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Restaurantbesuch im Werneckhof in München Schwabing

Werneckhof_Logo An einem der vergangenen Samstag Abende besuchte ich mit meinem Bruder, zu seinem Geburtstag das 1* Lokal Werneckhof in München Schwabing. Dort koch seit ein paar Jahren der Japaner Tohru Nakamura und die Restaurantleitung hat vor einiger Zeit Julia Pleintinger übernommen. Reservierung übers Telefon eine Woche zuvor war unkompliziert und wir erreichten das Lokal pünktlich zu 19.30 Uhr am Abend als wir reserviert hatten.

Nach einer herzliche Begrüßung und der Platzierung am Tisch gab es gleich die erste kleine hochformatige Karte mit der Überschrift „Kulinarisch begrüßen wir Sie mit: Aji-Norirolle, Fritto Misto (Romanesco Dip) und Entenleber (Nashibirne).
Werneckhof_AG_1
Dann wurde uns die große Karte mit den Menüs gebracht, das bestellte Wasser serviert und auf Nachfrage auch die Weinkarte gereicht. Während wir noch die Speisen auf der Karte studierten wurden schon diese ersten drei Anuse Geule serviert, welche ausgezeichnet mundeten und richtig Appetit auf mehr machten. Wir nahmen jeder ein 5-Gänge Menü von verschiedener Zusammensetzung.

Dann folgte die zweite „Lage“ an Amuse Geule auf dem Tisch welche sich aus drei Schälchen zusammensetzte mit folgendem Inhalt:
Werneckhof_AG_3
Iberico Kinn (Feige und Sellerie), Chawanmushi und Dashi. Geschmacklich wieder eine Entdeckung und sehr ausgewogen, eben recht japanisch, aber mit geschmacklichen internationalen Einflüssen, da in Japan sicher noch weniger kräftig von der Gewürzseite her gearbeitet wird.

Wir hatten inzwischen unsere Menüs bestellt und dann hielten wir unsere Nasen in die Weinkarte, welche in einem ca. A4 Querformat daherkam und sich als recht umfangreich herausstellte. Kein Wunder denn der Werneckhof gehört zur Familie Geisel, welche im Königshiof auch den Weinhandel in der gleichnamigen Weinhandlung betreiben. Wir orderten eine Flasche aus Österreich vom Weingut Gross, welche uns zum angekündigten Menü als durchaus passend erschien. Und zum Hauptgang sollte es dann eine kleine Flasche aus dem Burgund sein vom Weingut Rossignol-Trapet, welche ebenso sehr gut als Abrundung zu den Speisen und dem Hauptgang passen sollte.

Mein Menü bestand also aus folgender Reihenfolge:

Provence Spargel I Gillardeau Auster, Leindotter und würzige Dashi
Werneckhof_Spargel

Steinköhler I Petersilienwurzel, Kapuzinerkresse und Herzmuschel-Sakejus
Werneckhof_Steinköhler

Rochen I Artischocke, Koriander und Pinienkerne
Werneckhof_Rochenflügel

Lozère Kalb I Morcheln, Räucheraal und Kalbsschwanzkrokette
Werneckhof_Hauptgang_Lozère_Kalb

Erdbeere I Waldmeister und Dulce de Leche
Werneckhof_Dessert2

Nach Abschluß mit dem Dessert gab es bei mir dann einen Espresso, wozu ein sogenanntes süßes Ende gereicht wurde, welches aus folgenden kleinen petit four bestand:

Madeleine, Macaron, Praline, Douglasien Joghurt und ein Honig-Haferchips

Das Lokal hat 2 Räume und ist von der Einrichtung her nicht wirklich modernisiert worden, sondern wirkt mit seinen vielen Holvertäfelungen wie aus der Mitte des letzten Jahrhunderts entsprungen, was aber der Atmosphäre eine wirklich komfortable Akustik und Geborgenheit vermittelt. Auch die Beleuchtung, welche sehr gezielt für die einzelnen Tische gewählt ist kann man sich ganz auf das was da aus der Küche präsentiert wird sich voll und ganz hingeben. Ein kleiner Beleg dafür ist dieses Foto eines knapp eingeschenkten Rotweinglases mit seinen Reflexionen auf der weißen Tischdecke.
Werneckhof_Glasreflektionen
Insgesamt eine sehr gelungener Abend mit einer ausgezeichneten Küchenleistung, welche ich noch höher bewerte als einen Michelin Stern, und ein Service, der weder aufdringlich noch irgendwie zu sehr zurückhaltend wirkte. Mit dem Sommelier kamen wir schnell ins Gespräch, da ein Stichwort zu dem Geschirr von meinem Bruder gleich der Auslöser war für eine weiterführende Unterhaltung auch in französischer Sprache.

Die Speisenfolge dieses 5 Gänge Menüs waren für mich sehr stimmig aufeinander abgestimmt und konnten mit seinen feinen Nuancen an Geschmäckern immer wieder neue Entdeckungen auf dem Teller hervorrufen. Nur war leider der Hauptgang bei mir mit dem Lozère Kalb ein wenig fest vom Fleisch und nicht wirklich zart wie Kalbfleisch.

Meine Bewertung: 18,5/20 Punkten


 

Frühlingsmarkt von Slow Food in München

Slowfood_Markt_Schild
Unter dem Motto „der Frühlingsmarkt“ hatte Slow Food in München zu einem Markt mit diversen Anbietern aus der Kulinarik Branche in die Mixed Munich Art Location in der Katharina-von-Bora-Str. 8a, eingeladen. Ich war fast überpünktlich am Samstag dort und etwas erstaunt, das noch kräftig im Innenhof aufgebaut wurde. Nach nur leicht verspätetem Einlass für 3.- € steuerte ich erst die Kellergewölbe dieser Event Location an, wo sich einige Anbieter mit Slow Food Hintergrund präsentierten. Da waren 2-3 Weingüter, eine Brennerei, ein Kaffeeröster und diverse Anbieter von Marmelade in Gläsern, aber auch klassische Anbieter von Markenprodukten, die sich den Mantel von Slow Food umhängen trotz Ihrer Größe. Geschmacklich und inhaltlich sollte jeder selber urteilen ob das auch noch dazupaßt. Generell war das Angebot an Anbietern und Ständen recht übersichtlich, da der Platz in der unterirdischen Halle doch beschränkt ist. Konkret gesagt nicht zu vergleichen mit einem richtigen Markt, der Woche für Woche mit unterschiedlichen Angeboten die Kunden betreut. Allerdings kann man hier kompakt an 2 Tagen ein tatsächlich alternatives Angebot zu den Wochenmärkten in der Stadt entdecken, da hier auch z.B. die Winzer und Anbieter von Produkten auftreten, welche die Köstlichkeiten herstellen, und auch direkt befragt werden können.
Somit steuerte ich zunächst einen Weinstand an, welcher mit einem omnipräsenten Winzer hinter dem Tisch aufwarten konnte, der mir dann auch drei seiner Riesliche und einen Weißburgunder verkosten ließ.
Slowfood_Markt_Jakob_Christ  Slowfood_Markt_Christ_R93
Jakob Christ aus dem gleichnamigen Weingut wartete mit den Rieslingen aus 2013 und 2014  zwischen 8,50 € und 10,50 € auf, welche recht Säurebetont aber mit feiner Struktur und langem Nachhall aufwarten konnten. WB aus 2014 ebenso mit 8,50 € konnte mich nicht so wirklich überzeugen. Dann zu einem Garagenwinzer Namens Betz aus Frickenhausen am Main, der mich mit seinen Silvanern und dem Riesling nicht wirklich überzeugen konnte.
Einen Gang an die Oberfläche um etwas frische Luft zu schnappen konnte nach mehr als einer Stunde Öffnungszeit kaum mehr Aktivitäten im Innenhof zeigen als zu dem Zeitpunkt da ich kurz nach 13 Uhr Einlass gewährt bekam. Also nochmals in den Keller und zum Abschluß eine Brennerei ausprobiert, wo ich feststellen mußte, daß diese aus dem Weinort Castell stammte, aber von einem Architekten seit ein paar Jahren betrieben wird. Angeboten werden verschiedene Obstbrände von Mirabelle, Birne, Apfel und Kirschen, wobei ich mir einen Riesling Trester genehmigte. In der Nase bereits ein sehr feiner Duft nach diversen Tönen mit frischen Noten nach Frucht, kernigem Obst, fasz schon etwas Holzig und im Geschmack am Gaumen dann sehr elegant und strukturiert, was auf einen mehrfachen Brand Durchgang schließen läßt. Recht elegant und auch komplex im Abgang und zart, sowie wenig alkoholisch wirkend. Fein.
Slowfood_Markt_innen


