Alle Beiträge von Olaf Hoffmann

Linsenbrot mit einem Rezept der Wildbakers

Brotrezepte gibt es heute inzwischen ja sehr viele aus diversen Kochbüchern auf dem Markt, welchen dann eben nicht nur aus Weizen, Roggen oder Dinkelmehl mit den sonstige üblichen Zutaten wie Hefe, Wasser und Salz zusammengesetzt sind, sonder es werden immer wieder Zutaten verwendet, die man so üblicherweise darin nicht unbedingt vermuten sollte. Hier also ein Rezept der Wildbakers aus Ihrem Buch mit Linsen, wobei der Grundansatz und Roggenmehl und Weizen zusammengesetzt ist. Die Linsen geben dem Brot eine gewisse knackige Komponente, ergeben aber weiterhin eine gewisse süßliche Note die sich auch in der Farbe des Brotes beim Anschnitt bemerkbar macht. Da der Grundteig mit einem Sauerteig Ansatz gefertigt wird kommt noch die typische Note einer frisch gegärten Note hinzu, die das Brot dann auf seine ganz spezielle Art eine gewisse Frisch verleiht. Ganz frisch angeschnitten fällt die Scheibe Brot fast schon in sich zusammen und hat eine sehr weiche und fluffig Note. Nach ein paar Tage werden die Nuancen dann zu einem sehr ausgereiften Ton, der sich über das gesamte Brot verteilt und insbesondere dieser Laib einer solchen Kombination zeigt sich als besonders haltbar. So sieht das dann im Anschnitt aus.



 

Schokoladen-Ingwer-Kuchen

Nochmal muß das Buch von Stevan Paul „Meine japanische Küche“ für ein diesmal süßes Rezept herhalten. Dieser Schokoladen Ingwer Kuchen ist schnell und leicht herzustellen und bedarf nur ein wenig einen entsprechenden Einkauf der Zutaten. Das Rezept ist im Buch auf Seite 206-207 nachzulesen und die Zutaten für ein Blech, was ich für den Backvorgang anstelle von Kästen, wie im Rezept vermerkt, verwendet habe. Für meine Begriffe ist die Verwendung eines kompletten Backpulver-Tütchens fast ein wenig zu viel, denn der Kuchen ging sehr gut auf. Die Reaktionen auf diese interessante Kombination aus Schoko-Kakao und Ingwer sowie Sesam kam bei allen Begünstigten aus meinem Büro aber auch bei ein paar Nachbarn zu einer Besprechung recht gut an.
So sieht das dann auf dem Blech und auf einer Servierplatte aus:
  



 

Okonomiyaki aus dem Buch „Meine japanische Küche“ von S. Paul

Dieser japanische Pfannkuchen ist ein komplettes Gericht, wenn man das Rezept so versteht bzw. abwandelt, das es eine richtig dicke Teigscheibe mit diversen Gemüsen und sonstigen Zutaten ergibt. Okonomiyaki kann also auf ganz unterschiedliche Weise variiert werden, indem man die zum Teig beigegebenen Gemüse variiert oder auch die Auflage welche als Topping auf dem Pfannkuchen gelegt wird. Somit kann man die Variante wie im Buch wählen mit den Bacon Scheiben, oder man läßt diese weg und kann also auch eine vegetarische Variante mit zum Beispiel Gemüsestreifen oder auch dünn gehobelten Gemüseplatten belegen, wo die Gewürze dann noch eine vordergründige Rolle spielen können. Ich wählte diesmal die Variante mit dem Bacon und das Rezept ist im Buch auf Seite 139 zu finden. So sieht das dann auf den Keramik-Platten meines Bruders aus, die ich mir vor einigen Jahren nach meinem Entwurf habe anfertigen lassen.

  



 

Verkostung mit dem Weingut Franz Haas aus Südtirol bei Bergwein

Bei Bergwein in München, in der Corneliusstraße gibt es immer wieder Verkostungen mit Winzern, welche bei Bergwein im Programm vertreten sind. Vor einige Tagen war das Weingut Franz Haas aus Südtirol vertreten, wobei der Sohn das Weingut bei der Verkostung repräsentierte. Ich selber kenne das Weingut aus 2 Besuchen die allerdings schon einige Jahre zurückliegen und mir aber trotzdem in sehr guter Erinnerung geblieben sind. Bei einem der letzten Besuche hatte ich die Gelegenheit eine Führung durch das Weingut zu begleiten, und die Keller und Lokalitäten zu besichtigen. Das Programm des Weingutes beinhaltet die klassischen Traubensorten aus Südtirol mit Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder, Sauvignon, Gewürztraminer, Merlot und Lagrein, sowie einige Cuvées, aber auch so exotische Sorten für Südtirol wie einen Petit Manseng, der eigentlich aus Frankreich stammt.

