Archiv der Kategorie: Wein

Bordeaux Weinreise der vierte Tag im Saint Estèphe und Margaux

Am vierten Tag dieser Bordeaux Weinreise sollte es zunächst in die Region Saint Estèphe auf das Weingut Cos d’Estournel gehen. In den vergangenen ca. 12 Jahren war ich bereits 2 mal dort zu Verwüstungen, wobei beim letzten Besuch das Weingut gerade seinen neuen Keller komplett neu und umgebaut hatte, und wir durch den noch nicht in Betrieb genommenen Gärkeller lustwandeln konnten. So sieht dieser heute aus:

Aber das ist ja nur eine Etage des neuen Kellers, denn darunter befindet sich der Barrique-Keller, der ebenso imposant erscheint, wie der auf ebenerdiger Lage.

Da auch hier auf einem der Grand Cru Classée Weingüter Wert auf sanfte Bearbeitung der geernteten Trauben geachtet wird, konnten wir beobachten, das auch n diesem Tag als wir Ende September das Weingut besuchten, die Kisten mit den geernteten Trauben erst einmal mit einem Förderband auf die oberste Etage transportiert werden, dort aussortiert, und dann auf die ebenerdige Ebene der Gärbehälter ohne Pumpen der Trauben das Lesegut verbreitet werden kann.

Hier zeigt sich besonders, wie unterschiedlich auch in Bordeaux mit den Trauben umgegangen wird. Hier mit kleinen Kisten, welche in die obere Etage transportiert werden, und anderswo wird direkt im Freien vor dm Weingut auf dem Sortiertisch direkt ausgelesen und die Trauben werden weiterverarbeitet. Nach einem kleineren Rundgang, auch durch die Schloßetage, welche inzwischen zu einem eleganten Empfangsbereich ausgebaut ist, ging es zur Verkostung in einen neu eingerichteten Verkostungsraum.

Insbesondere hier auch auf Cos d’Estournel sehr professionell aufbereitet und der Verkostungsraum so eingerichtet, das fast keine Wünsche offen bleiben. Nicht überkandidelt wie etwas auf Ch. La Tour mit seiner absolut kalten Ästhetik, sonder hier strahlt die Räumlichkeit, die Gastgeberin, aber auch die professionelle Aufbereitung im Verkostungsraum sehr angenehm zu Atmosphäre bei.

Je ein Glas pro verkostetem Wein, eine kleine Weinlsiite mit den Jahrgängen, ein Notizbuch mit Stift und ein Ambiente zum andächtig werden. Was will der Weinverkoster mehr?
Das Weingut Cos d’Estournel hat ca. 100 ha Weinreben, wo primär rote Sorten angebaut werden, es gibt aber auch SB und Semillon.
Es gab also bei dieser Verkostung 5 rote und einen weißen von Cos d’Estournel. Begonnen wurde der Reigen mit dem Zweitwein Les Pagoden de Cos aus 2011 und dazu gleich auch den Grand Von von Cos aus 2011, der sehr interessant so nebeneinander stand. Die Zusammensetzung des Les Pagoden ist mit 65% CS und 33 % Merlot sowie 2% PV zu verzeichnen und der Grand Vin hat eine recht ähnliche Cuvetierung. Den Grand Von bewerte ich etwas einen Punkt höher als den Pagodes.
Dann wird es aber wirklich interessant mit den älteren Jahrgängen der Grand Vins.
Cos d’Estournel 2008 aus 85% CS, 13% Merlot und 2% CF
Sehr feiner Gaumen mit frischen Noten und tollen Fruchtaromen mit reifen Noten. (18/20)
Dann folgt der Grand Vin aus 2006 der zwar ein wenig weniger CS enthält, aber deswegen kaum schmäler wirkt. 78% CS, 20% Merlot und 2%CF. (18/20)
Gefolgt vom Grand Vin aus 2003, dem heißen Jahr, welches aber gerade auf den Weingütern mit gutem Material immer noch recht ordentliche Resultate hervorbrachte. Für mich so 16/20 Punkten.
Zum Schluss gibt es dann noch den weißen vom Cos d’Estournel. Eine sehr feine würzige Nase mit schöner Frische, feiner Säure und leichter Zitronennote sowie Noten von grünem Staudensellerie. (18/20) Die weißen Sorten werden auf diesem Weingut erst seit 2005 geerntet.

So sieht dann die Reihe der Flaschen aus, welche wir verkosten konnten.


Und zum Abschluß geht es mit der kleinen Verkostungsgruppe in die Region Margaux, wo wir das Weingut Ch. Prieuré-Lichine besuchen. Dieses Weingut ist auch eines der klassifizierten aus 1855 in Margaux und baut auf ca. 80 ha seine Weinreben an. Der Zweitwein hat einen Namen der Confidences lautet und die weißen Sorten setzen sich aus Sauvignon Blanc und Semillon zusammen.

Hier sieht man am Firmenschild, wie man es nicht machen sollte. Plexiglasplatte zwar schönbedruct, aber mit Abstand vor eine helle Betonwand gehängt spiegelt sich die gesamte Schrift bei der Sonneneinstrahlung direkt nochmals auf der Wand was dieses Goppelbild erzeugt. Seit wies ist. Kommen wir zum Weingut. Hier wurde vor kurzer Zeit ein neuer Keller installiert, der dann mit neuen Betoncuves ausgestattet wurde.

Das ist ja wirklich nicht das erste Weingut in Bordeaux wo wir solche Betonbehälter sehen, auch wenn die Form sich unterscheidet, denn früher wurden diese schlicht gerade gemauert, wie auch die Bilder aus Haut-Bailly zeigen. Hier wird dann noch mit Licht unter den Cuvées die ganze Situation beleuchtet, und hier zeigt sich auf dem Foto auch nur die Beleuchtungssituatin wie ich sie im Keller direkt vorfinde. Kein Foto-Blitz oder sowas.

Da wir auch hier zur Mittagszeit zugegen waren gab es zuerst eine kurze Führung durch den Keller und wie sonst auch immer die üblichen Erklärungen zu den Feinheiten der speziellen Weinbereitung auf dem Weingut oder sonstige Spezialitäten der Region und des Terroirs. Die Weine sollten wir also auch hier zum Essen serviert bekommen, wobei ich mich hier auf die Weine mit Ihrer Beschreibung konzentrieren möchte, da das lunch weniger erwähnenswert ist.
Als erstes gab es den Zweitwein La Confidences de Prieuré-Lichine aus 2011, welcher mit einer feinen eleganten Nase sehr vordergründig wirkte und wenig Abgang hatte. (15,5/20)
Dann gab es den ersten Grand Vin des Chateaus aus 2011 welcher sich schon mit einer gereiften Farbe und fruchtig freien Noten präsentierte. Der Abgang lang mit feinen fruchtig langen Noten und rundem Geschmack. (17/20)
Dann gab es zum Essen Crevetten auf Salat wozu es einen weißen aus 2016 gab der recht leicht wirkte und sich sonst auch nicht wirklich gut präsentieren konnte (15/20)
Dann folgten noch 2 weitere Grand Vin aus dem Chateau der Jahrgänge 2009 und 2006, welche beide recht kräftig, schokoladig und mit weichen Noten sich zeigten. Bei 2006 noch leichte Tannen am Gaumen mit feiner Säure und einer dichten Frucht. Beide (16/20)


 

Bordeaux Weinreise, der dritte Tag: Pessac-Leognan und Sauternes

An diesem dritten Tag sollten es wieder drei Weingüter sein die wir mit Verwüstungen und einem Mittagslunch besuchen sollten.
In der Region Peaac-Leognan:
Chateau la Tour Martillac
Chateau Haut-Bailly
Im Sauternes:
Chateau Suduiraut
Los ging es mit dem von einem Deutschen Namens Kressmann um 1884 gegründeten Weingut, welches als eines von 6 klassifizierten Weingütern im Graves für weiße und rote Trauben steht.