 

Vinum im Tresor Vinum mit Weinen aus San Giminiano und Vino Nobile di Montepulciano

Die Zeitschrift Vinum hatte eingeladen zu einer Toskana Verkostung mit Weinen des Consorzio della Denominazione San Giminiano und des Consorzio del Vino Nobile di Montepulciano. Die Location war in diesem Falle besonders interessant, da ich dort bisher nicht gewesen war und sehr gespannt, wie in einem ehemaligen Bierkeller die 16 Weingüter untergebracht waren. Aber der Platzbedarf war überhaupr kein Problem, denn die Veranstalötung war recht schwach besucht, was die Verkostungen um so interessanter machte, da ich mit den Winzern und den Vetretern an den einzelnen Verkostungstischen auch noch einige Details erfahren konnte.

Zunächst einmal zu den beiden Weinregionen, welche aus einem Jubiläum heraus diese Verkostung mit der Zeitschrift Vinum in einigen Städten aus Marketinggründen veranstaltet haben. Aus der Region San Giminiano waren bei der Veranstaltung 6 Weingüter vor Ort, und aus der Region Montepulciano waren es 10 Weingüter. In San Giminiano stehen ca. 720 ha Weinreben und in der Region Montepulciano sind das ca. 2000 ha. In den beiden Regionen gibt es 166 abfüllende Betriebe, und es werden ca. 12 Mio. Flaschen pro Jahr gefüllt.

Dann ging es an die Verkostungen, wobei ich selber mir immer alle Weine der einzelnen 6 Güter die ich mir ausgesucht hatte, verkosten wollte.

Bei San Giminiano waren das:
– Fattoria di Pancole
– Fattoria San Donato (Bio Weingut zertifiziert)
– La Rampa di Fugnano

Bei Vino Nobile di Montepulciano waren das:
– Boscarelli (wo ich bereits im Sommer 2015 einmal mit einer Weinreise war)
– Palazzo Vecchio
– Tenuta di Gracciano della Seta

Die Wein waren durchweg recht ordentlich gemacht bei insgesamt recht unterschiedlichem Angebot. Mal hatte ein Weingut einen Rosé dabei, einige auch einen Vin Santo, welche mir ganz gut mundeten, und die weißen und roten Tropfen aus Vernacchia, Viognier oder den typischen Toskana Weißen wie Canaiolo, sowie Sangiovese, Merlot, Cabernet Sauvignon bei den Roten Trauben zeigten die typische Vielfalt einer Region. Nur ein wirklich prickelndes Wasser war kaum vorhanden oder nicht zu sehen.

