Alle Beiträge von Olaf Hoffmann

Weinreise ins Bordeaux, der zweite Tag

An diesem zweiten Tag der Bordeaux Weinverkostungen und Chateau Besuche sollte es an das linke Ufer, genannt rive gauche, gehen. Die Weingüter die wir besuchen sollten waren da:

Château Palmer
Château Léoville Barton
Château Pichon Longeville Comtesse de Lalande
Château Haut-Marbuzet

An so einem Tag, wo uns 4 großartige Weingüter bevorstehen, waren wir alle im Kleinbus auf der Fahrt aus Bordeaux an dem Montagmorgen wieder einmal sehr gespannt, was da auf uns zukommen sollte. Zwei dieser Chateaus hatte ich bisher auch noch nicht besucht, somit stieg auch meine Spannung entsprechend meinen Erwartungen auf großartige Weine und interessante Weingüter im Medoc. Die Weinregion am linke Ufer ist geprägt von Cabernet Sauvignon, Merlot und Petit Verdot. Da also am linken Ufer die CS Trauben und auch der Boden dazu mit vielen großen und mittleren Kiseln aus der Eiszeit dominieren, werden die Weine hier ein wenig kantiger und rauher als am rechten Ufer. Los geht es also auf Ch. Palmer.
ch_palmer_schloss
ch_palmer_fasskeller
Ch. Palmer bewirtschaftet ca. 66 ha wo in diesem Jahr die letzte Ernte a, 12.Oktober 2016 mit dem Petit Verdot vollzogen wurde. Das Weingut ist seit 2009 Bio zertifiziert, und seit 2014 auch als Bio-dynamisches Weingut anerkannt. Wir verkosten 2 der klassischen Weine dieses Weingutes welches da sind:
ch_palmer_flaschen
2011 Alter Ego (Zweitwein) mit 48% Merlot, 37% CS, 15% PV.
Sehr direkte Note in der Nase, würzig und mit hoher Dichte und Druck. Der große PV Anteil bringt einen interessanten  Anteil an kräftigen Noten und einem kräftigen Abgang. (16-17/20)

Der zweite Wein den wir verkosten ist der Grand Vin des Ch. Palmer aus 2007.
2007 Ch. Palmer, 49% Merlot, 51% CS, 7% PV.
Sehr florale und blumige Nase mit langem Nachhall. Dichte Note mit frischen Minzenoten und langem Abgang am Gaumen, welcher sich nachhaltig auf den Gesamteindruck legt. Sehr schöne Struktur und volle kräftige Noten am Gaumen, welche in komplexen Fruchtnoten sich langsam den Rachen hinunterzwengen. Sehr fein und absolut super. (18-19/20)
ch_palmer_korken



ch_leoville_barton_verkostung
Dann geht es im Kleinbus zum nächsten Weingut in der Region mit Namen Château Leoville Barton. Hier wird der Wein auf eine recht traditionelle, aber nicht desto weniger klassische Art und Weise produziert die uns wie folgt präsentiert werden sollte. Die alkoholische und anschließende malolaktische Vergärung passiert hier in ca. 10-14 Tagen im großen Holz, und anschließen werden die Wein direkt im kleinen Hilz, dem Barrique für ca. 3 Monate gereift, und dann nach einem Abzug und einer Schönung mit Eiweiß für weitere 10.16 Montae in den kleinen Holzfässern zur finalen Reife gebraucht. Wir bekommen hier auf dem Weingut drei Weine zur Verkostung welche da sind:
ch_leoville_barton_tor
2012 Mauvesin Barton mit der Cuvetierung 48% M, 35% CS, 14% CF, 3% PV.
Mechanische Ernte. Mit leicht grüner Note in der Nase, ein wenig leichte Schokonote und ein wenig Säure am Gaumen. (15/20)

2015 Longoa Barton,
Sehr feine weiche Nase, mit leichter süßlicher Note. Viel Frucht am Gaumen mit reifen Früchten  und recht frischen Noten am Ende des Gaumens im Abgang. (17/20)
ch_leoville_barton_flaschen
2015 Grand Vin Ch. Leoville Barton, 86% CS.
Sehr kräftige Nase. Sehr interessante kräftige Note mit Rauch und richtigem Feuer. Dicht und ausgewogen mit kräftigen Tanninen. Ausgezeichneter Abgang. (18/20)



Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant Salamandre in Pauillac geht es zum Weingut Château Pichon Longeville Comtesse de Lalande.
Hier war ich bereits zweimal in den letzten Jahren auf einer Verkostung mit dem gleichen Veranstalter, jedoch hat sich auch hier das verdiente Geld der letzten einträglichen Jahre in einem enormen Investment in Keller und Vinifiziertechnik, sowie Gebäude-Investment niedergeschlagen. Das interessante an diesem Tag war, das die Ernte der roten Trauben, so Ende Oktober gerade kurz vorbei war, und wir somit die Vinifizierung der roten Traubensäfte live mitverfolgen konnten. Hier also ein paar wenige kleine Eindrücke aus den Kellern dieses Weingutes.
Der Weinsaft wird unter dem Tresterhut abgezapft und wie auf dem nächsten Foto zu sehen, wieder oben im Edelstahltank als Dusche darübergesprüht.
comtesse_abzug   comtesse_ueberspuehen

