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Variation von Seeteufel auf Steinpilzen und Fenchelgemüse

Einer der einfach zu verarbeitenden Meeresfische ist der Seeteufel. Hier gibt es allerdings nicht nur das schiere Fleisch, welches ohne Gräten, da dieser Fisch ein Knochenfisch ist, sondern ebenso sehr schmackhaft und noch feiner in seiner Konsistenz sind die „Lotte-bäckchen“. Sicher gibt es dieses Backenfleisch auch bei Forellen und anderen Fischen,  wobei diese bei dem Seeteufel besonders groß ausfallen und daher auch separat verkauft werden.

Für einen Teller brauche ich ca.:
130 gr. Seeteufelfleisch
2 Bäckchen des Gleichen
1 schmale/dünne Fenchelknolle
2 kleine Schalotten, 1 Zehe Knoblauch
2 große Steinpilze

Zum Marinieren:
50 ml helle Sojasauce
50 ml Mirin
1 Tl Zucker
frische Kräuter wie Thymian, Rosmarin
Salz und Pfeffer

Zur Zubereitung:
Die Seeteufelstücke von allen Häuten und Sehnen am Äußeren der Stücke entfernen, sowie ebenso die Bäckchen davon befreien, denn diese werden sonst beim Anbraten hart und fast ungenießbar. In einem Schälchen mit der Marinadeflüssigkeit die Fischstücke einlegen und für ca. 30 Minuten ziehen lassen. Dann mit Küchenpapier abtupfen und für das anbraten zur Seite legen. Den Fenchel säubern, und in möglichst dünne Scheiben schneiden. Ebenso mit den Schalotten und dem Knoblauch verfahren. Die Steinpilze sehr fein säubern und in dünne Scheiben schneide, welche auf einem Teller platziert mit einigem Olivenöl beträufelt werden, was hier auch schon einem gewissen Marinieren gleich kommt. Ein wenig Flur de Sol darüber, und nach dem Einziehen des Olivenöls nochmals mit mehr davon beträufeln. Das Olivenöl sollte deshalb recht fein sein, sonst übertüncht dieses den Geschmack der Steinpilze.
Jetzt setze ich drei Pfannen auf dem Kochfeld auf und brate separat die Fenchelabschnitte mit den Schalotten und dem Knoblauch an, daneben in einer Pfanne die Steinpilze und in einer dritten die Stücke des Seeteufels mit den Bäckchen. Jede Pfanne je nach Garzeit entsprechend in der Hitze reduzieren oder noch etwas aufdrehen, so das zum Servieren die Produkte alle gleichzeitig gar sind.
So schaut’s dann aus:
  



 

„taste München“ als erste Gourmetveranstaltung in München

An diesem ersten Augustwochenende fand zum ersten Mal eines der „taste“ Veranstaltungen im englischen Garten statt. Angekündigt seit einigen Wochen mit Plakaten, welche in der Stadt an den bekannten Stellen ausgehängt waren, konnten mich diese auf hellblauem Grund mit Pinselschrift und einem Foto von einem Gericht nicht überzeugen.

Da ich von den Veranstaltungen bereits auf internationaler Ebene gehört hatte, wollte ich natürlich auch sehen, was die Veranstalter hier in München so feines auf die beine gestellt hatten. Die Karte für die Veranstaltung hatte ich mir im Vorverkauf besorgt, und war dann auch recht pünktlich gegen 17:45 Uhr am Veranstaltungsort in München im englischen Garten vor Ort, wobei dort dann bereits ca. 120 Personen in der Schlange standen. War aber kein Problem, da der Einlass recht zügig vor sich ging. Ein Veranstaltungsgelände auf einem Sportplatz im englischen Garten, wo aber zunächst nicht klar war, wie der Ablauf sein sollte. Ich steuerte auf einen Weinstand zu, wobei mir dann aber gesagt wurde, das ich mir erst eine aufgeladene Karte besorgen müßte, mit der dann an den Ständen die gekauften Gerichte und Getränke bezahlt werden können. Systemgastronomie läßt grüßen. Ich also zur:

wo es gegen Bares eine Chipkarte gab, und damit wohl dann auch an allen Ständen die Gerichte bezahlt werden können. Jetzt also endlich zu einem der Getränkestände, in diesem Fall einer von Rewe, wo ich mir ein erstes Glas Wein einschenken ließ. Aber mit dem Glas Wein war es nicht getan, denn dafür wurde auch noch ein Pfand von 2.-€ kassiert, und man bekam einen blauen Chip, der dann bei Rückgabe wieder einzulösen war.