Nun aber noch einige Sätze zu der Lokalität, wohin die Zeitschrift Vinum eingeladen hatte. Das Ganze nennt sich Tresor Vinum, wurde im Jahre 2015 eröffnet und wurde gebaut 1881 als Bierkeller, der heute mit seinen 400qm unterirdischer Fläche eine imposante Lokalität ist. Die 16 Winzer aus der Toskana hatten locker Platz in den 2 großen Räumen mit Tonnengewölbe, wobei in den Nebenräumen eben noch weitere Möglichkeiten bestehen Vorträge, Verkostungen und eben Weinlager unterzubringen. Recht gut ausgeleuchtet und mit Garderobe, sowie wohl einer kleinen Küche in einem der hinteren Räume darf man gespannt sein, was hier noch so alles in den nächsten Jahren veranstaltet wird.
Hier ein paar Fotos von dem Verkostungsabend in den Räumlichkeiten von Tresor Vinum.
Tresorvinum_Eingang
Tresorvinum_Abgang
Tresorvinum_Gang
Tresorvinum_Keller2_Gläser
Tresorvinum_Tresorraum
Tresorvinum_Keller2
Tresorvinum_Keller1


 

Sonntagsessen mit Garnelen und Paprika Lauch Gemüse

Manchesmal, wenn mir nichts Besseres einfällt, nehme ich einfach im Fischladen ein paar Garnelen mit, welche dann je nach vorhandenen Zutaten mit einem Gemüse, Salat oder sonstigen passenden Geschmäckern kombiniert werden kann. Aber da ich auf dem Markt am Samstag ja auch immer etwas Gemüse, Salat oder sonstige Zutaten besorge, wird sich immer etwas im Gemüsekorb oder im Kühlschrank finden was zu den Garnelen paßt. Ich fand heute eine grüne Paprika, etwas Lauch, und dazu gab es eine kleingeschnittene Schalotte, ein paar kleine Knoblauchzehen, sowie etwas Wildsalat vom Markt, der sehr unterschiedliche Blätter zutage bringt. Die kräftigen Kräuter hol ich mir aus dem Garten wie Thymian, Rosmarin und ein paar kleine Salatblätter fürs Dekorieren.
Und wer von Euch noch mehr zum Rezept wissen möchte, der schreibt mir einfach, denn Garnelen und ein wenig Gemüse dazu bedürfen eigentlich keinem wirklichen Rezept, da hier die Variationsmöglichkeiten sehr groß sind.
Das Ergebnis sieht dann folgendermaßen aus:
Garnelen_Paprika_LauchGemüse
Garnelen_Paprika_LauchGemüse_Detail


 

 

Spargel in Blätterteig mit Morchelsauße

Zur Spargelzeit heute einmal ein klassisches Rezept aus Frankreich welches mit nur wenigen Zutaten recht schnell aber auch auf den Punkt zubereitet werden sollte. Weißer Spargel in einem Blätterteigmantel mit einer Morchelsauße, wo ich noch ein wenig Salat hinzugegeben habe.

Die Zutaten optisch:
Spargel_Blätterteig_Zutaten
Die Zutaten als Begriff pro Person:
4 Stangen Spargel
1 Blatt Blätterteig
6 getrocknete Morcheln
1 Schalotte
1 Eigelb zum bestreichen
125 gr. Crème double
1 El Butter
Salz, Pfeffer, etwas Weißwein, 1/2 Zitrone
Die Zubereitung:
Die gtrockneten Morcheln im warmen Wasser für ca. 20 Minuten quellen lassen. Die Morcheln herausnehmen und gut trocken tupfen. Große Exemplare können halbiert werden. Das Einweichwasser durch ein Küchentuch sieben und aufbewahrn. Den Spargel schälen und mit der halben Zitrone für ca. 8 Min. im sprudelnden Wasser kochen. Die Schalotte kleinschneiden und mit der Butter in einer tiefen Pfanne leicht andünsten. Dann die Morcheln dazugeben und so lange leicht dünsten bis alles Wasser verdunstet ist. Den Blätterteig leicht ausrollen und in ein quadratisches Stück schneiden, wobei der restliche Teig in Streifen geschnitten auf das Blatt dekoriert werden kann. Auf einem eingefetteten Backblech plazieren und den Teig mit dem Eigelb bestreichen. Für 10 Min. bei 210 °C im Backofen den Blätterteig durchbacken. Dann geht es mit der Morchelsauße weiter, wo zunächst etwas Weißwein zugegeben wird und der dann stark eingekocht werden sollte. Als nächstes kann einiges des Einweichwassers hinzugegeben werden, und dieses ebenso wieder stark eingekocht wird. Dieser Vorgang kann 2 – 3 mal wiederholt werden. Zum Schluß füge ich den Crème double hinzu und reduziere nach dem Aufkochen die Hitze, so das die Sauße nicht stockt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den durchgebackenen Blätterteig aus dem Ofen nehmen und in der Mitte einmal teilen. Auf dem Teller die untere Hälfte platzieren, die Spargel darauf und den oberen Teig des Teigs daraufsetzen. Die Sauße mit den Morcheln rundherum drappieren.
Spargel_Blätterteig_Teller   Spargel_Blätterteig_Teller_Detail