Auf 60 ha Weinbaufläche werden ca. 80% rote und 20% weiße Trauben angepflanzt. Auch hier gab es in 2017 herbe Verluste durch die Fröste im Frühjahr was so beziffert wurde, das es bei weißen Trauben 50% weniger, und bei roten Trauben 30% weniger zu ernten gab. Wir waren an diesem späten Septembertag genau am letzten Erntetag auf dem Weingut und konnten noch beobachten, wie die Ernte bei noch trockener Witterung auf dem Hof des Guten aussortiert wurde.
  
Wir machten mit der kleinen Gruppe eine Tour durch die Keller und Weinlagerstätten, welche über die Jahre wohl gewachsen sind und inzwischen wird ach ein weiteres Weingut betrieben mit dem Namen Chateau Langte, welches auch im Graves liegt. 
Hier in denn Barriquekellern konnte schön an einem Faß beobachtet werden, wie sich ein Weißwein mit seiner Hefe entwickelt und sich die Sedimente nur langsam auf den Boden setzen. Das Faß wurde dazu auf der Seite nicht mit Holz, sonder mit einer durchsichtigen Plexiglasscheibe geschlossen, und so kann man sich vom Fortgang der Hefeentwicklung überzeugen. Ist aber nur zu Demonstrationszwecken eingesetzt. Nach diesem Rundgang ging dann zur Verkostung in einen Seitenflügel des Weingutes was sich mit 2 roten und 2 weißen Weinen fortsetzte.
Bei den roten von Ch. La Tour Martillac gab es einen 2014er und einen 2012er Jahrgang.
2014 zeigt sich mit sehr dichter und dunkler Farbe und kräftiger Säure am Gaumen aber
etwas weniger Abgang und leicht pfeffrig mit spitzen Säurenoten (16,5/20)
Der 2012 dann mit einer recht eleganten Nase und feiner Struktur, leicht verschlossen mit feinen Tannieren und guter Frucht bei mittlerem Abgang. (17+/20)
Die beiden weißen Verkostungsmuster waren zunächst der Zweitwein mit Lagrave aus 2016, welcher 70% SB und 30% Semillon beinhalte. Feine Nase mit leichten Zitrusfrüchten. Am Gaumen dann merkwürdig mit wässigen Noten, später Fruchtansatz im Abgang und ein wenig Säure, so als wäre dieser weiße auch auf dem Weg sich zu schließen oder schon zu verabschieden? (14/20)
Der 2013 dann mit der gleichen Cuvetierung wie 2016. Feine Nase mit Bananennoten, frische grüne Früchte und Pfirsichnoten. Auch hier vordergründig ein wenig wässrig und dann kommt die Säure mit leichten grünen Noten. (15/20)


Dann geht es mit einer kurzen Fast zum Chateau Haut-Bailly, welches ich bereits vor ca. 7 Jahren zu einer Verkostung einmal besucht hatte, aber diesmal sollten wir hier auch unser Mittagessen erhalten und durften im Schloss tafeln, denn hier ist nicht nur eine Küche gut eingerichtet, sondern zum ständigen Personal gehör auch eine ganz Küchencrew.

Auch hier war an diesem Freitag der letzte Tag der Ernte zu Ende des September bereits recht früh eingeläutet worden, denn sonst wurde im Bordeaux in manchen Jahren noch Mitte bis Ende Oktober geerntet um die Trauben auch wirklich reif in den Keller zu bekommen. Das Wetter in 2017 war aber im Sommer zum Teil über Wochen so warm und heiß, das die Trauben einige Wochen früher reif wurden. Hier in Haut-Bailly wird noch recht klassisch in alten Beton Cuves vergoren, was auf den Weingütern recht unterschiedlich gesehen wird, aber selbst manch alteingesessene Weingüter wie Chevalereskeren Blanc haben in Ihren neuen Kellern auch wieder, in moderner Form, sich Betoncuves herstellen lassen, was wir am nächsten Tag auch im Margaux nochmals sehen sollten auf Prieuré-Lichine.

Die Verkostung fand also in Begleitung des Essens statt und somit folgten wir dem Guide auf die Terrasse des Schlosses, wo es erst mal einen Begrüßungstrunk Champagner von Pol Roger gab. Dann folgten verschiedene Amuse Geule, welche mit einer wunderbaren Profiterolle begannen:

Dann ein Löffel mit feinen kleinen Zutaten und einer Crevette obenauf:

Gefolgt von einem Minitartelette mit Creme und Radieschen:

Paßte wunderbar zum Champagner der durchaus auch nochmal nachgeschenkt wurde.
Dann ging es ins Schloss, was bei dem schönen Spätsommerwetter zwar fast schade war, denn draußen auf der Terrasse ließ es sich so recht gut sitzen, palavern und die Köstlichkeiten genießen.

Ein sehr schön gedeckter Tisch, was so in einem Schloss dann auch angemessen ist, begrüßt uns in der Runde und wir suchen uns jeder einen entsprechenden Platz aus.

Der erste Wein zum Essen ist dann der Zweitwein von Ch. Haut-Bailly mit Namen La Parade Haut-Bailly aus 2011. 55% Merlot und 45% CS.
Dicht Nase, sehr weich und warm mit schöner kräftiger Fruchtnote und feiner Säure. Guter Abgang frisch und fein. (16+/20)
Dazu gibt es dann eine Foie Gras welche nicht nur gut dazu paßt, sondern auch vorzüglich angebraten ist.

