der Speisen paßten, was sich aber für mich auch erst am Tag später bei einem Besuch eines Weinladens in Berlin herausstellte. Gesamturteil: 17,5/20 Punkten.


Tulus Lotrec in Berlin mit ambivalentem Abend

Nach einiger Zeit hatte ich mich einmal wieder auf den Weg in Richtung Hauptstadt Berlin aufgemacht, um dort alte Freunde, Bekannte, welche ich sehr lange nicht gesehen hatte, aber auch neue Lokalitäten der Sterneküche zu besuchen. Da heutzutage eine spontane Einkehr in einem Sterne-Restaurant so gut wie unmöglich ist, hatte ich auch einige Wochen vorher für zwei Lokale an zwei aufeinanderfolgenden Abenden in Berlin-Kreuzberg reserviert. Der erste Abend, den ich hier beschreiben will führte mich in das Lokal Tulus Lotrec, welches wie schon erwähnt in Kreuzberg liegt, und in einer Straße liegt, wo fast ausschließlich Wohnhäuser anzutreffen sind. Geöffnet wird um 19 Uhr, was für mich auch die Reservierungszeit war. Doch ca. 10 Minuten vor dieser Zeit war das Lokal noch ziemlich Dinkel, die Rollläden heruntergelassen und ich war mir schon unsicher, ob da alles in Ordnung geht. So sah das dann bei Dunkelheit von der Strasse her aus:

Es war also geöffnet, kurz nach 19 Uhr, und ich wurde auch entsprechend freundlich empfangen. Das Lokal besteht gerade einmal aus drei Räumen, welche vielleicht ca. 40 Gäste empfangen kann. Im Eingangsbereich eine große Bar, hinter der bereits geschäftiges Treiben herrschte. Und selber wurde ich dann in einen schlicht dekorierten Raum links davon geführt, wo ich auf dem Platz den ich einnehmen konnte meinen Namen auf dem Tisch geschrieben lesen konnte. Das ist mal eine sehr persönliche Begrüßung, welche die kleine Wartezeit vor der Tür zumindest individuell persönlich wieder etwas entschädigt.

Ich sehe mich um, bekomme auch bald eine Speisekarte gereicht und interessiere mich für die diversen Menüfolgen. Ein Blick aus dem Türrahmen, den ich gerade erst durchschritten hatte zeigt mir hinter der Bar im Nachbarraum das bereits weit verbreitete Dekor des Tubus Lotrechtesten mit den “Urwaldtapeten”, welche einige der Leute im Service auch als Kleidung im gleichen Dekor tragen.

Dann ging es an die Menüauswahl, wo ich mir eine Folge aus 6 Gängen aussuchte, welche für mich allerdings ohne Weinbegleitung sein sollten. Mit Weinbegleitung des Lokals hatte ich in den vergangenen Jahren meist zu viele Ausreißer in Richtungen der Weinbegleitung, die mir überhaupt nicht paßten. Dafür wählte ich hier zunächst einmal als Einstieg einen Sparkling Sake, der sehr gut zum Amuse Bouche paßte.

Die weitere Weinauswahl ist dann an diesem Abend für mich nicht mehr so relevant gewesen, denn ich wollte mich auf die Speisenfolge konzentrieren. Es geht los mit einem frittierten Pizzateig mit Thunfisch. Zwei Komponenten die für mich in dieser Kombination überhaupt nicht zusammenpaßten, wenn auch die einzelnen Teile für sich stimmig waren.

Der zweite Gang hörte sich vom Namen her schon mal recht interessant an, denn es sollte Jakobsmuscheln in Dashi mit Miso geben. Ebenso konnte dann die Präsentation diesen Ganges überzeugen und war geschmacklich auch recht gut aufeinander abgestimmt.

Auch der nächste Gang file in die Kategorie Meeresfrüchte und alles was da so schwimmt in den Meeren. Steinbutt mit Wintertrüffel, der sich nicht zu aufdringlich gegenüber dem Fisch zeigte, und so auch zur Abrundung des Ganges beitragen konnte.

Hier mußte ich allerdings bemerken, das die Auswahl des Geschirrs, im Gegensatz zu den Amuse Bouches und der ersten Vorspeise, welche von Hering Berlin waren, ich überhaupt nicht einverstanden war. Dann folgte der nächste Gang als Kaisergranat angekündigt, der sich auf der schwarzen Platte in einer feinen Essenz so präsentierte, das man ihn eher mit den Händen gerne gegessen hätte.