Zucchini gefüllt mit Pilzen und Ziegenkäse

Gefüllte Gemüse kann man ja mit vielerlei Gemüsen bewerkstelligen.
Gefüllte Tomaten, Paprika, Kohlrabi oder auch Zucchini, wie ich sie mir heute einmal wieder in den Ofen geschoben habe. Ansich eine schöne Sache, da ebenso wie die klassische Gurke die Zucchini im Kern sehr viele Kerne und viel weicheres Fruchtfleisch haben, welches auch gerne mit einer herzhaften Füllung ersetzt werden kann. Heute also gefüllte Zucchini mit Pilzen und Ziegenkäse.

Zutaten für ca. 2 Zucchini und 2 Personen:
2 grüne feste und etwas dicke Zucchini
5-6 Egerlinge
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 Frühlingszwiebel
1 grüne Spargelstange
oder jeweils noch sonstige übriggebliebene Gemüse zum Füllen
3-4 El Crème Fraîche
Ziegenkäse zum darüberlegen
Salz, Pfeffer, Olivenöl
Semmelbrösel
Zuccini_gefüllt
Die Zubereitung:
Zunächst die Zucchini in der Mitte aufschneiden und den inneren Kern mit den Kernen und dem weichen Fruchtfleisch herausschneiden und herauslöffeln. Dann alle Zutaten für die Füllung möglichst klein schneiden und mit der Créme Fraîche gut vermischen. Die Masse kräftig salzen und pfeffern und mit einem Löffel in die ausgehöhlten Zucchini einfüllen. Dann den in dünne Scheiben geschnittenen Ziegenköse darauflegen, mit etwas Olivenöl betröufeln und mit etwas Semmelbrösel bestreuen. Bei ca, 190 °C im Backofen auf mittlerer Schiene für ca. 20 Minuten durchgaren, wobei in den letzten 3-4 Minuten der Grill in halber Stufe dazugeschaltet werden kann um der Füllung eine schöne Farbe und krosse Haut zu verleihen.
Und dazu habe ich mir heute eine Flasche Spätburgunder aus der Region Baden geöffnet, welche vom Weingut Salwey kommt. Der Jahrgang 2010 war auch in Deutschland recht gut vom Wetter und den Bedingungen her, somit ist dieser recht leicht wirkende Spätburgunder mit seinen 13 Vol.% nicht wirklich schwer, sondern paßt wunderbar zum eleganten aber auch kräftigen Geschmack der Zucchini mit dem Ziegenkäse.
Salwey_SpätB_2010


 

Risotto mit Carchiofi, weißem und grünem Spargel

Heute endlich mal wieder ein Risotto, und passend zur Jahreszeit mit Carchiofi, grünem und weißem Spargel. Den Reis habe ich normalerweise immer vorrätig, was aber beim Risotto unbedingt ein passender Risotto Reis aus Italien oder Südfrankreich sein muß. Also Carnairolo oder Arborio. Der Spargel stammt vom Markt, ebenso wie die kleinen Artischocken (Carchiofi).

