Alle Beiträge von Olaf Hoffmann

Forum Vini in München mit dem Weingut Clemens Lang

Bevor es am Wochenende zu den Vorbereitungen für meine große Bordeaux Verkostung am Sonntag geht war ich noch kurz auf einem Abstecher auf dem Forum Vini am Freitag, wo ich zu meiner großen Überraschung das Weingut Clemens Lang aus Freiburg-Munzingen mit zwei der Söhne am Stand antreffen konnte. Zum Weingut Clemens Lang ist von meiner Seite zu erzählen das ich bereits in den 90er Jahren auf einem der ersten Forum Vini in München, wohl noch im Regina Haus oder dann auch im Löwenbräukeller immer wieder uns begegneten und ich nicht nur fast jedes Jahr einige Kisten Wein mir bestellte, sonder auch ein Kollege hatte Kontakt als Grafiker, der auch für den Oase Verlag arbeitete und selbst mein Bruder fuhr in einem Jahr einmal bei den Langs im Weingut vorbei, um einige Flaschen aus dem Weingut mit nach Südfrankreich zu nehmen. Jetzt sind also die Söhne so groß und herangewachsen, das diese bereits im Keller und im Weingarten mitarbeiten und da es nicht nur mit neuen Etiketten ein paar Weine aus anderen Rebsorten gab, konnte ich hier gleich mal wieder etwas spannendes verkosten.
Das Weingut Lang nennt es Piwis, was sich folgendermaßen erklärt:
Von der website des Weinguts:
„PIWIs sind jung, frech und biologisch. Die Abkürzung PIWI steht für pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Diese neuen Rebsorten besitzen, durch Kreuzung mit Wildreben, natürliche Abwehreigenschaften gegenüber Pilzkrankheiten. Sie senken den Bedarf an Pflanzenschutzmitteln langfristig und minimieren den Arbeitseinsatz.“
Ich konnte also 2 weiße und einen roten verkosten:

  1. Goldammer, von der Rebe her Johanniter aus 2016.  Feine Frucht mit einer kräftigen süßen Fruchtnote, richtvoluminös am Gaumen und einem guten Abgang. (15/20)
  2. Weißling, Cabernet Blanc genannt aus 2016. Mit einer sehr kräftigen und interessanten Nase nach Kräutern, trockenen Früchten, fast Maccia stich einem der weiße Tropfen schon gut in die Nase. Feine Würze am Gaumen, der sich aber gegenüber der Nase etwas abschwächt. (16,5/20)
  3. Cabernet Jura, eine rote Traube, welche für 12 Monate ein Barrique gesehen hat und mit einer feinen Frucht und recht guter Struktur am Gaumen sich präsentiert. (16/20)


Hat mich sehr gefreut einmal wieder alte Bekannte aus der Weinwelt, wenn auch die nächste Generation, getroffen zu haben.
Link zum Weingut unter meinen Links Adressen.



 

2 Rezepte aus einem neuen Kochbuch von Stevan Paul

Rezepte für jeden Tag ist der Untertitel des neuen Kochbuchs von Stevan Paul. welches ie japanische Küche zum Thema hat. „Meine japanische Küche“ als Buchtitel ist so damit eine weitere Erklärung zum Gesamtthema der japanischen Küche, welche nicht nur von seinen Zutaten, sonder auch von so manchen Zubereitungen sehr speziell sein kann. Also wandelt Stevan Paul nach Bedarf ie Rezepte so um, wenn man will, das auch mit hier überall zu erstehenden Zutaten und Zubereitungen die Rezepte einigermaßen authentisch nachkommen kann. Das Buch kam vor einigen Monaten heraus und hatte mich gleich zu Beginn der Ankündigung angemachte da sich auch der Titel gut darstellte.

Das Buch ist so aufgebaut, das jeweils auf einer Doppelseite die Rezepte dargestellt werden, wobei auf einer Seite die Beschreibung mit den Zutaten steht, und auf der gegenüberliegenden Seite das Rezept mit einem Foto abgebildet ist. Auf den ersten Seiten gibt es eine kleine Warenkunde zu speziellen japanischen Zubereitungen, und dann gliedert sich das Buch in 8 Kapitel von einem Register abgeschlossen. Diesmal gibt es 2 Rezepte aus dem Kapitel „Igakaya und Familienküche“ sowie „Japan vegetarisch“.

Zum ersten Rezept bin ich am Samstag einfach zu meinem Fischhändler gegangen und hb mir ein Netz voll Venusmuscheln gekauft, und die weiteren Zutaten beim Gemüsestand.

Weiterhin brauche ich:
1 Bund Frühlingszwiebeln
25 gr. Ingwer
100 ml Sake
200 ml Dashi
2 El Sojasauce
40 gr. Butter
Die Beschreibung wie alles zuzubereiten ist findet Ihr auf Seite 158 – 159 des Kochbuchs und sehen dann so aus:
  
Ich habe das natürlich in einem der Hering-Ocean tiefen Schüsseln angerichtet. Das Besondere an diesem Gericht ist, das die Muscheln nicht wie Klassischerweise mit Weißwein, sondern mit Same und Ingwer gedünstet werden, was wirklich dem gesamten Gericht und den Muscheln einen ausgesprochen guten Geschmack beifügt. Dazu habe ich mir an dem Abend einen Winzersekt aus dem Bereich Franken vom Weingut Galen geöffnet, welcher ein Silvaner Brut beinhaltete. Sicher könnte man hierzu auch einen angewärmten Same trinken, den ich aber gerade nicht passend im haus hatte.


Und dann gibt es am nächsten Tag einen gerösteten Blumenkohl, der mit einer Gomasio abgeschmeckt wurde. Gomasio ist eine Mischung aus Sesamöl und Meersalz, welches in den Grundrezepten der Warenkunde im Buch am Anfang beschrieben wird. Einfach herzustellen und auch gut aufzubewahren für weitere Zubereitungen. Für dieses Rezept habe ich allerdings noch eine kleine Ergänzung hinzuerfunden, welche in kleingeschnittenem rotem länglichen Paprika bestand. Das Blumenkohlrezept findet Ihr im Kochbuch auf Seite 180 – 181. Und dann sieht das gesamte auf dem Teller dann so aus:


Den roten Paprika hab ich ganz bewußt als kleinen Farbkontrast gewählt, und ergänzt sich mit der im Rezept verwendeten Vinaigrette ganz gut, da ich den Paprika auch nur mit Butter angebraten habe und mit ein wenig Dashi abgelöscht.



 

Riga, die lettische Hauptstadt, kulinarisch im Herbst 2017

Aus Anlaß eines Seminars war ich in der letzten Woche für einige Tage in Riga, wo ich zuletzt vor ca. 10 Jahren weilte und eine Menge an positiven Änderungen feststellen mußte. IIID (International Institute for Information Design) veranstaltete ein 2-Tages Seminar, wo ich einen Vortrag zu Weinetiketten halten sollte. Das Seminar fand in der Kunstakademie von Riga statt, welches früher eine Schule war.

Sa ich aber bereits am Vortag des Seminars anreiste und auch noch 2 1/2 Tage anhängen konnte, hatte ich die Gelegenheit einige Locations in der Stadt zu besuchen, welche mir bisher fast gänzlich unbekannt waren.Wie gesagt, es hat sich eine Menge getan. Da ich ein Hotel recht nah am Tagungsort gebucht hatte, war es mir bereits am ersten Abend möglich in einem kleinen aber sehr feinen Weinladen eine Flasche französischen Rotweins zu erstehen, welche mich für die nächsten Abende so einen gewissen Abendschluck garantierte.
  
Diese Flasche aus dem Cotes de Roussillon war gerade richtig für den Zweck welche sie erfüllen sollte.
Aber ich will hier mal nur nicht die Restaurant Besuche wiedergeben, sonder auch auf dem Seminar gäbe es 2 Gelegenheiten mit den Weinen der Welt Bekanntschaft zu machen. Beginnen sollte es mit einem Grünen Veltliner, der von der österreichischen Botschafterin spendiert wurde, welchen wir dann zu einem Empfang der Botschaft in der Akademie genießen konnten.

Die Grüne Veltliner war sehr präsent, zeigte wunderbare Säurenuancen und mit dem Jahrgang 2008, wenn ich mich richtig erinnere, war dieser Tropfen eine doch etwas außergewöhnlich gute Begleitung zu den Anlässen während der Seminartage. Ganz besonders erstaunt hatte mich allerdings ein „Wein“ aus dem Gastgeberland Lettland.Hier wurde einmal nicht ein 08/15 Prosecco ausgeschenkt, sonder von einem lokalen Anbieter konnten wir einen weißen Tropfen genießen, der in klassischer Vergärung, wie ein Weißwein im Stallten vergoren einen 11,5% vol/Alc. Rhabarber.Wein verkosten der durchaus für einen klassischen leichten Weißwein gehalten werden konnte.
  
Das Etikett verrät zunächst einmal nicht so wirklich viel, auch wenn auf dem Stempel bereits die Fruchtherkunft verraten wird. Auf dem Rücketikett kann man dann mehr über die Herkunft und Machart erfahren.
In der Nase eine feine Frucht mit Säureanteil, und am Gaumen spürt man dann zunächst eine Fruchtstruktur, welche mit einer gewissen Säure und leichten Gewürznoten sowie etwas Zitrus daherkommt. Wirkt frisch und fein, sowie mit der richtigen Kühlung, welche der Wein hatte, ein frische Note mit fruchtigem Abgang und etwas Süße.
Dann ging es am nächsten Tag zum ersten Lokal, welches ich hier kurz neben weiteren anderen beschreiben will. Die links zu den web-sites findet Ihr dann unter der Rubrik „Links“.
Muusu in der Altstadt von Riga

In einem der alten Häuser gelegen, gegenüber dem Dom, wo sich der Vorraum wie oben gesehen darstellt wo ich bereits am ersten Tag kurz am Nachmittag vorbeischaute, denn das Lokal hat im Prinzip den ganzen Tag geöffnet und am vierten Tag hatte ich dann für den Abend reserviert, aber leider auch nur einen Platz im Vorraum erhalten.
Dafür war das Angebot auf der Speisekarte recht interessant und auch eine große Weinkarte versprach einen guten Einstieg. Los gehen sollte es mit einer Vorspeise:

Island Crevetten mit Joghurt, Gurke und einem schwarz eingefärbten Brot, welches obenauf lag und eine trotz der wohl Sepia Tinte eine wunderbare leichte Struktur hatte.
Dann ab es noch ein Rindercarpaccio mit einigen Stücken weich gedünsteter Sellerieknolle, Ruccola und den für das Land typischen großen Preiselbeeren, welche auch als Cranberries durchgehen würden.

Als Hauptgericht hatte ich mir zunächst einmal ein Gericht mit Graupen bestellt, welches für die Region sehr typisch ist, aber auch noch sehr fein mit ein wenig Pilzen und Creme, sowie etwas Aceton abgerundet wurde.


Am nächsten Tag besuchte ich zunächst einmal das Kunstmuseum und steuerte dann zum Mittag ein Weinlokal an, welches auch tatsächlich offen hatte, und ich in diesem Fall der einzige Gast war. Das Moltto liegt in der Gertrudes iela 20 (Gertrud Strasse 20) und ist wirklich sehr typisch eingerichtet wie ein Weinbistro und Lokal.

Das Foto unten zeigt auf der linken Seite alle Flaschen, welche im Prinzip auf der Weinkarte angeboten werden. Eine sehr schöne Idee, die ich in einem Weinlokal bisher noch nicht so oft gesehen habe.


Ganz in Ruhe konnte ich mir das Lokal ansehen, und mir dann 2 Gerichte aus der Karte auswählen, welche mir ebenso recht typisch vorkamen und ausgesprochen gut gefallen haben. Los geht es mit der Vorspeise welche sehr interessant präsentiert wird auf einem schwarzen Teller.

Auf rohen ganz dünn gehobelten Kohlrabischeiben türmen sich die Salatblätter mit den Fetzen von der Ente und einige Stückchen Tomaten und einigen Raspeln von Käse.
Und zum Hauptgang gibt es ein Schweinefilet von Grill mit kleinen Kartoffeln und kleinen Tomaten sowie einem Pilzmousse, welches ausgezeichnet zum Flesch aber auch den weiteren Zulagen paßt.

Das war also der Mittag und es ging am Nachmittag wieder in die regnerische Stadt, wo ich mir ein paar bekannte Plätze ansah und noch zwischendrin ein Glas Wein genehmigte.

Riga ist einer der Städte in Europa wo die meisten sehr gut restaurierten Jugendstil Häuser zu sehen sind.
Am Abend sollte es dann ein kurzer Besuch bei einem Italiener um die Ecke sein, der mir bei einem meiner Wege ins Hotel zurück aufgefallen war.
Das Lokal mit dem Namen Prego liegt in der Antonijas iela (Anton Strasse) wo es dann auch eine Vorspeise und einen Hauptgang zu verspeisen gab.

Die Vorspeise war ausgewiesen als Gelbflossen Thunfisch Carpaccio, welches dann mit viel Dekoration und Avocado, dünn geschnittenen Succiniröllchen und Salat auf den Teller kam. Das Carpaccio sehr ordentlich abgeschmeckt und insgesamt frisch und git.
Dann zum Hauptgang eine Entenkeule mit diversen Beilagen, welche sehr fein daherkam und durchaus nicht zu trocken war.