Dann folgt der Gran Von des Ch. Haut-Bailly aus 2011 und somit haben wir den direkten Vergleich einmal hier zu verkosten, was den Unterschied zwischen Zweitwein und Grand Vin aus dem gleichen Jahrgang auf einem großen Chateux ausmachen. 45% CS und 55% Merlot.
Sehr dunkle Farbe und Nase, feine Noten nach Pilzen und Waldboden, sehr schöne Fruchtnoten, dunkel und gute Dichte am Gaumen mit feinen Abstufungen und elegantem Abgang. (17-18/20)
Dazu gibt es ein Wild mit Gemüse und fein abgestimmter Sauce und Feigen:

Das Finale folgt dann mit einem Ch- Haut-Bailly aus 2008, wo ich sehr gespannt war, denn der Jahrgang 2008 wird of verkannt, da er nicht ein wirklich großer Jahrgang ist, aber immer wieder überraschen kann. Ich habe mir notiert: Eine sehr feine Nase mit viel dunkler Frucht, Gut im Vordergrund, etwas leichter im Abgang, was vielleicht auf den Jahrgang zurückzuführen ist, aber der Gesamtstruktur des Weines keinen Abbruch tut. (18+/20)
Zum Dessert gab es dann noch eine Karamel-Créme welche nicht weiter kommentiert werden muß, aber sonst auch fein schmeckte.

Hier die Flaschen der Verkostung:


Und dann ging des auf einer etwas längeren Fahrt vom Pessac-Leognan in die südlichen Bereiche von Sauternes ins Chateau Suduiraut. Hier wird primär Süßwein produziert, was sich aber in den letzten Jahrzehnten doch als immer schwieriger herausstellt, in Bezug auf den Verkauf dessen, denn die Weintrinker-Gemeinde trinkt doch seit einigen Jahrzehnten nun mehr trockene Weine als die süßen. Hier ist allerdings der Süßwein nicht so zustandekommen, das dem Wein Zucker oder weiterer Alkohol zugegeben wird, sondern in der Region Sternes kann der Botrytis Pilz die Weintrauben im Spätsommer und Herbst so angreifen, durch Nebel in den Vormittagsstunden, das die Trauben aufplatzen und die sogenannte Botrytisfäule beginnen kann, was der Traube primär das Wasser entzieht. Somit werden in dieser Region von einem Weinstock also nicht die Menge Wein für eine Flasche, sondern gerade einmal für ein Glas geerntet.
  
So zeigten sich uns also in den letzten Septembertage die Trauben am Weinstock, welche schon recht weit in der „Reife“ des Botrytisbefalls waren. Es wurde auch hier schon geerntet, wobei hier bei der Lese mehrfach durchgegangen wird, und die Trauben ist einzeln vom Stock entnommen werden. Nach einem kleinen Rundgang durch die Keller ging es dann hier auch zur Verkostung.


Wir durften 3 verschieden Jahrgänge verkosten und begannen mit dem jüngsten Jahrgang, was sich dann auch deutlich zeigt, wie die leeren Tropfen sich weiterentwickeln.
2013, 2006 und 1999 sollten es in der Reihenfolge sein.
2013 mit feiner komplexer Nase und frischem Anklang. Eine sehr dichte Süße mit ein wenig Säure von Früchten, welcher sich in den Jahren wohl recht gut entwickeln müßte. (16/20)
2006 zeigt sich dann etwas verhalten in der Nase. Leicht dumpf mit Caramelnoten, lange am Gaumen mit Honignoten und einer dichten Fruchtsüße. Sehr schöne komplexe Noten im Abgang. (17+/20)
1999 zeigt sich mit honiggelber Farbe und einer sehr feinen leichten Nase mit viel süßen Noten. Würzig und leicht rauchig im Abgang sehr fein aber etwas weniger Säureanteil, der sich wohl schon etwas abgebaut hat. (17/20)

Abschließen sein zu diesem Tag zu sagen, das er in sich recht stimmig war, das Wetter ausgezeichnet mitgespielt hatte, und der Mittagstisch auf Chateau Haut-Bailly natürlich das Seinige für den gesamten gelungenen Tag beigetragen hat.


 

Bordeaux Weinreise, der zweite Tag mit drei Weingütern im St. Emilion und Pomerol

Das rechte Ufer, welches so in Bordeaux genannt wird, weil es rechts des Flussufers liegt, war heute das erste Ziel der kleinen Weingruppe mit 9 Personen wo wir die 3 folgenden Weingüter besuchten:
Chateau Bernateau im St. Emilion
Chateau de Sales im Pomerol
Chateau Haut-Segottes im St. Emilion
Los geht es nach einer knapp einstündige Fahrt vom Hotel in Bordeaux im Chateau Bernateau, welches seit 2012 als biologisch zertifizierter Betrieb auf 28 ha Wein anbaut. Weiterhin gehört zur Familie ein Weingut in der Region Libourne, welches Chateau Tour Peyronneau heißt. Das Wetter war schön, und die Ernte im Weingut war im vollen Gange, was wir sogleich bei Ankunft auch direkt erleben konnten. RoteTrauben wurden in kleinen Kisten auf dem Traktoranhänger angeliefert und sogleich auf den vorbereiteten Weg der Verarbeitung gebracht. In den Trichter zum entraten, dann wurden die Trauben durch den Laser gejagt und auf dem Sortiertisch nochmals mit manueller Handarbeit aussortiert.

So sieht so eine Laser-Aussortiermaschine aus, welche per Luftdruck die „schlechten“ und sonst nicht zu verarbeitenden Anteile der Ernte sozusagen „herausblasen“.  Die Winzerin, welche uns auch die Führung und Verkostung präsentierte, zeigte uns dann die guten Trauben.

Im Weinkeller gab es dann für mich eine Neuigkeit, welche ich in den Kellern des Bordeaux bisher nicht so gesehen hatte. Die großen Cuves, welche direkt nach der Traubensortierung zur Vermischung der Trauben verwendet werden, hatten über die gesamte Höhe der Holzfässer einen transparenten Bereich von ca. 12-15 cm Breite, welcher den Blick auf den Inhalt der gesamten Weintrauben und den Saft, der bereits zum Teil begonnen hatte zu gären, frei gab.


Dann ging es zur Verkostung der 4 Weine aus den beiden Weingütern der Familie, welche insgesamt eine ordentliche Qualität zeigten und die Gruppe erst einmal für den frühen Vormittag beschwinglich hinterließ.
Es gab einen 100% Merlot von Ch. Tour Peyronneau aus 2015 der mit mittlerer Bewertung bei mir ausfiel. Dann gab es einen 2012er von alten Reben, welcher mit einer Cuvetierung von 85% Cabernet Franc und 15% Merlot etwas untypisch, aber mit schönen Aromen sich zeigte und eine elegante Nase zeigte.

Dann wurde uns eine „blind“ gemachte Flasche serviert, die sich später als ein 2010er Ch. Bernateau herausstellte, welcher sich mit sehr feinen Noten und Frische zeigte, wobei gute Frucht mit Kirsch und feinen Noten präsentierte. (17/20)
Zum guten Schluß gab es noch einen leicht gealterten 2001er Ch. Bernateau, welcher schon leicht oxidativ daherkam, aber immer noch mit leichter Frische und eingekochten Früchten sich zeigte.