Nun ja, so richtig komfortabel und mit Genuss verbunden kann man das nicht nennen, denn mit einem Glas Wein in der Hand, einen kleinen Teller mit einem der Gerichte der anbietenden Köche gab es dann leider nicht wirklich genügend Abstellmöglichkeiten bzw. Plätze, wo man dann in Ruhe seine gekauften Kleinigkeiten verspeisen konnte.

Insgesamt war das Gelände selbst nach 1-2 Stunden noch nicht wirklich voll ausgelastet und es war angenehm so zwischen den Ständen zu schlendern, sich die Köche in Ihren Zelten anzusehen, die unterschiedlichsten Angebote von Senf über Marmeladen, Whisky oder auch Schweizer Spezialitäten anzusehen oder auch zu verkosten.

Die wesentlichen Cateringzelte waren in der Mitte des Platzes aufgebaut, wo von 12 Münchener Köchen bis zu Kollegen aus Regensburg (storstad) und Rottach-Egern, sowie Reit im Winkel sich die Gäste Ihre kleinen Teller mit Köstlichkeiten von der Karte abbuchen lassen, und verspeisen konnten.

Richtig ärgerlich waren allerdings die 2 Stationen der Geschirrrückgabe, denn davon gab es auf dem gesamten Gelände nur 2, und dort standen ständig Schlangen vor der Rückgabe der Teller, Gläser und dem Rückbuchen der Beträge auf die „blaue Gourmetkarte“. Der blaue Chip mußte dann auch noch entsprechend abgegeben werden, und der Unmut mancher Gäste die ebenso in dieser Schlange mit mir anstanden war nicht wirklich kleiner.

Aber jetzt zu den kulinarischen Genüssen dieser Veranstaltung:
Das erste Glas Wein genehmigte ich mir an einem Stand von Rewe, welches ein Chardonnay von der Ersten und neuen Kellerei in Kaltern sein sollte, der gut zum warmen Klima an diesem Abend passen sollte, und ich steuerte dann sogleich einen der Gourmet Zelte an, wo ich bei Michael Hüsken vom Sophia’s aus dem Charles Hotel einen ersten Teller mir genehmigte.



Lamm vom Gutshof Polting, orientalische Gewürze, Karotten-Humus, Salzzitrone. Wobei hier auf dem Teller eher 2 Stückchen Blumenkohl waren, aber das Lamm recht schmackhaft und noch gut warm serviert wurde.

Anschließen ging es bei mir weiter zu, Zelt vom Restaurant storstad aus Regensburg, wo Anton Schmaus kocht und ich mir einen Teller mit Fjordforelle, Chirashi, Grüne Mango,  Soya, Wasabi und Gochuyang bestellte. Die Teller waren immer sehr schnell zubereitet, denn man konnte auch beim Blick in die offenen Küchen sehen, das jedes Cateringzelt eine gute Mannschaft am Werkeln hatte.

Sehr schön gewürzt und auf einem kräftigen Klecks Risotto, welches so nicht auf der Karte stand, aber insgesamt gut paßte. Feine Gewürze obenauf mit den diversen getrockneten Zutaten und kleinem Grünzeug, was sich geschmacklich gut zu dem Fisch mischte.
Jetzt hatte ich also bereits den zweiten Inhalt eines Tellers verspeist und jedesmal mußte man sich dann bei der Geschirrrückgabe anstellen, um den blauen Chip mit Teller und 2.- € Pfandgeld wieder gutgeschrieben zu bekommen. Na ja, wenigstens kam man mit anderen Gästen ins Gespräch, die zum Teil einen richtigen Berg an Geschirr zur Abgabe schleppten.
Das erste Glas Wein war geleert und ich machte einen Abstecher in Zelt der Schweizer, wo es einige autochthone Reben zu verkosten gab, und ich dann wieder den Weinstand ansteuerte, um ein zweites Glas zu ergattern. Der war allerdings ein kleiner Fehlgriff mit einem Sauvignon Blanc, welcher aus den italienischen Gegenden kam.

