Weinreise Ribera del Duero, der dritte Tag

Am dritten Tag in der Region Ribera del Duero führte uns der Weg zu folgenden 4 Weingütern:
1. Pago de los Capellanes
2. Vina Pedrosa
3. Tinto Pesquera
4. Bodegas Penafalcon

Das Weingut Pago de los Capellanes ist mal wieder ein imposanter Bau als Weingut und die Kelleranlagen sowie alle weiteren Räumlichkeiten die wir besichtigen konnten paßten für meinen Geschmack auch gut zur präsentierten Weinlinie dieses Familienweingutes. Das Weingut wurde in den 80er Jahren des letzten Jahrhundert gegründet und fing auf einer Rebfläche von gerade einmal 6 ha an seine Weine zu kultivieren. Heute sind es 120 ha, wobei auch seit dem Jahr 2014 in Galizien ein Weingut für die weißen Trauben dazu  gekommen ist.

Hier schon mal ein Blick in den Barrique-Keller, der imposant illuminiert werden kann, wenn Besucher empfangen werden.

Dort ist dann auch etwas dekoratives aufgebaut wie ein alter Weinstock, woran fast schon die Flaschen heranwachsen.
Auf den Rundgängen durch die Weingüter hören wir dann meist die grundsätzlichen Eigenheiten des Weingutes was dort in der Weinbereitung anders gemacht wird als bei den anderen Weingütern in der Region, denn über die grundsätzliche Machart, wie Wein erzeugt wird sind wir in dieser kleinen Gruppe von 7 Personen schon bereits recht bewandert. Ein großer Vorteil allerdings ist es zum Beispiel genau in der Erntezeit auf die Weingüter zu fahren, denn da kann man dann mit eigenen Augen verfolgen, wie auf den verschiedenen Gütern mit dem Traubenmaterial, mit dem gepreßten Saft, oder auch mit sonstigen Macharten der Weinbereitung umgegangen wird. Nachteile hat das allerdings auch, denn zur Erntezeit sind manche Kellermeister oder Winzer nicht bereit das Publikum so einfach in die verschiedenen Räumlichkeiten blicken zu lassen, denn da gibt es dann doch manche Handgriffe oder Eigenheiten, die man nicht preisgeben will. Hier unterscheiden sich auch so manche Einstellungen zwischen großen und kleineren Betrieben, wie damit umgegangen wird.

Bei Pago de los Capellanes können wir 2 weiße und 3 rote Tropfen verkosten. Die weißen sind guter Standard, wobei die roten Flaschen sich durchaus in der Oberliga der Weingüter im Ribera del Duero bewegen.

Der El Nogal aus 2015 konnte fast alle in der Gruppe am meisten überzeugen und erhielt bei mir 17,5/20 Punkten.


Dann ging es am späten Vormittag zum Weingut Vina Pedrosa.
Die Weine sind von Robert Parker jun. Fast alle in den Rängen von 90 – 95 Punkte bewertet. Auch dieses Weingut wurde erst 1980 bis 1982 gegründet und arbeitet heute auf 155 ha Weinbergen. Die Weingärten gehörten allerdings bereits seit ca. 100 Jahren zu den Vorbesitzern, so das hier eine gewisse Tradition übernommen wurde. Interessanterweise ist die Region dort so karg, das in den meisten Weingärten von Pedrosa nur 2 bis 2,2 Tsd. Weinstöcke je Hektar angepflanzt sind. Das sind in manchen anderen Regionen der Welt bis zu 6 – 8 Tsd. Stöcke je ha. Das liegt meist am kargen Boden, der eine höhere Pflanzliche nicht zuläßt.

Auf diesem Weingut können wir 4 rote Weine verkosten, wobei der älteste als Gran Reserve aus dem Jahr 2009 stammt, was auf den Weingütern nicht wirklich selbstverständlich ist, das wir so einen älteren Jahrgang verkosten können.
 

Meine Bewertungen liegen hier zwischen 15 und 18,5 Punkten, wobei der Gran Reserve mit seinen 18,5 Punkten am besten abschneidet. Der Gran Reserve besteht aus 90% Tempranillo und 10% Cabernet Sauvignon.


Dann geht es am Nachmittag auf das Weingut Tinto Pesquera

Auch hier noch ein Familienbetrieb, der allerdings in den Jahren zu einem großen Betrieb mit gesamt 4 Weingütern angewachsen ist. Auf Pesquera werden ca. 900 Tsd. Flaschen erzeugt, wobei auf allen 4 Weingütern zusammen heute ca. 2 Mio. Flaschen produziert werden. Pesquera begann im Jahr 1972 und erzeugt seinen ersten Wein im Jahr 1975. Es werden gesamt ca. 40% Reserva und 60% Crianza erzeugt.
 
Wir können hier gesamt 4 rote Weine verkosten, wobei in der Reihe der bestellten Top-Verkostung wunderbare ältere Jahrgänge uns präsentiert wurden. Zum guten Schluß konnten wir dann noch einen Crianza aus 2015 verkosten, der uns aus vor 3 Jahren gut in Erinnerung war.
Die roten waren also

Pesquera Reserve aus 2008 – 18/20
Alena Gran Reserve aus 2006 – 18,5/20
El Viniculo Gran Reserve aus 2004 – 16,5/20
Pesquera Crianza aus 2015 – 16,5/20 (ohne Foto)


 Zum Finale an diesem Tage sollte es in ein Industriegebiet zum Weingut Penafalcon gehen, wo wir alle noch nicht bisher zugegen waren. Dort war dann wohl auch mehr ein großes Lager des Weingutes mit abgefüllten Flaschen und neuen Barriquefäassern. Angekündigt war auch ein Art Weinmuseum, was sich aber als kleiner Fake herausstellte, denn in der Industriehalle waren gerade einmal einige alte Werkzeuge und Geräte an die Wand gehängt, sehr schlecht beleuchtet, nicht erklärt und glich in keiner Weise einem Museum, so wie wir das wohl verstehen unter dem Begriff Museum. Einmal durch die Halle geschleust, kamen wir dann in einer der Ecken der Halle an, wo bereits eine kleine Verkostung mit 4 anderen Gästen lief, und wir ohne große Umstände an den Tisch komplimentiert wurden. Dann wurden uns ein Wein nach dem anderen aus einer Dekantierkaraffe eingeschenkt, wobei immer betont wurde, das die Weine alle 5 Jahre im Barrique verweilen. Es gab also 3 Weine aus 2006, 2007 und 2009, wobei dann bei Nachfrage die Preise alle bei 50 € liegen sollten. Meine Bewertungen rangierten so zwischen 15,5 bis 16 Punkten.

  


Am Abend in Aranda del Duero zurück geht es dann mit der ganzen Gruppe von 7 Personen um 20:30 Uhr in das Lokal El Lager de Isilla, welches von einem Weingut gleichen Namens betrieben wird.

Das Essen ist hier richtig typisch und rustikal für die Region typisch. Was aber bei solchen Weinreisen immer ein großer Vorteil ist, das man abends dann mit der ganze Gruppe nochmals auf einem anderen Niveau die Weinverkostungen fortführen kann. Mit dem anderen Niveau meine ich allerdings keinen Abstieg, sondern eher noch einen Aufstieg in Sachen Vielfalt, auch manchmal Qualität und Ergänzungen zu den Weingütern die wir in den Tagen so verkosten konnten. An diesem Abend sollte es so z. Bsp. Eine Flasche Vega Sicilia zum Essen geben, welche dann im Restaurant kaum teurer ist hier in Spanien als auf dem Weingut, oder im guten Fachhandel zu erstehen. Hier z. Bsp. Ein Vega Sicilia, Tinte Valbuena No. 5 aus 2006.

 



 

Weinreise Ribera del Duero, der zweite Tag

Am zweiten Tag in der Region Ribera del Duero sollte es zu folgenden 4 Weingütern gehen:
1. Aalto
2. Pagos de Carraovejas
3. Cepa 21
4. Bodegas Portia
Mit diesen 4 Weingütern verband sich also eine hohe Erwartung der Gruppe an die Verkostungen und die Besuche auf den 4 Weingütern, welche sich durchaus erfüllen sollten. Zu erwähnen sei auch nochmals, das in der Region Ribera del Duero nur rote Traubensorten nach dem Weingesetzt erlaubt sind. Trotzdem konnten wir auf fast allen Gütern auch weiße Sorten verkosten, welche die Weingüter dann in den anderen spanischen Regionen anbauen.
Los geht es mit dem Weingut Aalto.
  