Dann ging es zum nächsten Weingut von Chateau de Sales, wo wir auch im Weingut unseren Mittags-Lunch erhalten sollten. Chateau de Sales besitzt ca. 90 ha, wobei 42 ha mit Wein bepflanzt sind. Auch Ch. de Sales besitzt ein weiteren Weingut mit dem Namen Chateau Chantalouette. Berichtet wurde uns das zum ersten Mal ein Weingutsdirektor die Geschäfte führt, der nicht aus der Familie stammt. Es werden pro Jahr ca. 200 – 250 Tsd. Flaschen produziert, welche wohl auch verkauft werden. Da allerdings das Wetter im Jahr 2017 in den letzten April Tagen und Anfang Mai so problematisch in Bezug auf Fröste war, hat das Weingut ca. 80% der Ernte in 2017 verloren. Da wir so um die Mittagszeit eintrafen, konnten wir hier unseren Lunch einnehmen und dazu auch dann die drei Weine verkosten, die für die Gruppe zur Verfügung standen.

Der erste Wein sollte ein roter aus dem zweiten Weingut Ch. Chantalouette aus 2013 sein, der ein Cuvée aus Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon darstellte. Ein leichter Wein mit wenig Säure und guter Frucht.

Dazu gab es gebratene Jakobsmuscheln mit Quinoa und Rotwein, Parmesan und Tomaten Tatar.

Dann folgte ein Ch. de Sales aus 2014 der ein Cuvée aus 74% Merlot, 20% Cabernet Franc und 6 % Cabernet Sauvignon bestand. Mit einer schönen Gewürznote paßt er sehr fein zum servierten Rindfleisch und kommt auch noch mit einer gewissen Fruchtnote daher.

Das Gericht dazu:
Filet de boeuf sauce morillon avec ses pommes de terre grenailles à l’ail.

Gut zusammengestellt mit dem Wein und passend zum gut gebratenen noch rosa Rinderfilet.
Dann folgt, klassischerweise wie fast immer in Frankreich bei einer Menüfolge der Käseteller.

Schöne Auswahl aus 4 verschiedenen Käsesorten welche nicht zu kalt und gut gereift auf dem Teller sich mit dem Salat zeigten.
Zum Dessert dann ein Ch. de Sales aus 2008 der eine Mischung aus 79% Merlot und 15% CF und 6% CS besteht. Dichte Nase mit feiner Würze, sehr ausgereift, vordergründig und am Gaumen mit fruchtiger Süße und Ausgewogenheit.


Das dritte Weingut an diesem Tag sollte dann Chateau Haut Segottes sein, welches bereits seit 1850 besteht und mit seinen gerade einmal 9 ha Gesamtanbaufläche 60% Merlot und 40% Cabernet Franc anbaut. Auch hier gab es in 2017 durch die Frostprobleme im Frühjahr ca. 50% Ernteverlust. Wir waren auch hier zufällig am letzten Tag der Ernte im Weingut, was uns in den drei Tagen mehrfach begegnete. Für die Tage Ende September recht früh im Jahr.

Nach einem kurzen Rundgang durch Keller und Weinaufbereitung geht es zur Verkostung der drei Weine, bzw. hier des einen Weins, welcher hier produziert wird, aus drei Jahrgängen. Wir verkosten Ch. Haut Segottes 2014, 2013 und 2011.
Los geht es mit dem Jahrgang 2014 der sich aus 60% Merlot und 40% Cabernet Franc zusammensetzt. Gute Tannen am Gaumen mit Pflaumennoten, feine Säureanteile mit leicht spitzen Noten. (15/20)
Der 2013 er Jahrgang war ein recht schwieriger Jahrgang in Bordeaux was mit 30% Verlust bei der Ernte sich seinerzeit zeigte. Hier zeigen sich weniger Tannen aber mit einer sehr feinen Fruchtnote und leichter Säure wirkt er schon recht ausgereift und trinkreif. (15,5/20)
Schließlich kommt der 2011er ins Glas, der mit einer sehr dichten Nase und sehr schönen und feinen Frucht und leichten Säure Noten mit hellen Tönen sich präsentiert. (16,5/20)

Und nach der Verkostung wird noch ein Faß gelüftet, welches sich ständig neben uns zeigte, aber durch die Abdeckfolie nicht einsehbar war. Hier waren frisch Trauben eingemaischt, welche sich in einem schlichten Barrique Faß befanden, also nicht in einem großen Holzfass, sonder einfach in einem Barrique, wo eines der seitlichen Böden entnommen wurde. Hatte ich so zum ersten Mal gesehen, das sich die Maischevergärung in einem neuen Barrique vollzieht.

So endete der Tag mit einigen neuen Entdeckungen und Erkenntnissen über Bordeaux Weine aus der Region und kleinen wie auch großen Winzern. Santé!



 

Bordeaux Weinreise, der erste Tag mit Besuch in der City du Vin

Was ich bisher nicht realisieren konnte, war in diesem Jahr ein Besuch der Cité du Vin in Bordeaux, an dem Tag bevor die diesjährige Weinreise in Bordeaux losgehen sollte. Da ich so gegen 14:30 Uhr in Bordeaux am Flughafen eintreffen sollte, hatte ich also ca. 3,5 Std. Zeit mich mit Fahrt vom Flughafen, Eichecken im Hotel und der Straßenbahnfahrt zur Cité du Vin Zeit um mir dann dort die entsprechenden Räumlichkeiten mit den verschiedenen Exponaten anzusehen.

Von außen sieht dieses Gebäude mit einem länglichen Teil, wo primär die Ausstellung und diverse Verkostungs- und Verkaufsräume untergebracht sind, wie ein Weinglas aus, welches geraden mit einem kräftigen Schwenk die Oxidation des Glasinhaltes zum Beginnen bringt. Aber weiter mit einigen der dort befindlichen Ausstellungsteile.

Beispielsweise sind an einigen Tischen Riechproben aufgebaut, welche eindrucksvoll aufzeigen können, was so alles an olfaktorischen Komponenten in den Weinen steckt. Oder auch:

Werden in übergroßen hölzernen Weinflaschen in der Ausstellung die diversen Rebsorten ausführlich in medialer Form erklärt.

Sicher sind auch die großen Chateaus in der Ausstellung vertreten, welche in Form von Holzmodellen, hier das Chateux de Cos d’Estournel, aufgebaut sind, wo es später noch etwas zu berichten gibt, denn dort sollte uns unsere diesjährige Tour am dritten Tag auch hinführen.

Schließlich war im Eintrittspreis von 20 € auch noch die Verkostung eines Weines inbegriffen, welches die Besucher dann auf der obersten 8. Etage des Ausstellungsgebäudes verkosten konnten. Interessanterweise gab es dort eben nicht nur Weine zu verkosten aus Frankreich oder gerade einmal Europa, sonder aus aller Welt, was mich zu einem georgischen Rotwein führte, der mir durchaus gut mundete. Da aber in der Rotweinflasche offenbar nicht mehr genug für ein Glas vorhanden war, konnte ich mir noch einen weiteren Wein aussuchen, wobei ich bei einem „Blanc du Transylvanie“ aussuchte.

Grundsätzlich wäre zur Cité du Vin zu sagen das es einige Basic Infos gibt, welche für fast alle Kategorien der Weininteressierten sicher weiterhelfen kann um seinen eigenen vinophilen Horizont zu erweitern. Den Audioführer hatte ich mir nicht geholt und konnte mir so eher die visuellen Eindrücke der Ausstellung mir eindrücklich ansehen und bewerten. In der Besucherführung zum Teil etwas verwirrend, aber vom Infogehalt in den einzelnen Teilen ganz ordentlich und medial auf gut aufbereitet.
Also war ich bis zur Schließung der Ausstellung locker einmal durch die gesamte Ausstellung durchgekommen, und sah mir zum Schluß noch den Verkaufsraum der Weine im Erdgeschoss an, was ich dann in der Bar mit 2 Gläschen abrundete.

Um 19 Uhr ging es dann auf die 7. Etage des Gebäudes, wo ich mir einen Platz für ein Abendmenü reserviert hatte im „Le 7Restaurant“ welches etwas fantasielos nach dr 7. Etage auf dem es sich befindet benannt ist.
Ein klares Raumkonzept empfängt einen nach dem Verlassen des Aufzuges, welches den Blick freigibt auf den gesamten Innenraum des Lokals und der Weg leitet einen erst einmal an den Tresen der Bar, wo sich die Reservation in der Platzierung an einem Tisch am Fenster resultiert, weil ich schon früh für den Abend reserviert hatte, der allerdings auch an diesem Mittwoch im Lokal kaum die Hälfte der ca. 120 Plätze besetzt werden sollte.

Da ich tatsächlich fast der erste Gast im Raum war hatte ich auch die fast gesamte Aufmerksamkeit des Servicepersonals und des Sommelier auf meiner Seite. Ich bestellte mir 2 Degustations Vorspeisen und einen Hauptgang und bekam dann die Weinkarte in Form eines Tabletts auf den Tisch gelegt.

Los geht es also mit einem der ersten Degustationsgänge die aus Langustinos in Tempurateig, Avocado mousseline und ein paar kleinen weiße Pilzen bestand. Insgesamt fein abgeschmeckt und mit dem dazu empfohlenen Weißwein von Larrivet Haut-Brion, einem Cuvée aus Sauvignon-blanc und Semillon aus der Region Pessac-Leognan von 2015 ganz passend als erster Einstieg.
  
Warum ich hier und heute die Preise erwähne: 12 € für das Gericht und 10 € für den Wein.
Dann folgt der zweite Degustationsgang, welcher aus einem Rindercarpaccio besteht, welches von Artischocke, Parmesan und einigen Oliven begleitet wird. Das Carpaccio ist dann noch geräuchert gewesen, so wie es auf der Karte ausgewiesen war. Dazu gibt es als Empfehlung einen Zinfnddel von Kendall-Jackson aus Kalifornien und dem Jahrgang 2015.


Hier wird es ein wenig abenteuerlich was die Preisgestaltung anbelangt, denn das Carpaccio kommt mit seinen 8 € ganze 20% günstiger als das Glas Wein mit seinen 10 € daher.
Nun gut, wir sind ja auch in einer „Weinhochburg“ zur Verkostung, was allerdings dann doch irgendwann kräftig zu Buche schlägt, wenn es in die Vielzahl der Gläser geht.
Zum Hauptgang sollte es dann ein Fisch aus dem Hauptgerichten sein, der sich als halbe Brasse auf einigem Gemüse und Kartoffeln mit vielen kleinen Muscheln zeigte und ganz schön saftig und fein gebraten präsentierte.

Dazu gäbe es einen weißen Tropfen als Pouilly Fumé von Ch. de Tracy, welcher recht kräftig und gut zum gebratenen Fisch sich zeigte.

Insgesamt eine feine ganz ordentlich abgeschmeckte Reihenfolge, welche sich allerdings auch wohl deswegen ganz gut darstellte, da das Lokal schwach besucht war. Der Sommelier war bemüht, und der Service sonst auch recht freundlich und aufmerksam.



 

Der Tölzer Kasladen – „Mein Affineur“

Am letzten Wochenende gab es beim Tölzer Kasladen auf dem Viktualienmarkt in München eine kleine Weinverkostung mit 5 Weinen aus deutschen Anbaugebieten und einen jeweils dazu sehr fein ausgewählten passenden Käse aus dem eigenen Angebot.

Dieses kleine Schild war zwar nützlich, konnte aber die aufgebauten 5 Weine mit den passenden Käsesorten nicht wirklich eine Konkurrenz machen. Die 5 Flaschen aufgebaut mit einem Preisschild davor, was so für die Flasche auszugeben sei, wollte man sie als komplette und gefüllte erwerben, und daneben die Kühltruhe mit den Käsen und den noch vollen und bereits Flaschen für den Ausschank.

7,50 € gelöhnt und dann bekomme ich ein Glas, wo es mit dem ersten Schluck, einem prickelnden Riesling Cuvée beginnt, welches vom Weingut Uhlig aus Oestrich-Winkel im Rheingau stammt. Dazu ein frischer Ziegenkäse, wenn ich das noch richtig im Kopf habe. Eine feine frische Perlage bringt den Kreislauf in Schwung, soweit das aus dem Piccolo schon möglich ist.

Dann folgt ein Rosé Winzersekt vom Weingut Castell aus Franken mit dem Namen Fraenzi der sich auch ganz gut zum zweiten Käse, der etwas gereifter aber frisch fast ebenso prickelnd auf dem Gaumen zum flüssigen erbeerigen Sekt sich einschmiegt.

Dann geht es mit einem Weißburgunder vom Weingut Korea von der Nahe weiter, der sich frisch und leicht fruchtig präsentiert und ebenso schön harmoniert mit dem buttrigen schmalzigen Käse, der mit seiner etwas nusseigen warmen Note gut harmoniert.

Jetzt folgt ein Silvaner vom Bio-Weingut Rothe in Franken aus der Bocksbeutelflasche und da ich schon einige der vielen Weine von Manfred Rothe verkostet habe war ich auch hier auf den Käse gespannt. Da Frau Hofmann vom Tölzer Kaskaden persönlich anwesend war und für die Gäste die Gläser einschenkte und die Käseplatten vorbereitet hatte, war es sehr angenehm, das die Weine gut gekühlt waren, aber der Käse dagegen seine entsprechend richtige Temperatur hatte um gemeinsam ausgezeichnet zu harmonieren. Hier gäbe es einen etwas festeren Schnittkäse der auf dem Foto zu erkennen ist. Alle Käse sind beim Tölzer Kaskaden zu erhalten.

Final gab es dann einen Süßwein aus deutschen Landen der in diesem Fall aus der Traube Optima stammte und vom Weingut Grossmann aus dem Rheingau stammte. Die kleine Flasche Trockenbeerenauslese wurde gerade erst aufgemacht und der Blauschimmelkäse brachte das Seinige zum wohligen Geschmack als Abrundung in dieser kleinen Reihe einer Käse-Wein Verkostung an einem Samstag Mittag auf dem Viktualienmarkt.

