Archiv der Kategorie: Wein

3 Tage Champagne mit Besuch von 7 Champagner-Häusern

Der zweite Tag in Avize, Epernay und Prouilly

Der nächste Tag mit den Besuchen bei den Champagner-Häusern sollte uns zu folgenden Weingütern führen:

  • Frerejean Frères
  • Leclerc Briant
  • Champagne JM Goulard

Wie auch am ersten Verkostungstag ging es vom Hotel in Reims aus los mit der Limousine und einer gemütlichen Fahrt bei angenehmem Wetter durch die Hügellandschaft der Champagne. Angekommen beim ersten Weingut mußten wir uns erst ein wenig ortskundig machen, denn bei diesem Champagner Haus wird noch kräftig umgebaut, erweitert und alles für die gerade anstehende Lese der Trauben in den nächsten Tagen vorbereitet. Das Haus erzeugt ca. 100 Tsd. Flaschen im Jahr, welche auf ca. 5 ha eigener Rebfläche erzeugt werden und der Rest dazu bei Winzern der Region zugekauft wird.

Auch hier sollten wir erst einmal eine kleine Keller und Weinguts Führung bekommen, was uns dann zunächst auch zur Flaschenabfüllung und deren Verpackung führte.

Hier ist zu sehen, das dieses Champagner-Haus einige seiner Flaschen nicht nur mit Naturkork verschließt, sondern diesen Auch noch mit einer etwas älteren Methode des Metallbügels, welcher am Hals eingeklemmt ist, so verschließt, das es kein Metallgeflecht außen um den Flaschenhals geben muß. Sind die Flaschen verkorkt und mit der Metallklammer verschlossen, wird die finale dünne Kapsel noch damübergestülpt und fest an den Hals gepreßt, was die Dame im Bild gerade mit den Flaschen von der Palette fertigstellt. Dann geht es zur Verkostung in einen Raum mit beleuchtetem Regal, wo diverse Flaschen präsentiert werden.

Zu verkosten bekamen wir drei der aus dem Weingut stammenden Sorten, welche da waren ein Blanc de Blanc, ein Premier Cru Brut aus 50/50% PN und Ch. und Cuvée des Hussard aus 2012 der aus 60% Ch. und 40% PN cuvetiert wurde.

Insbesondere dieser Jahrgangs-Champagner hatte für mich eine ganz besonders imponierende Note.

Sehr frisch in der Nase. Schöne feine und frisch Frucht, wobei der Pinot sich ein wenig in der Vordergrund drängt, mit kräftiger Note und etwas komplexen Noten und leicht erdigen Noten von langem Nachgang am Gaumen. (17,5/20)

Dann ging es zu einem besonders feinen Lunch in ein Weingut in Avize, welches dort auch ein Hotel betreibt mit einem ausgezeichneten Restaurant. Wir speisten also im Restaurant les Avisés des Weingutes Selosse. Dort eingetroffen parkte unser Fahrer auf dem Hof des Weingutes, welches direkt neben dem Hotel liegt, wo wir dort dann das Restaurant ansteuerten.

Ein Ambiente wie bei wohlsituierten Nachbarn mit schloßartigen Räumlichkeiten. Nur gewisse Elemente erinnerten dann daran, das man sich wohl in einer Lokalität befindet, welche mehr mit Wein und Genuss zu tun hat, als nur in einem Wohnzimmer so zu vermuten ist.

Im Hintergrund mittig unter dem Kronleuchter eine Speisekarte auf einer Schiefertafel, und ein spärlich fein gedeckter Tisch. Aber ganz besonders neugierig wurde ich bei diesen Porzellankegeln:

Sehr schön dekorativ auf einem Büffet angeordnet, war mir zunächst nicht klar, was sich dahinter verbarg. Ein wenig später sollte dann die Auflösung folgen. Es handelt sich um einen Champagnerkühler, wobei auch die Basis aus Porzellan besteht, die im Eisfach runtergeführt werden kann und dann auf dem Tisch dort die Flasche Champagner direkt auf die diese Porzellanscheibe gestellt wird und mit der weißen Haube verkleidet werden kann.

So sieht das dann auf dem Tisch, wo wir dann speisen sollten, mit der entsprechenden Flasche aus. Wirksam, schlicht, innovativ und sehr dekorativ im Vergleich zu den hochglanzpolierten Edelstahkühlern seiner sonstigen Provinienz. Dann folgte die Speisenfolge, welche mit der Vorspeise für das Dreigänge-Menü beginnen sollte.

Ein bunter Sommerssalat mit einem weich gekochten Ei in der Mitte und etwas gehobeltem schwarzem Trüffel, der recht fein abgeschmeckt war und hier also der Start für ein vorher nicht bekanntes Menü war. Dann folgte der Hauptgang mit einem Fisch aus der Region, der als “Sea Brass” uns vorgestellt wurde.

Konsistenz im Prinzip wie ein Adlerfisch oder auch ein fester Zander, welcher mit etwas Zwiebeln, Bohnen und ein wenig Sauce verfeinert war. Zum Dessert dann ein Potpourri von Schokolade und Kakao mit etwas frischer Frucht durch die Erdbeeren und ein wenig Eiscreme in der Richtung Erdbeere.

Ein richtig gut gelungenes Mittagsmenü mit nicht zu schweren Zutaten, was sich auch mit dem Champagner des Hauses gut ergänzen ließ. Dann machten wir uns auf den Weg zum nächsten Champagner Haus mit dem Namen Leclerc Briant in Epernay.

Hier bei Leclerc Briant werden im Jahr so ca. 460 Tsd. Flaschen produziert, wobei 70% auf die Produktion von Pinot Noir fällt. Das Haus arbeitet auch als einer der wenigen in der Champagne als bio-dynamischer Betrieb. Wir erleben bei ausführlichen Erklärungen während des Besuches eine ganze Reihe von unterschiedlichen Elementen die wie folgt ausfallen:

Anhand dieser drei Beispiele ist eigentlich sehr schön zu sehen, das trotz einer gewissen Tradition des Hauses hier wohl nicht wirklich an einer durchgängige Vermarktung des Hauses und der Marke gedacht wurde. Seis drum. Auch hier gab es für uns einen Gang durch die Verarbeitungsräume und Keller und wir konnten einige sehr interessante neue, bzw. neuartige Vergärungsbehäter betrachten.