Die  Zutaten für ca. 3 Personen:
1 1/2 Tassen Reis
1 Glas Gemüsefond
1/2 Liter Brühe
1/4 Liter trockener Weißwein
6 Carchiofi
3 Stangen weißer Spargel
4 Stangen grüner Spargel
2 Schalotten
frisch geriebener Parmensan
1 Frühlingszwiebel
einige Blättchen Estragon
Salz Pfeffer, ein wenig Sahne oder
Maskarpone
1 Zitrone
Risotto_Spargel_Carchiofi
Die Zubereitung:
Großen Topf mit Wasser und einer halben Zitrone aufsetzen für den weißen Spargel, der darin für maximal 8 Minuten gedünstet wird. Den grünen Spargel ebenso leicht schälen und mit dem weißen in kleine Stücke schräg schneiden. Die Schalotten klein schneiden und die Carchiofi schälen und in einer kleinen Schüssel mit dem Saft der zweiten halben Zitrone anrichten, so das die kleinen Artischockenherzen nicht braun werden. Dann in einem Großen schweren Topf etwas Olivenöl mit ein klein wenig Butter erhitzen, die Schalotten mit den Carchiofi dazu und wenn die Schalotten glasig sind den Reis dazugeben und leicht anrösten lassen. Dann folgt die klassische Prozedur für den Risotto mit dem Weißwein und der Brühe – herunterkochen lassen, wieder Flüssigkeit zugeben und immer gut umrühren dabei.Nach ca. 20 Minuten den Reis kosten und wenn schon fast die richtige Bissfestigkeit erreich ist den grünen und weißen Spargel hinzugeben. Parmensan darüberreiben und nach Belieben ein wenig Sahne oder auch wenn vorhanden etwas Mascarpone hinzugeben. Auf den Tellern anrichten und mit dünn geschnittenen Frühlingszwiebeln und einem Estragonhalm verzieren. Dazu paßt wunderbar ein Sauvognon Blanc z. B. vom Weingut Aldinger aus Fellbach bei Stuttgart.
Risotto_Spargel_Carchiofi_Detail    Aldinger_SB_2012


 

Kalbsleber, Spinat mit Austernpilzen und Gemüse

Die Zutaten für 2 Personen:
300 gr. Kalbsleber
1 grüner oder roter Paprika
150 gr. Spinat
6-8 Austernpilze
1 El Pinienkerne
2 Schalotten
3 Knoblauchzehen
Noilly Prat, Butter, Olivenöl

Die Zubereitung:
Schalotten und Knoblauch recht fein schneiden. Leber abspülen, trocken tupfen, salzen pfeffern und leicht melieren. Den Paprika zerteilen und in mittelkleine Stücke schneiden. Dann die Austernpilze säubern und in Streifen schneiden. Dann die Zutaten separat dünsten und braten. In einer Eisenpfanne die Kalbsleber, in einer kleinen Eisenpfanne, ungeölt die Pinienkerne rösten. In einer Sauteuse die Schalotten mit dem Knoblauch anbraten und dann nach Zugabe von etwas Noilly Prat den Spinat hinzugeben und das ist dann schon fast fertig, da der Spinat in 1 Minute fast komplett zerfällt. Parallel dazu in einem kleinen Topf den Paprika und ein wenig der Schalotten in Butter andünsten und nicht länger als ca. 5-7 Minuten garen. Die Kalbsleber in der heißen Pfanne von einer Seite für 2 Minuten und dann von der anderen Seite soweit durchbraten, das innen es nicht mehr rot, sondern maximal rosa aussieht. Spinat mit den Austernpilzen in einem Ring auf dem Teller anrichten, das Gemüse daneben und die Leber dazu. Mahlzeit!
Kalbsleber_Spinat  Kalbsleber_Spinat_Detail


 

Bier, Macht, München – eine Ausstellung

Plakat_Bier-Macht-München
Seit 8. April 2016 läuft im Stadtmuseum München eine Ausstellung im Jubiläumsjahr des Reinheitsgebotes, welches vor 500 Jahren den zunächst Münchener Brauern zugrunde gelegt wurde. Es ist also streng genommen in Münchener Reinheitsgebot, welches jedoch später auf alle bayerischen Brauereien angewandt wurde.

