Dessert mit Erdbeeren, karamelisierten Kirschtomaten und Zitronenpürrée

In der Spargelzeit ist es oft auch schon soweit, das man zum Dessert einen Teller mit Erdbeeren zubereiten kann. Erdbeeren können mit vielen Dingen kombiniert werden, da diese feine Beere, wenn sie wirklich frisch vom Feld geerntet kommt nicht nur eine feine Süße, sondern auch eine gewisse Komplexität in der Fruchtsäure und Geschmacksvielfalt beinhaltet, welche sich fein kombinieren läßt mit Aceto Balsamico, Minze und auch anderen Südfrüchten, welche ich hier mit dem Zitronenpürrée aus dem Rezept von Daniel Humm kombiniere. Dann kam mir dann noch eine weitere Idee mit kleinen Kirsch/Datteltomaten. Ich schneide also ein paar dieser Tomaten auf, bestreue sie kräftig mit Zucker und lasse diesen dort eine geraume Zeit einwirken. Dann setze ich diese aufgezuckerten Tomaten bei mittlerer Hitze im Backofen bei halber Grilleistung quasi überbacken und habe damit eine warme Komponente auf dem Dessertteller. Zum Anrichten die Erdbeeren zum Teil auch aufschneiden, die Minzblätter abzupfen und entsprechend auf dem Teller anrichten und aufbauen, so wie das zum Beispiel hier aussehen kann:
  


 

gemischter Spargel mit Jakobsmuscheln

Spargelzeit – Spargelzeit und da gibt es dann nicht nur den weißen, frischen Spargel aus den Anbaugebieten, sondern ebenso frisch läßt sich der grüne Spargel mit den weißen Stangen kombinieren. Und hier mache ich heute einmal ein Spargelgericht mit kurz angebratenen Jakobsmuscheln und einem Rest des Zitronenpürrées, welches ich noch aus den letzten Kochveranstaltungen hatte. Ich brauche also für 2 Personen:
8 – 10 Stangen weißen Spargel
8 – 10 Stangen grünen Spargel
8 – 10 Jakobsmuscheln, ausgelöst
Zitronenpürrée (Rezept von Daniel Humm)
Etwas Zwiebeln, kleingeschnittenes Gemüse je nach Geschmack

Zubereitung:
Die weißen Spargel im gesalzenen Wasser für 8 – 10 Minuten köcheln. Die Jakobsmuscheln sehr gut säubern und den Coraille abtrennen, der separat in der Pfanne gegart werden kann. Parallel dazu in einer Pfanne ein wenig Olivenöl mit einem Esslöffel Butter erhitzen und darin die Jakobsmuscheln von beiden Seiten ca. 3 – 4 Minuten rösten. Wenn der Spargel noch nicht fertig ist, kann ich auch die Jakobsmuscheln dann im Backofen warmhalten, was bei so ca. 120°C bis zum Anrichten passieren kann. Dann auch noch etwas kleingeschnittenes Gemüse in die Pfanne und das kann als Bett für die Spargelstangen dienen oder auch als kleine Beilage danebengelegen. Die Spargel auf einem Küchenkrepp leicht vom Kochwasser trocknen, so kann sich die Sauce des Zitronenpürrées auf dem Spargel besser entwickeln. Bei Bedarf ein wenig nachsalzen und pfeffern und das schmeckt dann so frisch mit den zweierlei Spargelsorten in Kombination mit dem zitronigen Püree.


 

Süßkartoffelchips frisch selbstgemacht

Für diverse frittierte Sachen nehme ich meist Erdnussöl oder auch Rapsöl. Dieses läßt sich gut erhitzen und enthält wenig Wasseranteile. Apropos Wasseranteil, sollte das Frittierte auch möglichst trocken sein, bevor man es in das heiße Fett legt, sonst kann es auch zu unangenehmen Fettspritzern kommen, die sehr heiß sein können. Die Süßkartoffel schäle ich vorsichtig mit dem Sparschäler und schneide diese so zurecht, das ich mit meinem japanischen Gemüsehobel, der leider keine allzu große Klinge hat, ich mir die entsprechend dünn gehobelten Kartoffelchips mir herstellen kann. Der japanische Gemüsehobel sieht folgendermaßen aus:

Die gehobelten Chips nehme ich aus der Schublade heraus und nach erhitzen des Frittierfetts auf ca. 160°C kann ich mit der ersten Ladung in den Topf beginnen. Wenn die Chips dann an der Fettoberfläche schwimmen und kaum mehr Bläschen bilden, kann ich mit einem Schaumlöffel die erste Ladung herausnehmen. Diese lege ich dann auf einem Brett mit Küchenkrepp oder einem Handtuch zum abtropfen hin.