Die Ton-Eier, welche wohl sicher niedrig gebrannt sind (was die Farbe des Tons verrät) und das Edelstahl-Faß im Vordergrund waren mir bisher in den Kellern der Weinhäuser nicht begegnet. Die Ton-Eier sind Neuanschaffungen und werden zu Versuchszwecken hergenommen. Was aber noch mehr verwunderte sind die Glasbehälter gleich nebenan.

Der linke Behälter bereits gefüllt mit Most und im Begriff zu vergären war der rechte noch ungewollt und wartete wohl noch auf seine Bestimmung. Also werden auch hier im Sinne einer bio-dynamischen Verarbeitung weiter Experimente gefahren, welche über das Material Edelstahl und getoastetem Holz weit hinaus gehen. Dann geht es in den zweiten Stock des Hauptgebäudes und zur Verkostung einiger feiner Tropfen.

Hier also die 4 Flaschen welche wir verkosten durften. Nebenbemerkung: Auch hier in der Gestaltung der Etiketten auf den Flaschen ist die uneinheitliche Linie des Hauses leider sehr deutlich zu erkennen. Insbesondere konnte mich vom Inhalt her der Blanc de Meuniers aus 2015 überzeugen. Brut Zero. Sehr fein am Gaumen mit exotischen Früchten und einer sehr feinen Struktur. Für mich der beste Tropfen dieser Verkostung bei Leclerc Briant. (17/20)

Und am späten Nachmittag ging es dann noch zum Weingut JM Goulard, wo gerade die Ernte und Traubenverarbeitung voll im Gange war. Wir konnten also live beobachten wie die Stempelpresse in diesem Weingut mit ca. 4 Tonnen Pinot Noir Trauben gefüllt wird, und wie dann nach Schließen des Deckels der Stempel ganz langsam auf den Traubendeckel drückt und so dann auch sehr sanft den Saft aus den Trauben herausdrückt.

Die Presse ist noch nicht ganz gefüllt.

Aus den kleinen Kisten, welche in den Weinbergen gefüllt wurden mit ca. 20 kg Traubenmaterial wird die Presse weiter gefüllt.

Die Trauben werden in die Mitte verschoben und möglichst gleichmäßig verteilt.

Komplett gefüllt wurde der Deckel der Stempelpresse geschlossen und die Mechanik mit dem elektrischen Antrieb sehr langsam in Gang gesetzt, so das der Saft in die Bodenrinne fließt und dieser dann wiederum einen Stock tiefer in die vorbereiteten Edelstahlbehälter. Wir erhalten plötzlich ein kleines Glas gereicht, worin uns der Winzer einen guten Schluck des frisch gepreßten Traubensaftes reichte.

Deutlich zu sehen die trübe Farbe, aber auch die leichte rote Färbung der Pinot Noir Trauben, welche im Laufe der Mazeration meist noch heller wird. Geschmacklich war das schon eine Entdeckung, denn selbst wenn man Trauben direkt im Weinberg schmeckt sind diese Wieder ganz anders in Ihrer Konsistenz und hier ist in der Flüssigkeit ja auch ein kleiner Anteil der Stengel und durch die Wärme des Pressens etc. was den Geschmack ausmacht. Recht süßlich am Gaumen was gemessen am Alkoholgehalt so ca. 11% ausmachte. Nach dieser Demonstration der Pressung und des Verkosten ging es mit dem Winzer noch auf einen Blick in den Keller, wo auch hier einmal mehr ein paar merkwürdig anmutende Behälter standen, kugelförmig und bereit für die nächsten Experimente im Keller.

Dann gab es noch aus einer Flasche einen guten Schluck des eigenen Produktes, welches ich mir nicht mehr genau aufgeschrieben hatte, aber zumindest ein Foto des Glases gemacht hatte.

Damit war der Tag abgeschlossen und mit vielen neuen und interessanten Eindrücken ging es zurück in Hotel nach Reims. Ein großartiger Tag in der Champagne.

3 Tage Champagne mit Besuch von 7 Champagner-Häusern

Der erste Tag in Vrigny und Ay

An diesem ersten Tag in der Champagne, nachdem ich am Tage zuvor mit dem Zug aus München bis Reims angereist war, sollten wir zunächst folgende Champagner-Häuser besuchen.

  • Lelarge Pugeot in Vrigny
  • Lunch im Restaurant Grains d’Argent in Dizy und
  • Champagne Ayala in Ay

Da wir mit einer sehr kleinen Reisegruppe von gesamt 3 Personen unterwegs waren, konnte der Busveranstalter kurzerhand einen luxuriösen Wagen der Oberklasse für uns organisieren, der uns in der Champagne dann herumkutschieren sollte. Dieser erste Besuch bei Belagre Pugeot war schonmal ein richtig imposanter Auftakt. Die beiden Winzer Dominique Pugeot und Dominique Lelarge betreiben das Haus seit 2000 als Bio Betrieb. 2010 wurde dann der gesamte Anbau und die Verarbeitung auf organic umgestellt und seit 2017 ist der Betrieb als Bio-dynamischer Betrieb zertifiziert. Auf 8,7 ha werden die Trauben rund um die Ortschaft angebaut woraus im Jahr so ca. 73 Tsd. Flaschen aus ca. 55% Pinot Meunier, 30% Pinot Noir und 15% Chardonnay erzeugt werden können.

Zu Beginn des Besuches konnten wir einen ausführlichen Gang in die Weinberge direkt hinter dem Haus machen, wo bereits der Großvater die Reben Pinot Meunier gepflanzt hatte. Und genau aus dieser Rebe erzeugt das Weingut, für den weiteren Anbau seiner Flächen, die neuen Triebe aus den alten Reben, welche dann als junge Pflanzen wieder ausgepflanzt werden können.

Nach dem Gang durch die Weinberge konnten wir dann auch die Vinifizierung in den Kellern des Weingutes in seiner Reihenfolge der Einbringung der Trauben vom Weinberg in den Keller verfolgen. Hier nur ein paar kleine Belege für die zum Teil Eigenheiten in diesem Weingut. Die Ernte sollte in den nächsten 2 Tagen nach unserem Besuch losgehen und so war alles in den Kellern recht aufgeräumt, sauber geputzt und soweit vorbereitet, das die Trauben eingebracht werden können.

So sieht zum Teil der Boden hier rund um Vigny aus, der vor vielen Millionen Jahren ein Meeresgrund war und heute zu dichten Kalkschichten sich aufgebaut hat.