Die Ausstellung ist im 1. Stock in einigen Räumen untergebracht, so das man sich ohne Probleme 2 oder auch 3 Stunden darin informieren kann, wenn auch in diesem Fall leider nur trocken.

Es wird ausführlich über die Beginne der vielen kleinen Brauereien in München informiert, und wie deren Geschichte in den letzten Jahrhunderten sich dann fortsetzte. Es gab insbesondere in den Zeiten de Ersten und Zweiten Weltkrieges einen starken Rückgang des Bierkonsums, der dann ab dem Jahr ca. 1950 zu einer starken Konzentration und Veränderung der Brauereistruktur in München geführt hat. Aber interessanterweise geht es mit einigen kleinen neuen Brauereien in Bayern und inzwischen auch weltweit mit der Braukunst und deren Produkten im Bereich Craftbeer, wieder bergauf mit Neuen Wegen.

Die Ausstellung zeigt eine Menge historische Dokumente von Gebäuden, Brauereigaststätten, Biergärten und technischen Möglichkeiten wie die Entwicklung der Kühlung von Bier, was sonst zu schnell verdirbt. Die heutigen Entwicklungen werden allerdings für meine Begriffe ein wenig zu knapp beschrieben und dargestellt.

Parallel zu dieser Ausstellung gibt es seit dem 13. April 2016 eine Ausstellung im jüdischen Museum, gleich gegenüber auf dem Jakobsplatz, zum Thema Jüdischer Braugeschichte, mit dem Slogan, „Bier ist der Wein dieses Landes“.
Die werde ich dann in den nächsten Wochen mal besuchen.
Also dann frei nach dem Motto: O’zapft is!


 

Bordeaux Faßproben-Verkostung bei Vin-Wein-Vino

Bordeaux 2015 – Faßproben bei Vin Wein Vino

Hans hatte kurz nach seiner Rückkehr aus Bordeaux zur Faßprobenverkostung in seinen Laden am Kanal eingeladen. Knapp 2 handvoll Weinenthusiasten waren eingetroffen und wir machten uns über die kleinen Flaschen mit dem roten Elexir aus den roten Trauben des letzten Jahres her. Da es ja in 2015 wettertechnisch ein recht gutes „Weinjahr“ wie wir so hörten, gegeben hatte, waren wir sehr gespannt, was sich so bei den diversen Winzern rund um Bordeaux aus der Traubenernte vor ca. einem halben Jahr ergeben hatte. Festzustellen war zunächst einmal, das fast alle Weine mit einer recht ausgewogenen Tanninstruktur und gut eingebunden in Säure und Frucht daherkamen. Allerdings fehlte mir bei den allermeisten guten Tropfen auch etwas die Säure, was wohl ebenso auf das recht warme und gute Wetter in 2015 zurückzuführen ist. Irgendwie wiederholt sich aber auch hier vielleicht etwas die Geschichte, denn 2005 war das gehypte Weinjahr in Bordeaux wo die Preise exorbitant explodierten. Das Wird in 2015 gegenüber den Vorjahren wohl nicht passieren, denn das Niveau liegt inzwischen einiges höher als 2005, aber warten wir ab, was die Primeur-Angebote so in ein paar Wochen anbieten werden.
Bordeaux_2015_Vin_Wein_Vino_3
Nun zu den verkosteten Weinen:
Wir starten mit einem Zweit- oder Drittwein von Dom. de Chevalier in weiß.
Clos des Lunes, hat noch eine recht hefige Nase, was nach einem halben Jahr kein Wunder ist. Feine Säure mit guter Frucht und schönem Abgang. (17/20)
Bordeaux_2015_Vin_Wein_Vino   Bordeaux_2015_Vin_Wein_Vino_2
Dann folgen die 16 roten Fläschchen, welche auf einem kleinen Tisch vereint aufgebaut sind.

Ch. Soutard – sehr kräftige Fruchtnase, etwas weniger Säure, aber sicher mit Entwicklungspotenzial und einem schönen Abgang mit leichter Schärfe, aber fein. (17+/20)

Ch. Puygueraud – sehr schöne komplexe Struktur, etwas Frucht und Säure. Von den Tanninen her etwas kernig mit dunklen Beerennoten und Cassis, weniger Länge. (16-17/20)

Dom. Piy Arnaud – ein Bio Weingut. Mit mittlerer Frucht und leichter Struktur noch etwas holzig bei mittlerem Abgang. Wohl etwas weniger Merlot als die Vorgänger. (16/20)

Fuge de Nenin – sehr schöne Nase mit runder Frucht. Recht ausgewogene Tannine, runde Note mit feinem Abgang. Wirkt schon recht fertig,  was aber in dem Alter auch trügerisch sein kann. (17-18/20)

Ch, Guillot Clauzel – schon komplexe dichte Nase mit Frucht, welche gut euingebunden ist. Noch unreife Tannine und leichte Schärfe, welche sich am Gaumen dann verstärkt (16+/20)

Ch. Maucaillou – sehr vordergründiger CS. Dichte Frucht mit recht komplexer Note am Gaumen. Etwas unreifer grüner Abgang. (16-17/20)

Ch. Citran – Mittlere Frucht mit runden Noten und etwas weniger lang am Gaumen. Leicht bittere Note am Gaumen. (16/20)

Ch. Haut Caussan – recht florale Nase mit Frucht und feiner Komplexität. Kräftig süße Gaumennote. Weniger Abgang. Schon sehr gefällig und rund. (17+/20)

Ch. Cambon la Pelouse – Vordergründig etwas flach, später am Gaumen  dann recht fruchtig mit leichter Säure und dann kommt der volle Geschmack am hintersten unteren Winkel bei Schlucken zustande und zur Geltung (16+/20)

Demoiselle de Sociando Mallet – der Zweitwein von Sociando Mallethat schon eine recht feine Nase mit dunkler Struktur. Am Gaumen fast etwas wässrig und leicht, ansonsten eine feine runde Frucht mit weniger Abgang. (16-17/20)

Sociando Mallet – Der Erstwein aus diesem Hause im Haut Medoc zeigt eine runde dichte Nase mit Frucht. Eine kräftige Geschmacksstruktur mit ebenso vorhandenen Tanninen. (16-17/20)

Ch. Moulin Haut Laroque – Nase mit löeichtem Benzinstinker, der aber langsam vergeht. Recht süße Anklänge mit Noten von reifen Zwetschgen, Schokolade und recht komplexer Note nach Nougat und nur sehr wenig Tanninen. (18+/20)

Ch. Talbot – Recht verhaltene Nase. Sehr runde feine Frucht am Gaumen mit feiner Fruchtstruktur. Reißt schnell ab und wirkt fast verschlossen. (- -/20)

Ch. Capbern – dieses Weingut gehört zu Ch. Calon Ségur und hat derzeit ca. 37 ha. Sehr dichte komplexe Nase mit feiner roter Fruchtnote. Kaum Schärfe und runde feine Komplexität mit feinen Noten nach reifem gedünstetem Gemüse. (17+/20)
Calon_Segur
Le Marquis de Calon Ségur – Mittlere Nase mit leichter Schärfe. Am Gaumen ganz different, sehr geschmeidig mit feiner Struktur. (17+/20)

Ch. Lafon Rochet – Recht rund und feine Struktur. Wirkt schon segr fertig und hat wenig Tannine am Gaumen. (16-17/20)

Kleines Fazit nach dieser sehr gelungenen kleinen Bordeaux Verkostung im kleinen Kreise. Der Jahrgang 2015 dürfte sich nach diesen ersten Eindrücken als sehr guter Jahrgang im Laufe der nächsten Jahre präsentieren. Nicht nur das gute Wetter in dem Jahr haben dazu wohl beigetragen, sondern sicher auch wieder viel Arbeit im Weinberg und im Keller. Also wird es wohl nach 2005 wieder im 10 Jahres Abstand einen ausgezeichneten Bordeaux Jahrgang geben. Santé