Archiv der Kategorie: Wein

Daikon I Wakame I Tobiko I Brunnenkresse

Zum Wochenende hatte ich einen kurzen Logierbesuch, den ich dann entsprechend am Abend, nach einem Messebesuch, verköstigen sollte. Ich hatte mit ausgedacht, passend zur Frühsommerzeit mal wieder ein Rehfilet zu machen, welches ich mit einem Pilzrisotto kombinierte. Wovon ich aber hier berichten will ist die Vorspeise und der dazu getrunkene Rotwein, der eine mitgebrachte Flasche war und aus dem Jahr 1997 stammte, also ein kleines Experiment, was aber wunderbar passend ausging, zumal wir auch noch draußen auf der Terrasse speisen konnten.

Zu dieser Vorspeise besorge ich mir also folgende Zutaten:
1 weißen großen Rettich (Daikon)
getrocknete Wakame (aus dem Japanladen)
1 Gläschen Tobiko, Fliegenfischrogen (aus dem Fischladen)
1 Bund Brunnenkresse (vom Markt)
Salz, ein wenig Zitronen oder Limonensaft
1 Fischausstecherform zum Anrichten

Die Zubereitung ist nicht weiter schwierig und kann wie folgt vonstattengehen:
Den Rettich schälen und mit einer großen Ingwerreibe den Rettich sehr fein raspeln und dann in einer Schale kräftig mit Salz bestreuen, so das der Rettich seinen Hauptanteil an Wasser verliert. Nach ca. 20 Minuten in einem feinen Sieb geben und das Wasser abtropfen lassen. Parallel die getrockneten Wakame (max. 1 Tl) in lauwarmem Wasser einweichen und warten bis die Algen gut aufgequollen sind. Dann die Wakame möglichst klein schneiden und mit dem abgetropften Daikon vermischen und vorsichtig mit Salz und ein wenig Zitrussaft vermengen.

Das Anrichten:
Die Fischform auf dem Teller mit dem gemischten Daikon füllen. Dann den Rogen oben auf die festgedrückte Masse setzen und dann kann bereits die Metallform wieder abgenommen werden. Einige Blätter Brunnenkresse oben auf und neben die geformte Vorspeise setzen.
  

Und da mein Besuch eine alte Flasche Rotwein mitgebracht hatte, wollten wir diese zum Essen entsprechend verkosten. Aus dem Burgund stammend von dem Winzer Maurice Champy und dem Jahrgang 1997 aus Brochon. Rot ist natürlich meist ein Pinot Noir aus dem Burgund, aber da ich keine web-site des Weingutes gefunden habe, wurde ich nicht weiter fündig zur tatsächlichen Zusammensetzung dieser feinen Flasche. Damit ist es also schon bereits verraten, das die Flasche noch sehr gut sich gehalten hatte in den letzten 20 Jahren. Dem Etikett sieht man ja bereits ein gewisses Kelleralter an, aber den Korken konnten wir nich einigermaßen gut entfernen. Mit schon leichten braunen Rändern zeigt sich ein sehr dunkles Gor im Glas. Eine intensive Nase, welche sich dann mit tiefen Kirschnoten am Gaumen fortsetzen. Sehr schön zu genießen und konnte auch dem Rehfilet mit dem Risotto standhalten. Im Abgang recht vielschichtig und noch wenig stark gealtert. Also sieht man hier, das ein ordentlich gemachter Pinot auch nach 20 Jahren noch ausgezeichnet munden kann.

Vigneron M. Champy aus Brochon, Gevrey-Chambertin 1er Cru, 1997



 

Athen/documenta14 – der vierte Tag und Vintage Weinbar

Es ist inzwischen Sonntag an meinem vierten Tag in Athen und ich habe bereits die meisten Museen mit Ausstellungsprojekten der documenta abgeklappert, welche ich sehen wollte. So machte ich mich auf einen besuch eines Museums auf den Weg den ich bereits vor vielen Jahren einmal gegangen bin und besuchte das Kykladen Museum eines privaten Sammlers und Sensors dieses Museums, was wieder sehr interessant sein sollte. Überrascht wurden die Athen Besucher allerdings von einem starken Regenschauer und Gewitter, der auch mich heftig erwischte und ich mußte zurück ins Hotel um mich umzuziehen und mit trockenen Klamotten weiter auf meine Tour zu gehen.

Von dort aus erkundete ich noch einen weiteren Park eines der Museen, wo Künstler eine Klanginstallation für die Zeit der documenta14 aufgebaut hatten, und da trotz des recht nahen und lauten Straßenverkehrs die Parkruhe nicht ganz zu genießen war, konnte man den Klängen der diversen Lautsprecher immer wieder in den verschiedenen Ecken der bepflanzten Ecken lauschen.
Insbesondere aber wollte ich an diesem Abend in die Vintage Bar, die auch am Sonntag ab 18 Uhr geöffnet hatte, und so schlenderte ich, da in Fußmarschnähe, so kurz nach 18 Uhr Richtung der Bar wo gerade mal 2 Japaner in die Karte vertieft waren. Ich wurde vom Personal gleich wieder erkannt und konnte mir einen Platz aussuchen.
Warum zeige ich hier diesen Titel der Weinkarte? Seit 2 Jahren hat diese Weinbar im Zentrum von Athen geöffnet, und wenn man sich die gesamte Karte so durchblättert kann man doch einige sehr interessante Posten – aus der ganzen Welt entdecken. Preislich durchaus angemessen aber der Clou an der Sache liegt an einem heute auf dem Markt befindlichen technischen Gerät, welches es erlaubt alle Weine, die getrunken werden wollen, glasweise wie angekündigt, auszuschenken. Das Gerät heißt „Coravin“ und ist technisch gesehen eine Apparatur mit einer dünnen Edelstahlnadel, die durch die Kapsel und den Korken geführt werden kann, und die entnommene Menge an Wein mit einem neutralen Gas namens Argon wieder aufgefüllt wird. Und das wird in dieser Bar wohl recht erfolgreich praktiziert.
Ich bestelle mir also eine Vorspeise und einen Hauptgang, da ich mehr erst auf die unterschiedlichen Wenn lege die ich heute Abend so verkosten möchte.

Vorspeise sollte ein Wildkräutersalat mit dünnen Pastaplatten dazwischen sein, welcher fein abgeschmeckt war und einen guten Start in den Reigen der flüssigen Ingredenzien bildete.

