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Thunfischtatar auf Daikon und wilder Spargel

Ich wollte mal wieder nach der Winterzeit mir eine Variante von Thunfisch zubereiten, welche in einem Tatar auf Daikon (weißer Rettich) mit wildem Spargel endete. Thunfisch in Sushi Qualität beim Fischhändler besorgt, alle weiteren Zutaten wie den Daikon und die weiteren Gemüse auf dem Markt bei meinem Markt-Händler besorgt, und dann abends entsprechend der Vorbereitungszeit die Vorbereitungen beginnen.

Zutaten für ca. 2 Personen:
200 – 250 gr. Thunfisch
1 Schalotte
1 Daikon (weißer Rettich)
1 Frühlingszwiebel
weißer Pfeffer
Thymian, glatte Petersilie
Ein paar Tropfen von Limonen oder Zitronensaft
1 El Mirin

Für die Vinaigrette:
Olivenöl, Traubenkernöl
heller Essig
Salz / Pfeffer
Limonensaft je nach Geschmack
1 Messerspitze Kurkuma

Zubereitung:
Bei Tatar ist es immer eine zwiespältige Sache, wenn man an die Zubereitung geht. Schneiden sollte man, insbesondere bei einem so weichen Fleisch wie dem Thunfisch die Stücke möglichst kalt, so das die Stückchen nicht zu sehr auf dem Schneidebrett davonlaufen. Andererseits wäre das Tatar auch direkt aus dem Kühlschrank wieder zu kalt um direkt serviert zu werden. Also den Thunfisch möglich kalt aus dem Kühlschrank oder auch schon leicht angefroren auf das Schneidebrett und in die entsprechend richtig großen Stücke wie ca. 1,5-2 mm Größe schneiden. Dann mit dem abgezupften Thymian, dem weißen Pfeffer mischen sowie die Frühlingszwiebeln sehr fein schneiden und für ca. 15 – 30 Minuten marinieren lassen.
Dann parallel den Daikon auf einem Gemüsehobel in ganz dünne Scheiben hobeln, auf einem Teller für das spätere Gericht die Scheiben platzieren und leicht mit Salz oder auch Fleur de Sel bestreuen. Dann sollte aber spätestens nach 10 Minuten angerichtet und serviert werden.
Dann kommt die Vinaigrette an die Reihe.
Hier kann man je nach eigenem Geschmack, oder auch je nach ausgewähltem Wein einige Variationen einbauen, so das das Gesamtgeschmackserlebnis entsprechend passend ist. Ich verwende bei diesem Thunfischtatar ein bestes Olivenöl und Traubenkernöl wo ich hier eine kleine Variante mit dem Gewürz Kurkuma als Farbe mit einbaue.
Zum Schluss das Tatar noch mit dem Limonensaft abschmecken und mit Hilfe eines Metallrings auf dem Teller in der Mitte platzieren und die hier verwendeten wilden Spargel mit dem Petersilie auf dem Teller dekorieren.



 

Ein Tapas Gericht zum Beginn der Spargelzeit

Grüner Spargel ist bei uns heutzutage fast das ganze Jahr zu erhalten, und hat auch biologisch mit dem weißen Spargel nur sehr wenig oder garnichts gemeinsam. Meist werden die grünen Spargel im Bund verkauft und sind oft von sehr unterschiedlicher Qualität. Wenn man einen schön dünnen grünen Spargel erwischt, braucht man diesen nur gerade einmal waschen und nicht schälen. Ich habe an einem Gemüsestand so ein Bund vor einer guten Woche erstanden und mir dazu einen feinen geräucherten Schinken erstanden, den ich, wie im Foto zu sehen, einfach als ganze oder halbe Scheibe etwas schräg über die grüne Spargelstange wickle. Ein Backblech mit ein wenig Olivenöl beträufelt, die Spargelstangen darauflegen, und nochmals mit einem Olivenöl gut übergießen. Dann den Backofen auf ca. 210 °C aufheizen und das Blech in die zweitoberste Schiene platzieren. Dann den Grill so einschalten, das in 5-6 Minuten die Spargel mit dem Schinken gut durchgegart sind. Auf einer flachen Platte anrichten und nach Geschmack noch mit Fleur de Sel garnieren.

Kann ohne Probleme mit den Fingern gegessen werden, bei Darreichung einer guten Serviette.



 

Klassisches Rezept der Haeberlins mit Spargel und frischen Morcheln

Ende März konnte ich an meinem Gemüsestand auf dem Viktualienmarkt bereits eine kleine Portion frische Morcheln erstehen, welche ich dann mit einigen Spargelstangen im Einkaufskorb ergänzte und da ich dieses Rezept bereits wiederholt ausprobiert hatte, sollte ich bereits ein schönes Gericht für das Wochenende bereit haben. Die frischen Morcheln sind zwar im Originalrezept so als Variante mit dem Titel „Feuilleté d’asperges aux morilles fraîches“ beschrieben, auch wenn die getrockneten Varianten einen wesentlich intensiveren Geschmack abgeben. Blätterteig habe ich dann sowieso immer im Tiefkühlfach, und alle weiteren Zutaten sind ebenso meist vorhanden.  Diese Rezept wurde aus Anlass eines Präsidentenbesuches im Auberge de L’ille von den Haeberlins entwickelt und wurde von vielen Köchen später übernommen und entsprechend abgewandelt. Da die Spargelzeit Ende März gerade einmal schon begonnen hatte, wurde ich also mit den Einkäufen soweit fündig von den Zutaten her, so das ich mich am Abend an die Zubereitung machen konnte.

Meine Zutaten pro Person:
4-5 Stangen weißer Spargel
1/2 Zitrone
10-12 frische Spitzmorcheln
1-2 Schalotten
ca. 150 ml Sahne oder Crème double
1 Blatt Blätterteig von 10 x 10 cm
1 Eigelb zum Bestreichen
Weißwein zum ablöschen
Salz, Pfeffer

Die Zubereitung:

Die Spargelstangen klassisch putzen und für 8-10 Minuten im Wasser mit einer 1/2 Zitrone dünsten. Parallel die Spitzmorcheln sehr gut säubern und die größeren Exemplare eventuell in der Mitte halbieren. Die Schalotten sehr fein schneiden und in Butter in einer großen Pfanne anschwitzen, dann die gesäuberten Morcheln dazugeben und nach dem Erhitzen mit dem Weißwein ablöschen. Nach dem Verkochen der Flüssigkeit den ersten Schwung Sahne oder Creme Fraîche zugeben und soweit einkochen, bis fast keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist. Den Vorgang je nach Bedarf mehrfach wiederholen, so das zum Schluß eine schöne Portion Morchelsauce entstanden ist. Nach ca. 5 Minuten der Kochzeit des Spargels die aufgetauten Blätterteigblätter mit Eigelb bestreichen und in den Backofen schieben und für ca. 7-8 Minuten bei 210°C goldgelb backen. Den Blätterteig aus dem Ofen holen, und in der Mitte so aufschneiden, das später die Spargelstangen darin platziert werden können.
Anrichten:

Die untere Hälfte des Blätterteig auf dem Teller setzen, die fertig gegarten Spargelstangen darauf legen, und den oberen Deckel daraufsetzen. Das gesamte Gebilde nochmals für 2 Minuten bei schwächerer Hitze in den Backofen schieben und währenddessen die Morchelsauce fertigstellen, so das nach dem Fertiggaren die Sauce auf dem Teller angegossen werden kann.

Ist wirklich ausgezeichnet und im Prinzip relativ einfach herzustellen. An diesem Abend habe ich mir dazu einen weißen Tropfen vom Weingut Baigorri aus dem Rioja ausgewählt.

Dieser weiße aus dem Rioja ist aus 90% Viura und 10% Malvasia. 8 Monate im französischen Barrique gereift und wirkt auch nach einigen Jahren Reife recht frisch und paßte ganz gut zu der kräftigen Morchelsauce.



 

Weitere Rezepte aus dem Buch „miso“ von Claudia Zaltenbach

An einer der letzten Wochenenden , nachdem ich schon wieder einige Wochen aus Südafrika zurück bin, gab es mal wieder ein paar Rezepte aus dem miso Kochbuch von Claude Zaltenbach, mit einer kleinen Weinempfehlung meinerseits.
Als tolle kleine Vorspeise, nicht zu einem Menü, aber immer interessant für jede kleine Gruppe zum knabbern sind die Mandeln mit Miso. Sehr einfach und schnell herzustellen, und nicht nur mit der vorgeschlagenen Miso Sorte Aka oder Inka Miso, sondern darüber läßt sich die Geschmacksrichtung der fertigen Mandeln dann wunderbar steuern. Im Buch auf Seite 20 ist das Rezept nachzulesen.

Die Keramik ist natürlich von meinem Bruder Holger, wovon ich ja auch so einige Schälchen im Schrank stehen habe.
Und dann gibt es ein Essensrezept aus dem miso Kochbuch: Glasierte Miso-Pilze auf Seite 93 nachzulesen, welches ich ebenso toll finde da sich auch dieses Gericht relativ schnell zubereiten läßt und als Hauptgang in einem Menü gut machen läßt.
  
Ich hab hier noch ein paar grüne Spargel dazu gelegt, welche gerade im Vorrat vorhanden waren, was sich zum grünen Erbsenpüree auch geschmacklich noch fein ergänzte.
Teller wie oben die Schälchen sind hier auch von meinem Bruder Holger aus meinem Geschirrbestand.
Dazu heute eine Weinempfehlung, was ich immer wieder gerne mache, denn ohne guten Wein ist für mich ein gutes Essen auf dem Tisch nur halb soviel wert. Da ich einen gewissen Bestand an Flaschen im Keller lagern habe, besteht für mich die Möglichkeit, immer wieder mal auf einen älteren, bereits leicht gereifteren Wein zurückzugreifen. Dies sollte in diesem Fall einmal wieder ein Fläschchen aus dem Süden Frankreichs sein, und zwar von dem Weingut Domaine les Aurelles.Der 2008er Jahrgang ist dort auf dem Weingut wunderbar gelungen, und nach so ca. 10 Jahren einen solchen Tropfen zu einem feinen Gericht zu genießen macht immer wieder Riesen Spaß.
Insbesondere interessant war auch hier, das dieser gereifter Tropfen, der Misosuace zu den Pilzen standhalten konnte.
Dieser rote Cuvée aus 2008 ist laut Beschreibung des Weingutes aus:
65% Mourvèdre,
20% Syrah,
15% Grenache.
So sieht das Weingut aus, wo ich eben auch wieder mit meinem Bruder Holger im Jahr 2013 dort diese Flaschen erstanden hatte.

Das Weingut ist aber auch architektonisch ein Highlight für die Gegend um Pezenas herum. Das gesamte Weingut ist aus riesigen Quadern aus Steinen, welche jeweils ca. 3 Tonnen wiegen aufgebaut, und bilden so in der mediterranen Hitze, bei richtiger Architektur ohne jegliche künstliche Kühlung einen wunderbaren Klimaeffekt, der sich positiv auf die Weinbereitung auswirkt. Immer ein Besuch wert.



 

Kapstadt, ein letzter Bericht zu 7 sehr unterschiedlichen Restaurant-Besuchen

Da ich nach der Weintour mit BKwines durch die südafrikanischen Weinregionen mir diesmal eine Woche noch in Kapstadt gegönnt hatte, wollte ich also einmal etwas tiefer in die kulinarische Landschaft von Kapstadt eintauchen. Da es sich mit Kapstadt aber genauso verhält wie in vielen anderen großen Metropolen der Welt, habe ich 2 der Lokalitäten einige Wochen vorher von München us gebucht. Insgesamt waren die Besuche aber eine sehr schöne Ergänzung zu den Weinverkostungen, bzw. auch eine schöne Ergänzung, da manche der Lokale auch recht umfangreiche und interessante Weinkarten anbieten.
Zu berichten gibt es über folgende Lokalitäten, welche alle in Kapstadt liegen:

Fork

Sea Breeze

Companies Garden Restaurant

Café Truth

Belthazar

The Pot Luck Club

Shortmarket Club


Beginnen soll der Reigen der diversen Restaurant und Café Besuche mit einem kleinen erst kürzlich eröffneten Lokal mitten in der Altstadt mit dem Namen Fork. Bereits am ersten Tag meiner Ankunft schlenderte ich nach dem einchecken im Hotel auch die belebten Straßen der Altstadt, wobei mir das Lokal mit dem Namen Form ins Auge fiel. Ein Schild vor der Tür pries eine Tapas Platte mit 5 Variationen zu einem recht günstigen Preis an und ich ließ mir einen Platz im Erdgeschoss geben. Später, nach der Weintour war ich noch zweimal dort ebenso am Mittag bzw. Abend dort zu einer kleinen oder größeren Tapas Runde zugegen.

Hier also die 5erlei Tapas Platte mit feinem Geschmack und besonders interessant war auch die Weinkarte, da es dort fast 30 verschiedene Weine aus Südafrika per Glas angeboten wurde. An einem der weiteren Abende suchte ich mir dann aus der Karte einige Tapas Gerichte aus, welche nach Preiskategorien angeboten werden, so wie hier auf der Karte verzeichnet:

Preise von 60 Rand bis 85 Rand pro Tapas Platte waren für die einzelne Platte nicht wirklich viel, denn auf jeder Platte waren meist vier der angebotenen Tapas zu erhalten. Hier zwei Beispiele der Tapas welche ich bestellt hatte:
Oestrich (Straußenfleich) auf Süßkartoffeln

Lachs auf Algen

Am Abend war der Laden richtig gut besucht, und ich bekam einmal nur einen Platz noch im 1. Stock auf dem Balkon, wo ich mir dann eine Pfeife ansteckte, wobei bald auch weitere Gäste am Nachbartisch Platz nahmen. Das Fork ist wirklich zu empfehlen, da die Vielfalt der Weinasuwahl auch gerade hier zu tollen Kombinationen einlädt.


Das war schon mal ein guter Einstieg auch schon vor dem Start der großen Weintour mit der Gruppe der BKwine Reise durch die Regionen der südafrikanischen Weinregionen. Alle weiteren hier beschriebenen Lokale habe ich dann in der Woche nach der Weintour in Kapstadt besucht, wo ich zunächst auf ein ebenso recht neu eröffnetes Fischlokal Namens „Sea Breezen“ eingehen möchte. An einem Mittag machte ich mich also auf den Weg in Richtung der Vorstädte, die unterhalb des Tafelberges liegen, aber noch Teil der Stadt sind, wo in einer Straße die nicht so belebt war, aber wohl einige Büros die Kundschaft des Lokals wohl ausmachen. Nicht nur die Farben des Lokals zeigt schon das hier wohl vieles aus dem Meer verarbeitet wird, sondern auch der Name Sea Breeze zeugt davon, das hier primär Fischgerichte auf den Teller kommen. Ich bestelle mir als Vorspeise ein Ceviche von Oktopus Tatar,

welche auf einer Creme gebettet ist die leicht und frisch sehr gut dazupaßt. Dann gibt es als Hauptgericht einen Muschelteller der ebenso recht frisch und köstlich ist.

Nicht täuschen lassen, wenn da kaum Sauce oder Sud zu sehen ist, die Nuscheln waren nicht trocken und schmeckten mit dem entsprechenden Wein dazu recht gut. Feine Adresse, die ich jederzeit wieder besuchen würde.


Dann führten mich meine Wege einmal wieder in den Bezirk District 6 wo ich bereits vor 3 Jahren dort im Museum war, hier aber sich rund um die Straßen sich einiges an interessanten Geschäften, sowie Lokalen etabliert hat, was sich auch an einer gewissen regen Bautätigkeit zeigte, wo ehemalige Büros oder Lagerhäuser zu interessanten Shops umgewandelt wurden. Ein Beispiel hier ein Laden Namens Nude Food, der ein Konzept verfolgt, welches bei uns auch gerade in Mode kommt – nämlich Lebensmittel ohne Verpackung zu verkaufen.


Hier in der nächsten Straße konnte ich aber dann auch ein Café entdecken, welches es wohl schon länger im Viertel gibt, welches seinen Kaffee selber röstet, und der Gast sich seine Rüstung auswählt und demnach auch die Grundbohne etc. Insbesondere hier in Südafrika wird ein recht guter Kult um einen guten Kaffee gemacht, so das es nicht verwunderlich ist, das es mitten in der Stadt ein Kaffeehaus gibt, wo eine kleine Rösterei integriert ist, wo man sich dann auch die gerösteten Bohnen mit nach Hause nehmen kann.

  
Ein wildes Interior, welches an uralte Werkstätten oder eine Bankfiliale im Wilden Westen erinnert. Insgesamt eine tolle Atmosphäre in dem Laden, wo es auch bereits zum Frühstück mit passender Musik wild herging.


Dann folgte ein Besuch in einem Lokal im alten Hafenviertel, welches heute mit einem riesigen Shopping Bereich auf drei Etagen und vielen Läden und Lokalen ausgestattet ist. Ich hatte auch schon vor drei Jahren dort glaube ich einmal mit Kollegen aus der Reisegruppe gegessen, und wollte mir im Belthazar nochmals ein feines Fischgericht mit guter Weinbegleitung gönnen. Das Lokal hat einen großen Außenbereich, der bei dem leicht windigen Wetter noch zumutbar war. Es wird mir nach der Platzanweisung gleich eine Speisekarte gereicht, und eine überdimensionale Weinkarte, so groß wie eine aufgeschlagene Tageszeitung, die mehr Werbung der Weingüter als Positionen enthält. Gefunden habe ich trotzdem zwei passende Weine. Dann eine Vorspeise und einen Hauptgang bestellt, was sich in einem Vorspeisenteller von gegrillten Calamaretti niederschlug

und zum Hauptgang ich einen Fleischspieß wählte der sich mit 5 verschiedene Sorten vom Grill darstellte.

Da das Belthazar in vielen Reiseführern als eines der besten Steakhäuser in Kapstadt gepriesen wurde sollte es diese Wahl sein, welche im Großen Ganzen auch recht ordentlich ausfallen sollte. Wie zu Sehn eine Sauce dazu und einen geschmorten Gemüseteller dazu. Preislich ist das aber recht hoch angesiedelt und kommt für meine Begriffe mit den Qualitäten der später beschriebenen Restaurants, welche zum Teil auch noch einiges günstiger waren, nicht mit.


Dann ging es an einem der weiteren Mittage mal wieder in den Companies Garden, der auch mitten in der Stadt liegt, und eine kleine grüne Oase für die quirlige Innenstadt darstellt. Dort kann man diverse Vögel beobachten, es gibt einen Mustergarten mit diversen Kräutern und Pflanzen, sowie ein Lokal, wo ich eines Mittags mich einmal für einen kleinen Imbiss niederließ.

Fishballs auf einem kleinen Ruccolasalat und einer Zwiebelvinaigrette, ordentlich gemacht und günstig, mit einem Glas Weißwein konnte ich den Nachmittag mit weiteren Aktivitäten fortsetzen. Es ging dann noch in eines der umliegenden Museen, und wenn man den Companies Garden so zu Fuß durchquert begegnen einem ständig die hellen Eichhörnchen die hier zu Dutzenden leben.

Aber auch interessante Bäume sind so im Spätsommer zu sehen, welche mich insbesondere der Rindenstruktur einmal zu einem Foto animierten.


Jetzt folgen zwei Lokalbesprechungen, welche ich ganz besonders interessant fand, wenngleich sie auch etwas unterschiedlich sich darstellten, was aber ja gerade in der Restaurant Szene umso interessanter ist, da sich hier wohl die diversen Chefköche auch entsprechend einbringen können. Beide Lokale gehören zu einer „Kette“ von Lokalen die von einem der Spitzenköche in Kapstadt betrieben werden. Das sind

The Shortmarket Club und
The Pot Luck Club.

Zunächst also der Shortmarket Club, der auch in der Innenstadt in der Shortmarket Street liegt und im ersten Stock eines Hauses untergebracht ist, der wohl vorher ein Musikclub gewesen sein soll, was ich nach Nachfrage erfahren konnte.

Ich hatte nicht vorreserviert, kam aber entsprechend so früh, kurz nach Öffnung um 19 Uhr, so das ich an der Bar einen Platz am Ende erhalten konnte, wo ich fast das ganze Lokal im Blick hatte. Es wurden 2 Menüs angeboten, oder man konnte auch à la carte bestellen. Ich wählte das größere Menü ohne Weinbegleitung, da ich mir das aus der Weinkarte gerne selber zusammenstellen wollte.
  
Los geht es mit einem Amuse Geule, welches sich mit einem kleinen Maiskolben, kräftig geröstet auf dem Grill recht schmackhaft anläßt.

Dann folgt die erste Vorspeise, welche zum Teil beim Gast vorbereitet wird, denn die Marinade für den so gut wie roh servierten Thunfisch, wird auf einem Serviertablett mit einem Bunsenbrenner soweit erhitzt, das diese dann warm über den Teller gegeben werden kann. Knoblauch wird frisch darübergepreßt.

Und so sieht dann der ganze Teller aus, wenn er serviert wird:

Und nach ein paar Bissen, den Salat schon mal weggegessen kommen die Thunfischstücke noch besser zur Geltung:

Hier imposant auch zu sehen, das die Auswahl der Teller und Keramiken recht fein ausgewählt sind und schön zum Gericht passend gewählt sind.
Dann folgt die zweite Vorspeise mit einem sogenannten „Tulbagh Asparagus“ auf einer Nußbutter serviert und mit Parmesan überstreut, welches ausgezeichnet paßte.

Dann folgte eine weitere Vorspeise, welche sich hier um einen in einem Feigenblatt gedämpftem Ricotta handelte, der mit einer Gorgonzola Crème kombiniert war. Sehr feine Creme des Gorgonzola mit nicht zu scharfer Note, wobei der Ricotta etwas langweilig wirkte.

Dann folgten die 2 Hauptgänge, wo der erste sich um Schweinefleisch drehte und den Titel Oak Valley Duo of Pig führte.

Un der zweite Gang sich mit Springbock und Nektarine befaßte.

Beide Gänge für sich genommen außerordentlich gelungen und mit zartem Fleisch von wohl bester Qualität.
Schließlich dann final noch ein Dessert der sich um Pfirsich und Crème drehte und für mich der schwächste Gang des gesamten Menüs war.

Gesamt aber hier der Abend ein wunderbares Menü was auch seinen Preis hatte aber durchaus gerechtfertigt war.


Nun zum letzten Bericht aus der Reihe der Restaurants und kulinarischen Besuche in Kapstadt, welcher für mich ebenso ein Höhepunkt war, wie der Besuch beim Lokal The Shortmarket Club. Das Restaurant The Pot Luck Club liegt im Stadtteil Woodstock, welches im Westen der Stadt auf dem Gelände einer ehemaligen Mühle liegt, die The Biscuit Mill heißt und wo seinerzeit Kekse hergestellt wurden. Das Lokal wurde baulich einfach auf das Dach des Speichers gesetzt, und somit hat man auch noch einen großartigen Ausblick auf die Stadt, den Tafelberg und andere Teile der Stadt.

Das Lokal ist mit dem gläsernen Aufzug zu erreichen und hat aufgrund seiner Größe dann wohl auch einfach die Küche mitten in den Raum gebaut, so das sich auch noch einige Plätze darum herum gebildet haben, wovon ich einen derjenige bekommen konnte und hatte dadurch einen schönen Einblick in das Geschehen. Auch hier gibt es ein Konzept, welches sich in der Karte niederschlägt, und der Gast aus ganz bestimmten kulinarischen Bereichen sich seine Gänge für ein Menü zusammenstellt, wobei dann der Service und die Küche entscheidet, in welcher Reihenfolge die bestellten Gerichte serviert werden.  
Hier deutlich zu sehen, das die Bereich die folgenden Titel tragen:

  • Salty
  • Sweet
  • Umami
  • Sour
  • Sweet Ending

Macht durchaus einen gewissen Sinn, wenn sich dann die Getränke dazu auch entsprechend kombinieren lassen, was im Laufe des Abends ein wenig schwierig war, obwohl es eine Weinkarte gab, jedoch der Service nicht so ganz auf Zack war, das er wirklich passend dazu auch die entsprechenden Empfehlungen aussprechen konnte. Weiterhin war das Lokal bei bereits vorgerückter Stunde schon recht voll und die akustische Verständigung manchmal ein wenig schwierig.
Ich hatte mir dann 4 Gänge bestellt und startete mit einem entsprechenden Wein von Spioenkop, der Chenin Blanc, auf die ersten Teller die da waren:

Fisch Tacos

Schlicht auf einem gelabelten Papier serviertes Tacos Gericht mit Fisch, der aber toll abgeschmeckt war und fein zu den Tacos paßte.
Dann gab es ein

Yellowtale Sashimi

mit viel gerösteten wohl Zwiebeln on top, was gerade so richtig Mode ist in der modernen Küche. Schmeckte auch ganz gut und und wirkte eher wie ein gedämpfter Fisch auf einer Crème. Dann folgte ein

Seafood Tagine

was sich geschmacklich als recht kräftiger Teller herausstellte, auch wenn es nicht wirklich etwas mit einer Tagine zu tun hatte. Allerdings waren einige verschiedene Fische, Garnelen und Muscheln darin verarbeitet. Viele Kräuter und Gewürze, was den Charakter einer Tagen doch ein wenig näher kam.
Als Hauptgang wurde mir dann das

Smoked Beef Filet

serviert, welches insgesamt sehr gelungen war, von der Konsistenz, aber auch vom Geschmack her.

Hier noch der Blick in die offene Küche von meinem Platz aus, der immer wieder faszinierend ist, da in den südafrikanischen Küchen bestimmt die doppelte Anzahl an Personal zugegen ist, was auch auf den Service zutrifft, als vergleichsweise in unseren westeuropäischen Lokalitäten. Zum Schluss ein kleiner Eindruck postalischer Provinienz, welche ich beim Besuch einer Postfiliale in der letzten Woche erstehen konnte, und die letzten Wochen mit den Weinverkostungen in Südafrika schön widerspiegelt:



 

Süd Afrika, Botanischer Garten und Weinregion Constantia

Zwei Tage später hatte ich mir dann nochmals eine kleine Tour vorgenommen, die im Botanischen Garten von Kapstadt beginnt, und ich mit dem Hop-on, Hop-off Bus diese Tour mit einem Tagesticket ohne Probleme bei wieder einmal recht schönem und etwas windigem Wetter bestreiten konnte. Mir einem der ersten Busse die aus der Innenstadt, gleich ums Eck vom Hotel losfuhren kam ich also gegen 10 Uhr am botanischen Garten an, der zwischen Küste und den hohen Bergen sich auf einer zum teil steilen Anhöhe befindet und gut mit Wegen erschlossen ist.

Es sind aber nicht nur Pflanzen aus aller Welt, aber insbesondere jene vom afrikanischen Kontinent, sondern auch einige Tiere die hier wild leben zu beobachten.
  
Da es in Süd Afrika ja gerade Spätsommer war, konnte man noch einige Pflanzen und Blumen kräftig blühen sehen. Aber hier blüht es sonst auch fast das ganze Jahr hindurch.

Nach einem größeren Gang durch diese Gärten und einem anschließenden Kaffee ging es dann wieder zum Bus, der zwar länger nicht kam, dann aber gleich 3 zugleich ging es weiter zum ersten Weingut des Tages:

Hier war ich bereits ein erstes Mal vor drei Jahren, da ich aber beste Erinnerungen hatte, mußte dieses Weingut nochmals einen Besuch wert sein, was sich auch sehr bestätigte. Hier konnte ich mir dann auch einen Mittagslunch genehmigen, der von den Weinen des Gutes begleitet wurden. Eine kalte Mittagsplatte mit Wurst und Brot bestellt, und dazu ein Flight der eigenen Weine mit verschiedenen Sorten.

Dann folgten auch sogleich die ersten 2 Weißweine die da waren ein Sauvignon Blanc und ein Viognier. Beide aus 2017 und sind ganz besonders gut zu bewerten.

Dann folgen 2 rote, welche noch besser zum Lunch passen.

Mein quasi Arbeitstisch sah dann nach diesen ersten paar Weinen schon gut aus:

Lunchbrett mit Wasserflasche, 2 Weingläser, Teller und Notizbuch.
Zum Schluß gab es dann noch einen der Spitzenweine von Eagles Nest, einen Syrah aus 2014, der von der Fachpresse und Kritikern hoch gelobt wurde. Was an den vielen Etiketten auf der Flasche auch zu sehen ist.

Dieser Shiraz war auch für mich eine 18/20 Punkten wert.


Dann ging es mit dem Bus weiter in Richtung Süden, wo ich bei dem Weingut Beau Constantia aus dem Bus ausstieg und mir dort in einem hochmodernen Verkostungsraum die nächsten Topfen zu Gemüte führte.

Tolle Location und ein neuer Verkostungsraum mit Terrasse und einer schönen Aufmachen der Flaschen.
  
Bei den Weinen gibt es zunächst einen weißen und dann einen roten Cuvée Namens „Pas de Nom“ Was soviel heißt in französischen wie, Ohne Namen. Darauf folgt ein Cuvée Namen Lucca aus 70% Merlot und 30% CF. Gefegt von einem Cuvée aus Shiraz, PV, Merlot, CS und Malbec.
    
Hier waren meine Bewertung lange nicht so hoch wie im Weingut zuvor, auch wenn das Weingut sicher wunderbar gelegen ist und sich im Marketing wohl auch redlich Mühe gibt.



 

Süd Afrika, ein weiterer Tag in den Weingütern

Nachdem die Gruppentour mit BKwines durch die Regionen der Südafrikanischen Weinregionen abgeschlossen war, hatte ich bereits von München aus noch eine weitere Tagestour gebucht, welche sehr interessant mit einer Weinmacherin, welche auch zu einem renommierten Weingeschäft in Kapstadt gehört, mich an diesem Tag auf 5 Weingut bringen sollte, welche primär in der Region Stellenbosch liegen sollten. Lieze Nerval von Caroline’s Fine Wine Cellar hatte für mich die 5 Weingüter ausgesucht, nachdem ich Ihr per mail mitgeteilt hatte, welche Güter ich bereits in der Woche vorher mit der Gruppe gesehen hatte. So ging es also zu:

Mitres Edge

Muratie

Delheim

Thelema

und Meerlust

Los geht es also an diesem Tag mit einer kleinen Busfahrt im Mini-Van zur ersten Station und dem Weingut Mitres Edge, wo wir von der Winzerin recht herzlich begrüßt werden und gleich in die klassisch ausgestatteten Räumlichkeiten des Hauses geführt werden. Meine Reiseleiterin kennt viele der Weingüter in der Region, da sie selber als Weinmacherin und Beraterin für Weingüter schon gearbeitet hat und somit sich unter Kollegenkreisen eine adäquate Auswahl für diesen Tag getroffen hat. Wir verkosten hier 5 Weine welche ich mit ordentlichen 15 bis 16,5/20 Punkten bewertet habe.
  
  
Dazu gibt es eine kleine Käseplatte, welche auf dem Gut selber hergestellt werden und insgesamt eine runde Sache zu den kräftigen Weinen darstellt. Das Weingut baut auf ca. 18 ha seine Weine an und baut sonst auch weitere Früchte an, welche vor dem Weinanbau hier eher dominierten.


Die nächste Adresse ist das Weingut Muratie, welches gesamt einen Fläche von 100 ha besitzt, worauf aber nur auf 40 ha Wein angepflanzt ist. Wir verkosten hier ebenso 5 Weine die ich gesamt noch um einiges besser einschätzte als das Weingut zuvor. Für einen Pinot Notier vergab ich sogar hier auch schon mal 17,5/20 Punkten. Ich vermerke Schokonoten in der Nase und im klassischen Stil, super fein und mit einer sehr ausgewogenen Stilistik und Struktur.
    


Bei der dritten Adresse an diesem Tag ging es zum Weingut Delheim, welches deutsche Wurzeln hat und wir können hier 6 Weine verkosten bevor es im Weingutseigenen Restaurant auf einer sehr schönen Terrasse ins eigene Lokal des Weingutes geht. 5 klassische trocken ausgebaute Weine und ein Süßwein zum Abschluss bilden hier den Reigen der Verkostungsreihe wo ich im Schnitt eine recht gute Bewertung für 2 der klassischen Südafrikanischen Rebsorten mit Chenin Blanc und Pinotage mit 17,5/20 vergebe. Aber selbst auch der Süßwein mit einem witzigen Namen und Etikett „Spatzendreck“ kann mit seiner Gaumennote mit gut überzeugen und wirkt Werder klebrig noch irgendwie scher. Mit 13 vol.% Alc. wird er aus Chenin Blanc, Muscasdelle und Riesling vergoren und wir konnten den 2016er verkosten.


  

  
Da es hier aber jetzt auch schon lunchtime war, ging es direkt nach der Verkostung ins Weingut Restaurant, wo wir ein sehr schönes Mittagessen mit einem Carpaccioteller von Kudu und anschließen einem Fischteller genießen konnten.
  
Bei bestem Wetter, im Garten unter Sonnenschirmen an einem 6. März ist das schon recht angenehm auf der Südhalbkugel dieser Erde. wo der Sommer sich zum Ende neigte.


Der Nachmittag brachte dann noch 2 weitere Weingüter mit Verkostungen auf Thelema und Meerlust.
Thelema ist ein modern angelegten und auch recht junges Weingut in der Region Stellenbosch, welches gesamt 147 ha besitzt und auf 44 ha davon seinen Wein anbaut. Hier können wir 8 Weine verkosten, welche ich wohl nicht alle im Foto festgehalten habe, denn es gibt noch eine mehr im Angebot. Thelema besteht im Prinzip aus 2 Weingütern, welche in unterschiedlichen Regionen sich befinden. Einmal in der Cool Climate Region Elgin mit dem Namen Sutherland und weiterhin in der wärmeren Region um Stellenbosch mit dem Namen Thelema. Hier können wir also direkt auf einem Weingut die verschiedenen Rebsorten aus unterschiedlichen Anbaugebieten direkt nebeneinander so verkosten, das sich die Eigenart der Regionen, wo die Trauben gebaut werden, sehr schön herausbilden, vom Geschmack, der Nase, aber auch wohl in gewisser Weise seiner Machart.
    

  
Auch hier waren wir zu Gast mitten in der Ernte, was auf dem Hof hinter de, Gebäude sehr deutlich zu sehen war, wo die offenen Behälter mit dem bereits geernteten Trauben abgestellt war für die weitere Verarbeitung. Ein Besuch hier ist sicher empfehlenswert was sich in meiner Benotung der Verkostung zwar nicht so ganz niederschlug, aber die Anlage machte einen guten Eindruck.


Schließlich ging es noch zu einem der größeren Anbieter auf dem südafrikanischen Weinmarkt, den man auch bei uns in den Supermärkten schön des Öfteren als Namen gesehen hat.  Das Weingut Meerlust baut auf 125 ha Wein an und hat alle klassischen Rebsorten im Angebot. Insbesondere die Bordeaux Reben sind hier im Angebot.

    

  
Was mir hier nicht so wirklich zugesagt hat ist das hier scheinbar heruntergekommen Ambiente der Verkostungsräume mit uralten Bildern an den Wänden und einer verstaubte Atmosphäre, welche eigentlich nicht wirklich zu so einem großen Betrieb paßt. Entweder haben sie mit Ihrem Namen schon einen so guten Verkauf, oder es wird an diesem Ort nicht wirklich auf ein gutes Marketing für die Marke geachtet, was ich bei vielen anderen wesentlich kleineren Betrieb als vorzüglich beobachten konnte. Aber nicht nur das Ambiente muß stimmen, sonder noch viel mehr kommt es dann wohl auch auf die Personen an, die einen Besucher in einem Weingut empfangen, bedienen, bewirten und beraten, was sich doch auf vielen der Orte die wir in den letzten 2 Wochen so besuchen konnten aus ausgesprochen vorzüglich darstellte.

Damit schließt sich im Prinzip der Kreis der Verkostungen für diese Reise auf den Weingütern in Südafrika, und im nächsten Beitrag werde ich etwas über meine Restaurantbesuche in Kapstadt berichten, welche zum Teil ebenso interessant wie spannend gewesen sind.



 

Ein weiterer Tag in Kapstadt, im MOACC

Das noch nicht so lange eröffnete neue Kunstmuseum in Kapstadt für afrikanische Kunst ist in einem ehemaligen Kornspeicher entstanden, der im Hafen von Kapstadt steht, und komplett umgebaut wurde, was an den folgenden Fotos auch gut zu sehen ist. Zwei Aspekte an diesem neuen Museum haben mich insbesondere interessiert. Zum Einen sind es natürlich die Kunstwerke die darin ausgestellt sind, zum zweiten aber ganz besonders auch die Architektur, da es sich ja hier nicht um ein neues Museumsgebäude handelt, sondern um einen ehemaligen Getreidespeicher, der zu seiner Bauzeit das höchste Gebäude in Kapstadt darstellte. Imposant dabei zu sehen, wie voluminös seinerzeit mit Betonbauten umgegangen wurde, als so in den Anfangsjahren der ersten Gebäude solcher Art mit unwahrscheinlich dicken Wänden gebaut wurde, welche erst heute nach dem Aufschneiden der Wände zu tage tritt.

  

Hier zunächst einmal zwei Außenansichten, wo zwar das Volumen nicht so richtig zu Geltung kommt, aber der heutige Zustand von außen mit den neuen Fensterfassaden des Hotelaufbaus imposant wirkt. Besonders spektakulär wird es aber dann im Inneren des Gebäudes, welches so intelligent ausgekernt wurde, das im Inneren der Silobehälter ein großes Volumen aus dem Beton herausgeschnitten wurde, um zunächst eine große Eingangshalle zu schaffen, ansonsten aber auch Platz für Aufzüge in einzelnen Silobehältern oder auch sonstige Räumlichkeiten, außer den tatsächlichen Ausstellungsräumen.

  


Hier ein Blick von Unten in eine der aufgeschnittenen Röhren der Silos.


Ein befremdlicher Blick aus einer der obersten Etagen auf ebenso mehrere aufgeschnittene Röhren.

Mir wurde bei Eintritt in das Museum zwar empfohlen den Aufzug in die oberste Etage zu nehmen, und dann von oben nach unten die Kunstetagen anzusehen, was ich aber lieber in der umgekehrten Reihenfolge erledigte, da ich mir auch das Gebäude von Unten nach Oben ergehen wollte. So kam ich auch in den Genuss nicht nur die imposante quasi neu verschaffte Architektur des aufgeschnittenen Silos zu erkunden, sondern die diversen Etagen mit der Kunst konnte ich mir so erschließen. Was dabei mir insbesondere auch hier auffiel, war das Logo, Leitsystem und die diversen grafischen Elemente, welche dem Publikum den Weg weisen sollte. Hier zwei Beispiele, welche sich aus dem Grundriss des Silos mit seinen runden Speichern ableitet:

Der Grundriss aus 42 gleichen runden Silobehältern bildet quasi ein Raster für den weiteren Transport aller grafischen Element wie Treppen, Hinweispfeile oder auch Etagennummern, wie hier auf den Bildern zu sehen. Wobei dieses Element auch in reduzierter Form verwendet wird. Nur 35 Elemente.

Der gesamte Bereich der Silos wird durch eine abgeschlossene Dachkonstruktion abgeschlossen, wo dann über dem Museum ein Restaurant draufgesetzt wurde, und auf einem anderen Teil ein größerer Bereich aufgesetzt wurde für einen Teil des Hotels. Der Restaurantbereich und auch das Hotel sind recht kontrastreich durch quasi verwölbte Metallkonstruktionen mit einer Doppelverglasung gestaltet, die sich nicht nur von außen als wie ein sich wölbendes Auge aussehen, sonder auch von Innen sehr dem räumlichen Empfinden einen Eindruck gibt der dem Raum eine große Weite und Offenheit gibt.

Nach einem kurzen Restaurantbesuch mit einer feinen Fischplatte ging es dann wieder runter auf die Erdgeschossebene mit einem der Aufzüge, mit einem kleinen Gang durch den Museumsshop, was heutzutage wohl auch ohne einen solchen nicht mehr geht, denn so wird das Museum auch damit mit finanziert. Hier fielen mir dann nochmals die erhalten gebliebenen Einbauten aus der Zeit der Silos zu sehen, wo die Getriedesilos entleert wurden.



 

Südafrika Weinreise – der siebente Tag

An diesem letzten Tag mit der großen Gruppe der Weinverkostungen mit BKwines sollte es zu zwei Weingütern gehen, welche einerseits recht gegensätzlich, andererseits aber auch sehr typisch für die Region Stellenbosch sein sollten.
Posthouse Vineyards
  
welches tatsächlich in den Anfangszeiten hier in Südafrika eine Poststation war. Und um die Mittagszeit ging es dann zum Weingut

Stark-Condé Wines.

Beginnen soll es am Vormittag mit dem Weingut Posthouse, welches 1997 von Nick Gebers übernommen wurde, und heute auf 25 ha seine Weine anbaut und mit vielen verschiedenen Reben eine große Vielfalt anbieten kann. Hier sieht nichts spektakulär aus, die offenen Weinbottiche aus Kunststoff werden gerade einmal mit Plastikfolie abgedeckt und die Räumlichkeiten machen fast schon einen etwas verkommenen Eindruck. Um so kontrastreicher wird dann die Verkostung mit dem Winzer und seiner Tochter die den Teilnehmern der Gruppe gut einschenkt und wir können allein hier insgesamt 12 Weine des Weingutes verkosten undauch genießen. Der Winzer spricht bei den Verwüstungen der Weine immer wieder von dem Geschmack „Umami“, welches aus der asiatisch, japanischen Küche stammt und im Prinzip so einen Geschmack vermitteln soll, der nicht nur die Grundgeschmäcker von salzig, sauer, bitter, scharf, süß etc vermitteln kann, sondern einen rundum alles umfassendes Geschmackserlebnis bringt, welches zum Produkt und dem Geschmackserlebnis paßt. Also dann „Umami“. Habe ich so intensiv auf einem Weingut das erste Mal erlebt. Weiterhin interessant, das das Weingut in einer ehemaligen  Poststation untergebracht ist, was der Winzer aber sehr schön für seine Marketingstrategie zu verwenden weis.

Und eines der stärksten Mittel, welche auch früher schon in Poststationen verwendet wurden, sind die Briefmarken welche dort verkauft wurden, und diese dann dafür herhalten, die Weine entsprechend zu kategorisieren. Die Verkostung startet also mit drei weißen Sorten, wo sich der Chenin Blanc wieder einmal als recht starker Vertreter der weißen Reben darstellt.
    Chenin Blanc 2017, ohne Foto.
Dann folgen die roten Sorten, welche sich auch zum Teil auf Briefmarken und der historischen Vertreter beziehen.
    
    
    
Der CS aus 2017 fehlt hier in der Reihe der Fotos der roten Sorten.
Eine insgesamt sehr vielschichtige Verkostung mit facettenreichen Weinen, welche ich in der Gesamtheit so zwischen 15 und 17 Punkten bewertet haben.
  
Fazit für mich. In einer großen Gruppe von 23 Besucher gab es im Prinzip zu viele der verschiedenen Weine zu verkosten, da der Winzer nicht wirklich auf die verschiedenen Weine eingehen konnte. Er hatte sowieso einen regen Redeschwall, was im Prinzip sehr interessant sich anhörte, auch zu den einzelnen Weinen, jedoch geht so eine Erklärung bei einer dann doch etwas unruhigen Gruppe von über 20 Personen manchmal etwas um allgemeine Geraune unter.


Nach einer kurzen Fahrt treffen wir dann auf dem Weingut Stark-Condé ein, welches sehr malerisch in einem Tal bei Stellenbosch liegt, wo der Winzer mit einer Japanerin verheiratet ist, die das Restaurant „Postcard“ leitet, welches direkt auf dem Gelände des Weingutes sich befindet.

Da es bereits einmal wieder Lunchtime war, wurde vereinbart, sich kurz das Weingut mit Keller anzusehen, und dann am Mittagstisch zunächst die Weine zu verkosten und dann mit einem sehr gelungenen Mittagslunch fortzufahren.
Wir konnten 7 Weine verkosten welche sich für mich auf recht hohem Niveau präsentierten.
    
  
Auch hier im Weingut konnten wir im Keller, wo die Ernte gerade im vollen Gange war sehen, das die Trauben nicht nur in offenen Plastik Cuves vergoren werden, sondern, das auch hier eine Vergärung nicht nur der Trauben, sonder auch mit vollen Stilen und ohne Entrappung vergoren wird.

Aufschrift unten auf dem Aufkleber: 50% whole bunch.

Somit ist zu sehen, das auch hier recht selektiv gearbeitet wird, auch wenn die Kunststoffbottiche für die Europäer etwas befremdlich wirkten. Das ist eben die sogenannte „Neue Welt“.
Dazu aber war nicht nur hier im Keller des Weingutes etwas zu sehen, was wir auf weiteren anderen Weingütern der Woche bereits gesehen hatten: Betoneier, wo kleinere Mengen der Weine auf diese Weine vergoren werden.

Schließlich gab es im Postcard Restaurant ein wunderbares Mittagslunch, wo ich mir zunächst einmal die Karte ablichtete:

Vier Gänge mit den passenden Weinen dazu, wobei wir auch andere der bereits verkosteten Tropfen uns dazu einschenken lassen konnten.

Für mich ein sehr gelungener Abschluss dieser Weinreise mit einer etwas zu großen Gruppe, was aber kaum störte. Die ausgewählten Hotels waren fast alle recht gut und insbesondere die Lunches auf den Weingütern konnten fast immer mehr als überzeugen. Geht allerdings generell auf die Kosten der Zeitschiene, denn damit sind 3 oder mehr Weingüter an einem Tag kaum zu schaffen.



 

Südafrika Weinreise – der sechste Tag

An diesem Tag sollte es zu zwei großartigen Weingütern in der Region Stellenbosch gehen.

Reyneke wines – ein biodynamischer Betrieb, und


Oldenburg Vineyards mit offensichtlich deutschen Wurzeln.

Los gehen sollte es mit dem ersten Besuch an diesem Tag bei Reyneke wines welches ein Demeter zertifizierter biodynamischer Betrieb in der Region Stellenbosch ist. Das 40 ha große Gut baut auf 18 ha Wein an und arbeitet auf fast allen Flächen mit biodynamischen Methoden. Kaum eingetroffen gehen wir bei bestem Wetter erst einmal in die sehr nahegelegenen Weingärten wo uns der Winzer eine Menge an Spezialitäten zu seinem Weinanbau erzählen, aber auch live inmitten der Rebreihen, welche zum Teil noch die Trauben tragen, uns zeigen kann, was ein Teil der Biodynamie in seinem Betrieb ausmacht. Nach einer intensiven Einführung geht es dann in eines der Gebäude und einem Verkostungsraum, wo wir die Ergebnisse der letzten Jahre verkosten können.

Wir können insgesamt 8 Weine verkosten, die insbesondere im Rückblick auf die gesamte Reise, eines der absoluten Höhepunkte dieser Reise darstellen. Während der Verkostung gibt es immer wieder recht ausführliche Erklärungen vom Winzer, der ursprünglich Philosophie studiert hatte, und später dann sich mit einer Weinausbildung in dem Segment selbständig machte, was nach ein paar Jahren zwar fast schief ging, aber nach einem fulminantem Fernsehauftritt und einem Interview die Sache mit dem Wein erst richtig ins Rollen kam. Wir verkosten dann also 4 weiße Sorten und 4 rote Flaschen. Die weißen Tropfen habe ich im Schnitt mit guten 15,5 bis 17 Punkten bewertet und die roten Sorten mit 16 bis 18 Punkten von 20.Insbesondere der Reserve aus 2015 hatte bei mir einen bleibenden Eindruck, und somit mit 18 Punkten bewertet, hinterlassen.

            

Auffallend sind die klar gestalteten Etiketten ebenso aber auch eine Neuigkeit, die ich so fast noch nie gesehen habe, das sich der Winzer mit einer eingravierten Marke auf der Flasche präsentiert, und die sonstigen Informationen ausschließlich auf dem Rückenetikett sich befinden. Insgesamt also eine sehr überzeugende Präsentation, was sich aber nicht nur auf die äußere Präsentation bezieht, sondern insbesondere auch auf die diversen Inhalte der Flaschen bezieht.
Noch ein interessantes Detail, welches hier auf den Flaschen zu sehen ist sind eingeätzte Inschriften, welche die Ästhetik der Flasche unterstützt.

Ein letzter Blick zurück auf diesen ausgezeichneten Besuch mit großartiger Verkostung und sicher auch einer Erwartungshaltung, welche dann zum nächsten Weingut sich tragend auswirken könnte?


Die nächste Adresse sollte das Weingut Oldenburg sein, welches auf Wurzeln der deutschen Gründer zurückgeht, mit der Benennung des Weingutes der Stadt Oldenburg. Das Weingut hat eine sehr interessante exponierte Lage in einem Tal, wo uns der Kellermeister einiges im Weinberg wieder erklären kann, warum die Rebreihen in eine bestimmte Richtung gepflanzt wurden – um die Belüftung der Reben und Trauben zu unterstützen.

Aber hier wird, wie auch in vielen anderen Weingütern in Südafrika, der Wein primär von Hand gelesen, was einerseits generell schonender ist, andererseits kann selektiver geerntet werden, was den Reifegrad der Trauben berücksichtigt werden kann. Kranke Rebstöcke werden rigoros ausgerissen und zunächst einmal nicht nachgepflanzt, was die Gesundung des Weinberges grundsätzlich schonen soll. Ansonsten haben die Weingutsbesitzer auch hier zwischen den Rebflächen einige Naturbelassene Flächen erhalten, die sich auf die gesamte Gesundung der Natur wohl positiv auswirkt.

Wir bekommen ein ausgezeichnetes Lunch nach der Weinbergsbegehung und können die Weine von Oldenburg dazu verkosten.
      

Insgesamt bei Oldenburg eine sehr feine Qualität und außer dem Cuvée mit Namen Rhodium aus Merlot, CF, PV und Malbec werden primär reinsortige Wein gekeltert, die ich mit 15 – 16,5 Punkten von 20 bewertet habe.