Einige Zeit ausgekühlt chranchen die Chips dann ganz gut zwischen den Zähnen, und schmecken aber auch sicher viel besser als irgendein gekaufter. Mit etwas Flur de Sol verfeinert um so besser.



 

Treana vom Weingut Charles L. Hope, Central Coast Kalifornien

„Einem geschenken Gaul, guckt man nicht ins Maul“ sagt ein Sprichwort, welches ich schon aus meiner Kindheit kenne, und immer dann von den Eltern oder den Beteiligten angebracht wurde, wenn man ein Geschenk auf den zweiten Blick etwas skeptisch betrachtet hatte, und der Motivation näher auf den Grund gehen wollte. Beim Wein allerdings ist das ganz anders, Vor einigen Tagen bekam ich eine Flasche geschenkt, welche aus 1997 stammte, und mit gänzlich unbekannt war.
Treana, vom Weingut Charles L. Hope aus Kalifornien, Central Coast von 1997. Ein weißer Cuvée aus 40% Marianne und 60% Viognier. Die Zusammensetzung machte mich allerdings ziemlich neugierig, denn wenn auch selten getrunken ist diese Cuvetierung auch n der Rhone durchaus möglich.

Zu Beginn leicht muffig in der Nase, was aber nach einigen Minuten sich abschwächte und ganz verflog, da dieses immer wieder bei älteren Flaschen auftaucht also kein wirklicher Mangel. Der Wein muß sich nach 20 Jahren erst einmal an den Sauerstoff der Luft gewöhnen. Mit dichter aber recht klarer Farbe zeigt er ein mittleres Gelb welches in einen leichten bräunlichen Ton übergeht. Ein klein wenig oxidativ was aber angesichts des Altern nicht wundert, aber auch wenig stört. Am Gaumen dann fast noch frische Noten was dann nach ein wenig mehr Temperatur in einen Geschmack nach Eisdrops übergeht, was umso erstaunlicher ist angesichts des Alters. Komplexe Noten bei immer noch frischer Note, was sogar am zweiten Tag der Verkostung bleiben sollte.Später am Gaumen dann leicht süßliche Noten, da sich wohl die Säure in der Zwischenzeit leicht gebaut hat. Insgesamt immer noch ein wunderbar gealterter weißer Cuvée den ich jederzeit gerne wieder verkosten würde. (16,5/20)


 

Tagliatelle mit Königskrabben und Zitronenpürree

Noch eine weitere Zubereitung in Abwandlung aus dem NOMAD Kochbuch, Königskrabben mit Tagliatelle und einer Sauce, welche mit ein wenig Schnittlauch abgerundet wird.
Hier habe ich die Tagliatelle von La Villa verwendet, die Königskrabben frisch im Delikatessenladen erstanden und das Zitronenpürree hatte ich noch von einer Zubereitung vor einigen Tagen, welche die Zubereitung und den Geschmack insgesamt recht gut abrundeten. Das Rezept zum Zitronenpürree stammt auch aus dem anderen Restaurant von Daniel Humm und rundet dieses Gericht aufs Beste ab. Die Zubereitung also insgesamt recht schnell und kann dann auf für eine ganze Tischrunde recht zügig erstellt werden.
Zubereitung für 4 Personen:
Die Tagliatelle al dente kochen und abseilen. In einer Pfanne ca. 320 ml Hühnerfond erhitzen und darin 200 gr. Butter schmelzen. Ca. 450 gr. Königskrabben darin erwärmen und nach Zugabe der Tagliatelle mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ist die Konsistenz noch zu dick kann man etwas vom Kochwasser der Tagliatelle hinzugeben. Alle gut durchschwenken und nach dem verteilen auf 4 Teller mit dem Schnittlauch abrunden.
Die Königskrabben vor dem ausnehmen:

Und das Gericht sieht bei mir dann folgendermaßen aus:
  
Guten Appetit


 

große Riesling-Verkostung 2015 bis 2002 aus deutschen Anbaugebieten

Nach einiger Zeit und nach fast einem Jahr nach meiner Big Bottle Party zu meinem Firmenjubiläum hatte ich mir mal wieder eine größere Verkostung mit einigen meiner Weinfreunde vorgenommen, die in der Rückschau als sehr gelungen zu bezeichnen ist und mir auch im feedback ein allgemeines „Gelungen“ zu Ohren gekommen war. Also will ich hier mal etwas beschreiben wie ich diese Riesling-Verkostung angegangen bin. Nachdem ich so ca. seit 14 Jahren mit einem Weinreiseveranstalter aus Wien bisher jetzt 21 Weinreisen mitgemacht habe ist mir immer klarer geworden, das solche Verwüstungen auf 2 wesentlichen Säulen stehen. Der erste Aspekt ist die Konzentration auf ein Thema. Hier also mit dieser Verkostung die Rieslinge aus Deutschland beginnend mit 2015 und ein paar ältere Jahrgänge. Insbesondere in den älteren Jahrgängen zeigt sich dann das Potential der deutschen Rieslinge, welche reifen können und sich in Ihrer Struktur so enorm gut entwickeln können, das es geradezu ein Wohlgenuss ist dieses in einer Reihe an einem Abend erleben zu können. Der zweite Aspekt ist dann aber eben genau dieser Fakt, das es nicht nur ein Weingut, und auch nicht nur eine Weinregion, wenn auch hier „nur“ die deutschen Rieslinge anstanden, sondern der Querschnitt mit einigen Beispielen aus den unterschiedlichen Regionen, Bodenbeschaffenheit, Macharten der Weine und deren Präsentation sich konzentriert zeigen mit einem klaren Vergleich innerhalb der Jahrgänge. Dann kommt natürlich auch noch der Aspekt dazu, das ich mich auf die deutschen Rieslinge konzentriert hatte, was die Geschmacksvielfalt zwar vermeintlich einschränkt, aber bei einer solchen Verkostung mit 18 Weinen aus 6 Anbaugebieten in Deutschland in jeweils 3er Flights sich so unterschiedlich präsentieren, das man von einem schönen Querschnitt durch die deutsche Rieslinglandschaft sprechen kann.
Wir waren insgesamt 13 Personen bei dieser Verkostung und weil es für mich in diesem Fall keine reine Weinverkostung sein sollte, hatte ich mir ein paar kleine Gerichte ausgedacht, welche ich gezielt zu den diversen Flight dazwischen mit Hilfe eines * Kochs vorbereitet un präsentieren wollte.
Es sollte also 6 Flights mit jeweils 3 Weinen geben, welche ich zum Teil nach den Jahrgängen, und dann nach den Anbauregionen sortiert hatte. Ein Teil der Flaschen direkt aus meinem Keller konnten dann aber auch 2 Flight bestreiten, die jeweils von einem Weingut bestritten wurden.

Hier aber die einzelnen Flights mit jeweils einem kleinen Imbiss vorneweg, mit Foto, wenn vorhanden, und ein paar Kommentaren von meiner Seite dazu:

Los geht’s also mit dem ersten Flight:
Wir beginnen mit einer Hühnersuppe, welche aus einem Rezept von Tim Raue abgeleitet ist.

  
Flight 1: (Rheinhessen/Württemberg/Württemberg)
Gunderloch, Pettenthal GG 2015
Wöhrwag, Herzogenberg GG 2015
Heid, Stettener Pulvermännchen GG 2015

Aus diesem Flight konnte insbesondere der Riesling vom Weingut Heid sich hervorheben. Mit feiner Säure zeigt er eine klare Struktur und wirkt mit einem guten Abgang als typischer Vertreter der Riesling Traube, wenn auch aus dem Anbaugebiet Württemberg nicht unbedingt als sehr typischer Vertreter dasteht.

