Kategoriearchiv: Wein

Winterteller mit Sauerkraut Merguez und Boudin noir

Das Winterwetter ist immer noch recht kalt und nach einem kurzen aber positivem Arztbesuch hatte ich mir vorgenommen mir etwas deftiges  und einfaches, aber sicher schmackhaftes, am Abend zuzubereiten. Die Wahl fiel auf eine Portion Sauerkraut mit Merguez und einer Boudin noir, welche ich mir alles drei auf dem Viktualienmarkt in München kurzerhand besorgen sollte. Sauerkraut habe ich in den letzten Monaten öfter mal mir auf verschiedene Arten zubereiten, und wollte diesmal eine Version mit vielen Gewürzen ausprobieren. Dazu passend eine mittelscharfe Lammwurst – Merguez, und eine Blutwurst, frisch hergestellt vom Metzger – die Boudin Noir, welche sich so mit dem Sauerkraut fein ergänzen und als vierte Zutat bräune ich mir einige Zwiebelringe mit einer Knoblauchzehe, welche aber wenig gewürzt eine feine Abrundung des gesamten Geschmacksbildes bildet. Hier schon mal zu Fotos der Zubereitung:


Dies also die 4 Zutaten und jetzt zu den diversen Gewürzen für das Sauerkraut:
500 gr. Sauerkraut
2 Lorbeerblätter
11/2 Macisblüten gemörsert
1 El Kümmel ganz
1 Tl Sumach gemahlen
1 Tl Senfkörner
1 Tasse Wasser
1 Tasse trockener Weißwein
5 Wacholderbeeren
1 Prise Zucker
dazu habe ich mir besorgt:
1 Merguez (meist in mehreren verpackt zu besorgen, aber gut im Kühlschrank aufzubewahren)
1 Boudin Noir
1 große Schalotte, oder 2 kleine rote oder weiße Zwiebeln

Zur Zubereitung:
Diese Zutatenliste sieht auf den ersten Blick zunächst einmal groß und lang aus, kann aber, so wie es bei mir ist, in der Regel aus dem Gewürzvorrat bestritten werden, wenn man immer wieder einmal etwas zum Kochen und Essen zubereitet.
Ich starte mit dem Sauerkraut, wo ich alle Gewürze und die 2 Tassen Flüssigkeit hinzufüge und alles dann für ca. 30 Minuten köcheln lasse, wobei ich immer wieder umrühre um die Geschmäcker der Gewürze an jeden Inhalt zu verteilen. Zum Ende hin müßte fast alle Flüssigkeit verkocht sein, wobei ch zum Schluss noch ein wenig Noilly Prat oder auch einen Schluck weiteren Weißwein hinzugeben kann.
Die 2 Würste brate ich in einer Eisenpfanne vorsichtig an und erhöhe dann die Hitze, bis sich beide Teile einigermaßen gut erhitzt und gegart sind. Dann auf einem Teller bei ca. 120°C in den Backofen und in der gleichen Pfanne nochmals ein wenig Butter erhitzen und die Zwiebeln mit Knoblauch darin garen, wobei ch gegen Schluß mit etwas Rotwein ablösche und die Beilage so fertigstelle. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Anrichten und dann z. Bsp. folgenden Wein dazu servieren:

Heute habe ich einen

Domaine des Schistes, les Terrasses, 2011 aus Estagel, welches in der Region Côtes du Roussillon Villages Tautavel liegt. Ich war selber mehrfach dort auf dem Weingut, und dieser Wein hier ist eine Cuvée aus Carignan, Grenache Noir und ein wenig Syrah. Auf sehr kargen Böden, was auch in der Titulierung „Les Terrasses“ wiederzufinden ist, werden hier strenge und geschmacklich sehr interessante und kräftige Weine zu solchen Mahlzeiten erzeugt.Das Etikett weist zwar 15% Alc.Vol. aus, ist aber so gut eingebunden, das man meint, das hier ein Wein fast aus kühlen Regionen vorliegt. Weiche Töne mit ausgewogener Säure. Ein sehr schöner Kontrapunkt zu den Säuren im Sauerkraut und einer feinen ausgewogenen Angleichung an die Geschmäcker der Zwiebeln mit dem eben hier verwendeten Rotwein.
Bon appétit!



 

Neue Weinbar in München – Grapes im Hotel Cortiina

Nomen est Omen. Wein wird aus Trauben gemacht, und aus nichts anderem. Somit hat vor ein paar Wochen eine neue Weinbar mit dem Namen Grapes in München eröffnet, welche es bereits als Weinbar gab, aber nach einem gründlichen Umbau, im Hotel Cortiina, in der Lederergasse, in einem ganz neuen look und neuem Flair, sich hier eine ganze Reihe sehr guter Weine genießen läßt. Vor einigen Tage habe ich an einem Samstag Nachmittag micht mit einem befreundeten Koch dort getroffen und wir begannen unsere kleine Nachmittagstour mit einem „prickelnden Wasser“ wozu es dann auch an jenem, und vielleicht auch in den kommenden Wochen, einen kleinen Flammkuchen gab, der vorzüglich mundete und gut zum Winzersekt paßte.

Wir waren an jenem Samstag die ersten Gäste, denn unter der Woche wird die Weinbar um 17 Uhr und an den Samstagen um 15 Uhr geöffnet. Es sollten sich aber recht bald diverse weitere Gäste einfinden, was den winkeligen Raum mit einer kleinen Bar schnell belebte, und der Service der 3-4 herumschwirrenden Sommeliers und Serviceleute machte aus der anfangs ruhigen Atmosphäre einen quirligen Raum, der aber erstaunlicherweise nie wirklich hektisch oder laut zu werden schien. Der Service recht aufmerksam, denn kaum das wir unsere Gläser schon fast geleert hatten,  kam die Frage nach einem weiteren Schluck oder Glas, was wir dann mit dem Studium der Karte nochmals hinauszögerten. Es gibt auch einige kleine Gerichte zu essen, was ich aber dann eher in den nächsten Wochen bei einem Abendbesuch mal auskosten werde, und darüber sicher auch nochmals schreiben werde, wie diese gemundet haben. Also auf ein Neues in der Grapes Weinbar, einem neuen lohnenden Ziel in der Münchener Innenstadt.