Damit waren die Vorspeisen also albgevespert und es sollte zum Hauptgang kommen, der als Taubenvariation angekündigt war. Für mich war es eher ein dreierlei von der Taube, welche allerdings geschmacklich und auch von der Garstufe sehr fein und absolut elegant auf dem Teller serviert wurde. Dazu kam noch eine sehr stark eingekochte Consommée mit einem Eierstich, der recht spät zum Hauptgang serviert wurde, oder ich hatte es nicht verstanden, das diese Consommée so als Nachgang zum Hauptgang serviert wurde.

Wieder dieses unsägliche Dekor auf dem Teller. Aber es geht ja ums Produkt, was daraufleget und zubereitet wurde. Das war dann wirklich der beste Gang in der Menüfolge und konnte mich durchaus überzeugen. Was allerdings garnicht paßte, war der anschließende kleine Topf mit dem Consommée und dem Eierstich der sämtliche Geschmacksnerven aus dem Taubengang wieder zunichte machte. Viel zu kräftig und recht scharf in der Konsistenz, sehr heiß auf den Tisch gebracht, was aber den Gesamteindruck dieser Reihenfolge nicht verbesserte.

Als Abschluss der Menüfolge gab es bei mir dann ein so angekündigtes Kartoffelgratin, welches ich in einer kleinen Pfanne, auf Stroh serviert bekam, wo ich mehrfach mich umsehen mußte, wer oder was denn da plötzlich so brenzlich riechen konnte. Bis ich dahinter kam, das die kleine heiße Pfanne mit dem Kartoffelgratin auf dem Stroh die Halme schon so stark angekoppelt hatte, das sich ein starker und kräftiger brenzlicher Geruch breit machte. Das war so wohl gewollt. Wirklich? Na ja, ich wollte den Service in der Sache nicht weiter fragen, und dachte mir so meinen Teil, denn das Kartoffelgratin war für mich der absolut schwächste Gang in der gesamten Reihenfolge. In feinster Weise einer Kartoffelspeise würdig.

Leider war das also der “krönende” Abschluss und ich bestellte mir noch einen Espresso, wozu es noch zwei kleine Petit four aus der Patisserie des Hauses geben sollte, die recht locker und fein daherkamen.

Mein Fazit zu diesem Lokal, welches nach Michelin Bewertung 1 Stern hat, ist, wie bereits in der Überschrift erwähnt recht ambivalent. Einige feine und recht schrecklich gut abgerundete Vorspeisen aus der Richtung Fisch- und Meeresfrüchte, aber auch deutliche Ausreißer mit dem Kartoffelgratin, welches nur ein Abklatsch seiner selbst war. Das Lokal hat eine angenehme Atmosphäre und der Service ist durchaus recht gut und entgegenkommend. Mein Gesamturteil: 16/20.


Ergänzung zu meinem Besuch im Februar im Tulus Lotrec. Jürgen Dolles hat in seinem blog eine Würdigung zu Max Stroh, dem Koch im Tulus Lotrec geschrieben, die für die derzeitige Corona Zeit sehr beispielhaft für aktive Unterstützung von Helfern, aber auch kreative Aktivitäten aus der geschlossenen Gastronomie stehen kann. Hier der link zum Artikel:

Warum Max Stroh gerade sehr viel Gutes tut. Eine Würdigung von Jürgen Dollase.

Heymann-Löwenstein Verkostung und Tour VDP.Grosse Lage

Anfang Februar war es in diesem Jahr wieder soweit, das die Weingüter des VDP mit Ihren Grosse Lage Weinen sich auf Tour im Norden nach Hamburg und im Süden in München Station machen sollten. Durch diesen Umstand kam es bereits in den vergangenen Jahren dazu, das ich an einer Verkostung, am Abend vorher bereits teilnehmen konnte, die vom Weingut Heymann-Löwenstein bestritten wurde und von Clemens Hahn, seinem Händler hier in München, als eingeladene Privatverkostung veranstalten konnte, die bereits in den letzten Jahren unter Hans Bachmann immer wieder sehr vorzüglich war. Auch beitragen zu diesem Umstand konnte natürlich insbesondere der Winzer Reinhardt Löwenstein, der in bester Laune nicht nur über seine Weine palavern kann, sondern als ausgefuchster Weinmacher insbesondere über Eigenheiten des Wetters, über manche Zusammenarbeiten mit Kollegen und Wissenschaftlern trefflich erzählen kann. Und insbesondere diese “Erzählungen” sind nicht nur ein mal so dahingesprochenes Wort, sondern haben dermaßen Fundament, so das fast den ganzen Abend doch große Aufmerksamkeit bei seinen Ausführungen herrscht. Nun aber auch etwas zu den Weinen.