Das Weingut wurde in den späten 90er Jahren von einem ehemaligen Weinmacher des Weingutes Vega Sicilia mit einem Partner gegründet und baut heute auf 138 ha Wein an, welcher primär um das Weingut herum angebaut wird. Ein sehr imposanter Bau mit funktionaler Architekt, welche man heute auf fast allen Weingütern findet, wo nach der Methode der Schwerkraft gearbeitet wird. Das heißt hier nochmals kurz zur Erinnerung:
Die Trauben werden in der obersten Etage angeliefert, meist entrappt, ausgelesen und sortiert, und fallen per Schwerkraft in die Gärbehälter einen Stock tiefer. Für alle weiteren Arbeiten während der Maischevergärung, also das sonst klassische Umpumpen werden die Trauben mit Saft in separate Behälter gefüllt, und diese per mechanischer Hubvorrichtung wieder in die Gärbehälter von oben eingefüllt.
 
Wir konnte hier 2 Weine verkosten aus den Jahren 2016 und zwar:

Den klassischen Aalto, der für 18 Monate in französischer Eiche reift.
Im Foto auf der linken Seite.
Sehr kräftige dichte Gewürznoten. Wunderbare Dichte mit sehr feinen Fruchtnoten und dunklen Noten von Beeren und Cassis. (17,5/20)
Der zweite Wein nennt sich Aalto PS
Dieser Cuvée ist ein Mix aus allen Lagen des Weingutes und der örtlichen Lagen.
Wesentlich kräftiger in der Nase als der Aalto. Noch leicht verschlossen, sehr feine Fruchtnoten mit kräftig runder Note und Struktur. Sicher ein sehr schöner Begleiter zu Rind. (18,5/20)


Dann geht es am späten Vormittag zum Weingut Pagos de Carraovejas.

Auch dieses Weingut wurde erst 1971 gegründet und konnte 1987 mit 9 ha angebauten Weingärten beginnen. Heute werden auf 160 ha ca. 800 Tsd. Flaschen produziert, wobei primär die Rebsorten Tempranillo, Merlot und Cabernet Sauvignon verarbeitet werden. Hier bekommen wir in einem schönen Verkostungsraum eine gesamte Bandbreite der Möglichkeiten in den Riedel-Gläsern zur Verkostung vorgesetzt. Und zwar gibt es erst 4 rote Weine und dann anschließend die 4 weißen des Weingutes, welche eben dann nicht aus der Region Ribera del Duero stammen.

In der Gruppendiskussion stellte sich dann tatsächlich heraus. Das die weißen Wein des Weingutes besser abschnitten als die roten aus der Region.
 
Die roten hatte ich vor Ort mit 15 – 16 Punkten bewertet, und die weißen lagen bei mir zwischen 16 und 18,5 Punkten.


Dann zur späten Mittagszeit ging es zu einem Weingut namens CEPA 21. Cepa ist im spanischen im Prinzip die Bezeichnung für die Weinrebe, und die 21 im Namen des Weingutes soll das Jahrhundert 21 symbolisieren, in welchem wir derzeit sind und das in moderner Architektur gestaltete Weingut symbolisieren soll.

Es werden hier auf 50 ha eigenen Rebflächen die Weine angebaut, und das Weingut kauft noch von anderen Winzern die Trauben von weiteren 50 ha. Gegründet erst im Jahre 2007 ist dies das zweite Projekt von dem Spanier Emilio Moro, der bereits ein Weingut hat.
Interessanterweise werden hier die Weine so vergoren, das die malolaktische Vergärung bereits im Eichenfaß vollzogen wird. Wir bekamen hier auch einen klitze kleinen Mittagsimbiß, der uns gut schmeckte, aber nach dieser dritten Verkostung nicht wirklich zufriedenstellte. Die Weine konnten mich ebenso nicht wirklich überzeugen. Meist recht unstrukturiert und so gemacht, das Frucht, Alkohol und Säure sehr separat nebeneinander standen.
 
  


Dann ging es zur letzten Adresse an diesem Tag, welches ein für mich bisher nicht bekanntes Weingut war, denn wir hatten dieses auf der Erkundungstour vor 3 Jahren nicht besucht. Das Weingut heißt Portia und ist eines der Projekte von dem Architekten Sir Norman Foster, welches das bisher einzige Weingut aus dem Hause Foster ist. Erbaut in den Jahren 2003 bis 2010 werden auf dem Weingut heute auf ca. 160 ha Weine angebaut, welche zum Teil mit 40 Jahre alten Rebstöcken bepflanzt sind. Das Weingut gehört zu Weingruppe Faustino, welches eines der ganz großen Anbieter in Spanien ist. Nach Aussagen der Führerin unserer Gruppe hat das neue Gebäude des Weingutes 28 Mio. € gekostet.

