Archiv der Kategorie: Wein

Südafrika Weinreise – der sechste Tag

An diesem Tag sollte es zu zwei großartigen Weingütern in der Region Stellenbosch gehen.

Reyneke wines – ein biodynamischer Betrieb, und


Oldenburg Vineyards mit offensichtlich deutschen Wurzeln.

Los gehen sollte es mit dem ersten Besuch an diesem Tag bei Reyneke wines welches ein Demeter zertifizierter biodynamischer Betrieb in der Region Stellenbosch ist. Das 40 ha große Gut baut auf 18 ha Wein an und arbeitet auf fast allen Flächen mit biodynamischen Methoden. Kaum eingetroffen gehen wir bei bestem Wetter erst einmal in die sehr nahegelegenen Weingärten wo uns der Winzer eine Menge an Spezialitäten zu seinem Weinanbau erzählen, aber auch live inmitten der Rebreihen, welche zum Teil noch die Trauben tragen, uns zeigen kann, was ein Teil der Biodynamie in seinem Betrieb ausmacht. Nach einer intensiven Einführung geht es dann in eines der Gebäude und einem Verkostungsraum, wo wir die Ergebnisse der letzten Jahre verkosten können.

Wir können insgesamt 8 Weine verkosten, die insbesondere im Rückblick auf die gesamte Reise, eines der absoluten Höhepunkte dieser Reise darstellen. Während der Verkostung gibt es immer wieder recht ausführliche Erklärungen vom Winzer, der ursprünglich Philosophie studiert hatte, und später dann sich mit einer Weinausbildung in dem Segment selbständig machte, was nach ein paar Jahren zwar fast schief ging, aber nach einem fulminantem Fernsehauftritt und einem Interview die Sache mit dem Wein erst richtig ins Rollen kam. Wir verkosten dann also 4 weiße Sorten und 4 rote Flaschen. Die weißen Tropfen habe ich im Schnitt mit guten 15,5 bis 17 Punkten bewertet und die roten Sorten mit 16 bis 18 Punkten von 20.Insbesondere der Reserve aus 2015 hatte bei mir einen bleibenden Eindruck, und somit mit 18 Punkten bewertet, hinterlassen.

            

Auffallend sind die klar gestalteten Etiketten ebenso aber auch eine Neuigkeit, die ich so fast noch nie gesehen habe, das sich der Winzer mit einer eingravierten Marke auf der Flasche präsentiert, und die sonstigen Informationen ausschließlich auf dem Rückenetikett sich befinden. Insgesamt also eine sehr überzeugende Präsentation, was sich aber nicht nur auf die äußere Präsentation bezieht, sondern insbesondere auch auf die diversen Inhalte der Flaschen bezieht.
Noch ein interessantes Detail, welches hier auf den Flaschen zu sehen ist sind eingeätzte Inschriften, welche die Ästhetik der Flasche unterstützt.

Ein letzter Blick zurück auf diesen ausgezeichneten Besuch mit großartiger Verkostung und sicher auch einer Erwartungshaltung, welche dann zum nächsten Weingut sich tragend auswirken könnte?


Die nächste Adresse sollte das Weingut Oldenburg sein, welches auf Wurzeln der deutschen Gründer zurückgeht, mit der Benennung des Weingutes der Stadt Oldenburg. Das Weingut hat eine sehr interessante exponierte Lage in einem Tal, wo uns der Kellermeister einiges im Weinberg wieder erklären kann, warum die Rebreihen in eine bestimmte Richtung gepflanzt wurden – um die Belüftung der Reben und Trauben zu unterstützen.

Aber hier wird, wie auch in vielen anderen Weingütern in Südafrika, der Wein primär von Hand gelesen, was einerseits generell schonender ist, andererseits kann selektiver geerntet werden, was den Reifegrad der Trauben berücksichtigt werden kann. Kranke Rebstöcke werden rigoros ausgerissen und zunächst einmal nicht nachgepflanzt, was die Gesundung des Weinberges grundsätzlich schonen soll. Ansonsten haben die Weingutsbesitzer auch hier zwischen den Rebflächen einige Naturbelassene Flächen erhalten, die sich auf die gesamte Gesundung der Natur wohl positiv auswirkt.

Wir bekommen ein ausgezeichnetes Lunch nach der Weinbergsbegehung und können die Weine von Oldenburg dazu verkosten.
      

Insgesamt bei Oldenburg eine sehr feine Qualität und außer dem Cuvée mit Namen Rhodium aus Merlot, CF, PV und Malbec werden primär reinsortige Wein gekeltert, die ich mit 15 – 16,5 Punkten von 20 bewertet habe.



 

Südafrika Weinreise – der fünfte Tag

An diesem Tag geht es zu zwei Weingütern in der Region Franschhoek welche den Namen
Rickety Bridge Winery

und
Glenwood Estate

tragen.
Am Vormittag geht es also zunächst einmal zum Weingut Rickety Bridge Winery, welches in der Region auf 27 ha Wein anbaut und darauf so ca. 400 to. Trauben erntet. Rickety Bridge heißt soviel wie unsichere Brücke, was auf die Gründerzeit des Weingutes zurückzuführen ist. Das Tal in dem das Weingut liegt welches von einem kleinen Fluß durchquert wird mußte also zu Beginn des Weingutes von einer unsicheren Flußüberquerung mit einer wackeligen Brücke überquert werden. Heute eine etablierte Adresse in der Region konnten wir wieder genau zur Erntezeit die Aktivitäten auf dem Weingut beobachten und der Verkostungsraum wie auch die Verkaufsräume sind ausgezeichnet ausgebaut und einladend gut ausgestattet.

Unsere Gruppe kann hier einige Weine verkosten was im Reigen der bisherigen Weingüter sich gut darstellte. Wir verkosten hier also 6 Weine aus dem Sortiment, wobei es bei Nachfrage auch noch einen Süßwein zum Abschluss zur Verkostung geben sollte.

Hier also der Reigen der verkosteten Weine, wobei mir der Semillon und der Chenin Blanc als trocken ausgebaute Version zunächst als eine der besten in dieser Reihe gefallen hatten. Beim Gang durch den Keller konnten wir sehen, das das Weingut große Holzfässer vom Faßhersteller Stockinger aus Österreich im Einsatz hat, was der Erklärung durch den Weinmacher seine schlüssige Logik hatte, denn großes Holz für weiße Rebsorten eingesetzt wirkt nicht so stark im Holzgeschmack wie kleinere Barriques. Und schließlich gab es zum Abschluss auch noch einen Süßwein der wie bereits berichtet auch in der Machart der „broken stems“ hergestellt wurde aus der Traube Chenin Blanc. Der Jahrgang 2016 wurde aufgemacht und konnte mit seinen Apfel, Pfirsich und Mandarinen Noten sich mit einer schönen hellrosa Farbe im Glas präsentieren. (16,5/20) Eine feine Adresse und ein guter Start in den Verkostungs Tag.


Dann ging es zum Weingut Glenwood Estate, wo wir zunächst einige Weine verkosteten, und dann auch auf dem Weingut aus der eigenen Küche (dem Lokal Rendezvous) einen sehr guten Lunch erhalten sollten. Zunächst gibt es also erst einmal die 7 Weine zu verkosten was sich insgesamt sehr schlüssig darstellte und in der Reihe mit 4 weißen Trauben von Cuvée aus Semillon und Sauvignon Blanc darstellt und dann 3 verschiedene Chardonnays. Bei den roten Trauben sind es dann die Trauben Shiraz und Merlot, welche uns ins Glas kommen. Zum guten Schluß gab es dann auch noch einen Late Harfest Semillon der mit 20% SB aus Cuvée sich präsentierte. Insgesamt allerdings nicht so fein wie die Süßwein von Rickety Bridge.
      
    
Aber dann gab es ein feines Lunch im Freien unter einer Weinlaube zu genießen, welche sich spät in den frühen Nachmittag zog.



 

Südafrika Weinreise – der vierte Tag

Am nächsten Tag, dem vierten in der Reihe der Weinverkostungen, sollte es in eine andere Weinregion gehen, welche sich Franschhoek nennt, und tatsächlich auch ursprünglich von Franzosen besiedelt wurde. Die Täler in dieser Region sind sehr malerisch, imposant mit hohen Bergen, aber zum Teil meint man dann auch wieder fast schon in der Toskana gelandet zu sein, wo sich Zypressen in den Himmel strecken. Unser erster Besuch sollte einem recht kleinen Weingut mit dem Namen „Lynx“ gelten, welches auf gerade einmal 11 ha Wein anbaut und darauf so ca. 89 Tsd. Flaschen produziert werden. Es werden in dieser sogenannten „Franzosenecke“ auch typisch französische Reben wie in Frankreich angebaut. Wir erleben Roussanne, Mourvèdre, Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot, Cabernet Sauvignon, Grenache, Syrah und Viognier.

Wir können hier auf dem Weingut 5 verschiedene Weine verkosten, welches mit einem Blanc de Noir aus Merlottrauben beginnt und sich über die reinsortigen Weine aus Viognier, Grenache und Syrah fortsetzt. Dazu gesellt sich ein roter Cuvée aus CS 35%, CF 35%, Merlot 20% und PV mit 20%, der den Namen Xanache trägt, was aber ein Fantasiename aus den Namen der Töchter des Weingutes ist.
       
Kurz nach der Verkostung ging es dann für die Gruppe in den Keller, wo es gerade richtig ab ging. Die Edelstahlbehälter mußten gereinigt werden, da weitere Trauben der Ernte nach den Betoncuves (siehe Bild unten) in die weitere Vergärung dort hineinkommen sollten.

Generell hat mir dieses Weingut recht gut gefallen, da die reinsortigen Weine fein ausgearbeitet waren und auch das Cuvée mit einem fein eingebundenen Alkohol daherkam.


  
Das nächste Weingut an diesem Tag sollte das Weingut Topiary sein, welche vor ein paar Jahren von 2 Franzosen gekauft wurde, und jetzt erst einmal richtig wohl auf Vordermann gebracht werden muß. Hier sollten wir auch wieder auf dem Weingut unseren Mittagslunch erhalten, der in diesem Fall von einer Catering Firma bestritten wurde, welche ausgezeichnete Sachen auf den Tisch bzw. Teller bringen sollten.

Es wird in diesem Weingut inzwischen recht viel mit Ganztraubenpressung gearbeitet, was aus der Burgund Region wohl stammt, wo einer der heutigen Besitzer herkommt. Der Begrüßungstrunk Blanc de Blanc aus MCC (Methode Classic Cape) hatte sehr starke Hefe, nicht nur in der Nase, sonder war auch noch in einigen Gläsern der Teilnehmer sehr trübe, was ich als schlechte Verarbeitung wertete und mir auch am Gaumen dieser Blanc de Blanc ganz deutlich ins negative abdriftete.
Ansonsten sollten wir hier beim Mittagslunch 5 Wein verkosten können, welche da waren ein Chardonnay, ein Rosé aus Shiraz, ein reinsortiger Shiraz aus 2013 mit einem recht niedrigen Alkoholgehalt von 13,25 vol. %. Ein Shiraz aus 2015 und einen Cabernet Sauvignon aus 2015.
  
die weiteren Flaschen hatte ich hier während des Mittagessen dann wohl nicht weiter fotografiert.
Der Chardonnay war für mich hier bei Topiary der beste Tropfen, welcher eine feine dichte Nase hatte, vordergründig eine leichte und frische Zitrusnote, nusszig, recht dicht und voll buttrige Note mit feiner Säure (16,5/20).


Die dritte Adresse an diesem Tag sollte ein weiteres kleines Familienweingut sein, welches seine Trauben nicht nur in der Region Paarl anbaut, sondern auch Weinberge in den anderen Regionen in Südafrika hat.
Das Weingut „The Ahrens Family“ erreichen wir mit dem Bus nach einer etwas holprigen Schotterpiste, welche schon an eine Massagetour erinnerte. Das sollte aber der jetzt folgenden Weinverkostung keinen Abbruch tun, denn es sollte uns eine wirklich sehr interessante Weintafel in einer recht unscheinbaren Hütte empfangen, wo wir Platz nahmen und den Worten des Winzers lauschten. Beginnen sollte das Ganze aber vor der Tür im Freien, wo der Winzer mit einem Säbel eine MCC Flasche öffnete, was natürlich spektakulär aussieht, aber der Inhalt sollte dann ebenso recht gut uns am Tisch munden. Dieser MCC liegt 22 Monate auf der Hefe und ist ein Cuvée aus 50/50 Chardonnay und Pinot Noir.

Dann sollen 5 Weine folgen, welche mit weitreichenden Erklärungen des Winzers zur Aufmachung, den Etiketten, der Verpackung und vielen weiteren Details begleitet werden, was dann zum Schluß der Verkostung noch in die Präsentation eines der Etiketten gipfelt, welche von einem Künstler in einem recht großen Format gestaltet wurden.

Auch die Namengebungen der einzelnen Weine werden hier außerordentlich besonders gewählt, was auf den speziellen Inhalt der Weine reflektieren soll.
Beginnen soll es also mit einem weißen Cuvée aus Roussanne, Marianne, Chenin Blanc und Clairette. The White Black aus 2016.

Sehr schöne Nase. Mit explosiven Noten am Gaumen und super feiner Frucht am Gaumen. Die feine Säure mit dem ausgewogenen Fruchtspiel mundet dann in einer Zitrusnote, welche dem Tropfen einen sehr feine Struktur verleiht. (17,5/20)
Dann folgt ein rote mit Namen „Black“ aus 2016, wo die Trauben aus dem Swartland kommen.

Dieser Cuvée aus Syrah (70%), Carrignan, Grenache, Mourvèdre und Cinsaut zeigt in der Nase eine feine Note. Sehr schöne Frische am Gaumen mit Kräutern, sehr elegant und wirkt fast edel. Wenn auch die Trauben in diesem Roten nicht wirklich denen des Bordeaux Cuvées stammen, kann hier vielleicht eher von so einem Bordeaux Cuvée gesprochen werden, was wir sonst auch immer wieder hier in Südafrika hören sollten. (17,5/20)

Dann folgt ein Chenin Blanc aus der Region Paarl mit Namen OVC aus 2017. Feine Note von Orangenschalen und Zitrusabrieb. Recht komplexe Noten am Gaumen mit feiner Säure. (16,5/20)
Und weiter geht es mit einem weißen Chenin Blanc von alten Reben mit dem Namen Bottelary aus 2016. Sehr dichte vordergründige Nase, Explizit sehr feine Säure am Gaumen mit sehr schönen ausgewogenen Noten und fein ziselierter Ausgewogenheit. (17,5/20) ohne Foto

Schließlich noch ein roter Tropfen der ein Cuvée aus 50/50 CS und Cinsaut ist. Leichte grüne Note in der Nase. Am Gaumen sehr feine Kirschnoten mit dichter Würze von roten Früchten und Pilzen. Recht spät am Gaumen dann die Säure mit süßlichen Anklängen und feinen Nuancen. (17,5/20)
Aber insbesondere hier auch interessant, wie der Winzer diesen Wein zusätzlich zum interessanten Etikett noch mit einer bedruckten Papier Banderole verkleidet.

Das wars dann an diesem Tag, und mit vielen Stimmen aus der Gruppe konnten wir feststellen, das dieses Weingut der Ahrens Family ein sehr würdiger und hochklassigen Abschluss der Weinverkostungen sein sollten.



 

Südafrika Weinreise – der dritte Tag


Creation Wines


Springfontein

An diesem Tag soll es zu zwei Weingütern gehen, die in der Region Walker Bay liegen und beide noch recht jung sind, was aber wenig über die Qualität der Weine aussagt. Die Region nennt sich auch Hemel-en-Aarde was so viel heißt wie der Himmel auf Erden. In dieser Region gibt es gesamt nur 16 Weingüter die dort Ihre Weine anbauen. Creation Wines wurde gegründet 2002 und baut auf 40 ha seine Weinreben an. Interessant dabei st, das 5 verschiedene Klone der Sorte Sauvignon Blanc angepflanzt wurden

Wir verkosten insgesamt 6 Weine, welche ich insgesamt recht gut bewerten konnte. Alle so zwischen 15,5 und 17 Punkten von 20. Wobei mir der Cuvée aus Grenache und Syrah die beste Note erhielt und hier ein Anteil von 80%Grenache und 20% Syrah in den Cuvée geflossen sind. Bei einigen Weinen arbeitet das Weingut mit Ganztraubenpressung, was uns bei späteren Besuch wiederholt begegnen wird. In diesem Weingut hatten wir auch die Gelegenheit im Weinberg zu sehen, wie die Weinlese vonstatten geht, denn unsere Reise war so angesetzt, das wir genau zur richtigen Lesezeit in den meisten Weingütern zugegen waren.

Springfontein:
Auch hier bei Springfontein haben wir die Gelegenheit den Mitarbeitern des Weinguts bei der Traubenverarbeitung zuzusehen.


Springfontein wurde 1996 gegründet, u. A. Von mehreren deutschen Familien und baut auf 25 ha seinen Wein an, der so ca. 100 Tsd. Flaschen im Jahr ergibt. Das ist hier also eher auch ein kleineres Weingut. Da wir auch hier zur Mittagszeit aufkreuzten, sollten wir ein vorzügliches Mittagessen erhalten, welches ich gleich ein wenig näher beschreiben werde. Hier aber zunächst die Weine, welche ich ordentlich bewerten konnte, da aber hier der Wein direkt zum Mittagessen gereicht wurde, ist eine wirklich neutrale Bewertung der Weine fast kaum möglich. Auch wenn mir so ein Mittagessen besonders gut gefällt, wenn sich die verschiedenen Geschmacksnuancen der Speisen mit den Weinen verbindet. Streng genommen ist mir aber eine getrennte Weinverkostug zum Essen deswegen lieber, weil mich ganz auf die Weinnuancen konzentrieren kann.

Wir verkosten einen Sauvignon Blanc aus 2017
einen Chenin Blanc aus 2016
einen Pinotage Blanc aus 2016
einen Pinotage aus 2016 und
Einen Chenin Blanc aus 2009 als Süßwein, der für mich aus der Wertung fiel, da er Fehltöne und merkwürdige medizinische Noten hatte.
    
  
Dann folgt hier die Reihe der Speisen, welche ich ja ein wenig näher beschreiben wollte:

Das Amuse Geule als kleiner Happen mit Lachs, kleinst geschnittener Gurke, einem Streifen von Zuccini und einem grünen Gelee wohl aus Kräutern.

Vorspeise folgte mit einigen Entenbruststreifen der mit dem Mais aber besonders mit der Sauce harmonierte.

Ein Zwischengang mit einem sehr fein gedünsteten Stück Lachsforelle mit Tomaten und feinem Gemüse.

Der Hauptgang mit einem Stück von Kudu und Wurzel-Gemüse, sowie einer feinen Sauce sowie zwei Tortellini mit Fleischfüllung.

Das Dessert mit einem dunklen Feigen-Eis und einer feinen Portwein Creme,

sowie zum finalen Abschluss ein sehr feines Sauerampfersorbet, welche als Zugabe aus der Küche serviert wurde.

Sehr fein gespeist ging es dann zurück nach Hermanus, wo wir auf dieser Station unserer Weinreise unser Hotel beziehen sollten.
Zu diesem Mittagsmenü mit einer feinen Weinbegleitung waren wir alle in der Gruppe recht angetan und meine Bewertung gipfelte in der eindeutige Äußerung das es sich hier wohl um ein außerordentliches Menü zu einer solchen Gelegenheit zu genießen.



 

Weinreise nach Südafrika – der zweite Tag

Am zweiten Tag sollte es also richtig losgehen mit den Besuchen auf den Weingütern, wobei es zunächst in eine cool climate Zone rund um Elgin gelegen, gehen sollte.

Die Region um Elgin ist ein Obstanbaugebiet, und Weine werden dort erst seit ein paar Jahrzehnten angebaut, was aber nicht heißt das die Weine dort weniger gut sind. Im Gegenteil, denn manche Trauben lieben solche Regionen der sogenannten cool climate Zonen. In Europa bezeichnet man beispielsweise alle Weinbauregionen nördlich der Alpen als cool climate Zonen, wobei selbst auch die Region Burgund noch ein wenig dazu zählt.
Die angekündigten Weingüter waren:

Spioenkop und

Gabrielskloef

Ich werden in den einzelnen Tagesberichten jetzt nicht auf jeden einzelnen Wein eingehen, wenn ich auch trotzdem von fast allen Flaschen die wir verkostet haben ein Foto machen konnte, und diese dann hier zeigen kann, so das bei Interesse auch unter den links der Weingüter entsprechend nachgesehen werden kann, was dort sonst so angeboten wird. Meisten war es so, das wir mit der Gruppe dann auf dem zweiten Weingut des Tages einen Lunch angeboten bekamen der in fast allen Fällen sehr gut ausgefallen ist. Wenn es etwas Besonderes gab, werde ich das in den einzelnen Tagesberichten gesondert erwähnen oder auch entsprechend mit Fotos belegen.

Nun zum ersten Weingut Spieonkop, welches vom heutigen Besitzer, einem Sommelier und aus dem Elsaß und Belgien stammend,  2005 gekauft wurde, 48 ha Land gesamt, wobei davon heute 12 ha mit Weinreben bepflanzte sind. Das Tal bei Elgin, wo Spieonkop liegt ist auf einer Höhe von 200 m über NN, Es werden auf diesem Weingut folgende Rebsorten angebaut: Pinotage, Pinot Noir, Sauvignon Blanc, Riesling und Chardonnay. Wir konnten an diesem Tage folgende Weine verkosten:

SB aus 2015, Riesling aus 2016, Chenin Blanc aus 2016, Pinot Noir aus 2014 und einen Pinotage „1900“ aus 2016. Ich habe die Weine durchweg als recht gut und eigenständig bewertet. Insbesondere der Chenin Blanc war für mich herausragend mit seiner Komplexität und Eigenständigkeit. (Sollte ich später in Kapstadt auch nochmals zu einem Essen in einem Restaurant trinken können).

        

Da das Weingut immer noch im Aufbau und Umbau ist, konnten wir noch nicht im neuen Verkostungsraum verkosten, dafür gab es aber im Freien eine Art Hütte, wo es entsprechend auch Platz für die große Gruppe gab.
  
Sehr eigenständige Anbauweise der Rebstöcke, welche in einer „V“ Anordnung auf einer leichten Hanghöhe so bei Spioenkop zu sehen war.

Wir wurden vom Winzer Koen Rose selbst empfangen und er hatte viel zu seinen recht eigenwilligen Weinen zu erzählen. Der geschichtliche Hintergrund auf dem seine Weine wachsen spiegeln sich dann in seinen Etiketten wider, welche in den letzten Jahrhunderten Schlachtfelder waren und so eine Geschichte weitergeschrieben wird. Insgesamt waren für mich die Weine nicht nur eigenwillig, sondern auch recht typisch und eigenen sich wohl ausgezeichnet als entsprechende Speisenbegleiter.


Dann zum nächsten Weingut in der Region Elgin, wo es wie angesprochen auch einen Mittagstisch für die Gruppe geben sollte. Gabrielskloef hat vor einigen Jahren des Sohn des Weingutes Bouchard Finlayson als Weinmacher engagiert, so das auf Gabrielskloef nicht nur die Qualität sich verbessert hat, sonder der neue Kellermeister Peter-Alan Finlayson hat eine eigene Weinserie unter dem Namen „Crystallum“ aufgelegt, die wir ebenso zum lunch genießen sollten.

  

Gabrielskloef produziert im Jahr ca. 230 Tsd. Flaschen, was für einen Südafrikanischen Betrieb so eine mittlere Größe darstellt. Wir verkosten zum Mittag also 5 Weine, 4 weiße und einen roten.

          

Hier sind nicht alle der 11 von uns verkosteten Weine abgebildet, was in manchen Fällen so während dem Mittagessen auch etwas schwierig war. Hervorgestochen haben für mich auf diesem Weingut 2 Flaschen. Der Pinot Noir „Peter Max“ aus der Crystallum Serie (Bild links unten) und recht daneben abgebildet ein Süßwein aus Semillon Trauben, der den Namen „Broken Stem“ auf dem Etikett trägt, was auch die Machart dieses Weines widerspiegelt. Die Trauben am Rebstock werden am Stilansatz einige Zeit vor der Ernte so geknickt, bzw. gebrochen, das sich die Traube nicht weiter mit Saft versorgen kann. Somit steigt durch weitere Sonneneinstrahlung der Zuckergehalt in der Traube und bei einer entsprechend späten Lese können hier solche Süßweine geerntet und gekeltert werden. Eine spannende Sache, denn in der cool Climate Region treten keine Nebel im Herbst auf und somit kann hier auch keine Botrytis entstehen.



 

Weinreise nach Südafrika – Anreise und erster Tag

Es ist mal wieder soweit, das ich eine größere Weinreise geplant hatte, welche von BKwines aus Frankreich durchgeführt wurde und schließlich eine Gruppe von 24 Personen sich mit dem Zielort Kapstadt im Hotel am nächsten Tag um die Mittagszeit treffen wollte. Da ich aber einen Tag früher anreisen sollte, weil meine Flugverbindungen so ungünstig waren, das ich erst gegen Abend hätte eintreffen können, hatte ich also noch einen weiteren Tag Aklimatisierungszeit mich vom Winter auf den Sommer umzustellen. Diesmal hatte ich Turkish Airlines gewählt, was einerseits die günstigste Variante war, andererseits auch mit der Umsteigezeit in Istanbul noch etwas kürzer als mit anderen Linien zum Zielort Kapstadt. Das Essen in der Business Class bei Turkish Airlines war recht normal, was mir aber besonders aufgefallen war, waren die Kaffeetassen, welche nicht nur ein normales Porzelangefäß waren, sondern noch eine entsprechende metallisch dekorative Umhüllung darstellte, welche den Griff der Tasse integriert  hatte und auch somit keine zu heiße Tasse anzufassen war.

Der Nachtflug vergeht mit einem einigermaßen ruhigen Flug sozusagen „wie im Fluge“ und ab dem nächsten Tag geht es mit Ankunft in Istanbul um ca. 12:30 Uhr für einige Stunden über den afrikanischen Kontinent, wo sich manchmal faszinierende Bilder aus große Flughöhe schießen lassen.

Wohl ein Flussbett mit etwas grüner Bepflanzung rechts und links des Wasserlaufes und an einigen Stellen sind dann kreisrunde Bewässerungsanlagen zu erkennen, welche sich vom Wüstenboden grünlich abheben.
Kurz vor der Landung in Kapstadt habe ich mich dann nochmals bei recht schönem Wetter dem Ausblick auf die näherkommende Landschaft gewidmet, wo sich dann solche Fotos machen lassen:

Im Hintergrund ist bereits der Tafelberg bei Kapstadt zu erkennen, welche eine kleine Wolkenfahne hat, was so fast immer zu sehen ist, außer er ist vollkommen in den Wolken versteckt. Wir hatten allerdings Glück, und konnten am zweiten Tag dann auch gleich einen Ausflug auf dem Tafelberg machen, wohin und die Gondelbahn mit einer drehenden Kabine hinaufbrachte.

Der Blick aus dem Hotelfenster, im 24. Stock gelegen, war entsprechend spektakulär.

Der Blick von oben vom Tafelberg ist dann auch entsprechend genauso spektakulär wie der Blick von unten, vorausgesetzt die Sicht ist gut, was bei uns an diesem Tage tatsächlich wunderbar der Fall war.

Vom Tafelberg zurück sollte es dann am Abend zu einem ersten „welcome-dinner“ gehen, wo uns der Gruppenbus in einen Vorort von Kapstadt an den Rand des Tafelbergs führen sollte. Wir fuhren zu einem Hotel, welches für die Gruppe ein spezielles Dinner vorbereitet hatte, und unsere Reiseleitung mit Britt und Per Karlsson hatten in einem nahegelegenen Weinshop am Nachmittag zuvor einige interessante Flaschen Wein eingekauft, welche an diesem Abend geköpft werden sollten. Das Essen ist nicht weiter groß erwähnenswert, auch wenn es ein paar typische südafrikanische Speisen gab.

Zunächst eine gemischte Vorspeisenplatte mit Spießchen und Teigtaschen, sowie karamellisierte Erdnüsse mit einem Grünzeug.

Dann gab es einen Auflauf mit einer Menge unterschiedlicher Inhalte, welche nicht so ganz auszumachen waren. Wohl dabei einige Gemüse mit Rosinen etc. Schmeckte ganz gut und war auch gut abgeschmeckt.
Da wir ja aber auf einer beginnenden Weinreise Waren, sollte an diesem Abend bereits einige Highlight aus der südafrikanischen Weinwelt auf den Tisch kommen.

Starten sollte die Reihe der Weine mit einem Chenin Blanc vom Weingut Raats aus dem Jahr 2017. Chenin Blanc ist eine hier recht kräftig aber mit auch einigem Schmelz ausfallende Traube und hält dem Wetter in Südafrika und auch den heißen Gegenden durchaus stand. Das Weingut Rats wurde gerade vom Platter’s 2018 zum besten Weingut in Südafrikas auserkoren.
Meine Bewertung: Sehr verhaltene Nase, leichte Frucht bei einer sehr schönen Komplexität am Gaumen (16/20)

 

 

 

 


Der nächste weiße Tropfen sollte ein Cuvée aus SB und Semillon sein, der vom Weingut Celestine, welche am Südrand von Afrika in der Region Aguilas liegt. Der Wein wird von der Weinshop betreiberin in Kapstadt erzeugt, wo die Weine eingekauft wurden. Es werden auf gerade einmal 1,8 ha die Trauben angebaut.
Recht würzige Nase mit feinen Nuancen. Sehr schöne Fruchtnote mit weichen buttrigen Tönen und Schmelz am Gaumen. (16,5/20)
Damit waren die 2 weißen Tropfen erledigt und wir konnten uns auf die roten konzentrieren, wo es einen Cinsaut, einen Pinotage und einen Syrah geben sollte.

 

  Dieser Cinsaut, ja den schreibt man wirklich so hier in   Südafrika – siehe Etikett, aus 2015 vom Weingut Stellenrust  hatte eine sehr schön frische Nase, eine leichte Fruchtnote mit  wenig Säure am Gaumen und nur leichten Gewürznoten (15/20)
Dann folgte ein Pinotage, der eine Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsaut ist und auf der Weinakademie in den 20er Jahre in Stellenbosch so entstanden ist.

 

 


Das Weingut Beaumont mit einem 2014er zeigt sehr schön, was in so einer Kreuzung aus den 2 Rebsorten stecken kann. Duch den nicht ganz jungen Jahrgang war immer noch eine etwas kräftigere Säure zu spüren, welche aber mit einer feinen und sehr differenzierten Frucht unterlegt war. Leichte Gewürznoten am Gaumen mit fein strukturierten Eleganz und einem mittleren Abgang. (15,5/20)
Finalement ein Syrah aus der Region Swartland, welche etwas weiter nördlich von Kapstadt gelegen ist und eine generell heißere Region ist. Somit sicher passend zum heutigen Abend als Abschluss dieser Syrah von Lammerhoek. (By the Way, dieses Weingut wurde gerade von Fanz Beckenbauer gekauft)

 

 

Syrah aus 2015 zeigt eine sehr feine und runde Nase mit kräftigem Nachhall. Etwas Tannine bei weichem langem Abgang, Nachhaltiger Geschmack, dicht und sehr typisch für die Rebe Syrah. (16,5/20)

 

 

 

 

Das wars dann mit dem ersten Abend und diesen 5 Weinen für eine Gruppe von 24 Personen, welche sich somit etwas hatten beschnuppern können.



 

Pastinaken-Birnen-Suppe

Diese Rezept mit dem Herbst/Wintergemüse Pastinaken stammt aus dem neuen Buch von Daniel Humm „I love NY“. Ich will in diesem Fall nicht das ganze Rezept beschreiben, welches im Buch auf Seite 304 gut nachzulesen ist, aber dafür das begleitende Vanille-Mandel-Öl, welches eine wunderbare Beigabe zu einer solchen geschmacklich abgerundeten Suppe darstellt, und noch die diversen Geschmacksrichtungen in der Suppe hervorheben kann. Dazu habe ich mir einen etwas gealterten weißen Tropfen vom Weingut Gauby aus 2007 aus dem Keller geholt.
Zu dem Mandel-Vanille-Öl braucht man 50 ml Mandelöl (welches ich bei uns nur im Reformhaus gefunden habe) und 1/2 der Länge nach aufgeschnittene Vanilleschote bester Qualität. Das Öl und die Vanilleschpte in einen kleinen Topf geben und auf 90 Grad erhitzen. Dann erkalten lassen und und abgedeckt bei Zimmertemperatur 24 Std. ziehen lassen. Dieses Öl hab ich dann in ein kleines Sojakännchen gegeben, womit man diese Flüssigkeit wunderbar dosieren kann.
Die Kombination der Pastinaken mit den Birnen ergibt schon einen kräftigen und erdig dichten Geschmack, der dann mit der Zugabe des Mandel-Vanille-Öls erst so richtig an Finesse gewinnt. So hab ich das dann auf den Hering Teller angerichtet:

Und am Tag darauf gab es die Suppe nochmals ergänzt durch etwas eingelegten Daikon (weißer Rettich).
  
Hier noch der dazu von mir ausgewählte Weißwein aus dem Languedoc-Roussillon Gebiet, genauer gesagt aus der Ortschaft Cale vom Weingut Gauby. Diese heiße Region bringt mit seinen zum Teil alten Reben sehr kräftige und intensive Tropfen hervor, die zu so einer geschmacksintensiven Suppe bestens passen.

Domaine Gauby, Vieilles Vignes, 2007 aus Calce.
Ein Cuvée aus:
40% Macabeu
30% Grenache blanc
5% Carignan blanc
10% Grenache gris
15% Chardonnay
Der Wein wird nicht geschönt und nicht gefiltert.



 

FRANK, die neue Weinbar in der Residenz in München

Lange angekündigt hat heute am 15. Februar 2018 die neue Weinbar in der Residenz in München eröffnet. FRANK sei der Name, der schon einige Wochen im Fenster klebte und Kaun einen Blick in die Innereien der vermeintlichen Lokalität freigeben wollte. A, letzten Dienstag ging ich dort nochmals vorbei und mußte feststellen, das die Fenster jetzt einen Blick freigeben, auf das Interieur und so deutete mir jemand aus den Räumlichkeiten an, am Donnerstag wir eröffnet. So registriert wanderte ich also dort nach meinem Mittagslunch dorthin und fand die eröffneten Räume gut beleuchtet und mit einer gewissen Betriebsamkeit der Serviceleute anregend lebendig begrüßt. Ich suchte mir einen kleinen Tisch in einer Ecke aus und wurde sogleich mit Speise.- und Weinkarte versorgt.

Also hier nochmals zur Klarheit, und auch wo der Name der Bar herrührt. Frank steht für das Weinbaugebiet Franken und es werden auch bisher ausschließlich Weine der Gebietswinzergenossenschaft Franken (GWF) und einigen fränkischen Winzern ausgeschenkt, welche diese Weinbar auch betreiben. Das mag für manche Weintrinker vielleicht etwas einseitig klingen, jedoch werden bereits laut Karte schon mal glasweise 3 Winzersekte, 1 Rosé, 5 rote Tropfen und 23 weiße Weine im offenen Ausschank in Riedel Gläsern per 0,15 l ausgeschenkt. Ja richtig, so weist es zumindest die Weinkarte aus, das die offenen Weine als 0,15 l ausgeschenkt werden. Einer Weinbar durchaus gut zu Gesicht steht aber auch der Ausschank von gewissen „flight“, welche sich folgendermaßen darstellen:

Angeboten werden also 2 Vertikalverkostungen, was so viel seit, das von einer Traube und einem Winzer mehrere Jahrgänge präsentiert werden. Das war also für mich genau der richtige Anreiz damit zu starten, was an diesem ersten Tag für den Service hieß, 6 Flaschen aufreißen und entsprechend 0,05 l in jeweils einem passenden Glas ausschenken.
Ich starte mit dem Weißburgunder von Divino, welches die Winzergenossenschaft in Nordheim ist und in der Mainschleife liegt. Hier kommen folgende Jahrgänge ins Glas:
2012, 2013 und 2014, wobei mir ausgerechnet der 2013er am besten mundete, denn dort war die Fruchtnote mit dem entsprechenden Abgang wirklich am Besten.

Und anschließen folgte der rote Tropfen, welches ein Domina vom Weingut Höflich, welches nördlich von Würzburg in Eußenheim liegt, und mit folgenden Jahrgängen ausgeschenkt wird: 2002, 2004 und 2006. Das ist schon mal deswegen bemerkenswert, da in den Weinbars sonst in der Stadt es kaum wirklich gealterte Tropfen zu bekommen oder zu verkosten sind.

Hier war ganz besonders schön zu verkosten, das in so einer range von 2002 bis 2006 die Unterschiede wunderbar herauszuschmecken sind. Der 2002er schon fast überreif mit sehr fruchtig süßen Noten, wobei der 2006er noch relativ jugendliche und frisch sich zeigte.
Also so gesehen mit diesen beiden flights schon einmal eine kleine Bereicherung für die münchnerische Weinszene. Wobei ich anstelle des Domina auch sehr gerne eine Spätburgunder verkostet hätte. Aber Zeit kommt Rat, und im Laufe der Zeit wird sich das Angebot auch sicher einmal ändern.
Alle weiteren kulinarischen Genüsse demnächst in diesem Theater, denn es gibt sicher noch einige feste Nahrung zu verkosten, vom Kuchen über die Speisekarte zum Mittag und Abend. Innen sieht die Weinbar dann in einigen Fotos so aus:



 

miso – das neue Kochbuch von Claudia Zaltenbach

Nicht gerade meine erste Kochbucbesprechung hier auf meinem blog, doch dieses, in der letzten Woche bei meinem Fachbuchhändler in München besorgte Kochbuch ist eine von mir ganz besonders empfohlene Publikation, da es mehrere Aspekte meiner eigenen Vorlieben vereinigt. Die Stichworte wären da:
Japan, Kombu, Dashi, Mirin, Sake, Umami, Yuzu, und last but not least >miso<, welches das Thema dieses relativ neuen Kochbuchs von Claudia Zaltenbach zum Thema hat. Insbesondere deswegen auch sehr interessant, da ich bisher keine so ausführliche Abhandlung zum Thema Miso bisher in deutscher Sprache lernen. In Kapiteln, in diversen japanischen Kochbüchern schon, doch nicht n dieser Ausführlichkeit wie es hier beschrieben ist. Und die Autorin beschreibt selber, das dieses Produkt nicht nur stur zu verwenden ist, wie es bei den Spezialisten zu erhalten ist, sondern nach Einstieg in das Thema wächst der Eifer seine Kreativität freien Lauf zu lassen. Aber zum Kernthema zurück. Miso ist im Prinzip eine Gewürzpaste, welche aus fermentierten Sojabohnen mit Reis und Salz hergestellt wird, und in recht unterschiedlichen Qualitäten und Daseinsformen sich aus den unterschiedlichen Regionen Japans präsentiert. Ich hatte zu dem Zeitpunkt 2 verschiedene Sorten im Kühlschrank parat, machte mich aber dann am Wochenende zu meinem Japaner in München auf den Weg, weitere Sorten zu besorgen, um etwas im Kühlschrank parat zu haben. Halten rät sich das Produkt recht lange im Kühlen. Mehrere Rezepte herausgesucht besorgte ich mir also ein paar Produkte und legte in dieser Winterzeit erst einmalig einem Rezept mit Schwarzwurzel los, wo ich mir ein Irisches Entrecôte dazu kombinierte und einen Lemberg aus Württemberg vom Aldinger.

Wie hier zu sehen die bereits eingeklebten Notizzettel, was ich so in den nächsten Wochen ausprobieren wollte. Und zu dieser Winterzeit bot sich also ein Rezept an, welches mit einem Wintergemüse starten sollte.
Ich wandelte also das Rezept auf Seite 120, „Badische Bubenspitzle mit Schwarzwurzeln und Miso-Béchamel“ ab zu einem Rezept wie:
Irisches Entrecôte mit Schwarzwurzeln und Miso-Béchamel ab.
Schwarzwurzel und Béchamel bereite ich also zu wie im Rezept beschrieben, und das Entrecôte wird kräftig gewürzt, und von jeder Seite ca. 3 Minuten scharf angebraten und dann im Backofen für ca. 5 – 8 Minuten bei 120 °C nachgegart, sowie für 5 Minuten in Alufolie ruhen gelassen. Serviert sieht das dann so aus:

Und dazu gehört natürlich ein vorzüglicher Tropfen Wein, wo in diesem Fall meine Wahl auf einen Lemberger vom Weingut Aldinger in Fellbach (Baden-Württemberg) gefallen ist. Und da dieser Rotwein nicht nur ausgezeichnet zum Entrecôte paßt, sonder auch sehr gut mit der Béchamel harmoniert, denn dort gewisse Fettanteile vorhanden sind, war ich durchaus  recht überrascht, wie sich so ein winterliches Gemüse mit einem asiatischen Miso und einem Württemberger Lemberger harmonieren kann.

Demnächst mehr in diesem Theater (blog), und aus dem Miso Kochbuch. Bon Appetit.



 

Kleines Wintermenü-Hokaido, Thunfisch, Wurzelgemüse

Auch wenn derzeit mein Marktstand für ein paar Tage geschlossen hat, sind auf anderen entsprechenden Gemüse und Obstständen die Zutaten für ein kleines Wintermenü zu erhalten.
Ich habe mir also folgende Speisefolge ausgedacht, welche dann auch in anderen Variationen für die Folgetage herhalten kann.
Ich habe mir diese Zutaten besorgt:
1 kleiner Hokkaido Kürbis,
1/2 Sellerieknolle,
2 Urmohrrüben,
2 Schalotten,
2 Knoblauchzehen,
1 Bund Frühlingszwiebeln,
Weißwein, Gewürzen, Sahne.
Weiter für den Hauptgang:
1 Stück Thunfisch von Sushiqualität, ca. 150 gr. pro Person
1-2 rote Beeten,
Sesam, Schwarzkümmel und ein wenig Kreuzkümmel für die Thunfischkruste.

Dazu gibt es natürlich auch einen guten Tropfen Wein, wo ich mir für die Hokaidosuppe einen etwas gealterten Chardonnay aus Südfrankreich, und für den Thunfisch einen feinen Spätburgunder aus Deutschland dazu ausgesucht habe.

Die Zubereitung:
Hokkaido gut abschrubben, denn die Schale kann komplett mutgedünstet werden. Hokkaido in grobe Stücke schneiden, und ebenso einen Teil der Sellerie, die Schalotten und den Knoblauch gemeinsam mit etwas Gewürzen wie Pfefferkörner, Fenchelsamen und weitere, je nach Belieben und Geschmack. In ein wenig Olivenöl andünsten und dann mit Weißwein und Wasser ablöschen und für ca. 35 Minuten so weit kochen das die Zutaten im Prinzip weich genug sind zum aufmixen, wie z.B. einem Stabmixer. Licht erkalten lassen und dann alles gut durchixen. Sie Sahne erst kurz vor dem Servieren dazugeben und nochmals leicht anmixen.

Zur Demo habe ich mir diesmal 2 ausgestochene Fischförmchen aus einem dünnen Selleriescheibchen ausgedacht.
Zum Hauptgang und dessen Zubereitung:
Die rotes Beeten gut waschen und für ca. 20-30 Minuten leicht köchelnd garen. Abkühlen lassen und dann kann diese sehr stark färbende Wurzel geschält und in dünne Scheiben für die Unterlage auf dem Teller geschnitten werden. Den Thunfisch gut abtrocknen und dann in dem Mix von Sesamöl, Schwarzkümmel und nur ein wenig Kreuzkümmel gewälzt werden, was auch als Schutz für die Aussenhaut des Fischstückes dienen kann. Denn dann wird in einer Eisenpfanne ein wenig Olivenöl recht heiß erhitzt und das Thunfisch Stück von allen Seiten nur recht kurz, so ca. 1 Minuten mit der Kruste angebraten. Dann die ganze Pfanne in den Backofen für 2 Minuten zum nachgaren, der auf ca.120°C aufgeheizt wurde. Selleriestreifen wie Julienne schneiden und in einer kleinen Pfanne kurz in Butter anschwanken. Frühlingszwiebeln noch aufschneiden, die Urmohrrübe ebenso in ganz dünne Scheiben geschnitten und zwischen die rote Beete garniert, kann dann auch der Thunfisch aufgeschnitten und auf dem Teller platziert werden.

Und hier noch meine Weinempfehlungen zu den beiden Gängen des Wintermenüs.
Zur Suppe habe ich mir einen Chardonnay von Chateau de Brau ausgesucht, welches in der Region Pays d’Oc liegt und von der Familie Taxi seit mehr als 30 Jahren als Bio-Weingut betrieben wird. Genauer gesagt liegt das Weingut in der Nähe der Ortschaft Villemoustaussou, nördlich von Carcassonne. (Mit meinem Bruder war ich schon 2-3 mal dort und wir konnten verkosten und auch diesen Wein dort seinerzeit einkaufen). Die Region heißt weintechnisch als Unterregion auch Cabardès.
Der Wein paßte für mich insofern recht gut zu der kräftigen Kürbissuppe, weil dieser Tropfen bereits 10 Jahr alt war, also ein etwas gut gereifter Chardonnay war, der mit einer schönen kräftigen Note und guter Säure sich zu den Geschmäckern der Suppe begleitend fügte.

Und zum Hauptgericht wollte ich diesmal einen Pinot Noir, im deutschen Sprachraum Spätburgunder genannt, von Weingut Aldinger gewählt, der in Fellbach bei Stuttgart beheimatet ist, und gerade in den letzten Jahren einen steilen Aufstieg mit seinen Weinen erfahren hat. Der Name Untertürkheimer Gips liegt an der Lage, denn Untertürkheim ist ein Vorort von Stuttgart am rechten Neckarufer kurz vor Stuttgart gelegen, und Gips bezeichnet einfach den Boden, da es hier in den vergangenen Jahrhunderten tatsächlich einen Gipsabbau gab. Es muß also nicht immer ein Weißwein zum Thunfisch sein, sondern hier gesellen sich feine Säurenoten mit einem trocken fruchtigen Spiel zu den Fischarten, aber auch zu den diversen Wurzelgemüsen auf dem Teller.