Da die VDP Verkostung in den letzten Jahren immer an einem Montag Nachmittag stattfindet, war also die Privatverkostung mit Löwenstein am Sonntag Abend terminiert, was eigentlich zum Abschluss einer Woche immer recht angenehm ist. Insgesamt sollten wir an diesem Abend 14 Weine verkosten, welche aus den Jahrgängen 2009 bis 2018 stammen. Der Jahrgang 2018 war ja dann auch auf der VDP Verkostung am nächsten Tag der Kernpunkt der Verkostung mit seinen Grossen Lagen der Winzer die anwesend waren.

Zur Einstimmung beginnen wir mit einem Blanc de Noir, der anfangs mit einer tiefen Nase und einer sehr schönen goldgelben Farbe auftritt. Schöne Würze und einem für mich recht langen Abgang für einen solchen Winzersekt (16,5/20).

Heymann Löwenstein baut heute auf ca. 14 ha seine Weine an, die fast alle auf Steillagen an der Mosel wachsen, und woher er auch die meisten seiner Weine dann auch so mit den Lagenbezeichnungen benennt.

Wir beginnen mit 2 Schieferterrassen aus den Jahren 2917 und 2018. Die Jahrgänge sind recht unterschiedlich, was zum großen Teil auch dem Klima geschadet ist, sind aber beide iml den für den gleichen Preis heut noch zur erhalten. Der 2018er Jahrgang zeigt sich mit einer wesentlich feineren Frucht von reifen Aprikosen und einer super Struktur am Gaumen. Dann folgt ein Riesling vom blauen Schiefer aus 2018 der mit leichten Spitzen und einer sehr feinen Struktur daherkommt. Den Boden kann man bereits in der Nase ahnen und weist eine feine filigrane Art am Gaumen auf. (16,5/20)

Dann folgen 4 Grosse Gewächse aus 2018 mit der Reihenfolge, Kirchberg, Röttgen, Uhren Blaufüßer Lay und Laubach. Hier werden so nebeneinander getrunken nicht nur unterschiedlichen Böden wahrnehmbar, sonder diverse andere Noten können den einzelnen Flaschen zugeordnet werden. Hier sticht für mich der Röttgen hervor, der mit einer komplexen Note besticht, wobei sich der Uhren Blaufüßer Lay nochmals eine Stufe eleganter darstellt. In der Nase sehr voluminös, Eine dicke Frucht mit Schale von sehr reifen Pfirsichen, aber einer geschmeidigen Struktur und sehr präzise am Gaumen. (17,5-18/20)

Nicht zu vergessen allerdings der vierte der 2018er im Bunde mit dem Uhren Laubach. Feine breite Nase mit einer mittleren Struktur. Eine sehr feine Struktur am Gaumen mit leichten Noten von Kalk, welcher aber sicher auch den Schiefer widerspiegelt. Eine richtig edle Note an Säurespiel und den filigranen Fruchtnuancen. (18/20)

Dann folgen 2 aus 2015 mit dem Röttgen und dem Blaufüßer Lay. Beide Flaschen zeigen eine recht feine Säure und expressive Noten auf. Ganz nach der Winzereinschätzung haben hier beide Flaschen mit den Lagen eine durchaus kräftige Entwicklung hinter sich, die den Gewächsen eine positive Note verleihen. (17-17,5/20)

Dann folgt ein Uhren Laubach aus 2014. Mittler Nase mit hellen Noten. Reicht starker Eindruck von steinigem Boden und sehr feiner Fruchtnote mit einem langen Abgang. (18,5/20)

Dann folgt ein 2009er aus derLage Windiger Uhren 1. Lage. Dunkles Honig-Gelb. In der Nase sehr reife süßliche Noten. Für mich eine recht reife Nase mit weichen breiter Note und schönem Fruchtspiel. (17/20)

Und zum Abschluss der trockenen Weine einen Uhren Roth Lay aus 2017, der noch recht verhalten in der Nase ist, aber eine schöne frische Note am Gaumen aufweisen kann. (17/20)