Dann kommt ein kleines Zwischengericht von frischem grünen Spargel mit Parmaschinken und ein wenig Olivenöl mit Käse leicht überbacken.

Flight 2: (alle aus der Pfalz)
von Winning, Ungeheuer GG 2015
Knipser, Mandelpfad GG 2015
Wechsler, Morstein 2015

Diese drei Pfälzer Weingüter zeigen schon eine recht typische Note und Struktur der heutigen Qualität der deutschen Rieslinge. Insbesondere stellt sich eine recht ausgewogene Geschmacksnote zwischen Säure und Fruchtnoten dar, was vor dem ansteigen der Qualitäten bei den deutschen Rieslingen so sicher nicht immer der Fall war. Herausragend für mich in diesem Flight insbesondere der Riesling vom Weingut Wechsler, welcher eine sehr schöne Säure mit langem Nachhall und feinster Struktur mit Zitronennoten sich präsentiert. Hat sicher ein langlebiges Potential.

Weiter mit der nächsten Runde


Flight 3: (Mosel/Mosel/Saar)
Heymann-Löwenstein, Röttgen GG 2015
Clemens Busch, Marienberg Rothenpfad 2013
van Volxem, Goldberg 2012

Jetzt geht es in die wirklich klassischen Anbaugebiete der Rieslinge in Deutschland, welche an der Mosel bis hin zur Saar liegen. Hier geht die Reise als vom Ende der Mosel, wo das Weingut Heymann-Löwenstein liegt bis hinauf an einen der Seitenflüsse der Mosel, die Saar, wo das Weingut van Volxem mit zum Teil spektakulären Rieslingen in den letzten Jahren aufwarten kann. Einer der Wortführer der „neuen“ Rieslinge, wenn man davon überhaupt so sprechen kann, ist allerdings der Winzer Reinhard Löwenstein, der sich schon seit vielen Jahren dafür eingesetzt hat die Rieslinge in Deutschland so zu erzeugen, wie sich die Trauben in der Natur am Weinstock entwickeln und nicht auch noch im Keller zu stark auf die Entwicklung des Weines einzugreifen. Damit zeigt sich allerdings auch ganz klar, das sich die Weine von Jahr zu Jahr, je nach Wetterentwicklung und auch je nach der Bodenbeschaffenheit, weiterentwickeln und verändern. Streamline ist hier nicht angesagt. Für mich in diesem Flight ist allerdings der Riesling von Clemens Busch mit leichtem Vorsprung der Favorit. Mit schöner Säure und rauchigem Anklang, welcher sicher dem Moselaner Schieferboden geschuldet ist, hat dieser 2013er mit feiner Säure und schönem langem Abgang eine ebenso lange Zukunft vor sich. Den sollte man in 10 Jahren wieder verkosten.

Jetzt gehts weiter mit 2 Flight jeweils aus einem Weingut mit unterschiedlichen Jahrgängen.

Vorneweg gab es einen gefüllten Pilzkopf mit einer Scheibe Boudin und einer karamellisierten Apfelscheibe.
   

Flight 4: Weingut Hermann-Löwenstein aus Winningen an der Mosel
Schieferterrassen 2012
Uhlen B Blaufüßer Ley 2011
Uhlen R Roth Ley 2004
In so einem Flight zeigt sich sehr deutlich wie sich diese Weine aus einem Weingut innerhalb von hier von 8 Jahren, aber wir hatten ja auch schon einen 2015er im Flight 3. Also kann man eine Zeitspanne von 11 Jahren grob beurteilen, was sich da in den Lagen so an Veränderungen abgespielt hat. Auch wenn die Weine nicht alle aus ein und der selben Lage stammen. Die Säuregehälter der Weine wird über die Jahre weniger, wobei sich die Frucht nicht unbedingt deutlicher hervordrängt. Eher zeigt sich eine noch ausgewogenere Struktur zwischen Säuregehalt und Fruchtanteil, was sich dann aber insbesondere bei den älteren Jahrgängen als einerseits für Heymann-Löwenstein als sehr typisch herausstellt. Bereits der 2011er Uhlen zeigt eine noch feine süßliche Fruchtnote, welche mit einer großartigen Struktur mit der Säure und deren Zusammenspiel ausgezeichnet harmoniert. Was aber ganz besonders beim 2004er hervorzuheben ist ist deren zwar gealterte Farbe mit einem mittleren orangegelb, aber dem rauchigen feinen säurehaltigen Geschmack keinerlei Abbruch tut. Recht ausgewogene Frucht Säure Struktur  mit rauchigen Noten, welche sich im Abgang als lang und ausgewogen darstellt. Hier also der deutliche Favorit für mich der 2004er Uhlen R Roth Ley. (18,5/20)