Insgesamt ist zu der Weinauswahl auf diesem Genussfestival zu bemerken, das die Veranstalter es nicht geschafft hatten, die große Auswahl an Weinhändlern, bzw. das große Angebot in München irgendwie wiederzugeben. Außer dem Rewe Stand gab es noch eine sogenannte „Wein Genuss Welt“, welche nur chaotisch organisiert war und ich dort erst garnicht versuchte einen guten Schluck zu bekommen. Weiterhin gäbe es 2-3 kleinere Weingüter  mit eigenen kleinen Zelten, wo es aber nur Verkostungsschlückchen gab. Also insgesamt ein kleines Weindesaster, denn an den Cateringzelten der großen Köche und Küchen, durften die Anbieter keine Weine ausschenken. Da besteht dringender Verbesserungsbedarf in der Abwicklung für den Genießer, denn Speisen und Wein gehören bei so einem Festival zusammen.

Meine nächste Station sollte die Dichterstub’n aus Rottach-Egern sein, welche ich bisher noch nicht kannte und ich dort einen Teller mit Kabeljau, geräuchertem Wildkräuterfond und Kartoffelschaum.

Eine sehr feine Kombination der Kartoffelstärke mit dem fein gedünsteten Kabeljau, welcher fast schon in der Sauce schwimmen konnte.

Und dann ging es noch zum Zelt des einzigen 2 Sterne Kochs, auf diesem Festival,  D. Urbansky vom Restaurant Dallmayr, wo ich mir einen Teller Onglet vom Nebraskarind und Mais mit Weizengras und Mole bestellte.

Sehr schön angerichtet und schmackhaft gut serviert, wobei der Mais mir etwas „künstlich“ vorkam. Was das wohl war? Dazwischen noch 2 kleine Scheiben eines Wurzelgemüses.

Ein Blick über das Gelände mit einem Teil der Zelte machte einen schönen Eindruck, wobei mir bereits bei der Plakatgestaltung aufgefallen war, das mich die hellblaue Farbe, hier bei den Fahnen zu sehen, doch verwunderte. Sollte hier vielleicht eines der Elemente der 1972 von Otl Aicher und anderen gestalteten Olympischen Spiele hervorgeholt werden? Auch im Programmheft dominierte diese hellblaue Farbe wieder.
Dann machte ich noch ein paar Runden quer durchs Gelände mit diversen kleinen Halts an manchen Ständen mit Verkostungen und kleinen Schlückchen aus dem Bereich der stärkeren Getränke.
Mal sehen was es, wenn es wiederholt wird, das nächste Jahr bringt.



 

Neue Weinbar „Frank Weinbar“ angekündigt für Ende September in München

In einem Beitrag in der SZ vom 1. August 2017 steht heute einer der ersten größeren Artikel über die neue Weinbar in der Residenz in München. Der ehemalige Redizenzladen wird für 1 Mio. € in eine Weinbar umgebaut, wo sich der fränkische Weinbauverband und weitere zehn Winzern aus Franken die 90 qm Weinbar bzw. Bistro teilen werden. Plätze auf der Residenzstrasse wird es wohl auch geben, jedoch liest man weiter hinten im Artikel kann man doch ins Grübeln kommen. Dieses Lokal soll im ersten Jahr dann für 10.000.- € im Monat, und dann ab dem dritten Jahr für 30.000.- € im Monat, ja – richtig gelesen im Monat verpachtet werden.
Auch wenn ich hier wirklich keine Milchmädchen Rechnung aufmachen will, aber das deutet bereits im ersten Jahr auf recht hohe Weinpreise, bereits für den glasweisen Ausschank hin. Eine große Küche ist da wohl sicher nicht zu erwarten, bei gerade einmal 90 qm Gastraum Fläche, aber ich will auch nicht unnötig unken, und lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn es wirklich vor dem Oktoberfest losgehen sollte. Wenn aber die Weinpreise dann eben in solche unerschwingliche Höhen sich aufschwingen, wie sie in manchen anderen „Weinlokalen“ in München inzwischen üblich sind, wo es das 0,1 l Glas für 8.- € und das 0,2 l Glas für 16.- € verkauft wird, kann das nicht wirklich im Sinne eines guten Marketings für den Franken Weinverband, geschweige denn für die weiteren 10 Winzer die dann beteiligt sind, sein.
Bin sehr gespannt was da so entsteht.

Prost Mahlzeit.

Ein schneller und einfacher Teller

Dinkelbrot, vor ein paar Tagen gebacken, 2 Eier fast hart abgekocht, eine Dose Rigaer Sprotten geöffnet, und den Rest des Tobiko Kaviars aus den Kühlschrank geholt, waren schon fast alle Vorbereitungen für dieses schnelle Abendgericht. Die Scheiben Dinkelbrot beträufelte ich mit etwas Olivenöl, schneide die gekochten Eier längs darüber, öffne die Dose Rigaer Sprotten, welche nur in Öl eingelegt sind, und verteile darauf ein wenig von dem orangenen kleinkörnigen Tobiko Kaviar.
Fertig ist das zwar kalte, aber durchaus schmackhafte Gericht aus der kalten Küche. Sicher kann man da noch ein wenig ein Grünzeug darüberstreuen, oder etwas Fleur de Sel und Pfeffer, je nach Geschmack, aber das sind alles individuelle Varianten, die dieses Tellergericht wenig von der wesentlichen Seite der Geschmacksnoten her ändern.
  



 

5 Jahre Le Stollberg (nouveau)

Jetzt sind es schon 5 Jahre her, das Anette Huber das Le Stolberg (nouveau) von Laurent Pigault übernommen und eröffnet hat. Gefeiert wurde am letzten Sonntag im Lokal, und es kamen so ca. 150 Gäste, welche sich wohl alle köstlich unterhalten, aber insbesondere auch wunderbar verköstigt und die Getränke genossen haben.
  
Und da ich dachte nicht allein dort aufzukreuzen nahm ich kurzerhand einfach den Koch Uli Schroth mit, der sich dann mit Küche und der Chefin fachlich austauschen konnte.

In der Küche wurden ständig neue Platten mit Köstlichkeiten aufgefahren und angerichtet. Es gab angewärmte Boudin, Saure Zipfel aus der Mini Suppenterrine und viele andere kleine Köstlichkeiten, welche recht schnell von den Gästen dem ausgezeichneten Service schon bei Start nach der Küche von den Tabletts weggeholt wurden.


Eines der wesentlichen Angebote bei den Weinen waren an diesem Abend die verschiedenen weißen Tropfen vom Weingut Stigler aus der Region Baden, wo uns besonders gut schmeckte der Riesling GG Winkler aus Ihrigen, welcher sicher auch zum warmen Wetter gut mundete.

Das Le Stolberg hat sonst unter der Woche Mo. bis Sa. mittags und abends geöffnet, wobei gerade auch mittags ein Business Lunch angeboten wird, welches für 16,50 € mit Vorspeise, Hauptgang und einem Espresso recht gut angenommen wird, und es immer wieder passiert, das das Lokal zur Mittagszeit gut gefüllt ist. Dann wünschen wir mal eine gute Zukunft für die nächsten 5 und weitere Jahre auf viele Gäste und gutes Gelingen.



 

Pak Choi (Chinesischer Senfkohl) mit gefüllten kleinen Paprika

Pak Choi gibt es bei uns auf den Märkten so seit ca. 10 Jahren als frisches Gemüse. Sieht aus wie ein kleiner Salat, gehört aber zu den Gemüsen der Kohlpflanzen.

Die grünen Blätter sind beim Braten oder Dünsten recht schnell gar, wobei die dicken weißen und hellen Stengelansätze saftig und etwas länger zum Garen brauchen. Ich habe dieses Kohlgemüse in den letzten Jahren immer wieder ausprobiert, wobei mir das vorherige marinieren un dann das Braten in einer Pfanne am gelungensten erscheint. Heute habe ich den Pak Chor einmal mit einer kleinen Paprika Variation kombiniert.

Zu dem Teller brauche ich für 2 Personen:
4-5 Pak Choi Knollen
50-100 ml Sojasauce
1 El Zucker
6 – 8 kleine Paprika
ca. 100 gr. Hackfleisch
ca. 40 gr. frisch geriebnen Parmesan
ein wenig Salat für die Deko

Die Zubereitung geht dann folgendermaßen vonstatten:
Den Pak Choi in einer flachen Schale, zu Hälfte aufgeschnitten,  für ca. 20-30 Minuten mit der Sojasauce und dem Zucker marinieren lassen. Ab und zu die Pak Choi mal umdrehen.

Während der Marinierzeit schneide ich die Paprikaschoten auf, säubere sie von innen und fülle diese z. Bsp. mit etwas Hackfleisch und streue kräftig etwas frisch geriebenen Parmesan darüber. Die halbierten Schoten in eine feuerfeste Form und heize den Backofen auf ca. 180°C auf. Ist die Temperatur erreicht bereite ich eine gußeiserne Pfanne vor, worin ich die Pak Chor bei mittlerer Hitze erst einmal anbraten kann und später die Hitze leicht erhöhe so das die Paprika zugleich mit dem Pfanneninhalt fertig werden.

Die feuerfeste Form mit den Paprika in den Ofen, die Hitze auf mittlere Grillstufe umstellen und dann für ca. 10 Minuten die Paprika überbacken. Wenn es geklappt hat das beide Zutaten so zur gleichen Zeit fertig werden, kann angerichtet werden:
  
Der Pak Choi schmeckt dank dem Soja und ein wenig Zucker vom Marinieren etwas asiatisch und auch mal leicht bitter, wobei die gefüllten Paprika mit den überbackenen Parmesan sich als überbackenes Gemüse etwas abheben von dem Pak Choi und eher knackig wirken. Für mich eignet sich somit dieses Pak Choi Gemüse zu sehr unterschiedlichen Gerichten, wo dieses Grünzeug eine schnell zuzubereitende grüne Beilage bilden kann.
Guten Appetit!



 

Daikon I Wakame I Tobiko I Brunnenkresse

Zum Wochenende hatte ich einen kurzen Logierbesuch, den ich dann entsprechend am Abend, nach einem Messebesuch, verköstigen sollte. Ich hatte mit ausgedacht, passend zur Frühsommerzeit mal wieder ein Rehfilet zu machen, welches ich mit einem Pilzrisotto kombinierte. Wovon ich aber hier berichten will ist die Vorspeise und der dazu getrunkene Rotwein, der eine mitgebrachte Flasche war und aus dem Jahr 1997 stammte, also ein kleines Experiment, was aber wunderbar passend ausging, zumal wir auch noch draußen auf der Terrasse speisen konnten.

Zu dieser Vorspeise besorge ich mir also folgende Zutaten:
1 weißen großen Rettich (Daikon)
getrocknete Wakame (aus dem Japanladen)
1 Gläschen Tobiko, Fliegenfischrogen (aus dem Fischladen)
1 Bund Brunnenkresse (vom Markt)
Salz, ein wenig Zitronen oder Limonensaft
1 Fischausstecherform zum Anrichten

Die Zubereitung ist nicht weiter schwierig und kann wie folgt vonstattengehen:
Den Rettich schälen und mit einer großen Ingwerreibe den Rettich sehr fein raspeln und dann in einer Schale kräftig mit Salz bestreuen, so das der Rettich seinen Hauptanteil an Wasser verliert. Nach ca. 20 Minuten in einem feinen Sieb geben und das Wasser abtropfen lassen. Parallel die getrockneten Wakame (max. 1 Tl) in lauwarmem Wasser einweichen und warten bis die Algen gut aufgequollen sind. Dann die Wakame möglichst klein schneiden und mit dem abgetropften Daikon vermischen und vorsichtig mit Salz und ein wenig Zitrussaft vermengen.

Das Anrichten:
Die Fischform auf dem Teller mit dem gemischten Daikon füllen. Dann den Rogen oben auf die festgedrückte Masse setzen und dann kann bereits die Metallform wieder abgenommen werden. Einige Blätter Brunnenkresse oben auf und neben die geformte Vorspeise setzen.
  

Und da mein Besuch eine alte Flasche Rotwein mitgebracht hatte, wollten wir diese zum Essen entsprechend verkosten. Aus dem Burgund stammend von dem Winzer Maurice Champy und dem Jahrgang 1997 aus Brochon. Rot ist natürlich meist ein Pinot Noir aus dem Burgund, aber da ich keine web-site des Weingutes gefunden habe, wurde ich nicht weiter fündig zur tatsächlichen Zusammensetzung dieser feinen Flasche. Damit ist es also schon bereits verraten, das die Flasche noch sehr gut sich gehalten hatte in den letzten 20 Jahren. Dem Etikett sieht man ja bereits ein gewisses Kelleralter an, aber den Korken konnten wir nich einigermaßen gut entfernen. Mit schon leichten braunen Rändern zeigt sich ein sehr dunkles Gor im Glas. Eine intensive Nase, welche sich dann mit tiefen Kirschnoten am Gaumen fortsetzen. Sehr schön zu genießen und konnte auch dem Rehfilet mit dem Risotto standhalten. Im Abgang recht vielschichtig und noch wenig stark gealtert. Also sieht man hier, das ein ordentlich gemachter Pinot auch nach 20 Jahren noch ausgezeichnet munden kann.

Vigneron M. Champy aus Brochon, Gevrey-Chambertin 1er Cru, 1997



 

Documenta14 – Kassel und ein Restaurantbesuch im Voit

Nachdem in diesem Jahr zum ersten Mal die Documenta14 an 2 Plätzen stattfindet, hatte ich ja bereits vor einigen Wochen die Ausstellungen in Athen besucht, und war nun in der vergangenen Woche in den verschiedenen Ort in Kassel vor Ort. Insofern eine interessante Komponente, da auch ein sehr aktuelles Thema insgesamt aufgegriffen wurde, welche sich um die Thematik Flüchtlinge, wirtschaftliche Probleme zwischen Griechenland und der „reichen“ Welt spielte und weiterhin auch viele Ausstellungsthematiken um die sogenannte dritte Welt in Afrika und deren wirtschaftlichen Probleme vor Ort und die Probleme der Flüchtlinge aus deren Staaten und Gebieten in andere Länder. Überbewerten darf man das sicher nicht, denn es handelt sich weiterhin hier um die Bearbeitung von Kunst und Künstlern, auch wenn da so manchesmal scheinbar ein gewisser Ernst hinter der Sache zu sehen ist. Einer der roten Fäden dieser documenta14 war also das Thema um die Problematik der Flüchtlinge, ganz generell, die kommende Thematik Afrika, und sicher auch die Auseinandersetzung mit politischen Themen, welche die Kunst aufgreift und versucht zu bearbeiten. Nicht l’Art pour l’Art.
Soweit also erst ein paar kleine Kommentare zu den Ausstellungen in Kassel und deren Zusammenhang mit den Ausstellungen in Athen. Aber jetzt zum kulinarischen, wo ich an einem Abend der Tage in Kassel ein mir bisher unbekanntes Lokal besuchte, welches auf den Namen Voit lautete. Reserviert hatte ich bereits vorab per internet und traf also auch recht pünktlich um 7 Uhr bend dort ein. Von Außen machte das Lokal einen Eindruck wie als wenn es früher ein Laden gewesen wären, und entsprechend ausgebaut wurde.

Nach Eintritt durch den ersten weißen großen hellen Raum ging es in einen schmäleren Bereich, der auf der einen Seite eine komplett offene Küche mit allen wesentlichen Stationen beinhaltete.

Das Konzept dieses Lokals beruht darauf, das es sich zu bestimmten Themenbereichen einige Gerichte anbietet, welche frei nach Wahl, zusammengestellt werden können. Diese da wären:

  • Weide
  • Wasser
  • Süße / Käse

Die wesentlichen Bereich sind hier also die beiden Themenbereiche Weide und Wasser. Ich wähle mir also folgende Reihenfolge aus: Weide/Wasser/Weide/Weide, was sich in folgenden Gerichten niederschlägt.
Tatar vom Rind
Jakobsmuscheln
Lamm
Wagyu
Los geht es aber mit einem Gruß aus der Küche, welcher aus einem kleinen Lachstatar in einer Apfel-Currysauce schwimmend besteht, mit einem Dinkelchip obenauf.

Insgesamt recht schmackhaft, aber bereits hier zeigt sich, was später leider zum wiederholten Male so angerichtet wird, das die Zutaten of in einer Sauce schwimmend etwas ertränkt werden.
Dann folgt recht schnell das angerichtete Rindertatar, welche sich als Schlange über den Teller legt und mit Avocadocreme und diversen weiteren Geschmäckern und ebenso kleinen Brotchips garniert ist. Das Fleisch in der richtigen Temperatur und recht inzentiv schmackhaft, so das es hier ein Genuss ist diese Portion zu vertilgen.

Dann folgt als zweite Vorspeise ein Teller mit den Jakobsmuscheln, welche eben auch in einer kräftigen Kalbsessenz schwimmen, so das leider der Geschmack der Jakobsmuscheln ziemlich untergehen.Schön angerichtet mit einem frischen Joghurtdressing außen herum und etwas Topinambur-Chips mit grünen Bohnen.

Weiter mit dem Zwischengang welcher das Hauptthema Lamm beinhaltete und hier zeigte sich einmal wieder, das Sous Video gegarte Fleischportionen sehr schön vorbereitet werden können, was in diesem Lokal wohl recht oft mit den Fleischportionen passiert, und diese dann nach der langen Zeit in Ihrem eigenen Sud bei Niedrigtemperatur nur kurz n der Pfanne nochmals heiß gemacht werden. Da kommen dann die Röstaromen ins Spiel, welche sich in dem Sous-Vide Bad ja so noch nicht herausbilden können. Da ich aber in diesem Fall einen einmaligen gute Blick auf die Küche und alle Zubereitungen und Anrichtvorgänge hatte, war ich schon etwas erstaunt, das nach dem Bratvorgang des Lammstückes der Koch con allen vier Seiten des Stückes die Ränder abschnitt und das Stück Fleisch dann so, wie auf dem Teller zu sehen anrichtete.
Vor den 2 Fleischgängen gab es dann noch ein Glas Sorbet auf einem Dillöl, welches sich als Sanddorn Sorbet herausstellte

Zu den 2 Fleischgängen (Weide):

Dazu gab es wie zu sehen einige Bohnen, etwas Topinambur Mus und eine kräftige Sauce, welche wohl aus dem Sous-Vide Vorgang herrührte. Eine kleine Socke Tomatenconfit war auch recht schmackhaft. Mir wären also die Ränder des Lammstückes auch lieb gewesen auf dem Teller vorzufinden, denn der Koch hätte das Stück Fleisch ja auch einmal in der Mitte schräg durchschneiden können, um den Garpunkt dem Gast auf dem Teller zu zeigen.
Und dann gab es ja noch den Hautgang mit einem Stück vom Wagyu Rind, welches auf den Namen Trip Top hörte und ich nach Nachfrage zur Erklärung erhielt, das dieses von der Schulter stammt. Mir kam diese Benennung schon etwas komisch vor, und ich konnte auch eine weitere Erklärungen dazu finden. Ebenso im Sous-Vide für 8 Std. bei 56°C gegart konnte das Fleisch zwar von der Zartheit, aber nicht wirklich von der Geschmacklichkeit überzeugen. Gewürzt war es wohl ganz gut, aber es fehlte mir etwas dabei, was ich hier so leider nicht benennen kann.

Dazu gab es einen grünen Spargel, Pilze und einen Schaum von Morcheln.Insgesamt recht ausgewogen und fein abgestimmt auf das zarte Fleisch.
Für mich ein recht gelungener Abend im Restaurant Volt, welches eine schöne Alternative zum recht mager besuchten Großereignis documenta14 bildete.
Für mich eine Bewertung von 17/20 Punkten.

Ossobucco mit Erbsen und Kartoffeln

In der letzten Woche gab es ein neues Rezept von E. Raether im Zeit Magazin, welches ich spontan nachkommen wollte. Frische Erbsen sind im Sommer eine wunderbare frische Gemüsezutat und eindeftig geschmortes Ossobucco (Kalbsbeinscheibe) macht einen deftige Kontrast zu diesem frischen Gemüse, wobei hier dieses Rezept auch als Variation nicht mit Rotwein, sondern mit Weißwein gegart wird. Das Fleisch besorge ich mir bei meinem Metzger des Vertrauens, und alle weiteren Zutaten am liebsten auf dem Markt:
Für 4 Personen:
Olivenöl
1 große Zwiebel
4 Anchovis
4 Beinscheiben vom Kalb
etwas Mehl
Salz und Pfeffer
250 ml Weißwein
250 Brühe
300 gr. frische Erbsen
Die Zubereitung:
Die Zwiebel in dünne Ringe schneiden und in einem schweren Topf diese in etwas Olivenöl sanft anbraten lassen, salzen und die Anchovis hinzugeben und so lange braten bis diese leicht zergangen sind. Die Ossobucco Scheiben leicht mehliren und im Topf von beiden Seiten kräftig anbraten. Das Ganze mit dem Weißwein und der Brühe ablöschen und bei geschlossenem Deckel ca. 75 Minuten bei leichter Hitze vor sich hinköchelnd lassen. In dr Zwischenzeit die Erbsen aus der Schale pellen und so ca. 10 Minuten vor Ende der Garzeit in den Topf dazugeben. Vor dem Servieren nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit den ausgewählten Beilagen servieren.



 

Thunfischtartar mit Steinpilzen, Rettich und Kapern

Abgewandelt nach einem Rezept von D. Humm aus dem NOMAD Kochbuch habe ich mir mal wieder ein Thunfisch Tartar zubereitet, welches nicht ganz klassisch, aber trotzdem sehr schmackhaft daherkommt. Für 2 Personen benötige so folgende Zutaten:

150-200 gr. Thunfisch bester Qualität
1/2 Apfel der Sorte Granny Smith oder eine kleine Birne
ein kleines Stück von ca. 50 gr. weißer Rettich
10 gr. Kapern
12 gr. Zitronensaft
abgeriebene Schale einer halben Zitrone
etwas Salz und etwas frisch gemahlener weißer Pfeffer
Brunnenkresse oder einen kleinen Wildsalat
einige kleine Steinpilze
Olivenöl
Da dies eine sehr vereinfachte Version des Rezeptes ist, habe ich mich primär auf die Zubereitung des Tartar fokussiert und die weiteren Zutaten wie die Kirschtomaten und die Steinpilze entsprechend dazukomponiert. Der Gag aber an der Zubereitung ist die Zubereitung nicht nur als rohes Tatar, sonder das die Mischung kurz in der Pfanne angebraten wird. Ich schneide also den Thunfisch, sowie den Apfel (Birne) in ca. 3mm kleine Stücke auf,  und mische diese dann in einer Schüssel mit den Gewürzen, dem Zitronensaft und den klein geschnittenen Kapern. Diese Mischung setze ich in einen Edelstahlring, welcher dann für ca. 2-3 Minuten in einer mit Olivenöl erhitzten Pfanne kurz gebraten wird. Zum Zubereiten kann ich vor dem Füllen des Rings ein Stück Backpapier daruntersetzen, welches ich kurz vor dem Braten in der Pfanne dann herausziehen kann. Nach dem Anbraten nehme ich eine flache Palette und kann so dann das Tatar mit dem Ring aus der Pfanne auf dem Teller platzieren. Parallel habe ich diesmal ein paar kleine Steinpilze in einer weiteren Pfanne in etwas Butter angeschwitzt, welche ich zu dem Tatar dazu serviere. Die Brunnenkresse oder ein wenig Wildkräutersalat dazu gelegt runden das Gericht ab. Alles zusammen kommt dann so auf den Teller von Hering der Serie Ocean:

Insbesondere durch die Kapern und die abgeriebene Zitronenschale und den Saft der Zitrone wirkt der Thunfisch recht frisch und entfaltet ausgezeichnet sein typisches Aroma mit seinem leicht tranigen Geschmack.