1 Jahr Olafs Gourmet Notizen im web

Liebe Gourmet Freunde, Abenteurer und Geniesser,

jetzt ist es bereits 1 Jahr her, das ich meinen Gourmet blog gestartet habe.
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Aus diesem Anlass hatte ich mir kurzfristig ein kleines Menü ausgedacht und drei Freunde zu mir eingeladen, welche meine „Kochkünste“ mit verkosten sollten, und die dazu hoffentlich passenden Weine verkosten.
Was sollte es an diesem Abend also geben?
Amuse Geule: Thunfisch Tartar
Erste kleine Vorspeise: Löffel mit Miniburger von Thunfisch und Ziegenkäse
Vorspeise: Oktopus auf Wildsalat mit spanischer Flagge
Zwischengang: Pilzragout im Blätterteig- Förmchen
Hauptgang: 7 Stunden Lammkeule mit Tagliatelle
Dessert: Maccha-Eis und Blaubeersorbet mit Früchten
Karte_1_Jahr_blog_3
Die Weine dazu:
Champagner Ayala, Brut Majeur
Champagne_Ayala_Brut_Majeur
Die weißen Sorten:
Weißweine_4x
Bod. Ostatu, 2012, Rioja
Franz Haas, 2010, Manna, Südtirol
A. Lageder, 2011, Löwengang, Südtirol
Ch. Smith Haut Lafitte, 1999, Bordeaux, Pessag-Leognan
Die rote(n) Sorte(n):
Domaine_l'Hortus_Magnum_2006
Domaine de l’Hortus, 2005, Pic Saint Loup, Coteaux du Languedoc, Magnum

Die Weingüter habe ich in den letzten Jahren alle besucht und konnte dort einige interessante Entdeckungen machen. An diesem Abend wurde insbesondere der Weißwein Manna von Franz Haas als herausragend gelobt und auch der etwas ältere Rote von Dom. de l’Hortus aus 2005 konnte sich zu dem 7-Stunden Lamm sehr gut behaupten. War ja auch aus der Magnum, welches durchaus positiv zu vermerken war.

Und nun zu den diversen Essensgängen, welche ich mir, bis auf den Hauptgang. der aus einem Kochbuch von Anthony Bourdain stammt, in der Woche zuvor ausgedacht hatte. Zur Sommerzeit, und es war ja gerade auch eine recht heiße klimatische Woche, wollte ich ein paar leichtere und frische Gerichte passend zu den verschiedenen Weißweinen kreieren.

Amuse Geule: Thunfisch Tartar
AG_Thunfisch_Tartar

Erste kleine Vorspeise: Löffel mit Miniburger von Thunfisch und Ziegenkäse
Löffel_Mini_Thunfisch_Burger

Vorspeise: Oktopus auf Wildsalat mit spanischer Flagge
Oktopus_Spanien_Meer_Salat  Oktopus_Spanien_Meer_Salat_Detail

Zwischengang: Pilzragout im Blätterteig- Förmchen
Blätterteig_Pasteten_ungefüllt  Pilzragout_im_Blätterteig_Detail2

Hauptgang: 7 Stunden Lammkeule mit Tagliatelle
7_Std_Lammkeule_Tagliatelle  7_Std_Lammkeule_Tagliatelle_Detail

Dessert: Maccha-Eis und Blaubeersorbet mit Früchten
Maccha_Eis_Blaubeersorbet_Früchte

Zum Abschluß ein paar Worte zum abgelaufenen Jahr, welches mich immer wieder zu interessanten Essens- und auch Verkostungs-Gelegenheiten brachte, welche ich hier auf meinem blog kommentieren konnte. Weinnreise, diverse Weinverkostungen. Hoch- und Tiefpunkte in Restaurants, sowie eine Menge Erkenntnisse im Bereich der eigenen Küche, wo es nicht nur um den Geschmack, oder auch das frische Produkt geht, sondern in Verbindung mit meinem blog um die Fotos, das was ich dann darüber schreiben kann und wie es vielleicht ankommt. Aber insbesondere im Laufe diesen Jahres, wo auch mal wieder viel passiert ist, kam es mir nie auf die reine Präsentation der Gerichte, Weine und Ereignisse an, sonder es geht um Authentizität, Ehrlichkeit, Klarheit und Meinung, die ich dann auch gerne teile mit denen die sich hier und sonst auch mit mir darüber austauschen.