Der nächste Flight dann von einem weiteren Weingut mit einer Spanne von Rieslingen 2014 bis 2002.
Weingut Franz Josef Eifel aus Trittenheim (Mosel)
Zur Einstimmung ein Löffel Sauerkraut mit Merguez und Korianderblatt


Flight 5: Weingut Franz Josef Eifel aus Trittenheim.
Trittenheimer Apotheke 2014
Trittenheimer Apotheke Spätlese 2012
Trittenheimer Apotheke 2002
Trittenheim liegt an einer der interessantesten Gegenden der Mittelmosel, wo sich der Fluss stark in das Schiefergebirge eingeschnitten hat. Vor ca. 2 Jahren war ich dort mit einer kleinen Gruppe Weinverkoster auf dem Weingut und wir konnten unsere Verkostung direkt im Weinberg mit dem Winzer machen, was sich als nicht nur landschaftlich, sondern auch von der Vielfalt der Weine, als sehr interessant zeigte und wir standen tatsächlich mitten in den Schieferplatten, wo auch in direkter Nachbarschaft die neu angepflanzten Reben direkt aus den Steinplatten herauswuchsen. Diese Steillagen sind nicht nur imposant, sonder verdeutlichen auch, was in so einer Flasche Wein alles an Arbeit drinsteckt. Die Weine von Eifel zeigen sich mit einer kräftigen Säure haben aber durchaus noch eine Struktur, welche sich mit einem entsprechenden Essen oder auch unserem gereichten Imbiss von Sauerkraut durchaus gut harmoniert. Der 2002er  war für mich dann aber auch schon gut auf seinem Höhepunkt und der Gipfel seiner Reife leicht überschritten, was nicht heißt das dieser Jahrgang nicht noch einige Jahre durchaus ganz gut schmecken kann.

Zum letzten Flight

Flight 6: aus Franken und der Mosel
Heymann-Löwenstein, Röttgen 2008
Castell, Schloßberg GG 2011
v. Kesselstatt, Wiltinger Gottesfuß 2002
In diesem Flight ragt für mich ganz deutlich der Riesling von Heymann-Löwenstein heraus. Mit einer Super Struktur und dichtem Frucht-Säure Spiel. Feiner Abgang mit langer Nachwirkung und festem Geschmack. (17,5-18/20)


Zum Abschluss gab es dann noch einen Süßwein, wenn auch nicht aus der Riesling Traube, einen aus meinen kleinen Kellerschätzen, welchen ich vor vielen Jahren in Südfrankreich auf meinen diversen Reisen beim Weingut Domaine Fontanel mitgenommen hatte.

Dieser Muscat de Rivesaltes war für alle in der Verkostungsrunde ein wahre „Erfahrung“ in vielleicht neue Welten.
Mit einer tiefdunkelorangen fast braunen Farbe zeigt sich der Wein erst einmal als etwas gewöhnungsbedürftige, fast aber dann schnell verfliegt. Die Nase hat immer noch eine feine frische Note mit wenig Nebenaspekten. Das heißt recht klar fast straight mit ein wenig süßlichen Noten und nur einer ganz kleinen Uhu Note. Am Gaumen kommt dann eine frische Fruchtnote mit feiner Säure und leichten Spitzen von scharfer Frucht, je weiter der Saft einem in den Rachen läuft. (18,5/20)



 