Zum Abschluss des Abends gibt es dann noch eine Schieferterrassen Goldkapsel Auslese aus 2013 aus der kleinen Flasche. Sehr fein mit geradliniger Struktur, hell am Gaumen und frisch sowie lang und nachhaltig. (17,5/20)

Als Übergang von der Privatverkostung vom Weingut Heymann-Löwenstein hier zwischengeschaltet nochmals ein Bild, welches für beide Verkostungen steht. Der größte Teil der Anbaufläche von Hermann-Löwenstein besteht aus Grosse Lage Gewächsen, und bei der Verkostung des VDP am nächsten Tag in der BMW-Welt in München wurden von allen anwesenden Winzern nur ihre Großen Gewächse aus dem Jahr 2018 ausgeschenkt. Seit ich diesen blog hier betreibe gehe ich fast regelmäßig auf die VDP GG Verkostungen in München, wo aus allen Regionen der Weinbaugebiete diesmal 142 Winzer anwesend waren. Diese alle zu verkosten ist fast unmöglich, so hatte ich mir nach Ausstellerliste ein paar herausgesucht, die ich besuchen wollte. Das sollten dann sein: Van Volxem von der Saar, Lanius-Knab vom Mittelrhein, St. Urbanshof Niki Weis von der Mosel, das Weingut Freimuth aus dem Rheingau, das Weingut Zimmerling aus Dresden und der Region Saale-Unstrut, Balthasar Ress aus dem Rheingau, welcher mit bereits im vergangenen Jahr sehr positiv aufgefallen war, Castell aus Franken, Knipser aus der Pfalz, die Weingüter Haidle und Wöhrwag aus Württemberg, und natürlich auch ein kleiner Schluck bei Heymann-Löwenstein. Und zum gutem Schluß, denn die vordergenannten Weingüter schenkten primär weiße Sorten aus noch 3 Weingüter mit roten Trauben bei Huber, Knipser und Wöhrwag. So jetzt aber mit der Aufzählung genug. Ich will jetzt auch nicht anfangen jeden einzelnen Wein hier von den gesamt 11 Weingütern beschreiben, wo ich etwas verkostet hatte. Aber soviel sei zu dem Jahrgang 2018 und dem gesamten Eindruck schon auch hier einmal dem lesenden Publikum gesagt: Vom VDP recht gut organisiert, die Weine in der Regel richtig gekühlt, die Winzer fast immer ansprechbar und in der Regel auch gut gelaunt an einem solchen Montag Nachmittag. Für mich ist dieser Jahrgang 2018 insbesondere bei den weißen Sorten eine richtige Wucht, was das Können der Winzer aufzeigt, und wie sich die Tropfen in den Flaschen so langsam auf Ihren Höhepunkt hin zu bewegen. Das zeigte sich ja bereits bei der Heymann-Löwenstein Verkostung am Abend zuvor, denn auch da waren die 2018er bereits trinkbar, noch lange nicht vollkommen ausgereift, aber wohl mit viel Potential für die Zukunft. Hier noch 2 kleine Belege wie sich die Flaschen bei den Winzern präsentieren.

Istrien Weinverkostung mit Paula Bosch und den Weinakademikern

So Ende Januar in diesem Jahr 2020 gab es einmal wieder eine etwas ausgefallene aber durchaus sehr interessante Weinverkostung mit einigen Flaschen weiß und rot aus der Region Istrien, der Halbinsel in der Adria die heute zum Staat Slovenien gehört. Ich selber hatte schon lange keinen Tropfen mehr aus dieser Region verkosten können, und war deswegen umso gespannter was Paula Bosch an diesem Abend so alles kredenzen sollte. Insgesamt hatten wir die Möglichkeit 7 weiße Sorten und 10 rote Sorten aus dieser Region zu verkosten. Auf dieser Halbinsel werden gerade einmal auf 3000 ha Wein angebaut, welche in 6 Bereiche auf der Halbinsel unterteilt werden können. Die Weingärten stehen hier auf Höhen zwischen 0 und 500 Meter über N.N. und gerade einmal 100 Winzer vermarkten Ihre Weine selber im Land oder auch auf dem internationalen Markt.

