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Hähnchensalat mit Pinienkernen und Rosinen

Ein Rezept von Elisabeth Grabmer sollte es diesmal sein, welches in der letzten Woche im SZ-magazin veröffentlicht war. Die Köchin kocht selber in der Waldschänke in Grieskirchen bei Linz in Österreich. Das Rezept war zwar auf 8 Personen ausgelegt, was mich aber nicht daran störte diese Zutaten auf eine Menge für 2 Personen zu reduzieren. Das Rezept ist also in dem SZ-magazin nachzulesen, oder auch unter www.dasreze.pt. Die wesentlichen Zutaten besorge ich mir am Samstag auf dem Markt, oder habe diese bereits im Regal zu Hause stehen. Einen kleinenFehler bei der Zubereitung habe ich allerdings gemacht. Also Vorsicht beim Anbraten der Pinienkerne und der Rosinen, denn die sind bei mir etwas zu dunkel geworden. Auch wenn die gesamte Zubereitung am Schluss soweit ganz gut schmeckte. So war das dann optisch auf dem Teller angerichtet und zu verspeisen:

Aus der Nähe betrachtet:

Sehr schönes Rezept mit einer Marinierzeit von 2 Stunden kann es schnell und einfach zubereitet werden.



 

Pilzragout im Filotteig mit Cocktailtomaten

An einem der letzten Wochenenden habe ich mir auf dem Markt mal wieder eine Portion Pilze besorgt und diese als Ragout soweit zubereitet, das ich dieses in einen Filotteig einpacken konnte und in ein paar Minuten im Backofen fertigzustellen war. Für 2 Personen brauchen ich dann als folgende Zutaten:

ca. 150 gr. Steinpilze oder andere Pilze
1 mittelgroßer schön geformter Pilz für die Deko
1 Schalotte
3 Zweige Petersilie
30 gr. Tofu
Salz, Pfeffer, Butter, Sahne und Crème Fraîche, 1 Eigelb zum Bestreichen
16 Cocktailtomaten
4-6 Blätter Filotteig

Zur Zubereitung:
Das Pilzragout muß zunächst als erstes vorbereitet werden, bevor ich dazu übergehe den Filotteig aus dem Kühlschrank zu holen. Die Pilze sehr gut putzen und eventuell auch waschen. Die Pilze dann bis auf den Dekorationspilz in mittelgroße Stücke schneiden, was ebenso mit der Schalotte und dem Tofu passieren muß. Die Zutaten zusammen gemeinsam in der Pfanne anbraten und mit Sahne, Creme Fraîche sowie den Gewürzen soweit verfeinern, bis das Ragout einigermaßen durchgegart ist. Je nach Bedarf kann auch noch nach Geschmack ein wenig Wein oder andere Zutaten beigegeben werden. Hier ist der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Beiseite stellen und erkalten lassen. Den Tofu kann man dann auch erst ganz am Schluss ohne das Anbraten dazugeben. Dann den Filotteig aus dem Kühlschrank holen, aufrollen und jedes Blatt einzeln mit weicher Butter Einpinseln, so das der Teig dadurch leicht geschmeidig wird. Das Ragout auf eine Ecke des Filotteigblatts legen und zu einer Tasche zusammenlegen. Auf ein gebuttertes Blech legen und mit Eigelb bestreichen. Dann eine dünne Scheibe des Dekopilzes auf die Teigtaschen legen und im Backofen für ca. 10 Minuten bei ca. 200°C aufbacken. Auf dem Teller die Cocktailtomaten aufschneiden und leicht salzen sowie pfeffern. Das sieht dann angerichtet so aus:
  
Wie zu sehen kann man die Teigtaschen unterschiedlich formen. Die Dreiecksform eignet sich besonders gut als fingerfood serviert zu werden. Wenn das Ragout in der Teigtasche nicht zu flüssig ist tropft es auch nicht so sehr beim Verzehr.
Bon appetit!



 

Bulgarien Weintour – der vierte Tag

An diesem vierten Tag in Bulgarien sollte es wieder zu zwei Weingütern für Verkostungen und einem Lunch auf dem Weingut gehen, und Abends konnten wir dann gemeinsam in einem kleinen Hotel bei einem Koch ein Fairwell Dinner besonderer Art erleben. Zwischendrin gab es dann noch einen kulturellen Teil, wi wir zu einer Ausgrabungstätte gefahren sind, wo zu Trojaner Zeiten die Menschen bereits Weine produziert haben und wohl auch genossen haben. Aber bleiben wir in der Jetztzeit und es folgt also die Beschreibung des ersten Weingutes auf Starosel.
Das Weingut Starosel ist eher eine große Hotel und Wellnessanlage, wo auf einem großen Gelände die Leute aus der Stadt sich erholen können, Wein genießen und es sich bei Speis- und Trank gut gehen lassen kann.

Das Weingut umfasst insgesamt 1200 ha Weinanbaufläche wo Rosé, Weißwein und Rotwein produziert wird. Aber in einer Ecke der Anlage steht auch eine kleine Brennerei, wo der spezielle Raki, welcher an vielen Orten des Landes produziert wird, gebrannt werden kann.

So beginnt also unser Rundgang durch das Weingut und die Anlage, welche wirklich groß ist und natürlich auch die entsprechende Kapazität für eine Anbaufläche von 1200 ha haben muß. Beim Betreten des Maischekellers mit seinen Edelstahltanks fällt uns gleich ins Auge, das in einer Ecke eine ganze Menge geschnittener Rebreisige liegen, wo wir gleich Nachfrage was es damit auf sich hat. Zunächst wir uns von unserer Begleitung aus dem Weingut erklärt, das es der Maischegärung beigefügt wird, um einen Geschmack abzugeben, was einige aus unserer Gruppe schlichtweg bezweifeln.

Trotzdem haken wir nochmals nach, bekommen aber trotzdem keine plausiblere Erklärung für die Lagerung dort im Keller. Manche aus der Gruppe vermuten, das dies ein guter Brennstoff für die offenen Kamine sei. Dann geht es weiter durch die Kelleranlagen und schließlich zu der Verkostung der Weine des Gutes Starosel.
 
Hier beweist sich Allerdings eine der lange sich bereits bestätigten Faustregeln, das auf den wirklich ganz großen Weingüter kaum eine große oder herausragende Weinqualität erzeugt wird. Wir verkosten also in den anfangs bunt illuminierten Kellergewölben einen weißen recht süßlichen Muscat, dann einen Chardonnay und einen Rosé aus Syrah. Bei den roten Traubensorten sind es Merlot aus 2016 und ein Cuvée aus CS 65% und Merlot 35% die ehrlich daherkommen, aber einen nicht vom Hocker reißen. Meine Bewertungen also zwischen 14 – 16 Punkte von 20.
  


Dann folgt der kulturelle Teil mit den Ausgrabungen und ein weiteres Weingut, welches auf den Namen Rumelia hört und wieder einmal von einem Textilfabrikanten, diesmal aus Bulgarien gegründet wurde und seit 2006 seine Weine produziert. Auf 55 ha werden die Weineangebaut, welche zu 95% aus der roten Traube gekeltert werden.

Zunächst geht es mal wieder durch die Kelleranlage und den Barriquekeller der insgesamt ebenso ordentlich wie sauber aussieht, was bei fast allen der Ort der Fall war, die wir in diesen Tagen besucht hatten.
  
In diesem Weingut wir aber nicht nur mit den klassischen französischen Barriques gearbeitet, sonder so ca. zur Hälfte kauft das Weingut seine Barriques auch in den USA, wo ja die Eichenhölzer wesentlich kräftiger vom gesamten Geschmacksprofil ausfallen. Bei den roten Trauben werden primär CS, Syrah und die landestypische Traube Mavrud angepflanzt und vinifizert. Dann geht es zur Verkostung wo wir 5 der Weine des Gutes ins Glas bekommen.

Wie auch im Foto zu sehen die Aufmachung sehr unterschiedlich, und mit unterschiedlichen Marken auf den Labels vermarktet. Wir verkosten also zunächst einen Rosé von CS aus 2017. Frisch und schön fruchtig mit angenehmer Note im Abgang, (16/20)
Dann folgt ein Syrah aus 2014 welcher eine feine dichte Nase aufweist. Was vordergründige Frucht mit weniger Tannieren und leichter Cassisnote. (15/20)
Dann folgt ein Mavrud, der aber komplett im Stahltank ausgebaut ist aus 2014. Hat was von CS in der Nase mit noch immer leicht vordergründigen Tanninen. Sehr schöne Frucht mit etwas flüchtigen Noten am Gaumen. (16/20)
Dann der Cuvée Erelia aus 2014 mit 40% Syrah, je 20% Mavrud, CS und Merlot. Kräftige amerikanische Eiche in der Nase. Kokosnuss und reichlich Tanninen versehen. Etwas astringierend am Gaumen, aber toller Frucht und einer vollen Struktur. (16,5/20)
Zum großen Abschluss ein Cuvée aus 2010 mit der Cuvetierung aus 50% Mavrud, 20% Merlot und 30% CS. In der Nase sehr reife schwarze Früchte. Feine und elegante Struktur am Gaumen mit wohl weiterhin Potential für noch einige Jahre der Reifung. Ganz erstaunliches Resultat für ein Weingut, welches erst 2006 begonnen hat. (17,5/20)


Am Abend geht es dann in Plovdiv auf ein Fairwell-Dinner, wo wir fast um die Ecke des Hotel in einen alten Stadtteil zu Fuß hingehen, wo ein bulgarischer Koch und Sommelier, Mitko Milev, der wohl viele Jahre in internationalen Küchen gearbeitet hat, sich ein kleines Hotel im Elternhaus aufgebaut hat und dort auch Gäste in der Erdgeschoss Weinbar bewirtet.

Der Name Roots war für mich sehr bezeichnend, denn dieser Mensch wollte wirklich mit seiner Küche und auch den ausgeschenkten Weinen wieder „back to the roots“.
Wir wurden herzlich empfangen und es sollte auch ein recht angenehmer und vielseitiger Abend mit guten Gesprächen, bei guten Weinen und passendem Essen dazu werden.
Zur Begrüßung beginnt es mit einem Chardonnay aus dem Barrique (ohne Foto)
Dann folgt ein frisch gebackenes Brot auf den Tisch mit einigen Tappenden, welche von ganz feiner Art sind.

Dann folgen 2 Weißweine aus dem Weingut Varna. Ein Riesling und ein grüner Veltliner aus 2016. Insbesondere der Riesling ist von feiner Qualität und paßt auch ganz gut zu den würzigen Tapenaden.

Zwischendrin dann nochmals eine Vorspeisenplatte mit Weinblättern, woran sich eine mittelgroße Diskussion über die Machart derselben entzündet, denn diese waren von ausgesprochen feiner Qualität, saftig, feinschmeckend, fast elegant und nicht so dick von der Blätterstruktur. Die Erklärung war, das es sich um recht junge Weinblätter handelt, die dann aber kurz vor der Füllung blanchiert. werden, um nicht zu bitter zu schmecken.

Dann kommt das Hauptgericht bestehend aus einem Lammschulterstück im Schweinenetz eingewickelt mit einigen Gemüsen dazu. Lange gegart und recht fein schmeckend. Dazu gab es eine Petit Verdot, wo ich leider kein Foto gemacht habe.



 

Bulgarien Weintour – der dritte Tag

An diesem wettertechnisch recht angenehmen Tag im Juli sollten wir folgende Stationen von Plovdiv aus anfahren.
Zunächst ging es nach einer einstündigen Fahrt auf das Weingut Enira im Bessa Valley.
Dann folgte das Weingut Villa Yustina mit einem lunch zu den Weinen, und anschließen war ein kleiner kultureller Teil eingebaut, wo wir ein Kloster Namen Bachkovo besuchen konnten. Am Abend in Plovdiv zurückgekehrt trieb es mich in die Stadt, wo bei mir ein kleines libanesisches Restaurant mit Namen Mayriges auf der „Speisekarte“ stand und anschließend trieb es mich dann noch in eine Weinbar namens „Glass of Wine“ wo der Inhaber ausgerechnet der Weinmacher auf dem Weingut Enira in den Jahren 2001 bis 2009 war.
Los geht es also an diesem Tage mit dem Weingut Enira im Bessa Valley, welches heute auf ca. 140 ha Wein anbaut und ca. 500 Tod. Flaschen produziert. Zunächst wurden in den Anfangsjahren primär Rotweinsorten wie Merlot, Petit Verdot, Cabernet Sauvignon und Syrah angepflanzt, wobei heut langsam dazu übergegangen wird auch weiße Sorten wie Marianne, Roussanne und Viognier zu kultivieren.

Wir starten mit einer kleinen Kellerführung, welche mit den weiteren Gebäuden erst so um das Jahr 2006 fertiggestellt wurden. Und verwunderlich wurde uns gezeigt, das hier ausschließlich mit Betontanks für die Maischevergärung gearbeitet wird. Wobei bei Nachfragen auch klar wurde, das die zukünftigen weißen Sorten sicher im Wesentlichen im Edelstahl ausgebaut werden.

Dann geht es zur Verkostung direkt in den Barrique-Keller wo bereits die Weinmacherin, die auch uns durch das Weingut führte, einen Tisch aufgebaut hatte mit den akurat aufgebauten 6 Flaschen für die folgende Verkostung.

Die Reihe reichte hier also von einem Rosé über 4 diverse Cuvées bis zum Spitzenwein des Weingutes dem BV aus 2013 der aus 4 Trauben gekeltert wird.
 
Die Gruppe bei der Verkostung der Enira Weine.

Hier eine kleine Kurzbeschreibung der diversen Tropfen:
Rosé aus PV 64% und Syrah mit 36%. Frisch, fein und nicht zu aufdringliche Frucht. (15,5/20)
Der Petit Enira aus 2015 mit einer sehr kräftigen Nase, dunklen Noten von Cassis und Beeren. Am Gaumen sehr intensiv und rund mit einer feinen und weichen Struktur. (16,5/20)
Duo Enira besteht aus Syrah und Merlot. Leichtes Holz in der Nase und sehr fruchtig. Schöner Fruchtanteil am Gaumen und dichte volle Struktur. (16,5/20)
Der Zweitwein von Enira aus 2014 beinhaltet alle 4 wesentlichen roten Traubensorten und wirkt insgesamt recht ausgewogen und rund mit feiner Struktur. (16/20)
Dann folgt der Reserve von Enira aus dem Jahr 2007 mit 66% Merlot, 14%Syrah, PV und CS. Sehr schöne Frucht und langer Abgang. Sehr runde Frucht mit feiner Säure und super Struktur. (17/20)
Das große Finale folgt mit dem Grand Cuvée aus 2013 mit ebenso den 4 roten Traubensorten des Weingutes. Eine schon recht typische Bordeaux Nase. Sehr fruchtig aber noch frisch und jung mit toller Frucht. (17,5-18/20)


Dann geht es zur Lunchtime auf das Weingut Villa Yustina, welches von einer Firma gegründet wurde, welche in Bulgarien die kleinen und großen Edelstahlbehälter für Weingüter und andere Betriebe herstellt. Somit war in diesem Weingut auch zu sehen, das hier demonstrativ und explizit von relativ kleinen Behältern bis hin zu ganz großen Edelstahlbehältern im Weingut die gesamte Range der Möglichkeiten gezeigt wurde. Villa Yustina baut auf ca. 46 ha seinen Wein an und kommt auf eine Produktion von ca. 150 Tsd. Flaschen pro Jahr.
 
Nach einem ersten Kellerrundgang ging es direkt zum Mittagessen, wozu wir dann auch die diversen Weine dieses Weingutes verkosten durften.
 
Der Mittagstisch überraschte alle am Tisch insbesondere in der Hauptspeise mit einer kompletten Bachforelle oder Saibling, der sehr fein gebraten auf den Teller mit etwas Reis kam. Vorher gab es einen kleinen Tomatensalat von sehr gut schmackhaften Früchten mit ein wenig Pesto.
  
Die Weinrange zum Essen bestand aus 5 Weinen, welche allerdings in der Einzelbewertung diesmal nicht so herausragend sein sollten wie z. B. in den Weingütern vorher bei Enira oder auch bei Zagreus am Tag zuvor.

Zum Abschluss an diesem Ort und in diesem Weingut ging es noch mit dem Kleinbus auf einen benachbarten Hügel, wo das Weingut einen Platz hat, wo es einen sehr schönen Ausblick auf die umliegenden Hügel, Weinberge und Ortschaften hat.


Aber damit war längst nicht Schluss an diesem Tage mit den diversen Erkundungen im Lande Bulgarien, denn es sollte hier eine kleine kulturelle Einschiebung geben, indem wir auf ein Kloster fahren konnten, welches mit seinen vielen Malereien besichtigt werden kann.
  
Hier also nur 2 kleine Fotobeispiele der Aussenanlagen.


Der Abend war dann zur freien Verfügung und es trieb mich in die Stadt, wo ich ein kleines libanesisches Lokal namens Mayriges  aufsuchte. Und was bestellt man sich bei einem orientalischen Lokal, zunächst einmal ein Humus als Vorspeise, welches dann auch entsprechend mit fein gebackenem sehr dünnem aber nicht trockenem Brot serviert wurde.

Schön dekoriert mit etwas Paprika und Olivenöl, sowie ganzen Kichererbsen in der Mitte als feste Komponente in der Schale, welche allerdings von der Menge, was schon auf der Speisekarte ausgewiesen war, einfach zu groß war. Als Hauptgang hatte ich mit dann ein Geflügelteil bestellt, welches zwar nicht so wirklich typisch libanesisch war, aber mit seinen hinzugefügten mitgetragenen Kräutern recht fein auf den Teller kam.

Dazu gab es einen Chardonnay von Zagreus, wo wir am Vortag ja bereits waren.


Das Highlight des Abends sollte allerdings der Besuch einer Weinbar nach dem libanesischen Lokal sein, welches nur 2 Ecken weiter in einer verkehrsberuhigten Strasse lag, wo dort gegen später so richtig der Bär abging mit Strassenmusik und vielen Leuten. Die Weinbar hörte schlicht auf den Namen „Glass of Wine“ und wie sich später im Gespräch herausstellte von einem ehemaligen Weinmacher des Weingutes Enira betrieben wird. Die Person war von 2003 bis 2009 auf Enira Weinmacher und hat die ganzen Anfangszeiten der Entstehung auf Enira mitgemacht. Heute macht er seinen eigenen Wein, wobei er wohl, so wie mir später berichtet wurde, primär seine Trauben bei anderen Winzern einkauft und diese dann zu seinen Zwecken keltert und abfüllt. Verkosten konnte ich, da wohl an diesem Abend der erste Gast, zunächst einen Rosé und später einen roten der sehr intensiv und kräftig war. Elegant gemacht, kann aber nicht mehr sagen, welche Trauben darin verarbeitet waren. Zum Schluß wollte er dann nicht einmal etwas kassieren, für seine 2 ausgeschenkten Weine, da unser Gespräch wohl doch recht attraktiv für ihn mal wieder mit einem Gast war. Ich ließ ihm trotzdem ca. 5.-€ auf dem Tresen liegen.

  


 

Bulgarien Weintour – der zweite Tag

An diesem zweiten Tag in Bulgarien sollte wir 2 Weingüter im Osten von Plovdiv besuchen. Zunächst das Weingut Miroglio, welches auf ca. 150 ha seinen Wein anbaut und hier seit 2002 von einem italienischen Textilfabrikanten gegründet, seine ersten Trauben in 2005 aus Pinot Noir geerntet hat.

Eingetroffen auf dem Weingut gibt es zunächst einmal einen Begrüßungstrunk, welches in einem Winzersekt in der Machart Blanc de Noir besteht und aus Pinot Noir und 2016 stammt.

Da die Anfahrt aus Plovdiv so ca. fast 2 Std. dauerte waren wir bereits so um die Mittagszeit eingetroffen und sollten zunächst einen Rundgang durch das Weingut erhalten.

Wie hier zu sehen auf einem kleinen Hügel gebaut hatten wir eine wunderbare Aussicht auf die umliegenden Weinberge und Hügel.