Zu dieser eindrucksvollen Präsentation an Weinbereitung, welche uns gezeigt wurde, konnten wir auch hier, wie auf noch zwei weiteren großen Weingütern im Bordeaux, eine Maschine entdecken, welche mit Laser die Trauben der Ernte auslesen. Nach Aussagen des Weingutes werden die Trauben per Optik erkannt und können nach Größe, Form, Reife und Farbe per Laser erkannt werden und laufen in hoher Geschwindigkeit über ein Förderband, welches so konstruiert ist, das die als „falsch“ erkannten Trauben per Luftdruck aus der gelesenen Menge herausgeblasen werden.  Diese Laser-Trauben auslese Maschine kostet ca. 150 Tsd. € und sieht recht unscheinbar von außen aus:

comtesse_laserselektion

Nun zu den verkosteten Weinen die da waren:
2011 Reserve de la Comtesse, 43% CS, 49% Merlot, 18% CF.
Geschmeidige dichte Nase mit leichter florale Note. Noch recht strenge Note der Tannine, später leichtere Säure. Etwas leichte flüchtige Note am Gaumen. Runde Struktur und feine Komplexität mit weichen Noten (17/20)

2005 Grand Vin de Chateau, 64% CS, 29% M, 6% CF, 1% PV.
Wirkt noch immer jung in der Nase, gewürziger Geschmack am Gaumen. Sehr kräftige dichte Note mit Druck. Noch langer nachhaltiger Nachhall. Sehr feine komplexe Note mit viel Struktur und feiner Säurestruktur. (18-19/20)
comtesse_flaschen



Zum Abschluss dieses Tages ging es zum Weingut Ch. Haut Marbuzet, welches immer noch im Familienbesitz ist und in den letzten Jahre auch so gut gewachsen ist, das es sich auf zwei weiteren Weingütern eingekauft hat. Dieses Familienweingut hat eine bewegte Geschichte in den letzten gut 60 Jahren hinter sich und begann 1952 mit gerade einmal 7 ha Weinreben, welche heute auf Haut Marbuzet zu inzwischen 75 ha angewachsen sind.

haut_marbuzet_ch

Auch hier war in den Kellerräumen noch die volle Ernte mit der Weintraubenverarbeitung im Gange und wir konnten ein wenig die Vorgänge der Verarbeitung beobachten.

haut_marbuzet_keller
Das zeigt sich zwar nicht in den Barrique Kellern, jedoch tobten dafür um s mehr die Mitarbeiter in den anderen Kellern mit der Presse, dem Trester der bereits vergorenen Trauben und diversen Edelstahlgeräten herum, die für die Weinbereitung notwendig sind.

Wir durften hier 4 Weine verkosten die sich wie folgt präsentierten:
2009 Ch. Layuga Dubose, 55% CS, 40% M, 5% PV.
Sehr reife Note in der Nase mit Frucht. Vordergründig wenig am Gaumen, aber dann sehr hoher Dichte und kräftig mit guten Tanninen und breiter langer Frucht am Gaumen. (16+/20)

2012 Ch. Chembert, 70% CS, 30% Merlot.
Weiche runde Note mit leichten Tanninen und Säurenoten  am Gaumen. Mittlere kräftige Note mit etwas spätem Anklang am Gaumen. (16/20)

2012 Ch. Haut Marbuzet, 50% Merlot, 50% CS.
Feine Nase und sehr weiche Note mit feiner fruchtiger Note und feiner Fruchtstruktur. Mit feiner Schokonote und hellen Noten am Gaumen. (16-17/20)

2013 Ch. Haut Marbuzet, 30% Merlot, 65% CS, 5% PV.
Bei etwas weniger Nase und recht guter Struktur. Sehr schöne Tannin und Säurestruktur, wobei der Gesamteindruck ein wenig verschlossen wirkt. (17/20)

Und auch hier im Bordeaux werden Experimente mit Betoneiern gemacht, was wir im Keller live mit diesem Foto belegen können:
haut_marbuzet_betonei



 

Weinreise ins Bordeaux, der erste Tag

An diesem ersten Tag der viertägigen Weinreise ins Bordeaux waren wir mit einer kleinen Gruppe von 7 Personen unterwegs, was sich bald als lustige, unterhaltsame und richtig trinkfeste Gesellschaft herausstellte. Auch wenn einige aus der Gruppe an diesem ersten Tag mit der Anreise durch Nebel in Paris etwas Verspätung hatten, konnten wir durch eine gelungene Organisation der Reiseleitung zu der geplanten Besichtigung und Verkostung zu dem Weingut Chateau Smith Haut Lafitte in die Region Graves fahren.
smith_haut_laf_chateau
Smith Haut Lafitte ist nach der Klassifikation ein Grand Cru Classé de Graves in der Region Pessac-Leognan, welches seit 1990 ein Bio-Weingut in Familienbesitz ist. Eine großartige Anlage aus im wesentlichen Holzkonstruktions-Häusern, die auch ein Wellnesshotel und eine Faßbinderei beherbergen, welche eine von dreien auf den Weingütern in der Region Bordeaux ist. Auf Smith Haut Lafitte war ich bereits mehrfach in den letzten 8 Jahren und komme sicher immer wieder gerne dorthin, da sich der Stil der Weine aus der Region und speziell von dieser Adresse eine spezielle und angenehme Seite hat. Auf ca. 78 ha werden die Weine angebaut, wovon 12 ha mit weißen Reben bepflanzt sind.