Wer zu diesem Jubiläums-Menü das eine oder andere Rezept haben möchte, schreibe mir einfach einen Kommentar, und ich kann ihm dann etwas dazu schicken.
Auf ein weiteres Jahr mit bon apétit und Prost
Euer Olaf.

Besuch zweier VDP Weingüter in der Region Württemberg

Im August sind zwar klassischerweise auch einige Weingüter wegen der Urlaubszeit geschlossen, doch konnte ich in diesem August zwei VDP Weingüter in Württemberg besuchen, welche ich bisher in dieser Breite und Verkostung so noch nicht kennengelernt hatte.
Das waren das Weingut Wöhrwag in Stuttgart-Untertürkheim und das Weingut Heid in Fellbach bei Stuttgart.
Weingut_Wöhrwag_Schild
Das Weingut Wöhrwag mit ca. 20 ha Anbaufläche ist bereits seit 1999 Mitglied im VDP und baut interessanterweise ca. 44% Riesling hier in Württemberg an.
Weingut_Heid_Eingang
Dagegen ist das Weingut Heid erst seit 2013 Mitglied im VDP und baut mit ca. 8 ha Anbaufläche ebenso mit 23% Riesling an, aber auch einige andere typische Sorten aus Württemberg wie Trollinger, Lemberger aber auch Portugieser.

Weingut_Wöhrwag_Flasche_Trollinger
Begonnen hatte ich beim Weingut Wöhrwag, welches in einer kleinen Gasse in Untertürkheim liegt und  mit einem offenen Innenhof einladend wirkt. Es wurden gerade Drucksachen angeliefert, was aber nicht weiter störte, welche durch den Verkostungsraum ins Büro getragen wurden. Ein freundlicher Empfang begrüßte mich und es ging im Verkostungsraum direkt zu den wesentlichen Weinen dieses Weinguts.
Weingut_Wöhrwag_Verkostung_1
Ich konnte 5 weiße und 8 rote Weine verkosten, welche alle sich in einem ausgezeichneten Zustand präsentierten. Einige Weine waren gerade erst einmal ein paar Woche auf die Flasche gekommen, was aber gerade einmal bei den Holztönen ein wenig hervorkam, aber nicht wirklich negativ zu Tage kam. Ich verkostete insbesondere die Ersten Lagen, welche meist aus dem Jahr 2015 stammten und meist sehr sortentypisch und auch frisch sich präsentierten. Auch gerade die Rieslinge, welche hier vermehrt angebaut werden, konnten wirklich überzeugen und sind wirklich erstaunlich fein von der Säure und dem Fruchtspiel für einen Württemberger. Ich führe das auch darauf zurück, das es in den letzten 10-20 Jahren eine enorm positive Entwicklung in den Kellern, aber auch in der Bewirtschaftung der Weinberge gegebene hat. Bei den roten Sorten konnten mich fast alle verkosteten Reben auf hohem Niveau sehr gut überzeugen und zum Abschluß gab es noch einen Cuvée X, der mit einer Cuvée aus 42% Merlot, 42% CS und 16% CF auch ausgesprochenermaßen in die Richtung Bordeaux cuvetiert wurde und von mir eine Note von 17+ erhalten hatte.