Für mich waren die Pinot Noirs aus dem Weingut immer einer der Highlights, wobei der in diesem Jahr verkostete Petit Manseng aus 2016 neben den Pinot Noir Schweizer für mich die absoluten Höhepunkte waren.

Aber auch die Ausstattung mit den Etiketten und hier auch zu sehen die Korken sind ausgesprochenes Aushängeschild für die Präsentation des Weingutes.



 

Kalbsleber mit Schwarzwurzel, Paprika und Granatapfel

Vor einigen Tagen hatte ich mal wieder richtig Lust auf Innereien. Na ja, auch wenn Kalbsleber schon fast nicht mehr zu den meist recht verabscheuten Innereien gehört, ist das ein klassisches Produkt, welches heute in diversen Varianten selbst im Supermarkt zu erhalten ist, kann aber auch zu einer feinen Delikatesse werden, wenn man die Scheiben nicht zu lange in der Pfanne läßt. In diesen Herbsttage besorge ich mir also neben der Kalbsleber 2 Stangen Schwarzwurzel, 1 grüne Paprika und einen Granatapfel, der nicht nur Oft für die Sauce, sonder auch eine knackige Note mit den Kernen als Zusatz für dieses Gericht geben kann.
Hier also zunächst die Zutaten für dieses Gericht pro Person:
ca. 150 gr. Kalbsleber
1-2 Stangen Schwarzwurzel
1 grüne Paprika,
1 Granatapfel
1 Schalotte
leichte Sojasauce, etwas Rotwein, Aceto und je nach Bedarf etwas Creme Fraîche oder Sahne
Olivenöl, Butter
Die Zubereitung:
Kalbsleber gut säubern und mit Salz und Pfeffer würzen sowie leicht melieren. Dann die Schwarzwurzel unter kaltem Wasser sehr gut abschrubben und mit einem Sparschäler die dunkle Aussenschicht abschälen. Dann ca. halbieren und im Salzwasser für ca. 8 Minuten leicht dünsten und anschließend kalt abschrecken. Die Paprika halbieren und die weißen Häute sowie den Stengel herausschneiden und die grüne Schale und kleinere Stücke so schneiden, das es auf dem Teller nachher zu den Schwarzwurzeln paßt. Geht aber auch in dünnen Scheiben. Dann geht es an den Granatapfel. Sieht man sich diese Frucht an, könnte man von einer „Weltkugel mit Nord.- und Südpol sprechen. Man lege die Frucht auf ein Schneidebrett und teile die Kugel am Äquator so, das zwei Hälften mit je einem Pol entstehen. Vorher eine Schüssel mit einem Sieb darauf bereitstellen, und die Halbkugel jeweils mit dem Pol nach oben so darüber halten, das man mit einem großen Messer und dessen Rücken die Kerne aus den Halbkugeln schlagen kann. Die Schüssel dient dazu die Sauce aufzufangen und das Sieb beinhaltet dann fast alle Kerne, wo dann noch die weißen Häutchen aus der Frucht entfernt werden sollten. Dann folgt die Braters in den Pfannen, welche getrennt nach Kalbsleber, Paprika und Schwarzwurzel passieren sollte. Die Sauce wird ebenso in einem eigenen Töpfchen zubereitet. Also stehen jetzt drei Pfannen und ein kleines Töpfchen auf dem Herd, wobei noch die Garzeit zu beachten wäre. Die Leber geht am schnellsten. Also fange ich mit dem Paprika an. Etwas Olivenöl in die Pfanne und leicht anbraten. Nach ca. 6-8 Minuten die Schwarzwurzeln diagonal schneiden und in die nächste Pfanne mit etwas Butter so abraten, das die Teile nicht zu braun werden. Aber zuallererst sollte die Sauce aufgesetzt werden, denn die kann man entweder stark einkochen, oder auch leichter gestalten, je nach Geschmack. Für die Sauce beginne ich also mit dem Saft des Granatapfels und kippe je nach Bedarf die weiteren Zutaten hinzu und koche stark oder etwas weniger stark ein. Leber verträgt aber immer eine kräftige Sauce, so das hier auch wild experimentiert werden kann.
Anrichten ist bei so einem Gericht nicht wirklich schwierig, auch wenn ich vielleicht am Schluß die Leber noch ein wenig im Backofen bei ca. 100 °C ein wenig nachgaren lasse. Ich fange bei dem Teller mit den Paprika an, denn die halten am besten die Temperatur, dann folgen die Schwarzwurzelteile und die Leber platziere ich obenauf, dekoriere mit den Granatapfelkernen und träufle die Sauce darüber. – FERTIG –
So sieht das dann auf dem Hering Teller aus:



 

Private Verkostung mit Jan Thienpont und einigen Bordeaux Gewächsen

Die Familie Thienpont stammt ursprünglich aus Belgien, wo sie bereits in den Anfängen des letzten Jahrhundert einen Weinhandel betrieb. Das setzte sich dann in der Region Bordeaux fort, als die Familie im Jahr 1924 bereits das Vieux Chateaux Certan erwarb. Die Familie macht heute im Weinhandel einen Umsatz von ca. 1 Mio. Flaschen und betreibt neben Vieux Chateau Certan ein weiteres Dutzend kleinerer Weingüter wie le Pin, Clos Fontaine, Dom. de Cambes, Rot de Cambes und weitere.


Wir konnten an diesem Abend 11 rote und einen weißen trockenen aus der Bordeaux Region verkosten.
Los ging es mit einem Ch. Bouty und 2 Jahrgängen von Ch. Robin, welche beide aus der Region Castillon stammen.
Richtig spannend wird es dann mit dem Clos Fontaine, der im großen Holz ausgebaut ist, aus dem Jahr 2015 stammt. Sehr feine Spitzen am Gaumen, kräftig und voluminös, gute Tannin Struktur und mit wilden Tönen von sehr reifen Früchten (16/20)
Dann folgt ein 2016er Chantecaille Claval aus fast 100% Merlot und ein ganz wenig Cabernet Franc. Mittlere Nase, aber eine feste und dichte Frucht mit Druck am Gaumen. (16,5-17/20)
Die zwei nächsten von Ch. Aucaussan aus 2012 und Ch. Clos Puy Arnaud aus 2014 sind recht fein und elegant, wobei beide eine Cuvée aus Merlot und CS und etwas CF gemacht sind. Das Ch. Puy Arnaud wird biologisch vom Anbau her betrieben, und liegt in der Region Côte de Castillon. (16-16,5/20)
Dann folgt eine Flasche Dom de Cambes aus 2014 welcher auch hier Merlot und CS zeigt sich mit einer sehr kräftigen Nase, gut eingebundenen Tanninen und einer feinen Fruchtnote. (17-17,5/20)
Es folgt ein Guillot Clausel aus dem Pomerol und dem Jahr 2012 der eine sehr feine Struktur aufweist, super Frucht mit Kirschnoten und fast schon elegant. (16,5/20)
Dann ein Roc de Cambes aus 2012, wobei wir jetzt hier in die richtige Altersstruktur der Weine kommen. Eine elegante Nase mit floralen Noten und auch am Gaumen schon so rund und geschmeidig, das man diesen auch schon für älter halten könnte. (17/20)
Zum Abschluss der roten Reihe ein Dom. de Cambes aus 2001, welcher mit einer sehr feinen Nase, aber im Abgang am Gaumen schon leichte Anflüchte von abbauender Kraft aufweist. (16/20)


Zum Abschluss gibt es noch einen weißen, trocken ausgebauten aus Semillon und SB mit Namen Dom. de l’Alliance, Definition. Recht kräftige Nase mit feinen Spitzen am Gaumen. (16,5/20)



 

Minestrone mit Gartenbohnen von D. Humm

Aus dem I love New York Kochbuch von D. Humm und W. Guidara gibt es heute mal wieder ein Rezept, welches mich ganz besonders im Herbst besonders gefallen hat. Die gesamte Vorbereitung ist natürlich wie so meist bei solchen Rezepten aus einem 3*** Lokal und seinem Chefkoch ein wenig aufwändig, jedoch habe ich auch hier ein wenig abgewandelt und ergänzt. Das komplette Rezept ist im Kochbuch „I love New York“ – Mein New York Kochbuch, nachzulesen und steht auf Seite 84 ff. Das Grundrezept zur Minestrone ist gut zu bewältigen, wobei so manche Bohnensorten vielleicht garnicht alle so einfach zu erhalten sind. Dafür habe ich diese tolle Suppe noch mit zwei geröstet Focaccia Scheiben ergänzt, welche ich noch aus dem letzten Rezept mit der Kürbssuppe hatte. Hier die frisch gebackene Focaccia aus dem Wildbakers Buch.