Fusilli mit Bohnen, Ofenkartoffeln und Bärlauchpesto

Da ich in der Woche einige Vorbereitungen für eine kommende Weinprobe herstellen mußte (werde dann darüber berichten) machte ich mir zu Anfang der Woche einen schnellen Nudelteller mit Fusilli und einem Bärlauchpesto in Abwandlung eines Rezeptes aus dem sehr interessanten Buch von Olafur Eliasson „The Kitchen“, welches auf Seite 157 beschrieben ist. Das Bärlauchpesto hatte ich schon am Wochenende zubereitet und im Kühlschrank kalt gestellt. Die weiteren Zutaten kurzerhand auf dem Markt am Vormittag besorgt.
Die Zutaten für 6 Personen:
400 gr. Kartoffeln
einige El Olivenöl
2 kleine getrocknete Chilischoten
300 gr. dünne Bohnen
600 gr. Fusilli
150 gr. Bärlauchpesto

Die Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C aufheizen. Die geputzten Kartoffeln auf einem Backblech mit Öl, zerstoßenem Chili, Salz und Pfeffer vermischen und für ca. 20 Minuten backen, bis die Kartoffeln eine leicht braune Farbe annehmen. Die Bohnen säubern und in kochendem Wasser für 5 Minuten blanchieren. Die Bohnen abgießen in ein mit Eis gefüllte Schale abschrecken, so das die Farbe beibehalten wird. Bohnen halbieren und beiseite stellen. Die Fusilli al dente kochen, abgießen und dann nach dem Abgießen des Wassers die Fusilli wieder zurück in den Topf und mit allen Zutaten vermengen. Dazu past z. Bsp. ein kleiner Wildsalat was die Geschmäcker des Pesto ergänzen kann.
So schaut das dann aus:


 

Seeteufel mit Paprika, Speck, Zitronenpürée auf Bärlauchpesto

Nachmittags war ich auf einer Weinverkostung mit deutschen, österreichischen und slowenischen Winzern, wo ich einen Weinfreund aus der Nähe von München unverabredeterweise getroffen habe. Dann ging es abends aber ans Kochen und ich hatte mir am Tag zuvor bereits ein Stück Seeteufel und den Bärlauch mit der Petersilie besorgt. Dann noch im Vorbeigehen eine grüne Paprika und ein Bund Frühlingszwiebeln mitgenommen welche ich zum Kochen brauche. Hier also erst mal die Zutaten pro Person:

1 Stück Seeteufel zu ca. 150 gr.
2 Bund Bärlauch
1 Bund Petersilie
2 El Pinienkerne
ca. 50 gr. Parmesan
50 ml Olivenöl
Saft einer 1/2 Orange
2 Stangen Frühlingszwiebeln
1 grüne Paprika
ein kleines Stück Räucherspeck

Zur Zubereitung:
Das Zitronenpürée habe ich bereits einen Tag zuvor am Abend gemacht, wo das Rezept von Daniel Humm aus dem Eleven Madison Park stammt, welches zwar Original mit Maier Zitronen zuzubereiten ist, aber diese bei uns auf dem Markt so gut wie nie zu bekommen sind. Insgesamt wird dieses Pure aber trotzdem sehr gut und paßt wunderbar zu Fischgerichten.
Das folgt das Bärlauchpesto, welches ich direkt frisch zubereite. Die 2 Bund Bärlauch kurz blanchieren und dann in einem hohen Gefäß mit der Petersilie durchboxen, wobei dann nach dem ersten Mix die Pinienkerne, der Parmesan und ein wenig Salz und Pfeffer dazukommt. Zum Schluß unter ständigem Mixen das Olivenöl langsam zugeben und kräftig durchmixen.
Dann den Seeteufel sehr gut von allen Sehnen und trennen und säubern, leicht salzen und ruhig gut pfeffern. Backofen auf 100°C aufheizen für das nachträgliche fertiggaren. Die Paprika in kleine Würfel schneiden und ebenso die Speck in gleich große Würfelchen welche in einer Sauteuse gemeinsam bei mittlerer Hitze durchgegart werden können. Am Schluss kann noch eine Butterflocke dazugegeben werden. Dann kann parallel dazu in einer Pfanne ein wenig Öl erhitzt werden, wo bei zuerst starker, dann aber heruntergedrehter Hitze weitergegart werden. Nach ca. 6 – 8 Minuten, von beiden Seiten gegart, kann ich den Saft der 1/2 Orange dazugeben, oder auch etwas Weißwein damit diese Flüssigkeit im Backofen den Garprozess leicht unterstützt und der Fisch nicht zu trocken wird. Für 5 – 6 Minuten in den vorgeheizten Backofen und dann alles auf dem Teller anrichten.