Und auch in diesem Betrieb wird kräftig experimentiert. Die niedrig gebrannten Tonbehälter waren mit Wasser gefüllt, so das diese von innen nicht komplett austrocknen. In den nächsten Jahren wird also auch hier mit unterschiedlichen Behältnissen experimentiert, wo bereits zum Teil die Maischevergärung nicht mehr in den großen Edelstahlbehältern vollzogen wird, sondern eben auch in solchen fast klassisch anmutenden Tonbehältern. Nach der Maischevergärung geht es dann in kleine Barrique, oder auch in größere Holzfässer, die hier zum Beispiel aus Österreich stammten.

Nach dieser ausführlichen Einführung in die Gegebenheiten in diesem Weingut ging es in den Verkostungsraum, wo wir 6 unterschiedliche Champagner verkosten sollten.

Los geht es mit einem Tradition Extra brut der eine fast klassische Mischung der Trauben aufweist: 55% PM, 20% PN, und 15% Ch. Kräftige Schaumbildung bei einer sehr feinen Frucht und Säurenote am Gaumen. Perlig und anregend mit langem Nachhall, fein und etwas komplexer Geschmacksnote (16/20) Auf dem Foto in der Mitte mit dem braunen Etikett. Dann folgt der Blanc de Blanc Extra brut mit einer sehr feinen Säure in der Nase. Sehr schöne Frische. (15,5/20) Der dritte kommt aus der Flasche ganz links auf dem Foto mit Namen Les Meuniers de Clémence aus 100% Petit Meunier (PM). Feine Note am Gaumen mit einer sehr feinen Perlage. Sehr feine breite Fruchtnote mit feiner Säure. Super Mineralität. Feine Note am Schluß mit dichtem Abgang zum Ende. (17/20) Dann folgt ein Cuvée eines Champagners Namens Nature, welcher ohne Zucker Dossage und ohne Schwefel hergestellt wurde. Jahrgang 2014, Super Nase mit feinen Kräutern und schöner floraler Note. (16,5/20) Dann folgt ein Tropfen namens Les Charmes de Vrigny welcher eine sehr fruchtige Note aufweist. Hier auch eine Cuvée aus den klassischen Sorten: 50% PM, 30% PN und 20% Ch. Eine sehr feine breite Nase mit fruchtiger Note. Volle runde Fruchtnoten am Gaumen mit langem Abgang. (16/20) Zum Abschluss gibt es noch einen Blanc de Noir aus 2013 als Jahrgangs-Champagner mit dem Namen Blanc de Meuniers der aus Pinot Meunier besteht. Feine Nase mit kräftiger Säure, wobei die Säure am Gaumen leicht verliert. (15/20) Foto hier:

Nach diesem sehr anregenden ersten Besuch in diesem Champagner-Haus wo es einmal wieder eine Reihe neue Erkenntnisse gab ging es zum Mittagessen in ein Lokal, welches als eines der besten in der Champagne gilt. Wir fuhren zum Restaurant Les Grins d’Argent in Dizy wo es ein sehr feines kleines Menü gab.

Diese Foto aus der website vom Lokal Grains d’Argent zeigt den sogenannten Terrassenteil der Lokalität. Wir sagen zu dritt genau an diesem runden Tisch im Vordergrund und konnten ein ausgezeichnetes Mittagsmenü genießen. Hier die Reihenfolge der Gerichte.

Als Amuse Bouche eine Madeleine mit Trüffelgeschmack, der allerdings nur wenig zum Vorschein kam. Im Glas ein Schaum mit Pilznoten und feiner Würze.

Die Vorspeise bestand aus einer Variation von Pilzen mit Feigen und ein wenig darauf abgestimmter leichter Sauce. Die Pilze waren insgesamt der gelungenste Teil an diesem Teller.

Der Hauptgang als Onglet vom Rind mit Kartoffel und sehr fein geschnittenen Nori Algen, die nach Speisekarte in einer Austernsauce mariniert wurden.

Und zum Dessert gab es eine Mirabellen confit und ein Eis mit Lebkuchengeschmack.

Danach starteten wir zum zweiten Champagner Haus des Tages nach Ay wo sich das Haus Ayala befindet. Das Haus wurde 2005 von Bollinger übernommen und produziert heute wieder 1 Mio. Flaschen pro Jahr. Das Material dafür kommt nicht nur aus den eigenen Weingärten, sonder es sind weitere 100 Lieferanten von Trauben, die in den Haus verarbeitet werden. Ayala sollte für diese Reise das größte Champagner Haus sein, wenn man die Gesamtproduktion zugrunde legt. Gemessen allerdings an anderen großen Häuser sind diese 1 Mio. Flaschen immer noch ein nur durchschnittlicher Wert im Vergleich zu den Genossenschaften oder auch zu den ganz großen Häusern in der Champagne.

Da dieses Champagner Haus von mir bereits einmal auf meiner ersten Reise in 2010 besucht wurde waren mir die Lokalitäten ein wenig bekannt. Was allerdings sich seit meinem letzten Besuch geändert hatte, war die Ausgestaltung des Daches, wo eine Möglichkeit bestand Verkostungen oder auch Festlichkeiten abzuhalten. Wir stiegen also die schmale Treppe hinauf und hatten von oben einen wunderbaren Ausblick auf die Landschaft um die Ortschaft Ay.

Vom Dach aus ging es dann in die Kellergewölbe, wo auch hier eine kilometerlange unterirdische Möglichkeit besteht die Flaschen jahrelang bei gleichbleibender Temperatur von ca. 12°C zu lagern und zu rütteln.

Dann ging es zur Verkostung von 5 Champagner des Hauses Ayala was sich auf den Fotos zeigt. Es beginnt mit einem Brut majeur, (links mit schwarzem Etikett) gefolgt von einem Rosé Blend aus 50% Ch, 40% PN und 10% stillem Wein. Dann folgt ein Brut Nature welcher für 4 Jahre gelagert wurde. Die Cuvée besteht aus 40% PN, 40% PM und 20% Ch. Recht kantig im Geschmack mit Mineralität und einer kräftigen Note. (16/20) Gefolgt von einem Blanc de Blanc aus 2013 Dieser Tropfen reifte für 5 Jahre auf der Hefe und zeigt immer noch schöne reife frische Spitzen am Gaumen. (16,5/20) Final noch ein Vintage 2006 mit einer Cuvée aus 80% Ch und 20% PN. Sehr feine Nase mit hellen fruchtigen Noten. Recht komplexer Geschmack am Gaumen mit feiner ausgewogener Säure. (17,5/20)

5 Tage Champagne mit BK Wines und herrlichem Wetter

Im September stand bei mir also dann nach dem Loire Trip mal wieder eine Weinreise an, welche diesmal in die Champagne gehen sollte. Der Veranstalter BK Wines mit Britt und Per Karlsson aus Paris waren mal wieder sehr gut vorbereitet und dadurch das 2 der angemeldeten Teilnehmer kurzfristig abgesagt hatten, reisten wir in den Tagen nur zu zweit mit Per Karlsson durch die Hügellandschaft der Champagne. Am Anreisetag gab es kein Programm, und deshalb hatte ich mir am Abend einen Platz in einer Brasserie reserviert, welche ich bereits aus meiner ersten Champagnerreise in Reims kannte. Meine Wahl fiel auf die Brasserie Le Jardin der Domaine les Crayères, welche am Rande der Stadt Reims liegt, wo auch einige der anderen Champagnerhäuser beheimatet sind. Hier also zunächst einmal die Beschreibung des Abends in der Brasserie Le Jardin.