Am letzten Tag ging es dann mittags noch in ein Lokal welches ich wirklich nicht hätte missen wollen. In einem alten Haus im Stadtzentrum, etwas hinter dem Dom und dem Platz gelegen in einer Seitenstrasse liegt das Lokal Valtera Restorans. Ich hatte bereits am Vortag einen Blick durch das Fenster geworfen, und mir gedacht, das ich den Namen doch schon bei meinen Recherchen gelesen hatte. Zur Mittagszeit hatte ich mir gedacht wohl keine Reservierung vornehmen zu müssen, was sich mir dann auch bestätigte, denn ich war einer der ersten Gäste um kurz nach 12. Durch den Eigang herangekommen, betritt man fast schon den ersten Raum der Küche, wo einer der Köche bereits etwas anrichtete. Kurz daneben dieGarderobe, und ich wurde in eines der 2 Gasträume gebeten, die schlicht, aber sehr fein in Holz und mit weißen Farben eingerichtet waren. Der Stil sollte sich auch so fortsetzen. Ich bestellte also auch hier eine Vorspeise und einen Hauptgang und wurde ausgesprochen freudig überrascht über die Qualität einer landestypischen und wohlschmeckenden lokalen Küche.

So wird man am Tisch erst einmal mit einem kleinen Holzbrettchen für das Brot und die Butter empfangen, welche dann auch gleich folgt, sobald man die Bestellung abgegeben hat.

Dieser Anfang mit einem selbstgebackenen Sauerteigbrot und einem kleinen Schälchen einer Kräuterbutter fügte sich ausnahmslos geschmeidig ein in das gesamte Ambiente und das Konzept des Lokals ein. Ich hatte 2 Gerichte Bestellt, welche mit der Vorspeise begannen die da war:

Ein Rindertartar auf Gurkenscheiben mit Kräutern, Käse und kleinen Salatbeilagen. Sehr fein abgestimmt, wobei mir bei so einem Tatar die weiteren Zugaben of immer etwas zu viel sind. Geschmacklich aber wunderbar ausgewogen und fast schon elegant.

Zum Hauptgang gab es dann

eine Schwarzfederhuhn Keule, welche mit ein wenig Salat, etwas Grünzeug ausgesprochen fein schmeckte und sehr fein wirkte.


Das waren also somit meine kulinarischen Eskapaden in der lettischen Hauptstadt Riga, wo es in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung in Sachen Restaurant Angebot gegeben hat, aber auch die diversen Weinlokale und Möglichkeiten zeigen, das hier die kulinarische Welt angekommen ist. Auf ein Neues.



 

Heilbutt mit Krautsalat und Totentrompeten

An einem der letzten Wochenenden gab es beim Fischhändler ein schönes Stück Heilbutt und ich hatte mit vorher schon einen Krautsalat aus dem Olafur Eliasson Buch „The Kitchen“ herausgesucht, der sich als besonders passend zum nicht einmal so besonders fettig ausgefallenen Fischteil harmonierte. Und da es auf dem Markt am Pilzstand in diesen Tagen einmal wieder diese schwarzen „Totentrompeten“ frisch zur erstehen gab, hatte ich meinen Teller mit den drei wesentlichen Komponenten beisammen.

Für 2 Personen benötige ich also folgende Zutaten:
2 Scheiben Heilbutt
150 gr. Totentrompeten
1/4 mittelgroßen Weißkohl
1/2 Knoblauchzehe
1 El Mohnsamen
1 Tl Zitronensaft
2 El Apfelessig
1/4 Tl Honig
4 El Joghurt
1/2 Tl Dijonsenf
1 Spritzer Sojasauce
2 Tl Erdnussöl
Butter und Olivenöl zum Anbraten

Die Zubereitung:
Fisch kalt abspülen und sehr gut mit Küchentuch abtupfen. Bereitstellen und dann die Pilze auf einer großen Schale ausbreiten und alle passenden Teile heraussuchen, so das die kleinen Teile und die schwereren in der Schale als Rest liegenbleiben. Kein Wasser zum Reinigen verwenden. Dann den Weißkohl sehr fein raspeln oder mit einem großen Japanmesser schneiden. Für das Dressing den Mohn, Knoblauch, Zitronensaft, Apfelessig, Joghurt, Honig, Senf und Sojasauce miteinander verrühren und eventuell kalt stellen, falls das Essen erst in einiger Zeit zum Anrichten kommt. Das Dressing dann kurz vor dem Servieren über den Kohl gießen und kräftig durchmischen, sowie mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Der Fisch brauch dann in der Pfanne von beiden Seiten gerade einmal ca. 4 Minuten, wobei ich noch ein wenig Semmelbrösel dazugebe, die auch noch etwas vom Fett aufsaugen. Die Pilze in einer separaten Eisenpfanne mit Butter nur ganz leicht andünsten und alles kann serviert werden.
  

Hat sich wirklich gelohnt mit diesen frischen Zutaten anzurichten und zu verspeisen.


 

herz&niere – ein Restaurantbesuch in Berlin

An einem der letzten Wochenenden mußte ich mal wieder nach Berlin, wo es am frühen Samstag Vormittag der Termin eine Anreise am Freitag zuvor bedingte. Also hatte ich mir einen Flug mit Ankunft am Nachmittag gebucht, so das ein entspannter Restaurantbesuch am Abend auf dem Programm stand. Dieses Mal sollte das Restaurant „herz&Niere“ in Kreuzberg sein, welches in der Fichtener. 31 im Soutterrain liegt. Ich hatte problemlos ein paar Tage vorher übers internet direkt beim Lokal gebucht und auch eine entsprechende Antwort erhalten.

Das Konzept dieses Lokals liegt darin, das die Tiere und Produkte welche verarbeitet werden, nicht nur als Filet auf den Teller kommen, sondern das alle Teile der zu verarbeitenden Produkte in irgendeiner Form auf den Tisch und Teller kommen. Das war also meine Motivation dort auch einmal reinzuschauen und die diversen Produkte zu versuchen. Ich wählte also eines der Menüs mit Innereien und alles was so eine Küche bietet mit dem Titel „Kopf bis Fuß“. Wer aber denkt hier gibts nur so fleischige Genüsse, weit gefehlt, denn es gibt auch vegetarische Menüs, welche ebenso die Komplettverarbeitung eines Produktes als Konzept zugrunde gelegt haben.

Und ich war von dieser Auswahl, wo ich mich für 5 Gänge entschieden hatte durchaus sehr angetan.

Los geht es mit einer Leber in Kombination mit diversen Gemüsen sowie einer frischen Komponente eines Wildkräutereises. Das also als erfrischende Komponente was erstaunlich gut paßt und fein Kräuterich ausgewogen ist.

Es folgt ein nächster mit einem Produkt, welches ich wirklich noch nie verspeist habe. Schweinehirn hier kombiniert mit Erbsen, mange tour, rosa Zwiebelringen und einem feinen helle Schaum der sich durchaus gut zu den Beilagen, aber insbesondere zum Hirn paßt.

Als dritten Gang gibt es ein Blutwurstbeuscherl mit einer auch festen hellen Blutwurst und einigen sautierten Pilze, welche ein wenig zur Geschmackskomponente beiträgt, aber die dunklen Basis auf dem Teller macht doch die Hauptrichtung aus.