 

Heute im Glas, Spätburgunder vom Weingut Galena aus Sommerach

Das Weingut Galena in Sommerach ist ein kleiner Familienbetrieb welcher auch zu den Inselweinmachern der Mainschleife gehört und ein vielseitiges Angebot im Programm hat. Heute habe ich mir zu einem Abendgericht mir eine Flasche eines Spätburgunders aus dem Keller geholt, der aus dem Jahr 2014 stammt. 2014 waren die Wetterbedingungen nicht wirklich ideal für die Weinernte, konnte aber mit etwas kleineren Erträgen bei guter Auslese der guten Trauben auch gute Ergebnisse erzielen.

Zum Wein selber:
Dieser Spätburgunder wurde im Barrique ausgebaut, was auch das Etikett ausweist.
Sehr schöne hellrote, rubinrote Farbe. Einfrischer Duft mit leicht bereiter Note. Bei ca. 17°C, welches nicht zu kühl ist, kommen die Aromen erst richtig zur Geltung. Am Gaumen ist bei diesem 2014er der Holzeinsatz so gut wie nicht mehr zu merken, kann aber den Gesamteindruck gut unterstützen.
Gute Fruchtnoten mit leichter Säureabrundung im Abgang. Feiner Nachgeschmack mit Tönen von leichtern Kräuternoten mit Minze und ein wenig Säureanflug. Note: 16,5/20.


 

Lauch Schnecken Gratin mit Pecorino

Heute mal wieder eine kleine Eigenkreation aus den bei mir vorhandenen Vorräten und frischen Zutaten, welche ich in den letzten Tagen vom Markt hatte und welche ich so als kleine Vorräte in den Küchenschubladen gefunden habe. Gratins können recht einfach und schnell zubereitet werden, insbesondere wenn die länger zu garenden Zutaten vorher in der Pfanne vorgegart werden können. Hier also eine kleine Zutatenliste.
Für 2 Personen benötige ich folgende Mengen:
1 große Stange Lauch
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 Dose Weinbergschnecken
Pecorino zum überstreuen
etwas Semmelbrösel
Olivenöl und frischer Pfeffer

Dann die Zubereitung:
Zunächst den Lauch, die Schalotte und Knoblauchehe klein schneiden und in einer Pfanne halbgar dünsten, so das dieses als Grundlage für das Gratin mit den Schnecken dienen kann. Das verkürzt die Garzeit im Ofen enorm und die Zeit das gesamte richtig gut zu überbacken kann auch wesentlich besser gesteuert werden. Denn die Schnecken müssen im Prinzip nur gut erwärmt werden. Ich hatte noch ein kleines Stück Peperoni dazugemischt um dem Ganzen ein wenig Pepp zu geben. Wenn die Pfanne dann soweit gegart ist, was nach ca. 10 bis 12 Minuten der Fall ist, kann die Füllung auch leicht erkalten, denn dann wird der Backofen auf 190 – 200°C aufgeheizt und nach der Füllung der Förmchen überstreue ich diese Füllung mit dem Pecorino, setze eine große Butterflocke darauf und bestreue den Inhalt mit etwas Semmelbrösel. Die gefüllten Förmchen auf ein Gitter setzen und für 10 Minuten die gesamte Masse in der Zeit erhitzen. Dann den Grill auf starke bis mittlere Stufe einstellen und für weitere 5-6 Minuten überbacken, so das sich eine schöne braune Schicht auf der Oberfläche bildet. Ein kleines Stückchen Brot kann man in der letzten Grillfest noch in den Ofen dazu legen und das sieht dann so aus: