Archiv der Kategorie: Wein

Bordeaux Weinreise, der zweite Tag mit drei Weingütern im St. Emilion und Pomerol

Das rechte Ufer, welches so in Bordeaux genannt wird, weil es rechts des Flussufers liegt, war heute das erste Ziel der kleinen Weingruppe mit 9 Personen wo wir die 3 folgenden Weingüter besuchten:
Chateau Bernateau im St. Emilion
Chateau de Sales im Pomerol
Chateau Haut-Segottes im St. Emilion
Los geht es nach einer knapp einstündige Fahrt vom Hotel in Bordeaux im Chateau Bernateau, welches seit 2012 als biologisch zertifizierter Betrieb auf 28 ha Wein anbaut. Weiterhin gehört zur Familie ein Weingut in der Region Libourne, welches Chateau Tour Peyronneau heißt. Das Wetter war schön, und die Ernte im Weingut war im vollen Gange, was wir sogleich bei Ankunft auch direkt erleben konnten. RoteTrauben wurden in kleinen Kisten auf dem Traktoranhänger angeliefert und sogleich auf den vorbereiteten Weg der Verarbeitung gebracht. In den Trichter zum entraten, dann wurden die Trauben durch den Laser gejagt und auf dem Sortiertisch nochmals mit manueller Handarbeit aussortiert.

So sieht so eine Laser-Aussortiermaschine aus, welche per Luftdruck die „schlechten“ und sonst nicht zu verarbeitenden Anteile der Ernte sozusagen „herausblasen“.  Die Winzerin, welche uns auch die Führung und Verkostung präsentierte, zeigte uns dann die guten Trauben.

Im Weinkeller gab es dann für mich eine Neuigkeit, welche ich in den Kellern des Bordeaux bisher nicht so gesehen hatte. Die großen Cuves, welche direkt nach der Traubensortierung zur Vermischung der Trauben verwendet werden, hatten über die gesamte Höhe der Holzfässer einen transparenten Bereich von ca. 12-15 cm Breite, welcher den Blick auf den Inhalt der gesamten Weintrauben und den Saft, der bereits zum Teil begonnen hatte zu gären, frei gab.


Dann ging es zur Verkostung der 4 Weine aus den beiden Weingütern der Familie, welche insgesamt eine ordentliche Qualität zeigten und die Gruppe erst einmal für den frühen Vormittag beschwinglich hinterließ.
Es gab einen 100% Merlot von Ch. Tour Peyronneau aus 2015 der mit mittlerer Bewertung bei mir ausfiel. Dann gab es einen 2012er von alten Reben, welcher mit einer Cuvetierung von 85% Cabernet Franc und 15% Merlot etwas untypisch, aber mit schönen Aromen sich zeigte und eine elegante Nase zeigte.

Dann wurde uns eine „blind“ gemachte Flasche serviert, die sich später als ein 2010er Ch. Bernateau herausstellte, welcher sich mit sehr feinen Noten und Frische zeigte, wobei gute Frucht mit Kirsch und feinen Noten präsentierte. (17/20)
Zum guten Schluß gab es noch einen leicht gealterten 2001er Ch. Bernateau, welcher schon leicht oxidativ daherkam, aber immer noch mit leichter Frische und eingekochten Früchten sich zeigte.


Dann ging es zum nächsten Weingut von Chateau de Sales, wo wir auch im Weingut unseren Mittags-Lunch erhalten sollten. Chateau de Sales besitzt ca. 90 ha, wobei 42 ha mit Wein bepflanzt sind. Auch Ch. de Sales besitzt ein weiteren Weingut mit dem Namen Chateau Chantalouette. Berichtet wurde uns das zum ersten Mal ein Weingutsdirektor die Geschäfte führt, der nicht aus der Familie stammt. Es werden pro Jahr ca. 200 – 250 Tsd. Flaschen produziert, welche wohl auch verkauft werden. Da allerdings das Wetter im Jahr 2017 in den letzten April Tagen und Anfang Mai so problematisch in Bezug auf Fröste war, hat das Weingut ca. 80% der Ernte in 2017 verloren. Da wir so um die Mittagszeit eintrafen, konnten wir hier unseren Lunch einnehmen und dazu auch dann die drei Weine verkosten, die für die Gruppe zur Verfügung standen.

Der erste Wein sollte ein roter aus dem zweiten Weingut Ch. Chantalouette aus 2013 sein, der ein Cuvée aus Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon darstellte. Ein leichter Wein mit wenig Säure und guter Frucht.

Dazu gab es gebratene Jakobsmuscheln mit Quinoa und Rotwein, Parmesan und Tomaten Tatar.

Dann folgte ein Ch. de Sales aus 2014 der ein Cuvée aus 74% Merlot, 20% Cabernet Franc und 6 % Cabernet Sauvignon bestand. Mit einer schönen Gewürznote paßt er sehr fein zum servierten Rindfleisch und kommt auch noch mit einer gewissen Fruchtnote daher.

Das Gericht dazu:
Filet de boeuf sauce morillon avec ses pommes de terre grenailles à l’ail.

Gut zusammengestellt mit dem Wein und passend zum gut gebratenen noch rosa Rinderfilet.
Dann folgt, klassischerweise wie fast immer in Frankreich bei einer Menüfolge der Käseteller.

Schöne Auswahl aus 4 verschiedenen Käsesorten welche nicht zu kalt und gut gereift auf dem Teller sich mit dem Salat zeigten.
Zum Dessert dann ein Ch. de Sales aus 2008 der eine Mischung aus 79% Merlot und 15% CF und 6% CS besteht. Dichte Nase mit feiner Würze, sehr ausgereift, vordergründig und am Gaumen mit fruchtiger Süße und Ausgewogenheit.


Das dritte Weingut an diesem Tag sollte dann Chateau Haut Segottes sein, welches bereits seit 1850 besteht und mit seinen gerade einmal 9 ha Gesamtanbaufläche 60% Merlot und 40% Cabernet Franc anbaut. Auch hier gab es in 2017 durch die Frostprobleme im Frühjahr ca. 50% Ernteverlust. Wir waren auch hier zufällig am letzten Tag der Ernte im Weingut, was uns in den drei Tagen mehrfach begegnete. Für die Tage Ende September recht früh im Jahr.