Die Verkostung lief dann parallel zum Mittagslunch und wir konnte 3 weitere Weine des Gutes zu den Speisen verkosten. Zum Essen gab es einen sehr üppig gefüllten Vorspeisenteller mit marinierten Paprika und eingedickten Joghurt und Quark, der aber fein und köstlich war.

Dann folgte zum Hauptgang ein Teller voll mit schwarzen Nudeln, Speck, Tomaten und gebratenen Lachsstücken, die recht fein schmeckten, aber auch hier unangemessen zu viel aufgetragen waren.

Nun zu den Weinen die es dazu gab:
Zunächst ein Muscat Otonelle aus 2017 mit einer sehr typisch leichten süßlichen Nase. Für mich eine feine Struktur als fast schon ein Süßwein, aber kaum passen zu der öligen Vorspeise. Der Abgang dann fein spitz mit frischer Note und süffigen Aspekten. (15,5/20)
Dann gab es einen Pinot Noir aus 2015 mit einer sehr typischen Nahebei schon recht dunkler Farbgebung. Wirkte bereits wie ein schon kräftig gealterter Pinot mit weniger Säure aber war insgesamt noch ganz gut trinkbar. (16,5/20)
Zum Abschluss eines der Spitzengewächse aufMoriglio, ein Mavrud der Serie Eleonore, von sogenannten Old Mavrud Clones. Sehr fruchtige Nase mit dichter Kirschnote und schwarzen Johannisbeeren. Sehr vordergründige Frucht, eingemachte Früchte, Römertopf und leichten Tannienen. (16/20)
Das Weingut selber wirkte mit seiner Architektur eher wie ein alteingesessener Betrieb in der Toskana, was ja wohl auch von den Investoren herrührt, alle Inneneinrichtungen mit dunklem Holz, verschnörkelt, Gemälde an den Wänden etc. Die Speisen viel zu üppig und eine wirkliche Klasse bei den Weinen wollte auch nicht aufkommen.


Dann ging es weiter zum Weingut Zegreus.
Dieses Weingut wurde als Familienbetrieb 1990 gegründet und baut heute auf ca. 120 ha seine Weine an. Es werden ausschließlich rote Traube für die Weine erzeugt. Seit 2010 ist der Betrieb Bio zertifiziert und baut Mavrud, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah an. Das Weingut selber mit seinen Weinkellern wurde im Jahr 2004 fertiggestellt. Zu den Weinen.

Wir starten mit einem Blanc de Noir von Mavrud der sich mit einer mittleren Nase zeigt etwas Säure und ein wenig einen leichten Schmelz andeutet. Am Gaumen allerdings mit einer schönen vollen Struktur. (15,5/20)
Dann kommt ins Glas ein Rosé von der Traube Mavrud, welcher eine leichte Fruchtnote aufweist an der Nase und am Gaumen eine feine Frucht mit leichter Erdbeernote. (15/20)
Weiter geht es mit einem Mavrud aus 2017 mit einer recht frischen Nase, leichten Tannieren und etwas Würze am Gaumen sowie einer reifen Note von Cassis und Kirsche. (15/20)
Dann folgt ein Mavrud 2013 Reserve der eine sehr intensive Nase aufweist und it einer feinen Struktur und guter Frucht dasteht. Weißer Pfeffer in der Nase und noch frischen Noten für den Jahrgang. (16,5/20)
Final können wir einen Mavrud von getrockneten Trauben, ähnlich eines Amazone, verkosten, der mit einer sehr dunklen Note in der Nase sich zeigt. Dichte Note mit sehr reifen Früchten am Gaumen und voller Struktur mit feinen Noten von diversen Früchten. (16,5/20)

Hier noch ein paar Fotos aus den Keller:


Und das Logo der Winery auf der Aussenfassade:


Zurück am Abend im Hotel ging es bei mir zunächst noch in ein Lokal, wobei ich den Rest der Gruppe etwas später in einer Weinbar treffen sollte, wo es noch ein paar wunderbare Flaschen zu verkosten gab:

Die Weinbar präsentiert hier seine im Angebot stehenden Flaschen in einem Regal in der Weinbar, Wobei wir zum Schluß insbesondere einen Wein bestellten, der der Gruppe ganz besonders gut mundete:
Weingut Rossidi aus dem Süden des Landes, wo die Rebe des Rubin wohl auch ganz gut zu gedeihen scheint.

Das war nach Angaben des Wirtes in der Weinbar die letzte Flasche dieser Art aus dem Lager und wir konnten uns entsprechend gut daran halten.
Ein wirklich gelungener Tag mit 2 Weingütern recht unterschiedlicher Ausprägung und einer Weinbar, welche sich als ausgesprochen guter Tipp herausstellte.



 

Bulgarien Weintour – der erste Tag mit Anreise

Ausgeschrieben und ausgerichtet war diese Weinreise von einem Ehepaar aus England welche schon länger solchen Weintouren veranstalten und auch Verkostungen in London und anderswo veranstalten. Der Kontakt zu Good Wine Tours in meinen links.

Bulgarien ist ein kleines Land auf dem Balkan mit ca. 7 Mio. Einwohnern, aber einer langen Geschichte des Weinbaus, der in die Zeit der Trojaner und der alten Griechen zurückreicht. Station machen sollten wir in der Stadt Plovdiv, welche in der westlichen Region des Thracian Valley liegt und ein guter Ausgangspunkt in fast alle Himmelsrichtungen und die Weinregionen ist. Bulgarien teilt sich in 5 größere Weinregionen auf: Danuban Plain im Norden, Black Sea im Osten an das Schwarze Meer angrenzend, Thracian Valley zentral bis in den Süden des Landes reichend, Rose Valley zentral gelegen und Struma Valley, im Süd-Westen, welches im Westen an Mazedonien und im Süden an Griechenland angrenzt und das heißeste der 5 Regionen ist. Wir bewegten uns also primär in der Region Thracian Valley von Plovdiv aus.

Plovdiv ist eine alte römische Ansiedlung, und wird 2019 eine der Kulturhauptstädte Europas sein. Dort gibt es mitten in der kleinen Stadt eine große Anzahl römischer Ausgrabungen, und am Ende der Fußgängerzone hat die Stadt ein Modell der Sportstätten, welche aus der Römerzeit stammen aufgestellt.

Das im Original zum Teil wieder ausgegrabene Forum ist mehr als 200 Meter lang und zog sich mitten durch die heutige Stadtmitte. Ebenso wurde erst vor einigen Jahren ein Amphitheater ausgegraben, wo heute wieder Theateraufführungen und andere Veranstaltungen stattfinden.

Nach eben so einer kleinen Tour mit der 8 köpfiges Gruppe durch die historische Altstadt ging es am Abend zu einer ersten Verkostung in eine Vinothek des Weingutes Bendida, welches ein kleines familiengeführtes Weingut seit 1936 ist, und unweit von Plovdiv bei Brestovitsa seine Reben anbaut.
Wir konnten an diesem Abend 4 Weine verkosten, wobei dazu gesagt werden muß, das dieses Weingut gerade einmal insgesamt 1700 Flaschen pro Jahr produziert. Die Mutter des Hauses schreibt die Rotweinetiketten alle selber per Hand, wobei die Tochter das Weismachen inzwischen übernommen hat.
So beginnt es also mit einem weißen der Trauben Misket, von alten Reben, der recht süßlich in der Nase daherkommt. Mittlere Säure am Gaumen, wenig Frucht und ansprechend flüssig, welches zum ersten gereichten Gericht, einem Lauchauflauf passte. Weniger Abgang aber ehrlich gemacht (14/20)

Dann folgte einer steh roter Tropfen von der Traube Rubin, welche in Bulgarien seit langer Zeit als klassische Rebe angepflanzt wird. Die Flasche aus 2016 mit 14% Vol. Alkohol hat eine kräftige dunkle Farbe. In der Nase etwas indifferent, aber vielleicht auch weil ich diese Traube noch nie im Glas hatte. Leichte Würze am Gaumen mit Kirsch und roten Früchten. (16/20)

Der zweite rote Tropfen ist aus der Rebsorte Mavrud gekeltert, aus dem gleichen Jahrgang 2016, welches ebenso eine klassische Rebe aus der Region Bulgarien  Die sehr fruchtige Nase endet mit leicht kräftiger Note am Gaumen. Gute Frucht mit leichten Tannieren. (15,5/20)
Dann folgt zum Schluß ein Rosé aus der Traube Rubin und dem Jahr 2017. Sehr feine Säure am Gaumen mit weniger Frucht als sonstige Rosé so üblich haben. Feine leichte und frische Note. (15,5/20)

Das war dann der Reigen der 4 Weine an diesem Abend in der Vinothek des Weingutes Bendida, wo es eine Kleinigkeit aus der eigenen Küche dazu gab und somit ein schon mal recht positiver Auftakt sein sollte zu unseren weiteren Touren an den nächsten 4 Tagen.

Alle Weine der Verkostung auf dem Tisch.



 

Winzerabend in der Weinbar FRANK mit dem Weingut Juliusspital aus Würzburg

Die erst seit ca. 4 Monaten eröffnete Weinbar FRANK in der Residenz in München hat einen ersten Winzerabend mit dem Weingut Juliusspital veranstaltet. Einige Tage vorher war ich auf ein Glas in der Weinbar und konnte von der Verkostung erfahren, welche an einem Freitag-Abend in der Weinbar stattfinden sollte. Also kurzerhand am Abend angemeldet und am entsprechenden Abend sollte es dann ein kleines 4-Gänge Menü geben mit 8 passenden Weinen vom Weingut Juliusspiptal. Interessant von der Ankündigung her war aus, das sich auf der Verkostung wohl ein paar Weine älteren Jahrgänge zur Verkostung anstehen sollten, welche sonst so nicht zu haben sind. Noch ein paar Worte und Fakten zum Weingut Juliusspiptal, welches heute auf einer Weinbaufläche von 180 ha seine Reben baut. Aber noch wesentlich beeindruckender sind die Zahlen für die weiteren Anbauflächen des Juliusspiptal. Landwirtschaft wird auf ca. 1050 ha betrieben und Forstwirtschaft wird auf ca. 3416 ha in ganz Deutschland betrieben.

Losgehen sollte es also mit einem Winzersekt Rosé brut aus 2016 welcher aus den beiden Rebsorten Sauvignon Blanc und Schwarzriesling bestand.

Sehr kürzlich erst abgefüllt war noch ein wenig Hefe in der Nase zu verspüren. Am Gaumen eine leicht säuerliche Note die sich sehr breit am Gaumen macht und noch recht heftig nachwirkt. Weiter in der Verkostung sollte es zu den Gerichten aus der Küche jeweils einen 2er Flight geben. Zum ersten Gericht, welches einen Teller Pfifferlinge mit Wildkräutersalat beinhaltete gab es folgende Weine:

Würzburger Silvaner trocken VDP Ortswein von 2017
Feine Nase mit Tier Note bei mittlerer Frucht und feiner Säure. Etwas Dichte am Gaumen mit leicht buttriger Note. (15,5/20) und
Würzburger Stein Silvaner trocken VDP Erste Lage aus 2017.
Recht fein, mit würziger Note, leicht mineralische mit kräftiger und feiner Struktur und fruchtiger mit mehr Luft im Glas. (16,5/20)

Die Kombination der Pfifferlinge mit den etwas groben Wildkräutern war soweit ganz gut, aber ein wenig sehr zaghaft gewürzt. Gut, dafür stand das obligatorische Salz und Pfeffer auf dem Tisch, was mich aber für eine solche Weinbar nicht ganz zufriedenstellend.
Der zweite Flight sollte ein Weißburgunder-Flight sein und kam mit einem Gericht auf den Tisch mit Namen Kalbsmeiserl mit Räucheraal:

Recht fein angerichtet von der Kalbfleischkomponente wobei der Aal in las eine Mousse auf den Teller kam. Somit eine entfernte Verwandte eines Vitelli Tonato. Hierzu sollte es also 2 Weißburgunder geben, welche aus den folgenden Lagen stammten:
Volkacher Karthäuser Weißer Burgunder GG, 2015
Sehr feine frische Nase mit dichter Note am Gaumen und vordergründig mit etwas Druck und leicht breiter Note. Kräuternoten und Apfel mit feiner Säure sowie recht langem Abgang bei einer feinen Frische. (16/20)
und
Volkacher Karthäuser Weißer Burgunder trocken Spätlese, 1990
dieser bereits recht gut gealterte 1990er Jahrgang hatte immer noch eine recht helle Farbe bei einer kräftigen Nase. Recht lang am Gaumen aber mit wilden Kellernoten und auch fast Hefen, welche nicht wirklich oxidativ wirkten, aber so als wenn der Wein wirklich bereits seinen Höhepunkt längst überschritten hat. Der Kllerton geht mit mehr Luft im Glas auch nicht weg und wirkt somit kaum mehr als noch wirklich trinkbar. Dumpfe Nase mit Fehlernoten (–/20)

Dann ging es weiter mit einem Gericht welches auf den Namen „Butterweiches Rippchen, Meistersosse, Braumeisterbrot“ sich auf der Karte und von 2 Weinen begleitet wurde.

Dieser Teller war wirklich gut von der Fleischkomponente, ebenso die Bohnen und die Sauße, wobei die Gnocchi mit dem Braumeisterbrot wohl nicht viel zu tun hatten welches aber separat auf dem Tisch serviert stand. Dazu sollte es folgende 2 Weine geben:
Juliusspiptal BT Spätlese trocken aus 2006
BT steht hier für das Namenkürzel eines der ehemalige Kellermeister des Juliusspital „Benedikt Then“. Dieser Cuvée besteht aus Silver, Riesling, Weißburgunder und Traminer und hat für mich eine recht typische burgundische Nase. Leichte Karamell Note samt feiner Süße. Ein feines Cuvée mit langem Abgang was bei dem Jahrgang recht interessant ist und immer noch eine recht feine und süffige Note am Gaumen hat. (17/20).

und
Würzburger Pfaffenberg Spätburgunder trocken Erste Lage aus 2015
Dieser rote Pinot Noir aus 2015 hat eine feine fruchtige Nase mit rauchiger Note und dichter sowie feiner Note. Gute Frucht bei mehr Luft im Glas (Was meist nur bei solchen längeren Verkostungen zu realisieren ist) (16,5/20)

Final gab es dann noch einen Dessert aus Vanillesoufflée und Beeren, welche von einem Rislaner begleitet wurde.

Das Soufflee etwas am Rande zusammengefallen, wobei die Beerenauswahl frisch und fein zu Wein gut passten.
Juliusspital Rieslaner Auslese aus 2017

Der Wein wirkt recht fein in der Nase, kräftige Noten mit seiner Süße und am Gaumen verstärkt sich diese Süße und m Abgang recht stark. Wirkt im Ganzen zu süß. (15,5/20)

Meine Geburtstags-Verkostung mit 14 Weingütern und 7 Broten

Zu meinem 65. Geburtstag hatte ich mir ein spezielles Konzept einer Weinverkostung ausgedacht. Zu verkosten sein sollten nur Weingüter, die ich auf der ganzen Welt bereits besucht hatte, und so eine Vielfalt von 7 weißen und 7 roten Weinen zustande kam, welche aus 9 Ländern und 4 Kontinenten stammten. Hier die Auswahl der Weingüter die ich für den Tag ausgesucht und besorgt hatte:

Molitor, Mosel, Bernkastel-Wehlen, Riesling, Zeltinger Sonne 2016
Glaser-Himmelstoss, Franken, VDP, Silvaner Dettelbacher Berg 2015
Gesellmann, Österreich. Deutschkreuz, Chardonnay, Steinriegel 2015
Ch. la Canorgue, Frankreich, Luberon, Cuvée blanc 2017
Bodegas Ostatu, Spanien, Rioja, Lore de Ostatu, Cuvée Viura/Malvasia 2012
Framingham, Neuseeland Marlborough, Riesling Oude Wines 2016
Eagles‘ Nest, Süd Afrika, Constantia, Sauvignon Blanc 2016
Heid, Württemberg Fellbach, VDP Lemberg 2015
Haas, Italien Südtirol Montan, Pinot Noir 2013
Ch. Cos d’Estournel, Bordeaux, St. Estèphe, Les Pagodes de Cos 2012
Wine & Soul, Portugal, Douro Region, Character de Douro, Cuvée 2015
Bouchon, Chile Maule Valley, Carménère, Block Series 2013
Reynecke, Südafrika Stellenbosch, Syrah 2014
Schubert Wines, Neuseeland Martinborough, Marian’s Vineyard, Pinot Noir 2013

Aufgebaut sollte das dann unter einem luftigen Zelt so aussehen:

Das ist die Ecke der 7 ausgesuchten weißen Flaschen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, Neuseeland und Südafrika.


Die ersten 2 roten aus Deutschland und Italien

Die weiteren 4 roten Sorten aus Frankreich, Portugal, Chile und Südafrika

Und final in einer anderen Ecke ein letzter Roter aus Neuseeland.

In anderen Beiträge auf diesem blog habe ich ja bereits einige dieser Weingüter erwähnt, da ich manche dieser in den letzten 3 Jahren besucht habe, seit ich diesen blog betreibe. Weitere Details werden folgen zu Weingütern die ich vor 2015 bereits besucht hatte.

Dann sollte es natürlich etwas zum Beißen zu den guten flüssigen Tropfen aus den 14 Ländern geben. Für mich waren es da dann am ehesten die Brote, welche ich so seit ca. 1,5 Jahren selber backe und die Rezepte aus dem Wildbakers Buch stammen. Somit sollte es 7 verschiedene Brote geben die da waren:

Backfeuerbrot:

Dinkelbrot:

Kürbiskernbrot:

Ciabatta:

Winzerringe:

Französisches Landbrot:

Focaccia:

Während der Feier sollte das so guten Anklang geben, das die Brote schnell, so frisch wie sie waren, verspeist waren. Aufgebaut auf der Terrasse zur Selbstbedienung.
  
Und als kleine fingerfood Zugabe hatte ich aus 400 gr. Mandeln ein paar Schälchen Mandeln mit Miso zwischen die Weine gestellt.



 

Besuch Atelier im Bayerischen Hof München

Zu meinem letzten halbrunden Geburtstag hatte ich 5 Freunde in das erst seit letztem Herbst mit 3 *** Sternen dekorierte Restaurant Atelier im Bayerischen Hof eingeladen.
Da es bei einer Gruppe ab 6 Personen an einem Tisch nur ein ausgewähltes Menü für den Tisch gibt, hatten wir uns für die 5 Gang Variante aus dem 7-gängigen Menü ausgewählt, und ich hatte im Vorfeld des Besuches bereits die Weinkarte etwas gründlicher inspiziert, so das ich dann bei der Zustellung des aktuellen Minus einige Tage vorher auch schon die von mir ausgewählten Weine dem Sommelier und der Restaurant-Crew mitteilen konnte.
Die Kurzform der Menüfolge lautete folgendermaßen:
• Rücken & gezupfte Keule vom Kaninchen Aubergine, Tomate, Don Bocarte Anchovis & Burrata
• Bayerische Forelle Kimizu von Gartenkräutern, Kartoffelstampf & Schinken-Zwiebelsud
• Dim Sum geschmorter Ochsenschwanz, Knollensellerie, Nashi, Pekanüsse & Markbrühe
• Perlhuhn „Excellence“ von Jean Claude Miéral in Vin Jaune gegart. Artischocke, Risoni, Karotte & reduzierter Hühnerfond
• Johannisbeerstrauch Mädesüß & Tonkabohne

Dazu hatte ich dann folgende Weine ausgesucht:

Sektmanufaktur Schloss VAUX, Rüdesheimer Berg Schlossberg, Riesling Brut, 2010 Rheingau, DE
Weinmanufaktur van Volxem, Scharzhofberger Riesling, QbA trocken, 2015 Mosel-Saar-Ruwer, DE
Domaine les Aurelles, Aurel blanc, Roussanne, Languedoc-Roussillon, FR
Hamilton Russell, Chardonnay 2014, Walker Bay, SA
Az. Agricola Poliziano, Vino Nobile di Montepulciano, 2013 Toskana, IT
Weingut St. Urbanshof, Piesporter Goldtröpfchen, Riesling Kabinett 2014 Model, DE

Am 6er Tisch Platz genommen gab es dann zunächst ein Glas vom VAUX der sich dann sehr gut in die kräftig würzigen Amuse Geules der ersten Grüße aus der Küche einpassen konnte. Der Riesling ist klassisch wie ein Champagner ausgebaut und wirkt zwar trocken hat aber im Abgang eine feine süßliche Note die den Gesamteindruck auch mit den ersten Happen recht freundlich macht. Die ersten Amuse Geules bestanden aus: Waldpilzbaiser, geräucherter Shiitakecreme, Enoki & Buchenpilze, sowie ein Chorizo in knusprigem Frühlingsrollenteig (ohne Foto) sowie Profiterole mit Oktopus, Gemüsetartar & koreanische Aioli.

  

Aber auch dann sollte es mit der Menüfolge nicht losgehen, denn jetzt folgte erst einmal ein größerer Teller mit einem Gruß aus der Küche der sich sehr schön als Einstieg zu den Weißweinen zeigte, aber auch noch gut mit dem Winzersekt von Schloß VAUX harmonierte:
Frühlingshaftes Spargelbeet, Haselnuss, Mistel & Kräutercrêpe.

Eine wirklich schon fast komplette Vorspeise mit sehr feinen ausgesuchten Spargelnoten welche in einem Schaum steckten der mit jedem Bissen wieder eine weitere Geschmackskomponente hervorbrachte. Das grüne Kräutercrêpe on top knusprig und sonst auch die Nüsse mit kräftiger „Knack“-komponente.
Nach diesem feinen Spargelbeet sollte es aber noch ein kleiner weiterer Zwischengang sein, der wohl sicher auch zur Klärung der Geschmacksknospen beitragen konnte:
Perlmutt, Austermousse, Rosé Champagnergelée und Sauerampfer.

Dann sollte es mit der Menüfolge losgehen und wir erwarteten eine erste Vorspeise mit Rücken und gezupfte Keule vom Kaninchen.

Dieser Gang war insgesamt recht kräftig und säuerlich angemacht wo wohl auch die vermerkte Don Bogarde Anchovis Ihren Beitrag dazu lieferte. Die dünn geschnittene Tomate in einem Auberginen „Saft“ trug ebenso dazu bei.

Der nächste Gang sollte eine Bayerische Forelle sein mit Kimizu und Gartenkräutern, Kartoffelstampf & Schinken-Zwiebelsud.

Der Schinken-Zwiebelsud, auf dem die gesamte Komposition schwamm, wirkte recht leicht und konnte den feinen Fisch gut begleiten.

Dann gab es ein asiatisch tituliertes Teigtäschchen mit dem Namen Dim Sum mit geschmortem Ochsenschwanz, Knollensellerie, Bassi, Pekanüsse & Markbrühe.

Wenn auch das Dim Sum etwas stark von den gekräuselten Selleriestreifen und anderen Gekräuselt etwas versteckt war, konnte hier der Ochsenschwanz wirklich überzeugen. Die helle Sauce dazu war recht dick und würzig, mit wohl einige Senfkörnern.

Zu diesen drei letzten Vorspeisen hatten wir dann eben die ersten drei Weine der weißen Reben in der Reihenfolge van Vollem, Aurel und Hamilton Russell.

 

Der van Volxem Scharzhofberg hier nochmals einzeln abgebildet, da auf dem Dreierfoto so schlecht beleuchtet.

Vor der Hauptspeise sollte es aus der Küche nochmals einen kleinen Zwischengang geben in Form eines Sorbets welches auf den Namen „Atelier Radler“ hörte. Viel Eis mit ein wenig Wodka, und anderen frischen Komponenten welche ich mir nicht mehr aufgeschrieben hatte. War aber als kleiner frischer Zwischengang in einer auf den Kopf gestellte abgeschnittene Bierflasche auf den Tisch.

Dann ging es zum Hauptgang mit der Hauptkomponente Perlhuhn „Excellence“.

  
Hier zeigte sich für mich eine ausgezeichnete Behandlung der Komponenten. Sehr fein das Perlhuhn mit sehr reduziertem Einsatz von weiteren kräftigen Komponenten der Gemüsesorten von Artischocke, Karotte und dem kleinen Extra Gefäßen mit dem Risoni am oberen Rand des Tellers. Hierzu gab es den Vino Mobile di Montepulciano.
Jetzt folgte noch ein Kleines Pre-Dessert in Form von Kopfsalat, Felchlin Edelweiß. gerösteter Quinoa & Heidelbeere.

Kaum einer unserer 6er Gesellschaft hatte mit so einem Kopfsalat als süßen Dessert gerechnet, was natürlich auch ein solches Restaurant mit Küche immer wieder interessant macht. Der Kopfsalat hatte so feine süße Komponenten am Gaumen, das es kaum der Heidelbeeren benötigt hätte. Der geröstete Quinoa war dann die rauchige Gegenkomponente zum Kopfsalat. Sehr fein.
Dann zum finalen Dessert der mit dem Titel Johannisbeerstrauch, Mädesüß & Tonkabohne.

Sehr filigran gearbeiteten ebenso fein präsentiert auf dem Teller mit seinen primär drei Komponenten. Sehr ausgewogene Geschmackskomonenten welche nicht zu süß, aber auch nicht zu aufdringlich wirkten. Ausgezeichnet. Dazu tranken wir einen Kabinett vom St. Urbanshof.

Dieser passte natürlich auch wunderbar zu den finalen Madelaines und sonstigen Pralinen, die es zum Schluß des Menüs mit dem Espresso oder Café  dann geben sollte.



 

Verkostung Ch. Changyu mit dem Club der Weinakademiker

Diesen Namen Chateau Changyu habe auch ich in der jüngeren Vergangenheit nur peripher  einmal wirklich wahrgenommen also erst einmal ein paar Einführungserklärungen die ich hier wiedergeben möchte, die uns Herr Lens M. Moser als Gast an diesem Abend durch die Verkostungsreihe führen sollte. Das seit 30 Jahren existierende „Ch. Changyu Moser XV“ hat vor einigen Jahren den Ökologen Lenz M. Moser aus Österreich als Weinberater, Ökologen und Fachmann engagiert, um die Produktionsprozesse und die Vermarktung der Weine voranzubringen.
Das Weingut liegt 700 km westlich von Peking und südlich der Mongolei auf einer Hochebene von 1100 m Höhe ü. NN. Auf 250 ha werden ca. 90 % Rotweine angebaut, davon ca, 80 % Cabernet Sauvignon, und damit werden ca. 500 Tod. Flaschen Wein im Jahr produziert. Der Höhenlage geschuldet werden auch nur ca. 2000 Eben je Hektar gepflanzt, denn auch der Niederschlag in der Region beträgt je Jahr nur ca. 100 – 150 mm Niederschlag pro Jahr. Also werden die Weingärten auch intensiv bewässert, was aufgrund der nachbarschaftlichen Gebirge im Westen, die auf ca. 3000 Meter Höhe reichen, kein Mangel dessen besteht.Auch selbst im Winter werden diese Wassermengen genutzt, denn im Sommer als Wüstenregion bei den niedrigen Niederschlägen bezeichnet, wird die Region im Winter zu einer eiskalten Region, wo die Reben dann durch einen speziellen Schnitt so unter die Erde gebuddelt, und die Weingärten ist alle im Winter unter Wasser gesetzt und einfreieren, womit der Frostschutz durch natürliche Mittel dargestellt werden kann.