Wir waren hierher also nicht mit zu großen Erwartungen hingefahren, doch aber sehr gespannt über die Architektur, welche im Gesamteindruck doch spannend, zum Teil imposant, aber auch in diversen Details ernüchternd erschien.
 
Eines der wirklich imposanten Aspekte des Weingutes war die sogenannte Weinbibliothek, welche in einem separaten Keller untergebracht wr, der beim Betreten auch wie eine überdimensional aufgeschlagene Büchewand vor einem stand.


Ebenso imposant und eicht überdiemnsioniert für uns als Gäste wirkte der Barriquekeller, der auch entsprechend fulminant illuminiert war.

Die Weine entsprachen einem guten Mittelmaß konnten uns aber auch hier in der gesamten Gruppe nicht wirklich überzeugen. Wir waren schlicht schon Besseres gewohnt.



 

Weinreise Ribera del Duero, der erste Tag

Es sollte mal wieder auf eine 4-tägige Weinreise auf die Iberische Halbinsel in das Gebiet Ribera del Duero gehen. Die Gruppe aus 7 Personen fand sich auf der Busreise vom Flughafen Madrid in die Region schnell zusammen und wir hatten auf diesem Weg in den Standort in der Region Ribera del Duero eine erste Verkostung auf dem Weingut Finca Villacreces.

Die Lage ist deswegen auch speziell, da es genau zwischen dem Fluß Duero und dem international sehr bekannten Weingut Vega Sicilia gelegen ist.
Das Weingut Finca Villacreces wurde erst 2008 gegründet und baut heute auf 64 ha seine Weine an. Insgesamt besitzt das Gut eine Fläche von heute 110 ha. Es werden gesamt ca. 500 Tsd. Flaschen pro Jahr produziert. 

Nach einem kleinen informativen Rundgang durch den Keller und diverse Räumlichkeiten konnten wir im Weinshop 3 der wesentlichen Weine des Weingutes verkosten.


Insbesondere der Negro aus 2011 konnte wirklich überzeugen. Ist allerdings mit seinen 135 € ab Hof auch der mit Abstand am teuerste Tropfen. Die beiden anderen Weine lagen bei ca. 15 – 25.-€
Diese Weinreise wurde veranstaltet von airtour Austria, mit denen ich in den letzten Jahren bereits recht viele solcher Weinreisen unternommen habe. Und auch in diesem Jahr hier in die Region Ribera del Duero war es ausgezeichnet organisiert.
Am Abend nach dem einchecken im Hotel ging es dann mit der ganz kleinen Gruppe in eine Tapas Bar in Aranda del Duero, wo wir uns köstlich an den kleinen Speisen und den in Spanien immer noch recht günstigen Weinpreisen in der Gastronomie laben konnten.



 

Thunfischspieße auf Focaccia mit Röhren Pfifferlingen

Zunächst habe ich erst einmal am Nachmittag ein Blech Focaccia gebacken, was nach dem Rezept der Wildbakers eine recht einfach, schnelle und sehr schmackhafte Sache sein kann. Dieses schnelle Hefebrot mit viel Olivenöl kombiniere ich dann zum Schluß noch mit einigem Thymian und Rosmarin on top aus meinem eigenen Garten. Das sind die dunklen Stellen auf dem Brot obenauf und schmecken in Kombination mit dem frisch gebackenen Brot ganz besonders gut. So kommt das dann aus dem Ofen raus:

Diese Focaccia ist nach dem Rezept eines der wenigen Zubereitung von Brot, welche eben nicht über Nacht irgendwie gären oder quellen müssen, um den Teig entsprechend gehen zu lassen. Muß dafür aber auch innerhalb 3-4 Tagen verspeist werden, sonst schmeckt es nicht mehr wirklich frisch.
Am Abend hatte ich von einem meiner Brüder Besuch und es sollte die Thunfisch-Spieße geben, welche ich dann noch mit dem Focaccia kombinieren wollte. Das Rezept der Thunfisch-Spieße kommt aus dem Buch Miso von Claudia Zaltenbach auf Seite 168 und muß am Abend vorher bereits in der Misopaste und weiteren Zutaten mariniert werden. Dazu gab es noch vom Samstag-Vormittag auf dem Markt eine Tüte voll Röhren-Pfifferlinge von meinem Pilz-Stand und das konnte dann ein entsprechend interessantes Gericht in seiner Kombination werden.
Zur Zubereitung:
Von dem Focaccia schneide ich jeweils 2 mitteldicke Scheiben die zuunterst auf den Teller landen, welche mit einem guten Olivenöl beträufelt werden. Die Pilze gut säubern, mit 1-2 Schalotten kleingeschnitten in einer Eisenpfanne mit etwas Butter anschwitzen und mit ein wenig Weißwein oder Sake ablöschen. Die Spieße habe ich vorher nach Rezept auf Spieße entsprechend vorbereitet und dann auf jeder Seite für ca. 15-20 Sekunden in einer heißen Pfanne angebraten und kann die Spieße dann auf den Focaccia Streifen entsprechend anrichten. Hat wunderbar geschmeckt und sieht dann so aus in Kombination mit der Avocadocreme.

So etwas näher im Detail:



 

Sophia’s im Charles Hotel München, ein Wiederbesuch

An einem der letzten Wochenenden besuchte ich mit einem meiner Brüder einmal wieder das Sophia’s im Charles Hotel in München. Da an diesem Wochenende auch andere Großveranstaltungen wie das Oktoberfest in München liefen, war das Restaurant recht schwach besucht. In den vergangenen Jahren war ich so ca. 2-3 mal hier bereits mittags oder auch abends mit anderen Freunden, wo man auch auf der Restaurant-Terrasse mit Blick auf den angrenzenden alten Botanischen Garten sitzen kann. Und obwohl mitten in der Innenstadt, gerade einmal ca. 4 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt ist es eine ruhige Ecke mit gewissem Wohlfühlcharakter. Der Küchenchef Michael Hüsken war zwar an diesem Abend nicht zugegen, was aber der Qualität der aufgetragenen Gerichte keinen Abbruch tat. Da wir erst zu 19:30 Uhr einen Tisch reserviert hatten, sollte es bei einem kleineren Menü à la Carte bleiben. Ich bestellte mir:
Tomatenessenz mit Bayer. Garnele
Oktopus mit Kürbis, Yuzu und Brunnenkresse
Steinbutt mit Fenchel und Artischocke
Dazu bestellten wir und einen Sauvignon Blanc vom Weingut Schneider aus der Pfalz.
Zur Tomatenessenz:
Insgesamt war der Teller recht fein abgestimmt, und die Tomatenessenz so kräftig gewürzt, das sie den Garnelen auch seinen Geschmack abgeben konnten. Die Sprossen noch fein knackig, wobei mir das Geschirr (Rosenthal) zu diesem Gericht nicht so richtig passen wollte. Farblich würde das Gericht wohl in einem weißen Porzellan wesentlich besser zu Geltung kommen. Oder ich würde diese Suppe in einem schwarzen Teller servieren, wo man sich dann wesentlich mehr auf den Geschmack des Gerichtes konzentrieren würde.

Dann kommt der Zwischengang mit dem Oktopus:
Auf dem Teller war der Oktopus erst einmal nicht wirklich zu entdecken, denn ein wenig von den weiteren Zutaten verdeckt. Der Oktopus recht gut gegart und weich, so das die weiteren Zutaten auf dem Teller ein wenig in den Hintergrund traten, was dem Geschmack aber nicht wirklich einen Abbruch tat. Ein paar kleine Chips aus geschmacklosen Teig, etwas feiner Salat und der Kürbis, welcher aber nicht wirklich dazu paßte. Ansonsten ein feiner Teller mit guter Zwischengang-Qualität.

Der Hauptgang mit dem Steinbutt:
Das war ein sehr fein gedünstetes Stück Fisch von besonders dicker Ausführung, welches von außen mit feinen kräftigen Aromen versehen war und innen noch sehr saftig bis fast glasig. Dieses Filet war von der Küche kombiniert mit ein paar Stücken sehr fein gegarten Artischocken und einem fein geschnittenen Fenchel obenauf dekoriert.

Unsere Weinauswahl mit dem kräftigen Sauvignon Blanc vom Weingut Schneider paßte ganz gut zu den Speisen und war auch entsprechend schnell ausgetrunken.
Mein Gesamturteil: 17 von 20 Punkten.



 

Kürbissuppe mit Herbsttrompeten ud Holunderessig

Vor ca. 2 Jahren hatte ich bereits ein ähnliches Rezept hier veröffentlicht. Insbesondere Kürbissuppe kann man ja auf wirklich sehr viele Varianten herstellen. Da eignet sich dann auch besonders der Hokkaido Kürbis, dessen Schale ohne Probleme, bei kräftigem waschen und abbürsten, komplett mit in der Kürbissuppe verarbeitet werden kann. Diesmal habe ich mir eine etwas dicker Variante erstellt, was auch so ein wenig im Foto nachzuvollziehen ist. Auf dem Markt also ein Kürbis erstanden, weiterhin an dem Pilzstand ein kleines Tütchen Herbsttrompeten dazu eingekauft, welche einen schönen Kontrast zu kräftigen Kürbissuppe bilden können. Die Pilze noch gut reinigen, ein wenig die Stilenden abschneiden, und in mundgerechten Stücken nach Fertigstellung zur Suppe geben. Zum guten Schluss kommt diesmal eine Variante ins Spiel, welches ich einige Tage zuvor erst in einem kleinen Fläschchen geschenkt bekommen habe. Ein Holunderessig, der recht süß schmeckte, aber ähnlich wie ein Acceto Balsamico seine Wirkung in der warmen Suppe ausbreiten konnte. Je nach Bedarf kann man dann noch ein wenig Grünzeug wie Frühlingszwiebeln oder etwas Petersilie darüberstreuen. Und so sieht das dann im Teller aus:
  



 

Knusprige Hähnchenflügel mit Karotten Kimchi

Dieses Rezept stellt eine Kombination aus zwei Ländern und zwei Kochbüchern dar, welche ich in den letzten Monaten mehrfach zu Rate gezogen habe. Japan und Korea sind sich in Ihrer Küche garnicht so weit entfernt. So nehme ich das Rezept aus Stevan Pauls Buch meine japanische Küche das Rezept für „Tuba Shichima“ auf Site 127 und kombiniere es mit dem „Tanggun Kimchi“ aus dem Buch Kimchi, die Seele der koreanischen Küche. Generell ist diese Kombination von 2 Gerichten nicht gerade eine Kombination für die spontane Küche, denn so ein Kimchi braucht immer seine Zeit der Fermentieren. Dagegen ist natürlich die Zubereitung von so einer Portion Geflügel-Flügel eine schnelle Sache im Ofen. Hier bildet sich also auch eine Kombination aus warm und kalt, und je nach den Gewürzen kann man das Gericht dann entsprechend noch mit der Zugabe von Salatkomponenten eine gewisse Säure hier hinzugeben. So sieht das dann aus, wenn es auf einem großen Teller für die Tischrunde angerichtet wird:



 

Topinambur Kimchi aus Karotten I Shiitake I Feldsalat

Ein schneller Teller so in der Mitte der Woche kann sich aus diesen 4 Zutaten schnell auf dem Tisch landen.
Topinambur gibt es inzwischen bereits im September auf dem Markt, also 2 Knollen mitgenommen.

Kimchi aus Karotten (Tanggun Kimchi) hatte ich vor ca. 2 Wochen angesetzt und konnte so ausgezeichnet zu auch diesem Gericht hinzugefügt werden.

Die Shiitake Pilze am besten frisch vom Markt, oder auch bereits im Supermarkt heutzutage zu erstehen.

Und dann noch der Feldsalat oder ein ähnliche salalartige Beilage zur Abrundung der warmen/kalten Zubereitung auf dem Teller.
Zubereitung:
Die Topinambur gut waschen und mit einem Sparschäler leicht von der braunen äußeren Hülle befreien. In 2-3 mm dicke Scheiben schneiden und mit einigen Tropfen Zitronensaft beträufeln. Die Shiitake vom Stengel befreien und von innen mit einigen Tropfen Sojasauce benetzen. Feldsalat auf dem Teller anrichten und je nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und Olivenöl anmachen. Die Topinambur in der Pfanne von beiden Seiten ca. 3 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten und auf dem Teller so anrichten, das die gelbe Rüben darauf platziert werden können. So angerichtet bildet dieser Teller eine schöne Kombination aus warmen und kalten, sowie süßlichen und sauer salzigen Komponenten.