Daraus hatte ich dann zwei Scheiben herausgeschnitten, welche mit ein wenig Olivenöl beträufelt werden, und dann für 4-5 Minuten unter dem Backofengrill kurz braun geröstet werden.
Die fertiggestellte Minestrone wird dann auf dem Teller angerichtet, mit den diversen Gemüsen und Bohnen versehen und so mit dem gerösteten Brot serviert.



 

Weinreise Ribera del Duero, der vierte Tag

Am vierten Tag, der zugleich auch wieder unser Abreisetag in der Region Ribera del Duero sein sollte, führte uns der Weg zu folgenden 2 Weingütern
1. Aster
2. Bodegas Mosaico
Das Weingut Aster hatte ich bereits vor 3 Jahren auf der Erkundungstour einmal kurz besucht und hatte einen recht positiven Eindruck auch in diesem Jahr. Im Weingut kann auch in sehr schön eingerichteten Zimmern übernachtet werden die sich direkt im Haupthaus des Weingutes befinden.

Wir beginnen also unsere kurze Weingutsbesichtigung wie üblich meist auch so wie die Weintrauben Ihren Weg durch das Weingut sich bahnen. Also beginnt der Rundgang in der obersten Etage wo die Trauben angeliefert werden. Hier war bereits die Ernte abgeschlossen.

Die Weinlagen für die roten Trauben liegen alle direkt um das Hauptgebäude herum und können fast alle vom Gebäude aus eingesehen werden. Die verschiedenen Parzellen haben Ihre eigenen Namen und auf dem Hügel neben dem Weingut mit Namen Finca El Otero wachsen nach Aussage Dees Weingutes die besten Trauben mit den besten Ergebnissen.

Und dann kommt einmal wieder überraschendes aber um so interessanteres Angebot. Wir können eine Faßprobe verkosten des Finca El Otero aus 2017, der erst seit 1 Monat im Barrique liegt, was auf dem Faß daneben mit der Kreideaufschrift zu sehen ist.
Diese Faßprobe hat schon eine recht klare Nase, am Gaumen noch recht streng mit einer guten Fruchtnote, frische Note und sonst im Abgang auch schon frisch mit heller Fruchtnote (16,5/20)

Nach dem abgeschlossenen Durchgang geht es in eines der Verkostungsräume, welche einen direkten Blick durch Fenster in den Barriquekeller haben. Wir können 4 Wein verkosten, wobei auch hier als Start ein weißer aus einem eigenen Weingut aus Galizien stammt. Die Sorten dieses weißen sind 80% Albarinho und 20% von 3 weiteren weißen Sorten. 
Dann gibt es zunächst einen älteren Jahrgang aus 2009 vom Weingut Aster, welcher aus 100% Tempranillo gekeltert ist. Qualitätsstufe Crianza. Eine sehr schöne Nase und sehr rund und fein. Tolle ausgewogene Note mit feinen Fruchtspitzen. (18/20)

Dann folgen 2 rote des Weingutes aus 2014 welche ebenso zu 100% aus Tempranillo gekeltert sind. Beide haben noch eine etwas verschlossene Nase, wobei der Finca El Ottern eine feine schmalzige Karamellnote am Gaumen aufweist. (16 und 17,5/20) 


Dann fahren wir wieder zu unserer Stadt Aranda del Duero zurück wo wir bei schönstem Wetter auf dem Hauptplatz uns einen Café genehmigen und dann auf einen letzten Besuch in das Industriegebiet von Aranda fahren.

Das Weingut Bodegas Mosaico liegt eigentlich in der Nord-West Region des Ribera del Duero Gebietes und baut seine Weine auf ca. 900 Meter Höhe an. Das erfahren wir dann im Gespräch in des Winzers Büro, wo wir nach einem kleinen Rundgang durch die Industriehalle die Lokalität erst einmal inspizieren konnten. Befremdlich wirkt es schon auf wohl die meisten aus unserer Gruppe, denn so mitten im Industriegebiet in einer ganz profanen Industriehalle hatten wir nie vermutet so eine Weinbereitung zu erleben.
  