Als Hautgang gab es dann ein Stück von der Lammkeule ohne Knochen, welche perfekt abgeschmeckt und wunderbar rosa gegart war.
Zu den Weinen:

Der erste weiße war ein Cuvée aus 30% Semillon und 70% Acintiko, (wenn ich das richtig geschrieben habe?), us 2016 und konnte recht gut überzeugen. Feine Säure und gut abgerundeter leichter Schmelz, der sich im Abgang fortsetze. (16/20). Dann machte ich bereits mit den roten Sorten weiter, denn mit Weißweinen ist es in Griechenland nicht so wirklich prickelnd. Ausnahmen bestätigen die Regel

Dieser Wein aus dem nördlichen Peleponees wird aus der Traube Agiorgitiko gekeltert, welche fast ausschließlich in Griechenland angebaut wird. Der Saft wurde für ein Jahr im Barrique vergoren, was mir das Personal der Vintage Bar berichtete, und ich konnte eine dichte fest und feine Komplexität feststellen, welche mich von der Qualität dieses roten Tropfen doch recht gut überzeugte. Als 2014er paßte dieser ausgezeichnet zu meinem Lamm. (16,5/20)

Dann gab es diesen weiteren roten Traubensaft, welcher mir irgendwie von der Beschreibung durch die Lappen gegangen ist, aber nach meinen Notizen eine tolle Struktur aufwies und die Region Nehme. wie auf dem Etikett zu lesen eine der guten Anbaugebiete auf dem Peleponees wohl sind. (17/20)

Weiter ging es mit einer internationalen Traube – einem Cabernet Sauvignon – aber einem etwas älteren Jahrgang 2006, was insofern auch wieder interessant war, denn wirklich so alt erschien mir dieser Wein im Glas wirklich noch nicht. Gut, 11 Jahre sind kein wirkliches Alter für einen gut ausgebauten CS, aber hier zeigte sich doch noch immer eine klitzekleine grüne Note, woher auch immer, dicht und feine Noten mit sehr guten Nuancen der Frucht und einer feinen Struktur. (17/20)
Und als dann schon alles abgeräumt war wollte ich noch einen finalen Abschlußwein verkosten, der ja auch etwas Besonderes sein konnte, weiterhin gerne von der Griechischen Halbinsel, und so wurde mir etwas präsentiert was wirklich außergewöhnlich für meine Vorstellungskraft war.

Dieser Rotwein aus 1999 vom Weingut Economou mit der Bezeichnung SITIA wird aus 80% der Traube Liatiko und 20% der Traube Mandilaria gekeltert. 2 wieder einmal wohl autochthone Sorten, welche wohl fast ausschließlich hier in Griechenland angebaut werden. In der ersten Nase wirkte dieser Wein für mich wie ein sehr guter Pinot aus dem Burgund. Weiterhin eine sehr feine Kräuterwürze am Gaumen, dicht und mit exzellenter breiter Säuerung ausgezeichnetem Fruchtspiel. Super Abgang und sehr feine dichte Noten. (18+/20) Die Bar-Mitarbeiter berichteten mir, das diesen Weingut die Philosophie verfolgt, das die Weine sehr lange im eigenen Keller befassen werden, und erst in den Verkauf kommen, wenn das Weingut denkt, das die Weine auf dem richtigen Reifeniveau sind. Und das zeigte sich überdeutlich bei diesem 1999er denn das ist derzeit wohl der aktuelle Jahrgang der derzeit verfügbar ist.  TOLL!

Die Goldene Bar im Haus der Kunst-München

Nicht nur bei schönem Wetter – auf der riesigen monumentalistischen Terrasse, sondern auch bei kühlem oder schlechtem Wetter ist diese Bar, welches eigentlich ein wunderbares Café, Rückzugsort oder auch Restaurant für Kleinigkeiten zwischendurch ist, sehr geeignet und so mittendrin in München am Rande des englischen Gartens gelegen, das ich mich dorthin an einem der letzten Sonntage einmal wieder niederließ. Es sollte zwar nur ein Glas Wein werden,

was aber auch gerade hier in einem sehr passenden Rahmen ausgezeichnet paßt. Guter Wein war bereits im seinerzeit 3. Reich geschätzt und somit haben die Innenarchitekten hier die Wände der goldenen Bar mit vielen Mosaiken in goldener Farbe der wichtigsten Weinbaugebiete Europas ausgekleidet. Hier ein paar Beispiele der Mosaike welche eine wunderbares Ambiente in einem sonst dunklen Raum fast schon hell erleuchtet von den Wänden strahlen. Neben dem Gebiet Mosel, Rheingau und Franken, welche über der Bar thronen, sind auch die Regionen Champagne, Portugal, und verschiedene andere europäische Weinbaugebiete vertreten.


 

Weinreise ins Penedès und Priorat, der vierte Tag

Am vierten und letzten Tag der Weinreise ins Priorat/Penedès besuchten wir eine kleines Weinfest in Falset im Priorat und anschließend das Weingut Pares Balta im Pendès. Die Fira del Vi in Falset begann erst so gegen 11 Uhr und somit hatten wir eine gemütliche Anfahrt von unserem Quartier in Reus bis wir dort eingetroffen waren, unsere Anmeldungen getätigt hatten, ein wenig Informationsmaterial bekommen und ein Verkostungsglas entgegennehmen konnten. Auf einem freien Platz nicht weit weg von der Genossenschaftskellerei waren einige Zelte aufgebaut, welche jeweils ein oder 2 der präsentierenden Weingüter beherbergten. Für ein paar Euro hatten wir also alle in der Gruppe unsere Unterlagen und das Verkostungsglas erhalten und konnten so in der nächsten Stunde an den verschiedenen Ständen einige Weine verkosten, die wir bisher nicht kannten, oder auch zu den Weingütern nochmals pilgern, die wir in den letzten 3 Tagen bereits in der Region besucht hatten

Da war zum Beispiel Mas Martinet an einem Stand und dieses Weingut ist verwandtschaftlich verbunden mit einem Weingut wo wir am ersten Abend in Reus eine Magnum verkostet hatten, vom Wein „Venus“ der uns allen in der Gruppe recht gut mundete. Die rote Silhouette in der Mitte des Bildes stellt die Region Priorat dar, und so starteten wir mit dieser erneuten Verkostung der Weine.

Die Zeltstände waren alle gut beschriftet mit dem Weingut und der Region aus welcher die einzelnen Weingüter im Priorat oder Montsant auch herkamen. Bei schönem Wetter, was in den Tagen nicht so ganz sicher war, konnten wir also eine gute Stunde zwischen den Gängen flanieren und einige der uns auch noch nicht bekannten Tropfen verkosten. Ein weiteres Getränk wäre auch noch zu entdecken gewesen, wozu wir aber in den kurzen vier Tagen nicht wirklich gekommen waren. Das ist der Vermut, der in dieser Region auch eine bereits lange Tradition hat.

Dann ging es wieder zurück zum Kleinbus und auf einer ca. einstündigen Fahrt zum Weingut Pares Balta, welches in der Region Pendés liegt in Richtung Barcelona.



Wir wollten dann eigentlich mit einem Geländewagen in die Weinberge fahren, jedoch stellte sich heraus, das es fast zu einer Schleuderfahrt werden sollte, denn der eine Reifen des Geländewagen hatte schlicht zu wenig Luft, oder war bereits komplett flach. Also ging es wieder zurück und wir erweiterten die Verkostung im Weingut auf ein paar weitere Flaschen, was nicht unangenehm war. Die erweiterte Verkostung brachte uns also 10 Weine und ein Olivenöl zur Verkostung.