  

So sieht der Eingang des Tölzer Kasladen auf der Seite der grünen Hütte auf dem Viktualienmarkt aus:

Für mich einer der besten Käseangebote in München und Umgebung.


 

Chateau Musar Verkostung in der Grapes Weinbar


Gehört hatte ich von dem Namen Chateau Musar bereits einmal, doch bisher keiner deren Weine verkostet. Chateau Musar wurde im Jahr 1930 im Libanon gegründet und baut im Bekaa Tal auf ca. 900 m Höhe seine Weine an. Da es in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts auch dort die verheerende Philoxera Plage gab, wurden dann vom heutigen Großvater des Weingutes ab dem Jahr 1930 primär rote Sorten aus französischer Herkunft angepflanzt. Cabernet Sauvignon, Carignan, Cinsault und Syrah. Bei den weißen Traubensorten , welche dort vorher fast ausschließlich angepflanzt wurden, blieben bei autochthonen Rebsorten mit den Namen Obaideh und Merwah. Mitgebracht hatte der Winzer Marc Hochar 6 verschiedene Jahrgänge, welche sich bis ins Jahr 1983 zurück erstreckten. Da ich schon recht früh am Abend zugegen war startete ich mit dem jüngsten der Jahrgänge, welcher sich einfach als jene red tituliert präsentierte und mit einem witzigen Künstleretikett sich zeigte.

Dieser rote Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cinsault und Carignan zeigte sich mit einer tiefrote Farbe und violetten Reflexen. Dichte Fruchtnote in der Nase mit wenig Tannieren am Gaumen. Eine durchaus lange CS Note ist zu verspüren. Nach längerem Aufenthalt im Glas gehen die Geschmacksnoten mehr in einer feine Säure über, welche nicht unangenehm sind, und dem Wein eine gewisse Stabilität geben. (16+/20)
Hier wäre anzumerken, das im Gespräch mit dem Winzer es klar hervorgehoben wurde, das das Weingut  klassischerweise Ihre Weine erst in einem Alter von ca. 1o Jahren auf den Markt bringt. Somit war dieser „Jeune red“ aus 2014 wirklich ein junger und noch frischer aber durchaus recht genießbarer Wein.
Dann ging es zum zweiten roten Gewächs, welches ein Chateau Musar red aus 2006 sein sollte.

Dichte Nase mit viel roter Frucht. Leichte frische Noten bei sehr weichen Tannieren und einer langer Note am Gaumen. Sehr reife Kirchen mit leicht marmeladiger Note und ein wenig mehr spritzige Note as der Jeune red. Insgesamt sehr feine Fruchtnoten mit einer hellen Struktur. (17/20)

Dann folgt der Chateau Musar aus 1998 der in der Nase zu Anfang noch leicht oxidativ wirkt, was sich aber mit der Zeit im Glas legt. Liegt wohl auch daran das ich recht früh anwesend war und ich sehen konnte, das diese Flasche erst frisch geöffnet wurde. Hier gab es also nicht die bereits vor der Verkostung geöffneten Flaschen, welche angeblich dekantiert wurden. Insgesamt wirkte der Wein schon fast eher wie ein etwas gealterter Merlot, was aber wohl an dem höheren Cinsault Anteil dieser Cuvée zu schulden ist. Die leicht oxidative Note geht dann mit der Zeit weg und es kommen Noten von Schokolade und Kakao zum Vorschein. (16-17+/20)
Für mich als Abschluss dieser Verkostung gab es dann noch einen weißen Chateau Musar aus 2007.

In der Nase sehr reife Kiwi und gelbe Früchte mit ein wenig Essigansatz. Am Gaumen ein fast leichter Honigschmelz mit Anklängen von unreifer Aprikose und Mandarine. Ein wenig kräftige Säure kommt zum Vorschein, wobei der Wein nicht breit wirkt, sondern erst im Abgang mit sehr facettenreichen Noten, welche für mich wohl recht schwierig als Essensbegleiter zu kombinieren wären. Vielleicht ein essiglästiger Salat als Pendant zu den hervorstehenden gewissen Säurenoten. Dieser Wein braucht Luft, und auch hier wurde die Flasche leider erst direkt vor dem Ausschenken geöffnet und brauchte so eine längere Zeit im Glas um sich zu entwickeln. (15+ bis 16/29)
Das war für mich dann die Reihe der Weine welche ich verkostet habe und es war doch eine recht interessante Erfahrung einmal diese „französischen Rebsorten“ und die autochthonen des Libanon bei den weißen so gemeinsam zu verkosten.

Das war die Verkostungslste mit den 6 Weinen, wovon ich 4 verkostet hatte, und so hatte die Grapes Weinbar die Weine aufgebaut:

Insgesamt eine recht interessante Erfahrung mit Weinen aus einem Gebiet wo mich meine Weinreisen bisher nicht hingeführt hatten. Aber nicht nur der Libanon, sonder auch Israel wäre sicher einmal eine Reise wert dort die verschiedenen Weingüter zu besuchen.
Santé


 

Pilzteller mit Fetter Henne und Chorizo

Immer wieder gehe ich an meinem Pilzstand am Viktualienmarkt vorbei und entdeckte dort letzte Woche eine nicht oft gesehenen Pilz, den ich einmal zu einem Pilzgericht zubereiten wollte. Fette Henne ist ein Pilz der wie ein Schwamm aussieht und mehrere Kilo schwer werden kann.

Die Pilzverkäuferin gab mir noch den Tipp, den Pilz sehr gut zu waschen und durchzuspülen, dann den Strunk herausschneiden, wie bei einem Blumenkohl, und dann ähnlich wie andere Pilze in der Pfanne sautieren. Für diesen Pilzteller habe ich mir folgende Zutaten ausgesucht:

Pro Person brauche ich ca.:
1 Pilz von ca. 300gr.
1 mittelgroße Schalotte
1 Knoblauchzehe
4 cm Chorizo
4 Kirschtomaten
einige Stengel Petersilie
1/2 Tasse Verjus
Die Zubereitung kann dann folgendermaßen vor sich gehen:

Die Fette Henne in kaltem Wasser sehr gut waschen oder auch abbrausen, so das alle Schmutzpartikel aus dem schwammartigen Gebilde herausgewaschen werden. Kann auch nach dem Aufschneiden und dem Herausschneiden des Strunkes nochmals passieren. Sehr gut abtrocknen, und den gesamten Pilz in mehrere Teile zerlegen.

Hier sieht man sehr deutlich, wie sich der einmal geteilte Pilz mit dem Strunk darstellt.
Dann hacke ich die Schalotte und die Knoblauchzehe möglichst klein und bewahre diese separat auf einem Teller auf. Petersilie grob klein schneiden und die Chorizo ebenso in kleine Würfel schneiden, wie die Schalotte. Dann ein wenig Olivenöl mit etwas Butter in einer Pfanne erhitzen und damit ist auch das mis en place wie zu sehen bereitet:

In der Pfanne beginne ich mit den Schalotten und der Chorizo,, welche soweit gegart werden, das sie glasig werden, und gebe dann die Pilze hinzu. Hier verliert der Pilz nochmals die letzten Feuchtugkeitstropfen und ganz zum Schluss füge ich die sehr klein geschnittenen Knoblauchzehe hinzu. Ablöschen mit dem Versus und bevor der Pilz komplett zusammengefallen ist, kann ich noch eine kleine Nocke Butter hinzufügen was den Geschmack des Pilzes sicher noch unterstützt. Insgesamt roch der frische Pilz bereits beim Waschen recht kräftig nach ungerösteten Kaffeebohnen und hatte einen feinen Pilzgeruch. Kirschtomaten vierteln und bereits leicht salzen, welche dann auf den angerichteten Teller verteilt werden. So kommt das dann auf den Tisch:
  
Und weil so ein Gericht für mich nicht ohne Wein auf den Tisch kommt, schnell mal in den Keller und ein Fläschchen weißen Franzosen hervorgeholt. Diesmal entschied ich mich für einen weißen Cuvée aus dem Luberon. Chateau la Canorgue aus Bonnieux im Luberon, welches ein Cuvée aus Roussanne, Marsanne, Clairette und Bourboulenc, welches alles Trauben aus der Region sind, aber auch zum Teil im Rhonetal angepflanzt werden. Der Jahrgang ein 2014er, welcher sehr gut zu dem Pilzgericht paßte. Insbesondere passen zu Pilzgerichten sowieso immer besser ein wenig gereiftere Weißweine, die schon Ihre ganz frischen Noten des jungen Alters verloren haben.

Santé sag ich nur noch und viel Spaß beim Nachkommen, wenn sich die Gelegenheit ergibt.



 

„taste München“ als erste Gourmetveranstaltung in München

An diesem ersten Augustwochenende fand zum ersten Mal eines der „taste“ Veranstaltungen im englischen Garten statt. Angekündigt seit einigen Wochen mit Plakaten, welche in der Stadt an den bekannten Stellen ausgehängt waren, konnten mich diese auf hellblauem Grund mit Pinselschrift und einem Foto von einem Gericht nicht überzeugen.

Da ich von den Veranstaltungen bereits auf internationaler Ebene gehört hatte, wollte ich natürlich auch sehen, was die Veranstalter hier in München so feines auf die beine gestellt hatten. Die Karte für die Veranstaltung hatte ich mir im Vorverkauf besorgt, und war dann auch recht pünktlich gegen 17:45 Uhr am Veranstaltungsort in München im englischen Garten vor Ort, wobei dort dann bereits ca. 120 Personen in der Schlange standen. War aber kein Problem, da der Einlass recht zügig vor sich ging. Ein Veranstaltungsgelände auf einem Sportplatz im englischen Garten, wo aber zunächst nicht klar war, wie der Ablauf sein sollte. Ich steuerte auf einen Weinstand zu, wobei mir dann aber gesagt wurde, das ich mir erst eine aufgeladene Karte besorgen müßte, mit der dann an den Ständen die gekauften Gerichte und Getränke bezahlt werden können. Systemgastronomie läßt grüßen. Ich also zur:

wo es gegen Bares eine Chipkarte gab, und damit wohl dann auch an allen Ständen die Gerichte bezahlt werden können. Jetzt also endlich zu einem der Getränkestände, in diesem Fall einer von Rewe, wo ich mir ein erstes Glas Wein einschenken ließ. Aber mit dem Glas Wein war es nicht getan, denn dafür wurde auch noch ein Pfand von 2.-€ kassiert, und man bekam einen blauen Chip, der dann bei Rückgabe wieder einzulösen war.

Nun ja, so richtig komfortabel und mit Genuss verbunden kann man das nicht nennen, denn mit einem Glas Wein in der Hand, einen kleinen Teller mit einem der Gerichte der anbietenden Köche gab es dann leider nicht wirklich genügend Abstellmöglichkeiten bzw. Plätze, wo man dann in Ruhe seine gekauften Kleinigkeiten verspeisen konnte.

Insgesamt war das Gelände selbst nach 1-2 Stunden noch nicht wirklich voll ausgelastet und es war angenehm so zwischen den Ständen zu schlendern, sich die Köche in Ihren Zelten anzusehen, die unterschiedlichsten Angebote von Senf über Marmeladen, Whisky oder auch Schweizer Spezialitäten anzusehen oder auch zu verkosten.

Die wesentlichen Cateringzelte waren in der Mitte des Platzes aufgebaut, wo von 12 Münchener Köchen bis zu Kollegen aus Regensburg (storstad) und Rottach-Egern, sowie Reit im Winkel sich die Gäste Ihre kleinen Teller mit Köstlichkeiten von der Karte abbuchen lassen, und verspeisen konnten.

Richtig ärgerlich waren allerdings die 2 Stationen der Geschirrrückgabe, denn davon gab es auf dem gesamten Gelände nur 2, und dort standen ständig Schlangen vor der Rückgabe der Teller, Gläser und dem Rückbuchen der Beträge auf die „blaue Gourmetkarte“. Der blaue Chip mußte dann auch noch entsprechend abgegeben werden, und der Unmut mancher Gäste die ebenso in dieser Schlange mit mir anstanden war nicht wirklich kleiner.

Aber jetzt zu den kulinarischen Genüssen dieser Veranstaltung:
Das erste Glas Wein genehmigte ich mir an einem Stand von Rewe, welches ein Chardonnay von der Ersten und neuen Kellerei in Kaltern sein sollte, der gut zum warmen Klima an diesem Abend passen sollte, und ich steuerte dann sogleich einen der Gourmet Zelte an, wo ich bei Michael Hüsken vom Sophia’s aus dem Charles Hotel einen ersten Teller mir genehmigte.



Lamm vom Gutshof Polting, orientalische Gewürze, Karotten-Humus, Salzzitrone. Wobei hier auf dem Teller eher 2 Stückchen Blumenkohl waren, aber das Lamm recht schmackhaft und noch gut warm serviert wurde.

Anschließen ging es bei mir weiter zu, Zelt vom Restaurant storstad aus Regensburg, wo Anton Schmaus kocht und ich mir einen Teller mit Fjordforelle, Chirashi, Grüne Mango,  Soya, Wasabi und Gochuyang bestellte. Die Teller waren immer sehr schnell zubereitet, denn man konnte auch beim Blick in die offenen Küchen sehen, das jedes Cateringzelt eine gute Mannschaft am Werkeln hatte.

Sehr schön gewürzt und auf einem kräftigen Klecks Risotto, welches so nicht auf der Karte stand, aber insgesamt gut paßte. Feine Gewürze obenauf mit den diversen getrockneten Zutaten und kleinem Grünzeug, was sich geschmacklich gut zu dem Fisch mischte.
Jetzt hatte ich also bereits den zweiten Inhalt eines Tellers verspeist und jedesmal mußte man sich dann bei der Geschirrrückgabe anstellen, um den blauen Chip mit Teller und 2.- € Pfandgeld wieder gutgeschrieben zu bekommen. Na ja, wenigstens kam man mit anderen Gästen ins Gespräch, die zum Teil einen richtigen Berg an Geschirr zur Abgabe schleppten.
Das erste Glas Wein war geleert und ich machte einen Abstecher in Zelt der Schweizer, wo es einige autochthone Reben zu verkosten gab, und ich dann wieder den Weinstand ansteuerte, um ein zweites Glas zu ergattern. Der war allerdings ein kleiner Fehlgriff mit einem Sauvignon Blanc, welcher aus den italienischen Gegenden kam.

Insgesamt ist zu der Weinauswahl auf diesem Genussfestival zu bemerken, das die Veranstalter es nicht geschafft hatten, die große Auswahl an Weinhändlern, bzw. das große Angebot in München irgendwie wiederzugeben. Außer dem Rewe Stand gab es noch eine sogenannte „Wein Genuss Welt“, welche nur chaotisch organisiert war und ich dort erst garnicht versuchte einen guten Schluck zu bekommen. Weiterhin gäbe es 2-3 kleinere Weingüter  mit eigenen kleinen Zelten, wo es aber nur Verkostungsschlückchen gab. Also insgesamt ein kleines Weindesaster, denn an den Cateringzelten der großen Köche und Küchen, durften die Anbieter keine Weine ausschenken. Da besteht dringender Verbesserungsbedarf in der Abwicklung für den Genießer, denn Speisen und Wein gehören bei so einem Festival zusammen.

Meine nächste Station sollte die Dichterstub’n aus Rottach-Egern sein, welche ich bisher noch nicht kannte und ich dort einen Teller mit Kabeljau, geräuchertem Wildkräuterfond und Kartoffelschaum.

Eine sehr feine Kombination der Kartoffelstärke mit dem fein gedünsteten Kabeljau, welcher fast schon in der Sauce schwimmen konnte.

Und dann ging es noch zum Zelt des einzigen 2 Sterne Kochs, auf diesem Festival,  D. Urbansky vom Restaurant Dallmayr, wo ich mir einen Teller Onglet vom Nebraskarind und Mais mit Weizengras und Mole bestellte.

Sehr schön angerichtet und schmackhaft gut serviert, wobei der Mais mir etwas „künstlich“ vorkam. Was das wohl war? Dazwischen noch 2 kleine Scheiben eines Wurzelgemüses.

Ein Blick über das Gelände mit einem Teil der Zelte machte einen schönen Eindruck, wobei mir bereits bei der Plakatgestaltung aufgefallen war, das mich die hellblaue Farbe, hier bei den Fahnen zu sehen, doch verwunderte. Sollte hier vielleicht eines der Elemente der 1972 von Otl Aicher und anderen gestalteten Olympischen Spiele hervorgeholt werden? Auch im Programmheft dominierte diese hellblaue Farbe wieder.
Dann machte ich noch ein paar Runden quer durchs Gelände mit diversen kleinen Halts an manchen Ständen mit Verkostungen und kleinen Schlückchen aus dem Bereich der stärkeren Getränke.
Mal sehen was es, wenn es wiederholt wird, das nächste Jahr bringt.



 

Neue Weinbar „Frank Weinbar“ angekündigt für Ende September in München

In einem Beitrag in der SZ vom 1. August 2017 steht heute einer der ersten größeren Artikel über die neue Weinbar in der Residenz in München. Der ehemalige Redizenzladen wird für 1 Mio. € in eine Weinbar umgebaut, wo sich der fränkische Weinbauverband und weitere zehn Winzern aus Franken die 90 qm Weinbar bzw. Bistro teilen werden. Plätze auf der Residenzstrasse wird es wohl auch geben, jedoch liest man weiter hinten im Artikel kann man doch ins Grübeln kommen. Dieses Lokal soll im ersten Jahr dann für 10.000.- € im Monat, und dann ab dem dritten Jahr für 30.000.- € im Monat, ja – richtig gelesen im Monat verpachtet werden.
Auch wenn ich hier wirklich keine Milchmädchen Rechnung aufmachen will, aber das deutet bereits im ersten Jahr auf recht hohe Weinpreise, bereits für den glasweisen Ausschank hin. Eine große Küche ist da wohl sicher nicht zu erwarten, bei gerade einmal 90 qm Gastraum Fläche, aber ich will auch nicht unnötig unken, und lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn es wirklich vor dem Oktoberfest losgehen sollte. Wenn aber die Weinpreise dann eben in solche unerschwingliche Höhen sich aufschwingen, wie sie in manchen anderen „Weinlokalen“ in München inzwischen üblich sind, wo es das 0,1 l Glas für 8.- € und das 0,2 l Glas für 16.- € verkauft wird, kann das nicht wirklich im Sinne eines guten Marketings für den Franken Weinverband, geschweige denn für die weiteren 10 Winzer die dann beteiligt sind, sein.
Bin sehr gespannt was da so entsteht.

Prost Mahlzeit.

5 Jahre Le Stollberg (nouveau)

Jetzt sind es schon 5 Jahre her, das Anette Huber das Le Stolberg (nouveau) von Laurent Pigault übernommen und eröffnet hat. Gefeiert wurde am letzten Sonntag im Lokal, und es kamen so ca. 150 Gäste, welche sich wohl alle köstlich unterhalten, aber insbesondere auch wunderbar verköstigt und die Getränke genossen haben.
  
Und da ich dachte nicht allein dort aufzukreuzen nahm ich kurzerhand einfach den Koch Uli Schroth mit, der sich dann mit Küche und der Chefin fachlich austauschen konnte.

In der Küche wurden ständig neue Platten mit Köstlichkeiten aufgefahren und angerichtet. Es gab angewärmte Boudin, Saure Zipfel aus der Mini Suppenterrine und viele andere kleine Köstlichkeiten, welche recht schnell von den Gästen dem ausgezeichneten Service schon bei Start nach der Küche von den Tabletts weggeholt wurden.


Eines der wesentlichen Angebote bei den Weinen waren an diesem Abend die verschiedenen weißen Tropfen vom Weingut Stigler aus der Region Baden, wo uns besonders gut schmeckte der Riesling GG Winkler aus Ihrigen, welcher sicher auch zum warmen Wetter gut mundete.

Das Le Stolberg hat sonst unter der Woche Mo. bis Sa. mittags und abends geöffnet, wobei gerade auch mittags ein Business Lunch angeboten wird, welches für 16,50 € mit Vorspeise, Hauptgang und einem Espresso recht gut angenommen wird, und es immer wieder passiert, das das Lokal zur Mittagszeit gut gefüllt ist. Dann wünschen wir mal eine gute Zukunft für die nächsten 5 und weitere Jahre auf viele Gäste und gutes Gelingen.