Aber ich hier wird also mit kleinen und größeren Edelstahltanks gearbeitet, umgepumpt um dem Wein bei der Maischevergärung seine Luft und den Extrakt des Tresterhutes zu verleihen und in einem Raum nebenan liegen dann ebenso die Barriquefässer wie in den vielen anderen Weingütern der Region, nur das sie hier nicht so imposant illuminiert oder präsentiert werden. Nach dem kleinen Rundgang geht es dann in den ersten Stock wo das Büro liegt, und dort wird dann am großen Tisch etwas verkostet was uns durchaus sehr überzeugen konnte. Auch hier durften wir noch im Erdgeschoß eine Faßprobe versuchen von einem Wein, der gerade einmal 3 Tage auf der Maisch lag und noch total trübe aus dem Stahtank lief, und entsprechend schwierig zu beurteilen war. Die zweite Faßprobe gab es dann von einem roten, der bereits die alkoholische Vergärung abgeschlossen hatte und noch recht sauer wirkte, aber bereits eine gewisse Fruchtnote aufwies.
Dann im Büro später gab es drei Rotweine aus 2016, 2012 und 2007
Der 2007er war der vom Winzer selber als erster überhaupt abgefüllter Rotwein ausgerufen.
Das Weingut arbeitet heute auf ca. 20 ha 

Nun zu einem kleinen Fazit dieser Ribera del Duero Weinreise:
Mit René, dem Reiseleiter von airtour Austria war ich ja vor 3 Jahren zu einer Erkundungstour in der Region Ribera del Duero wo wir noch wesentlich mehr Weingüter besucht hatten, wobei es damals darum ging erst einmal die Lokalitäten und die Region und Weingüter kennenzulernen. Einige der Adressen hatten wir in diesem Jahr dann eben auf intensivere Art im Programm, aber auch weitere Güter die auch spannend waren. Organisation also insgesamt sehr gut gelungen. Auch wenn der Veranstalter seine Gäste nicht immer wirklich aussuchen kann, wer sich da so für diese Weinreisen anmeldet, hatten wir in dieser kleinen Gruppe mal wieder das Glück mit lauter wirklich gut bewanderten und Weinkennern diese 4 Tage zu verbringen, was insgesamt auch in der Gruppe am Abend bei der Fortführung der Verwüstungen mit dem Essen zu merken war.
Verglichen mit anderen Regionen wie dem Rioja in Spanien steht diese Region in Sachen Wein kaum schlechter da. Vielleicht gibt es hier nicht so viele Spitzen-Restaurants wie in anderen Gegenden Spanien, denn die Weinregion Ribera del Duero ls solche existiert erst richtig seit den 70er bis 80er Jahren auf einer breiten Basis. Rioja ist da schon wesentlich älter und länger am Markt. Von Madrid ist die Region sehr gut heutzutage über die Autobahn zu erreichen. Und Entdeckungen lassen sich allemal auch hier noch in den nächsten Jahren machen, denn wir haben es gesehen und geschmeckt, das allein der Unterschied der drei Jahre von 2015 zu 2018 auch merkbar war.
Auf ein Neues in einer anderen Weinregion.



 

Weinreise Ribera del Duero, der dritte Tag

Am dritten Tag in der Region Ribera del Duero führte uns der Weg zu folgenden 4 Weingütern:
1. Pago de los Capellanes
2. Vina Pedrosa
3. Tinto Pesquera
4. Bodegas Penafalcon

Das Weingut Pago de los Capellanes ist mal wieder ein imposanter Bau als Weingut und die Kelleranlagen sowie alle weiteren Räumlichkeiten die wir besichtigen konnten paßten für meinen Geschmack auch gut zur präsentierten Weinlinie dieses Familienweingutes. Das Weingut wurde in den 80er Jahren des letzten Jahrhundert gegründet und fing auf einer Rebfläche von gerade einmal 6 ha an seine Weine zu kultivieren. Heute sind es 120 ha, wobei auch seit dem Jahr 2014 in Galizien ein Weingut für die weißen Trauben dazu  gekommen ist.

Hier schon mal ein Blick in den Barrique-Keller, der imposant illuminiert werden kann, wenn Besucher empfangen werden.

Dort ist dann auch etwas dekoratives aufgebaut wie ein alter Weinstock, woran fast schon die Flaschen heranwachsen.
Auf den Rundgängen durch die Weingüter hören wir dann meist die grundsätzlichen Eigenheiten des Weingutes was dort in der Weinbereitung anders gemacht wird als bei den anderen Weingütern in der Region, denn über die grundsätzliche Machart, wie Wein erzeugt wird sind wir in dieser kleinen Gruppe von 7 Personen schon bereits recht bewandert. Ein großer Vorteil allerdings ist es zum Beispiel genau in der Erntezeit auf die Weingüter zu fahren, denn da kann man dann mit eigenen Augen verfolgen, wie auf den verschiedenen Gütern mit dem Traubenmaterial, mit dem gepreßten Saft, oder auch mit sonstigen Macharten der Weinbereitung umgegangen wird. Nachteile hat das allerdings auch, denn zur Erntezeit sind manche Kellermeister oder Winzer nicht bereit das Publikum so einfach in die verschiedenen Räumlichkeiten blicken zu lassen, denn da gibt es dann doch manche Handgriffe oder Eigenheiten, die man nicht preisgeben will. Hier unterscheiden sich auch so manche Einstellungen zwischen großen und kleineren Betrieben, wie damit umgegangen wird.

Bei Pago de los Capellanes können wir 2 weiße und 3 rote Tropfen verkosten. Die weißen sind guter Standard, wobei die roten Flaschen sich durchaus in der Oberliga der Weingüter im Ribera del Duero bewegen.

Der El Nogal aus 2015 konnte fast alle in der Gruppe am meisten überzeugen und erhielt bei mir 17,5/20 Punkten.


Dann ging es am späten Vormittag zum Weingut Vina Pedrosa.
Die Weine sind von Robert Parker jun. Fast alle in den Rängen von 90 – 95 Punkte bewertet. Auch dieses Weingut wurde erst 1980 bis 1982 gegründet und arbeitet heute auf 155 ha Weinbergen. Die Weingärten gehörten allerdings bereits seit ca. 100 Jahren zu den Vorbesitzern, so das hier eine gewisse Tradition übernommen wurde. Interessanterweise ist die Region dort so karg, das in den meisten Weingärten von Pedrosa nur 2 bis 2,2 Tsd. Weinstöcke je Hektar angepflanzt sind. Das sind in manchen anderen Regionen der Welt bis zu 6 – 8 Tsd. Stöcke je ha. Das liegt meist am kargen Boden, der eine höhere Pflanzliche nicht zuläßt.

Auf diesem Weingut können wir 4 rote Weine verkosten, wobei der älteste als Gran Reserve aus dem Jahr 2009 stammt, was auf den Weingütern nicht wirklich selbstverständlich ist, das wir so einen älteren Jahrgang verkosten können.
 

Meine Bewertungen liegen hier zwischen 15 und 18,5 Punkten, wobei der Gran Reserve mit seinen 18,5 Punkten am besten abschneidet. Der Gran Reserve besteht aus 90% Tempranillo und 10% Cabernet Sauvignon.


Dann geht es am Nachmittag auf das Weingut Tinto Pesquera

Auch hier noch ein Familienbetrieb, der allerdings in den Jahren zu einem großen Betrieb mit gesamt 4 Weingütern angewachsen ist. Auf Pesquera werden ca. 900 Tsd. Flaschen erzeugt, wobei auf allen 4 Weingütern zusammen heute ca. 2 Mio. Flaschen produziert werden. Pesquera begann im Jahr 1972 und erzeugt seinen ersten Wein im Jahr 1975. Es werden gesamt ca. 40% Reserva und 60% Crianza erzeugt.
 
Wir können hier gesamt 4 rote Weine verkosten, wobei in der Reihe der bestellten Top-Verkostung wunderbare ältere Jahrgänge uns präsentiert wurden. Zum guten Schluß konnten wir dann noch einen Crianza aus 2015 verkosten, der uns aus vor 3 Jahren gut in Erinnerung war.
Die roten waren also

Pesquera Reserve aus 2008 – 18/20
Alena Gran Reserve aus 2006 – 18,5/20
El Viniculo Gran Reserve aus 2004 – 16,5/20
Pesquera Crianza aus 2015 – 16,5/20 (ohne Foto)


 Zum Finale an diesem Tage sollte es in ein Industriegebiet zum Weingut Penafalcon gehen, wo wir alle noch nicht bisher zugegen waren. Dort war dann wohl auch mehr ein großes Lager des Weingutes mit abgefüllten Flaschen und neuen Barriquefäassern. Angekündigt war auch ein Art Weinmuseum, was sich aber als kleiner Fake herausstellte, denn in der Industriehalle waren gerade einmal einige alte Werkzeuge und Geräte an die Wand gehängt, sehr schlecht beleuchtet, nicht erklärt und glich in keiner Weise einem Museum, so wie wir das wohl verstehen unter dem Begriff Museum. Einmal durch die Halle geschleust, kamen wir dann in einer der Ecken der Halle an, wo bereits eine kleine Verkostung mit 4 anderen Gästen lief, und wir ohne große Umstände an den Tisch komplimentiert wurden. Dann wurden uns ein Wein nach dem anderen aus einer Dekantierkaraffe eingeschenkt, wobei immer betont wurde, das die Weine alle 5 Jahre im Barrique verweilen. Es gab also 3 Weine aus 2006, 2007 und 2009, wobei dann bei Nachfrage die Preise alle bei 50 € liegen sollten. Meine Bewertungen rangierten so zwischen 15,5 bis 16 Punkten.

  


Am Abend in Aranda del Duero zurück geht es dann mit der ganzen Gruppe von 7 Personen um 20:30 Uhr in das Lokal El Lager de Isilla, welches von einem Weingut gleichen Namens betrieben wird.

Das Essen ist hier richtig typisch und rustikal für die Region typisch. Was aber bei solchen Weinreisen immer ein großer Vorteil ist, das man abends dann mit der ganze Gruppe nochmals auf einem anderen Niveau die Weinverkostungen fortführen kann. Mit dem anderen Niveau meine ich allerdings keinen Abstieg, sondern eher noch einen Aufstieg in Sachen Vielfalt, auch manchmal Qualität und Ergänzungen zu den Weingütern die wir in den Tagen so verkosten konnten. An diesem Abend sollte es so z. Bsp. Eine Flasche Vega Sicilia zum Essen geben, welche dann im Restaurant kaum teurer ist hier in Spanien als auf dem Weingut, oder im guten Fachhandel zu erstehen. Hier z. Bsp. Ein Vega Sicilia, Tinte Valbuena No. 5 aus 2006.

 



 

Weinreise Ribera del Duero, der zweite Tag

Am zweiten Tag in der Region Ribera del Duero sollte es zu folgenden 4 Weingütern gehen:
1. Aalto
2. Pagos de Carraovejas
3. Cepa 21
4. Bodegas Portia
Mit diesen 4 Weingütern verband sich also eine hohe Erwartung der Gruppe an die Verkostungen und die Besuche auf den 4 Weingütern, welche sich durchaus erfüllen sollten. Zu erwähnen sei auch nochmals, das in der Region Ribera del Duero nur rote Traubensorten nach dem Weingesetzt erlaubt sind. Trotzdem konnten wir auf fast allen Gütern auch weiße Sorten verkosten, welche die Weingüter dann in den anderen spanischen Regionen anbauen.
Los geht es mit dem Weingut Aalto.
  
Das Weingut wurde in den späten 90er Jahren von einem ehemaligen Weinmacher des Weingutes Vega Sicilia mit einem Partner gegründet und baut heute auf 138 ha Wein an, welcher primär um das Weingut herum angebaut wird. Ein sehr imposanter Bau mit funktionaler Architekt, welche man heute auf fast allen Weingütern findet, wo nach der Methode der Schwerkraft gearbeitet wird. Das heißt hier nochmals kurz zur Erinnerung:
Die Trauben werden in der obersten Etage angeliefert, meist entrappt, ausgelesen und sortiert, und fallen per Schwerkraft in die Gärbehälter einen Stock tiefer. Für alle weiteren Arbeiten während der Maischevergärung, also das sonst klassische Umpumpen werden die Trauben mit Saft in separate Behälter gefüllt, und diese per mechanischer Hubvorrichtung wieder in die Gärbehälter von oben eingefüllt.
 
Wir konnte hier 2 Weine verkosten aus den Jahren 2016 und zwar:

Den klassischen Aalto, der für 18 Monate in französischer Eiche reift.
Im Foto auf der linken Seite.
Sehr kräftige dichte Gewürznoten. Wunderbare Dichte mit sehr feinen Fruchtnoten und dunklen Noten von Beeren und Cassis. (17,5/20)
Der zweite Wein nennt sich Aalto PS
Dieser Cuvée ist ein Mix aus allen Lagen des Weingutes und der örtlichen Lagen.
Wesentlich kräftiger in der Nase als der Aalto. Noch leicht verschlossen, sehr feine Fruchtnoten mit kräftig runder Note und Struktur. Sicher ein sehr schöner Begleiter zu Rind. (18,5/20)


Dann geht es am späten Vormittag zum Weingut Pagos de Carraovejas.

Auch dieses Weingut wurde erst 1971 gegründet und konnte 1987 mit 9 ha angebauten Weingärten beginnen. Heute werden auf 160 ha ca. 800 Tsd. Flaschen produziert, wobei primär die Rebsorten Tempranillo, Merlot und Cabernet Sauvignon verarbeitet werden. Hier bekommen wir in einem schönen Verkostungsraum eine gesamte Bandbreite der Möglichkeiten in den Riedel-Gläsern zur Verkostung vorgesetzt. Und zwar gibt es erst 4 rote Weine und dann anschließend die 4 weißen des Weingutes, welche eben dann nicht aus der Region Ribera del Duero stammen.

In der Gruppendiskussion stellte sich dann tatsächlich heraus. Das die weißen Wein des Weingutes besser abschnitten als die roten aus der Region.
 
Die roten hatte ich vor Ort mit 15 – 16 Punkten bewertet, und die weißen lagen bei mir zwischen 16 und 18,5 Punkten.


Dann zur späten Mittagszeit ging es zu einem Weingut namens CEPA 21. Cepa ist im spanischen im Prinzip die Bezeichnung für die Weinrebe, und die 21 im Namen des Weingutes soll das Jahrhundert 21 symbolisieren, in welchem wir derzeit sind und das in moderner Architektur gestaltete Weingut symbolisieren soll.

Es werden hier auf 50 ha eigenen Rebflächen die Weine angebaut, und das Weingut kauft noch von anderen Winzern die Trauben von weiteren 50 ha. Gegründet erst im Jahre 2007 ist dies das zweite Projekt von dem Spanier Emilio Moro, der bereits ein Weingut hat.
Interessanterweise werden hier die Weine so vergoren, das die malolaktische Vergärung bereits im Eichenfaß vollzogen wird. Wir bekamen hier auch einen klitze kleinen Mittagsimbiß, der uns gut schmeckte, aber nach dieser dritten Verkostung nicht wirklich zufriedenstellte. Die Weine konnten mich ebenso nicht wirklich überzeugen. Meist recht unstrukturiert und so gemacht, das Frucht, Alkohol und Säure sehr separat nebeneinander standen.
 
  


Dann ging es zur letzten Adresse an diesem Tag, welches ein für mich bisher nicht bekanntes Weingut war, denn wir hatten dieses auf der Erkundungstour vor 3 Jahren nicht besucht. Das Weingut heißt Portia und ist eines der Projekte von dem Architekten Sir Norman Foster, welches das bisher einzige Weingut aus dem Hause Foster ist. Erbaut in den Jahren 2003 bis 2010 werden auf dem Weingut heute auf ca. 160 ha Weine angebaut, welche zum Teil mit 40 Jahre alten Rebstöcken bepflanzt sind. Das Weingut gehört zu Weingruppe Faustino, welches eines der ganz großen Anbieter in Spanien ist. Nach Aussagen der Führerin unserer Gruppe hat das neue Gebäude des Weingutes 28 Mio. € gekostet.

Wir waren hierher also nicht mit zu großen Erwartungen hingefahren, doch aber sehr gespannt über die Architektur, welche im Gesamteindruck doch spannend, zum Teil imposant, aber auch in diversen Details ernüchternd erschien.
 
Eines der wirklich imposanten Aspekte des Weingutes war die sogenannte Weinbibliothek, welche in einem separaten Keller untergebracht wr, der beim Betreten auch wie eine überdimensional aufgeschlagene Büchewand vor einem stand.


Ebenso imposant und eicht überdiemnsioniert für uns als Gäste wirkte der Barriquekeller, der auch entsprechend fulminant illuminiert war.

Die Weine entsprachen einem guten Mittelmaß konnten uns aber auch hier in der gesamten Gruppe nicht wirklich überzeugen. Wir waren schlicht schon Besseres gewohnt.