Hier auf dem Foto nur eine gewisse Auswahl der Flaschen, welche in diesem Weingut eine komplett andere Vermarktungsstrategie verfolgt. Es werden sehr schlichte und kleine Etiketten verwendet, die gerade einmal die Basics an Informationen zu den beinhaltenden Weinen liefern.
Das Weingut Pares Balta ist seit 2012 als Bio-dynamischer Betrieb zertifiziert und bewirtschaftet derzeit ca. 200 ha Weinberge. Es werden auch Weinberge im Priorat und im Ribera del Duero bewirtschaftet.
In einem schönen Verkostungsraum können wir dann an einem großen Tisch im Stehen die diversen Javas und Weine mit einem abschließenden Olivenöl die Bandbreite ausloten.
Ein sehr schöner weißer Tropfen ist dabei, welcher aus der Traube Charello gekeltert wird.
Recht überzeugend war hier insbesondere ein 100% Syrah aus 2012 der im neuen Holz ausgebaut wird und mit weniger Nase bei frischen Gewürznoten eine feine Schärfe am Gaumen abgeben konnten.

Ein kleiner Rundgang vor der Verkostung im Weingut durch die Keller zeigte auch hier das recht viel Java erzeugt wird, der zwar auch exportiert, bei der Größe des Weingutes, aber auch viel im eigenen Land getrunken wird.

Fazit für mich und sicher einem Teil der Gruppe der Mitfahrer war hier, das es sehr spannende sein kann so eine Region zu entdecken, welche wir allesamt bisher nicht besucht hatten. Vorbereitet war diese Reise durch den Veranstalter AOC-Genusscréateure aus Wien einmal wieder ausgezeichnet, was die Tagesabläufe, aber auch die einzelnen Besuche auf den Weingütern und die diversen Besuche in Lokalen betraf. Dazu kämm allerdings auch das die Menschen in dieser Region ausgewiesen freundlich uns allesamt empfangen hatten und das dann die Sache mit der Sprache und vielen anderen Kleinigkeiten bei so einer Neuerkundung durchaus leichter macht sich zu begegnen.
Also hoffentlich bald wieder uf eine weitere solche spannende Weinreise mit anderer Besetzung.
Auf ein gutes Glas in einer anderen Region.



 

Weinreise ins Penedès und Priorat, der dritte Tag

Am dritten Tage dieser Weinreise sollten wir drei Weingüter anfahren und dort verkosten und am Abend gemeinsam in eines der besten Restaurants in der Ortschaft Reus gehen.
Die Weingüter sollten sein:
Mas Martinet
Clos Figueras
Clos Mogador
Der Start bei Mas Martinet begann damit, das wir alle in der kleinen Gruppe in einen großen grünen händegängigen Wagen verfrachtet wurden und auf eine holprig angelegte Weinbergstrecke gefahren wurden. Da wir nicht alle in die vordere Kabine passten, wurden drei der Herren  auf die hintere Pritsche verfrachtet, was zumindest bei dem trockenen Wetter noch einigermaßen erträglich war. Die Aussicht war dafür, je höher wir in die Weinberge gelangten, von hinten auf der Pritsche  dann um so besser.  Es ging dann fast bis auf über 600 Meter hoch, wo dann ein kleines zweites Frühstück ausgepackt wurde, und auch der Wein dazu nicht fehlen durfte. Aber um so faszinierender war hier zu entdecken, das der Vater des Weingutes, welches 1989 gestartet ist, die Weinreben alle mit einer Metallstange und jeweils 2 Metallringen versehen hat, wo sich jedes Jahr die jungen Rebtriebe neu daran anlehnen können und in dieser Höhe und ach wieder auf Schieferboden, gestützt werden können.
Ganz besonders interessant ist zu hören das in diesem Weingut die Hefen selber erzeugt werden, was so vor sich geht, das ca. 10% der Trauben aus jeder Parzelle kurz vor der Ernte separat gepflückt werden und in offenen Fermentierboxen die Hefen dort erzeugt werden.
  
Das Weingut Clos Martinet produziert ca. 50 Tsd. Flaschen im Jahr und bewirtschaftet Wein auf 11 ha Rebflächen. Zurück im Weingut können wir einen kleinen Rundgang durch den Keller machen, der mit sehr unterschiedlichen Gefäßen und Behältern gefüllt ist.

Aber es wird auch seit einigen Jahren mit Glasbehältern experimentiert, wo sich ein neuer Süßwein auf den Dächern des Weingutes entwickeln soll.

Schließlich kommen wir dann zu der Verkostung, welche uns 6 verschiedene Weine, bei 2 Faßproben (also noch nicht auf Flaschen gefüllt) präsentiert.
Den Mas Martinet aus 2015 gab es bereits im Weinberg der aus den 4 klassischen Reben der Region cuvetiert ist. Feine frische Fruchtnoten mit noch einer kräftigen Säure. Feine Würznoten und guter Fruchtstruktur bei komplexen Noten (16/20)

Dann folgt der Els Escurcons aus 2014, der aus 100% Grenache gekeltert ist. Mit einer sehr dunkel wirkenden Nase und super feiner Struktur am Gaumen macht die filigrane Säure das übrige zum hohen Genuss eines solchen Tropfens. Sehr schön eingebundene Tannine und eine feine Struktur mit blumigen Noten. (17,5/20)
Dann folgen die 2 Faßproben aus 2015 und 2016, welche sich schon mit recht schöner Säure und Fruchtstruktur präsentieren. Meine Bewertungen um die 16/20
Final noch 2 etwas ältere Jahrgänge, was den gesamten Eindruck sicher auch an diesem Ort ganz gut abrunden kann.
Clos Martinet aus 2014, der mit den klassischen Traubensorten verkostet eine sehr feine und kräftige Fruchtnote an den Tag legt. Feine Tannen, welche sicher noch reifefähig sind und für mich noch ein ordentliches Potential haben. (18,5/20)
Dann noch ein Clos Martinet aus 2005. Sehr rund und fein mit super abgerundeten Frucht und Säurenoten. Tolle Länge und super feine Fruchtaromatik. (19/20)


Dann geht es mit sehr interessanten Eindrücken aus dem ersten Weingut des Tages auf das Weingut Clos Figueras, wo gerade im Garten eine mittelgroße Weinverkostung im Garten stattfindet und wir uns zunächst einmal unter die Leute mischen. Aber recht schnell werden wir vom Eigentümer, einem Engländer, der einmal Negocian in Bordeaux war, und damit wohl sein Geld verdient hatte, um dieses Weingut im Priorat zu kaufen.

Es wird uns rasch von 2 Helfern ein Tisch im Garten aufgebaut, die Stühle darum herum für die 7 Gäste platziert und der Gutsherr kommt mit einem großen Bastkorb voll Flaschen daher, welche eine nach der Anderen entkorkt werden, wobei dann auch ein paar ältere Jahrgänge sein sollten.