Ein paar Cocktailtomaten aus dem eigenen Garten kamen auch noch hinzu.



 

Tag der offenen Tür bei „woodenideas“ by Pierre

Am letzten Wochenende gab es einen Tag der offenen Tür bei einem Gastronomen, Service-Menschen und Franzosen aus dem Elsaß, der sich seit Anfang des Jahres mit einem neuen Thema beschäftigt.

Wein hat ihn immer schon beschäftigt, nicht nur im Service, sondern auch wenn es darum geht die Asseccoires rund um das Thema Wein einmal anders zu bearbeiten. Also machte sich Pierre zur Aufgabe, einmal die Weinkisten aus Holz, Weinkorken aus Kork, Etiketten oder auch Kronenkorken einmal anders zu verarbeiten. Tischplatte, bzw. besser gesagt Bistrotische sehen jetzt plötzlich lebendiger aus und leben von der Botschaft der Weinkarten die darin verarbeitet worden sind. Und bei den Tischplatten sieht das dann zum Beispiel so aus:



Die Tischplatten sind aber nicht nur dekorativ, sonder halten auch gewissen Wetterbedingungen stand, da mit Silikon und stabilem Lack verbunden, und können vielen Möglichkeiten dienen die vinophile Runde beim Umtrunk zu anregenden Unterhaltungen anregen. Geschichten um die diversen Weine, welche ihre Flaschen in schöne Holzkisten mit entsprechender Bedrückung bzw. Trennungen versehen, kommen dabei ganz gerne auf. Aber auch ein weiteres Thema wird in der neuen Werkstatt bearbeitet: Licht in ganz unterschiedlicher Form und Verarbeitung der „Lichthalter“. Hier ein Beispiel:

Weitere Beispiele findet Ihr auf der web-site von woodenidears by Pierre.
Link der web-site unter dem Menüpunkt „Links“ und „Der gedeckte Tisch“ bei mir.


 

Fette Henne auf Gelber Beete Carpaccio

Jetzt im Spätsommer habe ich mal wieder einen recht selten auf dem Markt zu findenden Pilz ergattert, der mehr wie ein krauser Wuschelkopf aussieht, aber trotzdem nach der Zubereitung wunderbar schmeckt. Die Fette Henne ist ein Pilz der unheimlich groß werden kann, wobei am letzten Wochenende ich mir einmal ein mittelgroßes Exemplar für ein paar Euro erstanden habe. Im Gesamten sieht der Pilz dann erst einmal so aus:

Aber interessant wird es dann von der Optik erst, wenn man diesen Pilz aufschneidet. Von außen sehr zerfusselt und kraus, aber von innen zeigt sich dann eine tolle Optik mit vielen Verzweigungen fast wie bei einem Blumenkohl, oder auch unseren Gehirnwindungen.

Um das aber nun zu einem Gericht auf dem Teller zusammenzustellen, habe ich mir eine gelbe Beete an meinem Gemüsestand erstanden und dann den folgenden Teller zusammengestellt:
Zutaten:
1 mittelgroßer Pilz – fette Henne
1 mittelgroße gelbe Beete – in dünne Scheiben geschnitten
Salz, Pfeffer
etwas Feldsalat und je nach Bedarf sonstige kleine Zutaten
Butter zum anschwitzen und etwas Olivenöl
Ein Schuss trockener Weißwein
Zubereitung:
Die gelbe Beete sehr gründlich schrubben und trocknen. Dann mit einem Gemüsehobel oder einem sehr scharfen Messer in möglichst gleichmäßige dünne Scheiben schneiden. Auf dem Teller anordnen und mit Salz sowie Pfeffer bestreuen, und für ca. 15 Minuten warten, bis der Rest des Gerichtes darauf angerichtet werden kann. Die Fette Henne vom festen Strunk befreien, alle weiteren Verschmutzungen vom krausen Kopf befreien, und den Rest des Pilzes in mittlere mundgroße Stücke schneiden. Die Butter in der Pfanne mittelstark erhitzen und die Pilzstücke darin für ca. 4-5 Minuten anschwitzen. Salzen, pfeffern und mit dem Weißwein vorsichtig ablöschen, und wenn der Wein fast verkocht ist kann schon fast angerichtet werden. Auf dem Teller angerichtet können noch ein paar Tropfen Olivenöl darüber geträufelt werden.

Bon appetit.