Wir beginnen meist wie bei den Weinakademikern mit einem sprudelndem Getränke aus der Region, welches dort zwar nur recht wenig produziert wird, aber durchaus gefallen kann. Der Winzersekt stammt von dem Betrieb Kabola Wienre, welcher auf 23 ha gesamt seine Reben anpflanzt und als Bio Betrieb zertifiziert ist. Die Trauben für diesen Sekt sind die Malvasia, welche für 2 Jahre auf der Hefe ausgebaut werden. Da Paula Bosch schon seit einigen Jahren durch die Gegend fährt und einige Besuche bei den Winzern hinter sich hat, konnte Sie viel über manche Eigenheiten und Spezialitäten im Laufe des Abend zu Weinen und Winzern zum Besten geben. Hier eine grobe Übersicht der Flaschen, welche an diesem Abend zur Verkostung anstanden.

Wie bereits gesagt gab es 7 weiße Rebsorten der Weinbaubetriebe, welche alle im Einzelnen zu beschreiben vielleicht etwas zu langwierig wäre. Primär gab es Malvasia und Grauburgunder bei den weißen Trauben, wobei der letzte in der Reihe ein Orange Wine war. Namens Ottocento Bijeli aus 2015 von dem Betrieb Clan in Buje.

Und auf der roten Seite sollten es dann 10 verschiedene Flaschen sein, welche recht unterschiedlich cuvetiert waren, aber auch internationale Trauben beinhalteten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc oder auch Merlot. Für mich auffallend war auch, das die Aufmachung der einzelnen Flaschen doch recht modern und “marketinggerecht” anmuteten, was ch so auch nicht auf Anhieb vermutet hatte. Hier noch ein Beispiel der roten Sorten im Detail.

Auf alle einzelnen Flaschen einzugehen würde hier ein wenig zu weit gehen, aber ich will doch 2-3 Proben hervorheben, welche mir an diesem Abend besonders gut mundeten. Da waren auf der weißen Seite 2 Exemplare, welche ich mit 17,5/20 Punkten bewertet hatte. Das war zunächst der Grauburgunder von Arman Franc aus Vizinada und dem Jahr 2016. Eine sehr feste würzige Nase mit Anklängen von Terroir. Volle komplexe Note am Gaumen mit voller Note und recht vielschichtigem Geschmack.

Weiterhin bewertete ich mit der gleichen Note den Orange Wine von Clai aus Buje, welcher aus dem Jahr 2015 stammte und für mich mit einer sehr feinen Nase daherkam. Am Gaumen reife Früchte und recht edel am Gaumen und für mich ein Musterbeispiel eines sehr gelungenen Orange Wiens mit Zitrusnoten und Karamell Anklängen.

Bei den roten Sorten war es für mich dann der Wein von Roxanich mit Namen Ines und Crvenum, welcher als Cuvée aus 2009 aus der Flasche kam. Dieses Cuvée hat zwar eine kräftige Holznase, kann aber recht expressiv am Gaumen seine Qualität entwickeln. Langer Abgang mir feiner Frucht und gutem Nachgang.

Es ist immer wieder ein großes Erlebnis mit den Weinakademikern als Gast eine solche Weinverkostung mitzumachen. Klar – ganz umsonst geht das auch nicht, denn die Weine und auch der Präsentator wollen Ihren Obolus. Aber wenn man so weinverrückt ist wie ich, kann der Beitrag für so eine abendfüllende Verkostung durchaus in einem guten Verhältnis stehen zum Genuss dieser Art von Veranstaltung. Insbesondere stark erinnere ich mich an so ausgefallene Verkostungen wie die Sake Verkostung, oder auch manche mit Weinen aus Spanien.


Emmer mit Mais und Hähnchenfilets

Mit großer Begeisterung habe ich neulich ein Rezept umgesetzt, welches Produkte beinhaltete, die ich bisher nicht verarbeitet hatte. Aus dem Kochbuch “I love NY” von Daniel Humm gab es also das Rezept mich gleichnamigem Titel wie oben geschrieben und somit kam ich dazu es einmal mit dem Getreide Emmer zu arbeiten.Im Buch ist das Rot auf Seite 157 nachzulesen, welches ich ein wenig vereinfacht habe. Den Emmer habe ich in meinem Laden besorgt, wo ich sonst immer meine Mehle für’s Brotbacken mir besorge, und beim Hühnchenfleisch habe ich auf Hühnerbrust zurückgegriffen. Aber auch für die Zubereitung des Mais habe ich mir die Sache etwas einfacher gemacht, und auf eine Dosenvariante mich beschränkt. Der aufwändigste Teil der Zubereitung ist dann ja wohl das Garen des Emmer, der für mindesten 45 Minuten im geschlossenen Topf gegart werden muß. Parallel dazu kann dann der Mais mit dem Hühnchenfleisch vorbereitet und auch zubereitet werden. Als grüne Deko kann dann noch ein wenig Portulak Salat herhalten, der aber leicht auch mit einem schmackhaften leichten anderen Salat oder auch Spinat ersetzt werden kann. So kann die gesamte Zubereitung dann nach ca. einer Stunde der Teller angerichtet werden. Optisch sieht das bei mir dann so aus:

Der Hauptbestandteil Emmer ist hier auf den Fotos kaum zu sehen, denn er geht etwas unter dem Mais unter, kann aber als Getreidekörner auf dem Foto lokalisiert werden.

Kabeljau, Misokruste in Dashi und Thai-Spargel

Mit diesem Gericht habe ich einmal eine Variante eines Rezeptes erstellt, welches aus einem der Kochbücher stammt, die ich immer wieder aus dem Regal ziehe um etwas frisches, Neues oder auch asiatisches auf den T<eller zu bringen. Die Zutaten stammen also zunächst einmal aus dem Meer, wo der Kabeljau herstammt. Der Dashi Sud ist eine japanische Erfindung und kann auf ganz unterschiedliche Art erstellt werden, wobei mir die klassische Grundvariante mit Kombu-Algen und Bonito Flocken fast immer am besten gefällt. Zur Herstellung von Dashi gibt es inzwischen ganze Bücher, wie diese Grundsubstanz hergestellt werden kann. Diese wird dann nicht nur für so ein Fischgericht eingesetzt werden kann, sonder kann beispielsweise aus als Basis für die Miso-Suppe herhalten, und wird auch sonst für viele weitere Gerichte hergestellt. Eine weitere Zutat für dieses Gericht ist die Misopaste, welche ich in diesem Fall bei japanischen Fachgeschäft mir besorgt habe und in diesem Fall nicht die ganz helle Miso-Paste, sonder eine etwas fruchtige Variante verwendet habe. Hier verwende ich also ein Hikaru Miso oder auch ein Inka Miso, welches dem Kabeljau eine gewisse weitere kräftige Geschmackskomponente beigibt. Und weil ich auch in einer der japanisch angehauchten Lokale, welche ich in den letzten Monaten regelmäßig zur Mittagszeit besucht habe, wollte ich hier eine Variante von mir einmal auf den Teller bringen. Beim ersten Versuch habe ich den Kabeljau noch in der Dashi Sauce für 2-3 Minuten ganz leicht garen lassen, was sich während der Herstellung als Fehlgriff erweisen sollte, denn der Kabeljau zerfiel in seine Teile. Also beim nächsten Versuch wurde der Kabeljau einfach mit der Misopaste eingestrichen, nicht zu dick, denn sonst klumpt oder verbrennt die zu dicke Schicht des Miso auf dem Kabeljau. Zur Zubereitung wird also zunächst das Dashi zubereitet, währenddessen kann ich den Kabeljau vorberieten, die Misopaste auftragen und den Ofen so anheizen, das späte bei mittlerem Grill der Fisch in 5-6 Minuten garen kann und die Misopaste ihre entsprechende Kruste auf dem Fischteil bilden kann. Die Thaispargel können gut gewaschen einfach in der Dashisauce erwärmt werden und zugeschnitten entsprechend angerichtet werden. So kann das dann auf dem Teller serviert werden.

Ein paar Tage später habe ich mir dann noch eine Variante des gleiche Rezepts zubereitet. Dabei habe ich die Dashisauce weggelassen und ergänze das Gericht mit einigen Mohrrüben als Julienne geschnitten und richte das Gericht auf einer Platte von meinem Bruder an, wo sich die Spargel neben dem Fisch platzieren.


Frühlingsrollen aus dem Backofen mit Soja-Dip

Nach vielen Monaten habe ich einmal wieder ein paar Frühlingsrollen mit entsprechender Füllung und einem kräftigen Soja-Dip zubereitet. Für die Zutaten, welche ich fast schon standardmäßig verwende zählen folgende Dinge:

Teigplatten für Frühlingsrollen vom Chinaladen (tiefgefroren)

  • 1 Mohrrübe
  • 2-3 Frühlingszwiebeln
  • Sprossen von Soja oder ähnlichen Gewächsen
  • 3-4 Shiitake Pilze
  • für die fleischliche Zugabe kann dann Garnele, Thunfisch oder auch Schweinefleisch verwendet werden.
  • Ingwer in möglichst dünne Julienne geschnitten

Die Zubereitung kann dann wie folgt vonstatten gehen:

Zunächst sollte man den Frühlingsrollenteig aus dem Tiefkühlfach ca. 20-30 Minuten vor Beginn herausgenommen werden, sonst ist er nicht zu verarbeiten. Während dem Auftauen können die Füllungen wie Ingwer, Mohrrübe, Frühlingszwiebeln und Pilze kleingeschnitten werden und mit den Sprossen vermischt werden. Je nach Geschmack kann auch noch ein ganz wenig von Fischsauce oder auch Sesamöl hinzugefügt werden. Die Teigplatten mit kaltem Wasser bestreichen und dann kann man die erste Teiglage abziehen. Flach auf ein Vorbereitungsbrett legen und die vorbereitete Füllung mit einem Esslöffel an eine Kante der Teigplatte auflegen und die Rolle so einpacken, das die Enden gut geschlossen sind. Grundsätzlich kann man sagen, das Frühlingsrollen auf sehr unterschiedliche Art und Weise zubereiten kann. Hier bereite ich diese Teigrollen mit asiatischer Füllung nicht in der Fritteuse zu, sondern packe die fertiggestellten Teigrollen auf ein Backblech und schiebe diese dann für ca. 10 Minuten un den Backofen. Den Backofen auf ca. 210 °C aufheizen und während die Teigrollen im Backofen garen, stelle ich die Dip-Sauce her. Die Grundsubstanz ist hier eine gute Soja-Sauce und etwas Fischsauce, wobei hier dann der Fantasie kaum Grenzen gesetzt sind. Je nach Geschmack kann die Dip-Sauce auch stark variiert werden. So sieht dann bei mir dann auf dem Teller aus:


Rinderfilet mit Pastinaken und Kräuterseitlingen

In Abwandlung eines Rezeptes von D. Humm aus dem NOMAD Kochbuch (S 204-206) habe ich für eine kleine Dreierrunde bei mir zu Hause einmal wieder ein schönes Stück Fleisch zubereitet. Da ich us der Rezeptbeschreibung einige Dinge vereinfacht habe, sieht es dann auf dem Teller auch relativ anders aus, hat aber der Runde sehr gut geschmeckt. Hier möchte ich aber besonders die Zubereitung des Fleisches einmal würdigen, denn da sollte eher die Devise sein, weniger ist mehr, und lieber ein richtig gutes Stück Fleisch besorgt, als irgendeins aus dem Supermarkt-Regal. Ich hatte also am Tag zuvor mir die drei Stücke im Feinkostladen von einem bayerischen Rind mir jeweils ca. 200 gr. Scheiben schneiden lassen. Dazu auch die Rinderknochen für das ausgelassene Knochenmark, welches dann ganz zum Schluss auf die Rinderfilet kommt. Beim Fleisch ist insbesondere darauf zu achten, wie es angebraten, im Ofen weitergegart, und zum Schluss noch sich bei wenig Hitze entspannen kann. Ich nehme also eine schwere Eisenpfanne, welche in den Backofen paßt. Brate die gewürzten Fleischstücke von jeder Seite 2-3 Minuten stark an und stelle die Pfanne dann in den auf ca. 160°C vorgeheizten Backofen bei Ober-Unterhitze für ca. 1-12 Minuten zum nachgaren hinein. Mit der Fingerprobe ist dann leicht festzustellen, ob der richtige Garpunkt schon erreicht ist. Dann ist aber eminent wichtig danach das Fleisch nicht gleich zu servieren, sondern die Stücke in einer Alufolie oder unter einem gut verschlossenen Deckel so entspannen zu lassen, das das Fleisch auch entsprechend zart auf die Teller kommt. Das dauert bei einem solchen 200 gr. Stück ca. 4-5 Minuten. Während das Fleisch im Ofen gart und es anschließend entspannen kann, wird das Gemüse und die Pilze fertiggestellt, und kann dann gemeinsam alles angerichtet werden. Ein paar Kräuter wie hier zum Beispiel etwas Portulak als kleine Demo und Geschmacksabrundung oben auf und serviert.


Heilbutt mit Miso, Blumenkohl und einem Pastinakenpürée

Heilbutt ist im Winter ein wunderbarer Fisch für ein warmes Gericht, welches ich hier mit einer Misopaste verfeinere und noch einen kräftigen Geschmack auf diese Art und Weise dem Fischstück beisteuere. Die wesentlichen Komponenten dieses Tellers sind der Fisch mit derMisopaste, der Blumenkohl, welcher gedünstet und dann in dünnen Scheiben geschnitten nochmals in der Pfanne gebraten wird und ein Püree, welches hier aus Pastinaken besteht, welches aber ebenso aus einem Topinambur, Petersilienwurzel oder einem kräftig abgeschmecktem Kartoffelpüree bestehen kann.

Zur Zubereitung nur ein paar Stichworte, weil bei diesem Gericht viel Spielraum auch Variationen erstellt werden können. Den Heilbutt gut abtupfen und in einer beschichteten Pfanne je nach Dicke des Filets für 3-4 Minuten anbraten. Das Teil drehen und mit einer hellen oder auch fruchtigen Misopaste dünn bestreichen und in den vorgeheizten Backofen bei ca. 150 °C für weitere 3 Minuten Tauziehen lassen. Den Blumenkohl vorher in größere Röschen aufteilen und in leicht köchelndem Wasser für ca. 8 Minuten dünsten. Dann nach Erkalten des Blumenkohls diesen dünn aufschneiden in in etwas Butter dann während der Garzeit des Heilbutts scharf anbraten. Den Pastinakenpürée so vorbereiten, das dieser kurz vor dem Servieren nur nochmals kurz angewärmt werden muß. Pastinaken grob zerteilen und mit etwas Wasser oder auch Milch für 10-12 Minuten weich dünsten. Dazu kann man immer noch weitere helle Gemüse geben, wie auch Teile des Blumenkohls. Zum Servieren dann die Teile im Kochtopf aufmixen und wenn man die Masse besonders fein haben will, kann man die Masse noch durch ein Sieb drücken. Alle fertigen Teile des Gerichts anrichten und auf vorgewärmten Tellern dann servieren.

Bouchot Muscheln im Winter genießen

Auch noch im letzten Jahr hatte ich mir in meinem Fischgeschäft Poseidon am Viktualienmarkt eine Portion Bouchet Muscheln gekauft, welche dann am gleichen Abend mit ein paar Zutaten im Topf landeten. Für eine Portion brauche ich ca.:

  • 500 gr. Muscheln
  • 1 mittelgroße Mohrrübe
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1-2 Schalotten, oder eine Zwiebel
  • einige Stängel Petersilie
  • ca. 100 ml trockener Weißwein und Pfefferkörner sowie etwas Olivenöl
  • und je nach Geschmack weitere Kräuter und Gemüse zum mit andünsten.

Bevor ich den Kochtopf mit dem Olivenöl erhitze, bereite ich alle weiteren Zutaten für den Kochtopf so vor, das ich zur Fertigstellung des Gerichtes die Zutaten nur noch in den heißen Topf geben muß. Also werden die Schalotten klein geschnitten, ebenso die Mohrrübe in Julienne oder kleine feine Scheiben geschnitten. Der Knoblauch kann je nach Größe halbiert oder auch klein geschnitten werden und die Petersilie wird ohne die Stängel grob gehackt, so das die Blätter noch zu erkennen sind.

Dann stelle ich einen großen Topf auf den Herd, erhitze das Öl darin und wenn es fast schon raucht kann das Gemüse angebraten werden, und es werden die sauber geputzten Muscheln hineingegeben und der Deckel geschlossen. Fast gleichzeitig kann jetzt der Wein angegossen werden, denn die Muscheln werden sich nur öffnen, wenn genügend heißer Dampf bzw. eine kochende Flüssigkeit im Kochtopf entsteht kann. Je nach Größe der Muscheln brauche ich jetzt nur noch 3 – 4 Minuten warten, bis ich ein erstes Mal den Deckel kurz anhebe, um zu sehen, ob die Muscheln sich bereits geöffnet haben. Sehe ich noch ein paar leicht geschlossene Muscheln nehme ich den Kochtopf samt Deckel, den ich dicht auf den Kochtopf presse und schüttlele den Inhalt so, das sich die Muscheln im Topf gut vermengen. Nich 1 bis 2 Minuten, und das Gericht kann angerichtet werden. Auf die Teller verteilen und mit der gehackten Petersilie bestreuen und fertig ist das Muschel-Gericht.

Die Zitronen oder Limonen-Schnitze können je nach Geschmack auch noch so ein Muschel-Gericht verfeinern. Bon Appetit!