Im Garten einer großen Parkanlage gelegen gehört diese Brasserie wie schon gesagt zum Haus Domaine les Crayères, welches ein Luxushotel und ein 2 Sterne Lokal beheimatet. Mir war bereits beim ersten Besuch vor einigen Jahren die Vielfalt der Weinkarte aufgefallen, welche zu einer sehr feinen Brasserieküche paßt. An dem Abend war das Lokal nicht gerade sehr stark besucht, somit hatte ich viel Zeit mich ein wenig umzusehen und auf der Karte zu orientieren. Es sollte an diesem Abend für mich das Menü “Autour des Produits de la région” sein, welches aus 4 Gängen bestand und für 49 € für meine Begriffe sehr angemessen war.

Dazu hatte ich mir ein paar Gläser Wein ausgesucht, die ich aber hier nicht weiter beschreiben will, da es ja um den Champagner in den nächsten Tagen gehen sollte. An diesem Abend startete ich also in dieser Brasserie mit einer Vorspeise welche mit Kräuter aus dem Garten und einem Stück Lachs auf dem Teller sich präsentierte.

Dazu gab es dann noch zwei dünn geschnittene Scheiben Speck die scharf angebraten oder frittiert waren. Als Vorspeise, welche dann folgte gab es ein Stück Barschfilet aus dem Ofen mit einer sehr schmackhaften aufgeschäumten Champagnersauce.

In der Sauce waren noch Geschmäcker von Nüssen und diversen weiteren Kräutern zu vermerken. Zum Hauptgang sollte es dann ein Wachtelfilet auf einem stark eingekochten Auberginen Gemüse geben, welches mit Trauben, wohl aber auch Rosinen abgeschmeckt war. Die sehr kräftige Gemüsebasis paßte aber durchaus recht gut zum sehr fein gegarten Wachtelfilet ohne Knochen.

Und final sollte es dann noch einen Dessert aus der Küche geben, der mich allerdings nicht so ganz überzeugen konnte. Der auf einer Joghurtbasis angerichtete war und obenauf einige Früchte hatte, welche allerdings fast noch zu kalt auf dem Tisch landeten.

Insgesamt aber ein feines 4-Gänge Menü als Auftakt für diese Champagnertour durch 7 Champagnerhäuser in den nächsten 3 Tagen, welche jeweils zur Lunchzeit von einem gemeinsamen Essen mit der kleinen Gruppe begleitet wurden.

Weingut Pawis in Freiburg-Zscheiplitz an der Unstrut

An dem Wochenende wo ich mich auf den Weg nach Weimar gemacht hatte wollte ich also am zweiten Tag, dem Samstag, ein VDP Weingut in der Region Saale-Unstrut besuchen. Nach kurzer Recherche fiel meine Wahl auf das Weingut Paris in Freiburg-Zscheiplitz, welches dort seit 2007 seine Weine keltert und aufbereitet. Die Eltern von Bernard Paris begannen 1990 mit einer kleinen Fläche von 0,5 ha in den Ehraubergen, was dann 1998 vom Sohn, also Bernard Paris, mit seiner Frau weitergeführt wurde. Heute in Freiburg-Zscheiplitz sind es inzwischen 15 ha an Anbaufläche, was mit der Winzer dann auch bei einem kleinen Rundgang durch den Keller erzählen konnte. Die Anlage wo heute das Weingut arbeitet ist ein ehemaliges Kloster und die Winzer haben viel Arbeit in die Restaurierung und Aufbereitung der Anlage stecken müssen, was sich aber optisch sehr gut heute zum Gesamtbild des Weingutes macht. 2015 wurde dann noch das Brunnenhaus als ein weiteres Gebäude auf dem Gelände fertiggestellt, welches auch zur Anlage gehört, und wo ein Lokal für die Verköstigung von Gästen eingerichtet wurde. Ich machte mich von Weimar mit dem Zug auf den Weg und landete dann schließlich in Freiburg, von wo aus ich mir den Rest des Weges zu Fuß vorgenommen hatte. Von Freiburg ging es dann erst direkt im Tal der Unstrut entlang, wo sich auf der Hangseite die Weinberge auftaten.

Nach ca. 3 km mit zum Teil stetem Anstieg auf noch befestigter Straße kam ich schließlich auf dem Weingut im ehemaligen Kloster in Zscheiplitz an.

Es war richtig war an diesem Tage, was dann auch meinen Durst entsprechend erhöhte. Verschwitzt durch den Aufstieg war ich sowieso schon. Die Anlage mache einen recht guten Eindruck und hier würde man eher ein größeren Betrieb erwarten, denn die Anlage ist wirklich groß, schön hergerichtet und der Innenhof lädt zum Verweilen ein.

Zunächst ging ich aber zur Verkostung, welche in dem hier oben gezeigten Bild stattfand, und wo die Familie Paris einen schönen Verkostungsraum mit viel Holz und Sitzmöglichkeiten geschaffen hat.

Dann ging es zur Verkostung und ich wählte aus der gesamten Palette primär die Ersten Lagen und die Großen Gewächse mir aus. Bei den Rotweinen sollten es 2 Gutsweine dann sein.