Und dann geht es so richtig in die Innereien der Tiere weiter. Kalbsnieren mit Entenherz, welche rosa gebraten und schön weich geblieben sind und ebenso wie die meisten Produkte hier immer so auf den Punkt gedünstet bzw. gebraten wurden. Die dagegen kräftig angerösteten Gemüse wie Rosenkohl oder auf der in Streifen geschnittene Kohl geben seine Röstaromen dazu.

Und zum Abschluss gibt es noch einen weiteren deftigen Gang, denn im Restaurant bestelle ich selten einen süßen Dessert, auch wenn ich den gelegentlich selber koche und bei mir anbiete. Hier gibt es also zum Abschluss ein Schweineschnäutzchen – -wie, ja richtig gelesen, die weiche Schnautze eines Schweins, sehr weich gedünstet und mit dunklen Noten wohl so verfeinert das es richtig gut wirkt. Die Beilage dazu mit etwas Blutwurst, Kraut und einigen kleinen Rieslingtrauben, welche recht viel Kerne enthielten, was aber zum ganzheitlichen Konzept dazu gehörte.

Das waren also die 5 Gänge des herz & Niere, welches mir insgesamt von der Atmosphäre, dem Interieur, aber auch vom Service her gut gelungen erschien und sich aber insbesondere auch in der Weinkarte fortsetzte.

Wer mehr wissen will schaut unter den links bei Restaurants.



 

Bordeaux Weinreise der vierte Tag im Saint Estèphe und Margaux

Am vierten Tag dieser Bordeaux Weinreise sollte es zunächst in die Region Saint Estèphe auf das Weingut Cos d’Estournel gehen. In den vergangenen ca. 12 Jahren war ich bereits 2 mal dort zu Verwüstungen, wobei beim letzten Besuch das Weingut gerade seinen neuen Keller komplett neu und umgebaut hatte, und wir durch den noch nicht in Betrieb genommenen Gärkeller lustwandeln konnten. So sieht dieser heute aus:

Aber das ist ja nur eine Etage des neuen Kellers, denn darunter befindet sich der Barrique-Keller, der ebenso imposant erscheint, wie der auf ebenerdiger Lage.

Da auch hier auf einem der Grand Cru Classée Weingüter Wert auf sanfte Bearbeitung der geernteten Trauben geachtet wird, konnten wir beobachten, das auch n diesem Tag als wir Ende September das Weingut besuchten, die Kisten mit den geernteten Trauben erst einmal mit einem Förderband auf die oberste Etage transportiert werden, dort aussortiert, und dann auf die ebenerdige Ebene der Gärbehälter ohne Pumpen der Trauben das Lesegut verbreitet werden kann.

Hier zeigt sich besonders, wie unterschiedlich auch in Bordeaux mit den Trauben umgegangen wird. Hier mit kleinen Kisten, welche in die obere Etage transportiert werden, und anderswo wird direkt im Freien vor dm Weingut auf dem Sortiertisch direkt ausgelesen und die Trauben werden weiterverarbeitet. Nach einem kleineren Rundgang, auch durch die Schloßetage, welche inzwischen zu einem eleganten Empfangsbereich ausgebaut ist, ging es zur Verkostung in einen neu eingerichteten Verkostungsraum.

Insbesondere hier auch auf Cos d’Estournel sehr professionell aufbereitet und der Verkostungsraum so eingerichtet, das fast keine Wünsche offen bleiben. Nicht überkandidelt wie etwas auf Ch. La Tour mit seiner absolut kalten Ästhetik, sonder hier strahlt die Räumlichkeit, die Gastgeberin, aber auch die professionelle Aufbereitung im Verkostungsraum sehr angenehm zu Atmosphäre bei.

Je ein Glas pro verkostetem Wein, eine kleine Weinlsiite mit den Jahrgängen, ein Notizbuch mit Stift und ein Ambiente zum andächtig werden. Was will der Weinverkoster mehr?
Das Weingut Cos d’Estournel hat ca. 100 ha Weinreben, wo primär rote Sorten angebaut werden, es gibt aber auch SB und Semillon.
Es gab also bei dieser Verkostung 5 rote und einen weißen von Cos d’Estournel. Begonnen wurde der Reigen mit dem Zweitwein Les Pagoden de Cos aus 2011 und dazu gleich auch den Grand Von von Cos aus 2011, der sehr interessant so nebeneinander stand. Die Zusammensetzung des Les Pagoden ist mit 65% CS und 33 % Merlot sowie 2% PV zu verzeichnen und der Grand Vin hat eine recht ähnliche Cuvetierung. Den Grand Von bewerte ich etwas einen Punkt höher als den Pagodes.
Dann wird es aber wirklich interessant mit den älteren Jahrgängen der Grand Vins.
Cos d’Estournel 2008 aus 85% CS, 13% Merlot und 2% CF
Sehr feiner Gaumen mit frischen Noten und tollen Fruchtaromen mit reifen Noten. (18/20)
Dann folgt der Grand Vin aus 2006 der zwar ein wenig weniger CS enthält, aber deswegen kaum schmäler wirkt. 78% CS, 20% Merlot und 2%CF. (18/20)
Gefolgt vom Grand Vin aus 2003, dem heißen Jahr, welches aber gerade auf den Weingütern mit gutem Material immer noch recht ordentliche Resultate hervorbrachte. Für mich so 16/20 Punkten.
Zum Schluss gibt es dann noch den weißen vom Cos d’Estournel. Eine sehr feine würzige Nase mit schöner Frische, feiner Säure und leichter Zitronennote sowie Noten von grünem Staudensellerie. (18/20) Die weißen Sorten werden auf diesem Weingut erst seit 2005 geerntet.

So sieht dann die Reihe der Flaschen aus, welche wir verkosten konnten.


Und zum Abschluß geht es mit der kleinen Verkostungsgruppe in die Region Margaux, wo wir das Weingut Ch. Prieuré-Lichine besuchen. Dieses Weingut ist auch eines der klassifizierten aus 1855 in Margaux und baut auf ca. 80 ha seine Weinreben an. Der Zweitwein hat einen Namen der Confidences lautet und die weißen Sorten setzen sich aus Sauvignon Blanc und Semillon zusammen.

Hier sieht man am Firmenschild, wie man es nicht machen sollte. Plexiglasplatte zwar schönbedruct, aber mit Abstand vor eine helle Betonwand gehängt spiegelt sich die gesamte Schrift bei der Sonneneinstrahlung direkt nochmals auf der Wand was dieses Goppelbild erzeugt. Seit wies ist. Kommen wir zum Weingut. Hier wurde vor kurzer Zeit ein neuer Keller installiert, der dann mit neuen Betoncuves ausgestattet wurde.

Das ist ja wirklich nicht das erste Weingut in Bordeaux wo wir solche Betonbehälter sehen, auch wenn die Form sich unterscheidet, denn früher wurden diese schlicht gerade gemauert, wie auch die Bilder aus Haut-Bailly zeigen. Hier wird dann noch mit Licht unter den Cuvées die ganze Situation beleuchtet, und hier zeigt sich auf dem Foto auch nur die Beleuchtungssituatin wie ich sie im Keller direkt vorfinde. Kein Foto-Blitz oder sowas.

Da wir auch hier zur Mittagszeit zugegen waren gab es zuerst eine kurze Führung durch den Keller und wie sonst auch immer die üblichen Erklärungen zu den Feinheiten der speziellen Weinbereitung auf dem Weingut oder sonstige Spezialitäten der Region und des Terroirs. Die Weine sollten wir also auch hier zum Essen serviert bekommen, wobei ich mich hier auf die Weine mit Ihrer Beschreibung konzentrieren möchte, da das lunch weniger erwähnenswert ist.
Als erstes gab es den Zweitwein La Confidences de Prieuré-Lichine aus 2011, welcher mit einer feinen eleganten Nase sehr vordergründig wirkte und wenig Abgang hatte. (15,5/20)
Dann gab es den ersten Grand Vin des Chateaus aus 2011 welcher sich schon mit einer gereiften Farbe und fruchtig freien Noten präsentierte. Der Abgang lang mit feinen fruchtig langen Noten und rundem Geschmack. (17/20)
Dann gab es zum Essen Crevetten auf Salat wozu es einen weißen aus 2016 gab der recht leicht wirkte und sich sonst auch nicht wirklich gut präsentieren konnte (15/20)
Dann folgten noch 2 weitere Grand Vin aus dem Chateau der Jahrgänge 2009 und 2006, welche beide recht kräftig, schokoladig und mit weichen Noten sich zeigten. Bei 2006 noch leichte Tannen am Gaumen mit feiner Säure und einer dichten Frucht. Beide (16/20)


 

Bordeaux Weinreise, der dritte Tag: Pessac-Leognan und Sauternes

An diesem dritten Tag sollten es wieder drei Weingüter sein die wir mit Verwüstungen und einem Mittagslunch besuchen sollten.
In der Region Peaac-Leognan:
Chateau la Tour Martillac
Chateau Haut-Bailly
Im Sauternes:
Chateau Suduiraut
Los ging es mit dem von einem Deutschen Namens Kressmann um 1884 gegründeten Weingut, welches als eines von 6 klassifizierten Weingütern im Graves für weiße und rote Trauben steht.

Auf 60 ha Weinbaufläche werden ca. 80% rote und 20% weiße Trauben angepflanzt. Auch hier gab es in 2017 herbe Verluste durch die Fröste im Frühjahr was so beziffert wurde, das es bei weißen Trauben 50% weniger, und bei roten Trauben 30% weniger zu ernten gab. Wir waren an diesem späten Septembertag genau am letzten Erntetag auf dem Weingut und konnten noch beobachten, wie die Ernte bei noch trockener Witterung auf dem Hof des Guten aussortiert wurde.
  
Wir machten mit der kleinen Gruppe eine Tour durch die Keller und Weinlagerstätten, welche über die Jahre wohl gewachsen sind und inzwischen wird ach ein weiteres Weingut betrieben mit dem Namen Chateau Langte, welches auch im Graves liegt. 
Hier in denn Barriquekellern konnte schön an einem Faß beobachtet werden, wie sich ein Weißwein mit seiner Hefe entwickelt und sich die Sedimente nur langsam auf den Boden setzen. Das Faß wurde dazu auf der Seite nicht mit Holz, sonder mit einer durchsichtigen Plexiglasscheibe geschlossen, und so kann man sich vom Fortgang der Hefeentwicklung überzeugen. Ist aber nur zu Demonstrationszwecken eingesetzt. Nach diesem Rundgang ging dann zur Verkostung in einen Seitenflügel des Weingutes was sich mit 2 roten und 2 weißen Weinen fortsetzte.
Bei den roten von Ch. La Tour Martillac gab es einen 2014er und einen 2012er Jahrgang.
2014 zeigt sich mit sehr dichter und dunkler Farbe und kräftiger Säure am Gaumen aber
etwas weniger Abgang und leicht pfeffrig mit spitzen Säurenoten (16,5/20)
Der 2012 dann mit einer recht eleganten Nase und feiner Struktur, leicht verschlossen mit feinen Tannieren und guter Frucht bei mittlerem Abgang. (17+/20)
Die beiden weißen Verkostungsmuster waren zunächst der Zweitwein mit Lagrave aus 2016, welcher 70% SB und 30% Semillon beinhalte. Feine Nase mit leichten Zitrusfrüchten. Am Gaumen dann merkwürdig mit wässigen Noten, später Fruchtansatz im Abgang und ein wenig Säure, so als wäre dieser weiße auch auf dem Weg sich zu schließen oder schon zu verabschieden? (14/20)
Der 2013 dann mit der gleichen Cuvetierung wie 2016. Feine Nase mit Bananennoten, frische grüne Früchte und Pfirsichnoten. Auch hier vordergründig ein wenig wässrig und dann kommt die Säure mit leichten grünen Noten. (15/20)


Dann geht es mit einer kurzen Fast zum Chateau Haut-Bailly, welches ich bereits vor ca. 7 Jahren zu einer Verkostung einmal besucht hatte, aber diesmal sollten wir hier auch unser Mittagessen erhalten und durften im Schloss tafeln, denn hier ist nicht nur eine Küche gut eingerichtet, sondern zum ständigen Personal gehör auch eine ganz Küchencrew.

Auch hier war an diesem Freitag der letzte Tag der Ernte zu Ende des September bereits recht früh eingeläutet worden, denn sonst wurde im Bordeaux in manchen Jahren noch Mitte bis Ende Oktober geerntet um die Trauben auch wirklich reif in den Keller zu bekommen. Das Wetter in 2017 war aber im Sommer zum Teil über Wochen so warm und heiß, das die Trauben einige Wochen früher reif wurden. Hier in Haut-Bailly wird noch recht klassisch in alten Beton Cuves vergoren, was auf den Weingütern recht unterschiedlich gesehen wird, aber selbst manch alteingesessene Weingüter wie Chevalereskeren Blanc haben in Ihren neuen Kellern auch wieder, in moderner Form, sich Betoncuves herstellen lassen, was wir am nächsten Tag auch im Margaux nochmals sehen sollten auf Prieuré-Lichine.

Die Verkostung fand also in Begleitung des Essens statt und somit folgten wir dem Guide auf die Terrasse des Schlosses, wo es erst mal einen Begrüßungstrunk Champagner von Pol Roger gab. Dann folgten verschiedene Amuse Geule, welche mit einer wunderbaren Profiterolle begannen:

Dann ein Löffel mit feinen kleinen Zutaten und einer Crevette obenauf:

Gefolgt von einem Minitartelette mit Creme und Radieschen:

Paßte wunderbar zum Champagner der durchaus auch nochmal nachgeschenkt wurde.
Dann ging es ins Schloss, was bei dem schönen Spätsommerwetter zwar fast schade war, denn draußen auf der Terrasse ließ es sich so recht gut sitzen, palavern und die Köstlichkeiten genießen.

Ein sehr schön gedeckter Tisch, was so in einem Schloss dann auch angemessen ist, begrüßt uns in der Runde und wir suchen uns jeder einen entsprechenden Platz aus.

Der erste Wein zum Essen ist dann der Zweitwein von Ch. Haut-Bailly mit Namen La Parade Haut-Bailly aus 2011. 55% Merlot und 45% CS.
Dicht Nase, sehr weich und warm mit schöner kräftiger Fruchtnote und feiner Säure. Guter Abgang frisch und fein. (16+/20)
Dazu gibt es dann eine Foie Gras welche nicht nur gut dazu paßt, sondern auch vorzüglich angebraten ist.

Dann folgt der Gran Von des Ch. Haut-Bailly aus 2011 und somit haben wir den direkten Vergleich einmal hier zu verkosten, was den Unterschied zwischen Zweitwein und Grand Vin aus dem gleichen Jahrgang auf einem großen Chateux ausmachen. 45% CS und 55% Merlot.
Sehr dunkle Farbe und Nase, feine Noten nach Pilzen und Waldboden, sehr schöne Fruchtnoten, dunkel und gute Dichte am Gaumen mit feinen Abstufungen und elegantem Abgang. (17-18/20)
Dazu gibt es ein Wild mit Gemüse und fein abgestimmter Sauce und Feigen:

Das Finale folgt dann mit einem Ch- Haut-Bailly aus 2008, wo ich sehr gespannt war, denn der Jahrgang 2008 wird of verkannt, da er nicht ein wirklich großer Jahrgang ist, aber immer wieder überraschen kann. Ich habe mir notiert: Eine sehr feine Nase mit viel dunkler Frucht, Gut im Vordergrund, etwas leichter im Abgang, was vielleicht auf den Jahrgang zurückzuführen ist, aber der Gesamtstruktur des Weines keinen Abbruch tut. (18+/20)
Zum Dessert gab es dann noch eine Karamel-Créme welche nicht weiter kommentiert werden muß, aber sonst auch fein schmeckte.

Hier die Flaschen der Verkostung:


Und dann ging des auf einer etwas längeren Fahrt vom Pessac-Leognan in die südlichen Bereiche von Sauternes ins Chateau Suduiraut. Hier wird primär Süßwein produziert, was sich aber in den letzten Jahrzehnten doch als immer schwieriger herausstellt, in Bezug auf den Verkauf dessen, denn die Weintrinker-Gemeinde trinkt doch seit einigen Jahrzehnten nun mehr trockene Weine als die süßen. Hier ist allerdings der Süßwein nicht so zustandekommen, das dem Wein Zucker oder weiterer Alkohol zugegeben wird, sondern in der Region Sternes kann der Botrytis Pilz die Weintrauben im Spätsommer und Herbst so angreifen, durch Nebel in den Vormittagsstunden, das die Trauben aufplatzen und die sogenannte Botrytisfäule beginnen kann, was der Traube primär das Wasser entzieht. Somit werden in dieser Region von einem Weinstock also nicht die Menge Wein für eine Flasche, sondern gerade einmal für ein Glas geerntet.
  
So zeigten sich uns also in den letzten Septembertage die Trauben am Weinstock, welche schon recht weit in der „Reife“ des Botrytisbefalls waren. Es wurde auch hier schon geerntet, wobei hier bei der Lese mehrfach durchgegangen wird, und die Trauben ist einzeln vom Stock entnommen werden. Nach einem kleinen Rundgang durch die Keller ging es dann hier auch zur Verkostung.


Wir durften 3 verschieden Jahrgänge verkosten und begannen mit dem jüngsten Jahrgang, was sich dann auch deutlich zeigt, wie die leeren Tropfen sich weiterentwickeln.
2013, 2006 und 1999 sollten es in der Reihenfolge sein.
2013 mit feiner komplexer Nase und frischem Anklang. Eine sehr dichte Süße mit ein wenig Säure von Früchten, welcher sich in den Jahren wohl recht gut entwickeln müßte. (16/20)
2006 zeigt sich dann etwas verhalten in der Nase. Leicht dumpf mit Caramelnoten, lange am Gaumen mit Honignoten und einer dichten Fruchtsüße. Sehr schöne komplexe Noten im Abgang. (17+/20)
1999 zeigt sich mit honiggelber Farbe und einer sehr feinen leichten Nase mit viel süßen Noten. Würzig und leicht rauchig im Abgang sehr fein aber etwas weniger Säureanteil, der sich wohl schon etwas abgebaut hat. (17/20)

Abschließen sein zu diesem Tag zu sagen, das er in sich recht stimmig war, das Wetter ausgezeichnet mitgespielt hatte, und der Mittagstisch auf Chateau Haut-Bailly natürlich das Seinige für den gesamten gelungenen Tag beigetragen hat.


 

Bordeaux Weinreise, der zweite Tag mit drei Weingütern im St. Emilion und Pomerol

Das rechte Ufer, welches so in Bordeaux genannt wird, weil es rechts des Flussufers liegt, war heute das erste Ziel der kleinen Weingruppe mit 9 Personen wo wir die 3 folgenden Weingüter besuchten:
Chateau Bernateau im St. Emilion
Chateau de Sales im Pomerol
Chateau Haut-Segottes im St. Emilion
Los geht es nach einer knapp einstündige Fahrt vom Hotel in Bordeaux im Chateau Bernateau, welches seit 2012 als biologisch zertifizierter Betrieb auf 28 ha Wein anbaut. Weiterhin gehört zur Familie ein Weingut in der Region Libourne, welches Chateau Tour Peyronneau heißt. Das Wetter war schön, und die Ernte im Weingut war im vollen Gange, was wir sogleich bei Ankunft auch direkt erleben konnten. RoteTrauben wurden in kleinen Kisten auf dem Traktoranhänger angeliefert und sogleich auf den vorbereiteten Weg der Verarbeitung gebracht. In den Trichter zum entraten, dann wurden die Trauben durch den Laser gejagt und auf dem Sortiertisch nochmals mit manueller Handarbeit aussortiert.

So sieht so eine Laser-Aussortiermaschine aus, welche per Luftdruck die „schlechten“ und sonst nicht zu verarbeitenden Anteile der Ernte sozusagen „herausblasen“.  Die Winzerin, welche uns auch die Führung und Verkostung präsentierte, zeigte uns dann die guten Trauben.

Im Weinkeller gab es dann für mich eine Neuigkeit, welche ich in den Kellern des Bordeaux bisher nicht so gesehen hatte. Die großen Cuves, welche direkt nach der Traubensortierung zur Vermischung der Trauben verwendet werden, hatten über die gesamte Höhe der Holzfässer einen transparenten Bereich von ca. 12-15 cm Breite, welcher den Blick auf den Inhalt der gesamten Weintrauben und den Saft, der bereits zum Teil begonnen hatte zu gären, frei gab.


Dann ging es zur Verkostung der 4 Weine aus den beiden Weingütern der Familie, welche insgesamt eine ordentliche Qualität zeigten und die Gruppe erst einmal für den frühen Vormittag beschwinglich hinterließ.
Es gab einen 100% Merlot von Ch. Tour Peyronneau aus 2015 der mit mittlerer Bewertung bei mir ausfiel. Dann gab es einen 2012er von alten Reben, welcher mit einer Cuvetierung von 85% Cabernet Franc und 15% Merlot etwas untypisch, aber mit schönen Aromen sich zeigte und eine elegante Nase zeigte.

Dann wurde uns eine „blind“ gemachte Flasche serviert, die sich später als ein 2010er Ch. Bernateau herausstellte, welcher sich mit sehr feinen Noten und Frische zeigte, wobei gute Frucht mit Kirsch und feinen Noten präsentierte. (17/20)
Zum guten Schluß gab es noch einen leicht gealterten 2001er Ch. Bernateau, welcher schon leicht oxidativ daherkam, aber immer noch mit leichter Frische und eingekochten Früchten sich zeigte.


Dann ging es zum nächsten Weingut von Chateau de Sales, wo wir auch im Weingut unseren Mittags-Lunch erhalten sollten. Chateau de Sales besitzt ca. 90 ha, wobei 42 ha mit Wein bepflanzt sind. Auch Ch. de Sales besitzt ein weiteren Weingut mit dem Namen Chateau Chantalouette. Berichtet wurde uns das zum ersten Mal ein Weingutsdirektor die Geschäfte führt, der nicht aus der Familie stammt. Es werden pro Jahr ca. 200 – 250 Tsd. Flaschen produziert, welche wohl auch verkauft werden. Da allerdings das Wetter im Jahr 2017 in den letzten April Tagen und Anfang Mai so problematisch in Bezug auf Fröste war, hat das Weingut ca. 80% der Ernte in 2017 verloren. Da wir so um die Mittagszeit eintrafen, konnten wir hier unseren Lunch einnehmen und dazu auch dann die drei Weine verkosten, die für die Gruppe zur Verfügung standen.

Der erste Wein sollte ein roter aus dem zweiten Weingut Ch. Chantalouette aus 2013 sein, der ein Cuvée aus Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon darstellte. Ein leichter Wein mit wenig Säure und guter Frucht.

Dazu gab es gebratene Jakobsmuscheln mit Quinoa und Rotwein, Parmesan und Tomaten Tatar.

Dann folgte ein Ch. de Sales aus 2014 der ein Cuvée aus 74% Merlot, 20% Cabernet Franc und 6 % Cabernet Sauvignon bestand. Mit einer schönen Gewürznote paßt er sehr fein zum servierten Rindfleisch und kommt auch noch mit einer gewissen Fruchtnote daher.

Das Gericht dazu:
Filet de boeuf sauce morillon avec ses pommes de terre grenailles à l’ail.

Gut zusammengestellt mit dem Wein und passend zum gut gebratenen noch rosa Rinderfilet.
Dann folgt, klassischerweise wie fast immer in Frankreich bei einer Menüfolge der Käseteller.

Schöne Auswahl aus 4 verschiedenen Käsesorten welche nicht zu kalt und gut gereift auf dem Teller sich mit dem Salat zeigten.
Zum Dessert dann ein Ch. de Sales aus 2008 der eine Mischung aus 79% Merlot und 15% CF und 6% CS besteht. Dichte Nase mit feiner Würze, sehr ausgereift, vordergründig und am Gaumen mit fruchtiger Süße und Ausgewogenheit.


Das dritte Weingut an diesem Tag sollte dann Chateau Haut Segottes sein, welches bereits seit 1850 besteht und mit seinen gerade einmal 9 ha Gesamtanbaufläche 60% Merlot und 40% Cabernet Franc anbaut. Auch hier gab es in 2017 durch die Frostprobleme im Frühjahr ca. 50% Ernteverlust. Wir waren auch hier zufällig am letzten Tag der Ernte im Weingut, was uns in den drei Tagen mehrfach begegnete. Für die Tage Ende September recht früh im Jahr.

Nach einem kurzen Rundgang durch Keller und Weinaufbereitung geht es zur Verkostung der drei Weine, bzw. hier des einen Weins, welcher hier produziert wird, aus drei Jahrgängen. Wir verkosten Ch. Haut Segottes 2014, 2013 und 2011.
Los geht es mit dem Jahrgang 2014 der sich aus 60% Merlot und 40% Cabernet Franc zusammensetzt. Gute Tannen am Gaumen mit Pflaumennoten, feine Säureanteile mit leicht spitzen Noten. (15/20)
Der 2013 er Jahrgang war ein recht schwieriger Jahrgang in Bordeaux was mit 30% Verlust bei der Ernte sich seinerzeit zeigte. Hier zeigen sich weniger Tannen aber mit einer sehr feinen Fruchtnote und leichter Säure wirkt er schon recht ausgereift und trinkreif. (15,5/20)
Schließlich kommt der 2011er ins Glas, der mit einer sehr dichten Nase und sehr schönen und feinen Frucht und leichten Säure Noten mit hellen Tönen sich präsentiert. (16,5/20)

Und nach der Verkostung wird noch ein Faß gelüftet, welches sich ständig neben uns zeigte, aber durch die Abdeckfolie nicht einsehbar war. Hier waren frisch Trauben eingemaischt, welche sich in einem schlichten Barrique Faß befanden, also nicht in einem großen Holzfass, sonder einfach in einem Barrique, wo eines der seitlichen Böden entnommen wurde. Hatte ich so zum ersten Mal gesehen, das sich die Maischevergärung in einem neuen Barrique vollzieht.

So endete der Tag mit einigen neuen Entdeckungen und Erkenntnissen über Bordeaux Weine aus der Region und kleinen wie auch großen Winzern. Santé!



 

Bordeaux Weinreise, der erste Tag mit Besuch in der City du Vin

Was ich bisher nicht realisieren konnte, war in diesem Jahr ein Besuch der Cité du Vin in Bordeaux, an dem Tag bevor die diesjährige Weinreise in Bordeaux losgehen sollte. Da ich so gegen 14:30 Uhr in Bordeaux am Flughafen eintreffen sollte, hatte ich also ca. 3,5 Std. Zeit mich mit Fahrt vom Flughafen, Eichecken im Hotel und der Straßenbahnfahrt zur Cité du Vin Zeit um mir dann dort die entsprechenden Räumlichkeiten mit den verschiedenen Exponaten anzusehen.

Von außen sieht dieses Gebäude mit einem länglichen Teil, wo primär die Ausstellung und diverse Verkostungs- und Verkaufsräume untergebracht sind, wie ein Weinglas aus, welches geraden mit einem kräftigen Schwenk die Oxidation des Glasinhaltes zum Beginnen bringt. Aber weiter mit einigen der dort befindlichen Ausstellungsteile.

Beispielsweise sind an einigen Tischen Riechproben aufgebaut, welche eindrucksvoll aufzeigen können, was so alles an olfaktorischen Komponenten in den Weinen steckt. Oder auch:

Werden in übergroßen hölzernen Weinflaschen in der Ausstellung die diversen Rebsorten ausführlich in medialer Form erklärt.

Sicher sind auch die großen Chateaus in der Ausstellung vertreten, welche in Form von Holzmodellen, hier das Chateux de Cos d’Estournel, aufgebaut sind, wo es später noch etwas zu berichten gibt, denn dort sollte uns unsere diesjährige Tour am dritten Tag auch hinführen.

Schließlich war im Eintrittspreis von 20 € auch noch die Verkostung eines Weines inbegriffen, welches die Besucher dann auf der obersten 8. Etage des Ausstellungsgebäudes verkosten konnten. Interessanterweise gab es dort eben nicht nur Weine zu verkosten aus Frankreich oder gerade einmal Europa, sonder aus aller Welt, was mich zu einem georgischen Rotwein führte, der mir durchaus gut mundete. Da aber in der Rotweinflasche offenbar nicht mehr genug für ein Glas vorhanden war, konnte ich mir noch einen weiteren Wein aussuchen, wobei ich bei einem „Blanc du Transylvanie“ aussuchte.

Grundsätzlich wäre zur Cité du Vin zu sagen das es einige Basic Infos gibt, welche für fast alle Kategorien der Weininteressierten sicher weiterhelfen kann um seinen eigenen vinophilen Horizont zu erweitern. Den Audioführer hatte ich mir nicht geholt und konnte mir so eher die visuellen Eindrücke der Ausstellung mir eindrücklich ansehen und bewerten. In der Besucherführung zum Teil etwas verwirrend, aber vom Infogehalt in den einzelnen Teilen ganz ordentlich und medial auf gut aufbereitet.
Also war ich bis zur Schließung der Ausstellung locker einmal durch die gesamte Ausstellung durchgekommen, und sah mir zum Schluß noch den Verkaufsraum der Weine im Erdgeschoss an, was ich dann in der Bar mit 2 Gläschen abrundete.

Um 19 Uhr ging es dann auf die 7. Etage des Gebäudes, wo ich mir einen Platz für ein Abendmenü reserviert hatte im „Le 7Restaurant“ welches etwas fantasielos nach dr 7. Etage auf dem es sich befindet benannt ist.
Ein klares Raumkonzept empfängt einen nach dem Verlassen des Aufzuges, welches den Blick freigibt auf den gesamten Innenraum des Lokals und der Weg leitet einen erst einmal an den Tresen der Bar, wo sich die Reservation in der Platzierung an einem Tisch am Fenster resultiert, weil ich schon früh für den Abend reserviert hatte, der allerdings auch an diesem Mittwoch im Lokal kaum die Hälfte der ca. 120 Plätze besetzt werden sollte.

Da ich tatsächlich fast der erste Gast im Raum war hatte ich auch die fast gesamte Aufmerksamkeit des Servicepersonals und des Sommelier auf meiner Seite. Ich bestellte mir 2 Degustations Vorspeisen und einen Hauptgang und bekam dann die Weinkarte in Form eines Tabletts auf den Tisch gelegt.

Los geht es also mit einem der ersten Degustationsgänge die aus Langustinos in Tempurateig, Avocado mousseline und ein paar kleinen weiße Pilzen bestand. Insgesamt fein abgeschmeckt und mit dem dazu empfohlenen Weißwein von Larrivet Haut-Brion, einem Cuvée aus Sauvignon-blanc und Semillon aus der Region Pessac-Leognan von 2015 ganz passend als erster Einstieg.
  
Warum ich hier und heute die Preise erwähne: 12 € für das Gericht und 10 € für den Wein.
Dann folgt der zweite Degustationsgang, welcher aus einem Rindercarpaccio besteht, welches von Artischocke, Parmesan und einigen Oliven begleitet wird. Das Carpaccio ist dann noch geräuchert gewesen, so wie es auf der Karte ausgewiesen war. Dazu gibt es als Empfehlung einen Zinfnddel von Kendall-Jackson aus Kalifornien und dem Jahrgang 2015.


Hier wird es ein wenig abenteuerlich was die Preisgestaltung anbelangt, denn das Carpaccio kommt mit seinen 8 € ganze 20% günstiger als das Glas Wein mit seinen 10 € daher.
Nun gut, wir sind ja auch in einer „Weinhochburg“ zur Verkostung, was allerdings dann doch irgendwann kräftig zu Buche schlägt, wenn es in die Vielzahl der Gläser geht.
Zum Hauptgang sollte es dann ein Fisch aus dem Hauptgerichten sein, der sich als halbe Brasse auf einigem Gemüse und Kartoffeln mit vielen kleinen Muscheln zeigte und ganz schön saftig und fein gebraten präsentierte.

Dazu gäbe es einen weißen Tropfen als Pouilly Fumé von Ch. de Tracy, welcher recht kräftig und gut zum gebratenen Fisch sich zeigte.

Insgesamt eine feine ganz ordentlich abgeschmeckte Reihenfolge, welche sich allerdings auch wohl deswegen ganz gut darstellte, da das Lokal schwach besucht war. Der Sommelier war bemüht, und der Service sonst auch recht freundlich und aufmerksam.



 

Vegetarischer Teller mit Tofu, Apfel, Urmohrrübe, Kirschtomaten und Parmesanchips

Auch aus vielerlei Resten welche so im Laufe der Woche sich im Kühlschrank, auf dem Obstteller oder im kühlen Keller sich auftun, kann sich ein kompletter Teller für ein Abendessen zustande kommen.
Tofu in einer Eisenpfanne separat angebraten und vorher leicht mariniert.
Apfel in kleine Würfel geschnitten,
1 Urmohrrübe gut gewaschen in dünne Scheiben geschnitten,
Ein paar Champignons oder andere Pilze aufgeschnitten,
einige Kirschtomaten halbieren oder vierteln,
den Parmesan reiben und auf einem leicht gefetteten Blech im Ofen zu einem Chip grillen, wobei ich hier einmal 2 Pfeffersorten diazugemischt habe um die Kombination ausprobieren. Parmesan ist eben so kräftig das er locker mit einem kräftigen Pfeffer standhalten kann, und dadurch noch eine weitere Geschmacksnuance hinzukommt. Mis en place fertiggestellt nehme ich 2 Pfannen, eine für den Tofu und die zweite fürs die weiteren Zutaten und brate beides soweit das ich 5-6 Minuten vor Ende die Parmesan Chips im Ofen bereiten kann. Die Chips muß man allerdings etwas erkalten lassen, sonst bekommt man sie noch nicht vom Blech runter. Ganz zum Schluß, wenn die Urmohrrübe mit dem Apfel und den Pilzen fast schon fertig sind gebe ich die Kirschtomaten hinzu und richte dann einige Minuten später an.