Nach einem kurzen Rundgang durch Keller und Weinaufbereitung geht es zur Verkostung der drei Weine, bzw. hier des einen Weins, welcher hier produziert wird, aus drei Jahrgängen. Wir verkosten Ch. Haut Segottes 2014, 2013 und 2011.
Los geht es mit dem Jahrgang 2014 der sich aus 60% Merlot und 40% Cabernet Franc zusammensetzt. Gute Tannen am Gaumen mit Pflaumennoten, feine Säureanteile mit leicht spitzen Noten. (15/20)
Der 2013 er Jahrgang war ein recht schwieriger Jahrgang in Bordeaux was mit 30% Verlust bei der Ernte sich seinerzeit zeigte. Hier zeigen sich weniger Tannen aber mit einer sehr feinen Fruchtnote und leichter Säure wirkt er schon recht ausgereift und trinkreif. (15,5/20)
Schließlich kommt der 2011er ins Glas, der mit einer sehr dichten Nase und sehr schönen und feinen Frucht und leichten Säure Noten mit hellen Tönen sich präsentiert. (16,5/20)

Und nach der Verkostung wird noch ein Faß gelüftet, welches sich ständig neben uns zeigte, aber durch die Abdeckfolie nicht einsehbar war. Hier waren frisch Trauben eingemaischt, welche sich in einem schlichten Barrique Faß befanden, also nicht in einem großen Holzfass, sonder einfach in einem Barrique, wo eines der seitlichen Böden entnommen wurde. Hatte ich so zum ersten Mal gesehen, das sich die Maischevergärung in einem neuen Barrique vollzieht.

So endete der Tag mit einigen neuen Entdeckungen und Erkenntnissen über Bordeaux Weine aus der Region und kleinen wie auch großen Winzern. Santé!



 

Bordeaux Weinreise, der erste Tag mit Besuch in der City du Vin

Was ich bisher nicht realisieren konnte, war in diesem Jahr ein Besuch der Cité du Vin in Bordeaux, an dem Tag bevor die diesjährige Weinreise in Bordeaux losgehen sollte. Da ich so gegen 14:30 Uhr in Bordeaux am Flughafen eintreffen sollte, hatte ich also ca. 3,5 Std. Zeit mich mit Fahrt vom Flughafen, Eichecken im Hotel und der Straßenbahnfahrt zur Cité du Vin Zeit um mir dann dort die entsprechenden Räumlichkeiten mit den verschiedenen Exponaten anzusehen.

Von außen sieht dieses Gebäude mit einem länglichen Teil, wo primär die Ausstellung und diverse Verkostungs- und Verkaufsräume untergebracht sind, wie ein Weinglas aus, welches geraden mit einem kräftigen Schwenk die Oxidation des Glasinhaltes zum Beginnen bringt. Aber weiter mit einigen der dort befindlichen Ausstellungsteile.

Beispielsweise sind an einigen Tischen Riechproben aufgebaut, welche eindrucksvoll aufzeigen können, was so alles an olfaktorischen Komponenten in den Weinen steckt. Oder auch:

Werden in übergroßen hölzernen Weinflaschen in der Ausstellung die diversen Rebsorten ausführlich in medialer Form erklärt.

Sicher sind auch die großen Chateaus in der Ausstellung vertreten, welche in Form von Holzmodellen, hier das Chateux de Cos d’Estournel, aufgebaut sind, wo es später noch etwas zu berichten gibt, denn dort sollte uns unsere diesjährige Tour am dritten Tag auch hinführen.

Schließlich war im Eintrittspreis von 20 € auch noch die Verkostung eines Weines inbegriffen, welches die Besucher dann auf der obersten 8. Etage des Ausstellungsgebäudes verkosten konnten. Interessanterweise gab es dort eben nicht nur Weine zu verkosten aus Frankreich oder gerade einmal Europa, sonder aus aller Welt, was mich zu einem georgischen Rotwein führte, der mir durchaus gut mundete. Da aber in der Rotweinflasche offenbar nicht mehr genug für ein Glas vorhanden war, konnte ich mir noch einen weiteren Wein aussuchen, wobei ich bei einem „Blanc du Transylvanie“ aussuchte.

Grundsätzlich wäre zur Cité du Vin zu sagen das es einige Basic Infos gibt, welche für fast alle Kategorien der Weininteressierten sicher weiterhelfen kann um seinen eigenen vinophilen Horizont zu erweitern. Den Audioführer hatte ich mir nicht geholt und konnte mir so eher die visuellen Eindrücke der Ausstellung mir eindrücklich ansehen und bewerten. In der Besucherführung zum Teil etwas verwirrend, aber vom Infogehalt in den einzelnen Teilen ganz ordentlich und medial auf gut aufbereitet.
Also war ich bis zur Schließung der Ausstellung locker einmal durch die gesamte Ausstellung durchgekommen, und sah mir zum Schluß noch den Verkaufsraum der Weine im Erdgeschoss an, was ich dann in der Bar mit 2 Gläschen abrundete.

Um 19 Uhr ging es dann auf die 7. Etage des Gebäudes, wo ich mir einen Platz für ein Abendmenü reserviert hatte im „Le 7Restaurant“ welches etwas fantasielos nach dr 7. Etage auf dem es sich befindet benannt ist.
Ein klares Raumkonzept empfängt einen nach dem Verlassen des Aufzuges, welches den Blick freigibt auf den gesamten Innenraum des Lokals und der Weg leitet einen erst einmal an den Tresen der Bar, wo sich die Reservation in der Platzierung an einem Tisch am Fenster resultiert, weil ich schon früh für den Abend reserviert hatte, der allerdings auch an diesem Mittwoch im Lokal kaum die Hälfte der ca. 120 Plätze besetzt werden sollte.

Da ich tatsächlich fast der erste Gast im Raum war hatte ich auch die fast gesamte Aufmerksamkeit des Servicepersonals und des Sommelier auf meiner Seite. Ich bestellte mir 2 Degustations Vorspeisen und einen Hauptgang und bekam dann die Weinkarte in Form eines Tabletts auf den Tisch gelegt.

Los geht es also mit einem der ersten Degustationsgänge die aus Langustinos in Tempurateig, Avocado mousseline und ein paar kleinen weiße Pilzen bestand. Insgesamt fein abgeschmeckt und mit dem dazu empfohlenen Weißwein von Larrivet Haut-Brion, einem Cuvée aus Sauvignon-blanc und Semillon aus der Region Pessac-Leognan von 2015 ganz passend als erster Einstieg.
  
Warum ich hier und heute die Preise erwähne: 12 € für das Gericht und 10 € für den Wein.
Dann folgt der zweite Degustationsgang, welcher aus einem Rindercarpaccio besteht, welches von Artischocke, Parmesan und einigen Oliven begleitet wird. Das Carpaccio ist dann noch geräuchert gewesen, so wie es auf der Karte ausgewiesen war. Dazu gibt es als Empfehlung einen Zinfnddel von Kendall-Jackson aus Kalifornien und dem Jahrgang 2015.


Hier wird es ein wenig abenteuerlich was die Preisgestaltung anbelangt, denn das Carpaccio kommt mit seinen 8 € ganze 20% günstiger als das Glas Wein mit seinen 10 € daher.
Nun gut, wir sind ja auch in einer „Weinhochburg“ zur Verkostung, was allerdings dann doch irgendwann kräftig zu Buche schlägt, wenn es in die Vielzahl der Gläser geht.
Zum Hauptgang sollte es dann ein Fisch aus dem Hauptgerichten sein, der sich als halbe Brasse auf einigem Gemüse und Kartoffeln mit vielen kleinen Muscheln zeigte und ganz schön saftig und fein gebraten präsentierte.

Dazu gäbe es einen weißen Tropfen als Pouilly Fumé von Ch. de Tracy, welcher recht kräftig und gut zum gebratenen Fisch sich zeigte.

Insgesamt eine feine ganz ordentlich abgeschmeckte Reihenfolge, welche sich allerdings auch wohl deswegen ganz gut darstellte, da das Lokal schwach besucht war. Der Sommelier war bemüht, und der Service sonst auch recht freundlich und aufmerksam.



 

Der Tölzer Kasladen – „Mein Affineur“

Am letzten Wochenende gab es beim Tölzer Kasladen auf dem Viktualienmarkt in München eine kleine Weinverkostung mit 5 Weinen aus deutschen Anbaugebieten und einen jeweils dazu sehr fein ausgewählten passenden Käse aus dem eigenen Angebot.

Dieses kleine Schild war zwar nützlich, konnte aber die aufgebauten 5 Weine mit den passenden Käsesorten nicht wirklich eine Konkurrenz machen. Die 5 Flaschen aufgebaut mit einem Preisschild davor, was so für die Flasche auszugeben sei, wollte man sie als komplette und gefüllte erwerben, und daneben die Kühltruhe mit den Käsen und den noch vollen und bereits Flaschen für den Ausschank.

7,50 € gelöhnt und dann bekomme ich ein Glas, wo es mit dem ersten Schluck, einem prickelnden Riesling Cuvée beginnt, welches vom Weingut Uhlig aus Oestrich-Winkel im Rheingau stammt. Dazu ein frischer Ziegenkäse, wenn ich das noch richtig im Kopf habe. Eine feine frische Perlage bringt den Kreislauf in Schwung, soweit das aus dem Piccolo schon möglich ist.

Dann folgt ein Rosé Winzersekt vom Weingut Castell aus Franken mit dem Namen Fraenzi der sich auch ganz gut zum zweiten Käse, der etwas gereifter aber frisch fast ebenso prickelnd auf dem Gaumen zum flüssigen erbeerigen Sekt sich einschmiegt.

Dann geht es mit einem Weißburgunder vom Weingut Korea von der Nahe weiter, der sich frisch und leicht fruchtig präsentiert und ebenso schön harmoniert mit dem buttrigen schmalzigen Käse, der mit seiner etwas nusseigen warmen Note gut harmoniert.

Jetzt folgt ein Silvaner vom Bio-Weingut Rothe in Franken aus der Bocksbeutelflasche und da ich schon einige der vielen Weine von Manfred Rothe verkostet habe war ich auch hier auf den Käse gespannt. Da Frau Hofmann vom Tölzer Kaskaden persönlich anwesend war und für die Gäste die Gläser einschenkte und die Käseplatten vorbereitet hatte, war es sehr angenehm, das die Weine gut gekühlt waren, aber der Käse dagegen seine entsprechend richtige Temperatur hatte um gemeinsam ausgezeichnet zu harmonieren. Hier gäbe es einen etwas festeren Schnittkäse der auf dem Foto zu erkennen ist. Alle Käse sind beim Tölzer Kaskaden zu erhalten.

Final gab es dann einen Süßwein aus deutschen Landen der in diesem Fall aus der Traube Optima stammte und vom Weingut Grossmann aus dem Rheingau stammte. Die kleine Flasche Trockenbeerenauslese wurde gerade erst aufgemacht und der Blauschimmelkäse brachte das Seinige zum wohligen Geschmack als Abrundung in dieser kleinen Reihe einer Käse-Wein Verkostung an einem Samstag Mittag auf dem Viktualienmarkt.

  

So sieht der Eingang des Tölzer Kasladen auf der Seite der grünen Hütte auf dem Viktualienmarkt aus:

Für mich einer der besten Käseangebote in München und Umgebung.


 

Chateau Musar Verkostung in der Grapes Weinbar


Gehört hatte ich von dem Namen Chateau Musar bereits einmal, doch bisher keiner deren Weine verkostet. Chateau Musar wurde im Jahr 1930 im Libanon gegründet und baut im Bekaa Tal auf ca. 900 m Höhe seine Weine an. Da es in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts auch dort die verheerende Philoxera Plage gab, wurden dann vom heutigen Großvater des Weingutes ab dem Jahr 1930 primär rote Sorten aus französischer Herkunft angepflanzt. Cabernet Sauvignon, Carignan, Cinsault und Syrah. Bei den weißen Traubensorten , welche dort vorher fast ausschließlich angepflanzt wurden, blieben bei autochthonen Rebsorten mit den Namen Obaideh und Merwah. Mitgebracht hatte der Winzer Marc Hochar 6 verschiedene Jahrgänge, welche sich bis ins Jahr 1983 zurück erstreckten. Da ich schon recht früh am Abend zugegen war startete ich mit dem jüngsten der Jahrgänge, welcher sich einfach als jene red tituliert präsentierte und mit einem witzigen Künstleretikett sich zeigte.

Dieser rote Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cinsault und Carignan zeigte sich mit einer tiefrote Farbe und violetten Reflexen. Dichte Fruchtnote in der Nase mit wenig Tannieren am Gaumen. Eine durchaus lange CS Note ist zu verspüren. Nach längerem Aufenthalt im Glas gehen die Geschmacksnoten mehr in einer feine Säure über, welche nicht unangenehm sind, und dem Wein eine gewisse Stabilität geben. (16+/20)
Hier wäre anzumerken, das im Gespräch mit dem Winzer es klar hervorgehoben wurde, das das Weingut  klassischerweise Ihre Weine erst in einem Alter von ca. 1o Jahren auf den Markt bringt. Somit war dieser „Jeune red“ aus 2014 wirklich ein junger und noch frischer aber durchaus recht genießbarer Wein.
Dann ging es zum zweiten roten Gewächs, welches ein Chateau Musar red aus 2006 sein sollte.

Dichte Nase mit viel roter Frucht. Leichte frische Noten bei sehr weichen Tannieren und einer langer Note am Gaumen. Sehr reife Kirchen mit leicht marmeladiger Note und ein wenig mehr spritzige Note as der Jeune red. Insgesamt sehr feine Fruchtnoten mit einer hellen Struktur. (17/20)

Dann folgt der Chateau Musar aus 1998 der in der Nase zu Anfang noch leicht oxidativ wirkt, was sich aber mit der Zeit im Glas legt. Liegt wohl auch daran das ich recht früh anwesend war und ich sehen konnte, das diese Flasche erst frisch geöffnet wurde. Hier gab es also nicht die bereits vor der Verkostung geöffneten Flaschen, welche angeblich dekantiert wurden. Insgesamt wirkte der Wein schon fast eher wie ein etwas gealterter Merlot, was aber wohl an dem höheren Cinsault Anteil dieser Cuvée zu schulden ist. Die leicht oxidative Note geht dann mit der Zeit weg und es kommen Noten von Schokolade und Kakao zum Vorschein. (16-17+/20)
Für mich als Abschluss dieser Verkostung gab es dann noch einen weißen Chateau Musar aus 2007.

In der Nase sehr reife Kiwi und gelbe Früchte mit ein wenig Essigansatz. Am Gaumen ein fast leichter Honigschmelz mit Anklängen von unreifer Aprikose und Mandarine. Ein wenig kräftige Säure kommt zum Vorschein, wobei der Wein nicht breit wirkt, sondern erst im Abgang mit sehr facettenreichen Noten, welche für mich wohl recht schwierig als Essensbegleiter zu kombinieren wären. Vielleicht ein essiglästiger Salat als Pendant zu den hervorstehenden gewissen Säurenoten. Dieser Wein braucht Luft, und auch hier wurde die Flasche leider erst direkt vor dem Ausschenken geöffnet und brauchte so eine längere Zeit im Glas um sich zu entwickeln. (15+ bis 16/29)
Das war für mich dann die Reihe der Weine welche ich verkostet habe und es war doch eine recht interessante Erfahrung einmal diese „französischen Rebsorten“ und die autochthonen des Libanon bei den weißen so gemeinsam zu verkosten.

Das war die Verkostungslste mit den 6 Weinen, wovon ich 4 verkostet hatte, und so hatte die Grapes Weinbar die Weine aufgebaut:

Insgesamt eine recht interessante Erfahrung mit Weinen aus einem Gebiet wo mich meine Weinreisen bisher nicht hingeführt hatten. Aber nicht nur der Libanon, sonder auch Israel wäre sicher einmal eine Reise wert dort die verschiedenen Weingüter zu besuchen.
Santé


 

Pilzteller mit Fetter Henne und Chorizo

Immer wieder gehe ich an meinem Pilzstand am Viktualienmarkt vorbei und entdeckte dort letzte Woche eine nicht oft gesehenen Pilz, den ich einmal zu einem Pilzgericht zubereiten wollte. Fette Henne ist ein Pilz der wie ein Schwamm aussieht und mehrere Kilo schwer werden kann.

Die Pilzverkäuferin gab mir noch den Tipp, den Pilz sehr gut zu waschen und durchzuspülen, dann den Strunk herausschneiden, wie bei einem Blumenkohl, und dann ähnlich wie andere Pilze in der Pfanne sautieren. Für diesen Pilzteller habe ich mir folgende Zutaten ausgesucht:

Pro Person brauche ich ca.:
1 Pilz von ca. 300gr.
1 mittelgroße Schalotte
1 Knoblauchzehe
4 cm Chorizo
4 Kirschtomaten
einige Stengel Petersilie
1/2 Tasse Verjus
Die Zubereitung kann dann folgendermaßen vor sich gehen:

Die Fette Henne in kaltem Wasser sehr gut waschen oder auch abbrausen, so das alle Schmutzpartikel aus dem schwammartigen Gebilde herausgewaschen werden. Kann auch nach dem Aufschneiden und dem Herausschneiden des Strunkes nochmals passieren. Sehr gut abtrocknen, und den gesamten Pilz in mehrere Teile zerlegen.

Hier sieht man sehr deutlich, wie sich der einmal geteilte Pilz mit dem Strunk darstellt.
Dann hacke ich die Schalotte und die Knoblauchzehe möglichst klein und bewahre diese separat auf einem Teller auf. Petersilie grob klein schneiden und die Chorizo ebenso in kleine Würfel schneiden, wie die Schalotte. Dann ein wenig Olivenöl mit etwas Butter in einer Pfanne erhitzen und damit ist auch das mis en place wie zu sehen bereitet:

In der Pfanne beginne ich mit den Schalotten und der Chorizo,, welche soweit gegart werden, das sie glasig werden, und gebe dann die Pilze hinzu. Hier verliert der Pilz nochmals die letzten Feuchtugkeitstropfen und ganz zum Schluss füge ich die sehr klein geschnittenen Knoblauchzehe hinzu. Ablöschen mit dem Versus und bevor der Pilz komplett zusammengefallen ist, kann ich noch eine kleine Nocke Butter hinzufügen was den Geschmack des Pilzes sicher noch unterstützt. Insgesamt roch der frische Pilz bereits beim Waschen recht kräftig nach ungerösteten Kaffeebohnen und hatte einen feinen Pilzgeruch. Kirschtomaten vierteln und bereits leicht salzen, welche dann auf den angerichteten Teller verteilt werden. So kommt das dann auf den Tisch:
  
Und weil so ein Gericht für mich nicht ohne Wein auf den Tisch kommt, schnell mal in den Keller und ein Fläschchen weißen Franzosen hervorgeholt. Diesmal entschied ich mich für einen weißen Cuvée aus dem Luberon. Chateau la Canorgue aus Bonnieux im Luberon, welches ein Cuvée aus Roussanne, Marsanne, Clairette und Bourboulenc, welches alles Trauben aus der Region sind, aber auch zum Teil im Rhonetal angepflanzt werden. Der Jahrgang ein 2014er, welcher sehr gut zu dem Pilzgericht paßte. Insbesondere passen zu Pilzgerichten sowieso immer besser ein wenig gereiftere Weißweine, die schon Ihre ganz frischen Noten des jungen Alters verloren haben.

Santé sag ich nur noch und viel Spaß beim Nachkommen, wenn sich die Gelegenheit ergibt.



 

„taste München“ als erste Gourmetveranstaltung in München

An diesem ersten Augustwochenende fand zum ersten Mal eines der „taste“ Veranstaltungen im englischen Garten statt. Angekündigt seit einigen Wochen mit Plakaten, welche in der Stadt an den bekannten Stellen ausgehängt waren, konnten mich diese auf hellblauem Grund mit Pinselschrift und einem Foto von einem Gericht nicht überzeugen.

Da ich von den Veranstaltungen bereits auf internationaler Ebene gehört hatte, wollte ich natürlich auch sehen, was die Veranstalter hier in München so feines auf die beine gestellt hatten. Die Karte für die Veranstaltung hatte ich mir im Vorverkauf besorgt, und war dann auch recht pünktlich gegen 17:45 Uhr am Veranstaltungsort in München im englischen Garten vor Ort, wobei dort dann bereits ca. 120 Personen in der Schlange standen. War aber kein Problem, da der Einlass recht zügig vor sich ging. Ein Veranstaltungsgelände auf einem Sportplatz im englischen Garten, wo aber zunächst nicht klar war, wie der Ablauf sein sollte. Ich steuerte auf einen Weinstand zu, wobei mir dann aber gesagt wurde, das ich mir erst eine aufgeladene Karte besorgen müßte, mit der dann an den Ständen die gekauften Gerichte und Getränke bezahlt werden können. Systemgastronomie läßt grüßen. Ich also zur:

wo es gegen Bares eine Chipkarte gab, und damit wohl dann auch an allen Ständen die Gerichte bezahlt werden können. Jetzt also endlich zu einem der Getränkestände, in diesem Fall einer von Rewe, wo ich mir ein erstes Glas Wein einschenken ließ. Aber mit dem Glas Wein war es nicht getan, denn dafür wurde auch noch ein Pfand von 2.-€ kassiert, und man bekam einen blauen Chip, der dann bei Rückgabe wieder einzulösen war.

Nun ja, so richtig komfortabel und mit Genuss verbunden kann man das nicht nennen, denn mit einem Glas Wein in der Hand, einen kleinen Teller mit einem der Gerichte der anbietenden Köche gab es dann leider nicht wirklich genügend Abstellmöglichkeiten bzw. Plätze, wo man dann in Ruhe seine gekauften Kleinigkeiten verspeisen konnte.

Insgesamt war das Gelände selbst nach 1-2 Stunden noch nicht wirklich voll ausgelastet und es war angenehm so zwischen den Ständen zu schlendern, sich die Köche in Ihren Zelten anzusehen, die unterschiedlichsten Angebote von Senf über Marmeladen, Whisky oder auch Schweizer Spezialitäten anzusehen oder auch zu verkosten.

Die wesentlichen Cateringzelte waren in der Mitte des Platzes aufgebaut, wo von 12 Münchener Köchen bis zu Kollegen aus Regensburg (storstad) und Rottach-Egern, sowie Reit im Winkel sich die Gäste Ihre kleinen Teller mit Köstlichkeiten von der Karte abbuchen lassen, und verspeisen konnten.

Richtig ärgerlich waren allerdings die 2 Stationen der Geschirrrückgabe, denn davon gab es auf dem gesamten Gelände nur 2, und dort standen ständig Schlangen vor der Rückgabe der Teller, Gläser und dem Rückbuchen der Beträge auf die „blaue Gourmetkarte“. Der blaue Chip mußte dann auch noch entsprechend abgegeben werden, und der Unmut mancher Gäste die ebenso in dieser Schlange mit mir anstanden war nicht wirklich kleiner.

Aber jetzt zu den kulinarischen Genüssen dieser Veranstaltung:
Das erste Glas Wein genehmigte ich mir an einem Stand von Rewe, welches ein Chardonnay von der Ersten und neuen Kellerei in Kaltern sein sollte, der gut zum warmen Klima an diesem Abend passen sollte, und ich steuerte dann sogleich einen der Gourmet Zelte an, wo ich bei Michael Hüsken vom Sophia’s aus dem Charles Hotel einen ersten Teller mir genehmigte.



Lamm vom Gutshof Polting, orientalische Gewürze, Karotten-Humus, Salzzitrone. Wobei hier auf dem Teller eher 2 Stückchen Blumenkohl waren, aber das Lamm recht schmackhaft und noch gut warm serviert wurde.

Anschließen ging es bei mir weiter zu, Zelt vom Restaurant storstad aus Regensburg, wo Anton Schmaus kocht und ich mir einen Teller mit Fjordforelle, Chirashi, Grüne Mango,  Soya, Wasabi und Gochuyang bestellte. Die Teller waren immer sehr schnell zubereitet, denn man konnte auch beim Blick in die offenen Küchen sehen, das jedes Cateringzelt eine gute Mannschaft am Werkeln hatte.

Sehr schön gewürzt und auf einem kräftigen Klecks Risotto, welches so nicht auf der Karte stand, aber insgesamt gut paßte. Feine Gewürze obenauf mit den diversen getrockneten Zutaten und kleinem Grünzeug, was sich geschmacklich gut zu dem Fisch mischte.
Jetzt hatte ich also bereits den zweiten Inhalt eines Tellers verspeist und jedesmal mußte man sich dann bei der Geschirrrückgabe anstellen, um den blauen Chip mit Teller und 2.- € Pfandgeld wieder gutgeschrieben zu bekommen. Na ja, wenigstens kam man mit anderen Gästen ins Gespräch, die zum Teil einen richtigen Berg an Geschirr zur Abgabe schleppten.
Das erste Glas Wein war geleert und ich machte einen Abstecher in Zelt der Schweizer, wo es einige autochthone Reben zu verkosten gab, und ich dann wieder den Weinstand ansteuerte, um ein zweites Glas zu ergattern. Der war allerdings ein kleiner Fehlgriff mit einem Sauvignon Blanc, welcher aus den italienischen Gegenden kam.

Insgesamt ist zu der Weinauswahl auf diesem Genussfestival zu bemerken, das die Veranstalter es nicht geschafft hatten, die große Auswahl an Weinhändlern, bzw. das große Angebot in München irgendwie wiederzugeben. Außer dem Rewe Stand gab es noch eine sogenannte „Wein Genuss Welt“, welche nur chaotisch organisiert war und ich dort erst garnicht versuchte einen guten Schluck zu bekommen. Weiterhin gäbe es 2-3 kleinere Weingüter  mit eigenen kleinen Zelten, wo es aber nur Verkostungsschlückchen gab. Also insgesamt ein kleines Weindesaster, denn an den Cateringzelten der großen Köche und Küchen, durften die Anbieter keine Weine ausschenken. Da besteht dringender Verbesserungsbedarf in der Abwicklung für den Genießer, denn Speisen und Wein gehören bei so einem Festival zusammen.

Meine nächste Station sollte die Dichterstub’n aus Rottach-Egern sein, welche ich bisher noch nicht kannte und ich dort einen Teller mit Kabeljau, geräuchertem Wildkräuterfond und Kartoffelschaum.

Eine sehr feine Kombination der Kartoffelstärke mit dem fein gedünsteten Kabeljau, welcher fast schon in der Sauce schwimmen konnte.

Und dann ging es noch zum Zelt des einzigen 2 Sterne Kochs, auf diesem Festival,  D. Urbansky vom Restaurant Dallmayr, wo ich mir einen Teller Onglet vom Nebraskarind und Mais mit Weizengras und Mole bestellte.

Sehr schön angerichtet und schmackhaft gut serviert, wobei der Mais mir etwas „künstlich“ vorkam. Was das wohl war? Dazwischen noch 2 kleine Scheiben eines Wurzelgemüses.

Ein Blick über das Gelände mit einem Teil der Zelte machte einen schönen Eindruck, wobei mir bereits bei der Plakatgestaltung aufgefallen war, das mich die hellblaue Farbe, hier bei den Fahnen zu sehen, doch verwunderte. Sollte hier vielleicht eines der Elemente der 1972 von Otl Aicher und anderen gestalteten Olympischen Spiele hervorgeholt werden? Auch im Programmheft dominierte diese hellblaue Farbe wieder.
Dann machte ich noch ein paar Runden quer durchs Gelände mit diversen kleinen Halts an manchen Ständen mit Verkostungen und kleinen Schlückchen aus dem Bereich der stärkeren Getränke.
Mal sehen was es, wenn es wiederholt wird, das nächste Jahr bringt.



 

Neue Weinbar „Frank Weinbar“ angekündigt für Ende September in München

In einem Beitrag in der SZ vom 1. August 2017 steht heute einer der ersten größeren Artikel über die neue Weinbar in der Residenz in München. Der ehemalige Redizenzladen wird für 1 Mio. € in eine Weinbar umgebaut, wo sich der fränkische Weinbauverband und weitere zehn Winzern aus Franken die 90 qm Weinbar bzw. Bistro teilen werden. Plätze auf der Residenzstrasse wird es wohl auch geben, jedoch liest man weiter hinten im Artikel kann man doch ins Grübeln kommen. Dieses Lokal soll im ersten Jahr dann für 10.000.- € im Monat, und dann ab dem dritten Jahr für 30.000.- € im Monat, ja – richtig gelesen im Monat verpachtet werden.
Auch wenn ich hier wirklich keine Milchmädchen Rechnung aufmachen will, aber das deutet bereits im ersten Jahr auf recht hohe Weinpreise, bereits für den glasweisen Ausschank hin. Eine große Küche ist da wohl sicher nicht zu erwarten, bei gerade einmal 90 qm Gastraum Fläche, aber ich will auch nicht unnötig unken, und lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn es wirklich vor dem Oktoberfest losgehen sollte. Wenn aber die Weinpreise dann eben in solche unerschwingliche Höhen sich aufschwingen, wie sie in manchen anderen „Weinlokalen“ in München inzwischen üblich sind, wo es das 0,1 l Glas für 8.- € und das 0,2 l Glas für 16.- € verkauft wird, kann das nicht wirklich im Sinne eines guten Marketings für den Franken Weinverband, geschweige denn für die weiteren 10 Winzer die dann beteiligt sind, sein.
Bin sehr gespannt was da so entsteht.

Prost Mahlzeit.

5 Jahre Le Stollberg (nouveau)

Jetzt sind es schon 5 Jahre her, das Anette Huber das Le Stolberg (nouveau) von Laurent Pigault übernommen und eröffnet hat. Gefeiert wurde am letzten Sonntag im Lokal, und es kamen so ca. 150 Gäste, welche sich wohl alle köstlich unterhalten, aber insbesondere auch wunderbar verköstigt und die Getränke genossen haben.
  
Und da ich dachte nicht allein dort aufzukreuzen nahm ich kurzerhand einfach den Koch Uli Schroth mit, der sich dann mit Küche und der Chefin fachlich austauschen konnte.

In der Küche wurden ständig neue Platten mit Köstlichkeiten aufgefahren und angerichtet. Es gab angewärmte Boudin, Saure Zipfel aus der Mini Suppenterrine und viele andere kleine Köstlichkeiten, welche recht schnell von den Gästen dem ausgezeichneten Service schon bei Start nach der Küche von den Tabletts weggeholt wurden.


Eines der wesentlichen Angebote bei den Weinen waren an diesem Abend die verschiedenen weißen Tropfen vom Weingut Stigler aus der Region Baden, wo uns besonders gut schmeckte der Riesling GG Winkler aus Ihrigen, welcher sicher auch zum warmen Wetter gut mundete.

Das Le Stolberg hat sonst unter der Woche Mo. bis Sa. mittags und abends geöffnet, wobei gerade auch mittags ein Business Lunch angeboten wird, welches für 16,50 € mit Vorspeise, Hauptgang und einem Espresso recht gut angenommen wird, und es immer wieder passiert, das das Lokal zur Mittagszeit gut gefüllt ist. Dann wünschen wir mal eine gute Zukunft für die nächsten 5 und weitere Jahre auf viele Gäste und gutes Gelingen.



 

Daikon I Wakame I Tobiko I Brunnenkresse

Zum Wochenende hatte ich einen kurzen Logierbesuch, den ich dann entsprechend am Abend, nach einem Messebesuch, verköstigen sollte. Ich hatte mit ausgedacht, passend zur Frühsommerzeit mal wieder ein Rehfilet zu machen, welches ich mit einem Pilzrisotto kombinierte. Wovon ich aber hier berichten will ist die Vorspeise und der dazu getrunkene Rotwein, der eine mitgebrachte Flasche war und aus dem Jahr 1997 stammte, also ein kleines Experiment, was aber wunderbar passend ausging, zumal wir auch noch draußen auf der Terrasse speisen konnten.

Zu dieser Vorspeise besorge ich mir also folgende Zutaten:
1 weißen großen Rettich (Daikon)
getrocknete Wakame (aus dem Japanladen)
1 Gläschen Tobiko, Fliegenfischrogen (aus dem Fischladen)
1 Bund Brunnenkresse (vom Markt)
Salz, ein wenig Zitronen oder Limonensaft
1 Fischausstecherform zum Anrichten

Die Zubereitung ist nicht weiter schwierig und kann wie folgt vonstattengehen:
Den Rettich schälen und mit einer großen Ingwerreibe den Rettich sehr fein raspeln und dann in einer Schale kräftig mit Salz bestreuen, so das der Rettich seinen Hauptanteil an Wasser verliert. Nach ca. 20 Minuten in einem feinen Sieb geben und das Wasser abtropfen lassen. Parallel die getrockneten Wakame (max. 1 Tl) in lauwarmem Wasser einweichen und warten bis die Algen gut aufgequollen sind. Dann die Wakame möglichst klein schneiden und mit dem abgetropften Daikon vermischen und vorsichtig mit Salz und ein wenig Zitrussaft vermengen.

Das Anrichten:
Die Fischform auf dem Teller mit dem gemischten Daikon füllen. Dann den Rogen oben auf die festgedrückte Masse setzen und dann kann bereits die Metallform wieder abgenommen werden. Einige Blätter Brunnenkresse oben auf und neben die geformte Vorspeise setzen.
  

Und da mein Besuch eine alte Flasche Rotwein mitgebracht hatte, wollten wir diese zum Essen entsprechend verkosten. Aus dem Burgund stammend von dem Winzer Maurice Champy und dem Jahrgang 1997 aus Brochon. Rot ist natürlich meist ein Pinot Noir aus dem Burgund, aber da ich keine web-site des Weingutes gefunden habe, wurde ich nicht weiter fündig zur tatsächlichen Zusammensetzung dieser feinen Flasche. Damit ist es also schon bereits verraten, das die Flasche noch sehr gut sich gehalten hatte in den letzten 20 Jahren. Dem Etikett sieht man ja bereits ein gewisses Kelleralter an, aber den Korken konnten wir nich einigermaßen gut entfernen. Mit schon leichten braunen Rändern zeigt sich ein sehr dunkles Gor im Glas. Eine intensive Nase, welche sich dann mit tiefen Kirschnoten am Gaumen fortsetzen. Sehr schön zu genießen und konnte auch dem Rehfilet mit dem Risotto standhalten. Im Abgang recht vielschichtig und noch wenig stark gealtert. Also sieht man hier, das ein ordentlich gemachter Pinot auch nach 20 Jahren noch ausgezeichnet munden kann.

Vigneron M. Champy aus Brochon, Gevrey-Chambertin 1er Cru, 1997



 

Athen/documenta14 – der vierte Tag und Vintage Weinbar

Es ist inzwischen Sonntag an meinem vierten Tag in Athen und ich habe bereits die meisten Museen mit Ausstellungsprojekten der documenta abgeklappert, welche ich sehen wollte. So machte ich mich auf einen besuch eines Museums auf den Weg den ich bereits vor vielen Jahren einmal gegangen bin und besuchte das Kykladen Museum eines privaten Sammlers und Sensors dieses Museums, was wieder sehr interessant sein sollte. Überrascht wurden die Athen Besucher allerdings von einem starken Regenschauer und Gewitter, der auch mich heftig erwischte und ich mußte zurück ins Hotel um mich umzuziehen und mit trockenen Klamotten weiter auf meine Tour zu gehen.

Von dort aus erkundete ich noch einen weiteren Park eines der Museen, wo Künstler eine Klanginstallation für die Zeit der documenta14 aufgebaut hatten, und da trotz des recht nahen und lauten Straßenverkehrs die Parkruhe nicht ganz zu genießen war, konnte man den Klängen der diversen Lautsprecher immer wieder in den verschiedenen Ecken der bepflanzten Ecken lauschen.
Insbesondere aber wollte ich an diesem Abend in die Vintage Bar, die auch am Sonntag ab 18 Uhr geöffnet hatte, und so schlenderte ich, da in Fußmarschnähe, so kurz nach 18 Uhr Richtung der Bar wo gerade mal 2 Japaner in die Karte vertieft waren. Ich wurde vom Personal gleich wieder erkannt und konnte mir einen Platz aussuchen.
Warum zeige ich hier diesen Titel der Weinkarte? Seit 2 Jahren hat diese Weinbar im Zentrum von Athen geöffnet, und wenn man sich die gesamte Karte so durchblättert kann man doch einige sehr interessante Posten – aus der ganzen Welt entdecken. Preislich durchaus angemessen aber der Clou an der Sache liegt an einem heute auf dem Markt befindlichen technischen Gerät, welches es erlaubt alle Weine, die getrunken werden wollen, glasweise wie angekündigt, auszuschenken. Das Gerät heißt „Coravin“ und ist technisch gesehen eine Apparatur mit einer dünnen Edelstahlnadel, die durch die Kapsel und den Korken geführt werden kann, und die entnommene Menge an Wein mit einem neutralen Gas namens Argon wieder aufgefüllt wird. Und das wird in dieser Bar wohl recht erfolgreich praktiziert.
Ich bestelle mir also eine Vorspeise und einen Hauptgang, da ich mehr erst auf die unterschiedlichen Wenn lege die ich heute Abend so verkosten möchte.

Vorspeise sollte ein Wildkräutersalat mit dünnen Pastaplatten dazwischen sein, welcher fein abgeschmeckt war und einen guten Start in den Reigen der flüssigen Ingredenzien bildete.

Als Hautgang gab es dann ein Stück von der Lammkeule ohne Knochen, welche perfekt abgeschmeckt und wunderbar rosa gegart war.
Zu den Weinen:

Der erste weiße war ein Cuvée aus 30% Semillon und 70% Acintiko, (wenn ich das richtig geschrieben habe?), us 2016 und konnte recht gut überzeugen. Feine Säure und gut abgerundeter leichter Schmelz, der sich im Abgang fortsetze. (16/20). Dann machte ich bereits mit den roten Sorten weiter, denn mit Weißweinen ist es in Griechenland nicht so wirklich prickelnd. Ausnahmen bestätigen die Regel

Dieser Wein aus dem nördlichen Peleponees wird aus der Traube Agiorgitiko gekeltert, welche fast ausschließlich in Griechenland angebaut wird. Der Saft wurde für ein Jahr im Barrique vergoren, was mir das Personal der Vintage Bar berichtete, und ich konnte eine dichte fest und feine Komplexität feststellen, welche mich von der Qualität dieses roten Tropfen doch recht gut überzeugte. Als 2014er paßte dieser ausgezeichnet zu meinem Lamm. (16,5/20)

Dann gab es diesen weiteren roten Traubensaft, welcher mir irgendwie von der Beschreibung durch die Lappen gegangen ist, aber nach meinen Notizen eine tolle Struktur aufwies und die Region Nehme. wie auf dem Etikett zu lesen eine der guten Anbaugebiete auf dem Peleponees wohl sind. (17/20)

Weiter ging es mit einer internationalen Traube – einem Cabernet Sauvignon – aber einem etwas älteren Jahrgang 2006, was insofern auch wieder interessant war, denn wirklich so alt erschien mir dieser Wein im Glas wirklich noch nicht. Gut, 11 Jahre sind kein wirkliches Alter für einen gut ausgebauten CS, aber hier zeigte sich doch noch immer eine klitzekleine grüne Note, woher auch immer, dicht und feine Noten mit sehr guten Nuancen der Frucht und einer feinen Struktur. (17/20)
Und als dann schon alles abgeräumt war wollte ich noch einen finalen Abschlußwein verkosten, der ja auch etwas Besonderes sein konnte, weiterhin gerne von der Griechischen Halbinsel, und so wurde mir etwas präsentiert was wirklich außergewöhnlich für meine Vorstellungskraft war.

Dieser Rotwein aus 1999 vom Weingut Economou mit der Bezeichnung SITIA wird aus 80% der Traube Liatiko und 20% der Traube Mandilaria gekeltert. 2 wieder einmal wohl autochthone Sorten, welche wohl fast ausschließlich hier in Griechenland angebaut werden. In der ersten Nase wirkte dieser Wein für mich wie ein sehr guter Pinot aus dem Burgund. Weiterhin eine sehr feine Kräuterwürze am Gaumen, dicht und mit exzellenter breiter Säuerung ausgezeichnetem Fruchtspiel. Super Abgang und sehr feine dichte Noten. (18+/20) Die Bar-Mitarbeiter berichteten mir, das diesen Weingut die Philosophie verfolgt, das die Weine sehr lange im eigenen Keller befassen werden, und erst in den Verkauf kommen, wenn das Weingut denkt, das die Weine auf dem richtigen Reifeniveau sind. Und das zeigte sich überdeutlich bei diesem 1999er denn das ist derzeit wohl der aktuelle Jahrgang der derzeit verfügbar ist.  TOLL!