Bei den Ersten Lagen hatte ich mir drei Abfüllungen ausgesucht, die mit einem 2018er Zscheiplitzer Himmelreich, Weißburgunder begannen. Dieser WB hatte einen sehr schönen fruchtigen Gaumen und ds Säure Frucht Spiel zeigte sich recht harmonisch. (16,5/20)

Dann gab es einen Freiburger Edelacker aus 2017, WB Barrique. Eine recht kräftige Holznote in der Nase, Elches sich am Gaumen fast so fortsetzte und mit den Vanille-Noten sich doch noch recht rustikal zeigte. (15,5/20)

Der dritte in der Reihe aus der Ersten Lage war dann der Freiburger Edelacker Riesling “R 736” aus 2018, der seinen Namen daher hat, das sich der Wein vom Talufer bis in die höchsten Lagen nur über 736 Stufen erklimmen käst. Feine Nase mit einer sehr schönen Frucht am Gaumen und der erst später hinten mit der Säure und einer feinen Struktur ergänzt. Für einen Preis von 14 € je Flasche muß ich hier durchaus von einem sehr guten Preis/Leistungs-Verhältnis sprechen. (16,5/20)

Dann geht es zu 2 Sorten der Großen Gewächse, wo ich einen Riesling und einen Grauburgunder verkosten konnte.

Zunächst ein Riesling GG, Edelacker von 2017 der sich sehr fein und rund präsentiert. Eine feine und elegante sowie komplexe Struktur zeigt sich am Gaumen wo sich der Geschmack, aber auch die Finesse zeigen kann und der Abgang dann umso feiner wirkt. (16,5/20)

Die weitere Große Lage war auch aus der Parzelle Edelacker, aber diesmal ein Grauer Burgunder aus dem Jahr 2017. Hier zeigt sich für meine Begriffe, was ein Grauburgunder, wenn auch noch recht jung, zu leisten im Stande ist. Eine sehr feine fast schon dichte Mineralität, und dann eine Kräuternase, welche sich mit der wenigen Frucht so gut zusammengestellt, das es wirklich ein Genuss ist. Im Preisprospekt des Weingutes werden die Aromen wie folgt beschrieben: Akazienhonig, Brioche, Quitte, Butterbirne und Vanille. Für mich einer der Höhepunkte dieser Verkostung und doch auch ein wenig überraschen, da ich solche Qualitäten fast nicht erwartet hatte. (17,5-18/20)

Zum Abschluss sollte es noch 2 rote Sorten geben, welche da waren ein Blauer Spätburgunder aus dem Barrique und ein Pinotin aus dem Barrique, welches eine Neuzüchtung aus Pinot Noir und einer weiteren roten Rebsorte die wohl aus dem Bereich der resistenzfesten Sorten, also den Piwi Reben stammen.

Der Blaue Spätburgunder aus 2017 hatte also bereits für einige Monate auch ein Barrique von innen gesehen, wobei die Holznoten in der Nase recht gut eingebunden waren. Eine feine Struktur zeigte sich, wobei die Frucht nicht aufdringlich, sondern eher wie ein typischer Pinot Noir recht leichtfüßig daherkam. Sehr schöner Alltagswein, wohl auch zum Essen bei 17,50 € die Flasche liegt. (15,5/20)

Die große Überraschung für mich aber dann hier bei den roten Sorten der Pinotin aus dem Barrique, der sich mit einer sehr dunklen Farbe präsentierte, kräftig im Geschmack und auch hier war das Holz recht gut in die Struktur des gesamten Weines aus 2017 eingebunden. Für mich eine kleine Entdeckung dieser Rebsorte, die wohl erst kurz bei speziellen Winzern angebaut wird. (16,5/20)

So sieht das dann m Barriquekeller aus:

50 worlds best vineyards; Jetzt auch so eine Liste

Nachdem es ja schon einige Jahre die Liste der 50 besten Restaurants der Welt gibt, kann man sich jetzt auch an einer Liste der 50 besten Weingüter ergötzen. Über Sinn oder auch Unsinnigkeit solcher Listen kann man trefflich streiten. Hier die aktuelle Auflistung:

1. Zuccardi Valle de Uco, Argentina

2. Bodega Garzón, Uruguay

3. R. López de Heredia Viña Tondonia, S.A., Spain

4. Quinta do Crasto, Portugal

5. Catena Zapata, Argentina

6. Montes, Chile

7. Clos Apalta Winery, Chile

8. Rippon, New Zealand

9. Marqués de Riscal, Spain

10. Weingut Dr. Loosen, Germany

11. Craggy Range, New Zealand

12. Robert Mondavi Winery, USA

13. Penfolds Magill Estate, Australia

14. Viña VIK, Chile

15. Weingut Tement, Austria

16. Château Smith Haut Lafitte, France

17. Viña Errázuriz, Chile

18. Antinori nel Chianti Classico, Italy

19. Opus One Winery, USA

20. Domäne Wachau eGen, Austria

21. Schloss Johannisberg, Germany

22. Château Margaux, France

23. Viu Manent SA, Chile

24. Vivanco. Bodega, Fundación, Experiencias, Spain

25. Bodega Colomé, Argentina

26. Viña Santa Rita, Chile

26. Bodegas Salentein, Argentina

28. Familia Torres — Pacs del Penedès, Spain

29. d’Arenberg, Australia

30. Viña Casas del Bosque, Chile

31. Schloss Gobelsburg, Austria

32. Bodegas RE, Chile

33. Schloss Vollrads, Germany

34. Vergelegen Estate, South Africa

35. Domaine Sigalas, Greece

36. Ridgeview, UK

37. Quinta do Bomfim, Portugal

38. Veuve Clicquot, France

39. Delaire Graff Estate, South Africa

40. Château Mouton Rothschild, France

41. El Enemigo Wines, Argentina

42. E. Guigal, France

43. Domaine Henri Bourgeois, France

44. Bodega Bouza, Uruguay

45. Creation Wines, South Africa

46. Ruinart, France

47. Seppeltsfield Barossa, Australia

48. Kir-Yianni, Greece

49. Château Heritage, Lebanon

50. Mission Hill Family Estate, Canada

Die in der Liste rot markierten Weingüter (14 an der Anzahl) habe ich selber in den letzten ca. 20 Jahren besucht. Aus Deutschland sind es drei Weingüter in der Liste, würde aber persönlich noch ein Weingut, und zwar Van Volxem aus dem Saarland, hier ergänzen wollen. Vielleicht taucht es dann im nächsten Jahr auf dieser Liste auf. Die Liste wird von 16 Juroren aus Wein-Journalisten, Sommeliers, Händlern und Fachleuten aus der Weinindustrie zusammengestellt. Mehr zu den Abläufen könnt Ihr auf der web-site nachlesen: worldsbestvineyards

Zu entdecken gibt es also noch eine ganze Reihe von sicher lohnenswerten Zielen in der Weinwelt. Meine bisher besuchten Weingütern aus dieser Liste waren es auf jeden Fall Wert besucht zu werden. Wer sich ebenso aufmacht die Städten zu besuchen – guten Tripp und auf einen guten Schluck!