China ist inzwischen der 5. größte Weinproduzent in der Weinwelt und hat sich nach Erzählungen von Herrn Moser nicht mit Massenweinen einen Markt erobert, sondern es werden zwar insbesondere für den inländischen Markt, aber auch inzwischen für einige Exportländer, hochwertige Tropfen im mittleren bis oberen Preissegment hergestellt und vermarktet. Davon wollten wir uns natürlich auf dieser Verkostung auch ein Bild machen und so ging es an diesem Abend in der Reihe der verschiedenen angestellten Weine los mit einem Riesling und einem Sauvignon Blanc aus der Region Helen Mountain, wo das Chateau Changyu Moser XV liegt.

Es sollte insgesamt 8 Weine zu verkosten geben, wobei dann noch 2 „Benchmark“ Weine hinzukamen die uns Herr Moser als Vergleichsgröße hinzugestellt hatte, und die wir dann zu jeweils einem der roten Ch. Changyu verkosten konnten.
Das Chateau selber ist von einem Chinesischen Architekturbüro erbaut worden und es wurden eine ganze Reihe Vorbilder aus dem Bordeaux und den sonstigen französischen Chateaus herangezogen, welches die Optik prägt. Aber nicht nur die Optik ist kopiert, sonder auch die chinesische Größe muß wohl eine gewisse Rolle gespielt haben, denn in der Anlage können wohl mehrfach die Menge an Trauben verarbeitet werden, wie sie heute dort in Wein gekeltert werden. Nun zu den diversen verkosteten Flaschen die am heutigen Abend zur Verkostung anstanden.

Los ging es wie schon erwähnt mit einem Riesling aus 2016. Die Nase recht verhalten mit leicht grasiger Note. Am Gaumen etwas direkt mit leicht buttriger Note und leichter Frucht von gelben Früchten. Etwas sehr untypisches für eine europäische Riesling-Nase und Gaumen. (15/20) Punkten
Dann gab es einen Cabernet Sauvignon de Noir. Also einen weiß gekelterten Cabernet Sauvignon der für den chinesischen Markt wohl eine totale Novität war, wie uns Herr Moser berichten konnte. Das machte aber insbesondere auch gleich seinen Markterfolg aus, denn die Flaschen waren recht schnell ausverkauft. Dieser Blanc de Noir aus 2016 hatte eine sehr helle rosa Farbe bei leicht floralen Noten. Eine feine Frucht am Gaumen mit frischen Noten und eine wirklich feine Struktur. Bei etwas mehr Luft im Glas wirkte der Tropfen immer besser und entwickelte so seine ganze Vielfalt. (16/20)
Dann gab es einen Merlot, Cabernet Rosé aus 2016, der auch eine sehr verhaltene Nase aufwies. Die fast schon direkte Mineralik am Gaumen überraschte mich und entwickelte sich zu einer recht kräftigen Note, was nach der Nase nicht zu vermuten war. Hier zeigte sich wohl schon eine erste richtige Handschrift des Herrn Moser, der wohl einer der ersten Weinmacher in China war, der sich an einen Rosé herangemacht hatte. Wie er berichtete, wachsen auf der Höhe der Lage die CS Trauben mit recht kleinen Beeren am Weinstock, so das sich hier auch bei der richtigen und auch vollreifen Lese ein Wein für einen Rosé entwickeln kann, der sich dann in der Flasche und im Glas entsprechend entfalten kann. Meine Bewertung (16,5/20)
Dann gab es einen ersten rote Tropfen von Ch. Changyu aus 2015 im Vergleich mit einem Ch. Phelan Segur aus 2104. Eine insgesamt sehr interessante Nebeneinanderstellung zweier CS Flaschen, welche sicher unter ganz unterschiedlichen Bedingungen und Konditionen entstanden sind. Der Ch. Changyu hatte noch frische Fruchtnoten in der Nase und wirkte zunächst im glas noch leicht stumpf, was sich mit mehr Luft etwas verflüchtigte.     Der Bordeaux hatte natürlich seine typischen Tannen und kräftigen Noten, wobei der Chinese sich nicht wirklich verstecken mußte, denn wie auch nach Aussage des Herrn Moser wollen die Chinesen nicht die Bordeaux Weine nachmachen, sonder einen eigenen Stil ihrer Weine entwickeln. /16,5/20)

Dann gab es einen Grand Vin des Ch. Changyu aus 2013 mit Cabernet Sauvignon. Im Vergleich dazu ein Tropfen aus Chile mit Namen Sena. Der Changyu zeigte eine sehr feine und dichte Nase mit kräftiger Würze. Am Gaumen eine sehr schöne Frucht mit dichter Note und langem Abgang. (17,5/20)
Zum Schluss gab es dann noch 2 Eisweine, was hier nicht wirklich verwunderlich ist, denn auf einer Höhe von 1100 Metern wird es wohl bereits im Oktober/November solche Frosttemperaturen geben, um einen entsprechenden Eiswein ernten zu können. Hier werden die Trauben Vidal angepflanzt welche sich wohl ganz gut für so eine Machart eignen. Der erste hatte den Namen „Golden Diamond Icewine – Gold“ und der zweite den Namen „Golden Diamond Icewine – Blue“.  o. Jahr. Hat sicher noch Entwicklungspotential, denn da hätten manche deutsche und österreichischen Gewächse sicher einiges besser abgeschnitten. Lagen für mich beide in der Bewertung so zwischen 16 bis 16,5 Punkten.

Fazit: Insgesamt eine sehr interessante Weinverkostung mit ausgezeichneten Erklärungen von Herrn Moser, der berichtete, das er selber so ca. 3 – 6 Monate im Jahr vor Ort in China auf dem Weingut zugegen ist, um die Entwicklung entsprechend zu begleiten. Die Ergebnisse lassen sich durchaus sehen, und man wird gespannt sein, was da noch so alles auf uns zukommt. Auch hier in der Weinwirtschaft wird in China nicht gekleckert, sonder nur in großen Dimensionen gedacht und gehandelt.