Nach einem kleinen Rundgang durch die Produktion und die Kellerräume konnten wir dann zu einer Verkostung der beiden Chateau-Weine schreiten. Im Einzelnen waren das dann ein weißer und ein roter aus dem 2012er Jahr.
smith_haut_laf_keller
2012 Chateau Smith Haut Lafitte, blanc,- Sauvignon Blanc (SB), Semillon (SE), Sauvignon Gris (SG).
Sehr intensive kräftige Nase mit frischem leichtem Holzton. Sehr breiter Gaumen mit sehr kräftiger festem Druck am Gaumen. Mittellanger Abgang. (17-18/20)

2012 Chateau Smith Haut Lafitte, rouge, – 55% Cabernet Sauvignon (CS), 35% Merlot (M), 9% Cabernet Franc (CF), 1% Petit Verdot (PV).
Sehr feine Nase mit wenig Tanninen. Am Gaumen feine Marzipannote, leichte Tannine am Rande mit etwas Säure und feinen Noten von dunklen Früchten. Sehr schöne Komplexität mit Leichtigkeit und Eleganz. (17+/20)
smith_haut_laf_keller_dkl


 

Bistrobesuch im l’Atelier Art et Vin

Seit einigen Monaten habe ich immer wieder an einem Samstag Mittag das Bistro l’Atelier Art et Vin im Zentrum von München besucht. Diese Lokal, welches sehr zentral fast am Viktualienmarkt liegt, ist wirklich ein Bistro klassischer Art wie man es aus den guten Zeiten in Paris kennt. Eine lange Bar, kleine Bistrotische wo man sich auch manchesmal zu viert daran setzen kann, Die Speise- und Weinkarte auf großen Schiefertafeln, welche im Lokal herumgestellt werden, so das die neu eintreffenden Gäste sich die Speisen aussuchen und die Weine dazu erkunden kann. Ansonsten gibt es immer wieder unterschiedliche Kunst zu betrachten, die hier welchselnd ausgestellt wird. Das auch seit der letzten Renovierung ein großer Flachbildschirm an der Wand hängt, wo so etwas wie Nachrichtensender durchlaufen stört zwar nicht wirklich, da der Ton abgedreht wurde. Dafür plätschert eine leise Musik im Hintergrund, welche durchaus in die Atmosphäre der Lokalität paßt, was aber nicht stört, denn die Akustik ist hier erstaunlich gut, auch wenn mittags das Lokal bereits mehr hals halb gefüllt ist. Die Tische und Sitzmöglichkeiten vor der Tür sind bei schönem Wetter natürlich auch gleich gefüllt, was auch dem Ambiente wohltuend einen Flair verabreicht. So genug der Lamentiererei, denn ich habe auch etwas im Bistro gegessen und getrunken.

Ich setzte mich gleich an die Bar, denn von dort aus hat man einen wunderbaren Blick auf alle Tätigkeiten die so in der Vorbereitung der Servicecrew anlaufen. Angefangen vom Pass, direkt hinter der Küchentür, bis hin zum Getränkeausschank, der großen Espressomaschine und den wuseligen sonstigen Aktivitäten des Patron.

Ich bestellte mir also an diesem Mittag:
6 Schnecken überbacken,
Ziegenkäsegratin auf Gemüse,
und dazu gab es einen Sauvignon Blanc aus der Gascogne und
einen Pinot Noir aus der Bourgogne.
Zum Abschluß natürlich einen Espresso

Diese Bistro hat sich inzwischen in München einen festen Platz unter den Frankreichkennern erobert, denn einen authentischeren Platz kann man in München kaum finden, sucht man etwas in dieser Kategorie. Der Service ist meist kompetent, zurückhaltend und recht schnell, wenn das Lokal nicht zu voll ist. Legt man allerdings den Maßstab primär bei der Küche an, so gibt es auch hier in der Umgebung kaum Konkurrenz zu diesem angenehmen Platz.
Das sieht dann in der Summe und optisch folgendermaßen aus:
schnecken_mit_teigdeckel

latelier_ziegenkaesegratin_gemuese

latelier_espresso

Meine Bewertung hier und zum heutigen Tag: 17/20 Punkten.
Auf einen baldigen erneuten Besuch!


 

Kleines Menü mit Vorspeise und Hauptgang für 2 Personen

Vorspeise:
Frittierte Anchovis auf Pumpernickel mit Joghurt Wasabi Crème auf Roter Beete.

Dieser Titel hört sich erst einmal etwas kompliziert an, ist aber von den Zutaten her nicht gerade aufwändig herzustellen.  Für 2 Personen benötige ich somit folgende Zutaten:
12-16 Anchovis
2 Scheiben Pumpernickel
1 Becher Natur-Joghurt mit ca. 4 cm Wasabipaste
1 mittelgroße Rote Beete der länglichen Sorte.
Sonnenblumenöl zum frittieren und ein wenig Mehl zum mehlieren der Anchovis
Salz und Pfeffer, Petersilie

Die Zubereitung:
Zunächst die Rote Beete so lange kochen bis sie mittelweich geworden ist. Nach dem Abkühlen mit einem Sparschäler ringsherum schälen und in dünne Scheiben schneiden. Den Joghurt mit dem Wasabi vermengen und leicht salzen und pfeffern. Die Pumpernickelscheiben halbieren und dann das Sonnenblumenöl erhitzen, so das kurz vor dem Anrichten die leicht mehlierten Anchovis für ca. 3 Minuten, bis das nicht mehr so stark sprudelnde Öl sich beruhigt hat, die Anchovis mit einer Kelle herausnehmen und auf Küchenpapier leicht vom Öl abtropfen lassen. Anrichten wie auf dem Foto dargestellt, oder auch kleine Stücke Pumpernickel schneiden für je ein Fischchen.
r_beete_anchovis_pumpernickel  r_beete_anchovis_pumpernickel_det

Hauptgang:
Lammfilet mit Steinpilzen und ein paar Kastanien

In der letzten Woche, wo es noch auf dem Markt frische Steinpilze zu erstanden gab, wollte ich nochmals diese köstlichen Fruchtstände mit einem Lammfilet zubereiten.

Die Zutaten:
4 Lammfilet
200 gr. Steinpilze
8 Eßkastanien
1 Glas Rindersauce (ca. 120 ml)
3 El Butter
Olivenöl, Salz, Pfeffer und ein wenig Petersilie oder Frühlingszwiebeln.

Die Zubereitung:
Die Kastanien an der Spitze abschneiden und in einem Topf ca. 25 Minuten kochen bis die Kastanien innen weich sind. Abkühlen lassen und schälen, sowie von allen braunen Häutchen, welche sich durch die Kastanien ziehen befreien. Die Lammfilet trockentupfen, und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Steinpilze säubern und in ca. 1/4 Stücke große mundgerechte Teile zerschneiden. Die Lammfilet in einer eisernen Pfanne in Olivenöl scharf anbraten, von allen Seiten, so das sie etwas Farbe annehmen. Den Backofen auf 130°C aufheizen und dann die Lammfilet im Backofen für ca. 5-6 Minuten nachziehen lassen. Die Steinpilze in einer Sauteuse mit der Butter anschwitzen und nach einigen Minuten mit ein wenig Weißwein ablöschen oder auch mit ein wenig Sahne und noch etwas Butter verfeinern. Alle drei Zutaten auf dem Teller anrichten und mit ein wenig Grün, welches fein gehackt sein sollte, dekorieren.
lammfilet_steinpilze  lammfilet_steinpilze_detail


 

Schneller Teller mit Entenfilet, Steinpilzen und Roter Beete

So mitten im Herbst, wenn die letzten frischen Pilze aus dem Bayerischen Wald kommen, mixe ich mir so unter der Woche einen schnellen Teller zusammen, der mit folgenden Zutaten daherkommt:
2-3 Entenfilets
150 gr. Steinpilze
1 längliche rote Beete
1 Schalotte
1 cm Ingwer
1 Frühlingszwiebel
ca. 150 ml Bratensaft aus vorherigen Zubereitungen
1/2 Glas Rotwein
etwas Sahne für die Sauße

Das einzige was ich dafür mehrfach brauche sind die Pfannen und Töpfe, da die Komponenten separat zubereitet werden müssen. Im Einzelnen sind das also:

Eine eiserne Pfanne für die Entenfilets, welche ich leicht salze und kräftig pfeffere, und dann in der Pfanne mit gut Olivenöl stark anbraten und für ca. 3 min. bei 160 °C in den Backofen schiebe.

Zuvor allerdings sind die Steinpilze zu säubern, in mundgroße Stücke zu zerteilen und ich nehme das abgesetzte Fett von dem Bratensaft aus dem Glas, welche ich in einer Sauteuse nur leicht erhitze und die Pilze darin vorsichtig anbraten lasse, leicht salze und zum Schluss mit einer großen Butterflocke abrunde.

Anfangen sollte man allerdings mit der Sauße, die meistens am längsten in der Vorbereitung dauert. Wenn es schnell gehen soll nehme ich eine große Pfanne, worin die klein geschnittenen Schalotten und der Ingwer mit den roh gestiftelten Rote Beeten scharf angebraten werden. Salzen und pfeffern und mit der Bratensauße und einem Schluck Rotwein ablöschen. Einkochen lassen und zum Schluß mit der Sahne aufmontieren. Zum Schluß den gesamten Pfanneninhalt durch ein feines Sieb schütten und die Sauße als Spiegel auf den Teller geben, wobei die Gemüsestreifen auch noch auf dem Teller angerichtet werden können. Zum Schluß die fein geschnittene Frühlingszwiebel darüberstreuen. Und so kann das dann aussehen:
entenfilet_steinpilze_rote_beete  entenfilet_steinpilze_rote_beete_detail


 

2015er Riesling GG Probe bei furore/rot-weiss-rot in München

20 verschiedene Rieslinge aus 2015, welche erst seit Anfang September auf dem Markt sind, standen bei furore/rot-weiss-rot zur Verkostung an. Einen Ausreißer gab es, der aus dem Jahr 2014 stammen sollte. Der Weinhandel furore/rot-weiss-rot hat sich seit ein paar Jahren in einer ehemaligen Schreinerei gut eingerichtet und im Empfangsbereich wurden auf zwei separaten Tischen jeweils 10 der Großen Gewächsen aus einer gut gekühlten Edelstahlbox ausgeschenkt. 20.- € Eintritt (ohne Anmeldung) und 20.-€ Pfand für das Zalto Glas, welches sich für die anstehenden Rieslinge ausgezeichnet eignete. Liste in die Hand, welche gleich in meiner Tasche verschwand, da ich natürlich mein Weinverkostungsbuch dabei hatte. Dort gehen alle Notizen ein, welche ich auf den Weinreisen und Verkostungen so notieren will und muß, denn alles im Kopf behalten ist bei der Vielzahl der Weine, welche im Laufe des Jahres so anstehen, schlicht einfach nicht möglich.

Am ersten Tisch stehen also folgende Tropfen zur Verkostung an:
St. Antony – Hipping (Rheinhessen)
Sehr fruchtige Nase, feste dichte Struktur, feine Frucht mit langer und breiter, anhaltendem Säurespiel am Gaumen. (16,5/20)

Kühling-Gillot – Hipping (Rheinhessen)
Recht kräftige und dichte Nase mit sehr feiner Säure und kräftiger Struktur. Zitrone und Limonen. (17/20)

Kühling-Gillot – Pettenthal (Rheinhessen) 
Kräftige Nase mit noch etwas stärkerer Säure am Gaumen wie der Hipping. Fast schon dichte Zitrone mit recht ausgewogener Struktur. (17+/20)

Wittmann – Aulerde (Rheinhessen)
Feine Fruchtnase, recht kräftige Säure im Vordergrund bei etwas einseitiger Struktur. Wirkt noch recht jung und längst nicht ausgereift. (15/20)

Battenfeld-Spanier – Frauenberg (Rheinhessen)
Sehr feine ausgewogene Nase. Feine Frucht-Säure Struktur, wobei die leicht scharfe Säure überwiegt. Noch recht jung am Gaumen. (16/20)

Wechsler – Morstein (Rheinhessen)
k_wechsler
Sehr fein ausziselierte Nase. Am Gaumen dann sehr fein mit Säure von sehr unterschiedlichen Nuancen und feinen Spitzen von Äpfeln, feine fast sandige Struktur mit sehr breiter Note von Struktur des Bodens. Mein absoluter Favorit (18+/20)

Wittmann – Morstein (Rheinhessen)
Verhaltene Nase. Etwas Säure mit mittlerer Frucht. Etwas unausgewogen. (15+/20)

Van Volxem – Goldberg (Mosel)
Sehr präsente und dichte Nase. Wunderbarer Gaumen mit mittlerer Säure und leichter Frucht die sich erst recht spät am Gaumen zeigt. (16-17/20)

Leitz – Roseneck (Rheingau)
Mittlere Note in der Nase. Leicht bittere Anflüge an Säure. Am Gaumen noch leicht unreife Noten. (15/20)

Leitz – Schlossberg (Rheingau)
Sehr verhaltene Nase. Feine Frucht mit mittlerer Struktur. Ebenso etwas unreife Note bei weniger Abgang. Wirkt noch sehr verschlossen. (15+/20)

Und am zweiten Tisch stehen dann folgende Rieslinge:

Schäfer-Fröhlich – Frühlingsplätzchen (Nahe)
Sehr reife Note in der Nase. Fast noch leichte Vergärungsnoten nach Rosinen und sehr reife Fruchtnoten. (16/20)

Gut Hermannsberg – Rotenberg (Nahe)
Weniger Nase mit feiner Säure und leichter Schärfe. Mittlere Struktur und ein wenig Frucht. (15-16/20)

Dönnhoff – Felsenberg (Nahe)
Leichte und weniger Nase. Am Gaumen mittlere Struktur und wirkt noch recht jung. Mittlere Struktur und leichte Schärfe mit der auftretenden Frucht. (16/20)

Joh. Bapt. Schäfer – Goldloch (Nahe)
Feine mittlere Nase mit leichtem Druck. Sehr changierender Gaumen zwischen Frucht, Säure, Länge, Breite. Feste feine Fruchtnoten. (17/20)

Gut Hermannsberg – Kupfergrube (Nahe) – 2014
Dumpfe Nase, störender Fehler auch am Gaumen ? ? ? ohne Bewrtung

Von Winning – Ungeheuer (Pfalz)
von_winning
Sehr schöne frische Nase mit leichten flüchtiger Note. Struktur mit feiner Fruchtnote und sehr schöne feine Säure. (18/20)

Mosbacher – Ungeheuer (Pfalz)
Mittlere Nase. Recht schöne Struktur bei einer feinen Säure Frucht Struktur. (16+/20)

Knipser – Mandelpfad (Pfalz)
knipser_mandelpfad
Wenig präsent in der Nase. Sehr, sehr frische Frucht am Gaumen mit feiner und großartiger Struktur. Laaaaaaaaang. (18/20)

Rebholz – Im Sonnenschein (Pfalz)
Mittlere Nase, aber verhalten. Recht kräftige Struktur mit Säure, Fruchtspiel nach Stachelbeere und leichten Zitrusnoten. (17-18/20)

Von Winning – Pechstein (Pfalz)
Fast agressive Nase mit dichter Note. Feine fruchtige Note mit langer Struktur. (17-18/20)

Mein Gesamtfazit zu dieser insgesamt sehr entspannten Verkostung von 20 GG Rieslingen aus Deutschland:

2015 wird sich wohl recht gut über einen mittleren Zeitraum entwickeln können. Einige der Weine wirkten immer noch recht jung und dürften so richtig zu Ihrer besten Klasse erst in 3-5 Jahren auflaufen. Da die meisten dieser GG Weine eine ordentliche Säurestruktur haben, können diese Flaschen aber auch ohne Probleme wohl 10 und mehr Jahre mit großem Genuss getrunken werden.


 

Lammfilet mit Parasol Pilzen und Kartoffel Gratin

An meinem Pilzstand auf dem Viktualienmarkt habe ich mal wieder einen recht selten angebotenen Pilz entdeckt, den ich mir gleich mitnehmen wollte. Also ließ ich mir 2 kleiner Schirme zu 2,10 € einpacken welche allerdings sehr vorsichtig behandelt werden sollten, denn ich wollte sie heil bis in meine Küche bringen. Also mußte ich mit noch etwas dazu ausdenken, was dazu passen sollte. Kleines Kartoffel Gratin zu Pilzen paßt fast immer. Aber einen hauptsächliche Geschmacksträger, welcher auch mit zur Saucenbildung dienen konnte? Also noch zum Fachgeschäft, und 2 kleine Lammfilet besorgt, welche geschmacklich dazu passen sollten.

Die Pilze in noch rohem Zustand:
parasol_pilze

Zu den übrigen Zutaten:
1 Schalotte, 1 Konblauchzehe und drei kleine fest kochende Kartoffeln
Thymian und Rosmarin aus dem Garten
Olivenöl, etwas Crème fraîche und Salz sowie Pfeffer und Butter für die diversen Anbratvorgänge
Die Zubereitung ist ansich nicht wirklich schwierig.
Das Kartoffel-Gratin vorbereiten und im Backofen bei anfangs 210°C für ca. 35 Min. durchgaren lassen. Nach ca. 15 Minuten die Hitze auf 180-190 °C herunterdrehen.
10 Minuten vor Fertigstellung des Gratin die Lammfilets und die Pilze in den Pfannen vorbereiten. Das Lammfilet scharf anbraten und auf einem kalten Teller unten in den Backofen zum Durchgaren mit rosa Kern  stellen. Die Pilze zum Schluss mit Butter abschmelzen und in der Pfanne der Filtes die Sauße mit Crème Fraîche aufmontieren.
Zum Anrichten die Filets aufschneiden, das Gratin auf dem Teller platzieren und mit den Pilzen die Sauße darüberträufeln.
Das sieht dann bei mir folgendermaßen aus:
lammfilet_parasol_kart_gratin
lammfilet_parasol_kart_gratin_detail


 

Wiederbesucht – Restaurant No. 15 in Schwabing

Auch wenn es noch Wies’n Zeit war, aber wahrscheinlich auch gerade deswegen, führte mich mein Weg einmal wieder ins Restaurant No. 15 in der Neureutherstr. 15 in Schwabing. Michel Dupuis der dort Chef ist mit seiner Frau Aysun, die den Service leitet, entwickelten in den letzten Jahren in Ihrem Lokal eine feine Aromatik und auch Atmosphäre, welche von einer immer recht guten Weinauswahl begleitet wird. Seit 2 Jahre hat Ihr Lokal einen Michelin Stern, der sich im Laufe der Zeit für meine Beurteilung immer besser festigte und gerechtfertigt war. An diesem Abend sollte es mal kein Menü sein, sondern ich wählte eine Vorspeise und einen Hauptgang.

Zur Vorspeise gab es Ravioli gefüllt mit Entenconfit und Foie Gras
Zum Hauptgang zweierlei vom Kalb mit Erbsen und Pilzen

Aber der Reihe nach:
Vorneweg kommen 2 Amuse Geule welche da waren:
Rindernacken mit Kimchi auf einem Wasabi-Joghurt
no15_ageule_rindernacken_wasabijoghurt_kimchi
Eine sehr fein abgeschmeckte Wasabi Joghurt Basis, worauf ein Rindernacken ruhte, der sich mit einem recht milde abgeschmeckten Kimchi on Top präsentierte. Ausgezeichnet!

Dann folgte eine Bio-Karotte mit getrockneten Garnelen Flocken
no15_ageule_biomohrruebe_getrocknetegarnele
Schon die Präsentation auf der Schieferplatte, ohne Besteck serviert, zeigte sich sehr interessant zum Verspeisen. Kaum gedünstet, also noch recht bißfest, krachten die getrockneten Garnelenflocken zwischen den Zähnen. Allerdings konnte sich der Geschmack dieser beiden Komponenten nicht so wirklich zeigen. Vielleicht wäre eine kleine Crème dazu eine gewisse Komponente zur Abrundung gewesen.

Dann die Vorspeise mit dem Entenconfit in der Ravioli und ein Stückchen Foie Gras on top.
no15_ravioli_mitentenconfit_foiegras_dfetail
Die Teigtasche mit recht festem Biss umhüllte das Entenconfit so gut, das sich beide Komponenten nicht wirklich mit der Foie Gras vertragen konnten. Auch wenn das Gericht auf der Speisekarte verlocken klang, hatte ich mir vielleicht etwas anderes vorgestellt.

Und zum Hauptgang das zweierlei vom Kalb mit den 2 unterschiedlichen Erbsen und der Sauße mit den Pilzen.
no15_zweierlei_vom_kalbsfleisch
Zum Hauptgang sollten sich die Geschmäcker jetzt aber wirklich entfalten können. Auf der linken Seite ein Stück in Lardo eingewickelt, und rechts ein größeres Stück mit der Pilzsauße ergänzt. Beide Fleischstücke in ausgezeichnetem Garzustand und noch leicht rosa, was sich in der Sauße mit den Pilzen fortsetzte.
Da ich selten einen Dessert bestelle, gab es dafür zum Kaffee eine schöne japanische Lackschale, gefüllt mit Kichererbsen, worauf sich ein kleines Petit four gefüllt mit einem Crème und eine Praline mit Pistazien und sonst etwas süßen Geschmäckern.
no15_petitfour_zum-cafe
Sehr schön präsentiert auf den trockenen und raschelnden Kichererbsen. Das Petit four war ein wenig zu süß für meinen Geschmack. Die Praline soweit ganz gut, aber nicht wirklich der Hit.

Insgesamt ein schöner Abend, bei maximal nur halb gefülltem Lokal an diesem Donnerstag Abend. Meine Bewertung: 17/20 Punkten.


 

Kirchweihsonntag und Wein-kulinarischer Spaziergang in Iphofen

Am letzten Sonntag fand in Iphofen (Franken) wieder ein weinkulinarischer Spaziergang statt, der bei bestem Spätsommerwetter auf dem Marktplatz und in vielen der historisch schön hergerichteten Gassen stattfand. In Iphofen residieren 3 VDP Winzer welches mich dazu brachte mich an diesem Sonntag auf den Weg zu machen, diese Gelegenheit mir nicht entgehen zu lassen. Die VDP Winzer sind dort
• Hans Wirsching, bei dem eine spezielle Scheureben Verkostung stattfand.
iphofen_hans_wirsching_logo
• Johann Ruck, dessen Weingut direkt am Marktplatz liegt.
iphofen_j_ruck_eingang
• Johann Arnold, der an diesem Sonntag sein Weingut nicht geöffnet hatte.
Los ging es um ca. 11 Uhr auf dem Marktplatz mit einer Ansprache des Bürgermeisters vom Rathaus-Balkon, der sich als Treppenaufgang darstellte, und alle umstehenden  gekommenen  Gäste konnten sich ein Glas Silvaner holen der für die ersten Gäste ausgeschenkt wurde. Nach der Musik durch den Musikverein der Bergmänner aus Iphofen, wo heute noch für eine große Firma Kalk und Baustoffe abgebaut werden, machte ich mich auf eine kleine Runde durch die Stadt, wobei ich bei der Vinothek der Ortschaft Iphofen vorbeikam und mich dann auf den kurzen Weg zur ersten Verkostung beim Weingut Hans Wirsching machte.
iphofen_stadt_wein_2  iphofen_silvaner_begruessung
Hier konnte man in dem großzügig eingerichteten Verkostungsraum 5 verschieden Scheureben aus dem Jahrgang 2015 verkosten, welche mit dem Weingut Hans Wirsching befreundet und wohl auch eng verbunden sind. Die einzelnen Weine in der Reihenfolge:
iphofen_hans_wirsching_3
• Weingut Gross, Steiermark, Sämling 88 Scheurebe Steirische Klassik

  • Feine Nase mit recht dichtem Gaumen und kräftiger Frucht. Schöne Pfirsichnote bei feiner und kräftiger Struktur. (16+/20)

• Weingut Kühling -Gillot, Rheinhessen, QVINTERRA Scheurebe trocken (VDP)

  • Mineralische Nase und sehr kräftig. Der säurehaltige Mund mit Apfelnoten unterstützt die kräftige Noten mit einer feinen Säure. 16-17/20)

• Weingut Wegmüller, Pfalz, Märchenzauber Haardter Herrenletten Scheurebe Spätlese
iphofen_hans_wirsching_6

  • Starke Fruchtnote mit feiner Ziselierung. Präsente Säurenote mit einem kräftigen Fruchtspiel. Der Restzucker schmeckt ein wenig heraus, was sich fast schon zu einer Dessertweinnote entwickelt. (15-16/20)

• Weingut Hans Wirsching, Iphofen

  • Iphöfer Scheurebe Kabinett trocken

iphofen_hans_wirsching_7

  • Verhaltene Nase, dafür sehr kräftige mineralische Noten am Gaumen. Ein wenig medizinisch am Gaumen mit einer leichten Schärfe. Sehr schöner Essensbegleiter. (16/20)
  • Iphöfer Kalb Scheurebe Kabinett

iphofen_hans_wirsching_8
Sehr feine Nase bei dichter Struktur mit langem Nachgang am Gaumen. Schöne Fruchtstruktur am Gaumen mit feiner, ziselierter ausgeglichener Note nach roten und gelben Südfrüchten. (16-17/20)Nach dieser ersten Verkostung suchte ich mir ein Lokal für ein Mittagessen, was bei dem guten Ansturm der Besucher garnicht so einfach war, ich aber dann doch erfolgreich einen Teller Gulasch mit Nudeln ergatterte, welche aber nicht weiter erwähnenswert sein sollten.