Heid_Portugieser_Fl
Dann mit dem Bus ein paar Kilometer weiter nach Fellbach zum Weingut Heid, welches ebenso mitten in der Ortschaft liegt und mich ebenso freundlich empfangen sollte wie im Weingut zuvor. Erst vor ca. 3 Jahren in den VDP aufgenommen, werden derzeit im Weingut einige Umbauten vorgenommen, was der Qualität der Weine keiinen Abbruch tut. Im Weingut Heid, welches auf ca. 8 ha auf 23% Riesling und weiterhin auf 18% Trollinger, 14% Lemberger und  14% Burgundersorten anpflanzt und weitere Rebsorten wie Portugieser und internationale Trauben im Sortiment hat. Hier konnte ich 5 weiße Sorten und 6 rote Sorten verkosten, welche sich ausgezeichnet präsentierten. Bei den weißen Sorten war mir insbesondere ein Cuvée aus Riesling (2/3) und SB(1/3) aufgefallen, wobei aber auch der reine SB mit einer sehr typischen Struktur aus 2015 sehr überzeigen konnte und von mir ein 17+ erhalten sollte. Bei den roten Sorten ging es mit einem sogenannten „PUE“ los, der mit leichten 11% alc. einen frischen noch leicht mussierenden Sommerwein präsentierten, den man wohl im gleichen Jahr trinken sollte, aber mit feinen Noten doch überzeugen konnte. Bei den roten Sorten konnte mich besonders der Lemberger von 2014 überzeugen, der mit einer feinen Säure und einer kräftigen vollen Struktur und Frucht einen langen Abgang zeigte (17+/20).



 

Fussili mit Zitronensauce, Pilzen und Algen

An einem der Sommerabende gab es bei mir mal wieder einen Sommerteller mit Nudeln, hier Fussili, welche mit einer Zitronensauce, etwas Pilzen und einigen verschiedenen Algen aus meinem Fischladen abgerundet wurden. Das Prinzip dieses Nudeltellers ist eigentlich recht einfach, denn die Sauce wird separat zubereitet, und die warmen Nudeln erst nach Fertigstellung mit der Sauce vereinigt. Das mit den Algen war in diesem Fall ein erster Versuch, denn es gab in meinem Fischgeschäft einige verschiedene Sorten, welche ich zum Teil in schmale Streifen geschnitten und entsalzen habe, um diese nicht zu dominant wirken zu lassen. Der gesamte Teller sollte sich dann folgendermaßen präsentieren:
Fussili_Zitronensalat_mit_Algen  Fussili_Zitronensalat_mit_Algen_Detail


 

Restaurant Besuch im Marais Soir im Westend München

Einer Einladung bin ich gerne Folge geleistet, als mich Freunde in der letzten Woche ins Marais Soir im Westend in München eingeladen haben. Ich war bereits einmal im Lokal vor ca. eineinhalb Jahren mit einer Freundin,  wo wir bereits gut gespeist hatten. An diesem Abend hatten die Freunde einen Tisch für 3 Personen bestellt und wir hatten einen Tisch fast direkt vor der Theke/Bar, wo der Blick in Richtung Ausgang der Küche mich immer wieder gebannt hinblicken ließ. Wir waren einer der ersten Gäste um 19 Uhr an einem wunderbar sonnigen Abend der dann aber mit einem fast komplett gefüllten Lokal zu Ende des Abend enden sollte.
Marais_Soir_Theke
So ging es los in einer angenehmen Atmosphäre wo wir uns gut unterhalten konnte, auch wenn sich das Lokal mehr und mehr füllen sollte.
Marais_Soir_Nebenraum
Der Name Marais Soir leitet sich ab von einem Stadtteil aus Paris, der ursprünglich ein Vorort war und heute mittendrin in der Innenstadt von Paris liegt und u.A. das Judenviertel mit quirligen Strassen und interessanten Cafés im Zentrum von Paris beherbergt. Im 13. Jahrhundert lag dieses Viertel noch am Ostrand der Innesntadt und wurde seither von den Templerorden Mitgliedern aus einem sumpfigen Gebiet trockengelegt. Im Süden begrenzt von der Seine und der Rue Beaubourd sowie der Rue du Renard im Westen begrenzt. Das Viertel hat sich seinen ursprünglichen Flair ein wenig erhalten, denn die großen Umbauten des Architekten Hausmann ging hier im 19. Jahrhundert ein wenig vorbei.
Nun zu unserem Abend in diesem „Pariser Viertel“ in München.

Klassisch wie bei vielen Menüangeboten hatte ich mir ein Menü bestellt, welche in 4 Gängen und einem Preis von 50.-€ recht günstig angeboten wurde. Da wir drei so einen speziellen Weingeschmack haben wollten wir uns die Weine dazu aus der Weinkarte dazu selber aussuchen und orderten dann auch 2 weiße und später noch einen roten aus der Flaschenauswahl.
Marais_Soir_AG_Detail_Quiche
Es ging also los mit einem Amuse Geule, kleiner Gruß aus der Küche, mit einer kleinen Succini Quiche am Spieß mit einer konfierten Tomate. Schmackhaft und leicht und passend sicher auch zum folgenden Menü.

Dann folgte das 4 Gänge Menü in dichter Folge beginnend mit einem
Yellow Fin Thuna mit Wakame und Tataki
Marais_Soir_Thunfisch_Wakame
Sehr schön auf dem Teller präsentiert und auch ausgezeichnet frisch und kühl serviert mit den kleinen Saucendips und einem abgerundeten Geschmack zum sehr fein und nur ganz kurz angebratenen Thunfisch.

Die zweite Vorspeise brachte einen Scampi-Jakobsmuschel-Spieß auf einem Oliven Zitronen Risotto.
Marais_Soir_Jakobsmuscheln_Risotto
Der Teller spielt hier natürlich bei der Präsentation eine große Rolle, wobei der Spieß nicht so wirklich zur Geltung kommt. Das Risotto ordentlich, aber nicht wirklich hervorragend, was aber insgesamt rund und ausgewogen wirkte.

Dann ging es zum Hauptgang mit einem Weide Kalb Medaillon mit Pfifferling Persillade.
Marais_Soir_Weide_Kalbsmedaillon
Das Medaillon etwas versteckt unter den Pfifferlingen und dem dünn gehobelten roten Beeten Streifen. Die Persillade war somit etwas untergegangen, wobei die kleinen Kartofdfelhäubchen recht passend die Pfifferlinge mit der Sauce ergänzten. Somit bisher ein recht ausgewogenes und rundes Menü, was sich mit den entsprechenden Weinen ganz gut zum Abend gesellte und ein wohliges Gefühl im Laufe des Abends abrundete.

Dann gab es ja noch den Nachtisch/Dessert, welcher sich mit einem Aprikosen-Rosmarin Crumble und einem Vanille Eis präsentierte.
Marais_Soir_Dessert
Na-ja! Das Vanille Eis paßt zwar dazu, aber der Crumble, der wunderbar sich zu den Aprikosen gesellte, wollte sich nicht wirklich so gut zu dem Eis gesellen. Eigentlich ein wenig zu süß in manchen Teilen, aber sonst auch wieder fast zu viel nach den 3 Gängen mit dem Amuse Geule vorneweg.

Insgesamt ein sehr gelungenes Menü mit feinen Abstimmungen und kleinen Schwächen in den Details. Sehr entspannt konnten wir den Abend genießen, was eigentliche sehr für den Gesamteindruck spricht. Meine Bewertung gesamt: 17/20 Punkten.


 

Sommersalat mit Melone, Schinken und Carciofi

In dieser Sommerzeit werden auch einige Melonensorten bereits auf dem Markt angeboten, welche im Süden Europas reifen und nach reiflicher Auswahl, wenn gut durchgereift, wunderbar süßlich und frisch schmecken können, wenn man die besten Früchte bekommt. Dazu habe ich heute mir ein paar dünne Scheiben Schinken besorgt und mit ein paar Carciofi (junge, kleine Artischocken) ergänzt, um hier eine gewisse Fruchtsäure zu den Melonen zu ergänzen.

Die Zutaten für 2 Teller:
1 reife Melone
3-4 Carciofi
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
etwas Wildsalat oder Rucola
ein paar Cocktailtomaten
Vinaigrette für den Salat
Olivenöl, Salz und Pfeffer
Zitronensaft

Die Zubereitung:
Die Carciofi gut schälen und in ein wenig Zitronensaft legen, damit das Gemüse nicht gleich braun wird. Nach ca. 10-15 Min. die geschnittenen Schalotten mit dem Knoblauch hinzugeben und mit dem restlichen Zitronensaft ablöschen und noch ein wenig Weißwein hinzugeben. Auf dem Teller den Salat anrichten mit der Vinaigrette, die Melone aufschneiden und in schmale Streifen schneiden und mit dem Schinken dazu auf den Salat setzen. Dann die angebratenen Carciofi darauf mit dem Zwiebelgemüse anrichten. Salzen, pfeffern und mit ein paar Tropfen Olivenöl servieren.
Salatteller_Melone_Carchiofi  Salatteller_Melone_Carchiofi_Detail2


 

Auenfischer – ein Mittagsbesuch

Da mir die Auenstrasse wohl bekannt ist durch die Lage meines ersten Büros in den 90er Jahren, welche fast direkt an der Isar liegt, hat sich das von mir heute mittag besuchte Lokal wohl den Namen „Auenfischer“ gegeben. Die Isar in Sichtweite, auch wenn die servierten Fische wohl nur noch sehr selten aus dem Fluss kommen. Im Erdgeschoss eines Neubaus gelegen zeigt sich im ca. 40 Personen fassenden Innenraum ein mit warmen Tönen eingerichtetes Lokal mit vielen Gin Flaschen auf dem Tresen und hohen wie auf normal hohen Tischen im Gastraum.
Auerfischer
So bestellte ich mir also eine Vorspeise und einen Hauptgang, wozu es jeweils ein 01, l Gläschen Wein sein sollte.

Als Vorspeise gab es dann zunächst einmal ein überbackener, wohl aber frittierter Ziegenkäse als Kugel in zweifacher Ausführung auf Pflücksalat mit Granatapfel und Kernen.
Auerfischer_Ziegenkäse_auf_Salat
Insgesamt mit dem Joghurt Dressing und ein paar kleinen Klecksen Erbsenpürree war das gesamte recht schmackhaft und frisch mit dem Salat und den Granatapfelkernen.
Dazu gab es von Robert Weil einen Riesling, 0,1 l zu 7.-€

Hauptgang sollte dann, trotz Fischlokal, heute einmal ein Stück vom Fleisch sein. Duroc Schweinerücken im Pancetta Mantel mit Salbei-Risotto.
Auerfischer_Duroc_auf_Salbeirisotto
Der Pancetta Schinken sehr schön als Verpackung für das nicht total magere Schweinerückenstück, welches sehr gleichmäßig und gut durchgegart war. Wohl eine ausreichend gute Ruhezeit erfahren. Das Risotto insgesamt einfach gemacht aber durchaus schlotzig und fein abgeschmeckt mit dem Salbei.
Hier sollte es ein Glas Rotwein dazu sein vom Weingut Hensel als Cuvée aus CS und Merlot. das 0,1 l Glas zu 8.- €.

Insgesamt recht ordentlich große Portionen, welche preislich im unteren bis mittleren Bereich liegen. Der Wein liegt allerdings preislich ebenso hoch wie die Essensgänge, was ein wenig ein Mißverhältnis insgesamt ist. Der nächste Besuch an einem Abend kann das vielleicht ja mal revidieren.


 

Calamaretti auf Salat und Gemüse

Einen schnellen Sommerteller mit Salat und ein wenig Gemüse ist garnicht so langwierig herzustellen, wenn ich ein wenig Salat dazu nehme mit etwas saisonalem Gemüse wie Paprika, Cocktailtomaten und manch anderem Gemüse kombiniere.

Für einen großen Teller dieser Machart benötige ich pro Person:
4 bis 5 Calamaretti gut gesäubert
1 Schalotte klein geschnitten
2 bis 3 kleine Paprika oder ähnliches Gemüse wie Cocktailtomaten
eine handvoll Salat
Vinaigrette für den Salat
Ein wenig Weißwein zum ablöschen des Gemüses
Etwas Zitronensaft für die Calamaretti
Salz, Pfeffer und je nach Geschmack Gewürze für die Gemüse.

Zur Zubereitung:
Den Salat und die Calamaretti gut säubern und waschen. Das Gemüse putzen und je nach Bedarf klein schneiden. Zunächst das Gemüse mit den Schalotten anbraten und in einer separaten Pfanne die Calamaretti ebenso anbraten und nicht zu heiß weiterbraten, da diese nach ca. 2-3 Minuten bereits fertig sind. Somit ist die Gemüsepfanne vorher fast fertigzustellen, den Teller mit dem Salat zu belegen und dem Vinaigrette zu benetzen, und nach dem Anrichten der Gemüse können dann zum Schluß die Calamaretti oben auf das Gemüse platziert werden. Guten Appetit.
Calamares_Gemüse_Salat_Detail


 

Paprika, Pilze, Pimentos Teller

Immer wieder gegen Ende einer regulären Arbeitswoche passiert es mir, das so ab Donnerstag oder Freitag, keine normale Zutaten zu Hause fürs abendliche Kochen zur Verfügung stehen. Kurz überlegt, was noch an Vorrat vom letzten Samstags-Einkauf vorhanden ist, und dann ein paar weitere Zutaten, nach Möglichkeit frisch, im nächstgelegenen Gemüseladen oder auf dem Markt etwas dazu eingekauft. Pimentos hatte ich noch vom Samstags-Einkauf zu Hause, also schaute ich nach einer weiteren Paprikasorte und dazu noch ein paar Pilze, welche dann schnell im Teller zubereitet sind. Die Pimentos mache ich mir auf dem Backblech im Ofen. Mit einer Gabel mehrfach anstechen, gut Olivenöl darüber und bei starkem Grill für 5-6 Min. garen. Die Pilze reinigen, die Paprika aufschneiden und säubern und mit einer Schalotte und vielleicht einer Knoblauchzehe in einer Pfanne gut anbraten. Alles auf einem Teller anrichten. Diesmal sind mir die Pimentos ein wenig zu dunkel geraten, was aber immer noch schmeckt, da dabei fast nur die Haut der Pimentos so dunkel wird.
Paprika_Pilze_Pimentos  Paprika_Pilze_Pimentos_Detail
Dazu trinke ich einen etwas leichteren, aber trotzdem sehr runden und vollen Württemberger vom Weingut Drautz-Able. Das VDP Weingut Drautz-Able liegt in Heilbronn und macht seit einigen Jahren einen Merlot der hier aus dem Jahr 2012 stammt. Drautz-Able ist einer der Mitbegründer der Vereinigung Hades, welche in Baden-Württemberg mit dem Barrique-Ausbau in den 60er/70er Jahren angefangen haben. Dieser Merlot macht sehr viel Spaß zu einem solchen Schmorgemüse mit Röstaromen, da hier fast überhaupt keine Tanninnoten mehr zu schmecken sind und auch keine Holztöne. Weicher Abgang mit sehr typisch burgundischer Note. Ein gelungener Wochenausklang.
Drautz-Able_Merlot_2012


 

Ein Gulasch aus der Provence – Daube Provençale

In Gedenken an den Gourmet Kolumnisten Wolfram Siebeck veröffentlicht das ZEIT Magazin bis zum 4. August einige legendäre Rezepte welche Siebeck seinerzeit im Zeit Magazin veröffentlicht hat. Heute also ein Daube Provençale welches sich aufgrund seiner langen Vorbereitungszeit ideal für ein Wochenend Essen eignet. Nachzulesen das Rezept im Zeit Magazin Nr. 21 vom 21. Juli 2016 in überarbeiteter Form aus dem Jahr 1995.
Daube_Fleisch_anvraten
Das angeschmorte Fleisch mit Speck und Tomaten

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Die marinierten Gemüse im Schmortopf

Ich habe die Variante diesmal mit ein paar Kartoffeln variiert und aufgrund seiner langen Schmorzeit von 4 Stunden oder auch mehr entsteht hier ein dermaßen zartes Rindergulasch, woran alle Beteiligten noch lange denken können.

Daube_Provencale_Detail

Dazu habe ich diesmal einen typischen roten aus dem Süden Frankreichs ausgewählt, der aus dem Roussillon, genauer gesagt aus der Region Tautavel kommt.

Domaine des Schistes, Les Terrasses, 2011, Côtes du Roussillon Villages Tautavel.
Dom_des_Schistes_Etikett
Dieser Wein aus dem heißen Süden ist eine Cuvée von Carignan und Grenache, zwei typischen Reben des heißen Südens. Tiefe dunkelrote Farbe mit kräftigen und leicht beißender Nase, welche aber angenehm rüberkommt. Duft nach einer sehr trockenen Garrique und heißer schwirrender Luft. Am Gaumen lebendig und mit sehr feiner Frucht. Kein Holz mehr zu bemerken. Intensive breite Note nach sehr reifen Früchten – super. 18/20 Punkten.


 

Restaurant Matsuhisa im Mandarin Oriental Hotel in München

Mit drei Freunden bin ich mal wieder in ein traditionelles Hotel in München eingekehrt, wo das Restaurant komplett umgebaut wurde und unter dem Namen Matsuhisa, einem sehr bekannten Koch aus Japan der einige Restaurants auf der ganzen Welt betreut, hier sein Konzept auch verwirklichen wollte.
Das Lokal im Hotel selber ist sehr stark umgebaut worden und wirkt heute zwar recht dunkel von der Beleuchtung her, hat aber mit den erleuchteten Ecken der Sushi Bar und einem etwas abgegrenztem Raum zwei Lichtpunkte in der Weite des flachen Saals gesetzt, welche dem Ganzen eine gewisse Weite und Offenheit gibt.
Matsuhisa_Interior_1
Matsuhisa_Interior_2
Wir hatten bereits zu 19 Uhr reserviert, so das wir fast die allerersten Gäste im Raum waren, wo an den Tischen sicher bis zu 100 Personen Platz finden. Eine umfangreiche Karte wird uns gereicht, wo es 2 Menüs im Angebot gibt, eines mit 7 Gängen als Überraschungsmenü, und eines mit 4 Gängen und Weinbegleitung. Ansonsten ist die Karte natürlich sehr auf die japanische Küche ausgerichtet, wobei es nicht nur Sushi und Sashimi gibt, sondern auch vegetarische Angebote, Specials und diverse andere Spezialitäten. Wir entscheiden uns nach längerer Diskussion alle für das Überraschungsmenü.

Wir beginnen mit einem Sancerre von der Loire, wonach später noch ein Sauvignon Blanc aus Südtirol von der Cantina Terlan folgt.

Zur Speisenfolge:

Sicher sind wir hier nicht in einem Sternelokal, aber ich habe auch schon in anderen Lokalen in Japan vor einer Menüfolge immer wieder einige Amuse Geule erhalten, was hier allerdings nicht der Fall war.

Also los gehts mit dem ersten Gang.
Matsuhisa_Gelbschwanzmakr_Kaviar_A
Gelbschwanzmakrele mit Kaviar und 2 verschieden marinierten kleines Früchten. Die Sauce in der das feine Makrelenmousse gesetzt war hatte etwas von Soja mit kräftigem Salzgehalt und sollte laut Service etwas vermischt werden. Der Fisch gut, wobei der Rest dazu nur Beiwerk war.

Matsuhisa_Sushi_B
Dann kam die obligatorische Sushiplatte. Auf einer Schieferplatte, etwas ungewöhnlich für japanische Küche, auf einem grünen Blatt etwas lieblos angerichtet, und bei meiner hatte sich auch noch eines der Sushihappen auf den Kopf gestellt. (Im Foto schon wieder zurückgedreht). Obligatorisch natürlich der eingelegte Ingwer und die Wasabipaste, aber insgesamt habe ich das schon wesentlich besser präsentiert und serviert bekommen. Hier fehlte wirklich die Liebe zum Detail.

Matsuhisa_Salat_ThunfischSashimi_C
Dann folgte ein kräftig abgeschmeckter Salat mit 3 Scheiben Sashimi vom Thunfisch, der insgesamt recht gut paßte und harmonierte. Bis hierher also 3 kalte Vorspeisen welche nun von einer warmen gefolgt werden sollte.

Matsuhisa_SchwarzerKabeljau_Ingwer_D
Schwarzer Kabeljau sehr lange mariniert mit einem Krautstengel von Ingwer und ein paar Saucentropfen an den Ecken der Platte die auch hätten ein wenig üppiger ausfallen können. Die Zitronenscheibe war zu dem sehr gut gedünsteten Kabeljau eine schöne säuerliche Abrundung der Geschmacksnoten. Bisher einer der besten Gänge.

Matsuhisa_Wagyu_Hiziki_Daikon_Detail_E
Dann gab es den Hauptgang mit einem Stück Wagyu Rind gegrillt, und schon vorgeschnitten, so das wir auch diese Platte mit den Stäbchen essen konnten. Recht passend zu dem kräftig gewürzten Fleisch ein wenig Hiziki Algen und etwas geriebener Daikon mit gedämpften Tomaten. Das Fleisch konnte nicht wirklich überzeugen, da es für meine Begriffe nicht ausreichend entspannen konnte nach dem Garen. Die Kombination mit den Algen und dem Rettich war sehr erfrischend und passend.

Matsuhisa_Fischsuppe_F
Zur Abrundung der Menüfolge gab es jetzt eine sehr – sehr kräftige, wenn nicht gar übersalzene Fischsuppe mit ein paar kleinen Einlage. Der klassische Asiatische Suppenlöffel wurde gleich vorher schon gereicht und hatte sogar ein Label von Matsuhisa als Stempel auf der Unterseite. Sofort mußte ich natürlich den Vergleich zu den Hering Löffeln ziehen, welche mir geläufig sind, die aber nicht als Suppenlöffel taugen.

Matsuhisa_weißeCremeQuinoaEis_Gelee_Himb_G
Als Abschluss der Dessert mit einer weißen Crème, ein paar grünlich transparente Gelee Häufchen, und einem Quinoa Eis on top. Das war für mich definitiv der schwächste Gang, nicht nur das diese Nachspeise ganz anders hätte präsentiert gehört, sonder auch die Crème mit dem Eis nicht harmonierte.

Aber gut soweit meine kritischen Anmerkungen zu dieser 7 Gänge Folge welche mir doch erlaubt sei zu vergleichen mit den wenigen Essen die ich in Japan vor Ort bisher genießen konnte. Hotelküche ok, war in Deutschland nie wirklich auf dem Höhepunkt wie bei den Nachbarn in Frankreich. Ein international bekannter Japaner gibt seinen Namen für etwas her, was nicht im annäherndsten dem nahekommt, was international mit so einem Namen zu verbinden wäre. Die Weinkarte recht umfangreich und ganz ordentlich sortiert, aber mit wenig wirklich großen Namen. Allerdings recht enttäuschend war der Service, der sich zwar vorstellte, aber nicht das vermitteln konnte, was auf den Platten serviert wurde, da mindestens 3 verschiedene Personen aus dem Service sich um die Erklärungen der Speisen bemühten. Sprachich dann auch noch in zum Teil gebrochenem Deutsch, was bei gefülltem Lokal und Hintergrundsmusik kaum noch zu verstehen war an einem 4er Tisch.

Insgesamt für mich 16/20 Punkten