 

Fisch Menü für 2 Gäste aus der tiefen Provinz

So kurz nach Jahresbeginn hatte ich mal wieder 2 Besucher, welche ich ein Fischmenü vorgeschlagen hatte, denn die Beiden kommen aus der Gegend zwischen Schwäbischer Alb und dem Schwarzwald, wo es vielleicht aus einer schönen Fischzucht mal eine Forelle geben kann, doch selten die Meeresfische, welche hier in München in mehreren Geschäften je nach Jahreszeit zu erhalten sind. Und es sollte auch gleich mit dem ersten Gang eine Besonderheit geben, wo ich aus einer bayerischen Garnelenzucht etwas einkaufen konnte, was sonst eher nur eingefroren und zwar damit frisch aber aus weiter Ferne in Asien herkommt, wo wir nicht wirklich wissen, wie die Garnelen aufgezogen werden.  Aber zu den  4 verschiedenen Fischgängen wollte ich dann auch die entsprechenden Weine servieren, welche recht unterschiedlich ausfallen sollten.
Hier also schon mal die grobe Reihenfolge der Fischgänge mit den Weinen:

Erster Gang Bayerische Garnelen mit Topinambur Suppe – dazu ein spanischer Weißwein vom Weingut Ostatu, Lore aus dem Jahr 2014. Feine Säure und kräftige Noten passen ausgezeichnet zu der kräftigen Note der Topinambur Suppe.



Zweiter Gang war dann ein Kabeljaufilet mit schwarzem Reis und Salicorne – dazu ein weißer aus dem Luberon vom Ch. la Canorgue, auch aus dem Jahr 2014.

Den schwarzen Reis hatte ich hier zum ersten Mal zubereitet, und mich einigermaßen an die Anleitung auf der Verpackung gehalten, und somit den schwarzen Reis so ca. 35-40 Minuten gedünstet. Da ca. 10 Minuten vor Ferigstellung das gesamte Wasser verkocht war kippte ich noch eine knappe Tasse Wasser kalt darüber, was schließlich die Fertigstellung mit am Ende zugegebenen Schalotten und ein wenig grünen Abschnitte von Frühlingszwiebeln ausgezeichnet bis zum endgültigen Garpunkt reichte.



Dritter Gang folgte mit einem Lachstartar, welches im Glas serviert wurde – und hier ein deutscher Wein aus Franken, vom Weingut Galena, Kabinett halbtrocken aus der Weißweintraube Scheurebe, 2014, welches insbesondere auch ganz gut zum nächsten Gang, der fischfrei aus einer sautierten Lotuswurzel mit süßen Noten bestand.


Hier leider kein Foto, weil ich im Rahmen der Zubereitung und dem Servieren das Foto vergessen hatte. Aber Risotto ist auch nicht besonders fotogen.
Fünfter Gang folgte dann als Risotto mit einigen Stücken Lotte in der Pfanne ausgebraten und einem roten Tropfen aus Italien aus der Region Veneto und dem Jahr 2005.

Zum Dessert dann kein Fisch, sondern ein kleines Potpourrie aus Raffaelo in Wan-Tan, ein Stückchen Halwa und 2 kleinen Schokopralinen mit Fleur de Sel.



 

Ein Hirschrückenfilet mit Topinambur und rote Beete Carpaccio

Eigentlich war mein Ausgangspunkt das Rote Beete Carpaccio, welches dünn auf dem Teller ausgebreitet und entsprechend dünn geschnitten ein wunderbares Bild im Kontrast zum weißen Teller gibt. In diesem Fall habe ich allerdings die Rote Beete für 20 Minuten zuerst duchgedünstet, erkalten lassen, und dann  erst, nach dem Erkalten, dünn augfgeschnitten. Als Gemüsekontrast habe ich diesmal Topinambur gewählt und ein paar kleine hell Rübchen mit kleinen violetten Einsprengseln, welche wohl aus Frankreich kommen und der Sorte der Kartoffeln zugeordnet werden können.  Die wesentlichen Zutaten im rohen Zustand:
zutaten_hirschrueckenfilet_2
Die weiteren Zutaten für dieses Gericht:
3 Schalotten
2 Knoblauchzehen
3 Kapseln Kardamom
Pfeffermischung mit Salz
Crème Fraîche für die Sauce
etwas Zitronensaft
etwas Weißwein zum Ablöschen und für die Sauße

Und hier zur Zubereitung dieses Wintergerichtes mit Hirschrückenfilet und diversen Gemüsen.
Rote Beete für ca. 20 Minuten dünsten, erkalten lassen und anschließen schälen und in dünne Scheiben mit einem Trüffelhobel zubereiten. Parallel dazu die Topinambur gut bürsten und leicht schälen, sowie die Knollen dann in dünne Streifen schneiden und mit etwas Zitronensaft beträufeln, so daß das Gemüse nicht gleich braun oxidiert. Dann die SDchalotten und Knoblauch recht fein zerschneiden. Das Hirschfilet trockentupfen und mit Salz, Pfeffer und Gewürzmischung stark würzen. Jetzt dürfte das Mis en place soweit fertiggestellt sein, das wir je nach Bedarf den Bratvorgang und das Dünsten der Gemüse für das Gericht fertigstellen können.

Zur Zubereitung:
Eine große Pfanne für das Hirschfilet, eine kleine Pfanne für das kleine Wurzelgemüse, eine Sauteuse für die Topinambur Stifte auf den Herd setzen mit Olivenöl oder auch zusätzlich mit Butter. Den Backofen auf ca. 160°C aufheizen und mit dem Hirschfilet beginnen. Nach Erhitzen der Pfanne das Filet von allen Seiten ca. 3-5 Minuten stark anbraten und anschließend auf einem Teller im Backofen für ca. 15-20 Minuten durchgaren lassen. Parallel dazu die Gemüse mit Zwiebeln und Knoblauch dünsten und je nach Geschmack mit Weißwein, Butter oder auch ein wenig Olivenöl abschmecken. Nach dem Fertiggaren des Fleisches im Backofen die Stücke in einer Alu-Folie für 5 Minuten ruhen lassen und anschließen je Portion aufschneiden. Parallel dazu kann in der Bratpfanne des Hirschfilet die Sauce zubereitet werden.
hirschrueckenfilet_roteb_topinambur
Dazu gab es an diesem Abend eine Flasche vom Weingut Contino aus dem Rioja und dem Jahr 2007. Dieser Gran Reserva besteht aus 70% Tempranillo, 15% Graciano, 12% Granacha und 3% Viura (eine weiße Rebsorte, welche in dieser kleinen Menge in Spanien dem Rotwein beigesetzt werden darf).
Der sehr schön gereift Wein paßt recht gut zum kräftig gepfefferten Hirschfilet, wo sich das Alter der Flasche auch etwas positiv auf den Gesamteindruck auswirkt.
contino_2007



 

Die InselWeinMacher in München in der Isarpost

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In diesem Jahr in einer neuen Location präsentierten sich die Inselweinmacher in der letzten Woche mit 13 Winzern dem Münchener Publikum. Organisiert von Culinarium Bavaricum konnten die Münchener die Inselweinmacher in diesem Jahr die Weine des neuen Jahrgangs und weitere gute Tropfen in der ehemaligen Isarpost in der Sonnenstrasse verkosten. Da sehr zentral gelegen und mit einer schönen Location in diesem alten Backsteingebäude, hatten die 13 Inselweinmacher jeder an seinem Tisch ein paar Weine präsentiert, welche dann vom Publikum soweit auch ganz gut angenommen wurde, was mein Eindruck war. Der Saal ansich gibt gut Platz für die Winzer, aber insbesondere auch für das verkostende Publikum, wobei mit einem neuen Konzept in diesem Jahr ein kleines Catering verbunden war, welches ausgerechnet dort präsentiert wurde, wo sich das Publikum zwischen Glasausgabe und Eingang zum großen Saal aufgebaut war. Hier staute sich dann der Besucherstrom zu späterer Stunde und es wurde ein wenig eng in diesem Bereich. Knapp eine Stunde nach der Eröffnung um ca. 16:30 Uhr wurde die Veranstaltung offiziell vom Weingut Waldemar Braun eröffnet, wobei auch die fränkische Weinkönigin einige eröffnende Worte sprach.
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Ich hatte bereits meine Runde begonnen bei folgenden Weingütern:
• Weingut Glaser-Himmelstoss aus Nordheim
• Weingut Rothe aus Nordheim
• Weingut Waldemar Braun aus Nordheim
• Weingut Michael Galena aus Sommerach
• Weingut Bunzelt aus Nordheim
• Weingut Graf von Schönborn, Schloss Hallburg aus Volkach

Es gab bei einigen Winzern sehr feine Tropfen, wobei  das Gespräch auch immer wieder auf das sehr schöne Ergebnis der Ernte in 2016 kam.  Also wird es auch wieder im nächsten Jahr etwas feines zu verkosten geben. Aber dann überlegte ich mir erst einmal was ich mir so in den nächsten Tagen bei der einen oder anderen Adresse für den Keller bestellen werde, und was dann in den nächsten Jahren zu genießen ist.
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32. Forum Vini in München

Im Herbst, wenn die meiste Ernte bei den Winzern in Europa eingefahren ist, hagelt es regelrecht mit Weinveranstaltungen, wo dann die Winzer zutreffen sind, aber auch viele Händler die aktuellen Weine der letzten Jahre und andere Tropfen anbieten. Am letzten Wochenende war es also mal wieder soweit, sich auf einen Besuch zum Forum Vini in München zu begeben, welches in der seiner 32. Auflage eine bereits bewegte Geschichte hinter sich hat. Angefangen hat diese Veranstaltung seinerzeit im Regina Haus, in den Kellerräumlichkeiten, welche für eine Weinverkostung und Präsentation denkbar ungeeignet waren. Denn auch bereits 1984 und in den Jahren danach war das Forum Vini bereits gut besucht und man fing an sehr sich zu drängeln und zu schwitzen. Später zog die Veranstaltung dann für ein paar Jahre in den Löwenbräu Keller am Stiglmaier Platz, was auch nicht gerade ein idealer Ort für eine solche Weinmesse sein sollte, denn alle Aussteller auf der oberen Etage, der Empore hatte die ähnlichen Probleme wie zuvor im Regina Haus mit der aufsteigenden Wärme in den Räumlichkeiten. Wann es genau war kann ich nicht mehr sagen, aber dann ging es nach ein paar Jahren ins MOC welches ein kleiner Ableger der Messe, so zwar am Rande der Stadt, aber mit der U-Bahn gut erreichbar und klimatisch gesehen auf dem neuesten Stand, so das hier ein doch einigermaßen entspanntes Verkosten möglich war, wenn die Besucherzahlen es zuließen. Ich also gleich am Freitag kurz nach Eröffnung hin und konnte so wirklich entspannt durch die Reihen ziehen.
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Hinzu kam allerdings, das ich mir eines der Weinseminare ansehen und besuchen wollte, welches das Thema „Generation Riesling“ hatte. Diese Vereinigung aus Jungwinzern (bis max. 35 Jahre) stellte für dieses Seminar, welches vom Veranstalter, dem Meininger Verlag, durchgeführt wurde, seine Weine aus 6 Betrieben zur Verfügung, welche dann später auch in der Halle weiter verkostet werden konnten.

Folgende Weine standen hier also zur Verkostung an, welche unter der fachlichen Leitung von Frau Ilka Lindemann vom Meininger Verlag geführt wurde.
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  1. 2015 Riesling trocken, Kreuznacher Paradies, Weingut Lorenz&Söhne, Nahe. Sehr helle Farbe, leicht medizinische Note mit feiner Säure, ein wenig Grasig mit Sellerie und grünen angenehmen Noten (16+/20)
  2. 2015 Pinot Weißweincuvée, Grauburgunder + Chardonnay, Weingut Idler, Württemberg (Remstal). Der junge Herr Idler hat u.A. bei Weingut Wöhrwag in Untertürkheim gelernt. Mittlere Struktur aus großem Holz, leicht rauchig mit dichter Note und langem guten Abgang. (16-17/20)
  3. 2015 Riesling feinherb, Weingut Grossharth, Nahe. Sehr verhalten in der Nase. Leichte gelbe Früchte und feine süßliche Struktur. Stachelbeeren, fruchtig. Mit Erwärmen des Glas kommt die Struktur besser heraus. (Diese Verkostung um 17 Uhr hatte wohl noch etwas kühle Weine in der Verkostung) (16/20)
  4. 2015 Riesling Spätlese feinherb, Maximiner Klosterlay, Weingut Lorenz, Mosel. Sehr dichte Note mit kräftiger traubiger Nase. Die feine runde Frucht am Gaumen macht die süßliche Note wett, welche sich im RZ mit 36,3 gr. aber nur 11,5 vol.% alc. deutlich einbindet. (16/20)
  5. 2013 Spätburgunder, vinum meum – Ruppertsberger Nussbien, Weingut Stefan Reinhardt, Pfalz. Hell, frisch, leicht und sehr typisch in der Nase. Erdbeeren mit der Frucht noch leichte Tannine und noch leicht ruppig. (16-17/20)
  6. 2013 Lemberger, Weingut Gemmrich, Württemberg. (Beilstein-Schmidthausen mit 7,5 ha) Nase kommt sehr spät bei leichter Note, welche für die klassische Art der Weinbereitung des Lembergers in Württemberg spricht. (15,5/20)

Das waren so die 6 Weine bei dieser Jungwinzerverkostung, welche durchaus in der Gesamtheit und auch von der Auswahl her überzeugen konnten, und einen kleinen Querschnitt durch die deutsche Weinwelt zeigte.
griesling_weine



 

Weinreise ins Bordeaux, der vierte Tag

Am letzten und vierten Tag dieser sehr intensiven Weinreise sollte es in das Süßweingebiet Sautern, südöstlich von Bordeaux gehen. Durch die klimatischen Besonderheiten im Sautern, un den darum herum gelegenen Gebieten kann hier auf natürliche Art, durch die Botrytis, ein Süßwein entstehen, wie er sonst nur noch in der Region Tokay in Ungarn und in der Region um den Neusiedler See in Österreich entstehen kann. Die morgentlichen Nebel zur Traubenreifezeit im September, Oktober lassen den Pilz Bptrytis die Trauben so befallen, das das Wasser entzogen wird und sich der Zuckergehalt in den Trauben stark anreichert. Bei entsprechender Vinifizierung kann dann daraus ein Süßwein gekeltert werden. Trotzdem werden auch hier in der Region immer mehr trockene Weine geerntet und ausgebaut, wie ich später zum Weingut Yquem schreiben werde, denn rechtzeitig geerntet sind die Trauben heil, ganz normal für die Bereitung eines trockenen und frischen Weißweines.
An diesem vierten Tag ging es also zu folgenden Chateaus:

Ch. Yquem
Ch. Guiraud
yquem_schloss
Auf Chateau Yquem machten wir zunächst einen kleinen Rundgang durch die Anlage und dann einen Besuch in den Faßkellern wo gewaltige Mengen an Barriques lagern, die für jedes Jahr ca. 100.000 Flaschen reichen. Vom trockenen Weißwein auf Ch. Yquem, welcher „Y“ genannt wird werden ca. 10.000 Flaschen seit einigen Jahr erzeugt. Da ich bereits 2008/2009 und 2011 auf Ch. Yquem war, besuchten wir diesmal einen neuen Verkostungsraum, der hell, weiträumig angelegt ist und auf den Wänden mit dem Logo des Chateau versehen. Mehr dazu auf dem Bildern weiter unten. Verkosten konnten wir diesmal 2 Weine, welche der trockene „Y“ aus 2014 und der klassische Süßwein aus 2010 war.
Zu den einzelnen Weinen der Verkostung:
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2014 „Y“, 75% SB, 25% Semillon. 7 gr. Restzucker.
10 Monate im Barrique. Sehr helles gelb. Sehr dichte feine Nase mit viel Druck. Pampelmouse. Recht kräftige Struktur am Gaumen mit mittlerer Säure. Lang anhaltender Nachklang. (17-18/20) ca. 135.- €
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2010 Ch. Yquem, 138 gr. Restzucker
Farbe mittleres helles Gelb mit rötlichen und leicht grünen Tönen. Sehr feine Honignase, etwas Lichi, Aprikosen und Karamell in der Luft. Am Gaumen ein sehr runder und gescxhlossener Ansatz wie fast eine Praline die im Mund aufplatzt. Sehr langer Abgang mit feinen süßlichen aber auch leichter Säure in ausgewogener Form. Sehr sehr langer Abgang mit immer noch leichtem Säureanklang. (19-20/20)
yquem_fasskeller
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yquem_verkostung



guiraud_schloss   guiraud_schloss_front
Und dann ging es weiter zum Chateau Guiraud, welches zu einem gewissen Anteil auch der Familie Neipperg gehört, wo wir am Tag zuvor ja bereits auf dem Ch. Canon la Gaffelière zur Verkostung waren. Das Ch. Guiraud ist ein 1er Grand Cru Classée aus 1855, welches aber in den letzten Jahrzehnten eine recht bewegte Geschichte hinter sich hat. Erst seitdem es 2006 wieder neue Besitzer hat, kann es sich von der Qualität der Weine wieder langsam an die Klasse der weiteren Sautern Güter heranmachen. Auch hier war ich mit dem gleichen Veranstalter bereits mehrfach in den letzten Jahren was sich vielleicht auch in der Verkostung von diesmal 5 Weinen niederschlug. Das sollten in der Reihenfolge der Verkostung folgende Jahrgänge und Ausbau Sorten sein:
guiraud_flaschen
2014 Ch. Guiraud -„G“, trocken 50% Sem., 50% SB.
Frische helle Note in der Nase, mit leicht grünen Noten. Etwas flach und wenig Abgang. (15/20)

2013 Petit Guiraud, 65% Sem., 35% SB. (Zweitwein des Chateau)
Feine etwas dichte Nase. Schöne leichte Note für einen Süßwein. mit leicht grünen Tönen. (16/20)

2011 Ch. Guiraud, – alle Grand Vin mit 130 gr. Restzucker
Sehr feine Frucht und Nußnote am Gaumen mit noch recht heller Farbe. Sehr feine Note am späten hinteren Gaumen. (17/20)

2003 Ch. Guiraud
Honigfarbe, Karamell in der Nase. Sehr weich und rund am Gaumen. Für einen Wein aus dem sehr heißen Jahr 2003 präsentiert er sich ausgezeichnet. Man meint den Boden, das Terroir durchzuschmecken. Sehr feine Karamellnote. Super (18+/20)

1998 Ch. Guiraud
In der Nase ein mittelstarker Uhu Geruch. Der Wein scheint seinen Höhepunkt schon ein paar Jahre überschritten zu haben. Leichter Acceton Ton mit etwas oxidativen Noten. Somit leider ein etwas unsanfter Abschluss der Reise, was dem Gesamtbild aber keinen Abbruch tut. (14/20)
guiraud_verkostung



Mein erstes Fazit zu dieser Reise im Oktober 2016 kann folgendermaßen lauten:

Mit einer kleinen Gruppe von 7 Personen, inklusive Reiseleiter, kann es nicht nur auf den Weingütern bei den Verkostungen und den Besichtigungen sehr angenehm sein, sonder auch an allen drei Abenden, wo wir meist gemeinsam in ein Lokal gegangen sind, kann man sich viel zu den Weinen, dem Erlebten und den Spezialitäten der Region erzählen und erleben. Am ersten Abend ging es auf gut Glück einfach zu Fuß in die Altstadt und wir fanden recht schnell ein passendes Lokal mit einem großen Tisch für alle 7 Personen.

Am zweiten Abend ging es dann ins Bistro des Sommelier, wo ich in den vergangenen Jahren schon einige Male war und dort nicht nur das Essen konstant gut ist, sonder auch die Weinkarte mit den günstigen Preisen dein besonderes Highlight jeglicher Bordeaux Reisen.

Am dritten Abend ging es dann in ein neues Lokal, welches in die Richtung Asiatisch, aber ansich auch internationale Küche zubereitet. Hier im Restaurant Miles konnten wir ein ausgezeichnetes Menü verkosten, was dann in dieser Gruppe mit einigen Weinen begleitet wurde, die wir sonst auf den Weingütern ja nicht bekamen, denn in den Lokalen sind die Weine, welche wir auf den Chateaus besuchen kaum erschwinglich (außer im Bistro des Sommelier).

Zu erwähnen sein noch die ausgezeichnete Reiseleitung unter Peter Gallhofer mit seinem Reisebüro AOC Genusscréateure aus Wien.

Weinreise ins Bordeaux, der dritte Tag

An diesem Tag sollte es zu den Weingütern auf der rechten Seite der Gironde (rive droit) gehen. An diesem Tage sollten ebenfalls 4 Weingüter auf dem Programm stehen, wobei nicht zu vernachlässigen ist, das der Abend noch in einem ausgezeichneten Restaurant in der Altstadt von Bordeaux ein recht flüssiges und rundes Ende finden sollte. Wir beginnen in der Region St. Emilion auf dem Weingut Canon la Gaffelière, welches der Familie Neipperg aus Württemberg gehört, das in den frühen 70er Jahren des letzten Jahrhunderts hier als eines der ersten Weingüter von einem Deutschen aufgekauft wurde. Zum Familienbesitz gehören heute auch noch 5 weitere Weingüter in der Region Bordeaux, eins in Bulgarien, und die Familie Neipperg ist an dem Weingut Ch. Guiraud im Sautern beteilgt, welches wir am vierten Tag besuchen werden. Wir sind mit dem Kleinbus pünktlich um 10 Uhr im Weingut und werden von einer jungen Dame in französisch durch die wesentlichen Teile des Weingutes mit Erklärungen herumgeführt. Da sich die Weinreben und Anlagen dieses ca. 19 ha großen Weingutes direkt um das Haus befinden können wir auch einige Erklärungen direkt zwischen dem Reben, welche gerade erst seit ein paar Tagen abgeerntet waren erfahren. Unser Reiseleiter Peter Gallhofer übersetzte die Ausführungen der Dame und fügte dann aber auch immer wieder einige seiner Erklärungen zum Weinbau, seiner Vinfizierung etc. hinzu. Schließlich ging es zur Verkostung wo wir hier von 4 der im Neipperg befindlichen Güter Weine aus den Jahrgängen 2013, 2012, 2011 und 2004 verkosten konnten. Im Einzelnen waren das die Weine wie folgt:
canon_la_gaf_4weine
2013 Clos de l’Oratoire, 90% CF, 10% M.
Sehr würzige Nase und feine Struktur. Recht junge Note mit feiner Gewürzstruktur. Leichte Tannine, und noch recht junge Note der mittleren Tannine. (16/20)

2012 Ch. l’Aiguilhe, 80% M, 20% CF. 40% neues Holz
Sehr feine dichte und fruchtige Nase. Feine Säure und frische Frucht am Gaumen. Langes Leben dürfte hier dem Wein bevorstehen. Leichte Säure am späten Gaumen. (16+/20)

2011 Ch. Canon la Gaffelière, 60% M, 32% CF, 8% CS.
Sehr vordergründige volle Nase mit hellen Fruchtnoten. Sehr schöner Gaumen mit frischen Schokoladenoten, Kirschkerne. Wunderbare Struktur mit eingebundenen Tanninen und feiner Würze. (17+/20)

2004 La Mondotte, 80% M, 20% CF. Nur 10% neues Holz.
Sehr feine Nase, und sehr elegant am Gaumen. Mit feinen Ledernoten, und Pilzen sowie feiner und eleganter Fluss am Gaumen. (18-19/20)
canon_la_gaf_verkostungsraum
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Dann geht es nach einem langen und ausführlichen Aufenthalt bei Ch. C. la Gaffeliére zum nächsten Weingut Chateau Figeac. Auf diesem mit 40 ha Weinreben , welche interessanterweise hier hauptsächlich auf Kiesboden stehen werden zu je ca. einem Drittel Merlot, CS und CF angebaut. Somit werden auch die beiden Chateau Weine in der Regel fast immer zu je einem Drittel mit diesen Drei Trauben cuvetiert. Wir bekommen als hier einen Zweitwein der Petit Figeac heißt und den Grand Vin des Chateau Figeac aus folgenden Jahren:
ch_figeac_flasche_2011
2012 Petit Figeac, 1/3 M, CS und CF. (Kostet ca. 30.- €)
Feine gute Nase mit Gewürzen und Anklang von Orangenschale. Frische Note mit schöner Struktur. Sehr schne Länge am Gaumen mit reifen Früchten. (17+/20)

2011 Ch. Figeac,  1/3 M, CS und CF.
Angenehme tiefe Note mit reifen dichten Fruchtnoten. Sehr feine Struktur am Gaumen mit reifen Früchten. Seh feine gleichmäßige und ausgewogene Struktur mit langem Abgang. (17-18/20)
ch_figeac_verkostung
ch_figeac_fasskeller



Nach einem kleinen Mittagessen in St. Emilion geht es dann am Nachmittag zunächst auf das Weingut Chateau Gazin. Ich selber war bereits in den Jahren 2009 und auch 2011 bereits zu Weinverkostungen auf diesem Weingut mit dem gleichen Veranstalter und aus Anlass einer Weinreise hier im Bordeaux Gebiet. In diesem Jahr sollte wir den Wein aus dem Jahr 2014 verkosten können der gerade erst im Frühjahr abgefüllt worden war. Irgendwie war der Gutsbesitzer sehr gesprächig bei der diesjährigen Führung, was sich allerdings nicht auf die Großzügigkeit seiner Verkostung niederschlagen sollte, denn es gab nur einen Wein zu verkosten.
ch_gazin_flasche_2014
2014 Ch. Gazin, 95% M, 5% CF.
Sehr schöne dichte Nase, ein wenig mit kühlen Anflüchten. Noch leichte Tannine mit sehr feinen Fruchtnoten. Sehr feine und leichte Struktur in Verbindung mit der Säure. (17+/20)
ch_gazin_presse  ch_gazin_fasskeller



Das vierte Weingut an diesem Tag sollte Ch. Valandraud sein, welches wir allerdings nicht direkt vor Ort besuchen konnten, sondern wir fuhren mit dem Kleinbus wieder nach St. Emilion zu einer Weinboutique, wo wir dan einige der Weine des Ch. Valandraud verkosten konnten. Wir konnten in dieser Weinboutique auch noch einige andere Weine verkosten, wobei ich hier nur auf die drei Valandraud Weine eingehen will, die wir auf der Terrasse bei noch ein wenig schönem Spätherbstwetter genießen konnten.
ch_valendraud_flaschen
2012 Spirit de Valandraud, 70% M, 30% CF. ca. 19 €
Sehr fruchtige feine Nase. Runde Frucht mit feinem spätem Tannin. Gute Struktur und langer Abgang. Gute lange Note mit dichter Frucht. (15-16/20)

2011 Virgine de Valandraud, 50% M, 20% CS, 20% CF, 10% PV. ca. 35 €
Weniger Nase, welche sich langsam öffnet. Recht dichte Note. Feste Struktur und recht komplex (16-17/20)

2013 Grand Vin de Ch. Valendraud, ca. 135 €
Sehr feine Struktur mit noch leichten Tanninen, welche ausgereift wirken, obwohl schwieriges Jahr in 2013. (17+/20)
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Betonei bereits im Jahr 2010 im Ch. Valandraud gesehen.


 

Weinreise ins Bordeaux, der zweite Tag

An diesem zweiten Tag der Bordeaux Weinverkostungen und Chateau Besuche sollte es an das linke Ufer, genannt rive gauche, gehen. Die Weingüter die wir besuchen sollten waren da:

Château Palmer
Château Léoville Barton
Château Pichon Longeville Comtesse de Lalande
Château Haut-Marbuzet

An so einem Tag, wo uns 4 großartige Weingüter bevorstehen, waren wir alle im Kleinbus auf der Fahrt aus Bordeaux an dem Montagmorgen wieder einmal sehr gespannt, was da auf uns zukommen sollte. Zwei dieser Chateaus hatte ich bisher auch noch nicht besucht, somit stieg auch meine Spannung entsprechend meinen Erwartungen auf großartige Weine und interessante Weingüter im Medoc. Die Weinregion am linke Ufer ist geprägt von Cabernet Sauvignon, Merlot und Petit Verdot. Da also am linken Ufer die CS Trauben und auch der Boden dazu mit vielen großen und mittleren Kiseln aus der Eiszeit dominieren, werden die Weine hier ein wenig kantiger und rauher als am rechten Ufer. Los geht es also auf Ch. Palmer.
ch_palmer_schloss
ch_palmer_fasskeller
Ch. Palmer bewirtschaftet ca. 66 ha wo in diesem Jahr die letzte Ernte a, 12.Oktober 2016 mit dem Petit Verdot vollzogen wurde. Das Weingut ist seit 2009 Bio zertifiziert, und seit 2014 auch als Bio-dynamisches Weingut anerkannt. Wir verkosten 2 der klassischen Weine dieses Weingutes welches da sind:
ch_palmer_flaschen
2011 Alter Ego (Zweitwein) mit 48% Merlot, 37% CS, 15% PV.
Sehr direkte Note in der Nase, würzig und mit hoher Dichte und Druck. Der große PV Anteil bringt einen interessanten  Anteil an kräftigen Noten und einem kräftigen Abgang. (16-17/20)

Der zweite Wein den wir verkosten ist der Grand Vin des Ch. Palmer aus 2007.
2007 Ch. Palmer, 49% Merlot, 51% CS, 7% PV.
Sehr florale und blumige Nase mit langem Nachhall. Dichte Note mit frischen Minzenoten und langem Abgang am Gaumen, welcher sich nachhaltig auf den Gesamteindruck legt. Sehr schöne Struktur und volle kräftige Noten am Gaumen, welche in komplexen Fruchtnoten sich langsam den Rachen hinunterzwengen. Sehr fein und absolut super. (18-19/20)
ch_palmer_korken



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Dann geht es im Kleinbus zum nächsten Weingut in der Region mit Namen Château Leoville Barton. Hier wird der Wein auf eine recht traditionelle, aber nicht desto weniger klassische Art und Weise produziert die uns wie folgt präsentiert werden sollte. Die alkoholische und anschließende malolaktische Vergärung passiert hier in ca. 10-14 Tagen im großen Holz, und anschließen werden die Wein direkt im kleinen Hilz, dem Barrique für ca. 3 Monate gereift, und dann nach einem Abzug und einer Schönung mit Eiweiß für weitere 10.16 Montae in den kleinen Holzfässern zur finalen Reife gebraucht. Wir bekommen hier auf dem Weingut drei Weine zur Verkostung welche da sind:
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2012 Mauvesin Barton mit der Cuvetierung 48% M, 35% CS, 14% CF, 3% PV.
Mechanische Ernte. Mit leicht grüner Note in der Nase, ein wenig leichte Schokonote und ein wenig Säure am Gaumen. (15/20)

2015 Longoa Barton,
Sehr feine weiche Nase, mit leichter süßlicher Note. Viel Frucht am Gaumen mit reifen Früchten  und recht frischen Noten am Ende des Gaumens im Abgang. (17/20)
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2015 Grand Vin Ch. Leoville Barton, 86% CS.
Sehr kräftige Nase. Sehr interessante kräftige Note mit Rauch und richtigem Feuer. Dicht und ausgewogen mit kräftigen Tanninen. Ausgezeichneter Abgang. (18/20)



Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant Salamandre in Pauillac geht es zum Weingut Château Pichon Longeville Comtesse de Lalande.
Hier war ich bereits zweimal in den letzten Jahren auf einer Verkostung mit dem gleichen Veranstalter, jedoch hat sich auch hier das verdiente Geld der letzten einträglichen Jahre in einem enormen Investment in Keller und Vinifiziertechnik, sowie Gebäude-Investment niedergeschlagen. Das interessante an diesem Tag war, das die Ernte der roten Trauben, so Ende Oktober gerade kurz vorbei war, und wir somit die Vinifizierung der roten Traubensäfte live mitverfolgen konnten. Hier also ein paar wenige kleine Eindrücke aus den Kellern dieses Weingutes.
Der Weinsaft wird unter dem Tresterhut abgezapft und wie auf dem nächsten Foto zu sehen, wieder oben im Edelstahltank als Dusche darübergesprüht.
comtesse_abzug   comtesse_ueberspuehen

Zu dieser eindrucksvollen Präsentation an Weinbereitung, welche uns gezeigt wurde, konnten wir auch hier, wie auf noch zwei weiteren großen Weingütern im Bordeaux, eine Maschine entdecken, welche mit Laser die Trauben der Ernte auslesen. Nach Aussagen des Weingutes werden die Trauben per Optik erkannt und können nach Größe, Form, Reife und Farbe per Laser erkannt werden und laufen in hoher Geschwindigkeit über ein Förderband, welches so konstruiert ist, das die als „falsch“ erkannten Trauben per Luftdruck aus der gelesenen Menge herausgeblasen werden.  Diese Laser-Trauben auslese Maschine kostet ca. 150 Tsd. € und sieht recht unscheinbar von außen aus:

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Nun zu den verkosteten Weinen die da waren:
2011 Reserve de la Comtesse, 43% CS, 49% Merlot, 18% CF.
Geschmeidige dichte Nase mit leichter florale Note. Noch recht strenge Note der Tannine, später leichtere Säure. Etwas leichte flüchtige Note am Gaumen. Runde Struktur und feine Komplexität mit weichen Noten (17/20)

2005 Grand Vin de Chateau, 64% CS, 29% M, 6% CF, 1% PV.
Wirkt noch immer jung in der Nase, gewürziger Geschmack am Gaumen. Sehr kräftige dichte Note mit Druck. Noch langer nachhaltiger Nachhall. Sehr feine komplexe Note mit viel Struktur und feiner Säurestruktur. (18-19/20)
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Zum Abschluss dieses Tages ging es zum Weingut Ch. Haut Marbuzet, welches immer noch im Familienbesitz ist und in den letzten Jahre auch so gut gewachsen ist, das es sich auf zwei weiteren Weingütern eingekauft hat. Dieses Familienweingut hat eine bewegte Geschichte in den letzten gut 60 Jahren hinter sich und begann 1952 mit gerade einmal 7 ha Weinreben, welche heute auf Haut Marbuzet zu inzwischen 75 ha angewachsen sind.

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Auch hier war in den Kellerräumen noch die volle Ernte mit der Weintraubenverarbeitung im Gange und wir konnten ein wenig die Vorgänge der Verarbeitung beobachten.

haut_marbuzet_keller
Das zeigt sich zwar nicht in den Barrique Kellern, jedoch tobten dafür um s mehr die Mitarbeiter in den anderen Kellern mit der Presse, dem Trester der bereits vergorenen Trauben und diversen Edelstahlgeräten herum, die für die Weinbereitung notwendig sind.

Wir durften hier 4 Weine verkosten die sich wie folgt präsentierten:
2009 Ch. Layuga Dubose, 55% CS, 40% M, 5% PV.
Sehr reife Note in der Nase mit Frucht. Vordergründig wenig am Gaumen, aber dann sehr hoher Dichte und kräftig mit guten Tanninen und breiter langer Frucht am Gaumen. (16+/20)

2012 Ch. Chembert, 70% CS, 30% Merlot.
Weiche runde Note mit leichten Tanninen und Säurenoten  am Gaumen. Mittlere kräftige Note mit etwas spätem Anklang am Gaumen. (16/20)

2012 Ch. Haut Marbuzet, 50% Merlot, 50% CS.
Feine Nase und sehr weiche Note mit feiner fruchtiger Note und feiner Fruchtstruktur. Mit feiner Schokonote und hellen Noten am Gaumen. (16-17/20)

2013 Ch. Haut Marbuzet, 30% Merlot, 65% CS, 5% PV.
Bei etwas weniger Nase und recht guter Struktur. Sehr schöne Tannin und Säurestruktur, wobei der Gesamteindruck ein wenig verschlossen wirkt. (17/20)

Und auch hier im Bordeaux werden Experimente mit Betoneiern gemacht, was wir im Keller live mit diesem Foto belegen können:
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Weinreise ins Bordeaux, der erste Tag

An diesem ersten Tag der viertägigen Weinreise ins Bordeaux waren wir mit einer kleinen Gruppe von 7 Personen unterwegs, was sich bald als lustige, unterhaltsame und richtig trinkfeste Gesellschaft herausstellte. Auch wenn einige aus der Gruppe an diesem ersten Tag mit der Anreise durch Nebel in Paris etwas Verspätung hatten, konnten wir durch eine gelungene Organisation der Reiseleitung zu der geplanten Besichtigung und Verkostung zu dem Weingut Chateau Smith Haut Lafitte in die Region Graves fahren.
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Smith Haut Lafitte ist nach der Klassifikation ein Grand Cru Classé de Graves in der Region Pessac-Leognan, welches seit 1990 ein Bio-Weingut in Familienbesitz ist. Eine großartige Anlage aus im wesentlichen Holzkonstruktions-Häusern, die auch ein Wellnesshotel und eine Faßbinderei beherbergen, welche eine von dreien auf den Weingütern in der Region Bordeaux ist. Auf Smith Haut Lafitte war ich bereits mehrfach in den letzten 8 Jahren und komme sicher immer wieder gerne dorthin, da sich der Stil der Weine aus der Region und speziell von dieser Adresse eine spezielle und angenehme Seite hat. Auf ca. 78 ha werden die Weine angebaut, wovon 12 ha mit weißen Reben bepflanzt sind.

Nach einem kleinen Rundgang durch die Produktion und die Kellerräume konnten wir dann zu einer Verkostung der beiden Chateau-Weine schreiten. Im Einzelnen waren das dann ein weißer und ein roter aus dem 2012er Jahr.
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2012 Chateau Smith Haut Lafitte, blanc,- Sauvignon Blanc (SB), Semillon (SE), Sauvignon Gris (SG).
Sehr intensive kräftige Nase mit frischem leichtem Holzton. Sehr breiter Gaumen mit sehr kräftiger festem Druck am Gaumen. Mittellanger Abgang. (17-18/20)

2012 Chateau Smith Haut Lafitte, rouge, – 55% Cabernet Sauvignon (CS), 35% Merlot (M), 9% Cabernet Franc (CF), 1% Petit Verdot (PV).
Sehr feine Nase mit wenig Tanninen. Am Gaumen feine Marzipannote, leichte Tannine am Rande mit etwas Säure und feinen Noten von dunklen Früchten. Sehr schöne Komplexität mit Leichtigkeit und Eleganz. (17+/20)
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