Wir starten mit einem Blanc aus 1998, der hier nicht auf dem Foto ist, und aus 55% Viognier, Chenin Blanc und Grenache Blanc vindiziert ist. Sehr feine Säure noch am Gaumen, mit gut geschliffenen Säurenoten und leicht buttrigen Noten, was bei dem Alter kein Wunder ist. (16,5/20)
Dann folgt die Reihe der oben abgebildeten, wenn auch nicht in der Reihenfolge von links nach rechts, zuerst der Serras del Priors, welcher als günstiger roter seit 2008 gekeltert wird. Leicht, frisch mit fruchtigen Noten (15/20)
Dann der erste Font de la Figura, aus 2014 mit 60% Grenache und 20% Syrah, sowie weiteren Sorten. Vordergründige Cassisnoten und super ausgewogen zwischen Frucht und Säure. Allerdings sind die dann doch präsenten Fruchtaromen im Abgang noch weiterhin sehr dominant. (17/20)
Dann ein Clos Figueras aus 2012 der auch aus 60% Grenache aber 40% Syrah zusammengesetzt ist. Sehr präsente Nase mit voller Frucht. Super Fruchtnoten mit sehr langer erdbeerigem Abgang. (17,5-18/20)
Dann folgen drei Font de la Figuera aus 2010, 2005 und 2000, wobei es sich herausstellen sollte, das der 2010er wohl einen Korkfehler oder einen Weinfehler hatte, denn nach der Öffnung einer zweiten Flasche die Duft und Geschmacksnoten sich wesentlich besserten. Die Reihe zeigt sehr deutlich ein wunderbares Reifepotential dieser Weine aus dem Priorat, wo sich dann auch für mich die Bewertungen mit dem Alter der Flasche steigert. (17 – 18,5/20)
Dann folgt ein Los Figueras aus 2009, welcher sich sehr reif in der Nase präsentiert und mit Brombeernoten und viel präsenter Frucht aufwartet. Feines süßliches Notenspiel am Gaumen mit sehr feinen Noten bei ein wenig schwächerem Abgang. (18/20)
Final noch ein Clos Figueras aus 2005. Super Nase mit noch feinen Tannieren am Gaumen, welche schön ausgewogen mit immer noch leichter Frische spielen. Feine Struktur der sich je nach Dauer immer weiter entwickelt. (17,5/20)


Das dritte und letzte Weingut an diesem Tage sollte Clos Mogador sein, welches so ca. 30 Tsd. Flaschen im Jahr produziert und seinen ersten Jahrgang 1989 vermarkten konnte. Clos Mogador hat ca. 40 ha Fläche, wobei derzeit davon auf ca. 20 ha Wein angebaut werden. Wir machen auch hier zunächst einen Ausflug in die Weinberge wo es einige Erklärungen zu den Spezialitäten der hiesigen Anbaumethoden und Eigenheiten gibt, was sich im Keller auch optisch widerspiegelt mit den offenen und blanken Schiferflsen.

Der Boden ist hier wirklich sehr karg, und Regen fällt ja auch nur sehr wenig, so das die Reben wirklich tief wurzeln müssen um noch an feuchtere Erdschichten zu gelangen.

Im Keller stehen aber nicht nur diese Holzfuder und Edelstahlbehälter, sondern es wird auch noch eine alte Vertikalpresse für die langsame und sanfte Pressung der Weine eingesetzt.

Wir verkosten hier 3 Weine welche da sind:


Manyetes aus 2014, ein 100% Carignan der bei mir recht gut abschneidet mit seiner süffigen guten Frucht/Säure. (17/20)
Das der Clos Mogador aus Grenache, Carrignan, Syrah und CS. und final noch ein
Blanc namens Nelin aus 85% Grenache blanc. Sehr eigene Nase mit recht tiefer Noten nach medizinalten Düften. Feine Tran Note, Drops von Eukalyptos und einem langen Abgang mit Kräuternoten der Garrigue. (16,5/20)
Über das gemeinsame Abendmenü ist allerdings leider nicht so besonders viel zu erzählen, da es nach allgemeiner Meinung der Gruppe, trotz guter sonstiger Bewertungen, für uns nicht so wirkliche ausgezeichnet war.



 

Weinreise ins Penedès und Priorat, der zweite Tag

Am zweiten Tag in der Region Priorat, mit Ausgangspunkt in Reus, sollte es mit dem Besuch von 4 Weingütern erst richtig losgehen. Wir besuchen also in der Reihenfolge:

Clos del Portal
Ferrer Bobet
Mas Doix
Terroir al Limit

Abfahrt um 8 Uhr im Hotel und selbst mit einem Mini Bus geht es zunächst einmal für ca. 1 Stunde durch die teils recht hügelige Landschaft des Monsanto und Priorat. Die Weinregion Priorat wird im Prinzip umgeben von der Region Monsant, wo zum großen Teil die unterschiedlichen Böden den Ausschlag geben. Priorat besteht zur Hauptsache aus Schieferböden. Los geht es also bei Clos del Portal wo wir recht pünktlich eintrafen, aber der Gastgeber erst noch mit einer kleinen Verspätung eintreffen mußte. Bei Los del Porte wird auf 40 ha Land derzeit auf 20 ha Wein angebaut. Der relativ neu erbaute Keller und Vinifizierungsgebäude mitten in den Weinbergen hat auch hier einen Wasserspeicher vor dem Gebäude, was wir in den nächsten Tagen immer wieder sehen sollten, denn die Region Priorat ist sehr trocken, und fast alle Weingüter bewässern Ihre Weinreben insbesondere wenn es sich um Neuanpflanzungen in den ersten 5 Jahren handelt.

Nach einem kleinen Rundgang durch die Reben kommt auch der Winzer angefahren und wir erhalten eine recht ausführliche Beschreibung der derzeitigen Situation was die klimatischen und sonstigen Besonderheiten im Weingut anbelangt. Da spielt dann immer wieder das Klima eine große Rolle, denn in den letzten 2 Jahren gab es große Trockenheit und so gut wie keinen Regen. Dann ging es zur Verkostung in den Keller, wo es nicht nur die diversen Edelstahl Behälter und die Barrique Fässer zu sehen gab, sondern auch die immer mehr auftauchenden Betoneier, welche uns auch in den nächsten Tagen noch mehrfach begegnen sollten.
  
Eine Erklärung der Winzer ist es auch, warum man heutzutage vermehrt die Betonform wählt, das währen der Verklärung und Reifung der Weine die Hefen sich in der Zirkulation von oben nach unten aufgrund der Ei-Form besser mit dem Wein vermischen und so eine wohl auch bessere Aromatik und Reifung des Traubensaftes entsteht.

Wir verkosten dann gemeinsam mit dem Winzer einige seiner Weine aus den aktuellen Jahrgängen 2014 und 2015, wobei hier primär die Traubensorten Garignan, Grenache und Syrah zum Einsatz kommen. Es werden aber auch Klassischerweise hier in der Region, wo sonst auch in weiteren Anbaugebieten auf der iberischen Halbinsel eine ganze Reihe autochthoner Reben angepflanzt die ihren Weg in den einen oder anderen Cuvée finden. Einer dieser Weine die wir verkosten ist ein Nedra de Negras:

60% Grenache und eben viele der kleinen Rebsorten.
Im Geschmack mit sehr feinen Gewürznoten nach Rosmarin. Feine komplexe Fruchtnoten was sicher sehr gut zu dunklem Fleisch passen würde. (17/20)
Ein weiterer ist ein Carrignan mit Syrah Cuvée aus 2014. Sehr weich und dichte typische Note nach Syrah, welche im neuen Barrique ausgebaut werden und eine sehr dichte komplexe Note hervorbringen. (17,5/20)



Mit einem recht positiven Eindruck von diesem ersten Weingut am Tage geht es zu einem gigantischen architektonischen Bau des Weingutes Ferrer Bobet. Mitten in die hügelige Landschaft wurde auf einer Endkuppe eines der Hügel ein neuer Weinkeller gebaut, welches aus dem Verkostungsraum einen super Überblick über die Reben der Umgebung gibt.
 
Ferrer und Bote sind 2 Partner wo der eine die Finanzierung und der andere die Weintechnische Seite zu diesem Projekt beigetragen hat. Auf 50 ha werden Weinreben bearbeite, wobei davon sich nur 20 ha im eigenen Besitz befinden. Parallel zum Weingut wurde dann auch noch ein Lokal in Barcelona mit dem Namen Man Vinci eröffnet, worüber ich später in einem Bericht zu Barcelona berichten werde. Ein kleiner Durchgang durch die Keller, welche sehr modern eingerichtet sind, denn es werden auch erst seit 2013 hier die Weine abgefüllt. Wir verkosten dann 2 der aktuellen Tropfen wie folgt:

Ferrer Bobet 2014 bestehend aus 50% Carrignan, 25% Grenache, 20% Syrah und 5% CS. Recht kräftige Nase mit viel Fruchtnoten und feinen sehr weichen Noten der Tannen. Ein sehr langer Abgang bei merkbar sehr reifen Fruchtaromen bilden einen komplexen Strauss an vielfältigen Nuancen. (17,5/20)

Der zweite Wein ist ein Ferrer Bote Ville Eignes 2014. Mit ca. 60% neuem Holz ausgebaut. 70% Carrignan und 30% Grenache. Sehr feine Struktur und super würzige Röstaromen. Brombeeren und dunkle Früchte aber feine weiche Noten bei langem Abgang. (16,5/20)


Dann geht es noch vor dem Mittagessen zum Weingut Mas Doix welches mit einer Anbaufläche von etwas mehr als 20 ha auch zu einer der mittelgroßen Betriebe im Priorat gehört. Bei Mas Doix wurde 1999 die erste Ernte eingefahren und hat sich seither aber einen recht guten Namen unter den Betrieben verschafft, welche auf der Produktion mit hohem Qualitätsanspruch setzen. Es werden primär Grenache und  Carignan sowie Syrah angebaut. Wir können hier einige der Weine verkosten, wobei auch etwas ältere Jahrgänge an unserem Gaumen gelangen.

Es gibt im Prinzip 3 verschieden Weinlinien, welche unter dem Titel, les Crestes, Salangues und Doix laufen.
Les Crestes aus 80% Grenache, und je 10% Carignan und Syrah.
Salangues aus 65%Grenache, 25% Carignan und 10% Syrah.
Doix aus 55% Carignan und 45% Grenache.

Alle Weine haben einen ausgesprochen kräftigen Würzton in der Nase und werden am Gaumen aber je nach Cuvetierung recht weich und harmonisch, wobei das Alter der jeweils verkosteten Wein auch hier eine außerordentliche Rolle spielt.
Vor der Linie Salangues können wir die Jahrgänge 2014, 2011 und 2007 verkosten, wo für mich hier der 2007er mit 17,5/20 Punkten am besten abschneidet.
Von der Linie Doix dürfen wir die Jahrgänge 2013 und 2009 verkosten wobei für mich hier der Jahrgang 2009 mit seinen sehr kräftigen Noten m Gaumen, viel Kräutern und weichen ausgewogenen Noten als fast bester Wein der ganzen Reise abschneidet. (19/20)

Als Erklärung zu diesem Bild wäre zu sagen, das einer der Rebanlagen aus dem Jahre 1902 stammt und somit Eingang in die Benennung einer weiteren Weinlinie gefunden hat.



Und am Nachmittag geht es dann noch zu einem Weingut mit Namen Terroir al Limit, welches vom Deutschen Dominik Huber und einem Südafrikaner Namen Porter, der inzwischen aus dem Projekt ausgestiegen ist, im Jahre 2001 begonnen wurde. Auf 24 ha werden heute ca. 65 Tsd. Flaschen produziert und vermarktet.
Vor drei Jahren hatte ich bereits einmal das Vergnügen eine Verkostung mit Dominik Huber in München in der Tantris Bar (welche inzwischen wieder geschlossen hat) zu erleben, welches mit einer kleinen Speisenfolge einherging und sicher zur allgemeinen Qualitätssteigerung der ausgeschenkten Weine beigetragen hatte.
Hier im Weingut durften wir 7 verschiedene Weine verkosten welche sich alle aus dem Jahrgang 2014 recht würzig und präsent präsentieren. 
Insbesondere sehr überzeugend waren für mich die 2 letzten in dieser Verkostunsgreihe ausgeschenkten Weine.
Rouge Manyes 2014 aus 100% Grenache. Sehr spezielle Note am Gaumen mit sehr unterschiedlichen super präsenten Gewürzen. Leichte Tannine mit einem breiten und eleganten Säurespiel welche opulent wirken. (17,5/20)
Les Tosses, 2014 aus 100% Carrignan, Hier werden Weintrauben aus ca. 102 Jahre alte Reben verarbeitet. Die sehr feine Struktur wirken super ausgewogen und sehr kräftig mit unterschiedlichen Gewürznoten. Hiervon werden c. 2 Tsd. Flaschen produziert. (16,5/20)


 

Weinreise ins Penedès und Priorat, der erste Tag

Auf einer erneuten Weinreise in zweier der spanischen Weinregionen brachte mir und sicher auch der kleinen Reisegruppe von 7 Personen einen großen Erfahrungsschatz, den wir zum großen Teil bisher nicht bewußt erlebt und gelebt hatten. Organisiert einmal mehr von airtour Austria aus Wien waren wir auf allen Stationen dieser Reise gut betreut und fachlich sicher auch kompetent begleitet in unseren vielen und umfangreichen Verwüstungen auf den Weingütern. Ausgeschrieben war diese Weinreise auch als Expedition mit „Abenteuercharakter“, was sich tatsächlich in einigen Situationen, insbesondere auf einigen Weingütern, auch bestätigen sollte. Die Region Pendès liegt im Süd-Westen von Barcelona, wo unser Flug hinging, und die Weinregion Priorat ist nur wenig entfernt nach Südwesten umgeben von der Region Montsant.

Am ersten Tag dieser Weinreise sollte es also erst einmal in die Region Pendès gehen, wo die Cava Hersteller der Schwerpunkt der Weinproduktion bildet. Java wird im Prinzip genauso hergestellt wie Champagner, darf sich aber seine Eintritt der Spanier in die EU und seit dem Markenschutz für Champagner nicht mehr so nennen und erfand damit den Namen Cava der abgeleitet vom Wort „Cave“ als Begriff für den Keller herzuleiten ist.

Wir starten also vom Flughafen in Barcelona und erreichten nach einer gemütlichen Fahrt nach ca. 1 Std. das Cava Weingut Recaredo, welches mitten in der Ortschaft von Sant Sadurni d’Anoia liegt und seit einigen Jahren auf einen voll Bio-dynamischen Anbau umgestellt hat. Das Weingut wurde 1924 gegründet und produziert heute auf 65 ha Anbaufläche eine jährliche Flaschenzahl von ca. 280 Tsd. Flaschen. Alle Cavas werden als Gran Reserve hergestellt und somit erst recht spät nach der Flaschengärung auf den Markt gebracht. Ein interessantes Projekt wovon wir auf diesem Besuch hörten, ist die Wiederansiedlung von Fledermäusen, um dem Ansteigen der schädlichen Insekten eine Grenze zu setzen.

Dann ging es zur Verkostung von verschiedenen Cavas, welche der kleinen Gruppe allen einen wohligen Einstieg bescherte.
Wir starten im Keller mit einem Reserve Particular 2005. Mit einer fruchtigen Note in der Nase und später am Gaumen fein mit Frucht und gutem Säurespiel. Aprikosenduft und langes feines Säurespiel. Gekeltert aus zwei Trauben welche da sind Macabeu und Claretto. Meine Bewertung (17,5/20).

Dann geht es in den Verkostungsraum wo es noch 2 weitere Cavas zur Probe gibt.

Recaredo Terrers ist ein Vintage aus 2010. Sehr frische feine Nase mit feinen Spitzen. Die feine Frische mischt sich bei einer mittleren Struktur mit fruchtige Noten. (15/20)
Dann folgt noch ein Brut de Brut der in der Zeit von 106 Monaten gealtert wird.
Präsentiert sich mit einer dichten Nase und ein wenig frischer Note mit weniger Struktur und recht vordergründig. Leicht scharfe Note mit einem Hauch von Gemüsenoten. (14,5/20)


Und ab ins nächste Weingut, welches auf den Namen Gramona hört. Dort werden auf ca. 200 ha Weine für die Cavaproduktion angebaut. Diese Weingut baut seinen Dossage Wein selber an und vergärt diesen für die weitere Verarbeitung in den Javas in der Keller als Solana, welchen wir auch aus den Holzfässern im Keller verkosten durften. Für mich eine wirklich erstmalige Erfahrung, was in diesem Fall eine recht säuerliche Wirkung hatte und erstaunlich war, da beispielsweise in der Champagne die Flaschen meist mit wesentlich süßeren Dossage Weinen oder auch Alkoholhaltigen Ingredienzien versetzt werden.

Wir verkosten hier also erst einmal trocken ausgebaute Weine, welche von der Traube her aber auch zum Teil in der Cavaproduktion Verwendung findet.
La Maca, aus der Traubensorte Macabeo. Mit einer sehr hellen gelben Farbe und leicht fruchtiger Nase. Sehr schöne frische Note am Gaumen, Frische und Ananas mit feiner Struktur. (16/20)
Dann folgt der Ovum, welcher aus 100% Charello gekeltert wird. Kräftige Nase mit dichter Säurenoten. Im Beton-Ei vergoren wirkt er mit seiner breiten Säure und feinen Spitzen erfrischend und leicht. (15,5/20)
Dann folgen 3 Cavas welche sich steigernd in der Reihenfolge präsentieren.
Ein Brut Cuvée aus 60% Charello und 40% Macabeo. Sehr gefällig und mit feiner Frucht sowie feiner Säure am Gaumen. (15/20)

Dann kommt ein Cava Imperial aus 2011 welcher aus 3 Reben gekeltert wird. 50% Charello, 40% Macabeo und 10 % Chardonnay. Hier ebenso mit der Lossage des Solar eine feine dichte Note recht fruchtig und ein langer Abgang und guter frischer Note. (16/20)

Final noch ein Grand Reserve mit Namen Illustros. 2009 aus 75% Charello und 25% Macabeo. Sehr dichte feine Säure mit Röstaromen, Caramelnoten und leicht cremiger Note. (16,5/20)


Nach diesen 2 Weingütern ging es direkt ins Hotel in das Städtchen Reus, welches in der Region Priorat liegt und ein guter Ausgangspunkt für unsere weiteren Erkundungen sein sollte. Am Abend hatte unser Reiseleiter dann profilaktisch eine Tapas Bar reserviert, wo dann auch gleich die gesamte Gruppe mit unseren 7 Personen sich auf den Weg in die nicht weit entfernte Stadt aufmachte.

Diese Tapes Bar sollte sich eine eine super Wahl herausstellen, da nicht nur die guten Speisen mit Tapas und diversen Speisen sich als herausragend darstellten, sondern auch die Weinauswahl sich als wirklich herausragend präsentierte. Kaum unseren Tisch tut eingesessen, wurden wir aufmerksam auf eine Magnum-Flasche, welche sich später als eine wahre Entdeckung darstellte, denn an den nächsten 2 Tagen sollten wir diesen Winzern und Weingütern wiederholt begegnen. Das war dann die Flasche, welche wir gemeinsam vertilgen sollten:

Und um die Sache ein wenig abzurunden hier noch eine kleine Köstlichkeit, welche wir an einem der 2 Abenden in diesem Lokal, der Tapas-Bar genießen konnten:

Erkannt, was da auf der langen Platte liegt?  Wer’s genau wissen will, kann hier ja einen Kommentar hinterlassen, und ich schreib ihm dann die Auflösung.


 

Treana vom Weingut Charles L. Hope, Central Coast Kalifornien

„Einem geschenken Gaul, guckt man nicht ins Maul“ sagt ein Sprichwort, welches ich schon aus meiner Kindheit kenne, und immer dann von den Eltern oder den Beteiligten angebracht wurde, wenn man ein Geschenk auf den zweiten Blick etwas skeptisch betrachtet hatte, und der Motivation näher auf den Grund gehen wollte. Beim Wein allerdings ist das ganz anders, Vor einigen Tagen bekam ich eine Flasche geschenkt, welche aus 1997 stammte, und mit gänzlich unbekannt war.
Treana, vom Weingut Charles L. Hope aus Kalifornien, Central Coast von 1997. Ein weißer Cuvée aus 40% Marianne und 60% Viognier. Die Zusammensetzung machte mich allerdings ziemlich neugierig, denn wenn auch selten getrunken ist diese Cuvetierung auch n der Rhone durchaus möglich.

Zu Beginn leicht muffig in der Nase, was aber nach einigen Minuten sich abschwächte und ganz verflog, da dieses immer wieder bei älteren Flaschen auftaucht also kein wirklicher Mangel. Der Wein muß sich nach 20 Jahren erst einmal an den Sauerstoff der Luft gewöhnen. Mit dichter aber recht klarer Farbe zeigt er ein mittleres Gelb welches in einen leichten bräunlichen Ton übergeht. Ein klein wenig oxidativ was aber angesichts des Altern nicht wundert, aber auch wenig stört. Am Gaumen dann fast noch frische Noten was dann nach ein wenig mehr Temperatur in einen Geschmack nach Eisdrops übergeht, was umso erstaunlicher ist angesichts des Alters. Komplexe Noten bei immer noch frischer Note, was sogar am zweiten Tag der Verkostung bleiben sollte.Später am Gaumen dann leicht süßliche Noten, da sich wohl die Säure in der Zwischenzeit leicht gebaut hat. Insgesamt immer noch ein wunderbar gealterter weißer Cuvée den ich jederzeit gerne wieder verkosten würde. (16,5/20)


 

große Riesling-Verkostung 2015 bis 2002 aus deutschen Anbaugebieten

Nach einiger Zeit und nach fast einem Jahr nach meiner Big Bottle Party zu meinem Firmenjubiläum hatte ich mir mal wieder eine größere Verkostung mit einigen meiner Weinfreunde vorgenommen, die in der Rückschau als sehr gelungen zu bezeichnen ist und mir auch im feedback ein allgemeines „Gelungen“ zu Ohren gekommen war. Also will ich hier mal etwas beschreiben wie ich diese Riesling-Verkostung angegangen bin. Nachdem ich so ca. seit 14 Jahren mit einem Weinreiseveranstalter aus Wien bisher jetzt 21 Weinreisen mitgemacht habe ist mir immer klarer geworden, das solche Verwüstungen auf 2 wesentlichen Säulen stehen. Der erste Aspekt ist die Konzentration auf ein Thema. Hier also mit dieser Verkostung die Rieslinge aus Deutschland beginnend mit 2015 und ein paar ältere Jahrgänge. Insbesondere in den älteren Jahrgängen zeigt sich dann das Potential der deutschen Rieslinge, welche reifen können und sich in Ihrer Struktur so enorm gut entwickeln können, das es geradezu ein Wohlgenuss ist dieses in einer Reihe an einem Abend erleben zu können. Der zweite Aspekt ist dann aber eben genau dieser Fakt, das es nicht nur ein Weingut, und auch nicht nur eine Weinregion, wenn auch hier „nur“ die deutschen Rieslinge anstanden, sondern der Querschnitt mit einigen Beispielen aus den unterschiedlichen Regionen, Bodenbeschaffenheit, Macharten der Weine und deren Präsentation sich konzentriert zeigen mit einem klaren Vergleich innerhalb der Jahrgänge. Dann kommt natürlich auch noch der Aspekt dazu, das ich mich auf die deutschen Rieslinge konzentriert hatte, was die Geschmacksvielfalt zwar vermeintlich einschränkt, aber bei einer solchen Verkostung mit 18 Weinen aus 6 Anbaugebieten in Deutschland in jeweils 3er Flights sich so unterschiedlich präsentieren, das man von einem schönen Querschnitt durch die deutsche Rieslinglandschaft sprechen kann.
Wir waren insgesamt 13 Personen bei dieser Verkostung und weil es für mich in diesem Fall keine reine Weinverkostung sein sollte, hatte ich mir ein paar kleine Gerichte ausgedacht, welche ich gezielt zu den diversen Flight dazwischen mit Hilfe eines * Kochs vorbereitet un präsentieren wollte.
Es sollte also 6 Flights mit jeweils 3 Weinen geben, welche ich zum Teil nach den Jahrgängen, und dann nach den Anbauregionen sortiert hatte. Ein Teil der Flaschen direkt aus meinem Keller konnten dann aber auch 2 Flight bestreiten, die jeweils von einem Weingut bestritten wurden.

Hier aber die einzelnen Flights mit jeweils einem kleinen Imbiss vorneweg, mit Foto, wenn vorhanden, und ein paar Kommentaren von meiner Seite dazu:

Los geht’s also mit dem ersten Flight:
Wir beginnen mit einer Hühnersuppe, welche aus einem Rezept von Tim Raue abgeleitet ist.

  
Flight 1: (Rheinhessen/Württemberg/Württemberg)
Gunderloch, Pettenthal GG 2015
Wöhrwag, Herzogenberg GG 2015
Heid, Stettener Pulvermännchen GG 2015

Aus diesem Flight konnte insbesondere der Riesling vom Weingut Heid sich hervorheben. Mit feiner Säure zeigt er eine klare Struktur und wirkt mit einem guten Abgang als typischer Vertreter der Riesling Traube, wenn auch aus dem Anbaugebiet Württemberg nicht unbedingt als sehr typischer Vertreter dasteht.

Dann kommt ein kleines Zwischengericht von frischem grünen Spargel mit Parmaschinken und ein wenig Olivenöl mit Käse leicht überbacken.

Flight 2: (alle aus der Pfalz)
von Winning, Ungeheuer GG 2015
Knipser, Mandelpfad GG 2015
Wechsler, Morstein 2015

Diese drei Pfälzer Weingüter zeigen schon eine recht typische Note und Struktur der heutigen Qualität der deutschen Rieslinge. Insbesondere stellt sich eine recht ausgewogene Geschmacksnote zwischen Säure und Fruchtnoten dar, was vor dem ansteigen der Qualitäten bei den deutschen Rieslingen so sicher nicht immer der Fall war. Herausragend für mich in diesem Flight insbesondere der Riesling vom Weingut Wechsler, welcher eine sehr schöne Säure mit langem Nachhall und feinster Struktur mit Zitronennoten sich präsentiert. Hat sicher ein langlebiges Potential.

Weiter mit der nächsten Runde


Flight 3: (Mosel/Mosel/Saar)
Heymann-Löwenstein, Röttgen GG 2015
Clemens Busch, Marienberg Rothenpfad 2013
van Volxem, Goldberg 2012

Jetzt geht es in die wirklich klassischen Anbaugebiete der Rieslinge in Deutschland, welche an der Mosel bis hin zur Saar liegen. Hier geht die Reise als vom Ende der Mosel, wo das Weingut Heymann-Löwenstein liegt bis hinauf an einen der Seitenflüsse der Mosel, die Saar, wo das Weingut van Volxem mit zum Teil spektakulären Rieslingen in den letzten Jahren aufwarten kann. Einer der Wortführer der „neuen“ Rieslinge, wenn man davon überhaupt so sprechen kann, ist allerdings der Winzer Reinhard Löwenstein, der sich schon seit vielen Jahren dafür eingesetzt hat die Rieslinge in Deutschland so zu erzeugen, wie sich die Trauben in der Natur am Weinstock entwickeln und nicht auch noch im Keller zu stark auf die Entwicklung des Weines einzugreifen. Damit zeigt sich allerdings auch ganz klar, das sich die Weine von Jahr zu Jahr, je nach Wetterentwicklung und auch je nach der Bodenbeschaffenheit, weiterentwickeln und verändern. Streamline ist hier nicht angesagt. Für mich in diesem Flight ist allerdings der Riesling von Clemens Busch mit leichtem Vorsprung der Favorit. Mit schöner Säure und rauchigem Anklang, welcher sicher dem Moselaner Schieferboden geschuldet ist, hat dieser 2013er mit feiner Säure und schönem langem Abgang eine ebenso lange Zukunft vor sich. Den sollte man in 10 Jahren wieder verkosten.

Jetzt gehts weiter mit 2 Flight jeweils aus einem Weingut mit unterschiedlichen Jahrgängen.

Vorneweg gab es einen gefüllten Pilzkopf mit einer Scheibe Boudin und einer karamellisierten Apfelscheibe.
   

Flight 4: Weingut Hermann-Löwenstein aus Winningen an der Mosel
Schieferterrassen 2012
Uhlen B Blaufüßer Ley 2011
Uhlen R Roth Ley 2004
In so einem Flight zeigt sich sehr deutlich wie sich diese Weine aus einem Weingut innerhalb von hier von 8 Jahren, aber wir hatten ja auch schon einen 2015er im Flight 3. Also kann man eine Zeitspanne von 11 Jahren grob beurteilen, was sich da in den Lagen so an Veränderungen abgespielt hat. Auch wenn die Weine nicht alle aus ein und der selben Lage stammen. Die Säuregehälter der Weine wird über die Jahre weniger, wobei sich die Frucht nicht unbedingt deutlicher hervordrängt. Eher zeigt sich eine noch ausgewogenere Struktur zwischen Säuregehalt und Fruchtanteil, was sich dann aber insbesondere bei den älteren Jahrgängen als einerseits für Heymann-Löwenstein als sehr typisch herausstellt. Bereits der 2011er Uhlen zeigt eine noch feine süßliche Fruchtnote, welche mit einer großartigen Struktur mit der Säure und deren Zusammenspiel ausgezeichnet harmoniert. Was aber ganz besonders beim 2004er hervorzuheben ist ist deren zwar gealterte Farbe mit einem mittleren orangegelb, aber dem rauchigen feinen säurehaltigen Geschmack keinerlei Abbruch tut. Recht ausgewogene Frucht Säure Struktur  mit rauchigen Noten, welche sich im Abgang als lang und ausgewogen darstellt. Hier also der deutliche Favorit für mich der 2004er Uhlen R Roth Ley. (18,5/20)

Der nächste Flight dann von einem weiteren Weingut mit einer Spanne von Rieslingen 2014 bis 2002.
Weingut Franz Josef Eifel aus Trittenheim (Mosel)
Zur Einstimmung ein Löffel Sauerkraut mit Merguez und Korianderblatt


Flight 5: Weingut Franz Josef Eifel aus Trittenheim.
Trittenheimer Apotheke 2014
Trittenheimer Apotheke Spätlese 2012
Trittenheimer Apotheke 2002
Trittenheim liegt an einer der interessantesten Gegenden der Mittelmosel, wo sich der Fluss stark in das Schiefergebirge eingeschnitten hat. Vor ca. 2 Jahren war ich dort mit einer kleinen Gruppe Weinverkoster auf dem Weingut und wir konnten unsere Verkostung direkt im Weinberg mit dem Winzer machen, was sich als nicht nur landschaftlich, sondern auch von der Vielfalt der Weine, als sehr interessant zeigte und wir standen tatsächlich mitten in den Schieferplatten, wo auch in direkter Nachbarschaft die neu angepflanzten Reben direkt aus den Steinplatten herauswuchsen. Diese Steillagen sind nicht nur imposant, sonder verdeutlichen auch, was in so einer Flasche Wein alles an Arbeit drinsteckt. Die Weine von Eifel zeigen sich mit einer kräftigen Säure haben aber durchaus noch eine Struktur, welche sich mit einem entsprechenden Essen oder auch unserem gereichten Imbiss von Sauerkraut durchaus gut harmoniert. Der 2002er  war für mich dann aber auch schon gut auf seinem Höhepunkt und der Gipfel seiner Reife leicht überschritten, was nicht heißt das dieser Jahrgang nicht noch einige Jahre durchaus ganz gut schmecken kann.

Zum letzten Flight

Flight 6: aus Franken und der Mosel
Heymann-Löwenstein, Röttgen 2008
Castell, Schloßberg GG 2011
v. Kesselstatt, Wiltinger Gottesfuß 2002
In diesem Flight ragt für mich ganz deutlich der Riesling von Heymann-Löwenstein heraus. Mit einer Super Struktur und dichtem Frucht-Säure Spiel. Feiner Abgang mit langer Nachwirkung und festem Geschmack. (17,5-18/20)


Zum Abschluss gab es dann noch einen Süßwein, wenn auch nicht aus der Riesling Traube, einen aus meinen kleinen Kellerschätzen, welchen ich vor vielen Jahren in Südfrankreich auf meinen diversen Reisen beim Weingut Domaine Fontanel mitgenommen hatte.

Dieser Muscat de Rivesaltes war für alle in der Verkostungsrunde ein wahre „Erfahrung“ in vielleicht neue Welten.
Mit einer tiefdunkelorangen fast braunen Farbe zeigt sich der Wein erst einmal als etwas gewöhnungsbedürftige, fast aber dann schnell verfliegt. Die Nase hat immer noch eine feine frische Note mit wenig Nebenaspekten. Das heißt recht klar fast straight mit ein wenig süßlichen Noten und nur einer ganz kleinen Uhu Note. Am Gaumen kommt dann eine frische Fruchtnote mit feiner Säure und leichten Spitzen von scharfer Frucht, je weiter der Saft einem in den Rachen läuft. (18,5/20)



 

Heute im Glas, Spätburgunder vom Weingut Galena aus Sommerach

Das Weingut Galena in Sommerach ist ein kleiner Familienbetrieb welcher auch zu den Inselweinmachern der Mainschleife gehört und ein vielseitiges Angebot im Programm hat. Heute habe ich mir zu einem Abendgericht mir eine Flasche eines Spätburgunders aus dem Keller geholt, der aus dem Jahr 2014 stammt. 2014 waren die Wetterbedingungen nicht wirklich ideal für die Weinernte, konnte aber mit etwas kleineren Erträgen bei guter Auslese der guten Trauben auch gute Ergebnisse erzielen.

Zum Wein selber:
Dieser Spätburgunder wurde im Barrique ausgebaut, was auch das Etikett ausweist.
Sehr schöne hellrote, rubinrote Farbe. Einfrischer Duft mit leicht bereiter Note. Bei ca. 17°C, welches nicht zu kühl ist, kommen die Aromen erst richtig zur Geltung. Am Gaumen ist bei diesem 2014er der Holzeinsatz so gut wie nicht mehr zu merken, kann aber den Gesamteindruck gut unterstützen.
Gute Fruchtnoten mit leichter Säureabrundung im Abgang. Feiner Nachgeschmack mit Tönen von leichtern Kräuternoten mit Minze und ein wenig Säureanflug. Note: 16,5/20.