Das nächste Weingut, welches ich besuchte war das VDP Weingut Johann Ruck, welches mitten in der Ortschaft fast direkt am Marktplatz liegt. Mit einem sehr imposant illuminierten Eingangsbereich mit Großfotos und Bodenprofilen der eigenen Weinlagen konnte man diverse gute Tropen der Weinlage verkosten.
iphofen_j_ruck_4
Dann ging es bei mir auf den Iphöfer Weinwanderweg, der mit einigen erklärenden Tafeln zu den verschiedenen Traubensorten ausgestattet ist, welche hier in der Region angebaut werden. Silvaner, Scheurebe, Müller-Thurgau, Riesling, Rislaner, Weißburgunder, Grauburgunder, Domina, Dornfelder und manche Andere Sorten.
iphofen_weinwanderweg_silvaner
Am Ende des Schwanberg, geht der Weinwanderweg in einen geo-ökologisch Lehrpfad über, der sich ebenso mit einigen interessanten Tafeln am Wegesrand präsentiert, der sich zwischen den Weinbergen am Hang nach unten orientiert, und dem Wald, der sich auf den Höhen des Schwanberg erhebt. Und da dieser Spätsommertag recht heiß war, konnte man auch diverse Tiere am Wegesrand beobachten, welche sich sonst nicht immer so beobachten lassen.
iphofen_weinwanderweg_weinberge_4


 

Restaurant Acquarello in München Bogenhausen

Am Wochenende ging es mal wieder in ein 1* Lokal in München, welches in diesem Fall das Acquarello sein sollte. Dieses 1 Sterne Lokal in Bogenhausen, welches von Mario Gamba seit vielen Jahren geführt wird und auch recht lange bereits seinen Michelin Stern hat konnte uns sehr freundlich empfangen und eir nahmen an einem der zentralen Tische mit großer Bank Platz, was für 2 Personen recht komfortabel war, aber vielleicht auch der Situation geschuldet war, das das Lokal an diesem Abend gerade einmal ca. halb gefüllt war. Da es bei der Reservierung des Tisches aber auch nachgefragt wurde, ob ein spezieller Anlass uns den Tisch reservieren ließ, konnten wir an unserem Tisch einen sehr schönen Abend verbringen, was hier zunächst einmal sich auf den Service beziehen sollte. Zum Essen jetzt gleich hier noch weitere Kommentare und Einschätzungen, sowie wie sonst auch die passenden Fotos dazu.

Wir bestellten also beide das Markmenü mit 5 Gängen und einmal dazu die Weinbegleitung.

Gestartet wurde das Menü mit einem Gruß aus der Küche, welches sich auf einem Löffel präsentierte, und ein Thunfisch Tatar mit Papaya und ein wenig kleines Grün beinhaltete. Das Tatar recht frisch und ein sehr gutes Produkt mit einer süßlichen Abrundung der Papaya.
acquarello_ag_thunfisch

Dann ging es weiter mit der ersten Vorspeise, welche mit den Zutaten Oktopus und einer Garnele mit ein paar kleinen Zutaten dazu. Das interessante dabei, das der Oktopus in einem Gelle eingepackt war und dieser sehr dünn als Carpaccio auf dem Teller als Grundlage für die Optik und die zentrale Garnele diente. Feine Aromatik, wobei die Garnele ein wenig mehr hätte gewürzt sein können. Dafür war der Oktopus sehr fein und elegant von der Konsistenz.
acquarello_oktopus_garnele

Die zweite Vorspeise sollte in die Richtung Pasta gehen, welche als Panzerotti mit Ratatouille gefüllt auf den Teller kamen. Hier mit einer aufgeschäumten Minzsauße welche sich sehr gut zu den Teigtaschen ergänzte. Feine Konsistenz recht weiche Teigtaschen, aber mit mittlerer Dichte der Gemüse Einlage. Auf den Teigtaschen einige klein geschnittene Paprika, wobei uns ein wenig die Tomaten bei diesem Gericht fehlten. War von der Küche wohl einfach nicht vorgesehen.
acquarello_panzerotti_ratatouille_minzsausse

Dann gab es vor dem Hauptgang ein kleines frisches Sorbet in einer tiefen Schale daher, mit einem kleinen Minzblatt.
acquarello_sorbet

Nun ging es mit bereits vielfältigen Geschmäckern im Mund zu der Hauptspeise, welches ein Schwarzfederhuhn sein sollte und mit einer recht gute Würze darauf sich auf dem Teller zeigte. Insgesamt war das Geflügel sehr fein von der Konsistenz her, weich und wirklich nicht trocken, und schmeckte ausgezeichnet mit den weiteren Zutaten auf dem Teller. Ein paar Stücke weicher gedünstetes Gemüse wie Radieschen, umrandet wieder mal von einer aufgeschäumten Sauße.
hauptgang_

Und zum -fast schon – Abschluss der Dessertgang. Hier gab es heute ein Kokosnuss-Espuma (Schaum) mit einem Litchi Eis, oder war es ein Sorbet? Das Ganze mit einer kleinen Goldauflage, welche wie immer geschmacklos daherkommt. Na-ja, macht was her von der Optik, denn was kann so goldig glänzen? Fast nur das Original.
kokosnussespuma_litschi

Und da es einen Geburtstag zu feiern gab, kam dann noch eine Glückwunsch-Torte aus der Küche für den Geburtstagsgast. Sehr sahnig, viel Butter mit weißer Schokolade als dünne Blätter auf dem Top, und einem kleinen Schokogitter außen herum.
alles_gute_dessert

Und zum guten Abschluß eine kleine Etagere mit dreierlei Pralinen und kleinen Köstlichkeiten, welche zum Café gereicht wurden.
pralinees_acquarello
Meine gesamte Bewertung zum Acquarello: 18/20 Punkten.