Heute im Glas: l’Odalisque von Sylvain Morey

Dieser weiße Cuvée aus hauptsächlich den Trauben Vermentino und Viognier ist für mich einmal wieder eine kleine Entdeckung im Bereich der französischen Weißweine. Die Weine wachsen in der Region Luberon, welches nördlich der Provence liegt und von einem kleinen Gebirgszug durchzogen wird, der einige fast schon pittoreske Dörfer an seinen Hängen beherbergt. Jetzt also zum Wein. Der Winzer Sylvain Morey baut hier im Luberon diesen Wein an, der aus den Traubensorten Vermentino und Viognier gekeltert wird. Vermentino ist für diese Region durchaus ungewöhnlich, denn hier im Süden Frankreichs wird diese Traube gerade noch auf ca. 300 ha noch angebaut. Ursprünglich wächst diese Traube wesentlich in Italien, also über die Seealpen hinweg. Zur Verkostung:

Hellgelbe Farbe mit fast schon silbernen Reflexe. In der Nase eine sehr feine Struktur von grünem Gemüse, Lauch, Sellerie und frische Noten von hellen Beeren. Am Gaumen setzt sich die feine Struktur mit einer präsenten Säure fort, welche sich sehr fein mit der leichten Frucht verbindet. Der Alkohol ist mit seinen 13,5 % vol. sehr gut eingebunden und auch die Holztäöne treten nicht wirklich hervor. Eine elegante Note tritt hervor die sich besonders mit Speisen in Richtung säurehaltig gut vertragen würde. Der Preis ab Hof beträgt 13,50 € und für mich ist hier das Gesamturteil so: 17/20 Punkten.


Champagner Verkostung mit den Weinakademikern bei Champagne-characters

Gleich vorweggenommen, es war wieder einmal eine sehr gelungene Verwüstungen im Kreise der Weinakademiker, welche diesmal bei Nicola Neumann in Ihrem Laden und Ihrem Geschäft und den Verkostungsräumen der Champagner-characters stattgefunden hat.

Nicola Neumann hatte die Auswahl getroffen und die Flaschen so zusammengestellt, das es am Schluß 15 verschiedene Flaschen waren die sch noch durch 1-2 Zugaben ergänzten. Beginnen sollte es mit einem dreier-Flight, der zunächst einmal die drei typischen Rebsorten gegeneinanderstellte. Ein 100% Chardonnay von Pascal Docquet, ein 100% Pinot Noir von Roland Poillot und ein 100% Pinot Meunier von André Heucq. Auch sehr hervorheben möchte ich, das Nicola Neumann eine recht ausführliche Beschreibung der einzelnen Weingüter schriftlich mitlieferte, wobei Sie betonte, das eben nicht alle Güter durchaus sehr informationsfreudig sind. Aber generell waren Ihre Erklärungen und die schriftlichen Unterlagen durchaus sehr aufschlußreich. Der erste Betrieb von Pascal Docket arbeitet so zum Beispiel seit 2004 komplett organisch. Diese drei ersten Betriebe glichen sich auch in der Größe recht gut, denn sie lagen alle so zwischen 6 und 9 ha Anbaufläche. Auch der zweite Betrieb ist seit 2009 biologisch zertifiziert und dieser Pinot Noir hatte in der Flasche keine Dossage erfahren.

Beim dritten Betrieb von André Heucq, welches im Marnetal liegt, ist es ebenso, das dieser Betrieb organischen Weinbaubetreibt und zertifiziert ist. Diese Auswahl der ersten drei Flaschen war schön zu schmecken, das sich die reine Traube, so wie sie hier verarbeitet waren recht deutlich die Unterschiede zeigten. Ganz besonders konnte mich der Pinot Meunier von André Heucq mit seiner Frucht und einem langen Abgang überzeugen.

Dann folgt ein Vergleich zweier Flaschen, wo sich ein Chardonnay einmal im Holz und einmal im Stahltank ausgebaut gegeneinander verkosten lassen. Ein Cuvée Extra Brut von Pierre Peters im Stahltank ausgebaut, welcher mit einer sehr feinen Nase aufwarten konnte. Am Gaumen Marzipannoten mit einer feinen Frucht. Recht spitze und feine Säure aus Gaumen und einem langen Abgang. (18/20) Der im Holz ausgebaute Cuvée Vendémiaire von Doyard ist dann im Holz ausgebaut und man hat dieses bereits leicht in der Nase. Weiche und warme Natoen am Gaumen von recht reifen Früchten. (16/20)

Dann folgen 2 Rosé Champagner wo der erste von René Geoffroy stammt, als Rosé der Saignée Brut, der als Weingut so ca. 14 ha bewirtschaftet und ca. 120 000 Flaschen im Jahr produziert. Und der zweite Rosé stammt vom Weingut Pierre Moncuit als Rosé Brut. Hier werden auf 20 ha so ca. 180 000 Flaschen im Jahr produziert. Beide Rosés durchaus etwas vergleichbar, da beide auch Pinot Noir enthalten, wobei bei Moncuit noch Chardonnay dabei ist. Für mich liegen beide Flaschen so im Mittelfeld der Bewertung und würden zu einem Essen durchaus gut harmonieren.

Dann folgen die so titulierten 3 Top Champagner, welches sich zum Teil nicht nur im Preis niederschlägt, sonder zum Teil auch in meiner Bewertung. Wir starten mit Pierre Gimmonet Cramant Spécial Club 2012 – also hier einmal ein erster Jahrgangschampagner. Hat eine sehr feine frische Nase, aber etwas verhalten am Gaumen. Mit runden Noten und feiner prickelnder Note und einer feinen Struktur. (16,5/20)

Dann folgt ein Cuvée Alliae von Davy Dosnon, der seine Weine komplett im Holz ausbaut. So wie Nicola Neumann beschreibt, werden die Champagner für die erste Gärung im kleinen gebrauchten Barriquefass ausgebaut, und anschließen dann für 20-45 Monate ebenfalls im gebrauchten Barrique ausgereift. Die Holznote war recht kräftig noch zu schmecken was der Flasche eine recht breite Note verlieh.

Als dritten Kandidaten hatten wir eine Flasche von David Léclapart, l’Apôtre 2010 im Glas. Einen 100% Chardonnay der mit einer sehr frischen leichten Nase aufwarten konnte. Recht vielschichtig am Gaumen mit unterschiedlichen Nuancen von Säure, Frucht und Komplexität welcher wirklich überzeugen konnte. (17/20)

Dann folgt ein sogenannter Terroirvergleich, der sich allerdings in solch unterschiedlichen Flaschen zum Teil recht schwer nachvollziehen läßt. Wir beginnen mit einem 100% Chardonnay von Marie Courtin – Eloquente aus 2014. Diese Reben stehen alle in Les Mesnil-sur-Oger, Aube. Die Böden sind hier primär Lehmhaltig und halten somit auch in trockenen Jahren eher die Feuchtigkeit als in steinig felsigen Böden. Der andere Ch. von Pierre Paillard aus der Region Bouzy steht dann eher als kalkhaltigen Böden wo sich im Glas bereits eine recht feine Struktur in der Nase zeigt. Dicht und mit spitzen Nuancen welche sehr typisch für die Traube Chardonnay hier stehen kann. Ein dritter Kandidat mit Chardonnay aus der Region Côte des Blancs ist die Flasche von Robert Moncuit aus dem Jahr 2012. Sehr feine Frucht am Gaumen mit einer frischen Säure. Brioche Noten und feiner leichter Marzipan-Note im Abgang.(17,5/20)

Zum Abschluss gab es dann noch 2 Flaschen von Eric Rodez. Einmal einen Berufs et les Secs aus 2008 und dann einen Cuvée des Grands Vintages als Single Vineyard ebenso aus 2008. Für mich waren beide Flaschen ausgezeichnet und ein krönender Abscluß dieser Abendverkostung.

Das war dann wohl wirklich nicht der letzte Besuch in den Verkostungsräumen von Nicola Neumann, die sich zum Teil im Keller befinden, was aber der Verkostung und den guten Gesprächen dazu absolut keinen Abbruch antaten. So sieht’s dort etwa aus:

Die leergetrunkenen Flaschen stehen auf dem Tisch. Bis zum Nächsten – Prost!


Heute im Glas: Sauvignon Blanc vom Weingut Drautz-Able

Vorneweg zunächst einmal das Foto der Flasche, welche ich vor ein paar Tagen mir aus dem Keller geholt hatte und mal wieder basserstaunt war, wie gut so ein Gutsein aus Württemberg von der Traube Sauvignon Blanc sein kann.

Die Eckdaten: Weingut Drautz-Able aus Heilbronn in Württemberg, Gutswein aus 2016, Qualitätswein mit 12,5% vol. Das Weingut Drautz-Able ist Mitglied im VDP.

Ich hatte den Wein bei mir im Kühlschrank recht stark heruntergekühlt, was dann so bei 8-10 °C im Glas bei den hohen sommerlichen Temperaturen recht gut war, den der Wein sollte sich sehr schnell erwärmen. In der Nase kräftige Noten von Zitrusfrüchten, Limonen und einer feinen Mineralität welche nicht enden wollte. Trotz der kühlen Anfangstemperaturen gab sich der Wein im Glas bereits recht gut mit den Fruchtaromen zu erkennen welche in Richtung Ananas und reifen Mangos sowie Litchi ging. Dieser Gutsein für ca. 15 € im Preis kann sich sicher ohne große Probleme mit manchen großen Sauvignon Blanc insbesondere aus der Neuen Welt oder auch mit ähnlichen Tropfen aus der Steiermark messen lassen. Für mich noch einige Jahre trinkbar und es zeigt sich auch hier, das eine bereits ca. dreijährige Flasche mit dem Alter erst richtig aufblüht. (17,5 – 18/20)


An der Loire, der letzte Tag mit Rückreise

An diesem letzten Tag an der Loire sollte es zu einem Chateau gehen, welches 1885 gegründet wurde, und seit einigen Jahren zum Champagnerhaus Bollinger gehört. Dieses Weingut hat eine Sonderheit im Namen, der folgendermaßen lautet: Langlois Chateau. Also nicht verwechseln mit einem Namen, welches immer sonst seinen Chateau Namen zu Beginn führt, denn hier setzt sich der Name des Weingutes aus zwei Eigennamen zusammen, die das Weingut gegründet bzw. später dazukommen sind. An weißen Trauben werden hauptsächlich Chenin Bland und Chardonnay angebaut, und bei den roten sind es die Sorten Cabernet Franc und Pinot Noir. Diese Weinhaus füllt im Jahr so ca. 1 Mio. Flaschen ab. Das teilt sich so auf, das 50/50 Stillwein und Sperling Wein produziert werden. Am Anteil der Cremend Trauben werden ca. 50% von umliegenden Winzern zugekauft.

Der Besuch beginnt mit einer kleinen Schul-Unterrichts-Einheit, die in wohl einer ehemaligen Kapelle stattfindet.

Diese Ecole du Von liegt noch auf der Straßenebene, wo wir mit dem Bus auch in den Innenhof fahre konnten, wobei es dann nach der kleinen Schulung zu den Sonderheit der Region und Langlois Chateau einige Stufen hoch einmal wieder das Loirehochufer mit seinen Kalk/Tufffelsen erklimmen mußten. Dort stehen dann die großen Hallen für die Verarbeitung der Trauben, die Edelstahltank, Barriques und das Lager mit den abgefüllten Flaschen.

Den Rundgang dort absolviert auf der Uferhochebene ging es wieder runter auf die Loireebene und in die Keller die auch hier in den Fels gehauen sind.

Nicht nur die Flaschen lagern hier, sonder es werden auch die noch nicht fertig vergorenen Flaschen in den Rüttlern weiter verarbeitet.

Nachdem der Rundgang durch einige der Kellerräume absolviert war, konnten wir zu Verkostung schreiten, wobei mir ein Schild an einer der Wände aufgefallen war:

Oben am Schild steht ja noch “Saumure Trail, was auf die Weinroute hinweist, und der Begriff unten heißt sowie wie “Abfüllstation in 100 m”, wobei das Symbol für sich spricht. Dann geht es direkt zur Verkostung, wovon ich leider keine Flaschenfotos diesmal habe, denn während der Verkostung verschwanden die Flaschen gleich wieder hinter dem Tresen, wo wir verkosten konnten.

Insgesamt gab es 10 verschiedene Weine und Crèmants aus dem Hause, was für den Vormittag doch recht umfangreich war. Besonders gut konnten mir auch hier wieder einmal die älteren Jahrgänge der Weine aus 2013 und 2012 gefallen. Durchgefallen war für mich allerdings ein Crèmant aus roten Trauben der sich recht schlecht präsentierte.

Das war es dann mit der Tour auch die Regionen der Loire, welche so einige Überraschungen mit sich brachte und auch Entdeckungen, die durchaus es Wert sind wiederzubesuchen. Auf ein Neues dann im September in der Champagne und in Bulgarien.


An der Loire, in der Region Muscadet

Auch an diesem Tage an der Loire sollten wir wieder zwei Weingüter besuchen die sich durchaus von den bisher besuchten unterscheiden sollten. Wir sind an diesem Tage Richtung Westen in die Region Muscadet gefahren, welche bis an die Stadt Nantes reicht und auch zum Teil andere Trauben erzeugt, als in der bisher besuchten an der Loire. Die weißen Weine werden primäre aus der Traube Melon de Bourgogne gekeltert und bei den roten Sorten wird zum Beispiel die Sorte Grolleau als regional wichtigste Traube angebaut. Daneben natürlich auch Cabernet Sauvignon und Pinot Noir. An diesem Tage ging es also zu folgenden Weingütern. Zunächst ging es zu Chateau de Chasseloir Chéreau Carré und anschließend nach dem Mittag zum Weingut Domaine de la Chauvinière – Jérémie Huchet. Auf dem ersten Weingut führte und in langen ausschweifenden Erklärungen der Gutsbesitzer selber durch seine Weinberge und durch die Schlosskeller, welches er 1953 gekauft hatte, als Agrarbetrieb, und diesen dann zu einem Weingut umbaute.

Heute werden auf 60 ha die Weine angebaut und wir erhielten durch die ausführlichen Erklärungen des Winzers doch einen gewissen Einblick in die Vielfalt der Region und des eigenen Weingutes. Das sollte sich dann auch in der Verkostung fortsetzen.

Das Weingut hat einen recht großen Garten mit alten Türmchen und Gebäuden darauf, wozu dann auch die Lager und der Verkostungsraum gehören sollte.

Hier ein Bild der Rebanlage wie sie mit der Melon de Bourgogne bestückt sind. Nach Aussage des Winzers standen die Reben gerade kurz vor der Blüte so Mitte Juni des Jahres. Dann ging es zur Verkostung, wo wir an diesem Vormittag 5 verschiedene Weine verkosten konnten.

Hier die ersten drei Weine aus der Verkostung, welche alle ein Muscadet sind und für meinen Geschmack sich durchaus sehr ordentlich präsentierten. Die beiden nächsten Weine waren einmal ein Ch. Chasseloire aus 2014, welcher für 12 Monate im Barrique ausgebaut war, und dieses noch deutlich in der Nase zu verspüren war. Der weitere ein Muscadet, der ungeschwefelt auf die Flasche kam und für seinen Preis von 9 € eine sehr interessante Nase nach Apfelsaft und frischen, reifen Fruchtaromen aufweisen konnte. Diesen Muscadet hatte ich in der gesamten Reihe tatsächlich am höchsten bewertet. (17/20)

Das war dann schon mal das erste Weingut an diesem Tage und damit ging es weiter zu einem Mittagsimbiß in eine mitten am Land liegende Lokalität, die sich als sehr stark besucht erweisen sollte, an diesem Freitag Mittag. Das brachte dann manche Komplikationen, welche ich hier nicht weiter ausführen möchte. Dann ging es zum zweiten Weingut des Tages mit dem langen Namen Domaine de la Chauvinière – Jérémie Huchet. Ein Betrieb der seit 3 Generation dort bereits arbeitet und die Familie hat 4 verschiedene Domaines mit insgesamt ca. 70 ha Anbaufläche. Wobei die regionalen Unterschiede insbesondere auf der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit beruhen.

An einer seiner neueren Gebäude, wo auch der Verkostungsraum später von uns besucht wurde, prangte dieses Firmenschild mit dem Chapeau als Wahrzeichen, welches dann auch auf manchen Etiketten wiederzufinden war. Hier gab es wieder einmal eine ganze Reihe verschiedene Wein aus den unterschiedlichen Lagen zu verkosten, die so insgesamt wohl 8-9 an der Anzahl zusammen waren. beginnen sollte es mit einem Chapeau Melon der aus 50% SB und 50% Melon de B. cuvetiert war. Mittlere Note mit frischer Zitronensäure. Hier ein Foto, welche alle Weine dieser Reihe zeigt.

Der Verkostungsraum, wie vorhin schon erwähnt sah von innen dann so aus:

Dann ging es weiter mit diversen Muscadets aus den verschiedenen Lagen, die von den Jahrgängen zum Teil bis ins Jahr 2013 zurückreichten. Insbesondere die älteren Jahrgänge konnten mich sehr überzeugen und hatten feine kräftige mineralische Noten, welche ausgezeichnet mit der Frucht und Säurestruktur harmonierten.

Hier also fast die gesamte Reihe der Muscadets, welche wir verkosten konnten. So zeigt sich beispielsweise eines der klassischen Etiketten des Weingutes.

Ein insgesamt für die Auswahl der Weingüter gelungener Abschluss des Tages, wobei auch an diesem Abend wir in dem Städtchen Saumur, wo wir unser Hotel hatten nochmals zu einer der Weinbar pilgerten und dort so verschiedene Gewächse verkosten sollte.

Am Abend ging es dann noch mit ein paar Mitstreiter über die Brücke der Loire in eine Weinbar namens La Tonnelle, was vermutlich so viel heißt wie das Faß, bzw auch die Laube. Dort bediente uns ein sehr kompetenter Wirt mit einer sehr ausführlichen Weinkarte und es gab auch einige kleine verschiedene Platten in Richtung Fisch, Käse oder Charcutierie. Hier schon mal eine Teil der Außenansicht:

Insbesondere an diesem letzten Abend bestellten wir einen Champagner, da dieser der nicht genügend gekühlt war, öffnete der Wirt einen Cremèmant aus der Region.

Wie schon erwähnt dazu so eine kalte Fischplatte:

Und weil es der letzte Abend für uns in Saumur war, bestellten ir noch einen roten aus der Region, der uns mit seinem Etikett bereits am Tage zuvor irgendwo aufgefallen war.

Hier habe ich extra einmal das Rückenetikett auch aufgenommen, weil es eben auch einige Informationen zum Weingut und zum Wein selber bereit hält. Ganz angesehen einmal von der grünen kleinen “Fahne” welches einem Kunden beim Einkauf sehr schnell zeigen kann, was hier eben aus einem Bio-Betrieb kommt, und was nicht. Das war dann der Abschluss diesen Tages an diesem Ort Saumur.